Czytaj książkę: «Pendelromanze: Erotische Novelle»

Czcionka:

Lisa Vild

Pendelromanze: Erotische Novelle

Übersetzt Gertrud Schwarz

Lust

Pendelromanze: Erotische Novelle ÜbersetztGertrud Schwarz Original PendelromansCoverbild / Illustration: Shutterstock Copyright © 2019, 2020 Lisa Vild und LUST All rights reserved ISBN: 9788726320879

1. Ebook-Auflage, 2020

Format: EPUB 2.0

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Metadata: sex, erotik, lust, begierde, verboten, pendeln, romanze, romantik, flirt

Es ist der erste Tag des Semesters und Julia pendelt von Lund nach Växjö zu ihrer neuen Uni – um von ihrem Ex wegzukommen. Nun wird sie sich auf ihr Studium konzentrieren und sich von Männern und allem, was damit zusammenhängt, fernhalten. Aber das ist leichter gesagt als getan. Als ein attraktiver Fremder in ihrem Waggon auftaucht, verschiebt sich ihr Fokus. Nach einigen Wochen kann sie an nichts anderes mehr denken als an den mehr oder weniger anständigen Flirt mit dem Mann im Zug. Bei einem unplanmäßigen Halt eskaliert der Flirt ebenso wie Julias Gefühle für diesen Mann.

Pfeifend schließen sich die Zugtüren wieder und Julia setzt sich in dem weichen Sitz zurecht. Vor dem Fenster sieht sie die Bahnsteige voller müder Menschen, die auf dem Weg zu Schule und Arbeit sind, vorbeigleiten. Der Waggon ist halbleer und Julia freut sich, dass sie den wenigen Platz neben sich gerade heute nicht mit jemandem teilen muss.

Ihr Mund ist trocken. Als der immer schneller werdende Zug ihre Heimatstadt hinter sich lässt, spürt sie den Schweiß unter den Achseln. Atmen, erinnert sie sich selbst mit geschlossenen Augen. Atmen. Heute ist der entscheidende Tag. Der erste Tag an der Linnéuniversität in Växjö. Julia ist noch nie in Växjö gewesen und erst recht nicht an ihrer neuen Uni. Sie ist unglaublich nervös, wie sie da in dem wackelnden Waggon sitzt. Was, wenn sie sich ganz falsch entschieden hat?

Ihre Eltern haben überhaupt nicht verstanden, warum sie lieber in Växjö als in Malmö Grundschullehramt studieren will, was nur zwanzig Minuten entfernt ist, statt der fast zweistündigen Zugfahrt nach Växjö. Nicht einmal die Hochschule in Kristianstad hatten sie ihr schmackhaft machen können. Sie hatten sie auf alle möglichen Arten zu überreden versucht – aber Julia war hart geblieben. Erst jetzt im Zug zweifelt sie zum ersten Mal an ihrer Wahl. Erst jetzt beginnt sie zu begreifen, warum sie sich für Växjö entschieden hat.

Es muss mit Anton zu tun haben, denkt sie. Sie ruft sich ihre Sorgen in Erinnerung, die sie beim Abschicken der Bewerbung hatte. Sie waren seit dem Abi zusammen gewesen. Vier Jahre später hatte er sie für eine Kommilitonin aus Malmö verlassen. Der Gedanke, ihnen zufällig zu begegnen, brachte sie dazu, sich in Växjö zu bewerben – einem Ort, an dem sie vor ihnen sicher wäre. Kristianstad schien nicht weit genug weg – also wurde es Växjö.

Du wirst klarkommen, redet sie sich wieder ein. Sie liebt ihre Einzimmerwohnung in Lund zu sehr, um sich von ihr zu trennen. Nur ein Irrer würde den Kontakt zu dieser Stadt aufgeben. Außerdem ist das Pendeln trotz der Strecke kein Problem. Sie ist daran gewöhnt und findet es eigentlich entspannend. Also holt sie tief und zittrig Luft und atmet dann langsam aus. Ihre Hand wühlt in der Tasche und findet das wohlige, herrliche Gefühl von dünnen Papierseiten, die mit Text gefüllt sind.

