Czytaj książkę: «Essbare Wildpflanzen einfach bestimmen»

Czcionka:

Essbare Wildpflanzen

einfach bestimmen

Steffen G. Fleischhauer

Jürgen Guthmann

Roland Spiegelberger

Essbare Wildpflanzen

einfach bestimmen

Die 50 beliebtesten Arten in mehr als 400 Farbfotos Mit Rezepten und Tipps für die Küche

AT Verlag

Haftungsausschluss

Die Angaben in diesem Buch sind alle sorgfältig erwogen und geprüft worden, dennoch sind sie ohne Gewähr.

Eine Haftung der Autoren, des Verlages oder seiner Beauftragten ist ausgeschlossen.

© 2016

AT Verlag, Aarau und München

Lektorat: Petra Holzmann, München

Fotos: S. Fleischhauer, C. Gassner, J. Guthmann, V. Nehrbaß,

R. Spiegelberger

Zeichnungen: Claudia Gassner

Grafische Gestaltung und Satz: AT Verlag, Aarau und München Bildaufbereitung: Vogt-Schild Druck, Derendingen

ISBN 978-3-03800-094-5

www.at-verlag.ch

eBook-Herstellung und Auslieferung:

Brockhaus Commission, Kornwestheim

www.brocom.de

Inhalt

Übersicht der Blätter

Übersicht der Blüten

Einleitung

Naturschutz und Grundregeln zum Sammeln von Wildpflanzen

Die beliebtesten essbaren Wildpflanzen nach ihren Lebensräumen

Ufer, Gräben, Quellen

Wälder und Gebüsche

Äcker, Gärten und Weinberge

Wegränder, Dämme und Schuttplätze

Wiesen und Weiden

Verwechslungsgefahr: Giftige Doppelgänger

Giftnotruf

Erntezeit-Tabelle der essbaren Wildpflanzen

Register der Pflanzennamen

Quellen- und Bildnachweis

Mitwirkende


Übersicht der Blätter


Übersicht der Blüten


Einleitung

Jahrtausendelang waren die essbaren Wildpflanzen ein wertvoller Bestandteil des menschlichen Lebens, denn unsere Vorfahren sammelten nicht nur einen großen Teil ihrer Nahrung in der freien Natur, sondern sie sammelten auch Erfahrungen und Kenntnisse im Umgang mit den wilden Pflanzen. Durch die alltägliche Nutzung der Vegetation wurde dieses Pflanzenwissen von den Eltern an die Kinder mündlich weitergegeben. Man lernte die geeigneten Sammelzeiten und Verarbeitungsmethoden kennen, vor allem erlernte man die sichere Pflanzenartenkenntnis. Vermitteln zu können, welche Pflanzen essbar und welche giftig oder heilsam sind, setzte voraus, dass die Menschen die Pflanzen sicher erkennen konnten.

Nur wenig von diesem auf den Wildpflanzen aufbauenden Teil unserer Nahrungskultur ist aktuell noch lebendig und überliefert. Wir sind auf ein Lebensmittelversorgungssystem durch Dritte angewiesen und haben dabei auch ein Stück Unabhängigkeit und Eigenständigkeit, was die eigene Nahrung betrifft, abgegeben.

Das vorliegende Buch soll dazu beitragen, einen Teil dieses Wildpflanzenwissens zu pflegen und lebendig zu erhalten. Hier wird versucht, die einzelnen Pflanzen so anschaulich zu erklären, wie dies sonst nur bei einer persönlichen Beschreibung der Pflanze vor Ort möglich ist.

So bildreich wie möglich stellen wir die Erkennungsmerkmale der 50 beliebtesten essbaren Wildpflanzen vor, dazu die ihrer giftigen Doppelgänger. Wir beschreiben die aktuellen und überlieferten Verwendungsmöglichkeiten der Pflanzen in der Küche und geben Ihnen viele Ideen für empfehlenswerte Zubereitungen, die gut zu den besonderen Eigenschaften der jeweiligen Wildpflanzen passen.

Die Natur bietet uns einen wahren Schatz ernährungsphysiologisch bedeutender essbarer Wildpflanzen. Diese sind ein kostbares Geschenk an uns, und ihnen gebührt deshalb auch unsere größte Wertschätzung und unser Dank.

Noch eine Bemerkung am Rande: Die Angst, sich beim Sammeln speziell von wildwachsenden Pflanzen mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren, ist nicht begründet. Genauso wie die unberührtere Natur durchstreift ein Fuchs auch Kultursalatfelder und Gärten. Man geht sogar davon aus, dass die größte Verbreitung der Fuchsbandwurmeier durch aufgewirbelten und eingeatmeten Staub von den Äckern oder durch Haustiere geschieht.

Die Natur lädt uns ein, ihre Schätze zu entdecken.

Wir wünschen Ihnen viel Freude an diesem Buch und bei Ihren Erlebnissen draußen in der Natur!

Steffen G. Fleischhauer

für das ganze Buchteam

Naturschutz und Grundregeln zum Sammeln von Wildpflanzen

Die grundlegenden Voraussetzungen beim Sammeln von Wildpflanzen sind das sichere Bestimmen der Pflanzen und der Respekt vor der Natur. Es bedarf etwas Zeit und Erfahrung, um geeignete und ergiebige Sammelorte zu finden.

Die wichtigsten Regeln:

 Nur so viel sammeln, wie man unmittelbar verbrauchen kann oder voraussichtlich als Vorrat benötigt.

 Nie geschützte Pflanzen sammeln. Regional können unterschiedliche Pflanzen geschützt oder gefährdet sein. Informieren Sie sich bei den örtlichen Naturschutzbehörden.

 Nie ganze Bestände abernten. Bei vereinzelt auftretenden Pflanzen dürfen nur wenige Teile geerntet werden. Besonders beim Ausgraben von Wurzeln ist größte Achtsamkeit geboten. Am Fundort müssen immer noch genügend Pflanzen stehen bleiben, um ihren Fortbestand zu sichern. Es soll nur jener Pflanzenteil gepflückt werden, der zur Verarbeitung notwendig ist.

 Es ist verboten, in Naturschutzgebieten zu sammeln.

Empfohlene Utensilien zum Sammeln der Pflanzen:

 Schere, Messer und Spatel zum Ernten

 Eventuell eine Lupe, um Bestimmungsdetails besser erkennen zu können

 Körbe und Papiertüten zum Transportieren der Pflanzen. (Ein stabiler Korb schützt die Pflanzen beim Transport vor Quetschungen; Papiertüten schützen sie vor Austrocknung. Lässt man die Pflanzen offen liegen, verlieren sie schnell wertvolle Inhaltsstoffe. Plastiktüten eignen sich bei Regenwetter; ansonsten schwitzen die Pflanzen darin und beginnen, sich zu zersetzen.)

 Handschuhe für stachelige oder die Haut reizende Pflanzen

Die beliebtesten essbaren Wildpflanzen nach ihren Lebensräumen




Gewöhnliche Brunnenkresse

Scharfe Würze aus klaren Gewässern

mehrjährig | 0,8 m | Mai bis September | weiß

Nasturtium officinale agg.

Standort: Die Brunnenkresse wächst an Quellen, in Gräben und im Röhricht klarer, schnell fließender Bäche; sie erträgt bis zu 1 Meter Wassertiefe.

Verwendung in der Küche


April–Oktober

Blätter und Triebe

Von April bis Oktober sind Blätter und Triebe der Brunnenkresse eine wohlschmeckende Zutat für Salate, die Triebspitzen und Blätter machen sich auch gut als Dekoration auf Gerichten. Erwärmt eignen sie sich für pürierte Suppen, aber auch wie Spinat zubereitet, für Brotaufstriche, Pesto, Kräutersaucen, Kräuterbutter, Kräuterkäse, Quiche und Eierspeisen wie Omeletts. Getrocknete Triebe können Rauchtabak beigemischt werden.


Mai–September

Blüten und Blütenknospen

Von Mai bis September kann man die weißen, würzigen Blüten und die knospigen Blütenstände roh essen, zum Beispiel in Salaten.


September–Oktober

Samen

Von September bis Oktober kann man die kleinen Samen der Brunnenkresse ernten. Sie werden beim Brotbacken mitverwendet, als Pfefferersatz genutzt oder zu Senf verarbeitet.

