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Czcionka:

Sara Olsson

18. Dezember: Der Jazzclub – ein erotischer Adventskalender

Übersezt von Suse Linde

Lust

18. Dezember: Der Jazzclub – ein erotischer Adventskalender

Übersezt von Suse Linde

Titel der Originalausgabe: Jazzklubben

Originalsprache: Schwedischen

Coverbild/Illustration: Shutterstock

Copyright © 2020, 2021 Sara Olsson und LUST

Alle Rechte vorbehalten

ISBN: 9788726743920

1. E-Book-Ausgabe

Format: EPUB 3.0

Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit der Zustimmung vom Verlag gestattet.

„Johan Vind“, sagte Jennie Vind und streckte ihre Hand aus. Diese steckte in einem gefütterten Lederhandschuh, der der Adventskälte standhielt. „Ich wünschte, ich wäre ein Mann“, sagte sie.

Frans hielt einen Augenblick inne, bevor er ihre Hand fest packte. Er stellte sich vor und sagte:

„Ich weiß.“

„Sie kennen also meine Wünsche?“

„Nicht direkt, aber ich würde gern einige davon zu erraten versuchen, wenn Sie mich darum bitten würden.“

Das würde dir kaum gelingen, dachte sie, aber wurde dennoch etwas nachdenklich, als er sie musterte und ein Lächeln seine Lippen umspielte.

Niemand von ihnen ließ die Hand des anderen los.

In der Peripherie ahnte Jennie ein Gewimmel aus Männern in Mänteln und Hüten, mit Spazierstöcken und Ledertaschen. Droschken und Lärm. Autos, die weiter weg auf den Straßen der Stadt um Fußgänger herumkurvten. Das Klappern von Pferdehufen. Wohin waren sie alle auf dem Weg?

„Allerdings weiß ich, dass Sie Jennie heißen“, sagte Frans. „Angenehm.“

Ein stiller Schneefall um seine Erscheinung. Die Wärme seiner Hand verschwand, als ihre Begrüßung vorbei war, und da stand er, die Arme hingen an den Seiten herunter. Dunkles, zurückgekämmtes Haar und dunkler Mantel. Sein Blick jagte ihr einen kurzen Schauer über den Rücken. Ihr zweiter Tag in der Hauptstadt war außerdem mit seiner Kälte großzügig. Alles war so anders hier, so weit entfernt von der Stille und den Bergen im Norden. Die Stadt roch anders. Sie war so an den Geruch des Meeres und frisch gefällten Bäumen gewohnt.

„Sie treffen sich mit mir, obwohl ich über meinen Namen gelogen habe?“, sagte Jennie.

„Die Analysen in Ihrem Brief lügen nicht“, sagte er.

Die beiden Fremden spazierten durch den Park Kungsträdgården. Frans war gerade aus dem Büro gekommen, wo er arbeitete, um sie hier zu treffen. Jennie berührte ihn flüchtig mit ihrer rechten Seite. Etwas, nach dem sie sich sehnte, brodelte in ihr. Und diese wiederkehrende Wut. Würde sie hier Antworten finden? Etwas anderes, als zu Hause von ihr erwartet wurde. Sollte sie in der Stadt bleiben?

„Warum wollen Sie ein Mann sein?“, fragte er.

„Weil wir dann drinnen in der Wärme gesessen und eine Zigarre geraucht und den Inhalt meines Briefes diskutiert hätten, den ich nun gezwungen war, im Geheimen zu schreiben, damit mein Vater mich nicht davon abhalten würde. Nun stehen wir draußen in der Kälte, um öffentlich zu zeigen, dass nichts Unanständiges geschieht.“

Frans blieb stehen. Jennie ging weiter und er lief ein paar Schritte, um sie einzuholen.

„Dem muss ich widersprechen“, sagte er.

Ihr Mut sank an den Platz, wo er oft war, zusammengekauert in einem Käfig, auch wenn sie spürte, dass er dort überhaupt nicht hingehörte. Sie gehörte dort nicht hin.

Hier hin anscheinend auch nicht.

„Selbstverständlich“, sagte sie. „Das hier war ein Fehler.“ Sie beschleunigte ihre Schritte und verschwand über die Steine, die zu einem Weg zusammengefügt worden waren. Vielleicht rief er ihr nach, oder es war eines der vielen Geräusche der Stadt, das ihre Sinne täuschte.

*

„Wie ist es gelaufen?“

Märtas Frage kam aus der Küche, sobald Jennie die Haustür geschlossen hatte. Ihre Tante, die nur zehn Jahre älter war als Jennie, steckte ihren Kopf heraus, um ihre Nichte zu begutachten, da die Antwort ausblieb.

„Er hat allem widersprochen“, sagte Jennie.

„Das hat er gesagt? Allem?“

„Vielleicht nicht direkt, aber…“

„Lass dich nicht so von deinem Vater beeinflussen. Auch nicht von deiner Mutter, sie ist hübsch und liebenswürdig, aber auch viel zu vorsichtig. Und hör genau hin, was ein Mensch sagt, nicht mehr und nicht weniger.“

„Aber…“

„Die meisten Männer sagen genau das, was sie meinen. Die meisten Frauen deuten alles nur an und sagen etwas, von dem sie hoffen, dass andere es verstehen. Und sie deuten Dinge ebenso schlecht, wie sie sie ausdrücken. Das ist jedenfalls meine Erfahrung.“

„Du glaubst also, ich hätte ihn missverstanden?“

„Wenn du darüber nachdenkst, was er gesagt hat, glaube ich, du weißt die Antwort selbst.“

„Meine Berechnungen müssen stimmen, die Sägewerke werden ausbluten und eingehen. Aber es wäre wirklich möglich, Geld zu verdienen und sie zu retten, mit dem richtigen Partner.“

„Ich glaube, das weiß Frans auch, aber du bist weggelaufen. Jetzt klingst du übrigens wie dein Vater. Er besitzt nicht deinen Blick fürs große Ganze und hat Angst, dass die Leute dich in einem falschen Licht sehen, wenn er dich helfen lässt. Dein Kopf ist deine große Stärke, aber kann dir auch im Weg stehen. So hast du gerade ein Hindernis gebaut, das nicht da war.“

„Wie kannst du so viel wissen, Tante?“

„Weil ich mir erlaubt habe, alle Fehler zu machen, die es gibt. Und das war gar nicht so schlimm. Jetzt sind vielleicht nur noch die richtigen Dinge übrig. Apropos richtig, Jennie, dein Körper! Lieber Himmel, stell dir vor, dass unsere Figuren jetzt modern sind!“

Jennie lachte.

„Du meinst, Bohnenstangen sind modern?“

„Ein kurzes Kleid wird Wunder bei dir wirken.“

„Deins ist hübsch.“

„Danke, aber genug mit Kinkerlitzchen. Den hier hat Frans mir gegeben, falls es so laufen sollte. Vielleicht hat er damit gerechnet, dass du dich in Luft auflöst, ich hatte ihn ja gewarnt.“

„Ihn gewarnt?“

„Wenn er mit impulsiven Raubtieren zu tun hat, dachte ich, ich muss ihm ein wenig Hilfestellung geben.“

Darmowy fragment się skończył.

Gatunki i tagi

Ograniczenie wiekowe:
0+
Data wydania na Litres:
05 maja 2025
Objętość:
21 str. 1 ilustracja
ISBN:
9788726743920
Wydawca:
Tłumacz:
Właściciel praw:
Bookwire
Format pobierania: