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Überfall der Bären

Copyright © 2019 by Kayla Gabriel

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieses Buches darf in irgendeiner Form oder mit irgendwelchen Mitteln ohne ausdrückliche, schriftliche Erlaubnis der Autorin elektronisch, digital oder analog reproduziert oder übertragen werden, einschließlich, aber nicht beschränkt auf, Fotokopieren, Aufzeichnen, Scannen oder Verwendung diverser Datenspeicher- und Abrufsysteme.

Veröffentlicht von Kayla Gabriel als KSA Publishing Consultants, Inc.

Gabriel, Kayla: Überfall der Bären

Coverdesign: Kayla Gabriel

Foto/Bildnachweis: Depositphotos: chestief & mikeloiselle

Anmerkung des Verlegers: Dieses Buch ist ausschließlich für erwachsene Leser bestimmt. Sexuelle Aktivitäten, wie das Hintern versohlen, die in diesem Buch vorkommen, sind reine Fantasien, die für Erwachsene gedacht sind und die weder von der Autorin noch vom Herausgeber befürwortet oder ermutigt werden.

Inhalt

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Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

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Über den Autor

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Prolog

„Mutter, ich kann keine Unschuldigen töten”, sagte Allisandre und warf ihren Vorhang aus seidenem schwarzem Haar über ihre Schulter. Sie rannte zum anderen Ende ihrer Höhle, einer Kammer im Erebus, tief im Herzen der Erde. Das zu Hause der Greek Furies, der höllischen Göttinnen, die nur existierten, um sich zu rächen und die Übeltäter zu bestrafen und zu töten.

Allises Mutter Tisiphone stand auf, Wellen ihres spröden grauweißen Haars traten aus der Kapuze ihres ausgefransten schwarzen Mantels hervor. Tisiphone umklammerte einen Stock in ihrer knotigen Hand und lehnte sich schwer darauf, während sie sich auf ihre Tochter zu bewegte. Allise sah die Entschlossenheit in dem mit Falten durchzogenen Gesicht; in dem Moment sah ihre Mutter wie eine alte Frau aus, sie passte perfekt zu ihren Schwestern Alekto und Megaera. Drei alte Hexen mit der Macht Leben, Tod und Schicksal zu kontrollieren.

„Wir sind die Erinyes, meine Tochter. Wir beugen uns keinem Mann“, informierte Tisiphone Allise zum ungefähr tausendsten Mal. Die griechischen Rachegöttinnen waren Allises Geburtsrecht, obwohl sie auch halbsterblich war. Seit Allise sich erinnern konnte, hatte ihre Mutter ihr immer und immer wieder die Schritte erklärt, um alle ihre Kräfte zu erlangen.

„Ich habe die sterbliche Welt verlassen, Mutter“, sagte Allise und begann mit der Liste der Anforderungen, ehe ihre Mutter es tun konnte. „Ich habe Männer verlassen –”

„Männer zu verlassen wird dich nicht in deine Macht bringen und dich zu einer der Erinyes machen, Allisandre”, korrigierte ihre Mutter. Das war ebenfalls Teil ihres alten Lieds und Tanzes und es ließ Allise seufzen. „Du musst deinen Partner aufgeben, den Mann, der die Macht hat, dich auf die Knie zu zwingen und deinen Tod herbeizuführen. Dann und nur dann wirst du göttlich werden. Nur dann bist du wirklich unsterblich, nur dann wirst du beginnen, wie eine Rachegöttin zu altern.“

Allise presste ihre Lippen zusammen, um die scharfe Antwort die auf ihrer Zunge lag nicht auszusprechen. Ich will keine Krähe werden, dachte sie. Ich mag mich so, wie ich bin.

Aber so wie sie war, das wäre nie genug. Sie war zu jung, zu schwach, zu sterblich. Ihre Tanten Alekto und Megaera waren immer sehr fürsorglich, aber Allise wusste, dass sie dasselbe dachten. Bis sie nicht ihren verbündeten Partner getötet und ihre ganzen Kräfte als Rachegöttin gewonnen hatte, und ein Racheengel wurde, würde sie nie akzeptiert werden.

Nur dann würde sie hier zum Erebus gehören, zusammen mit ihrer Mutter und ihren Tanten.

„Du wirst ihn nicht einmal vermissen, wenn du ihn überhaupt nicht kennst”, sagte Tisiphone und sprach Allises Gedanken aus.

„Entschuldigung?“, fragte Allise und setzte sich auf eine überfüllte Chaise und schaute ihre Mutter an.

„Dein Partner. Dein Erzeuger war sicherlich nicht mein Schicksalgenosse. Er war ein schöner sterblicher Mann. Ein Winzer glaube ich. Er hat Wein auf den Markt gebracht, glaube ich. Ich habe mich als wunderschöne sterbliche Frau verkleidet, mir genommen was ich von ihm wollte, und jetzt habe ich dich.“

Der Bogen von Tisiphones Braue deutete an, dass sie mit Allise vielleicht nicht ganz das bekommen hatte, was sie erwartet hatte.

„Ich weiß, aber …“ Allise versuchte Worte zu finden, um sich zu erklären.

„Allisandre, du weißt wie die Erinyes funktionieren. Unsere Verehrer beten uns an, bitten uns ihre kleinen und großen Sünden zu rächen. Wir wählen die sich lohnendsten Fälle aus und teilen sie unter uns auf. Bisher hast du nur acht Übeltäter niedergeschlagen. Zwei weitere hast du entschuldigt, und ich musste dein Chaos aufräumen. Ich verstehe, dass du halb sterblich bist, aber du kannst nicht zulassen, dass sich dein Mitgefühl in einen fatalen Fehler verwandelt.“

„Was, wenn das Mitgefühl größer als die Rache ist?”, schnappte Allise und sah ihre Mutter finster an.

„Wie soll das gehen, Tochter? Rache ist alles, was wir machen.“

Allise öffnete ihren Mund, um zu widersprechen und zögerte dann und versuchte die richtigen Worte zu finden. Vielleicht wäre es besser, die Geschichte zu erklären, als offen mit ihrer Mutter zu streiten.

„Meine Aufgabe, der Mann der mein schicksalhafter Partner sein soll …”

„Ja, ja“, sagte ihre Mutter und wedelte mit der Hand. „So finden alle Erinyes ihre Männer, so treffen sie die Entscheidung ganz an ihre Macht zu kommen.“

„Naja, die Anbeterin, die uns um Rache gegen ihn gebeten hat, ist eine ehemalige Liebhaberin.“

„Als sie zu uns gebetet hat, habe ich ihre Stimme so klar wie eine Glocke gehört, ihre Geschichte ist mir direkt ins Herz gegangen. Sie sagte, dass er ihr Herz gebrochen hat, dass er ein gefühlsloser Bastard ist, all diese Sachen. Aber …“

Tisiphone schnaubte lachend.

„Du bist neugierig geworden“, argwöhnte ihre Mutter. „Du wolltest etwas über diesen Mann wissen, diesen Menschen.“

Allise spürte, wie ihre Wangen rot wurden.

„Ich wollte wissen, ob er so schrecklich ist, wie sie es dargestellt hat. Wie kann das Schicksal mich mit so einem Monster verkuppeln?“

„Und was hast du gefunden, meine Tochter?“ Tisiphone neigte ihren Kopf, ein böser Hinweis an Belustigung lag in ihrer Stimme.

„Das Mädchen hat gelogen. Sie hat versucht ihn auszutricksen, mit ihm zu schlafen und ihm zu sagen, dass sie schwanger sei, obwohl es nicht stimmte. Er hatte sie abgewiesen und sie hat uns diese falsche Geschichte mitgeteilt. Wie kann das sein, Mutter?“

Tisiphone presste ihre Lippen aufeinander und ging durchs Zimmer, ihre Verlässlichkeit auf ihren Stock schien sie teilweise vergessen zu haben. Die alte Frau war genau das, ein Schauspiel; Tisiphone war weitaus stärker, als sie vorgab.

„Die Gerechtigkeit in unserer Welt fließt nur in eine Richtung. Allisandre. Unsere Anbeter rufen uns und wir rächen sie. Weiter gibt es nichts, kein Ausgleich von Waagen oder Verurteilungen darüber, wer recht hat und wer nicht. Wie oft muss ich das noch erklären?“ Ihre Mutter hielt inne. „Du hast den Mann gesehen, dein Schicksal. Du findest ihn hübsch oder?“

Allise wurde noch röter. Sie war ihm gefolgt, das stimmte. Sie hatte sich in den Bäumen versteckt und beobachtet, wie er im Fluss badete, hatte die nackte Pracht des fremden Wikingers gesehen. Er war groß und muskulös und hatte einen intelligenten Blick und etwas an ihm zog sie an.

„Ja“, gab sie zu.

„Schäm dich nicht, Allisandre. Er soll dich verführen. Das ist Teil des Rituals, das Opfern von etwas, was du wirklich willst. Du bist noch unschuldig, getäuscht von einem gutaussehenden Sterblichen. Das ist der Anfang deiner Erschaffung, dein Aufstieg zur Gottheit.“

Allise öffnete ihren Mund, aber ihre Mutter hielt sie mit einer Geste auf.

„Du hast hier keine Wahl, Allisandre. Töte ihn und erhebe dich zu deinem vollen Potenzial oder du lässt Erebus für immer hinter dir. Du wirst keine ganze Erinye sein, solange der Mann lebt, du wirst immer schwach und mit Fehlern behaftet sein.“ Sie machte eine Pause. „Komm mit mir.“

Ehe Allise noch zwinkern konnte, schnappte ihre Mutter ihre Hand und transportierte sie von ihrem Zuhause an den Toren der Unterwelt in die echte menschliche Welt, an einen Ort für den Allise sich schämte, ihn so gut zu kennen.

Sein Zuhause. Es war ein schlichtes Ein-Zimmer-Cottage, mit hellgrünem Moos auf dem Dach und einem fackelnden Feuer auf dem Herd. Er stand vor dem Feuer, ihr Wikinger, und starrte in die Flammen, als wenn sie die Geheimnisse der Welt preisgeben würden. Zeus Atem, aber er war wirklich schön; sein robuster Körperbau und seine gemeißelten Züge raubten ihr den Atem, obwohl sie kein einziges Wort miteinander gesprochen hatten.

Wenn sie ihn nur ansah, klopfte ihr Herz bereits. Allise bekam Panik, war unvorbereitet ihn zum ersten Mal in solchen Umständen zu treffen. Aber er schien es nicht zu merken, er nahm einen Schluck von einem Becher mit Honigwein und grübelte vor sich hin, während er auf das Feuer starrte.

„Ich habe es ganz einfach gemacht, meine Tochter. Er kann uns nicht sehen, er kann uns nicht hören. Nimm das“, sagte ihre Mutter und hielt ein grausam aussehendes Messer aus Eisen hoch. „Beende die Aufgabe jetzt, genau jetzt. Er wird nicht klüger werden. Er ist sterblich, eine Handvoll Jahre werden für ihn keinen Unterschied machen.“

„Nein”, sagte Allise und ihr Magen brannte. Sie warf einen Blick auf ihn, ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals. „Ich kann das nicht.“

„Du musst. Wenn du schon keine Göttin werden willst, dann rette dein eigenes Leben. Du kennst die Regel. Wenn du ihn nicht tötest, dann wird er dich töten. Es ist unvermeidbar. Töte ihn jetzt“, befahl ihre Mutter und überreichte Allise das Messer. „Nutze das Messer, nutze einen Fluch, was immer du willst. Sing für ihn, wenn du musst.“

Sie bezog sich auf Allises besonderes Talent, eine Stimme in ihr, die auf die menschliche Welt losgelassen wurde, brachte Freude oder Tod oder alles andere, was sie sich wünschte. Sie hatte als Kind eine Stadt niedergerissen, als sie das erste Mal ihr tödliches Lied gesungen hatte. Allise biss die Zähne zusammen und versuchte das zu tun, was von ihr verlangt wurde. Sie hob ihre linke Hand und zog eine dunkelblaue Kugel aus Macht hervor und zog den Willen hervor, ihn zu töten. Im letzten Moment, gerade als sie die Kugel auf ihn zuwarf, gab sie nach. Die Kugel flog und verwandelte sich in ein blendendes goldenes Licht, das alles in der dunklen Hütte beleuchtete. Als die Kugel ihn traf, konsumierte sie ihn wie Flammen, die auf einen trockenen Strohhalm trafen. Er schrie, seine Haut veränderte sich, aber er verbrannte nicht …

Er verwandelte sich.

„Idiotin!“, zischte Tisiphone und griff Allises Arm und zog sie weg. Sie flohen durch die Tür und konnten nichts anderes tun, außer zuzusehen.

Der Mann fiel auf seine Knie, krümmte sich, während sein Körper sich streckte und veränderte und sich verdoppelte, verdreifachte und vervierfachte an Größe. Während er schrie, platzten goldglitzernde Schuppen überall auf und bedeckten seine Haut, sein Gesicht veränderte sich in etwas Kaltes und Tierisches, seine Arme verlängerten sich, bis sie große Flügel wurden. Allise und Tisiphone wichen zurück, als sie größer und größer wurden und die Mauern des Hauses zerbrachen.

Allise zuckte zusammen, als sein Körper sich noch einmal veränderte und an seiner Stelle einen riesigen Drachen hinterließ, der aus heißer geschmolzener Goldfarbe war.

Ihr Fluch war angekommen, aber ihre Unsicherheit hatte ihn verändert. Ihn verwandelt. Sie hatte ihm eine ganz neue Form gegeben.

Der Drachen stieß ein Brüllen aus, Feuer spie aus seinem Mund, er war auf jeden Fall böse. Als die Bewohner des kleinen Dorfes auf die Straße zu strömen begannen, hob Allises Mutter ihre Hand und ließ einen Zauber los, sie machte das Dach weg und ließ den Drachen mit einem Flackern von blauem Licht entkommen. Als er weg war, lag der Mann auf dem Boden, auf einer Seite gekrümmt, nackt und zitternd.

„Schau ihn dir an, Tochter. Für das hast du dein Leben weggegeben. Das ist das letzte Mal, das ich fragen werde. Töte ihn jetzt, ehe er seine Stärke wiedergewinnt.“ Bei Allises verzweifeltem Ausdruck griff ihre Mutter ihren Arm und gab ihr einen harten Schubs. „Rette dich selbst! Diese Art mit dem du ihn verflucht hast, ist ein echter Fluch. Seine Art wird bis zum Ende der Welt gejagt, sie können nicht unter den Sterblichen leben. Und du kannst nicht riskieren, den Fluch zu beseitigen, oder dich selbst zu verlieren. Jede Erinnerung an alles was du liebst, wird aus deinen Gedanken entfernt.“

Allise schüttelte ihren Kopf, ihre Gedanken wirbelten. Sie entzog sich dem Griff ihrer Mutter und wusste nicht, wo sie hin sollte, was sie tun sollte.

„Er wird dich nie wollen, Allisandre. Beende deine Aufgabe und komm nach Erebus zurück. Wähle den richtigen Ort“, presste ihre Mutter zwischen den Zähnen hervor.

„Kann ich nicht“, Allises Wörter fühlten sich wie Steine an, und verbrannten die zarten Bande zwischen ihnen. „Du musst ohne mich gehen. Ich werde einen anderen Weg finden.“

„Du bist nicht meine Tochter”, schwor ihre Mutter und verschwand mit einem Wirbeln ihres Mantels. Sie nahm den Fluch der Unsichtbarkeit mit sich, ein Talent, dass Allise noch nicht gelernt hatte. Neugierige Dorfbewohner starrten Allise an und auf den Glanz ihres silbernen Kleides und den subtilen silbernen Glanz ihrer Mondgöttinnenhaut. Sie schauten auf das ruinierte Cottage und wieder zurück zu Allise.

Hexe.

Sie hörte das Murmeln und wusste es würde nicht das Letzte sein. Ihre Anwesenheit hier könnte die Dinge noch schlimmer machen. Wenn sie nur die Fähigkeit hätte, zu verschwinden und eine andere Person mit zu nehmen, so wie ihre Mutter … aber Allise war noch unerfahren in dem Handwerk und ihre Mutter hatte viel von ihrer Lernerei abgeblockt.

Sie warf einen letzten Blick auf den Mann, der in dem niedergerissenen Haus lag, sah, dass er sie mit solchen strahlend blauen Augen ansah, dass es fast unerträglich war, zu widerstehen. Er schaute sie an, er sah wirklich bis ganz tief in sie und es brauchte alle Kraft in ihr, um sich umzudrehen.

Allise wischte eine Träne von ihrer Wange und schloss ihre Augen und flüchtete zu ihrem besonderen Platz, ein kleines Gehölz mit Bäumen in der Nähe einer Stadt an der Nordküste von Eire. Hier zumindest würde niemand ihre Magie infrage stellen. Zwischen den Faeries und den Druis die dort in blinder Wut umherliefen, würde niemand Allise für nicht zugehörig halten.

Hier würde sie ihr neues Heim bauen, ihr neues Leben.

Alleine.

1

In seinen Träumen war Aeric wieder in der Höhle. Rationell gesehen wusste er, dass das nur ein Ort war, wo er vor langer Zeit ein paar Nächte verbracht hatte, ein enger dunkler Ort mit einem beheizten Pool, der aus einer heißen Quelle kam, die irgendwo tief in der Erde lag. Seine logischen Gedanken wussten, dass er seit hundert Jahren nicht mehr an diesem Ort gewesen war, nicht seit seinem letzten Besuch in der Türkei. Damals war er noch Teil des Byzantinischen Reichs gewesen, nicht so wie der radikale Nährboden, den Aeric heute in den Nachrichten sah.

Dennoch kannte sein Herz diesen Ort besser, als er sein eigenes Gesicht im Spiegel kannte. Er kam häufig in seinen Träumen hierher, denn hier traf er immer sie.

Helle, nannte er sie in seinem Kopf, was göttliche Frau hieß. Das Nächste zu einer Göttin, die auf der Erde lief, seit den glorreichen Tagen der strahlenden Freyja und Saga. Er kannte ihren Namen nicht, wusste nicht, wo sie herkam oder ob sie überhaupt außerhalb seines Kopfes existierte.

Alles, was er wusste, war, dass sie ihm gehörte.

Aeric ging über den feuchten Höhlenboden, ein Schauern sickerte durch seine nackten Füße. Wenn er hierherkam, war er immer nackt, so wie am Tag seiner Geburt. Er bewegte sich schnell zum dampfenden Wasser, glitt vor Zufriedenheit seufzend in die willkommene Hitze. Das Wasser reichte ihm fast bis zur Brust und er tauchte unter, um die Wärme auszunutzen und um ein wenig Spannung, die ihn während seiner wachen Stunden anspannte, loszuwerden.

Als er wieder an die Oberfläche kam, stand und Wasser von seinem Gesicht spülte, spürte er sie. Ein Knurren entwich seiner Kehle, während er sich umdrehte und sie direkt am Eingang der Höhle stehen sah, sie sah aus wie eine inkarnierte Sünde und Erlösung in einem hellhäutigen Paket. Helle stand mit einer Hand an der Hüfte da und beobachtete ihn mit großem Interesse. Ihr glattes Haar fiel ihr bis zu ihren Knien, wandte sich um ihren Körper und ihre haselnussbraunen Augen blitzten mit etwas wie Herausforderung. Sie war außergewöhnlich klein, all diese göttliche Macht gebündelt in 1,50m, ihre Figur so schmal, dass sie schon fast männlich aussah.

Aber dann waren da ihre spitzen, kecken Brüste. Die feine Kurve ihrer Hüften. Der plumpe Bogen ihrer Lippen, weite, moosige, braun-grüne Augen. Die Art wie ihre Zunge herausschnellte, um ihre Lippen zu befeuchten, während sie auf ihn zukam, ihr Körper schwang auf eine Art, die ihn schmerzlich hart werden ließ.

Helle war eine Frau durch und durch.

Es wurde keine Wörter zwischen ihnen gesprochen. Aeric hatte schon lange entdeckt, dass sie in diesen Träumen nicht mit Worten kommunizieren konnten, dass jegliche Versuche bei ihm in altnordisch oder bei ihr in altgriechisch endeten. Er versuchte es nicht mehr, sondern akzeptierte es als Regel ihrer Verabredungen.

Sie kletterte ins Wasser, ihre langen Haare glitten dabei nach oben und wickelten sich zu einem ordentlichen Haufen auf ihrem Kopf zusammen. Eine weitere Regel dieses Ortes schien zu sein, dass Helles Haare niemals nass wurden. Wer war er, das infrage zu stellen, wenn er mit solch einem Geschenk bedacht wurde?

Sobald sie in seinen Armen lag, drückten sich ihre Brüste und Hüften und Lippen gegen seine. Aeric verlor sich in der Umarmung. Sie schmeckte nach purem Moschus und Honig, ihr süßer weiblicher Geruch füllte jeden seiner Atemzüge. Ihre Lippen bewegten sich gegen seine, ihre Zunge neckte seine in einem neckischen Tanz. Eine seiner Hände war tief in ihr seidenes Haar gesunken, und griff ihren Nacken, die andere fuhr von ihrer Schulter über ihre Hüfte, ehe sie wieder hochfuhr, um ihre Brüste zu berühren.

Sie keuchte, biss sich auf ihre Lippen und lies ihren Kopf zurückfallen. Er knabberte und saugte an ihrem sensiblen Fleisch, während ihre Nägel sich in seine Schultern, seine Seite und seine Hüften bohrten. Nach ein paar Momenten umkreiste eine ihrer kleinen Hände seinen Schwanz und streichelte ihn intim, nach mehr suchend.

Aeric ließ seine Hände auf ihren geformten Hintern fallen, hob sie höher und stöhnte, als sie ihn in ihren Körper führte. Sie verbanden sich perfekt, tief und rau, Helle war begeistert, als er ihren unglaublich engen Schaft füllte. Ihr Atem ging schneller, als Aeric sie einfach so fickte, mitten im Pool, die Hitze des Wassers trug nur noch zur Intensität des Momentes bei.

Für einen Moment wünschte er sich, dass er sie noch woanders nehmen konnte, im Bett vielleicht, dass er ihre Brüste drücken konnte, während sie auf ihm ritt, sich zurücklehnen und ihren Nektar schmecken konnte, während sie seinen Namen schrie und unter seinen Lippen kam. In der nächsten Sekunde verschwanden alle anderen Gedanken, während er sich in dem Gefühl mit ihr und der Hitze, die er nicht aus seinem Kopf bekam, verlor. Sie spannte sich an und schrie, klammerte sich an ihn, als sie kam, und zog ihn mit sich.

Als er kam, zitterte sein ganzer Körper von der Kraft davon, er lehnte sich nach hinten und füllte sie bis zum Rand, spritzte sein Sperma tief in ihren Körper. Sie rieb sich sanft an ihm, ihr Ausdruck zeigte Bewunderung, als ob sie alles wollte, was er hatte und noch viel mehr. So so viel mehr.

Ehe sie wegglitt, küsste Aeric sie hart und dann lehnte er seine Stirn gegen ihre und versuchte wieder zu Atem zu kommen.

Ich habe dich gesehen. Da auf dem Friedhof, ich habe dich gesehen, flüsterte er an ihre Lippen gedrükt, aber es kam in dieser alten, verloren gegangen Sprache heraus.

Sie lächelte lediglich und küsste ihn noch einmal. Ihre Zähne erwischten seine Oberlippe, sie biss so hart darauf, bis Aeric sein eigenes Blut spüren konnte. Helle berührte ihre Lippen, wo sein Blut floss, dann hielt sie ihre Fingerspitze hoch, damit Aeric es sehen konnte. Ein dunkler roter Fleck seines Bluts befand sich dort, dann verschwand es in einem Blitz von goldenem Licht.

Er warf einen Blick auf Helle, aber sie starrte ihn lediglich an, flehend. Bat ihn zu verstehen … aber was?

Nach einem Moment entzog sie sich ihm und trennte ihre Körper. Aeric hatte bereits Lust auf mehr, hart und innig, aber sie gab ihm nur einen nicht lesbaren Blick und warf ihm einen Kuss zu. Sie stieg aus dem Pool, bewegte sich mit der flüssigen Bewegung, die ihn wild machte. Die Schatten verschluckten sie im nächsten Moment und dann war sie weg.

Aeric schloss seine Augen und sank ins Wasser, er ließ sich von dem Traum hinunterziehen.


Als Aeric die Augen öffnete, fand er sich in einem bequemen Bett wieder. Für einen Moment war er orientierungslos. Das war immer so, wenn er von ihr träumte; sie füllte seine ganze Welt, jagte jeden weiteren Gedanken weg, den er besaß. Wo war er noch einmal?

Er setzte sich auf und schaute aus dem Fenster, dann seufzte er. Prag. Natürlich. Er hatte Gerüchte gehört, dass Pere Mal eines seiner sicheren Häuser hier hatte, mit einem Schlupfloch, das einen seiner wichtigsten Vermögensposten enthielt. Leider hatte der gesprächige und betrunkene Hexenmeister, der ihm den Tipp gegeben hatte, falsch gelegen. Es gab ein sicheres Haus, ja. Es gab sogar ein Schlupfloch.

Aber als Aeric sich seinen Weg hineingekämpft hatte, und eine große Menge an magischer Kraft verschwendet hatte, nicht zu erwähnen ein paar lang versprochene Gefallen eingelöst hatte, gab es nichts weiter außer einem Zimmer mit blitzendem Gold und Schätzen. Als Drache hatte ihn der vergoldete Raum begeistert, und er wollte sich tief in die kühle Sicherheit vergraben, aber Aeric war nicht erfreut.

Genauso wie der Hexenmeister, der mitten in der Nacht von einem wütenden Drachen geweckt worden war, der seine Edinburger Wohnung füllte. Der Drachen hatte sich jetzt seit zwei Tagen breitgemacht und Aeric kleine Einblicke in seine fieberhafte Suche nach ihr gegeben. Aeric wusste, er musste Fortschritte machen, und zwar schnell, damit er sich nicht ganz dem Drachen hingab.

Es wäre so einfach, den Drachen um die Welt reisen zu lassen, um nach seiner Partnerin zu suchen …

Das Problem war das Finden. Wenn der Drache sie mit reinem Glück fand, dann war Aeric sich nicht sicher, was passieren würde. Er glaubte nicht, dass der Drache ihr schaden würde, aber Aeric konnte den Drachen nicht seine Partnerin markieren und beanspruchen lassen. Er würde ihr Todesurteil unterschreiben, genauso wie sein eigenes unterschrieben worden war, sobald er und der Drachen eins wurden.

Gejagt wegen ihrer magischen Fähigkeiten, nicht zu erwähnen, den riesigen Ozean an Schätzen, die sie versteckten, waren Drachen auf eine Art wertvoll, die Aeric eine Gänsehaut bekommen ließ.

Der erste Drachen außer ihm selbst, auf den er ein Auge geworfen hatte, war ihm auf einem Markt in Persien begegnet. Der Idiot war bereits erwischt worden und wurde sorgfältig ausgeschlachtet, Blut und Schuppen und Zähne wurden aus seinem Körper geholt und zum Verkauf gegeben. Sie hatten den Kopf aufgehoben, vielleicht um eine Art Trophäe für den König zu präparieren. Aeric hatte in die Augen des anderen Drachen geschaut und sich die ganze Zeit gefragt, ob das Biest überhaupt tot war oder lebendig seziert wurde.

Er hatte so … lebendig ausgesehen.

Mit einem Schaudern zog Aeric seine Hosen hoch und begann sich anzuziehen. Das konnte nicht so weiter gehen, dass der Drache kam und ging, wie es ihm gefiel. Die Tatsache, dass er noch nicht entdeckt worden war und gejagt wurde, war erstaunlich. Es könnte von der Tatsache erklärt werden, dass er jede Nacht in einer anderen Stadt aufwachte, der Drache war wenigstens klug.

Naja … der Drache war vielleicht noch schlauer als Aeric, um ehrlich zu sein.

Sie waren einer im Ganzen, aber der Drache hatte eine Art kühle und berechnete Rücksichtslosigkeit, eine hartnäckige Beharrlichkeit, seine Ziele ohne Rücksicht auf seine Sicherheit oder das Leben von anderen zu erreichen.

So sehr er auch den Traum feierte, in denen sie ihm erschien, war es nicht mehr ausreichend. Den Drachen jagen zu lassen war nicht ausreichend, nicht annähernd.

Er brauchte eine besondere Art von Fähigkeiten, die nur in einem echten Orakel gefunden werden konnten und zufällig kannte er eins. Gabriel, einer seiner Guardians hatte ein Orakel als Partnerin genommen. Obwohl Aeric sich keine Illusionen machte, dass die Guardians nach seiner langen Abwesenheit und seinem wirkungsvollen Abbruch seines Vertrags mit Mere Marie erfreut wären ihn zu sehen, blieb ihm keine andere Wahl.

Er musste auf Knien zur Voodoo Königin zurückkehren, wenn das hieß, dass er eine Chance hatte, sie zu finden. Er würde alles tun, nur um …

Was? Sicherzugehen, dass sie in Sicherheit war? Sie in irgendeinem sicheren Haus von ihm verschanzen? Sie einsperren wie einen wunderschönen, seltenen Vogel?

Er musste nicht lange überlegen. Er musste sie zuerst finden und dann würde sich alles finden. Aeric war jetzt schon mehr als Tausend Jahre lebendig und bis jetzt hatte er gelernt, das Schicksal zu akzeptieren.

Widerstand war vergeblich, wie das Sprichwort sagte.

Er glitt aus dem Raum und ging aufs Dach, bereit sich zu verhüllen und loszufliegen. Er konnte nur hoffen, dass sein Drache dabei die Führung übernahm und ihn über den Ozean nach New Orleans trug.

Zum ersten Mal nach unzähligen Jahrhunderten würde Aeric Drekkon um Hilfe bitten.


Während er über Louisiana absank, war Aeric überrascht, seinen Bären aufsteigen zu fühlen. Der Drache hatte Aeric mehr Bewusstsein verliehen, als man normalerweise während des ganzen Flugs hatte. Als er hungrig und müde in die Nähe von New Orleans kam, war der Drache zurückgewichen, um den Bären an die Oberfläche kommen zu lassen, wenn auch nur kurz. Anders als der Drache, der als nahtloser Teil von Aeric funktionierte, war der Bär eine erworbene Form, das Ergebnis einer einjährigen Studie unter einem afrikanischen Magier, der sich auf Formenwandlung spezialisiert hatte.

Wissend, dass seine Drachenhälfte eine unmissverständliche Aura an Macht und Magie ausstieß, hatte Aeric lange Zeit nach einer guten Tarnung gesucht, um neugierige Zauberer in Schach zu halten. Alle Kith waren sich auf einigen Ebenen der Macht von anderen bewusst, das war die Natur der paranormalen Gemeinschaft. Sich als Bär verwandeln zu können, war Beweis genug für die meisten, dass Aeric nur ein sehr mächtiger Bärverwandler war und es hatte ihm bei einigen heftigen Meinungsverschiedenheiten geholfen, wo der Drache nicht ausbrechen und sie beschützen konnte.

In letzter Zeit hatte Aeric seinen Bären nie länger als für einen guten Lauf herausgelassen und erst recht nicht für eine Jagd. Der Bär kam ab und zu, neugierig auf ihre Partnerin, er war eifrig dabei, sich in Flüsse zu stürzen und Fische zu fangen und all die sorglosen Dinge zu tun, die ein Bär liebte.

Aeric versuchte den Bär zu besänftigen, ihn wissen zu lassen, dass er schon bald unter seinesgleichen wäre. Die Guardians waren hauptsächlich Bärenverwandler und schon bald würde es eine schnelle Wanderung in das Cajun-Gebiet geben, wo die Bären herumtollen und brüllen konnten. Aeric behütete seinen Bär, ein harter Kampf der Magie, der sich tief in seiner Persönlichkeit festgesetzt hatte. Der Bär beschützte ihn davor, entdeckt und gejagt zu werden und er bat nicht um viel als Gegenleistung. Im Vergleich zum Drachen war der Bär praktisch sanft.

Darmowy fragment się skończył.

Ograniczenie wiekowe:
0+
Data wydania na Litres:
08 lipca 2025
Objętość:
101 str. 3 ilustracji
ISBN:
9783969695197
Wydawca:
Właściciel praw:
Bookwire
Format pobierania:

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