Geschmack: Die Pflanze schmeckt kresseartig scharf und erinnert an Rucola.

Rezeptidee

Brunnenkressesauce: Fein gehackte Brunnenkressetriebe mit saurer Sahne, etwas Essig, Knoblauch, Salz, Zitronensaft und ein wenig Ahornsirup verrühren. Passt gut geschmolzen auf heiße Nudeln, kalt zu Salaten oder als Dip zu Rohkostgemüse.


Die Blütenblätter sind weiß, die Staubbeutel gelb.


Das Blatt besteht aus ein bis vier Teilblattpaaren und einem Endabschnitt. Der Blattrand ist gekerbt.


An den Blattansätzen treiben die Stängel neue Wurzeln.


Die Triebe treiben aus einem dicken Wurzelgeflecht aus.

1 Die Stängel treiben an den Blattansätzen neue Wurzeln.

2 Jedes Blatt setzt sich aus 1–4 Teilblattpaaren (a) und einem größeren Endabschnitt (b) zusammen.

3 Der Blattrand ist schwach gekerbt.

4 Die Blütenblätter sind weiß und werden bis 5 mm lang.

5 Die Staubbeutel sind gelb.

6 Die Blüten sind in lockeren Trauben angeordnet, an der Spitze sind sie doldenartig gedrängt.

7 Der Fruchtstiel ist gekrümmt und wird bis 15 mm lang.

8 Die Frucht ist eine kurze, bis 2 cm lange Schote.

9 In der Frucht sind die Samen zweireihig angeordnet.

10 Die Oberfläche der Samen ist wabenartig unterteilt.


Das bittere Schaumkraut hat mehr als 4 Teilblattpaare und violette Staubbeutel.

Hinweise: Es gibt eine weitere sehr häufige, essbare Uferpflanze, die der Brunnenkresse zum Verwechseln ähnlich sieht und genauso in der Küche verwendet werden kann: Es ist das Bittere Schaumkraut (Cardamine amara). Die auffälligsten Unterschiede zur Gewöhnlichen Brunnenkresse sind, dass die Blätter des Bitteren Schaumkrautes mehr als 4 (bis zu 7) Teilblattpaare entwickeln, dass dessen Stängel mit Mark gefüllt und nicht hohl sind und dass seine Staubbeutel violett und nicht gelb sind.

Beide Pflanzen können an Gewässerufern stehen, wobei die Gewöhnliche Brunnenkresse deutlich sauberes, langsam fließendes Wasser braucht. Das Bittere Schaumkraut ist nicht so anspruchsvoll in Bezug auf die Wasserqualität.


Japanischer Flügelknöterich

Der milde Wildnisrhabarber

mehrjährig | 3 m | Juli bis Sept. | weiß bis hellgrün

Fallopia japonica

Standort: Der Japanische Flügelknöterich wächst an nährstoffreichen Standorten, er findet sich an Fluss- und Bachufern, an Waldwegen sowie an Bahndämmen und auf Schuttplätzen.

Verwendung in der Küche


März–April

Triebe

Von März bis April können die jungen Triebe des Japanischen Flügelknöterichs als aromatisches, schmelzend weiches Stängelgemüse in der Pfanne zubereitet oder als Grundlage für Saucen genutzt werden. Man kann die Triebe aber auch, ähnlich wie Rhabarber, für Kuchen und Torten, Kompott, Konfitüren und andere Süßspeisen verwenden. Im Frühjahr kann man die Triebe zudecken, damit sie weiß und zart bleiben. Diese weißen Triebe lassen sich zu salzig eingelegten Antipasti, zu würzigen Chutneys und vielem mehr verarbeiten.


August–September

Wurzeln

Die weichen Wurzelabschnitte können geschält als Kochgemüse zubereitet werden.

Geschmack: Der Grundgeschmack der Pflanze ist säuerlich und süß, rhabarberähnlich, aber milder.

Hinweise: Später im Jahr wird die Pflanze sehr holzig.

Generell nicht auf kontaminierten Standorten (z.B. Deponiegelände) sammeln, da die Pflanze Schwermetalle aus dem Boden einlagern kann.

