Czytaj książkę: «Fear Street 55 - Der Sturm»

Inhalt
Kapitel 1 – „Das wird irre …
Kapitel 2 – „Na los, bewegt …
Kapitel 3 – „Neiiiiin!“, heulte Donna …
Kapitel 4 – „Mach schon!“, drängte …
Kapitel 5 – „Kommt schon, Leute …
Kapitel 6 – Donna rang keuchend …
Kapitel 7 – „Und jetzt gibt’s …
Kapitel 8 – „Hey, Leute, habt …
Kapitel 9 – „Bäh!“ Cindy schnitt …
Kapitel 10 – Als der Song …
Kapitel 11 – War das wirklich …
Kapitel 12 – Donna öffnete den …
Kapitel 13 – Mit einem lauten …
Kapitel 14 – Donna stolperte rückwärts …
Kapitel 15 – Donna hatte das …
Kapitel 16 – Patrick zog Donna …
Kapitel 17 – „Es könnte doch …
Kapitel 18 – Mit ein paar …
Kapitel 19 – „Jackson!“, schrie Hannah …
Kapitel 20 – Hannah, die neben …
Kapitel 21 – Es war niemand …
Kapitel 22 – Patrick blickte sich …
Kapitel 23 – „Weil das Brotmesser …
Kapitel 24 – Ja. Auf dem …
Kapitel 25 – Donna hielt den …
Kapitel 26 – „Das Messer, mit …
Kapitel 27 – „Das ist eine …
Kapitel 28 – Sie schaute ihre …
Kapitel 29 – „Wir müssen sie …
Kapitel 30 – Donna zitterte am …
Kapitel 31 – Donna schloss die …
Kapitel 32 – Donna erstarrte. Der …
Kapitel 33 – „Ich habe mindestens …
Kapitel 34 – „Donna?“ Jacksons Stimme …
Kapitel 35 – Hannah schrie auf …
Kapitel 36 – Donna wartete auf …
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Impressum
1
„Das wird irre heute Abend!“, rief Hannah Waters aufgeregt. „Unser Plan ist perfekt.“
Donna Davies hielt mit ihrem blauen Minivan vor einer roten Ampel und sah ihre beste Freundin an. „Meinst du, Cindy wird überrascht sein?“, fragte sie.
Hannah nickte, und ihre grünen Augen funkelten vor Begeisterung. „Ich bin sicher, sie hat keinen Verdacht geschöpft. Sie denkt, dass wir ihren Geburtstag total vergessen haben. Als wir alle irgendwelche Ausreden hatten, warum wir heute Abend keine Zeit haben, klang sie völlig fertig. Besonders, weil ihre Eltern diese Woche auch noch auf Geschäftsreise sind.“
„Wahrscheinlich sitzt sie vor der Glotze, stopft sich mit Chips voll und versinkt in Selbstmitleid“, sagte Hannahs Freund, Gil Shepherd, mit einem kurzen Lachen.
„Wenn die wüsste, dass sie nachher gekidnappt wird“, meldete sich Jackson Kane vom Rücksitz zu Wort.
„Und zu der ultimativen Party nach Fear-Island verschleppt wird“, fügte Gil hinzu.
„Es ist echt nett von deinem Großvater, dass er uns erlaubt hat, seine Hütte zu benutzen“, sagte Donna und warf Gil über die Schulter einen Blick zu. Er saß auf dem Rücksitz, zwischen Jackson und ihren anderen Freund, Patrick Munson, gequetscht.
„Eine Überraschungsparty ist sowieso schon super.
Aber eine Party in unserer eigenen Hütte, wo wir die ganze Nacht durchmachen können, ist voll cool“, sagte Patrick.
„Stimmt“, meinte Jackson.
Donna nickte glücklich. Es war ein tolles Gefühl, zur „Kidnapper“-Bande zu gehören. Besonders, weil sie Cindy noch gar nicht so lange kannte wie die anderen.
Sie war erst vor sechs Monaten nach Shadyside gezogen, weil ihr Vater hier eine neue Stelle angenommen hatte.
Eigentlich hatte sie erwartet, dass es ziemlich anstrengend wäre, wenn man ausgerechnet im Abschlussjahr die Schule wechselt, aber Hannah hatte ihr geholfen, sich schnell einzuleben. Sie hatte Donna all ihren Freunden vorgestellt und sie überall mit hingeschleppt.
„So was wie heute Abend hab ich noch nie gemacht“, gestand Donna den anderen.
