Czytaj książkę: «Empathische Kommunikation in der Palliativbetreuung»

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Der Autor


Klaus-Dieter Neander, Krankenpfleger, Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivpflege, Palliative Care, (In-)Kontinenz, Pain Nurse, Lehrer für Pflegeberufe, Pflegedienstleiter, B. Sc. Gesundheit und Management, M. M. Master of Mediation. Lehrbeauftragter für Health Care Management, Qualitäts- und Case-Management an der IU Hamburg und Lehrender für Palliative Care an der Apollon-Hochschule Bremen.

Der Illustrator


Jai Wanigesinghe, studierte an der Filmakademie Baden-Württemberg. Bei seiner Arbeit als freiberuflicher Illustrator liegen seine Schwerpunkte auf den Themen Psychologie, Gesellschaft und Klimakrise.

Klaus-Dieter Neander

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Piktogramme

Definition

Kommunikationsbeispiel

Merke

Internet

1. Auflage 2022

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-040852-4

E-Book-Formate:

pdf: ISBN 978-3-17-040853-1

epub: ISBN 978-3-17-040854-8

Geleitwort von Tobias Altmann

Wenn man an Marshall B. Rosenberg denkt, kommen vielen von uns sicher unmittelbar Bilder in den Kopf, in denen er mit einer Wolfs- und einer Giraffenpuppe an den Händen zu sehen ist. Manchmal sah man ihn in seinen Seminaren auch mit Wolfs- oder Giraffenohren und gelegentlich sogar mit einer ganzen Stofftiergiraffe auf dem Kopf. Doch das Besondere an M. B. Rosenberg war nicht nur die tiefe Ernsthaftigkeit, die er selbst mit einer Giraffe auf dem Kopf auszustrahlen vermochte, sondern auch seine ansteckende Authentizität und die berührende Kraft seiner Worte. Die von ihm entwickelte Gewaltfreie Kommunikation (GfK) hat über die Jahre hinweg viele Menschen erreicht und bereichert, hat in vielen verhärteten Konflikten echte Lösungen ermöglicht und hat in unzählbaren, oftmals sehr schwierigen Gesprächen zu Entspannung beigetragen und die Gesprächspartner wieder miteinander verbunden.

In den letzten Jahren ist die GfK (oder zumindest einzelne Bausteine davon) von recht vielen Menschen angewandt worden. Einerseits ist eine große Verbreitung natürlich sehr erfreulich, andererseits ist dadurch jedoch auch eine Vielzahl unterschiedlicher Umsetzungsvarianten entstanden, was wiederum auch problematisch sein kann. So sind viele Anwenderinnen und Anwender leider nicht ausreichend tief mit der Grundidee, den vier Schritten und den zugehörigen Differenzierungen, den Voraussetzungen, den Wirkprinzipien etc. vertraut und hinreichend darin erfahren. Zu unbedacht werden oftmals Äußerungen als »zentrale Bedürfnisse« akzeptiert, zu vorschnell wird an einer Lösung gefeilt, zu achtlos werden nonverbale Signale übersehen, zu hektisch wird ein echtes Einlassen auf den Prozess einer zu oberflächlichen Ergebnisorientiertheit geopfert. Mir scheint es wichtig, zu betonen, dass die GfK vielmehr ein Prozess der authentischen Kommunikation ist, auf den man sich als Anwenderin und Anwender einlassen muss, wenn man die Früchte ernten will. Es braucht also nicht nur allgemeines Wohlwollen und die vielzitierten vier Schritte der GfK, sondern auch die wirkliche Auseinandersetzung – sowohl mit dem Gegenüber als auch mit sich selbst.

Entsprechend darf die GfK nicht nur als eine Technik gesehen werden, die wie ein Kuchenrezept angewendet werden kann. Sie erfordert auch (oder vielmehr) eine entsprechende innere Haltung. Beide Aspekte – Technik und Haltung – sind erst in ihrer Kombination wirksam. Die Haltung gibt die Richtung vor, die Technik liefert den Antrieb. Eine reine Anwendung der Technik ohne die passende innere Haltung kann in ungünstige Richtungen führen, Widerstände wecken und sogar in eine gewaltvolle Kommunikation umschlagen, die auf der Oberfläche auch noch gewaltfrei klingen mag. Die innere Haltung ohne die passende Technik bleibt unkonkret und die Energie verpufft. Es lohnt sich also, sowohl genauer auf die Technik zu achten als auch im Herzen gewaltfrei auf unser Gegenüber und gleichzeitig auch gewaltfrei auf und in uns selbst zu blicken.

Das vorliegende Buch gibt zu all diesen und vielen weiteren Aspekten der GfK wertvolle Impulse, dienliche Hinweise, hilfreiche Anleitungen und zudem auch viele pointierte praktische Beispiele. Der besondere Fokus des Buches liegt dabei auf einem sehr wichtigen Bereich im menschlichen Leben, der in den üblichen GfK-Trainings selten eine Rolle spielt, aber uns alle früher oder später intensiv und unumgänglich betrifft, nämlich die eigene Endlichkeit.

Am Ende des Lebens keine Zeit mehr zu haben und doch noch Zeit zu brauchen, um die eigenen Bedürfnisse zu klären, den Mut zu finden, die eigene Verletzlichkeit zu erfahren und sich mit dieser Verletzlichkeit anderen mitzuteilen – für solche Prozesse brauchen wir einen Menschen als Gegenüber, der unseren Prozess geduldig und wertschätzend begleitet, der sich die Zeit für uns nimmt, der unsere inneren Umwege mitgeht und unsere Launen und Anspannungen aushält, und der uns auf dem Weg zur Übernahme der Verantwortung für unsere eigenen Bedürfnisse auch in diesen existenziellen Zeiten kompetent unterstützt. Gerade bei der Pflege anderer Menschen, in der Zeit immer eine kritische Mangelware ist, ist es schwer, sich diese Zeit für einen anderen zu nehmen. Dann zusätzlich jetzt auch noch Fortbildungen zur GfK besuchen und Bücher darüber lesen? Das ist auf den ersten Blick fast schon eine Zumutung.

Allerdings lohnt sich dieser Weg wie kaum ein anderer. Wer sich die Zeit nimmt und wer sich immer wieder neu auf den individuellen Prozess seines Gegenübers einlässt, erfährt die zutiefst erfüllende Verbindung mit diesem Menschen. Die GfK ermöglicht eine authentische, vertraute und produktive Ebene im Gespräch. Und das sowohl für unser Gegenüber als auch für uns selbst als Anwenderinnen und Anwender der GfK.

Ich wünsche diesem Buch viele Leserinnen und Leser, denn es ist reich an Erkenntnissen, intensiv in der praktischen Anwendung und potent für die individuelle Entwicklung. Und nicht nur für professionelle Betreuende und Pflegekräfte: Jeder von uns, der mit dem Thema Tod und Sterben anderer Menschen in Berührung gekommen ist oder kommen kann, wird von diesem Buch profitieren. Und so schwer dieses Thema auch klingen mag, so dankbar kann man sein, wenn man gerade in dieser Zeit von einem Menschen begleitet wird, der auf diese wunderbare Art empathisch zuhören kann, wie es die GfK beschreibt. Egal ob mit oder ohne Stofftiergiraffe auf dem Kopf.


Dr. phil. Dipl.-Psych. Tobias AltmannAkademischer Rat an der Universität Duisburg-EssenEssen, im Frühling 2021

Geleitwort von Kirsten Fehrs

Im Angesicht des Todes die richtigen Worte finden, das passende Schweigen, die hilfreichen Gesten – seit Beginn aller Kultur bemühen sich Menschen darum. Sind doch der Tod des Anderen und das eigene Sterben die unmittelbarsten und tiefsten Leid- und Ohnmachtserfahrungen, die das Leben bereithält. Die ältesten kulturellen Zeugnisse der Menschheitsgeschichte erzählen davon, wie Menschen Abschieds- und Sterberituale und eine ganze Bestattungskultur entwickelt haben, damit sie der Ohnmacht und der grundsätzlichen Infragestellung durch den Tod begegnen können. Er braucht eine Antwort; Tod und Sterben erzwingen Kommunikation. Nicht zuletzt deswegen gibt es Religionen und spirituelle Praxis.

Aber welche Art von Kommunikation ist hilfreich? Damit beschäftigt sich dieses Buch. Klaus-Dieter Neander geht der Frage nach, welchen Beitrag das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation für die letzte Phase des Lebens leisten kann. Sie führt ja auf besondere Weise an Grenzen. Die Selbstwirksamkeit des pflegebedürftigen, schwerkranken oder sterbenden Menschen ist auf existentielle Weise in Frage gestellt. Und umgekehrt werden die Herausforderungen für pflegende, begleitende und mitempfindende Menschen nicht selten zu schwer. Solche Grenzsituationen mit ihren emotionalen Überforderungen können zum Einfallstor für Gewalt werden. Dieses Buch macht darauf aufmerksam und bietet wichtige Hilfestellungen.

Pflege geschieht in ungleichen Beziehungen, Palliativpflege ganz besonders. Ob ambulant oder stationär, ob im familiären oder im beruflichen Kontext: Immer gibt es den einen Menschen, der so stark eingeschränkt ist, dass er auf Unterstützung angewiesen ist. Und es gibt den anderen Menschen, hinreichend leistungsfähig, der diese Unterstützung gibt. So entsteht ein Machtgefälle, das schlicht unauflösbar ist. Umso wichtiger ist es, mit diesem Ungleichgewicht aufmerksam und verantwortlich umzugehen. Gerade das selbstbestimmte Sterben, das immer mehr Menschen sich für ihre letzte Lebensphase wünschen, ist auf sensible, achtsame, respektvolle Begleitung angewiesen. Es braucht eine Kommunikation, die jede Form von Übermacht oder Gewalt vermeidet. Dazu kann das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation von Marshall B. Rosenberg eine wichtige Hilfe sein.

Aber auch Schwächere üben Macht aus, und gerade pflegende Angehörige wissen von hoch belastenden Erfahrungen zu berichten. Manche Pflegebedürftige oder Sterbende, körperlich geschwächt und in besonderer Schutzposition, nutzen die Gelegenheit, auf subtile oder weniger subtile Weise zu verletzen, unter Druck zu setzen und die Pflege und Begleitung zur Qual zu machen. Im schlimmsten Fall entstehen Gewaltspiralen, aus denen erst der Tod erlöst. Auch hierfür bietet dieses Buch nützliche Analyseinstrumente und gute Hinweise, wie bewusst reflektierte und eingeübte Kommunikation aus dem Dilemma hilft und der letzten Lebensphase ihre Würde lässt.

Die letzte Lebensphase hat ihre Herausforderungen, sie ist aber für viele Menschen zugleich eine Zeit besonderer Intensität. Rückblick und Lebensbilanz mit all den er-innerten, also neu aktualisierten Lebenserfahrungen prägen diese Zeit ebenso wie die ganz besondere und oftmals so rührende Dankbarkeit für die kleinen Dinge, für Begegnung und Beziehung, für das Leben an sich. Gewaltfreie Kommunikation schafft Raum für diese Tiefe – und sie hilft, den besonderen Schatz dieses Lebensabschnittes miteinander zu teilen. Dank an Klaus-Dieter Neander, dass er darauf so fachkundig aufmerksam macht.

Kirsten Fehrs

Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck (Nordkirche)

Widmung

Dieses Buch widme ich I., die mich über viele Jahre intensiv begleitet und durch Höhen und Tiefen mit mir gegangen ist, zu einer Zeit, als ich – wie ich heute weiß – weit davon entfernt war, Gefühle und Bedürfnisse benennen zu können. Das Privileg, von ihr begleitet worden zu sein, macht mich auch heute noch sehr glücklich und unendlich dankbar.

Mein Lebenspartner Erik hat mich auf das Konzept der »Gewaltfreien Kommunikation« aufmerksam gemacht und damit hat er unsere Beziehung »gerettet« – ohne ihn wäre die intensive Auseinandersetzung mit GfK nie erfolgt. Anja Kenzler bin ich sehr dankbar und verbunden, hat sie mich doch in ihrer fröhlichen und intensiven Seminararbeit mit der Tiefe und Weite der »Sprache des Herzens« vertraut gemacht. Und ich bin den Menschen, die ich in meiner Berufspraxis kennenlernen durfte, dankbar, haben sie mir doch gezeigt, dass die »Gewaltfreie Kommunikation« möglich ist, aber auch Grenzen erfahren muss. Alle Beispiele, die auf realen Gesprächen basieren, wurden dahingehend verändert, dass eine vollständige Anonymität der Personen gewährleistet ist.

Inhalt

1  Geleitwort von Tobias Altmann

2  Geleitwort von Kirsten Fehrs

3  Widmung

4  Vorwort

5  1 Das Konzept der »Gewaltfreien Kommunikation«

6  1.1 M. B. Rosenberg und seine Lehrer

7  1.2 Das »Konzept« der »Gewaltfreien Kommunikation«

8  1.3 Technik vs. Haltung

9  1.4 Die einzelnen Schritte der GfK

10  1.4.1 Schritt 1: Beobachtung

11  1.4.2 Schritt 2: Gefühl

12  1.4.3 Schritt 3: Bedürfnis

13  1.4.4 Schritt 4: Bitte formulieren

14  1.4.5 Optionen suchen

15  1.5 Metapher der GfK

16  1.5.1 Die Giraffe

17  1.5.2 Der Wolf

18  1.5.3 Wolfsshow

19  1.6 Zentrale Begriffe im Konzept der »GfK«

20  1.6.1 Freude, Glück und Wohlbefinden

21  1.6.2 Trauer

22  1.6.3 Angst und Furcht

23  1.6.4 Wut, Ärger und Zorn

24  1.6.5 Ekel

25  1.6.6 Überraschungen

26  1.6.7 Scham, Schuld, Empörung

27  1.6.8 Kränkung – Zusammenhänge zwischen Wut und Scham

28  1.7 Gefühle in der Umgangssprache

29  1.8 Mit Gefühlen umgehen

30  1.8.1 Ich habe Schuld …

31  1.8.2 Der Andere hat Schuld

32  1.8.3 Meine Gefühle wahrnehmen und Bedürfnisse äußern

33  1.8.4 Pseudo- oder Nicht-Gefühle

34  1.8.5 Die Gefühle und Bedürfnisse des Gegenübers wahrnehmen

35  1.9 Bedürfnis

36  1.10 Bitte

37  1.10.1 Keine negativen Bitten

38  1.10.2 Eine Bitte kann abgelehnt werden

39  1.10.3 Eine Forderung nicht als Bitte »verpacken«

40  1.11 Empathie

41  1.11.1 Empathie bei M. B. Rosenberg

42  1.11.2 Empathie in der Neuropsychologie

43  1.11.3 Empathie bei Altmann

44  1.11.4 Selbstempathie

45  1.11.5 Empathie als Gefahr

46  1.12 Respekt

47  1.13 Konflikt

48  1.13.1 Konfliktmodell nach Galtung

49  1.13.2 Konfliktarten

50  1.13.3 Konfliktstufen

51  1.13.4 Konfliktlandkarte

52  2 Gefühls- und Bedürfnis-Analphabetismus

53  3 Warum Gewaltfreie Kommunikation häufig nicht gelingt

54  3.1 Affektlogik oder der »emotionale Rucksack«

55  3.2 Mangelnde Empathiefähigkeit

56  3.3 Hörfilter

57  3.4 Verweigerung

58  3.5 Wenn GfK nervt …

59  4 GfK wissenschaftlich

60  5 Kritik am Konzept der Gewaltfreien Kommunikation

61  5.1 Die kommunikative Ebene

62  5.2 Die Überforderungsebene

63  5.3 Verknüpfung mit esoterischen Ansätzen

64  5.4 Nicht nur reden – tut etwas!

65  6 Tod und Sterben in der Gesellschaft

66  6.1 Die letzte Lebensphase: sterben

67  6.2 Über das Sterben reden – Elisabeth Kübler-Ross

68  6.3 Existentielle Verzweiflung am Lebensende

69  6.4 Worüber reden Sterbende?

70  6.4.1 Vier Themenfelder

71  6.4.2 Patient*innenverfügung

72  6.4.3 »Ich möchte sterben …« – Todeswunschäußerungen

73  6.4.4 Todeswunsch vs. Suizid

74  6.4.5 Sprechen über Todeswünsche

75  6.4.6 Bitte um Sterbehilfe

76  6.5 Worüber reden Angehörige?

77  6.6 Reaktion von Angehörigen auf die Arbeit von Palliativfachkräften

78  6.7 Worüber reden Teams?

79  6.7.1 Palliative Fallbesprechungen

80  6.8 Bewusstes Sterben?

81  6.9 Gutes Sterben?

82  7 Die religiöse Dimension

83  7.1 Der hochreligiöse Mensch

84  7.2 Die spirituelle Anamnese

85  7.3 Leiblichkeit und Spiritualität

86  7.4 Ein kurzer Überblick über die monotheistischen Religionen

87  7.4.1 Christentum

88  7.4.2 Islam

89  7.4.3 Judentum

90  7.4.4 Buddhismus

91  7.5 Zusammenfassung

92  7.6 Signalsprache

93  7.7 Es bleibt eine Narbe zurück

94  8 Über den Tod reden … »gewaltfrei«?

95  8.1 Kommunikationsbedürfnis

96  8.2 Symbolsprache

97  8.3 Nonverbale Kommunikation

98  8.4 Mimik

99  8.5 Körperhaltung

100  8.6 Basale Stimulation®

101  8.7 Kommunikation mit Musik

102  8.8 Unterschiedliche Wege zum Menschen – Kommunikation

103  9 Was in der Kommunikation beachtet werden sollte

104  9.1 Der Lake-Wobegon-Effekt

105  9.2 Besonderheit des »palliativen Kontextes«

106  10 Systemische Überlegungen

107  10.1 Verhältnis Kinder – Eltern

108  10.2 Wenn die Kraft nicht mehr ausreicht

109  10.3 Wenn »Dankbarkeit« gefordert wird

110  11 Gewaltfreie Kommunikation »vertieft«

111  11.1 »Doppeltes Zuhören«

112  11.2 Das Verstandene, das Ungehörte

113  12 Trauern

114  12.1 Warum trauern Menschen?

115  12.2 Das Coping-Modell nach Morse & Johnson (1991)

116  12.3 Das Duale Prozessmodell der Bewältigung von Verlusterfahrungen

117  12.4 Das Traueraufgabenmodell nach William J. Worden

118  12.4.1 Den Verlust des Menschen als Realität akzeptieren

119  12.4.2 Den Schmerz verarbeiten

120  12.4.3 Sich an die neue Situation ohne den Verstorbenen anpassen

121  12.4.4 Den Kontakt halten – auch wenn das Leben weitergeht

122  12.5 Anhaltende Trauerstörung

123  13 Aufgabe der Trauerbegleitung: Sinn geben oder aushalten?

124  14 Religiöse Bewältigung von Trauer

125  15 Frau K.

126  16 Zusammenfassung

127  Literatur

128  Stichwortverzeichnis

Die Uhr1

Ich trage, wo ich gehe,

Stets eine Uhr bei mir;

Wieviel es geschlagen habe,

Genau seh’ ich’s an ihr.

Es ist ein großer Meister,

Der künstlich ihr Werk gefügt,

Wenngleich ihr Gang nicht immer

Dem törichten Wunsche genügt.

Ich wollte, sie wär’ oft rascher

Gegangen an manchem Tag:

Ich wollt’ an manchem Tage,

Sie hemmte den raschen Schlag.

In meinen Leiden und Freuden,

Im Sturme und in Ruh, –

Was immer geschah im Leben,

Sie pochte den Takt dazu.

Sie schlug am Sarge des Vaters,

Sie schlug an des Freundes Bahr’,

Sie schlug am Morgen der Liebe,

Sie schlug am Traualtar.

Sie schlug an der Wiege des Kindes, –

Sie schlägt, will’s Gott! noch oft,

Wenn bessere Tage kommen,

Wie meine Seel es hofft.

Und ward sie manchmal träger,

Und drohte zu stocken ihr Lauf,

So zog sie der Meister mir immer

Großmütig wieder auf.

Doch stände sie einmal stille,

Dann wär’s um sie geschehn,

Kein and’rer, als der sie fügte,

Bringt die zerstörte zum Gehn!

Dann müßt’ ich zum Meister wandern,

Und ach, der wohnt gar weit,

Wohnt draußen, jenseits der Erde,

Wohnt dort in der Ewigkeit.

Dann gäb’ ich sie dankbar zurücke,

Dann würd’ ich kindlich flehn:

[»]Sieh’, Herr, – ich hab’ nichts verdorben,

Sie blieb von selber stehn.«

Text: Johann Gabriel Seidl

Musik: Carl Loewe

1 Johann Gabriel Seidl (1830): Die Uhr. In: Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht (https://nddg.de/gedicht/7650-Die+Uhr-Seidl.html, Zugriff am: 23.08.2021)

Ograniczenie wiekowe:
0+
Data wydania na Litres:
19 grudnia 2025
Objętość:
317 str. 62 ilustracji
ISBN:
9783170408548
Właściciel praw:
Bookwire
Format pobierania:

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