Czytaj książkę: «Buchführung und Jahresabschluss nach Handels- und Steuerrecht»

BWL Bachelor Basics
Herausgegeben von Horst Peters
Jörg Graetz
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1. Auflage 2020
Alle Rechte vorbehalten
© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Print:
ISBN 978-3-17-033656-8
E-Book-Formate:
pdf: ISBN 978-3-17-033657-5
epub: ISBN 978-3-17-033658-2
mobi: ISBN 978-3-17-033659-9
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Inhalt
1 Geleitwort des Reihenherausgebers
2 Vorwort: Aufgabenstellung und Vorgehensweise
3 1 Rahmenbedingungen der Einführung und Anwendung eines Systems der Buchführung und der Jahresabschlusserstellung
4 1.1 Einordnung in das betriebliche Rechnungswesen
5 1.2 Finanzbuchhaltung und Jahresabschluss in der praktischen Anwendung
6 2 Grundlagen der Erfassung von Geschäftsprozessen in der Buchführung
7 2.1 Überblick Buchungssystematik
8 2.2 Rechtliche Rahmenbedingungen und Organisation der Buchführung in der Praxis
9 2.2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
10 2.2.1.1 Buchführungspflicht nach Handels- und Steuerrecht
11 2.2.1.2 Rechtliche Anforderungen an die Ausgestaltung der Buchführung
12 2.2.2 Organisation der Buchführung in der Praxis
13 2.2.2.1 Buchführungssystem in Konten
14 2.2.2.2 Erfassung von Geschäftsvorfällen auf Konten
15 2.2.2.3 Organisation der Buchführung
16 2.3 Gesamtablauf einer Buchführung anhand eines praktischen Beispiels
17 2.3.1 Ausgangssituation
18 2.3.2 Gründung der PB Möbel-Design GmbH
19 2.3.3 Eröffnungsbilanz der PB Möbel-Design GmbH
20 2.3.4 Rumpfgeschäftsjahr 01. November bis 31. Dezember 04 der PB Möbel-Design GmbH
21 2.3.4.1 Geschäftsvorfälle November 04
22 2.3.4.2 Geschäftsvorfälle Dezember 04
23 2.3.4.3 Jahresabschluss zum Stichtag 31. Dezember 04
24 2.3.5 Eröffnung der Konten zum 01. Januar 05
25 2.4 Zusammenfassung Gesamtablauf
26 2.5 Umsatzsteuerliche Pflichten und buchhalterische Wirkungen
27 3 Grundlagen der Abbildung von Geschäftsprozessen im Jahresabschluss
28 3.1 Überblick über das System des Jahresabschlusses
29 3.2 Rahmenbedingungen der Jahresabschlusserstellung nach handelsrechtlichen Vorschriften (HGB)
30 3.2.1 Verpflichtung zur Aufstellung des Jahresabschlusses
31 3.2.2 Anforderungen an den Inhalt des Jahresabschlusses
32 3.2.2.1 Aufgaben des Jahresabschlusses
33 3.2.2.2 Instrumente des Jahresabschlusses
34 3.2.2.3 Rechtsquellen
35 3.2.2.4 GoB als fundamentale Grundsätze
36 3.2.3.5 Fristen zur Aufstellung des Jahresabschlusses sowie Offenlegung
37 3.2.3.6 Zusammenfassung der rechtsformspezifischen Regelungen zum Jahresabschluss
38 3.2.3 Ordnungsgemäße Inventur als Voraussetzung der Jahresabschlusserstellung
39 3.2.4 Aufbewahrungspflichten
40 3.3 Rahmenbedingungen der Jahresabschlusserstellung nach steuerrechtlichen Vorschriften (EStG)
41 3.3.1 Verpflichtung zur Aufstellung des Jahresabschlusses nach Steuerrecht
42 3.3.2 Anforderungen an den Inhalt des Jahresabschlusses nach Steuerrecht
43 3.3.2.1 Aufgaben und Instrumente des Jahresabschlusses nach steuerrechtlichen Vorschriften
44 3.3.2.2 Rechtsquellen und Anforderungen an die Gestaltung der Inhalte der steuerlichen Gewinnermittlung
45 3.4 Erstellung des Jahresabschlusses als Entscheidungsproblem