Hannah kicherte. „Wir auch nicht. Aber es ist genau das, was Cindy verdient.“
„Hey, grüner wird’s nicht“, meckerte Jackson von hinten.
Donna richtete den Blick wieder nach vorne. Sechs Blocks weiter bog sie in die Straße ein, wo Cindy wohnte. Sie parkte ihren Minivan ein paar Häuser entfernt am Straßenrand und machte den Motor aus.
„Weiß jeder, was er zu tun hat?“, fragte Patrick.
„Logo. Ich bin bereit“, antwortete Jackson. „Was ist mit dir, Donna?“
Als Donna in den Rückspiegel schaute und seinem Blick begegnete, lief ihr ein eisiger Schauer über den Rücken. Hastig blickte sie weg.
Seit sie in Shadyside wohnte, war sie ständig mit Jackson und den anderen zusammen, aber sie kannte ihn trotzdem nicht besonders gut. Der Typ war ihr irgendwie unheimlich, obwohl sie nicht sagen konnte, warum. Es war nur so ein Gefühl.
Zu Anfang fand sie Jackson noch ganz süß, aber dann merkte sie schnell, dass er ziemlich verschlossen war. Er wirkte immer sehr ernst und sagte nicht viel.
Donna fiel plötzlich auf, dass sie ihn noch nie hatte lächeln sehen. Meistens stand er ein Stück von der Gruppe entfernt und schien alle zu beobachten.
Er war ein ziemlich seltsamer Junge.
Aber das musste ja noch lange nicht heißen, dass er es war, der die blöden Telefonstreiche machte, sagte sie sich.
Sie bekam jetzt nämlich schon seit zwei Wochen diese nervigen Anrufe, bei denen gleich wieder aufgelegt wurde. Es klingelte immer spät in der Nacht und nur auf dem Nebenanschluss in ihrem Zimmer. Wenn sie den Hörer abnahm, hörte sie jemanden atmen. Dann wurde die Verbindung unterbrochen.
Da nur ihre Freunde die Nummer dieses Telefonapparats hatten, musste es jemand sein, den sie kannte. Aber wer?
Jedes Mal, wenn Donna Jackson dabei ertappte, wie er sie beobachtete, überkam sie das unheimliche Gefühl, dass er der mysteriöse Anrufer war.
Eins war jedenfalls sicher: Er starrte sie pausenlos an.
Auch jetzt schon wieder. Sie spürte den Blick seiner dunkelbraunen Augen im Nacken.
Donna fuhr herum und sah ihn an.
Ihre schnelle Reaktion überrumpelte Jackson. Mit schuldbewusster Miene wandte er den Blick ab.
„Okay“, sagte Donna zu Patrick. „Dann mal los. Lasst uns Cindy entführen!“
Sie schaute zum Haus hinauf, das ein Stück von der Straße zurückgesetzt auf einer leichten Anhöhe lag. Eigentlich war es eher eine Villa.
„Cindy wird total überrascht sein“, dachte sie.
Dann fiel ihr Blick wieder auf Jackson, und sie fröstelte unwillkürlich.
„Das wird eine Superparty“, versuchte sie, sich selbst zu überzeugen. „Heute Nacht werden wir jede Menge Spaß haben.“
Aber warum hatte sie dann so ein ungutes Gefühl im Magen?
2
„Na los, bewegt euch!“, drängelte Hannah und stieg aus dem Wagen.
Donna schloss die Fahrertür ab, während ihre Freunde eilig aus dem Minivan kletterten.
Patrick ging ein Stück voraus. Donna hielt sich dicht neben Hannah, als sie die lange Auffahrt zum Haus hinaufschlichen.
Plötzlich beschlich Donna ein seltsames Gefühl. Nervös blickte sie sich um.
Die Straße lag dunkel und verlassen da. In keinem der Häuser in der Nachbarschaft brannte Licht. Das war sehr ungewöhnlich.
Eine heftige Windbö wehte ihr ein paar Strähnen ihrer dunkelbraunen Haare ins Gesicht. Die kühle, mondlose Nacht und der wolkenverhangene Himmel schienen ein nahendes Unwetter anzukündigen.
„Ziemlich tote Hose hier. Wir können uns problemlos reinschleichen und wieder verschwinden“, sagte Patrick mit einem zufriedenen Grinsen. „Wir schnappen uns Cindy und hauen wieder ab. Niemand wird mitkriegen, dass wir hier waren.“
Sie standen jetzt vor dem großen Haus. Patrick machte den anderen Zeichen, ihm nach hinten in den Garten zu folgen.
