Czytaj książkę: «All inclusive - Bekenntnisse eines Escorts 1: Erotische Novelle»

Czcionka:

Vanessa Salt

All inclusive - Bekenntnisse eines Escorts 1: Erotische Novelle

Übersetzerin: Alina Becker

Lust

All inclusive - Bekenntnisse eines Escorts 1: Erotische Novelle Übersetzer Alina Becker Original All inclusive - En eskorts bekännelser 1 Copyright © 2019, 2019 Vanessa Salt und LUST All rights reserved ISBN: 9788726206210

1. Ebook-Auflage, 2019

Format: EPUB 2.0

Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von LUST gestattet.

„Nennen Sie mich ruhig Liam.“ Ich strecke die Hand aus und mustere den Menschen, der direkt vor mir steht. Vor allem natürlich sein Gesicht, aber auch die Kleider und seine Körperhaltung.

Das ist eine Angewohnheit von mir. In meinem Gewerbe ist das lebenswichtig.

Meinem Gegenüber entgeht das nicht. Er windet sich. Schließlich ergreift er meine Hand. Er macht auf mich den Eindruck, als wüsste er nicht wirklich, ob er das hier durchziehen will oder nicht.

„Alexander.“

Andererseits scheint er sich für unser Treffen besonders zurechtgemacht zu haben. Das ergrauende Haar ist sorgfältig gegelt, gekämmt und etwa zehn Zentimeter über dem linken Ohr akkurat gescheitelt. Die kurzen, etwas dunkleren Koteletten lassen erahnen, welche Haarfarbe er gehabt hat, bevor das Grau sich in den Vordergrund drängte. Sonst keine Gesichtsbehaarung. Glattrasierte und mit Lotion behandelte Haut. Graue Augen. Die Augenbrauen wirken gestutzt, kein unnötiges Härchen steht hervor, und sie betonen seinen stechenden Blick. Die feinen Nasenflügel seiner schmalen Nase flattern, während er spricht.

Das bringt mich dazu, seinen Mund zu betrachten, das wohl faszinierendste Element seines Gesichts. Schmale Lippen, die sich öffnen, als er ansetzt, sein Anliegen vorzutragen. Die Mundwinkel zeigen etwas nach oben. Besonders begeistert aber bin ich von dem klar definierten Amorbogen über der Oberlippe, der den ansonsten grausamen Zug abmildert, den er so angestrengt zu verbergen versucht. Diesen Ich-nehme-mir-was-ich-brauche-und-scheiße-auf-dich-Zug. Wenn sich die Lippen zusammenpressen. Oder bei dem Lächeln, das die Augen nicht erreicht.

Das habe ich schon oft gesehen. Wenn ein Narzisst verletzt ist, nimmt man am besten Reißaus. Ich weiß nicht warum, aber ich bin mir sicher, dass Alexander ein solcher Narzisst ist. Außerdem erinnert er mich an jemanden. Eine medienscheue Berühmtheit, meine ich. Eine Person, die eigentlich das mediale Rampenlicht scheut, aber hineingezwungen wird. Ich komme schon noch drauf, wen ich meine.

Er macht Anstalten fortzufahren und streicht sich gleichzeitig mit der Handfläche über das graue Jackett. Mit der Hand, die eben noch meine gedrückt hat. Ich bin wohl der einzige von uns, der noch darüber nachdenkt. In der anderen Hand hält er einen zusammengeklappten Laptop und eine Art Ordner.

„Tja, packen wir’s und gehen rein?“ Alexander gestikuliert in Richtung Café Sturekatten. „Wir können drinnen weiterreden.“

Wir stehen auf der Riddargata am Stadtrand von Östermalm, nahe Vasastaden und der Stockholmer Innenstadt. Diese Viertel sind mir nicht gänzlich unbekannt. Bevor ich eine Antwort geben kann, dreht Alexander sich um und tritt in den Torbogen. Mir fällt auf, dass sein Jackett etwas zu kurz und die Gesäßtasche seiner Jeans etwas ausgefranst ist. Die Hose ist nicht extrem abgenutzt, aber auch nicht nagelneu. Sie spannt ein wenig am Oberschenkel.

Er braucht diesen Job wohl dringend …

Für mich bedeutet er ein zusätzliches Taschengeld, das nicht unbedingt notwendig wäre.

