Czytaj książkę: «Emotionen im Unterricht»

Die Herausgeber*innen

Dr. Michaela Gläser-Zikuda ist Professorin für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt empirische Unterrichtsforschung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Emotionen, Wohlbefinden und Selbstregulation in Schule, Hochschule und Lehrer*innenbildung, empirische Unterrichtsforschung und Schulentwicklung.

Dr. Florian Hofmann ist Akademischer Rat mit Schwerpunkt empirische Unterrichtsforschung am Lehrstuhl für Schulpädagogik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Er lehrt und forscht zu den Themen förderorientierte, kompetenzorientierte und alternative Leistungsmessungen sowie Emotionen und Wohlbefinden in Schule und Hochschule.

Dr. Volker Frederking ist Professor für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Seine Forschungsschwerpunkte sind u. a. Ästhetische Bildung, empirische Erforschung subjektiver, emotionaler und kognitiver Aktivierung im Deutschunterricht, Digitalisierung und digitale Medien im Deutschunterricht, Allgemeine Fachdidaktik und fachliche Bildung.
Michaela Gläser-Zikuda, Florian Hofmann, Volker Frederking (Hrsg.)
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1. Auflage 2022
Alle Rechte vorbehalten
© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Print:
ISBN 978-3-17-036306-9
E-Book-Formate:
pdf: ISBN 978-3-17-036307-6
epub: ISBN 978-3-17-036308-3
Vorwort
Schulischer Unterricht kann interessant oder langweilig sein, Angst machen oder Freude wecken. Das weiß jeder Mensch, der eine Schule besucht hat, aus eigener Erfahrung. Systematisch theoretisch und empirisch erforscht werden solche unterrichtlich evozierten Emotionen allerdings erst seit wenigen Jahrzehnten. Pädagogischer Psychologie und Empirischer Pädagogik kommt das Verdienst zu, hier Pionierarbeit geleistet zu haben. Die Fachdidaktiken haben sich des Themas ›Emotionen‹ hingegen erst seit Mitte der 1990er Jahre in theoretischer und empirischer Perspektive intensiver zugewandt. Umso wichtiger, dass im vorliegenden Sammelband alle drei für das Verständnis von schulischen Bildungsprozessen zentralen Forschungsrichtungen erstmals in umfassender Weise versammelt sind.
Der Band gibt in diesem Sinne einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung in der Pädagogischen Psychologie, in der Pädagogik und in den Fachdidaktiken.
Aus der Perspektive der Pädagogischen Psychologie wird der disziplinäre state of the art skizziert und an einzelnen Beiträgen vertiefend illustriert. In der Pädagogik werden geisteswissenschaftlich wie empirisch ausgerichtete Perspektiven eingenommen, der Forschungsstand überblicksartig präsentiert und exemplarisch an Beiträgen aus der Grundschul-, Schul- und Medienpädagogik sowie der Lehrer*innenbildung vertieft. In den Fachdidaktiken wird ein Modell fachbezogener Emotionsforschung vorgestellt, um auf dieser Basis den fachdidaktischen Forschungsstand unter besonderer Berücksichtigung der Biologiedidaktik, der Deutschdidaktik, der Fremdsprachendidaktik, der Geographiedidaktik, der Geschichtsdidaktik, der Mathematikdidaktik, der Religionspädagogik und der Sportpädagogik zu vertiefen.
Der vorliegende Band offeriert mithin einen umfassenden (inter)disziplinären Überblick zu verschiedenen Beispielen theoretisch-konzeptioneller und empirischer Arbeiten zu ›Emotionen im Unterricht‹, wobei anhand von Fall- und Praxisbeispielen auch Anregungen für die emotionssensible Gestaltung schulischen Unterrichts und die Professionalisierung von Lehrkräften in fachübergreifender wie fachspezifischer Perspektive integriert werden. Wir wünschen den Leserinnen und Lesern des Bandes interessante Erkundungen in einem ebenso wichtigen wie lange vernachlässigten Forschungsfeld.
