Czytaj książkę: «Nachhaltigkeit und Gründung»

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Klaus-Dieter Müller/Cord Siemon/Regina Wallner (Hrsg.)

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1. Auflage 2022

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-040664-3

E-Book-Formate:

pdf: ISBN 978-3-17-040665-0

epub: ISBN 978-3-17-040666-7

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Inhalt

1  1 Herausgebervorwort

2  2 Entrepreneurship und Dimensionen der Nachhaltigkeit

3  2.1 Strategien und Maßnahmen zur Nachhaltigkeit in Unternehmen

4 Leona Achtenhagen und Claudia Achtenhagen

5  2.1.1 Einleitung

6  2.1.2 Wirtschaftliche Nachhaltigkeit

7  2.1.3 Soziale Nachhaltigkeit

8  2.1.4 Ökologische Nachhaltigkeit

9  Literatur

10  2.2 Transnationales und transkulturelles Entrepreneurship: Eine Perspektive auf Gründungen mit Nachhaltigkeitsprofil

11 Jörg Freiling

12  2.2.1 Einführung

13  2.2.2 Transnationale und transkulturelle Gründungen im Nachhaltigkeitskontext: konzeptionelle Grundlagen

14  2.2.3 Transnationale und transkulturelle Gründungen im Nachhaltigkeitskontext – Beispiele aus der europäischen Gründungspraxis

15  2.2.3.1 Überblick und Vorgehen

16  2.2.3.2 Das Fallbeispiel »4athlet«

17  2.2.3.3 Das Fallbeispiel »Cham Saar«

18  2.2.3.4 Das Fallbeispiel »Acquahmeyer«

19  2.2.4 Schlussfolgerungen und Ausblick

20  Literatur

21  2.3 Veränderung gestalten – Nutzen und Wirkung von Trendbetrachtungen, Signalen und Szenarioanalysen für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung

22 Dana Mietzner

23  2.3.1 Treiber von Veränderungen

24  2.3.2 Charakterisierung von Veränderungen durch Trends

25  2.3.3 Erfassung und Bewertung von Signalen der Veränderung

26  2.3.4 Veränderung beschreiben mit Szenarien

27  2.3.5 Fazit

28  Literatur

29  2.4 Kurz- und langfristiger Einfluss der Corona-Krise auf das Gründungsgeschehen in Deutschland

30 Michael Stephan

31  2.4.1 Einleitung

32  2.4.2 Trends und Entwicklungen im Gründungsgeschehen in der Corona-Krise in Deutschland

33  2.4.2.1 Gesamtwirtschaftliche Gründungstrends vor der Krise

34  2.4.2.2 Gesamtwirtschaftliche Gründungstrends in der Krise: Erste statistische Einblicke

35  2.4.2.3 Gründungstrends in der Krise differenziert nach Branchen

36  2.4.3 Auswirkungen der Krise, operative Reaktionen und strategische Antworten der Gründungsunternehmen

37  2.4.3.1 Betriebswirtschaftliche Auswirkungen der Krise auf das operative Geschäft und die Finanzsituation von Gründungen

38  2.4.3.2 Operative und strategische Reaktionen zur Bewältigung der Krise

39  2.4.3.3 Angebot und Nutzung staatlicher Hilfsmaßnahmen

40  2.4.4 Langfristige Auswirkungen der Corona-Krise auf die Gründungstätigkeiten

41  2.4.4.1 Werteveränderung zur unternehmerischen Orientierung und Risikoneigung

42  2.4.4.2 Langfristige Potenziale für innovative Gründungsaktivitäten

43  2.4.5 Fazit

44  Literatur

45  3 Nachhaltiger Wertewandel und Unternehmenskultur

46  3.1 Female Coding Communities als Intervention, das Ökosystem nachhaltig zu beeinflussen und eine werteorientierte Unternehmenskultur zu fördern

47 Thomas Gegenhuber und Frauke Hinz

48  3.1.1 Einleitung

49  3.1.2 Was ist eine Female Coding Community?

50  3.1.3 Was sind die Chancen und Herausforderungen von Coding Communities?