Als sie mehrere Stunden später im Zug nach Hause sitzt, kann sie endlich aufatmen. Ein Lächeln breitet sich über ihrem Gesicht aus, als sie an den Tag zurückdenkt. Es fühlt sich richtig an. Alle Zweifel sind wie weggeblasen. Das Studium ist genau das, wovon sie immer geträumt hat, die Uni scheint gut zu sein und ihre Kommilitoninnen bilden eine gute Gruppe. Julia spürt, wie sich die Erleichterung über sie breitet, während der Zug Växjö verlässt und nach Süden fährt.

Aus der Tasche holt sie ihr dickes Buch und beginnt zu lesen. Sie ist so ins Buch versunken, dass sie kaum merkt, wie der Kreis Kronoberg in den Kreis Skåne übergeht. Die Zeit vergeht stetig, aber sie bemerkt nur, dass die Erzählung vorangeht. Der Zug nähert sich ihrer Station, als sie endlich ihre Augen hebt. Sie sieht direkt in die Augen eines Fremden.

Der fremde Mann lächelt sie breit an und hebt seine Hand, in der er Das Licht, das wir nicht sehen hält – das gleiche Buch, das sie gerade liest. Julia lächelt schüchtern zurück und spürt, dass sie errötet. Er sitzt etwa vier Meter von ihr entfernt, mit dem Gesicht in ihre Richtung. Wie lange hat er sie wohl schon angeguckt?

Der Mann ist älter als sie – sicher um zehn Jahre. Er trägt ein enges hellblaues Hemd, dunkle Jeans und dunkelbraune Lederschuhe. Er ist sexy, denkt sie bei sich. Julia senkt den Blick und wendet sich wieder dem Roman zu. Jedenfalls versucht sie das, aber der Gedanke an seine Augen und das Gefühl, beobachtet zu werden, lenken sie ständig ab. Ob er sie gerade ansieht?

Fünf Minuten später fährt der Zug in Lund ein. Julia bemerkt, dass sie die ganze Zeit eine Seite angestarrt hat, ohne ein einziges Wort aufzunehmen. Aus dem Augenwinkel sieht sie, wie der Mann seine Sachen zusammensammelt und aufsteht. Er geht direkt an ihr vorbei und hinterlässt seinen wohlriechenden Duft im Gang. Julia atmet tief ein, bevor sie aufsteht und den Zug verlässt.

Als sie nach Hause kommt, lässt sie die Tasche im Flur fallen und wirft sich laut seufzend aufs Bett. Es war ein langer Tag voller neuer Eindrücke – so viele verschiedene Gesichter und Namen, die man sich merken muss. Obwohl die Uni das Einzige sein sollte, woran sie jetzt denken sollte, spürt sie, dass ein bestimmter Gedanke an ihr nagt. Sie sieht vor sich, wie der Mann im Zug sie anlächelt, wie seine dunklen Augen sie wohlwollend betrachten. Bei jedem dieser Gedanken ist es, als ob sie sein Parfüm riechen kann – seinen Duft. Julia kneift die Augen zusammen und lächelt vorsichtig, als sie sich der Vorstellung hingibt.

Ihre Hand wandert ins Höschen und sie stellt sich vor, wie der Mann aufsteht, zu ihr geht und sich neben sie setzt. Ohne ein Wort zu sagen, legt er seine Hand auf ihren Schenkel und drückt ihn leicht. Seine Hände sind stark und männlich. Sie sind braungebrannt und mit genau der richtigen Menge an dunklen Haaren bewachsen. Julia keucht bei der Berührung auf und legt den Kopf mit geschlossenen Augen nach hinten gegen die Lehne. Der Mann legt seine Lippen an ihren Hals und küsst sie vorsichtig. Das Gefühl seiner weichen Lippen kontrastiert mit den rauen Bartstoppeln an ihrem empfindlichen Hals. Seine Zunge zeichnet eine Linie von ihrem Ohrläppchen zu ihrer Halsgrube. Die Berührungen lassen sie schwer atmen. Ihre Lippen sind leicht geöffnet. Sie spürt, wie die Wärme sich von seinen Lippen ausgehend nach unten in ihrem Körper ausbreitet. Die Wärme legt sich wie eine Kugel in ihren Magen und strahlt bis zu ihren Beinen aus. Julia kommt darauf, die Beine zu spreizen, wie sie da im Zug sitzt. Die Hand des Fremden ist nah an ihrer Muschi, aber gleichzeitig zu weit weg.

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