Czytaj książkę: «Re-Strukturierung»

„Strukturen stehen für Ordnung. Geht diese Ordnung verloren, fließt Energie ab und das Unternehmen gerät in einen Abwärtstrend. Re-Strukturierung ist im wörtlichen Sinne also nichts anderes als die Wiederherstellung von Ordnung im Unternehmen. Erst dann sind die Voraussetzungen für stabile Prozesse und ein stabiles Geschäft gegeben.“
Inhalt
Vorwort von Gerhard Spengler
1.Eine Krise ist eine Krise ist… von Jochen Hanselmann
Ende oder Neuanfang?
2.Die Schwerpunkte im Programm von Johannes Metzdorf, Tobias Rechner und Simon Miller
Die Ausgangslage erfassen
Erste Maßnahmen ergreifen, Liquidität sichern
In die Details gehen
Die Strategie beachten
Experten einbinden
Bandbreite der Restrukturierung
3.Praxisbeispiel: Business Case E-Mobilität von Johannes Metzdorf
„Hidden Treasures“ – Verborgene Potenziale
Die Kosten im Blick
Das Programm managen
Drei Arten der Optimierung
Drei Stufen im Programm
Den Support sicherstellen
4.Praxisbeispiel: Sanierung im Mittelstand von Simon Miller und Tobias Rechner
Verantwortung übernehmen
Wenn die Krankheit am Kopf beginnt
Kleine Ursachen, große Wirkung
Die Talsohle durchschreiten
Strategisch denken und handeln
Klarheit gewinnen und Klarheit schaffen
Erste Schritte nach vorn machen
Den Weg zurück gehen
5.Fazit und Ausblick von Jochen Hanselmann
Zu neuen Ufern
Herausgeber- und Autoren
Auszeichnungen
Interviews und Veröffentlichungen
Literaturhinweise
Am Puls der Zeit: Der „Hanselmann-Blog“
Das Unternehmen
Die EDITION HANSELMANN
Vorwort
Verlags- und Medienarbeit ruhen auf drei wichtigen Säulen. Die Inhalte sollten gleichermaßen aktuell, für die Leser relevant und von der Haltung her authentisch sein. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, steht einem verlegerischen Erfolg eigentlich nichts im Wege. Selten waren die Vorzeichen so günstig wie beim hier vorliegenden eBook.
Aktualität: Dafür sorgt – zum Leidwesen von uns allen – die Corona-Pandemie mit ihren auch für die Wirtschaft unabsehbaren Folgen. Für die kommenden Jahre wird eine wahre Flut an Insolvenzen befürchtet. Aus dieser Prognose erwächst gleichsam die Relevanz der Inhalte. Wer früh genug und zielgerichtet handelt, hat die Chance, das Schlimmste zu verhindern. Maßnahmen und Wege sind in diesem eBook skizziert. Die Authentizität schließlich wird durch zwei Beispiele aus dem echten Leben garantiert. Da ist nichts erfunden, sondern klar und nachvollziehbar erzählt.
Dafür steht der Herausgeber, Dr. Jochen Hanselmann, mit seinem gesamten Team. Ich freue mich, hier bereits das dritte Werk der EDITION HANSELMANN vorlegen zu können. Wie immer war die Zusammenarbeit mit Herausgeber und Autoren für uns als Verlagsmenschen inspirierend. Durch ihre Expertise haben sie maßgeblich zum Zustandekommen dieses Werkes beigetragen. Herrn Dr. Tassilo-Rouven König danke ich für seinen wertvollen Input zum Thema Arbeitsrecht. Und mein besonderer Dank gilt auch Frau Susanne Schön, bei der kaum eine Bitte um Unterstützung ungehört bleibt.