Eine Lampe über der Hintertür warf lange Schatten aufs Gras. Donna konnte nur ein einziges Licht im Haus entdecken. Im ersten Stock. Das musste Cindys Zimmer sein.
Hannah ging neben der Hintertür in die Hocke und hob einen Blumentopf an, der auf dem Treppenabsatz stand.
„Hab ihn!“, flüsterte sie triumphierend und hielt einen Schlüssel in die Höhe.
Wieder fegte eine kalte Windbö durch den Garten.
Donna schlang fröstelnd die Arme um den Oberkörper und kuschelte sich in ihre Jeansjacke. Hätte sie bloß etwas Dickeres zum Anziehen mitgenommen.
Sie vergrub die Hände in den Taschen und sah zu, wie Hannah die Hintertür aufschloss. Plötzlich merkte sie, dass Jackson sie schon wieder anstarrte.
„Was ist bloß mit ihm los?“, fragte sie sich.
Sie lächelte ihn an und erwartete, dass er zurücklächeln würde. Aber das tat er nicht.
Er sah zu Boden, die Lippen fest zusammengepresst und mit einem verkniffenen Zug um den Mund. Dann drehte er ihr den Rücken zu.
„Ich versteh das nicht“, dachte Donna. „Ich hab doch nur versucht, freundlich zu sein. Aber er starrt mich nur an. Und wenn ich ihn dabei ertappe, tut er so, als wäre nichts gewesen.“
Sie schüttelte kaum merklich den Kopf. „Okay, Jackson. Mach doch, was du willst“, sagte sie sich im Stillen. „Aber ich geb’s jetzt endgültig auf, nett zu dir zu sein. Du bist echt ein komischer Kerl.“
Hannah fummelte immer noch mit dem Schlüssel herum. Es dauerte eine Ewigkeit, bis sie es endlich schaffte, die Hintertür aufzuschließen.
Alle schlichen auf Zehenspitzen in die stockdunkle Küche. Ein paar Sekunden blieben sie dicht zusammengedrängt stehen, bis ihre Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten, und lauschten auf jedes noch so leise Geräusch.
Aber bis auf das Ticken einer Uhr im Esszimmer und das geräuschvolle Atmen der anderen war es absolut still im Haus.
„Die Luft ist rein“, flüsterte Gil.
„Alle Mann nach oben“, kommandierte Patrick. „Cindy ist wahrscheinlich in ihrem Zimmer.“
Sie schlichen aus der Küche, durch den Flur und dann die Treppe hinauf.
Oben angekommen sah Donna einen schmalen Streifen Licht unter der Tür von Cindys Zimmer.
Sie war zu Hause.
Allein.
Und sie hatte keine Ahnung, was gleich geschehen würde.
Als sich alle vor Cindys Zimmertür versammelt hatten, legte Patrick einen Finger an die Lippen. Dann begann er wie besprochen stumm an den Fingern abzuzählen. Fünf … vier … drei … zwei … Bei eins stürmten sie in Cindys Zimmer.
Die Tür knallte mit voller Wucht gegen die Wand. Donna kam es so laut vor wie ein Donnerschlag.
Ihr Blick fiel auf Cindy, die auf dem Bett gelegen und in einer Zeitschrift geblättert hatte.
Jetzt sprang sie wie von der Tarantel gestochen auf und starrte sie geschockt an.
„Was soll denn das?“, rief sie mit überschnappender Stimme. „Wie seid ihr überhaupt hier reingekommen? Was …“
Doch weiter kam sie nicht. Gil und Jackson stürzten sich auf sie und packten sie an den Armen.
„Hey!“, protestierte Cindy. „Lasst mich los! Was macht ihr denn da?“
Sie zappelte wie verrückt und versuchte, sich zu befreien, aber Gil und Jackson waren zu stark für sie. Die beiden hielten sie fest, während Donna und Hannah ihr die Augen verbanden.
„Ich finde das überhaupt nicht witzig, Leute!“, rief Cindy. „Was soll der Quatsch? Was zum Teufel habt ihr mit mir vor?“
„Schön stillhalten, damit ich dir nicht aus Versehen wehtue“, sagte Donna und verknotete das schwarze Tuch an Cindys Hinterkopf. „Wir erklären dir später alles.“
Dann trat sie einen Schritt zurück und stieß einen erleichterten Seufzer aus. Geschafft! So weit, so gut. Bis jetzt lief alles nach Plan.