Rezeptidee

Knöterich-Konfitüre: Etwa 20 cm hohe, junge, säuerliche Triebe ernten und in Stücke schneiden. Mit etwas Wasser und Zucker langsam weich kochen. Nach Belieben mit Vanille und Zitrone abschmecken. Die Pflanzenteile mit einem Schaumlöffel herausnehmen und den Saft noch weiter einkochen und eindicken lassen. Falls gewünscht, etwas Gelierzucker hinzufügen.

Die weich gekochten Pflanzenteile heiß in keimfrei ausgespülte Gläser geben und bis zum Rand mit dem kochend heißen Saft auffüllen, anschließend die Gläser gut verschließen.


Die Blätter sind am Grund gestutzt, oben zugespitzt und bis 13 cm lang.


Die Pflanze breitet sich flächig aus. Die Stängel verzweigen sich im oberen Bereich der Pflanze.


Die Blüte ist weiß und besteht aus 5 Hüllblättern, 8 Staubblättern und 3 Griffelästen.


Im Durchmesser werden die Stängel bis zu 2,5 cm breit.


1 Die Pflanze bildet starke Wurzelausläufer und treibt mehrere kräftige, sich oben verzweigende Stängel.

2 Die Stängel haben einen Durchmesser von bis zu 2,5 cm.

3 Die Blätter sind breit eiförmig, am Grund abgerundet oder gestutzt (a), oben zugespitzt (b) und bis 13 cm lang.

4 Die Blütenstände entspringen den Blattachseln.

5 Die Blüte ist weiß bis hellgrün und besteht aus 5 Hüllblättern (a), 8 Staubblättern (b) und 3 Griffelästen (c).

6 Bei der Frucht handelt es sich um eine dreikantige, geflügelte Nuss.


Die jungen Triebe sind weich und saftig.


Die Frucht ist dreikantig geflügelt.


Der Stängel ist rot gefleckt.


Drüsiges Springkraut

Eine Nascherei springt in die Tasche

einjährig | bis 2,5 m | Juli bis Oktober | purpurrot

Impatiens glandulifera

Standort: Das Drüsige Springkraut wächst in großen Herden in Überschwemmungsbereichen, Auenwäldern sowie an Ufern und Waldwegen.

Verwendung in der Küche


März–Juli

Blätter, Triebe und Keimlinge

Von April bis Juli lassen sich die jungen Blätter und weichen Triebspitzen als Gemüse kochen. Jedoch bleibt das Gemüse, selbst wenn man das Kochwasser häufiger wechselt, wenig schmackhaft und rau im Nachgeschmack. Viel besser sind die Keimlinge. Diese findet man im März. Sie schmecken gut und können auch roh zum Beispiel in Salaten gegessen werden.


Juli–Oktober

Blüten

Von Juli bis Oktober zeigt die Pflanze ihre aufwendig gestalteten Blüten. Sie sind mild süßlich im Geschmack und lassen sich in kleinen Mengen, nach Belieben in feine Streifen geschnitten, als essbare Dekoration einsetzen.


September–Oktober

Samen

Von September bis Oktober kann man die kleinen runden Samen des Springkrautes genießen, die ein überraschend gutes Nussaroma haben. Sowohl die jüngeren, noch weißen Samen als auch die ausgereiften schwarzen können roh genossen werden. Oder man verwendet sie als Nussbasis für Würzpasten, verarbeitet sie in Aufläufen, als Bratlinge oder Gebäck oder presst sie zu Speiseöl.

Geschmack: Die Samen und Keimlinge schmecken sehr gut nussig. Die Blüten sind mild mit zartem Blütenaroma. Das Kraut schmeckt weniger attraktiv, etwas kratzig.

Hinweise: Die Blätter und Triebe nicht roh konsumieren! Denn dann wirken sie stark abführend und harntreibend. Andere mitteleuropäische Springkrautarten (Impatiens noli-tangere, Impatiens parviflora) sind in gleicher Weise verwendbar.

Rezeptidee

Süße Springkrautsamen: Die Samen von grünen Kapselresten befreien. Mit Honig oder etwas Zucker in einer Pfanne erhitzen und unter ständigem Rühren karamellisieren. Abkühlen lassen. Die süßen Samen passen gut zu Naturjoghurt oder Vanilleeis.