51  3.1.4 Diskussion und Ausblick

52  Literatur

53  3.2 Soziale Unternehmen: Effektivität, Effizienz, Skalierbarkeit und die digitale Transformation

54 Regina Wallner

55  3.2.1 Soziale Innovationen

56  3.2.2 Digitale Transformation

57  3.2.3 Verhaltensökonomie

58  3.2.4 Kritik

59  3.2.5 Fazit

60  Literatur

61  3.3 Stakeholder Management, Komplexitätsfallen des Wachstums und Unternehmenskultur: Zur Bedeutung einer systemisch-evolutionären Unternehmensführung von Start-ups im Kontext der Nachhaltigkeit

62 Johannes Ohmer und Cord Siemon

63  3.3.1 Einführung

64  3.3.2 Stakeholder-Management und Unternehmenswachstum

65  3.3.3 Komplexität und Vertrauen

66  3.3.4 Unternehmenskultur, Vertrauen und die Authentizität des Wertesystems

67  3.3.5 Ausblick: Nachhaltigkeit braucht Entrepreneurship

68  Literatur

69  3.4 Aufbau einer überzeugenden Markenidentität und der Wertewandel

70 Klaus-Dieter Müller

71  Literatur

72  3.5 ESG- und Impact-Investing im Kontext einer Start-up-Finanzierung: Modethema oder Triebkraft einer nachhaltigen Entwicklungsdynamik?

73 Cord Siemon und Daniel von Wedel

74  3.5.1 Einleitung

75  3.5.2 Start-up-Finanzierung und Vertrauensproblem

76  3.5.3 Nachhaltigkeit und Start-up-Finanzierung

77  3.5.4 Ausblick: Herausforderungen und Handlungsempfehlungen

78  Literatur

79  4 Persönlichkeit und Schlüsselkompetenzen

80  4.1 Persönlichkeit – ein Schlüsselkriterium für den Gründungserfolg

81 Klaus-Dieter Müller und Cord Siemon

82  4.1.1 Einführung

83  4.1.2 Der Traits-Ansatz in einem weiteren Sinne: Instrumente zur Erfassung der Gründerpersönlichkeit

84  4.1.3 Der Traits-Ansatz im engeren Sinne: Das »Big Three«-Modell

85  4.1.3.1 Leistungsmotiv (need for achievement)

86  4.1.3.2 Internale Kontrollüberzeugung (locus of control)

87  4.1.3.3 Risikobereitschaft (risk taking propensity)

88  4.1.4 Eine alternative Sichtweise: Volition und Resilienz

89  4.1.5 Beschreibung der Persönlichkeit im Businessplan

90  Literatur

91  5 Marktanalyse und Geschäftsplan

92  5.1 Marktrecherche und deren Auswirkung auf das Geschäftsmodell

93 Sebastian Pioch

94  5.1.1 Einleitung

95  5.1.2 Phase I – die Marktrecherche planen

96  5.1.3 Phase II – Positionierung und Informationsbedarf

97  5.1.4 Phase III – Informationsbeschaffung

98  5.1.5 Phase IV – Auswertung der Marktinformationen

99  5.1.6 Phase V – Aufbereitung und fortlaufende Beobachtung

100  5.1.7 Auswirkungen der Marktrecherche auf das Geschäftsmodell

101  Literatur

102  5.2 Zur Bedeutung des Businessplanes für die Kreditprüfung von Existenzgründungen

103 Hans-Jürgen Kulartz und Christian Segal

104  5.2.1 Gründe für die Anforderung eines Businessplanes

105  5.2.2 Alternativen zum ausformulierten Businessplan für die Prüfung einer Kreditvergabe

106  5.2.3 Einordnung der Businessplanprüfung in den Entscheidungsprozess einer Kreditvergabe

107  Literatur

108  6 Media Thinking: Sichtbarkeit und Kommunikation

109  6.1 Wie Start-ups schlank mit Content-Marketing starten und relevante Inhalte für Kunden erstellen