„Okay, Patrick, sie kann jetzt nichts mehr sehen …“, setzte Donna an und wandte sich zu ihm um.
Vor Schreck blieb ihr der Rest des Satzes im Halse stecken.
Sie schnappte entsetzt nach Luft. Was ging hier vor? Das gehörte doch nicht zu ihrem Plan!
Warum hatte Patrick eine Pistole in der Hand? Die war doch nicht etwa echt?
„Hey!“, stieß sie mit erstickter Stimme hervor. Der silberne Lauf glitzerte, als Patrick die Waffe auf Cindy richtete.
„Schön stillhalten, damit ich dir nicht aus Versehen wehtue“, machte er Donnas Stimme nach. Dann presste er der verängstigten Cindy mit einem fiesen Grinsen die Pistole in die Seite.
Ihr schriller Schrei hallte durch das stille Haus.
3
„Neiiiiin!“, heulte Donna auf. „Patrick, nimm die Waffe weg!“
Hatte er den Verstand verloren?
Hannah stürzte sich mit einem Hechtsprung auf Patrick und packte seinen Arm. „Spinnst du? Leg die sofort weg!“, schrie sie ihn an.
Patrick lachte. „Mach dich locker!“
Er steckte die Pistole in die Innentasche seiner schwarzen Lederjacke. „Siehst du? Schon verschwunden.“
„Du hast nichts davon gesagt, dass du eine Waffe mitbringen würdest!“, rief Donna mit zitternder Stimme.
„Was ist denn schon dabei? Ich dachte, das würde unsere Entführung noch ein bisschen realistischer machen“, verteidigte sich Patrick. „Du kannst gern nachschauen. Sie ist natürlich nicht geladen.“
„Was läuft hier eigentlich?“, wollte Cindy wütend wissen und versuchte, das Tuch von ihren Augen zu lösen. Doch Gil und Jackson packten sie schnell wieder an den Armen. „Woher hast du eine Waffe?“, fragte sie in Patricks Richtung. „Und was macht ihr alle hier bei uns im Haus?“
„Wir kidnappen dich“, erklärte Donna.
„Ihr kidnappt mich? Warum?“
„Weil wir dich zu der heißesten Geburtstagsfete des Jahres verschleppen wollen. Party bis morgen Früh!“
„Echt? Das ist ja super!“, quietschte Cindy aufgeregt. „Wo denn?“
„Lass dich überraschen. Das wirst du schon noch früh genug sehen“, sagte Donna, nahm, einer plötzlichen Eingebung folgend, noch Cindys Umhängetasche mit, die neben ihrem Schreibtisch stand, und folgte Gil und Jackson, die mit Cindy bereits das Zimmer verlassen hatten. Sie führten Cindy vorsichtig die Treppe hinunter. „Deswegen haben wir dir schließlich die Augen verbunden“, meinte Hannah mit einem Kichern. „Damit du nicht weißt, wohin wir dich bringen.“
„Ihr habt mich echt zu Tode erschreckt“, sagte Cindy und schüttelte den Kopf. „Im Ernst.“
„Das hatten wir auch vor!“ Donna lachte.
„Kann ich die Augenbinde jetzt nicht abmachen?“, fragte Cindy, als sich alle in den Minivan gequetscht hatten. Sie streckte die Hand aus, um sie sich vom Kopf zu ziehen.
„Kommt nicht infrage“, winkte Donna ab. „Die bleibt, wo sie ist, bis wir sie dir abnehmen.“
„Aber ich kann überhaupt nichts sehen!“, protestierte Cindy kläglich.
„Das ist der Sinn der Sache“, sagte Gil lachend.
„Cindy zieht mal wieder ihre Ich-bin-so-schwach-und-hilflos-Nummer ab“, knurrte Hannah leise, während sie sich auf den Beifahrersitz fallen ließ.
„Dazu hat sie heute ja auch ausgiebig Gelegenheit“, witzelte Donna.
Hannah seufzte genervt. „Ich mein’s ernst.“
Donna lächelte unbehaglich und ließ den Motor an.
Obwohl sie Hannah und Cindy jetzt schon ein halbes Jahr kannte, wurde sie aus der Freundschaft der beiden nicht schlau. Sie kamen ihr eher vor wie Rivalinnen und nicht wie Freundinnen. Ständig wetteiferten sie um irgendetwas. Noten. Aufmerksamkeit. Jungen.