Nürnberg, im Oktober 2021
Michaela Gläser-Zikuda, Florian Hofmann und Volker Frederking
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 I Emotionen und Unterricht Gegenstand und Grundlagen
3 1 Emotionen in Schule und Unterricht aus pädagogischer Sicht
4 Michaela Gläser-Zikuda & Florian Hofmann
5 1.1 Emotionen bzw. Gefühl – Merkmale, Entstehung und grundlegende Funktionen
6 1.2 Emotionen – (k)ein Thema in der Pädagogik?
7 1.3 Emotionen und ihre Bedeutung für Bildung
8 1.4 Berücksichtigung von Emotionen in der pädagogisch- didaktischen Unterrichtsgestaltung
9 1.5 Zusammenfassung
10 1.6 Gliederung des Bandes bezogen auf den pädagogischen und psychologischen Teil
11 Literatur
12 2 Emotionen in Schule und Unterricht aus der Sicht empirischer Lehr-Lernforschung
13 Tina Hascher & Gerda Hagenauer
14 Einleitung
15 2.1 Konzepte und Modelle
16 2.2 Bedeutung der Emotionsforschung innerhalb der Lehr-Lernforschung
17 2.3 Weiterführende Themen für Forschung und Praxis
18 Literatur
19 3 Emotionen als Gegenstand fachdidaktischer Forschung
20 Volker Frederking
21 3.1 Bausteine zu einer fachdidaktischen Theorie der Emotionen. Eine Analyse aus der Perspektive Allgemeiner Fachdidaktik
22 3.2 Die Subjektseite: Emotionen und Emotionsforschung auf der Ebene fachlich Lehrender und Lernender
23 3.3 Die Objektseite: Emotionen und Emotionsforschung auf der Ebene fachlicher Gegenstände
24 3.4 Fachdidaktische Emotionsforschung. Desiderata und Herausforderungen
25 Literatur
26 II Emotionen von Lernenden im Unterricht: Pädagogisch-psychologische Perspektiven
27 4 Emotionen im Unterricht der Primarstufe
28 Katrin Lohrmann
29 4.1 Förderung der Leistungs- und der Persönlichkeitsentwicklung
30 4.2 Emotionen im Kontext der Primarstufe
31 4.3 Empirische Befunde: Freude, Langeweile und Angst
32 4.4 Erhalt und Förderung positiver Emotionen
33 Literatur
34 5 Lern- und Leistungsemotionen im Kontext schulischer Transition
35 Simon Meyer, Ramona Obermeier & Michaela Gläser-Zikuda
36 Einleitung
37 5.1 Der Übertritt von der Grund- in die weiterführende Schule
38 5.2 Faktoren, welche die Bewältigung des schulischen Übertritts beeinflussen
39 5.3 Lern- und Leistungsemotionen im Kontext des schulischen Übertritts
40 5.4 Implikationen für die Praxis
41 Literatur
42 6 Emotionen im inklusiven Unterricht
43 Carmen Zurbriggen & Philipp Schmidt
44 Einleitung
45 6.1 Forschungsstand
46 6.2 Relevanz für den inklusiven Unterricht
47 6.3 Fazit und Ausblick
48 Literatur
49 7 Emotionen und digitale Medien
50 Thomas Knaus & Nastasja Bohnet
51 Einleitung: Medien – eine emotionale Geschichte
52 7.1 Forschungsstand zu Emotionen in der Medienpädagogik
53 7.2 Medien als Lernobjekte und Lehrmedien
54 7.3 Medien als Lernwerkzeuge – Vom Objekt zum partizipativen Medium
55 7.4 Medien zur interaktionistischen Vernetzung
56 7.5 Ausblick: Bildung und Sozialisation in Zeiten des digitalen Wandels
57 Literatur
58 III Emotionen von Lernenden im Unterricht: Fachdidaktische Perspektiven
59 8 Emotionen im Biologieunterricht
60 Christoph Randler
61 8.1 Emotionen im Biologieunterricht. Forschungsstand
62 8.2 Relevanz von Emotionen für den Biologieunterricht
63 Literatur
64 9 Emotionen im Deutschunterricht
65 Christian Albrecht & Volker Frederking
66 9.1 Sprachdidaktische Zugänge und Forschungen zu Emotionen im Deutschunterricht