Ludwigsburg im Januar 2021
Gerhard Spengler
Verleger
1. Eine Krise ist eine Krise ist…
Man kann es schon fast nicht mehr hören: das K-Wort. Die mediale Zuspitzung bringt es mit sich, dass heutzutage jede negative Abweichung von der Normalität als Krise bezeichnet wird. Von der vergleichsweise harmlosen Formkrise einer Fußballmannschaft bis zur dramatischen Klimakrise, die die gesamte Menschheit bedroht… Dem Einfallsreichtum sind hier kaum Grenzen gesetzt.
Dabei hat der Krisenbegriff an manchen Stellen durchaus seine Berechtigung – und muss entsprechend ernst genommen werden. Wer zum Beispiel im Zusammenhang mit einem Unternehmen von Krisenszenarien spricht, meint damit, dass dieses Unternehmen bedroht ist. Der Grad an Bedrohung kann von der Zielabweichung eines Projektes bis hin zur existenziellen Gefährdung der gesamten Organisation reichen. Diese Bandbreite an Möglichkeiten macht es auch so schwierig, zielgerichtet auf Bedrohungs- und Krisenszenarien zu reagieren. Und die richtigen Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Die betriebswirtschaftliche Literatur ist reich an Publikationen über Ausprägung und Verlauf von Unternehmenskrisen – die mehr oder weniger praktischen Nutzen haben. Wir nähern uns dem Thema eher pragmatisch, aus unserer eigenen Erfahrung heraus. Was uns zu der Beobachtung führt, dass Krisen vielfach tatsächlich einen erkennbar ähnlichen Verlauf nehmen.
Meist beginnt alles ganz harmlos, unter der Aufmerksamkeitsschwelle des Managements, während man das Unternehmen noch in ruhigem Fahrwasser vermutet. Die Umsätze sind stabil, „der Laden läuft“. Bedingt durch externe oder interne Ursachen geraten die Dinge zunehmend in Unordnung, das Geschäft trübt sich ein, die Rendite kommt unter Druck. Das geht so lange gut, bis Banken und Investoren hellhörig werden, weil die Zielabweichungen beginnen, in den Berichten oder gar der Bilanz ihren Niederschlag zu finden. Spätestens dann, wenn in der Bank das Risk-Management zum Ansprechpartner wird, herrscht auch im Unternehmen Alarm. Die Suche nach den Ursachen beginnt – die häufig auf eine Suche nach den Schuldigen begrenzt wird. Aber das ist eine andere Geschichte.
In den allermeisten Fällen führt die Analyse dazu, dass die entscheidenden Schwachstellen, neudeutsch Pain Points, erkannt werden. Die Restrukturierung kann beginnen. Die schlechte Nachricht lautet, dass Sanierungen nicht nach „Schema F“ ablaufen, sondern jedes Unternehmen eine andere Behandlung benötigt – zu unterschiedlich sind die Auslöser der Krise, zu verschieden die einzelnen Betriebe.
Eine wichtige Frage lautet, wer für das Restrukturierungs-Programm verantwortlich ist: Das bisherige Management, externe Berater, ein bestellter Chief Restructuring Officer, ein Team von Experten? Auch diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern muss mit Blick auf jeden Einzelfall gesondert behandelt werden. Wobei vieles für die Beteiligung unterschiedlicher Fachexperten spricht. Was noch zu zeigen sein wird.

Bild 1: Der Weg in die Krise
Ende oder Neuanfang?
Dem Schriftsteller Hermann Hesse verdanken wir die Erkenntnis, dass jedem Anfang ein Zauber innewohnt. Das kann auch für Unternehmen in der Krise gelten. Wenn die Sanierung (wörtlich: Gesundung) richtig angepackt, die Ursachen zutreffend analysiert und die richtigen Hebel betätigt werden, steht einem echten Aufbruch und einer Rückkehr in die Erfolgsspur nichts im Wege.
Die schlechte Nachricht: Auch hier gibt es keinen Königsweg, Lösungen müssen individuell entwickelt und umgesetzt werden. Dabei stehen nicht das Projekt- oder Programm-Management im Fokus, das darf heute als weitgehend bekannt vorausgesetzt werden, sondern die „Inhalte“. Unter Inhalten verstehen wir das, was ein Unternehmen prägt, es von anderen Betrieben unterscheidet, im besten Fall auch einzigartig macht. Inhalte haben und sind Bedeutung.