Vielleicht kann ich später im Frühjahr dann noch ein paar Tage nach Jamaika?

„Selbstverständlich“, sage ich halb hinter seinem Rücken. „Sie übernehmen aber die Rechnung.“ Mir ist egal, ob er das hört oder nicht.

„Wie gesagt“, setzt Alexander an, als er mit einem Glas Rotwein und einem Teller hausgemachter Köttbullar und Kartoffelbrei in einem Klubsessel sitzt. Ich selbst entscheide mich für das abgewetzte Plüschsofa, damit ich mich in dem ohnehin schon überfüllten Café ein wenig ausstrecken kann. Und für zwei Gläser Champagner. Mehr braucht es nicht.

Er nimmt das Besteck auf, legt es in einem perfekten rechten Winkel und gleichem Abstand auf je einer Seite des Tellers ab und fährt fort: „… wir bezahlen natürlich hierfür.“ Er wirft einen Blick auf mein Glas und zieht ein wenig die Mundwinkel hoch.

„Ja. Hat ja ein bisschen gedauert, bis wir uns da einig geworden sind.“ Ich nehme einen Schluck Pol Roger und richte den Blick auf einen der billigen Kristallkronleuchter, die ihr schwaches Licht im Gastraum verbreiten. Mir fällt wieder ein, wie misstrauisch ich gewesen war, als er das erste Mal anrief. „Vom schwedischen Vain Magazine“, sagte er. „Dem Lifestylemagazin mit Sinn fürs Extreme. Von denen, die leben, als gäbe es kein Morgen, und für die, die gerne so leben möchten.“ Ich war kurz davor, ihn einfach wegzudrücken, als er damit herausrückte, dass er meine Nummer von „einem echten Fan“ bekommen hatte.

So läuft das in meiner Branche: Mundpropaganda, sonst nichts.

„Unsere Chefredakteurin wollte sich eine Weile Gedanken darüber machen, Ihre Gage ist ja schließlich kein Pappenstiel.“ Alexander weicht meinem Blick immer noch aus. Er schneidet seine Fleischbällchen in ordentliche Hälften und teilt den Kartoffelbrei, die Soße und die Preiselbeeren auf seinem Teller.

Bitte keine Sauerei.

Mein Misstrauen gegenüber seiner Person wächst. Und plötzlich fällt mir ein, an wen er mich erinnert: Maddies Mann Chris. Also der Mann von Prinzessin Madeleine. Mit diesem unangenehmen Lächeln.

Ich genehmige mir noch einen Schluck und starre ihn unverwandt an. Endlich erwidert er den Blick. „Na ja, für mich gibt es jedenfalls kein Morgen …“, entgegne ich und versuche, die Säuerlichkeit mit jeder Silbe zu mindern.

„Point taken.“ Alexander nimmt seine Stoffserviette und tupft sich einen Klecks Soße aus einem Mundwinkel. Dann faltet er das Tuch wieder zusammen und lehnt sich im Sessel zurück. „Aber fünf Riesen in der Stunde …“ Er streckt die Hand aus, so als hätte er verstanden, aber noch nicht akzeptiert.

Ich seufze und kippe mein zweites Glas herunter. „Wollen Sie nun? Oder wollen Sie nicht?“

„Meine Chefin will.“

„Das reicht mir. Haben Sie den Vertrag dabei?“

Alexander nickt und öffnet den Laptop. Das neueste MacBook Pro, stelle ich fest. Die können es sich wohl leisten.

„Haben Sie etwas dagegen, wenn ich unser Interview aufnehme? Dann kann ich Ihre Erzählung transkribieren, wenn mir etwas entgeht.“ Alexander hält schon ein kleines Diktiergerät in der Hand, bevor ich überhaupt auf seine Frage antworten kann. „Wir sitzen hier ja recht abgeschieden …?“

Ich kneife den Mund zusammen. Hatte gehofft, dass die Frage nicht kommen würde. Ich atme aus und sehe im Augenwinkel jemanden, den ich kenne. Es ist Sophia, eine der Inhaber des Sturekatten. Manchmal macht sie sich einen Spaß daraus, sich unter die Gäste zu mischen, abzuräumen und Kaffee und Kuchen zu servieren.

Darmowy fragment się skończył.