110 Nicole Kempe

111  6.1.1 Der Content-Schock – die Herausforderung für Start-ups

112  6.1.2 Lean Content-Marketing – eine kleine Einführung

113  6.1.2.1 Lean Content-Marketing in der Praxis

114  6.1.2.2 Content nach dem Lean Prinzip erstellen

115  6.1.3 Drei Formate für eine große Reichweite in kurzer Zeit

116  6.1.3.1 Content Curation – die Zeit sparende Taktik

117  6.1.3.2 Die Skyscraper-Taktik für eine gute Platzierung in Suchmaschinen

118  6.1.3.3 Der Round-up-Beitrag für die virale Reichweite

119  6.1.4 Mehr Effektivität im Marketing dank der Neubelebung von Inhalten

120  6.1.5 Soziale Netzwerke im Überblick

121  6.1.5.1 Facebook – das Netzwerk für alle

122  6.1.5.2 Instagram – Selbstinszenierung steht im Mittelpunkt

123  6.1.5.3 LinkedIn – das Netzwerk für Karriere und Vertrieb

124  6.1.5.4 Twitter – das Netzwerk für News

125  6.1.5.5 Pinterest – die visuelle Suchmaschine für die Inspiration

126  6.1.5.6 YouTube – die Suchmaschine für Videoinhalte

127  6.1.5.7 TikTok – die Plattform für kurze Videoclips

128  6.1.6 Fazit

129  6.2 Die Narration im Innovations- und Unternehmensmanagement

130 Klaus-Dieter Müller

131  Erster Teil

132  I.1 Einleitung

133  I.2 Was ist Innovation? Aspekte eines komplexen Begriffs.

134  I.3 Geschäftsmodell-Innovation: Ein neues Produkt ist kein neues Geschäftsmodell

135  I.4 Was ist Narration? Die Kulturtechnik Erzählen verbindet und definiert

136  I.4.1 Storytelling – zwischen PR und Coaching

137  Zweiter Teil

138  II.1 Eine Innovation entsteht geplant. Das kreative Produkt ist eine Auftrags- und Gemeinschaftsleistung

139  II.1.1 Innovationsmanagement

140  II.1.2 Kreativität

141  II.1.3 Das Marketing der Innovation

142  II.2 Die soziale Einbettung der Innovation

143  II.2.1 Die Vermittlung von Innovationen in die Gesellschaft

144  II.2.2 Zur Ökonomie der Aufmerksamkeit

145  Dritter Teil

146  III.1 Narration und Storytelling in der Klima Kommunikation

147  III.2 Das Erzählen des Neuen findet im Netz statt

148  Literatur

149  6.3 Erfolgreich Denken und Arbeiten in Netzwerken

150 Klaus-Dieter Müller

151  6.3.1 Digitale Netze verändern die Welt

152  6.3.2 Das richtige Netzwerk für mich

153  6.3.3 Informelle Netze selbst aufbauen

154  Literatur

155  7 Es braucht einen neuen Blick

156  7.1 Business Model »SUSTAINABLE BIZZ«

157 Klaus-Dieter Müller, Cord Siemon und Regina Wallner

158  7.1.1 Zur Bedeutung von Geschäftsmodellierung und -planung

159  7.1.2 Es braucht einen neuen Blick

160  Herausgeber und Autoren

161  Herausgeber

162  Autoren

1 Herausgebervorwort

Was verstehen wir unter Nachhaltigkeit?

Während es im 20. Jahrhundert eine große Kluft zwischen Wissen und Handeln gab, ökologische Bedenken des Club of Rome verdrängt wurden und unbegrenztes Wachstum vor allem ein breites Angebot und Wohlstand sicherte, sind wir heute in der Lage zu erkennen, dass dieses Wachstumsparadigma nicht nachhaltig ist. Wir revidieren unsere mentalen Infrastrukturen und etablieren einen neuen Blickwinkel auf die Welt, welcher planetare Grenzen erkennt und dadurch ökonomische, soziale und technologische Anpassungsoptionen erst möglich macht. Es ist daher das Ziel dieses Buches, das Entrepreneurship und die Businessplan-Logik um die Themen Umweltwandel und Nachhaltigkeit, Medien- und Kulturentwicklung sowie die Neuaushandlung räumlicher Bezüge von Kultur und Gesellschaft infolge von Umweltwandlungs- und Globalisierungsprozessen zu erweitern.

Nachhaltigkeit beeinflusst bereits heute Investitionen und Unternehmensstrategien. »Noch aber dominieren Denkblockaden und Lobby-Gewohnheiten. Das Neue wird verdeckt, wo betriebswirtschaftliche Rechnungen und Kundenkalküle immer noch elegant über die tatsächlich bestehenden sozialen und ökologischen Kosten hinwegsehen dürfen. Noch dominiert die stillschweigende Verwegenheit der Normalität.