Die Blüte wird bis 4 cm lang und weist einen abwärts gekrümmten Sporn auf.


Die Blätter sind länglich geformt und werden bis zu 25 cm lang.


Der Stängel ist oben verzweigt, geriffelt mit dunkelroten Drüsen und häufig rötlich überlaufen.


Die Samenkapsel springt im Reifezustand bei Berührung auf.


1 Im Frühjahr erscheinen zahlreiche zweiblättrige Keimlinge. Die Keimblätter sind in der Mitte gefurcht (a). Die Keimlingsstängel sind meist rötlich gefärbt (b).

2 Oben ist der Stängel verzweigt, geriffelt und oft rötlich überlaufen.

3 Die Blätter haben eine längliche Form, sie erreichen eine Länge von bis zu 25 cm.

4 Der Blattrand ist scharf gezähnt.

5 5 bis 20 rötlich bis weiß gefärbte Blüten bilden den Blütenstand.

6 Die Blüte erreicht eine Länge von 4 cm, sie hat einen abwärts gekrümmten Sporn (a).

7 Die Samenkapsel (a) springt im Reifezustand bei Berührung auf und schleudert mehrere dunkle, rundliche Samen (b) weit von sich weg.


Im Frühjahr erscheinen zweiblättrige Keimlinge, sie sind am Stängel meist rötlich gefärbt.


Die Keimblätter sind in der Mitte gefurcht.


Die Samenkapsel schleudert mehrere dunkle, rundliche Samen weit von sich.


Kohl-Kratzdistel

Ein bestechendes Gemüse

mehrjährig | 1,5 m | Juli bis Sept. | gelblich weiß

Cirsium oleraceum

Standort: Die Kohl-Kratzdistel wächst an nährstoffreichen und feucht-nassen Plätzen in Wiesen und Auen sowie an Ufern und Quellen.

Verwendung in der Küche


September–Frühjahr

Wurzeln

Im ersten Jahr erntet man von September bis ins Frühjahr die ergiebigen zarten Wurzeln der Pflanzen. Getrocknet und zu einem Gemüsemehl gemahlen, werden sie für Breie oder zum Strecken von Getreidemehl genutzt. Die geschälten frischen Wurzeln verwendet man als Koch- und Backgemüse.


April–Juni

Stängel, Blätter und Triebe

Von April bis Juni, also noch vor der Blüte, kann man die geschälten, weichen Stängel, die zarten Blätter und jungen Triebe roh essen oder zu Kochgemüse oder Spinat verarbeiten. Große Blätter, denen man die Stacheln und groben Fasern entfernt, kann man auch noch später ernten.


Juni–September

Blüten

Der Blütenboden am Grund der Blütenköpfe, auch von noch nicht erblühten Blütenköpfen, lässt sich von Juni bis September als Kochgemüse zubereiten; jedoch ist es sehr aufwendig, ihn zu schälen.

Geschmack: Der Grundgeschmack der Pflanze erinnert an Kopfsalat, der der Blütenböden an Artischocke.

Hinweis: Alle anderen mitteleuropäischen Kratzdistelarten (Cirsium) sind ebenso verwendbar.

Rezeptidee

Distelstrudel: 500 g Mehl mit einem getrichenen TL Salz, einem TL Essig, 2 EL Öl oder Butter und etwas Wasser gründlich verkneten. An einem warmen Ort zugedeckt 1 Stunde ruhen lassen. Blätter der Kohl-Kratzdistel ernten und mit einer Schere die Stacheln vom Rand abschneiden. Dann die Blätter quer zur Faser in feine Streifen schneiden. Die Streifen mit etwas Salz, Zwiebeln, Knoblauch und Pfeffer dünsten. Den Teig sehr dünn ausrollen und die Pflanzenfüllung auf den Teig geben. Etwas Käse darüberreiben, alles zu einem Strudel rollen und diesen im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad etwa 40 Minuten backen.


Die Pflanze wächst gerne auf nassen Wiesen und Quellbereichen; sie wird bis 1,5 m hoch.


Die Blätter sind unterschiedlich geformt, die Bandbreite reicht von ungeteilt bis tief gespalten.