67 9.2 Literaturdidaktische Zugänge und Forschungen zu Emotionen im Deutschunterricht
68 9.3 Fachspezifische mediendidaktische Zugänge und Forschungen zu Emotionen im Deutschunterricht
69 9.4 Fazit
70 Literatur
71 10 Emotionen im Fremdsprachenunterricht am Beispiel unterschiedlicher Formen von Angst
72 Clarissa Blum & Thorsten Piske
73 Einleitung
74 10.1 Formen der Angst im Fremdsprachenunterricht
75 10.2 Das Sprechen in der L2 als besondere Herausforderung
76 10.3 Möglichkeiten zum Abbau von Fremdsprachenangst im Unterricht
77 10.4 Fazit
78 Literatur
79 11 Emotionen im Geographieunterricht
80 Jan Schubert & Romy Hofmann
81 11.1 Die Bedeutung von Emotionen in Geographie und Geographiedidaktik
82 11.2 State of the art. Fachbezogene Emotionsforschung in Theorie und Empirie
83 11.3 Konsequenzen für die Geographiedidaktik und den Geographieunterricht
84 Literatur
85 12 Emotionen, Geschichte und historisches Lernen
86 Juliane Brauer & Martin Lücke
87 12.1 Gefühlte Geschichte?
88 12.2 Geschichte und Emotionen. Ein Definitionsvorschlag
89 12.3 Emotionen im Geschichtsunterricht. Forschungsstand und Problemaufriss
90 12.4 Emotionen im Geschichtsunterricht: Das Bespiel der Shoah
91 12.5 Fazit
92 Literatur
93 13 Emotionen im Mathematikunterricht
94 Claudia C. Sutter & Tina Hascher
95 Einleitung
96 13.1 Forschungsstand
97 13.2 Interventionen zur Förderung positiver Emotionen für den Mathematikunterricht
98 13.3 Praxisrelevante Implikationen
99 Literatur
100 14 Emotionen im Religionsunterricht
101 Manfred L. Pirner
102 14.1 Religion und Emotion
103 14.2 Gefühle in Konzepten und Ansätzen der Religionspädagogik
104 14.3 Fazit: Empirische Forschung als Desiderat
105 Literatur
106 15 Emotionen im Sportunterricht – eine sportdidaktische Perspektive
107 Mareike Ahns & Günter Amesberger
108 15.1 Zum Verständnis von Emotionen im Kontext ›Bewegung und Sport‹
109 15.2 Forschungsstand zu Emotionen im Sportunterricht
110 15.3 Relevanz für das sportunterrichtliche Lernen und Lehren
111 15.4 Überlegungen zum Gegenstandsverständnis von Emotionen im Sportunterricht
112 15.5 Ein kompetenzorientiertes Unterrichtsbeispiel zu ›Emotionaler Intelligenz‹
113 15.6 Emotionen anlassbezogen aufgreifen und didaktisch nutzen
114 15.7 Fazit
115 Literatur
116 IV Emotionen mit Blick auf (angehende) Lehrende
117 16 Emotionen und Emotionsregulation von Lehrpersonen im Unterricht
118 Gerda Hagenauer & Tina Hascher
119 16.1 Ein appraisal-theoretisches Modell der Entstehung von Lehrer*innenemotionen und ihren Funktionen
120 16.2 Empirischer Forschungsstand
121 16.3 Pädagogische Implikationen
122 Literatur
123 17 Emotionen von Lehrkräften in unterrichtsvideobasierten Fortbildungen
124 Marc Kleinknecht
125 Einleitung
126 17.1 Allgemeines und Definitionen: Lernen mit Unterrichtsvideos
127 17.2 Forschungsstand: Emotionen beim Lernen mit Unterrichtsvideos in der Lehrkräftefortbildung
128 17.3 Relevanz von Emotionen für die Gestaltung von videobasierten Fortbildungen
129 Literatur
130 18 Lern- und Leistungsemotionen von Lehramtsstudierenden in autonomieunterstützenden Lehr-Lernumgebungen
131 Stefan Markus, Katharina Fuchs, Florian Hofmann, Barbara Jacob, Melanie Stephan & Michaela Gläser-Zikuda
132 18.1 Lern- und Leistungsemotionen
133 18.2 Autonomieunterstützung als Bedingungsfaktoren der Sozialumwelt
134 18.3 Exemplarische Studie zu den Effekten von Autonomieunterstützung auf Lern- und Leistungsemotionen von Studierenden