Diese Denkblockaden dürfen gerade bei Gründungen neuer Unternehmen keine Rolle mehr spielen, da sie Treiber des erforderlichen Wandels sein und Vorbildfunktion einnehmen können. Da Nachhaltigkeit immer mehr auch zum Argument der Verbraucherinnen und Verbraucher für ihre Kauf- und Auftragsentscheidung wird, führt die Einbeziehung der neuen Anforderungen auch zu wirtschaftlicher Stabilität der jungen Unternehmen.

Das Ziel nachhaltiger Entwicklung ist es, Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft in Balance zu bringen. Die drei Dimensionen ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit stehen für uns dabei gleichberechtigt nebeneinander. Die ökonomische Nachhaltigkeit erfordert Unternehmen, die innerhalb der materiellen Grenzen des Planeten langfristig bestehen können. Ein Wirtschaftssystem, das zu permanentem unbegrenztem Wachstum gezwungen ist, wird keinesfalls langfristig Bestand haben.

In einer Gesellschaft sollten soziale Spannungen und Konflikte nicht eskalieren, sondern auf friedlichem und zivilem Wege ausgetragen werden können. Es geht um die gerechte Verteilung gesellschaftlicher Lasten, soziale Nachhaltigkeit zielt auf gleiche Rollenverteilung der Geschlechter, auf eine gleichberechtigte Verteilung von Arbeit, die Einhaltung von Arbeitsrechten, Sozialstandards und Gesundheitsschutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sozial nachhaltige Unternehmen übernehmen die Mitverantwortung für eine menschenwürdige Gesellschaft.

Es geht aber auch um die Transformation des Erforderlichen, das uns allen viel abverlangen wird und das Paradigma des quantitativen Wachstums überwinden muss, es geht um eine andere Kultur, in der der Egoismus Werten weichen muss, die für den Erhalt des Lebens und der Erde nachhaltig sind.

Wertorientierungen haben sehr viel mit der Persönlichkeit des Unternehmers und der Unternehmerin zu tun. Darum widmen wir der Frage nach der Bedeutung der Unternehmer/innen-Persönlichkeit ein eigenes Kapitel. Der Wertewandel gilt selbstverständlich auch für Investoren.

Die Welt ist medial und ökonomisch eng miteinander verzahnt. Angehörige international tätiger Unternehmen werden täglich mit anderen Kulturen und sehr unterschiedlichen Denk- und Gefühlswelten konfrontiert. Die Transkulturalität spielt heute eine wichtige Rolle in international tätigen Unternehmen, aber auch beim Recruiting gewinnt sie an Bedeutung, da der Fachkräftemangel transkulturelles Denken auch im Inland erfordert. Auch diese Kategorie muss bei Unternehmensgründungen mitgedacht werden.

Innovative mediale Instrumente spielen zunehmend eine zentrale Rolle für das Überleben von Unternehmungen, z. B.im Zusammenhang mit Datenanalysen, Datenmanagement, Instrumente des digitalen Marketings zur Erreichung fragmentierter Ziel- und Kundengruppen, Methoden und Möglichkeiten digitaler Wissensvermittlung sowie crossmedialer Entwicklung und Implementierung von Designdienstleistungen. Die Funktion der digitalen Medien in Gesellschaft und Wirtschaft ist Querschnittsaufgabe für die Erstellung von Businessplänen. Wir sprechen von Media Thinking, das Denken der Medien ist zu einer Kulturtechnik geworden, wie das Lesen und das Schreiben.

Wie verändert der digitale Raum die Art und Weise, wie wir Geschichten erzählen? Die psychologischen, neurologischen, sozialen Funktionen des Erzählens bleiben vom Medienwandel unberührt. Die Qualität der Erzählung bleibt der entscheidende Faktor. Geschichten verbreiten und vermarkten sich aber jetzt über alle Medien und Vertriebskanäle hinweg. Es geht um Netzwerke und Fankultur, eine starke Einbeziehung des Publikums in die Erzählwelten, die selbst neue Handlungsoptionen kreieren können.

Hausbanken spielen nach wie vor eine zentrale Rolle für Existenzgründungen, sie sind Ansprechpartner nicht nur für das Finanzierungskonzept, sondern auch für wesentliche Förderinstrumente. Nur die Hausbank kann Förderanträge an die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau, die deutsche Förder- und Mittelstandsbank) stellen. Die Visitenkarte jedes Gründungsunternehmens bei der Hausbank ist der Businessplan und da vor allem die Zusammenfassung zu Beginn der Darstellung. Sie muss die Banker fesseln, Ideen bei ihnen auslösen, Lust machen auf Mehr.

Die Beiträge des vorliegenden Sammelbandes wurden von Vertretern und Vertreterinnen aus der Wissenschaft und Praxis verfasst, um den mittlerweile weit verbreiteten Dreiklang der Nachhaltigkeit Environmental – Social – Governance unter verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Die Beiträge sind mal eher akademisch-abstrakt und mal eher pragmatisch-konkret abgefasst. Als gemeinsame Klammer fokussieren sie jedoch auf das zukünftige Erfordernis, die Themen Entrepreneurship und Nachhaltigkeit zukünftig stärker zusammenzudenken.

Klaus-Dieter Müller Cord Siemon Regina Wallner

2 Entrepreneurship und Dimensionen der Nachhaltigkeit

2.1 Strategien und Maßnahmen zur Nachhaltigkeit in Unternehmen
Leona Achtenhagen und Claudia Achtenhagen
2.1.1 Einleitung

In den letzten Jahren setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass Gewinnmaximierung als oberste Unternehmensmaxime ökologisch und gesellschaftlich nicht haltbar ist. Der Brundtland-Bericht der Vereinten Nationen (1987) definierte Nachhaltigkeit als das »Befriedigen der Bedürfnisse der heutigen Generation unter der Bedingung, dass zukünftige Generationen das ebenso können müssen« – d. h., dass unternehmerisches Handeln heute nicht die Umwelt, Ressourcenverfügbarkeit oder sozialen Strukturen der Zukunft beeinträchtigen sollte.

Unternehmerische Nachhaltigkeit kombiniert daher wirtschaftliche Ziele, wie das langfristige Überleben des Unternehmens oder Gewinn- und qualitative Wachstumsziele mit ökologischen und sozialen Zielen – die sogenannte ›triple bottom line‹ (Elkington, 1998). Für Unternehmensgründende bedeutet dies, bei der Geschäftsmodellentwicklung nicht nur zu bedenken, inwiefern die unternehmerischen Aktivitäten einen Kundennutzen erbringen, sondern bspw. auch, wie bei der Umsetzung Ressourcen so schonend wie möglich eingesetzt werden können. Darüber hinaus gehen zukunftsorientierte Gründende dazu über, sich explizit mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDG) der Vereinten Nationen auseinanderzusetzen und zu überdenken, zum Erreichen welcher dieser Ziele sie aktiv beitragen möchten und könnten. Nachhaltige Geschäftsmodelle bieten damit kreative Lösungen für die dringenden Probleme unseres Zeitalters an, z. B.in den Bereichen Umweltschutz, Klima, Biodiversität und soziale Integration. Aber auch für bereits gegründete Unternehmen ist es nicht zu spät, Nachhaltigkeit in schon bestehende Geschäftsmodelle zu integrieren und zu überdenken, wie der Nutzen der Geschäftstätigkeit für Umwelt und/oder Gesellschaft erhöht werden kann oder zumindest die negativen Auswirkungen verringert werden können. Dadurch werden der Kundschaft nicht nur Nutzen-, sondern auch Werteversprechen geliefert.

In diesem Kapitel werden wir Erfolgsfaktoren und Hindernisse beim Erarbeiten und Umsetzen von Strategien und Maßnahmen für unternehmerische Nachhaltigkeit aufzeigen, die auf unserer langjährigen Tätigkeit in Forschung und Beratung aufbauen. Dabei berücksichtigen wir nicht nur die drei Dimensionen der ›triple bottom line‹ (d. h. wirtschaftliche, soziale und ökologische Nachhaltigkeit), sondern auch Herausforderungen durch aktuelle Megatrends wie Globalisierung und Digitalisierung.

271,49 zł

Gatunki i tagi

Ograniczenie wiekowe:
0+
Data wydania na Litres:
19 grudnia 2025
Objętość:
373 str. 39 ilustracji
ISBN:
9783170406667
Właściciel praw:
Bookwire
Format pobierania:

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