46 3.5 Grundfragen der Abbildung von Geschäftsprozessen im handelsrechtlichen Jahresabschluss
47 3.5.1 Bilanzansatz von Vermögensgegenständen und Schulden
48 3.5.2 Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden
49 3.5.3 Ausweis in der Bilanz
50 3.5.4 Aufwendungen und Erträge
51 3.6 Grundfragen der Abbildung von Geschäftsprozessen im Jahresabschluss nach steuerrechtlichen Vorschriften
52 3.6.1 Ansatz von Wirtschaftsgütern in der Steuerbilanz
53 3.6.2 Bewertung von Wirtschaftsgütern in der Steuerbilanz
54 3.6.3 Ausweis in der Steuerbilanz
55 3.6.4 Betriebsausgaben und Betriebseinnahmen
56 3.6.5 Gesonderte Steuerbilanz oder Überleitungsrechnung
57 3.7 Überblick über die Arbeiten zur Erstellung eines Jahresabschlusses
58 4 Abbildung der typischen Geschäftsprozesse eines produzierenden Unternehmens
59 4.1 Eigenkapitalausstattung
60 4.1.1 Prozessvorstellung
61 4.1.2 Buchhalterische Erfassung
62 4.1.3 Abbildung der betroffenen Posten im Jahresabschluss nach Handels- und Steuerrecht
63 4.2 Fremdkapitalausstattung
64 4.2.1 Prozessvorstellung
65 4.2.2 Buchhalterische Erfassung
66 4.2.3 Abbildung der betroffenen Posten im Jahresabschluss nach Handels- und Steuerrecht
67 4.2.3.1 Ansatz und Ausweis in der Bilanz
68 4.2.3.2 Bewertung in der Bilanz
69 4.2.3.3 Anwendungsfall
70 4.2.3.4 Zusammenfassende Übersichten
71 4.3 Ausstattung des Unternehmens mit zur langfristigen Nutzung bestimmten Gegenständen
72 4.3.1 Prozessvorstellung
73 4.3.2 Buchhalterische Erfassung
74 4.3.2.1 Zugänge
75 4.3.2.2 Planmäßige Abschreibungen
76 4.3.2.3 Abgänge
77 4.3.2.4 Anlagenbuchhaltung
78 4.3.3 Abbildung der betroffenen Posten im Jahresabschluss nach Handels- und Steuerrecht
79 4.3.3.1 Ansatz und Ausweis in der Bilanz
80 4.3.3.2 Bewertung in der Bilanz
81 4.3.3.3 Anwendungsfälle
82 4.3.3.4 Zusammenfassende Übersichten
83 4.3.3.5 Besonderheiten bei immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens
84 4.3.3.6 Besonderheiten bei Grundstücken
85 4.3.3.7 Anlagenspiegel
86 4.4 Beschaffung und Verbrauch von Material und Waren
87 4.4.1 Prozessvorstellung
88 4.4.2 Buchhalterische Erfassung
89 4.4.2.1 Zugänge
90 4.4.2.2 Abgänge (Verbrauch)
91 4.4.2.3 Exkurse
92 4.4.2.4 Lagerbuchhaltung
93 4.4.3 Inventur und Inventar
94 4.4.4 Abbildung der betroffenen Posten im Jahresabschluss nach Handels- und Steuerrecht
95 4.4.4.1 Ansatz und Ausweis in der Bilanz
96 4.4.4.2 Bewertung in der Bilanz
97 4.4.4.3 Anwendungsfall
98 4.4.4.4 Zusammenfassende Übersichten
99 4.5 Verkauf von Erzeugnissen und Waren
100 4.5.1 Prozessvorstellung
101 4.5.2 Buchhalterische Erfassung
102 4.5.2.1 Zugänge
103 4.5.2.2 Abgänge (Erfüllung durch Zahlungseingang)
104 4.5.2.3 Kontokorrentbuchhaltung
105 4.5.3 Inventur und Inventar
106 4.5.4 Abbildung der betroffenen Posten im Jahresabschluss nach Handels- und Steuerrecht
107 4.5.4.1 Ansatz und Ausweis in der Bilanz
108 4.5.4.2 Bewertung in der Bilanz
109 4.5.4.3 Anwendungsfall
110 4.5.4.4 Zusammenfassende Übersichten
111 4.6 Herstellung und Lagerung von Erzeugnissen
112 4.6.1 Prozessvorstellung
113 4.6.2 Buchhalterische Erfassung
114 4.6.2.1 Mehrungen und Minderungen des Lagerbestandes
115 4.6.2.2 Lagerbuchhaltung
116 4.6.3 Inventur und Inventar
