Czytaj książkę: «Das Abenteuer mit dem Teufelsfuß»

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Sir Arthur Conan Doyle

Das Abenteuer mit dem Teufelsfuß

Saga

Das Abenteuer mit dem Teufelsfuß ÜbersetzerJohannes Hartmann Copyright © 1910, 2019 Arthur Conan Doyle und SAGA Egmont All rights reserved ISBN: 9788726372267

1. Ebook-Auflage, 2019

Format: EPUB 2.0

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Das Abenteuer mit dem Teufelsfuss

Wenn ich von Zeit zu Zeit einige der merkwürdigen Abenteuer und interessanten Begebnisse veröffentlicht habe, die mir aus der langen und engen Freundschaft mit Sherlock Holmes erwuchsen, so hatte ich ständig mit Schwierigkeiten zu kämpfen, die aus seiner Abneigung gegen eine Veröffentlichung hervorgingen. Für seinen zynischen und mürrischen Geist war jede öffentliche Lobeserhebung stets etwas nahezu Verächtliches, und nichts war belustigender, als wenn er am Ende eines erfolgreichen Falles die Einzelheiten seiner Kombinationen und Nachforschungen den „orthodoren“ Polizeibeamten darlegte und diese in einem Chor von unerwünschten Beglückwünschungen ihn priesen, während er mit sarkastischem Lächeln abwehrte. In der Tat war es nur diese Eigentümlichkeit meines Freundes, und keineswegs Mangel an interessantem Material, was mich veranlasst hat, in den letzten Jahren so gut wie nichts zu veröffentlichen. Meine Beteiligung an so vielen Abenteuern des Sherlock Holmes war eine Bevorzugung, die mir Rücksichtnahme und Zurückhaltung auferlegte.

Ich war daher aufs höchste erstaunt, als ich vergangenen Dienstag von ihm ein Telegramm erhielt — er schrieb nie einen Brief, wo ein Telegramm ausreichte — mit folgendem Wortlaut: „Warum nicht die Geschichte vom Teufelsfuss schreiben? Sonderbarster Fall, den je behandelt.“ Ich habe keine Vorstellung davon, was für eine rücklaufende Welle des Gedächtnisses diesen Fall auf einmal in den Vordergrund seines Bewusstseins gerückt hatte, oder welche Laune ihn wünschen liess, dass ich gerade dieses Abenteuer veröffentliche. Aber ich beeile mich, meine alten Aufzeichnungen, die die Einzelheiten des Falles enthalten, herauszusuchen und die Geschichte meinen Lesern vorzusetzen, ehe noch ein telegraphischer Widerruf aus der Bakerstrasse mich daran hindern könnte.

Holmes’ eiserne Gesundheit war infolge allzu angestrengter Arbeit aufregendster Art wackelig geworden, wozu vielleicht einige seiner unhygienischen Gewohnheiten mit beitrugen. Im März ordnete Dr. Moore Agar, von der Harleystrasse, dessen dramatische Einführung bei Holmes ich eines Tages wohl auch noch erzählen werde, an, dass der berühmte Privatdetektiv alle seine Fälle liegen lasse und sich gänzlich jeglicher Arbeit enthalte, wenn er einen völligen Zusammenbruch verhüten wolle. Seine Gesundheit war etwas, das ihn am wenigsten auf aller Welt interessierte, denn seine geistige Loslösung von seinem Körper war fast absolut; aber er gab dem Arzte schliesslich nach, als dieser drohte, er werde sonst für immer arbeitsuntauglich werden. So entschied er sich für einen durchgreifenden Luft- und Szenenwechsel. Wir befanden uns daher im Frühjahr in einem kleinen Landhäuschen nahe der Poldhubay, an dem äussersten Ende der cornischen Halbinsel.

Es war ein eigenartiger Ort, ganz besonders geeignet für die grimme Laune meines Patienten. Von den Fenstern unseres kleinen, weissgetünchten Hauses, das hoch auf einem grünen Hügel stand, sahen wir hinunter auf den ganzen finsteren felsigen Halbkreis der Mounts Bay, dieser alten Todesfalle der Segelschiffe, mit ihrem Kranz schwarzer Klippen und brandunggepeitschter Riffe, auf denen unzählige wackere Seeleute ihr Ende gefunden haben. Bei einer nördlichen Brise liegt das Meer dort ruhig und geschützt, wie in einem Hafen und verleitet das sturmgeprüfte Schiff, hier Schuss und Ruhe zu suchen. Dann kommt die plötzliche Drehung des Windes, der brausende Sturm von Südwest, der schlippende Anker, die Leeküste und der letzte Kampf in der brüllenden Brandung. Der weise Seefahrer hält sich weit ab von diesem verhängnisvollen Ort.