135 18.4 Diskussion
136 Literatur
137 19 Emotionen und Literatur. Wie Lehramtsstudierende Hör- und Printtexte emotional erleben und verstehen
138 Silvia Hasenstab
139 19.1 Der Forschungskontext
140 19.2 Effekte auditiver Wahrnehmung auf emotionale Facetten von Literatur. Ein Forschungsbericht
141 19.3 Ausgewählte Forschungsfragen und Ergebnisse
142 19.4 Diskussion der Ergebnisse
143 Literatur
144 20 Emotionale und kognitive Aktivierung durch literarische und faktuale Texte als Ansatzpunkt für demokratische Grundwertebildung im Deutschunterricht
145 Tabea Kretschmann & Dietmar Gölitz
146 20.1 Theoretische Grundlagen und Fragestellung
147 20.2 Erhebungsdesign
148 20.3 Ergebnisse
149 20.4 Ausblick
150 Literatur
151 Anhang
152 Autor*innenverzeichnis
I Emotionen und Unterricht. Gegenstand und Grundlagen
1 Emotionen in Schule und Unterricht aus pädagogischer Sicht
Michaela Gläser-Zikuda & Florian Hofmann
Kurzzusammenfassung
Während Emotionen in der empirischen Lehr-Lernforschung (einschließlich der empirisch ausgerichteten Erziehungswissenschaft) seit geraumer Zeit intensiv erforscht und diskutiert werden, stellt sich die Perspektive im Bereich der eher geisteswissenschaftlich orientierten Pädagogik nicht ganz so eindeutig dar. Der Stellenwert von Emotionen wurde und wird hier weiterhin aus pädagogischer Sicht sehr unterschiedlich bewertet und häufig anhand der Gegenpole ›Rationalität‹ und ›Gefühl‹ diskutiert. In diesem Beitrag wird daher überblicksartig auf wesentliche Diskurse und Ansätze eingegangen, die sich mit dem Stellenwert von Gefühlen bzw. Emotionen aus einer pädagogischen Perspektive beschäftigen.
Schlagwörter: Emotionen, Bildung, Erziehung, Schule, Unterricht
1.1 Emotionen bzw. Gefühl – Merkmale, Entstehung und grundlegende Funktionen
Emotionen erfüllen nicht nur im Bildungskontext, sondern in allen Bereichen des menschlichen Lebens grundlegende biologische und soziale Funktionen, wie bspw. die Antizipation zukünftiger Ereignisse, das Bereitstellen von Handlungsempfehlungen oder die Zuschreibung von Absichten und Zuständen in sozialen Interaktionen. Dabei werden Emotionen durch den biologisch gesteuerten Impuls bestimmt, Lust, Befriedigung und Wohlbefinden zu suchen sowie Schmerz, Gefahr und Ungleichgewicht zu meiden (Damasio, 2010). In interkulturellen Studien wurden schon früh mehrere Basisemotionen ermittelt: Überraschung, Ärger, Abscheu/Ekel, Furcht/Angst, Trauer und Freude/Glück (Ekman & Davidson, 1994). Auch aktuelle Emotionstheorien gehen davon aus, dass es basale, somatische Reaktionen, sogenannte core affects (Barrett, 2015) bzw. primäre Emotionen gibt. Als primäre (und damit angeborene) Emotionen wurden Furcht, Wut, Glück/Freude, Trauer, Ekel, Überraschung und Interesse identifiziert (z. T. auch Verachtung; vgl. für einen Überblick Tracy & Randles, 2011). Erziehung und Sozialisation sowie kulturelle Einflüsse (Ulich & Mayring, 1992) bedingen die Entwicklung von Emotionen und ihre individuelle Ausprägung. Diese sogenannten sozialen oder sekundären Emotionen treten allerdings erst auf, sobald systematische Verknüpfungen zwischen Kategorien von Objekten oder Situationen und den primären Emotionen gebildet wurden (Huber, 2013). Hierzu zählen bspw. Mitgefühl, Verlegenheit, Scham, Stolz, Eifersucht, Liebe, Neid, Dankbarkeit oder Bewunderung.