117 4.6.4 Abbildung der betroffenen Posten im Jahresabschluss nach Handels- und Steuerrecht
118 4.6.4.1 Ansatz und Ausweis in der Bilanz
119 4.6.4.2 Bewertung in der Bilanz
120 4.6.4.3 Anwendungsfall
121 4.6.4.4 Zusammenfassende Übersichten
122 4.7 Erwerb und Nutzung von Finanztiteln
123 4.7.1 Prozessvorstellung
124 4.7.2 Buchhalterische Erfassung der Prozesse
125 4.7.2.1 Zugänge
126 4.7.2.2 Kapitalerträge
127 4.7.2.3 Abgänge
128 4.7.3 Abbildung der betroffenen Posten im Jahresabschluss nach Handels- und Steuerrecht
129 4.7.3.1 Ansatz und Ausweis in der Bilanz
130 4.7.3.2 Bewertung in der Bilanz
131 4.7.3.3 Anwendungsfälle
132 4.7.3.4 Zusammenfassende Übersichten
133 4.8 Weitere ausgewählte Geschäftsprozesse
134 4.8.1 Anzahlungen
135 4.8.2 Steuern des Unternehmens
136 4.8.3 Personal
137 5 Durchführung und Abbildung der vorbereitenden Jahresabschlussarbeiten
138 5.1 Inventurdurchführung sowie stichtagsbezogene Bewertung des Vermögens und der Verbindlichkeiten
139 5.2 Maßnahmen der Periodenabgrenzung durch Rechnungsabgrenzungsposten
140 5.2.1 Regelfälle der Rechnungsabgrenzung
141 5.2.2 Disagio bei Darlehensaufnahme
142 5.3 Passivierung ungewisser Schulden mittels Rückstellungen
143 5.3.1 Einordnung
144 5.3.2 Bilanzansatz von Rückstellungen
145 5.3.2.1 Bilanzrechtliche Qualifikation als Schuld und Einteilung in Rückstellungskategorien
146 5.3.2.2 Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten
147 5.3.2.3 Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften
148 5.3.2.4 Rückstellungen für unterlassene Instandhaltung (Aufwandsrückstellungen)
149 5.3.3 Bewertung von Rückstellungen
150 5.3.4 Buchhalterische Erfassung
151 5.3.5 Anwendungsfälle
152 5.4 Exkurs: Das Privatkonto bei Einzelunternehmen
153 5.5 Weitere Arbeiten
154 6 Ergänzende Berichtsinstrumente
155 6.1 Anhang
156 6.2 Lagebericht
157 Anhang A: Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung
158 Bilanzgliederung nach § 266 Abs. 2 und 3 HGB
159 Gewinn- und Verlustrechnung nach § 275 HGB
160 Anhang B: Kontenrahmen
161 Anhang C: Lösungen Buchhaltung PB Möbel-Design GmbH für das Geschäftsjahr 04
162 Anhang D: Literatur
Geleitwort des Reihenherausgebers
Das vorliegende Lehrbuch ist Teil der Lehrbuchreihe BWL Bachelor Basics. Dieses Buch sowie alle anderen Werke der Reihe folgen einem Konzept, das auf die Leserschaft – nämlich Studierende der Wirtschaftswissenschaften – passgenau zugeschnitten ist.
Ziel der Lehrbuchreihe BWL Bachelor Basics ist es, die zu erwerbenden Kompetenzen in einem wirtschaftswissenschaftlichen Bachelor-Studiengang wissenschaftlich anspruchsvoll, jedoch zugleich anwendungsorientiert und kompakt abzubilden. Dies bedeutet:
• Ein hoher wissenschaftlicher Anspruch geht einher mit einem gehobenen Qualitätsanspruch an die Werke. Präzise Begriffsbildungen, klare Definitionen, Orientierung an dem aktuellen Stand der Wissenschaft seien hier nur beispielhaft erwähnt. Die Autoren sind ausgewiesene Wissenschaftler und Experten auf ihrem Gebiet. Die Reihe will sich damit bewusst abgrenzen von einschlägigen »Praktikerhandbüchern« zweifelhafter Qualität, die dem Leser vorgaukeln, Betriebswirtschaftslehre könnte man durch Abarbeiten von Checklisten erlernen.