Der von den einzelnen kleinen Blüten befreite Blütenboden ist fleischig.


Die Stängel sind gefurcht und nur zerstreut behaart.


1 Quer im Boden liegt der Wurzelstock.

2 Die Stängel stehen aufrecht, sie sind gefurcht und nur zerstreut behaart.

3 Die Blätter haben unterschiedliche Formen, von ungeteilt bis tief gespalten.

4 Der Blattrand ist gezähnt, auf den Blattzähnen weich bedornt und nur wenig stechend.

5 Die Stängelblätter umfassen den Stängel mit herzförmigem Grund.

6 Unterhalb des Blütenkorbes finden sich bleich gelb-grüne, ungeteilte Hochblätter.

7 Die Blütenkörbe sind büschelig zu 2–6 an der Spitze der Pflanze angeordnet.

8 Die Blüten sind blassgelb.

9 Die Früchte haben einen langen Haarkranz.


Die Früchte sehen aus wie kleine Pinsel mit langen Haaren.


Der Wurzelstock liegt quer im Boden.


Auch die jüngsten Blätter haben schon feine Stacheln.



Wälder und Gebüsche

Bär-Lauch

Ein bärenstarker Jungbrunnen

mehrjährig | 0,4 m | April bis Mai | weiß

Allium ursinum

Standort: Der Bär-Lauch bevorzugt schattig-nährstoffreiche Standorte in meist feuchten Laubmisch- und Auenwäldern und im Besonderen in quelligen Rinnen und Schluchten.

Verwendung in der Küche


März–April

Blätter

Von März bis April kann man die stark nach Knoblauch duftenden Blätter des Bär-Lauchs zu Pesto verarbeiten oder in Kräuterquark, als Brotbelag, in Kräuterbutter, Kräuterkäse, Saucen und Gemüsegerichten genießen.


April–Mai

Blütenknospen und Blüten

Die Blütenknospen lassen sich wie Antipasti in Öl, Essig oder Salzlake einlegen. Die Blüten nutzt man von April bis Mai als essbare Dekoration.


Mai–Februar

Zwiebeln

Nachdem sich die Blätter der Pflanze zersetzt haben, kann man von Mai bis zum Februar des folgenden Jahres die etwa 20 cm tief in der Erde steckenden Zwiebeln einlegen oder, ähnlich der Knoblauchzehe, als scharfes Speisegewürz verwenden.


Juni

Samen

Im Juni kann man die noch grünen, runden Samen wie grünen Pfeffer unter Weichkäse, Saucen oder Gemüse mischen. Die ausgereiften Samen trocknet man und mahlt sie zu einem pfeffrigen Trockengewürz.

Geschmack: Die Pflanze schmeckt scharf, intensiv knoblauchartig und aromatisch.

Hinweis! Die Pflanze ähnelt den gefährlich giftigen Pflanzen Herbstzeitlose, Maiglöckchen und Aronstab, siehe Seite 243, 241, 239.

Rezeptidee

Blütenknospen in Öl: Bärlauchknospen waschen, mit Salz bestreuen und über Nacht ziehen lassen. Danach erneut gründlich waschen, abtropfen lassen und trocken tupfen. Die trockenen Knospen in saubere Schraubgläser füllen, mit Öl bedecken und kühl lagern.


Der Bär-Lauch tritt flächig in großen Herden auf.


Junge Blätter sprießen aus dem Boden und haben noch nicht den markanten Stiel entwickelt.


Der Blütenstand ist kugelig und trägt bis zu 20 Blüten.


Der sich in der Blüte entwickelnde Fruchtstand ist dreiteilig und grün.


1 Die Zwiebel ist sehr schmal, sie ist nur geringfügig von der Basis der beiden Laubblätter abgesetzt.

2 Die Blütenstängel sind im Querschnitt dreikantig und unbeblättert, sie werden bis über 40 cm lang.

3 Die Stängelbasis ist zumeist von einer weißlichen Haut umgeben.

4 Die Blätter entspringen meist zu zweien einer Zwiebel, sind länglich, ganzrandig und werden (ohne Stiel) bis über 20 cm lang.