Was die Jungen anging, hatte Cindy ganz klar die Nase vorn. Praktisch jedes männliche Wesen an der Highschool von Shadyside war unsterblich in sie verliebt.
Mit ihrer zierlichen Figur, den großen blauen Augen und den weißblonden Haaren war sie genau der Typ Mädchen, auf den die Jungen flogen. Und wie! Alle waren ganz verrückt danach, sich als Cindys Beschützer aufzuspielen. Gil war da keine Ausnahme. Er und Cindy waren bis Ende letzten Sommers zusammen gewesen. Doch nun ging er mit Hannah.
Donna sah kurz zu Hannah hinüber, die gerade ihren Sicherheitsgurt anlegte. Sie war groß und schlank und machte mit den Sommersprossen und den wilden roten Locken nicht im Geringsten den Eindruck, als würde sie einen Beschützer brauchen.
„Warum stellst du nicht das Radio an?“, schlug Patrick vor, der auf dem Rücksitz saß. „Wenn das hier ’ne Party sein soll, wär ein bisschen Musik nicht schlecht, oder?“
„Kein Problem. Aber nur, wenn du mir eine Frage beantwortest“, erwiderte Donna und fuhr an.
„Schieß los“, sagte Patrick. Dann stöhnte er auf. „Ooops, das hätte ich wohl besser nicht sagen sollen, was? Schlechte Wortwahl. Sorry.“
„Ich kann einfach nicht glauben, dass du eine Waffe angeschleppt hast“, sagte Donna, ohne auf seine Bemerkung einzugehen. „Wo hast du die her? Und warum hast du das gemacht?“
Patrick schwieg.
Donna hatte das Gefühl, dass er offenbar etwas loswerden wollte, aber noch zögerte, damit herauszurücken. „Also, was ist, Patrick? Spuck’s aus!“, drängte sie.
„Eigentlich dürfte ich euch nichts verraten“, sagte er schließlich. „Die Polizei hält die Information nämlich noch unter Verschluss.“
„Welche Information?“, fragte Hannah.
„Ach, komm!“, meinte Jackson. „Uns kannst du es doch sagen. Wir können ein Geheimnis für uns behalten.“
Patrick starrte aus dem Wagenfenster. „Nein. Ich erzähl’s euch lieber nicht“, sagte er leise. „Das würde euch die ganze Party verderben.“
4
„Mach schon!“, drängte Donna wieder. „Spann uns doch nicht so auf die Folter!“
Patrick seufzte. „Mein Vater hat uns heute besucht“, begann er. „Ihr wisst ja, dass er in Waynesbridge bei der Polizei arbeitet.“
Donna nickte. Nachdem seine Eltern sich vor einem Jahr hatten scheiden lassen, waren Patrick und seine Mutter von Waynesbridge nach Shadyside gezogen.
„Was hat dein Vater dir denn nun erzählt?“, hakte Donna noch einmal nach.
„Dass ein Häftling ausgebrochen ist“, rückte Patrick mit der Sprache heraus. „Aus einem Gefängnis weiter oben im Norden. Er ist im Fear-Street-Wald gesehen worden.“
„Im Fear-Street-Wald?“ Hannah schnappte erschrocken nach Luft.
Patrick nickte. „Ich hab die Pistole nicht wegen unserer Kidnapping-Nummer mitgebracht. Mein Vater hat sie mir gegeben. Nur für den Fall, dass wir dem entflohenen Häftling auf Fear-Island über den Weg laufen.“
„Patrick!“, stöhnte Hannah vorwurfsvoll. „Du und deine große Klappe! Jetzt hast du Cindy verraten, wo wir sie hinbringen. Du hast die ganze Überraschung verdorben.“
„Oh, Mist. Das tut mir echt Leid“, sagte Patrick schuldbewusst.
„Halb so wild“, meinte Cindy und zog sich das Tuch von den Augen. „Erzähl uns mehr über den entflohenen Gefangenen.“
„Was hat er verbrochen?“, wollte Donna wissen.
Patrick gab keine Antwort.
Donna wiederholte ihre Frage. „Patrick, was hat er verbrochen?“
Er schüttelte den Kopf. „Das willst du gar nicht wissen. Glaub mir.“
„Will ich wohl. Na los, sag schon!“ So leicht ließ Donna sich nicht abwimmeln.
