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Olrik
Das Spiel mit Mr. X: Erika Lust-Erotik
Lust
Das Spiel mit Mr. X: Erika Lust-Erotik Übersetzt von Rebecca Jakobi Originaltitel I Fucked My Boss Copyright © 2018, 2019 Olrik und LUST All rights reserved ISBN: 9788726130416
1. Ebook-Auflage, 2019
Format: EPUB 2.0
Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von LUST gestattet.
Das Spiel mit Mr. X
Ich bekam die erste SMS auf dem Weg zum Mitarbeiterentwicklungsgespräch meines neuen Jobs. An diesem Tag trug ich mein neues Spencerkleid und Schuhe mit leichtem Absatz, in der Hoffnung, ich würde der seriösen und ambitionierten neuen Mitarbeiterin ähneln, der man nach einjähriger „Probezeit“ mit einer Gehaltserhöhung für ihren Einsatz danken sollte.
Ich hatte zu Hause vor dem Spiegel geübt, wie ich nüchtern und professionell die erreichten Ziele vortrug und einbrachte, inwieweit mein Einsatz die Erwartungen an mich übertreffen dürfte.
Dann blinkte eine SMS auf meinem Handy auf. Ich hätte gar nicht erst darauf schauen sollen und hielt das Handy hauptsächlich in der Hand, um es auf lautlos zu stellen, damit es im Gespräch nicht störte. Aber natürlich konnte ich es nicht lassen, die SMS zu lesen:
„Keine andere Frau kann so feucht und gleichzeitig so straff sein. Mein Körper vermisst deinen so sehr, dass es wehtut. P.“
Es war lächerlich, aber ich wurde auf einen Schlag albern, fröhlich und ein wenig beschämt zugleich. Und selbstverständlich vollkommen von dem bevorstehenden Gespräch abgelenkt.
Jetzt saß ich mit einem Kitzeln im Unterleib und dem Grinsen eines dummen Schulmädchens im Gesicht da und das Gespräch ähnelte mehr einer Art Notenvergabe bei der Lehrerin als einem professionellen Dialog zweier Erwachsener, so wie ich es mir vorgestellt hatte.
Dumm gelaufen. Heute keine Gehaltserhöhung und dafür eine Geschichte, die ich nicht mal meinem Freund Michael erzählen konnte.
Denn die SMS kam nicht von ihm.
Sie kam von meinem alten Chef Patrick, mit dem ich während der drei Jahre gemeinsamer Arbeit im Scandia, einem der größten Hotels der Stadt, eine Art on-off-Sache am Laufen gehabt hatte.
Es hatte ganz klassisch auf der Weihnachtsfeier angefangen. Aber auch wenn wir beide unglaublich betrunken gewesen waren, war es doch der beste Sex seit jeher gewesen. Also waren wir im Nachhinein ein paar Mal im Jahr ein bisschen übereinander hergefallen… oder vielleicht auch zehn Mal, obwohl Patrick ein verheirateter Familienvater war und ich andere „richtige“ Beziehungen geführt hatte. Das zwischen Patrick und mir war nämlich nur Sex. Keine Gefühle. Und unser Verhältnis, falls man es überhaupt so nennen kann, hörte ganz natürlich auf, als ich meine jetzige Stelle antrat.
Kurz darauf traf ich die Liebe meines Lebens, Michael, mit dem ich jetzt zusammenwohne.
Tatsächlich habe ich letztes Jahr keinen Gedanken an Patrick verschwendet. Mein Leben war hektisch und spannend gewesen. Mit einem neuen Job und dem schönen, schönen Michael.
Mein Körper hatte Patrick jedoch nicht vergessen. Absolut nicht. Er erinnerte sich in einem Sekundenbruchteil an alle wilden Praktiken und Orgasmen, die er mich hatte erleben lassen.
Zum Glück dachten meine Kollegen, meine Kurzatmigkeit sei dem schlechten Gespräch mit meinem Chef geschuldet. Was ja auch stimmte.
Ich schrieb Patrick eine etwas wütende SMS. Oder… vielleicht war es eher ironisch wütend, falls man das so sagen kann: „Böser Patrick. Jetzt hast du mir die Gehaltserhöhung gekostet!“
Er antwortete prompt mit einem weinenden Emoji und schrieb: „Muss ich bestraft werden?“
Ich weiß nicht, warum ich das gemacht habe. Vielleicht aus alter Gewohnheit, da wir uns immer freche Nachrichten geschickt haben. Vielleicht auch nur, weil der Tag sowieso schon nicht mehr unter dem Vorzeichen „seriöses Gespräch“ stand. Woran auch immer es lag, ich ging jedenfalls auf die Toilette und machte ein Foto von meinem Arsch und einer erhobenen Hand, als wollte ich mir einen Schlag verpassen.
Dieses Foto schickte ich ihm und schrieb: „Prügel sollst du bekommen, du böser Junge.“
Zu meiner großen Zufriedenheit explodierte mein Handy danach nahezu durch SMS. Ich ließ es jedoch auf lautlos, damit meine Kollegen sich nicht wunderten, warum mein Handy plötzlich in einer Tour piepte. Ich beantwortete sie auch nicht.
Aber es freute mich ungewöhnlich. Zwar war es nicht diese glückselige Freude, wie wenn Michael mir schrieb, dass er mich liebte oder so, sondern eher so wie in alten Tagen. Ein kleines, pikantes Vorspiel, das mit wildem Sex im Lagerraum enden würde. Oder in seinem Büro. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, ihm später am Tag zu schreiben, dass ich ihm nicht länger auf diese Weise zur Verfügung stand. Ich war eine „fast“ verheiratete Frau. In jedem Fall mit einem Mann zusammen, den ich voraussichtlich einmal heiraten würde.
Darmowy fragment się skończył.