• Zu einer guten Theorie gehört auch die Anwendung der wissenschaftlichen Erkenntnisse, denn Wissenschaft sollte kein intellektueller Selbstzweck sein. Deshalb steht stets auch die Anwendungsorientierung im Fokus. Schließlich verfolgt der Studierende das Ziel, einen berufsqualifizierenden Abschluss zu erwerben. Die Bücher haben diese Maxime im Blick, weshalb jedes Buch neben dem Lehrtext u. a. auch Praxisbeispiele, Übungsaufgaben mit Lösungen sowie weiterführende Literaturhinweise enthält.
• Zugleich tragen die Werke dem Wunsch des Studierenden Rechnung, die Lehr- und Lerninhalte kompakt darzustellen, Wichtiges zu betonen, weniger Wichtiges wegzulassen und sich dabei auch einer verständlichen Sprache zu bedienen. Der Seitenumfang und das Lesepensum werden dadurch überschaubar. So eignen sich die Bücher der Lehrbuchreihe Bachelor Basics auch hervorragend zum Selbststudium und werden ein wertvoller Begleiter der Lehrmodule sein.
Die Reihe umfasst die curricularen Inhalte eines wirtschaftswissenschaftlichen Bachelor-Studiums. Sie enthält zum einen die traditionellen volks- und betriebswirtschaftlichen Kernfächer, darüber hinaus jedoch auch Bücher aus angrenzenden Fächern sowie zu überfachlichen Kompetenzen. Um auf neue Themen und Entwicklungen reagieren zu können, wurde die Edition bewusst als offene Reihe konzipiert und die Zahl möglicher Bände nicht nach oben begrenzt.
Die Lehrbuchreihe Bachelor Basics richtet sich im Wesentlichen an Studierende der Wirtschaftswissenschaften an Hochschulen für angewandte Wissenschaften, an dualen Hochschulen, Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien und anderen Einrichtungen, die den Anspruch haben, Wirtschaftswissenschaften anwendungsorientiert und zugleich wissenschaftlich anspruchsvoll zu vermitteln. Angesprochen werden aber auch Fach- und Führungskräfte, die im Sinne der beruflichen und wissenschaftlichen Weiterbildung ihr Wissen erweitern oder auffrischen wollen. Als Herausgeber der Lehrbuchreihe möchte ich mich bei allen Autorinnen und Autoren bedanken, die sich für diese Reihe engagieren und einen Beitrag hierzu geleistet haben.
Ich würde mich sehr freuen, wenn das ambitionierte Vorhaben, wissenschaftliche Qualität mit Anwendungsorientierung und einer kompakten, lesefreundlichen und didaktisch an die Bachelor-Studierenschaft abgestimmten Gestaltung zu kombinieren, dem Leser bei der Bewältigung des Bachelor-Lernstoffes hilfreich sein wird und es die Anerkennung und Beachtung erhält, die es meines Erachtens verdient.
Horst Peters
Vorwort: Aufgabenstellung und Vorgehensweise
Aufgabe dieses Lehrbuches ist die Vermittlung der Befähigung zur Führung von Büchern und zur Erstellung des Jahresabschlusses eines Unternehmens nach handels- bzw. steuerrechtlichen Vorschriften.
Um diese Aufgabe zu erfüllen, erfolgt eine konsequente Orientierung an den entsprechenden Tätigkeiten in der Praxis und der Vermittlung der hierzu notwendigen Fertigkeiten.
Gegenstand der berufspraktischen Tätigkeit ist die Verarbeitung realer Geschäftsprozesse sowohl in der Finanzbuchführung als auch nachfolgend im Jahresabschluss. Dient die Buchführung vorrangig der Erfassung der Unternehmensprozesse, bezweckt der Jahresabschluss die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Die dazu eingesetzten Instrumente sind insbesondere die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung, die beide Teile des externen Rechnungswesens sind.
