Czytaj książkę: «Im geilen Gruselhaus: Erotische Novelle»

Czcionka:

Marie Metso

Im geilen Gruselhaus: Erotische Novelle

LUST

Im geilen Gruselhaus

Original:

När du ställde dig bakom mig i kön till skräckhuset

Übersetzer: Mareike Zoege Copyright © 2019, 2019 Marie Metso und LUST All rights reserved ISBN: 9788726305142

1. E-book Auflage, 2019

Format: EPUB 2.0

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Im geilen Gruselhaus: Erotische Novelle

Ich entdecke dich, als ich ganz hinten in der Schlange stehe und zittere. Das Mädchen neben dir ahmt die herumschlurfenden Zombies nach, die sich im Nebel vor dem Bauzaun bewegen, die die Kirmes aufgestellt hat. Du gehst ein paar Schritte hinter ihr, mit einem schwarzen Regenschirm, lachst über etwas, was sie sagt.

Ihr kommt direkt auf mich zu, am Ende der Schlange zum Gruselhaus. Das Gruselhaus liegt in der Mitte des Jahrmarkts, einem Labyrinth voller Spinnweben und Kürbissen, die über das ganze Gelände verteilt sind.

Ich schlucke. Da ist irgendwas in der Art, mit der du dich bewegst. Als ob du genau weißt, wo du hinwillst, aber dann auch wieder nicht. Als ob du aus Zufall hier bist.

Nein. Als ob das hier von Anfang an dein Ziel war.

Ich zupfe den zerrissenen Rock zurecht, der am Schmutz und Blut an meinen Beinen klebt, alles Fake. Frage mich, warum ich so dämlich war, mich als eine tote Cheerleaderin zu verkleiden.

Idiotin.

Die Pompons hängen von meinen Armen wie Spinnen, die des Lebens überdrüssig sind. Das feuchte, kalte und dunkle Oktoberwetter wird mir plötzlich schmerzlich bewusst. Es schleicht sich an, obwohl ich umgeben von anderen Jahrmarktbesuchern in einer Reihe stehe, die sich zum Gruselhaus schlängelt – eine Fright Zone, wo Schauspieler eine Zombieapokalypse simulieren. In einer schwedischen Bürolandschaft.

Da stehe ich also zwischen tropfenden Bauzäunen, nur halb geschützt vom Regen. Die Kleider fühlen sich immer noch nass an, von meiner hastigen Abschiedsumarmung mit Vanja, bevor sie zur Straßenbahn gesprintet ist. Ich merke, dass ich mich einsam fühle. Stehe ohne Begleitung da. Keine Vanja an meiner Seite, mit der ich über die Kälte lachen kann, über eiskalte Hände und klappernde Zähne.

Ich stehe als letzte in der Reihe und ich bin allein. Ausgeschlossen von den ausgelassenen Gesprächen der anderen in der Schlange, ausgeschlossen von der aufgeregten Stimmung einiger der Besucher, die sowohl erwartungsfroh als auch ängstlich beobachten, wie sich die Schlange langsam, aber unvermeidlich näher an die Absperrung bewegt, die uns von Wärme und Blut trennt. Eine Mischung aus Schrecken und Vorfreude brodelt hier zwischen den Metallzäunen und Eisenstangen. Eine Vorfreude, die mich nicht mitreißt.

Bis ich dich hinter mir höre. Dein Lachen ist jetzt viel näher als vorher. Ich traue mich nicht, mich umzudrehen, traue mich nicht, nachzusehen, ob du wirklich hinter mir stehst. Wage kaum, daran zu denken. Es kommt mir vor, als ob du es hören könntest.

Du, die sich nicht als tote Cheerleaderin verkleidet hat, die nicht versucht hat, ein unerreichbares Ideal zu verkörpern – eine schöne, untote Frau. Du, die stattdessen ein schickes Hemd und eine Weste trägt, deren langes Haar sich im Regen lockt, wo es sich unter dem Zylinder hervorringelt. Du, die lässig einen Schlips um den Hals geknotet hat und jetzt hinter mir steht mit deinen offenen Stiefeln und deinem weinroten Lippenstift.

Es kommt mir vor, als hättest du dich verkleidet, aber nicht als jemand anders. Sondern nur noch mehr als du selbst.

Obwohl ich das weiß – so sicher wie, dass ich selbst hier stehe – habe ich dich noch nie zuvor getroffen. Nicht einmal mit dir geredet oder dich auch nur ein Wort sagen hören.

Die Sekunden ticken weiter. Weder du noch deine Begleitung sagen etwas. Ist sie eine Freundin – oder deine Freundin? Die Worte hageln in meinem Gehirn im Takt mit meinem Herzschlag. Es kommt mir vor, als müsstest du sie hören. Als ob du alles erahnst, was ich denke. Oder bin nur ich es, die so hyperaufmerksam ist?

Die Stille lässt mich zweifeln. Seid ihr gegangen? Warst du überhaupt hier?

Habe ich mir alles eingebildet?

Ich kann es nicht bleiben lassen, ich drehe mich um. Bleibe so stehen. Meinen Blick fest auf deinen gerichtet. Etwas Helles in deinen dunkelblauen Augen. Sie sehen aus wie Sternenhimmel. Rund um schwarze Löcher, deine Pupillen, die in der Mitte ruhen. Mir läuft ein Schauer über den Rücken und ich kapiere, dass du Kontaktlinsen trägst. Bestimmt bei Buttericks gekauft. Mit einem Produktnamen wie Starry Night oder so ähnlich.

Du hast deine Augenfarbe verborgen, deine Augen vor mir verborgen, während meine weit offen sind.

Es durchfährt mich wie ein Stromschlag. Die Einsicht, was ich hier tue. Starre. Dich an. Wie bekloppt.

Ich wende den Blick ab, komme mir noch mehr wie eine Idiotin vor als vorher. Aber bevor ich den Kopf abwende, bevor ich versuche, so zu tun, als ob ich eigentlich ganz und gar nicht herumstehe und geradewegs in deine Augen geglotzt hätte, sehe ich, wie etwas in deinem Gesicht passiert. Eine Andeutung eines Lächelns unter dem weinroten Lippenstift.

Darmowy fragment się skończył.