Eine weitere strukturelle Eigenschaft von Emotionen ist darin zu sehen, dass sie zum einen als momentane Zustände (Zustands- bzw. state-Komponente) und zum anderen als dispositionelle Reaktionstendenzen (Bereitschafts- bzw. trait-Komponente verstanden werden können (Otto, Euler & Mandl, 2000). Folglich rufen nicht die Ereignisse selbst, sondern die subjektive Interpretation von Ereignissen bei Menschen Emotionen hervor (z. B. Scherer, Schorr & Johnstone, 2001). Damit tritt die Bedeutung von Verarbeitungs- und Reflexionsprozessen ins Blickfeld. Zum Teil sind Emotionen evolutionsbiologisch überlebensnotwendig; man denke nur an die Fluchtreaktion in gefährlichen Situationen. Überwiegend reagieren Menschen aber sehr unterschiedlich in ähnlichen Situationen. Übertragen auf Lehr-Lern-Kontexte heißt das z. B., dass in einer Lerngruppe einmal Freude über den Wissenszuwachs, ein anderes Mal Langeweile oder Ärger entstehen kann. Als eine Erklärung hierfür kann der sogenannte Appraisal-Ansatz (Scherer, Schorr & Johnstone, 2001) herangezogen werden (
Kap. 1.2). Pekrun (2000) hat in der Folge den in der Bildungsforschung häufig herangezogenen ›Kontroll-Wert-Ansatz für Lern- und Leistungsemotionen‹ entwickelt. Kontrollappraisals (im Sinne einer Einschätzung, wieviel Kontrolle man darüber hat, ob Erfolg in einer Situation herbeigeführt werden kann) und Valenzappraisals (im Sinne einer Einschätzung der positiven bzw. negativen Bedeutsamkeit oder des Werts von Erfolg bzw. Misserfolg in der jeweiligen Situation) sind für die Entstehung von Leistungsemotionen relevant. Sowohl Kontroll- als auch Valenzappraisals bestimmen die Qualität und Intensität der erlebten Emotionen (Frenzel, Götz & Pekrun, 2009;
Kap. 3.3).
Besonders Emotionen in der Schüler-Lehrer-Interaktion bzw. mit Blick auf die soziale Beziehung werden systematisch untersucht (z. B. Wild, Hofer & Pekrun, 2006). Vermehrt werden auch Emotionen von Lehrkräften fokussiert (Becker, Götz, Morger & Ranellucci, 2014). So kann sich eine Lehrkraft bspw. über störende Verhaltensweisen von Schüler*innen im Unterricht ärgern. Auch auf Seiten der Lehrkräfte spielen Kontroll- und Valenzappraisals eine Rolle (Frenzel, Götz & Pekrun, 2008). Darüber hinaus kommt der Emotionsregulierung von Lehrkräften eine wesentliche Bedeutung zu (Krause, Philipp, Bader & Schüpbach, 2008). Neben der Beeinflussung der Emotionen einer Gesprächspartnerin bzw. eines Gesprächspartners (in der überwiegender Zahl der Fälle einer Schülerin bzw. eines Schülers) durch das eigene Verhalten und gezeigte Emotionen zählen auch die Kontrolle und der Umgang mit den eigenen Gefühlen zum professionellen Handeln einer Lehrkraft (Krause et al., 2008;
Kap. 3.1).