Reale Geschäftsprozesse bzw. deren Gestaltungen stehen generell im Mittelpunkt betrieblicher Analysen und Entscheidungen. Bilanzielle Aspekte haben dabei ein hohes praktisches Gewicht. Die zentrale Bedeutung der Abbildung der Unternehmenslage im externen Rechnungswesen ist in der Information des Unternehmensumfeldes zu sehen. Insbesondere Außenstehende werden mittels Bilanzen über das Unternehmen und seine finanzielle Lage informiert. Zudem knüpft daran die Zahlungsbemessung in Bezug auf Ertragsteuern bzw. auf Ausschüttungen des Unternehmens an ihre Gesellschafter oder Inhaber an. Beide Aspekte sind aus Sicht des Unternehmens optimal zu erfüllen, damit die Adressaten die gewünschten Eindrücke vom Unternehmen erhalten. Dabei gilt es rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten, aber auch rechtliche Gestaltungsmöglichkeiten zu nutzen. Zudem erfordert auch die interne Steuerung des Unternehmens Informationen über die Unternehmenslage.
Die Bedeutung der Kenntnisse über Buchhaltung und Jahresabschluss reduziert sich nicht nur auf die optimale Abbildung bereits durchgeführter realer Geschäftsprozesse in Buchführung und Jahresabschluss. Vielmehr gilt es auf allen Ebenen des Unternehmens bereits im Vorfeld bilanzielle Folgewirkungen in die Entscheidungen über Gestaltungen realer Prozesse einzubeziehen. Somit betrifft das Themengebiet Entscheidungsverantwortliche in allen Unternehmensbereichen.
Die vorstehenden Ausführungen implizieren die Notwendigkeit der Verknüpfung von drei Themenfeldern in diesem Lehrbuch: Buchhalterische Erfassung von Geschäftsprozessen mit handelsrechtlicher Jahresabschlusserstellung und bilanzsteuerrechtlicher Gewinnermittlung.
Ein gegründetes Unternehmen wird durch das Rumpfwirtschaftsjahr der Gründung und das erste volle Wirtschaftsjahr begleitet. Das Rumpfwirtschaftsjahr hat eine Dauer von zwei Monaten (01. November bis 31. Dezember) und dient zunächst der Vermittlung der Grundlagen und der Technik von Buchführung und Jahresabschlusserstellung nach Handels- und nach Steuerrecht anhand ausgewählter grundlegender realer Geschäftsprozesse. Das folgende volle Wirtschaftsjahr umfasst zwölf Kalendermonate (01. Januar bis 31. Dezember) und knüpft dabei an die wichtigen Real- und Finanzgüterbewegungen eines Produktionsunternehmens an. Für die konkreten Geschäftsprozesse werden jeweils gebündelt die buchhalterische Erfassung und die anschließende Weiterverarbeitung für Zwecke des Jahresabschlusses unter Berücksichtigung der steuerbilanziellen Auswirkungen erörtert. Die nach dem Ablauf des Geschäftsjahres durchzuführenden weiteren sogenannten vorbereitenden Jahresabschlussarbeiten runden als Schlusspunkt des Ablaufes der Jahresabschlusserstellung die Darstellung ab. Die verfügbaren Gestaltungsmöglichkeiten bei der Erstellung des Jahresabschlusses aus handels- und steuerbilanzieller Perspektive werden dargestellt und die Möglichkeiten deren zielentsprechender Nutzung vermittelt.
Zur einfacheren Orientierung sind die Textteile in den Kapiteln 4 und 5, die steuerbilanzielle Aspekte behandeln, einheitlich mit dem nebenstehenden Balkensymbol gekennzeichnet.
Der Darstellung liegen die Verhältnisse eines produzierenden Unternehmens zugrunde.
Dieses Lehrbuch richtet sich an Studierende eines wirtschaftswissenschaftlichen Studiums, vorzugsweise Bachelor, an Fachhochschulen, dualen Hochschulen sowie Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien, sowie an Praktiker oder sonstige Weiterbildungsinteressierte, die grundlegende Kenntnisse für ihre Berufstätigkeit erwerben oder auffrischen wollen.
1 Rahmenbedingungen der Einführung und Anwendung eines Systems der Buchführung und der Jahresabschlusserstellung
1.1 Einordnung in das betriebliche Rechnungswesen
Wer ein Unternehmen gründet und betreibt hat bei der Fülle operativer Entscheidungen im Unternehmensalltag und strategischer Entscheidungen der Unternehmensführung ein Bündel rechtlicher und betriebswirtschaftlicher Rahmenbedingungen zu beachten.