5 Der Blattstiel ist hell gefärbt und wird im Unterschied zu den nur wenig gestielten Blättern des Maiglöckchens bis 20 cm lang.

6 Die Blattoberseiten glänzen, die Unterseiten sind matt.

7 Die Blattspitzen sind im Unterschied zum Maiglöckchen nach hinten gerichtet.

8 Der Blütenstand ist kugelig und trägt bis zu 20 Blüten.

9 Die Blütenhülle wird von 6 weißen, bis

1 cm langen Blütenhüllblättern (Perigonblättern) und 6 etwa halb so langen Staubblättern gebildet.

10 Die Knospenhülle vertrocknet rasch.

11 Der Fruchtstand ist lang gestielt, meist dreiteilig und grün.


Blätter und Blütenknospe. Die Stängelbasis ist von einer weißlichen Haut umgeben.


Kantiger Blütenstängel links. Blattstiel rechts.


Die Zwiebeln des Bär-Lauchs sind sehr schmal.


Knoblauchsrauke

Wilde Mischung aus Knoblauch und Senf

zweijährig | 1 m | April bis Mai | weiß

Alliaria petiolata

Standort: Die Knoblauchsrauke kommt an nährstoffreichen Standorten an Wald- und Wegrändern, im Auenwald sowie in Hecken und verwilderten Gärten vor.

Verwendung in der Küche


Herbst–Frühjahr

Wurzeln

Jeweils im Herbst und im Frühjahr, bevor die Pflanzen in die Höhe schießen, werden die Wurzeln geerntet und als scharfes Gewürz, zum Beispiel für Bratgerichte und Käseplatten, verwendet.


April–Juni

Blätter und Triebe

Von April bis Juni lassen sich die Blätter und jungen Triebe der Knoblauchsrauke als Küchengewürz oder als Grundlage verschiedener Salate, Gemüsegerichte, Gemüsefüllungen, für Aufläufe und Suppen, in Kräuterquark und Kräuterbutter verwerten oder als Pesto benutzen.


April–Mai

Blüten

Von April bis Mai eignen sich die Blütenstände als würzige, helle Speisendekoration.


Ende Mai-Juni bzw. Juli-August

Samen

Die jungen, grünen, noch zarten Samenschoten verwertet man von Ende Mai bis Juni als Frischgewürz zu diversen Speisen. Die ausgereiften Samen kann man von Juli bis August mahlen und mit etwas Essig und Salz zu Senf verarbeiten.

Geschmack: Der Grundgeschmack der Pflanze ist eine gute Mischung aus mildem Knoblauch und Senf. Die Wurzel schmeckt aromatisch scharf, ähnlich wie Meerrettich.

Rezeptidee

Wurzelpaste: Um die Geschmacksstoffe möglichst ohne Verlust einzufangen, die frisch geernteten Wurzeln der Knoblauchsrauke direkt in ein mildes Speiseöl raspeln.

Es sollte eine pastenartige Konsistenz entstehen. Mit Salz abschmecken. Mundet vorzüglich aromatisch scharf.


Die zierlichen Blüten haben 4 weiße Blütenblätter.


Die Wurzel ist weiß und riecht beim Reiben nach Meerrettich.


Die Grundblätter sind rundlich. Die Stängelblätter dreieckig bis herzförmig.


Während der Fruchtreife verliert die Pflanze ihre Stängelblätter.


1 Der Stängel ist aufrecht, kräftig, etwas kantig, überwiegend kahl und nur an der Basis stärker behaart.

2 Die Grundblätter sind lang gestielt, rundlich oder nieren- bis herzförmig und riechen beim Zerreiben nach Knoblauch.

3 Die Stängelblätter sind kurz gestielt und dreieckig bis herzförmig.

4 Alle Blätter sind kahl und dünn.

5 Der Blattrand ist buchtig und unregelmäßig gezähnt.

6 Die Blüten sind zierlich und weiß.

7 Bei der Frucht handelt es sich um eine bis

6 cm lange, vierkantige, aufrecht gestellte Schote mit 6–8 schwarzen Samen.

8 Bei Reife reißt die Schote von unten nach oben allmählich auf und fällt schließlich ab.

9 Der Fruchtstiel ist kurz und annähernd so dick wie die Schote.


Die Frucht ist eine aufrecht gestellte Schote mit schwarzen Samen.