Um diese Inhalte erkennen und – im Sinne einer Restrukturierung – gezielt bearbeiten zu können, bedienen wir uns des so genannten Strategieprogramms als Gestaltungsrahmen und Lösungsraum (Hanselmann 2019). Die gute Nachricht: Mit diesem Strategieprogramm lassen sich nicht nur Wachstumsphasen managen. Vielmehr kann es dazu herangezogen werden, Krisen unterschiedlicher Ausprägung anzugehen und zu überwinden. Ziel muss es dabei immer sein, das Unternehmen und seine Arbeitsplätze nicht nur zu erhalten, sondern zum neuerlichen Erfolg zu führen. Zu auskömmlichen Renditen, stabilem Wachstum, guten Geschäften.
Vorhang auf.
2. Die Schwerpunkte im Programm
Wenn Unternehmen in ein Restrukturierungsprogramm starten, befinden sie sich zumeist nicht in voller Fahrt, sondern in einer Art Sondermodus. Anders gesagt: Restrukturierungen haben eine Vorgeschichte, seien es Umsatzeinbrüche, seien es gravierende technische Probleme, Managementprobleme oder dergleichen mehr. Das Unternehmen kann aufgrund unterschiedlicher Auslöser in einen kritischen Zustand abgleiten und entwickelt sich nicht wie geplant. Diese Entwicklung kann nahezu unbemerkt einsetzen, beispielsweise, indem „Business Cases“ wichtiger Produkte am Markt unter Druck geraten und nicht mehr die erwarteten Deckungsbeiträge erwirtschaften. In diesem Fall liegen die Ursachen der Situation außerhalb des Unternehmens – wenn das Management nicht schnell darauf reagiert, nehmen die Dinge ihren fatalen Lauf. Etwas akademisch ausgedrückt, führen interne (endogene) und externe (exogene) Faktoren zu dem, was gemeinhin Krise heißt.
Da Krise, wie gezeigt, nicht gleichbedeutend mit Krise ist, gilt es, die Lage schnell und sicher zu erfassen.
Die Ausgangslage erfassen
Restrukturierungsprojekte beginnen damit, dass die Situation zutreffend beurteilt wird, beispielsweise im Rahmen eines Analysegesprächs. Hier wird ermittelt, welche Ziele das Unternehmen verfolgt, wie weit man von diesen Zielen abgewichen ist und welches Stadium die Krise bereits erreicht hat. Grundlage sind hier vor allem Leistungs- und Finanzkennzahlen. Der nächste Schritt dient der Frage nach dem „Warum?“, also der Analyse von Krisenursachen.
Erst wenn die Ursachen einer unternehmerischen Schieflage erkannt sind, lassen sich Zugriffspunkte definieren und erste Maßnahmen ableiten. Dabei sollte man nicht den üblichen Mustern folgen. Eines dieser Muster besteht darin, schnellstmöglich den „Headcount“ zu verringern, also Personal abzubauen. Dass diese Standardlösung der Restrukturierung nicht automatisch die beste aller Möglichkeiten ist, zeigt die Entwicklung im Nachgang der ersten Corona-Welle im Jahr 2020. Bei den Automobil-Zulieferbetrieben und im Maschinenbau folgte einem raschen Einbruch der Absatzzahlen ein ebenso schneller Wiederanstieg. Hier waren und sind die Unternehmen im Vorteil, die ihre Belegschaft nach an Bord haben… Die Lehre daraus lautet, dass Entlassungen kein Allheilmittel sind, sondern dass Personalflexibilität auf andere Weise sichergestellt werden sollte. Einen validen Ansatz liefern hier die Forscher des Fraunhofer IAO in ihrem eBook „Volatilität beherrschen“ (http://www.log-x.de/index.php/verlagsprogramm/196-volatilitaet-beherrschen).
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