Auf der Landseite war unsere Umgebung ebenso düster wie nach dem Meere zu. Eine Gegend voll endloser Moore, einsam, schwärzlich gefärbt. Gelegentlich ein Kirchturm, der die Lage eines uralten Dorfes anzeigt. Überall in diesen Mooren fand man Spuren einer verschwundenen Rasse, die nichts zurückliess, als einige sonderbare Steindenkmale, unregelmässige Hügel, die in ihrem Innern die Asche der Toten enthielten und merkwürdige Tongefässe, Überreste des Kunstbemühens einer vorgeschichtlichen Zeit. Das Geheimnisvolle, der Zauber der Landschaft mit deren Erinnerungen an verschollene Völker, sprach die Phantasie meines Freundes an, und er verbrachte seine Zeit meist auf einsamen Spaziergängen oder Träumereien im Moor. Auch die alte cornische Sprache hatte sein Interesse erregt, und ich entsinne mich, dass er sie für verwandt mit dem Chaldäischen hielt und sie nach seiner Ansicht von den phönikischen Zinnhändlern herstammt. Er hatte eine Kiste Bücher über diese Wissensgebiete kommen lassen und war entschlossen, seine Phönikertheorie in einer Abhandlung zu entwickeln, als zu meiner Betrübnis und zu Holmes’ unverhohlener Freude wir uns selbst in diesem Land der Träume auf einmal in eine geheimnisvolle Angelegenheit verwickelt sahen, die viel geheimnisvoller, rätselhafter und für Holmes verlockender war als alles, was ihm derartiges früher in London begegnet war. Und diese rätselhafte Geschichte trug sich auch noch sozusagen unter unsern Augen zu. Unser friedliches, gleichförmiges Leben ward auf einmal heftig unterbrochen und damit die meinem Freunde so notwendige Ruhe, und wir sahen uns mitten hineingeworfen in eine Reihe von Ereignissen, die nicht nur in Cornwallis, sondern im ganzen Westen Englands das ungeheuerste Aufsehen machten. Zahlreiche meiner Leser werden sich noch jener Vorfälle erinnern, die damals als „der cornische Schrecken“, wenn auch meist in sehr ungenauer Darstellung durch die Zeitungen gingen. Heute, nach dreizehn Jahren, werde ich der Öffentlichkeit wahrheitsgetreu alle Einzelheiten des mehr als eigenartigen Falles darlegen.

Ich habe schon gesagt, dass da und dort ein Kirchturm ein Dorf verriet. Die Gegend war nur dünn besiedelt. Das nächste Dorf war der Weiler Tredannik Wollas, wo die Häuschen von etwa dreihundert Einwohnern sich um eine uralte, moosbewachsene Kirche gruppierten. Der Pfarrer, Herr Roundhay, war Amateur-Archäologe, und in dieser Eigenschaft war er mit Holmes bekannt geworden. Er war ein stattlicher, leutseliger Mann in mittleren Jahren, der über gründliche Kenntnisse in der örtlichen Geschichte, Naturgeschichte usw. verfügte. Seiner Einladung folgend hatten wir den Tee bei ihm getrunken und hatten dabei auch die Bekanntschaft eines Herrn Mortimer Tregennis gemacht, eines Privatiers, der die geringen Einkünfte des Pfarrers vermehrte, indem er zwei Zimmer bei ihm, in dem grossen, weitläufigen Pfarrhause mietete. Der Pfarrer, ein Junggeselle, freute sich daher dieses Mitbewohners, obwohl er wenig mit ihm gemein hatte, denn Tregennis war ein magerer, dunkler Mann, mit einer Brille und von einer so krummen Haltung, dass der Eindruck eines körperlichen Fehlers erweckt wurde. Ich entsinne mich, dass während unseres kurzen Besuches der Pfarrer sehr gesprächig war, sein Mieter aber auffallend zurückhaltend; er schien mir ein etwas melancholischer Herr, der mehr nach innen lebt, und mit abgewandten Augen dasass und seinen eigenen Gedanken nachhing.

Diese beiden Männer waren es, die am Dienstag, dem sechzehnten März, hastig in unser Zimmer traten. Wir hatten gerade unser Frühstück beendigt und rauchten eine Morgenpfeife vor unserem täglichen Streifzug ins Moor.

„Herr Holmes“, sagte der Pfarrer mit erregter Stimme, „in der Nacht ist ein ausserordentliches, trauriges Ereignis ohnegleichen eingetreten. Es ist einfach unfasslich, und der Verstand steht einem dabei still. Wir müssen es als eine besondere Himmelsschickung ansehen, dass Sie gerade hier sind, denn von allen Männern in England find Sie gerade der, den wir hier unbedingt brauchen.“

Den Pfarrer sah ich mit Augen an, die gewiss nicht freundlich blickten; aber Holmes nahm die Pfeife aus dem Mund und richtete sich in seinem Stuhle auf wie ein alter Jagdhund, der seinen Herrn im Jagdanzug mit Gewehr eintreten sieht. Er machte eine einladende Bewegung gegen das Sofa, und unsere Besucher nahmen Seite an Seite darauf Platz. Herr Mortimer Tregennis war weniger erregt als der Pfarrer, der seine Aufregung offen zur Schau trug; aber das Zucken seiner mageren Hände und ein Etwas in seinen dunkeln Augen verrieten, dass beide gemeinsam unter einer ausserordentlichen Nervenbelastung standen.

„Soll ich’s erzählen, oder Sie?“ fragte Tregennis den Pfarrer.

„Da Sie, Herr Tregennis, die Entdeckung gemacht zu haben scheinen, was sie auch immer sein mag, und der Herr Pfarrer alles nur aus zweiter Hand weiss, so erzählen am besten Sie selber, was sich zugetragen hat“, meinte Holmes.

Ich warf einen Blick auf den nachlässig gekleideten Geistlichen und den tadellos angezogenen anderen, der neben ihm sass, und amüsierte mich an dem Eindruck, den Holmes’ Worte in den beiden Gesichtern aufzeigten.

„Vielleicht sage doch ich erst einige Worte“, begann der Pfarrer, „und dann mögen Sie beurteilen, ob Sie zunächst noch von Herrn Tregennis die Einzelheiten hören oder sogleich zum Schauplatz des grässlichen Ereignisses eilen wollen. Unser Freund hier hat den vergangenen Abend in Gesellschaft seiner zwei Brüder zugebracht, Owen und Georg, und der seiner Schwester Brenda, und zwar in deren Hause Tredannick Wartha, nahe bei dem alten Steinkreuz auf dem Moor, wissen Sie? Er verliess sie kurz nach zehn Uhr, wo sie am runden Esstisch Karten spielten, in bester Gesundheit und heiterster Laune. Als ein Frühaufsteher ging er heute morgen schon vor dem Frühstück in jener Richtung spazieren, als ein Wagen des Dr. Richards ihn überholte und dieser ihm sagte, er sei soeben dringend nach Tredannick Wartha bestellt worden. Natürlich fuhr Herr Tregennis gleich mit. Im Hause angelangt, fand er dort – also er fand seine zwei Brüder und seine Schwester noch genau so um den runden Tisch sitzen, wie er sie am Abend vorher verlassen hatte, die Karten vor jedem von ihnen auf dem Tische liegend, die Kerzen ganz bis auf die Halter heruntergebrannt. Die Schwester sass in ihrem Sessel hintenübergebeugt, tot. Die beiden Brüder aber sassen da und lachten, schrien und fangen – völlig irrsinnig. Ale drei, die Tote sowohl wie die zwei Irrsinnigen, trugen noch auf ihren Gesichtern die Spuren eines unerhörten Grauens, eine Verzerrung der Mienen, die schrecklich anzusehen war. Im Hause war sonst nur noch die alte Frau Porter, die Köchin und Haushälterin, die aussagte, sie hätte tief und fest geschlafen und in der Nacht nichts gehört. Nichts war gestohlen oder durchsucht, es war alles in Ordnung, und es fehlt jeder Anhalt dafür, was es gewesen sein könnte, das die Schwester zu Tode und die zwei Brüder bis zum Wahnsinn erschreckt hat. Das ist der ganze grässliche Fall in grossen Zügen, Herr Holmes, und wenn Sie uns helfen, ihn aufzuklären, so werden Sie ein grosses Werk getan haben.“

Ich hatte gehofft, Holmes wieder in jene Ruhe und Untätigkeit zurücklocken zu können, die der Zweck unseres Hierseins waren, aber ein einziger Blick in seine gespannten Züge mit den zusammengekniffenen Augenbrauen sagte mir, dass meine Hoffnung eitel sei. Für einige Zeit sass er schweigend da, versunken in das fremdartige Drama, das unsere Ruhe plötzlich unterbrochen hatte.

„Ich will die Sache in die Hand nehmen“, sagte er schliesslich. „Soweit ich bis jetzt urteilen kann, ist es ein Fall von ganz aussergewöhnlicher Art. Sind Sie selbst auch dort gewesen, Herr Pfarrer?“

„Nein, Herr Holmes, Herr Tregennis erzählte mir alles, sowie er ins Pfarrhaus zurückkam, und ich eilte sofort mit ihm hierher, um Sie um Ihren Beistand zu bitten.“

„Wie weit ist es bis zu dem Hause, wo diese unheimlichen Ereignisse sich zutrugen?“

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Ograniczenie wiekowe:
0+
Objętość:
50 str. 1 ilustracja
ISBN:
9788726372267
Wydawca:
Właściciel praw:
Bookwire
Format pobierania:

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