Die Stängelbasis ist behaart.


Im Frühjahr sieht man nur die Grundblätter.


Gewöhnlicher Hopfen

Gibt dem Bier Geschmack

mehrjährig | 6 m | Juli bis August | grün

Humulus lupulus

Standort: Der Hopfen wächst bevorzugt in Auenwäldern, aber auch in Gebüschen und Hecken.

Verwendung in der Küche


September–Frühjahr

Wurzeln

Ab September bis ins Frühjahr kann man die jungen Wurzeln als Backofen-, Pfannenoder Kochgemüse verwenden.


April–Juli

Blätter und Triebe

Klein geschnitten kann man aus zarten Blättern und weichen Trieben von April bis Juli diverse Gemüsegerichte und Gemüsefüllungen zubereiten oder sie Salaten und Eierspeisen, wie zum Beispiel Omelett, beifügen. Die jungen, etwas kratzig wirkenden Triebspitzen des Hopfens eignen sich gut für eine Art Spargelgemüse. Man kann sie auch wie Spinat kochen oder roh ausgepresst zu frischem Gemüsesaft verarbeiten. Die reiferen Blätter und Pflanzenstängel mischte man früher unter Rauchtabak.


Juli–August

Blüten

Die männlichen Blüten verwendet man von Juli bis August gedünstet als zartes Gemüse. Die weiblichen Blüten sind mitunter etwas bitterer, können aber auch so verwendet werden.


August–September

Fruchtstände

Die Fruchtstände des Hopfens sind große, weiche Zapfen. Sie ergeben von August bis September die bekannte Bierwürze. Man kann sie aber auch zur Bereitung von Tee und Spirituosen nutzen.

Geschmack: Die Triebe des Hopfens schmecken spinatartig. Die Zapfen haben das typische Bieraroma.

Rezeptidee

Hopfen-Spargel: Von April bis in den

Sommer die obersten Triebspitzen (ca. 30 cm) abschneiden, waschen und größere Blätter entfernen. Die Triebe in Salzwasser weich kochen. Anschließend heiß mit zerlassener Butter und Kräutersalz servieren. Passt gut zu Reis oder Kartoffeln.


Die männlichen Blüten stehen in Rispen und haben helle Blütenhüllen.


Der Hopfen windet sich (rechts herum) mithilfe von lianenartigen Trieben.


Die weiblichen Blütenstände sind lang gestielt.


Die Blätter sitzen paarweise an den Stängeln.


1 Der Hopfen windet sich (rechts herum) mithilfe von lianenartigen, 3–6 m langen, rauen Trieben an Gerüsten oder anderen Pflanzen hoch.

2 An den rauen Stängeln sind die Blätter paarweise angeordnet.

3 Die Blätter sind in der Mehrzahl drei- bis fünflappig, ihre Farbe ist dunkelgrün, die Beschaffenheit rau, fest.

4 Die oberen Blätter sind häufig ungeteilt.

5 Die Blattoberseiten sind durch angedrückte Borsten rau.

6 Der Blattrand ist stark gezähnt.

7 Der Hopfen ist zweihäusig, d.h. es gibt Pflanzen mit weiblichen (a) oder mit männlichen Blüten (b).

8 Die weiblichen Fruchtstände sind zapfenartig.

9 Die männlichen Blütenstände entspringen den Blattachseln.

10 Die männliche Blüte hat eine weißlichgrüne Blütenhülle (a) und 5 gelbliche Staubblätter (b).

11 Bei der Frucht handelt es sich um ein etwa 3 mm langes, helles Nüsschen.


Die dicken Wurzeln bilden vor allem im Frühjahr weiße Triebe aus.


In den hellen, reifen Zapfen liegt die Frucht.


Die Stängel sind rau und innen saftig.


Wald-Erdbeere

Süßer Genuss aus dem Wald

mehrjährig | 0,2 m | April bis Juni | weiß

Fragaria vesca

Standort: Die Wald-Erdbeere kommt häufig an Waldwegen und auf Waldlichtungen vor und bisweilen auch an Gebüsch- und Heckenrändern.

Darmowy fragment się skończył.

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