„Er hat drei junge Mädchen ermordet“, murmelte Patrick so leise, dass er kaum zu verstehen war.
Einen Moment lang war es sehr still im Wagen, und man hörte nur das Geräusch des Motors.
„Und wie hat er sie umgebracht?“, fragte Donna schließlich, während sie in den Kiesweg einbog, der durch den Wald zum Fear-Street-See führte.
„Bitte! Das reicht jetzt“, protestierte Hannah lautstark und hielt sich die Ohren zu. „Ich muss nicht auch noch die schrecklichen Einzelheiten hören.“
„Ich weiß nicht, wie er sie getötet hat“, musste Patrick zugeben. „Das hat mein Vater mir nicht gesagt. Er meinte nur, wir sollten sehr, sehr vorsichtig sein.“
„Warum hast du uns das nicht vorher erzählt?“, wollte Donna wissen. Sie parkte den Minivan dicht am Ufer des Sees. Von hier aus konnte man im Mondlicht den Anleger der großen Insel im See schon erahnen. „Dann hätten wir uns für heute Abend etwas anderes überlegen können.“
„Ich hab meinem Vater versprochen, kein Sterbenswörtchen zu verraten“, erklärte Patrick. Er seufzte wieder. „Hätte ich doch bloß nicht die blöde Knarre rausgeholt, als wir Cindy gekidnappt haben! Dann hättet ihr nie was von der Sache erfahren. Wir hätten uns einfach eine nette Zeit auf der Insel gemacht …“
„Vielleicht sollten wir lieber woanders feiern“, schlug Hannah vor. Ihre Stimme klang gepresst und angespannt. „Nur um auf Nummer sicher zu gehen.“
„Ich finde, Hannah hat Recht“, pflichtete Patrick ihr überraschend bei.
Gil schüttelte den Kopf. „Kommt überhaupt nicht infrage. Ich hab keine Angst.“
„Ich auch nicht“, meldete sich jetzt Jackson zu Wort. „Außerdem haben wir verdammt hart gearbeitet, um die Hütte auf Vordermann zu bringen. Und unsere ganzen Sachen sind schon dort. Wir müssten so oder so hinüberrudern, um sie zu holen.“
„Außerdem: Warum sollte sich ein entflohener Häftling ausgerechnet auf Fear-Island verstecken?“, fragte Cindy. „Eigentlich müsste er doch eher scharf darauf sein, so weit wie möglich zu fliehen. Wetten, er ist inzwischen längst in einem anderen Bundesstaat?“
„Hört, hört! Unser Geburtstagskind hat gesprochen“, sagte Gil grinsend. „Na ja, Cindys Wunsch muss uns heute ja Befehl sein …“
Donna hörte, wie die Seitentür des Vans aufgeschoben wurde, und sah, wie Gil als Erster hinaussprang. Dann kam Patrick, der Cindy beim Aussteigen half. Auch Hannah öffnete zögernd die Beifahrertür.
Auf einmal fand sich Donna allein mit Jackson im Wagen wieder.
„Und was ist mit dir?“, fragte er sie. „Hast du Angst?“
Donna drehte sich zu ihm um. Sie zwang sich, Jackson direkt in die dunklen Augen zu blicken.
Seine Worte hatten herausfordernd geklungen. Fast, als würde er hoffen, dass sie Angst hätte. Als hätte er vor, sie zu verunsichern.
„Nein, hab ich nicht“, antwortete sie kurz angebunden.
„Das nehm ich dir nicht ab“, erwiderte Jackson ruhig. „Mir wäre an deiner Stelle jedenfalls ziemlich unwohl bei dem Gedanken, dass hier vielleicht ein Mörder herumläuft, der sich auf junge Frauen spezialisiert hat …“
Donna spürte, wie sie feuchte Hände bekam. „Du bist ein Idiot!“, fauchte sie ihn an. „Der Mörder ist nicht hier draußen. Cindy hat Recht: Warum sollte er sich ausgerechnet auf Fear-Island verstecken? Das macht doch keinen Sinn.“
Ein seltsames kleines Lächeln spielte um Jacksons Lippen. „Du kannst jedenfalls nicht behaupten, ich hätte dich nicht gewarnt.“
Sein Lächeln jagte Donna einen kalten Schauer über den Rücken. Sie fröstelte plötzlich.
„Soll das eine Drohung sein?“, fragte sie sich.
Wie durchgedreht war der Kerl eigentlich?
Darmowy fragment się skończył.