Zu den rechtlichen Rahmenbedingungen gehören – neben anderen – die Verpflichtung zur Information Außenstehender über die Lage des Unternehmens mittels einer Vermögensaufstellung (Bilanz) und einer Erfolgsrechnung (Gewinn- und Verlustrechnung) sowie die Erklärungs- und Ermittlungspflichten gegenüber den Finanzbehörden. Darüber hinaus sind im internen Bereich für die Führung des Unternehmens bestimmte Informationen über das Unternehmen unabdingbar. Die Planung, Steuerung und Kontrolle aller Unternehmensbereiche ist eine Hauptaufgabe im Unternehmensführungssystem zur Erreichung der markwirtschaftlichen Ziele des Unternehmens.
Das Rechnungswesen ist das Rechenwerk zur zahlenmäßigen Abbildung des betrieblichen Geschehens im Unternehmen und zur Bereitstellung entsprechender Informationen. Es sind die beiden Komponenten »Informationserfassung« und »Informationsauswertung« zu unterscheiden. Während die Informationserfassung und -aufbereitung einen weitgehend objektiven Prozess darstellt, beinhaltet die Informationsauswertung auch subjektive Komponenten. Die Information Außenstehender erfolgt naturgemäß im Interesse des Informierenden, soll doch der Adressat ein bestimmtes Bild vom Unternehmen erhalten. Dagegen ist für interne Steuerungszwecke die objektive Entscheidungsrelevanz der Information von fundamentaler Bedeutung.
Die Bestimmung des Begriffs, des Aufbaus und der Funktionen des Rechnungswesens sind grundlegende Fragestellungen der Betriebswirtschaftslehre. Rechnungswesen ist definiert als ein Informationssystem innerhalb einer Unternehmung zur quantitativen, vorwiegend mengen- und wertmäßigen Ermittlung, Aufbereitung und Darstellung von wirtschaftlichen Zuständen in einem bestimmten Zeitpunkt und von wirtschaftlichen Abläufen während eines bestimmten Zeitraums1. Es dient der Unternehmensleitung als Instrument zur Steuerung und Überwachung der unternehmerischen Zielerreichung. In Erweiterung von Unternehmenszielen, die sich nicht mengen- und wertmäßig darstellen lassen (bspw. ökologische oder soziale Ziele eines Unternehmens) wird auch der Begriff der Unternehmensrechnung verwendet2.
Das Rechnungswesen enthält im Aufbau zwei Teilgebiete, die als internes Rechnungswesen und als externes Rechnungswesen bezeichnet werden. Beide stehen miteinander in Verbindung und verwenden in Teilen das gleiche Zahlenmaterial.
• Das interne Rechnungswesen richtet sich an interne Adressaten (Unternehmer, Geschäftsführung, Beirat und Aufsichtsrat, …) und dient der Unternehmenssteuerung durch Planung und Kontrolle, um im Unternehmen betriebswirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen zu unterstützen und Verhalten entsprechend zu steuern. Zum Instrumentarium gehören die Kosten- und Leistungsrechnung sowie die Finanz- und Investitionsrechnung. Das sogenannte Controlling eines Unternehmens versteht sich als zielorientierte Steuerung des Unternehmens durch Information, Planung und Kontrolle.
• Das externe Rechnungswesen richtet sich vorrangig an Adressaten außerhalb des Unternehmens, insbesondere externe Kapitalgeber. Es umfasst die Dokumentation des Unternehmensgeschehens (Geschäftsvorfälle) sowie die Rechenschaft bzw. Information über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Zu den Instrumenten des externen Rechnungswesens gehört neben der Finanzbuchhaltung (kurz: Buchführung) der Jahresabschluss. Der Jahresabschluss besteht grundsätzlich aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. Kapitalgesellschaften müssen ggf. weitere Berichtsinstrumente (z. B. Anhang bzw. Lagebericht) anwenden3. Die steuerliche Gewinnermittlung basiert auf einem Vermögensvergleich und bedient sich ebenfalls dem Nebeneinander von Vermögens- und Erfolgsrechnung. Im Unterschied zum internen Rechnungswesen regeln gesetzliche Vorschriften den Inhalt der Instrumente des externen Rechnungswesens, um im Interesse der externen Adressaten ein gewisses Maß an Objektivität sicherzustellen. Dennoch eröffnen diese Regelungen den Bilanzierenden Möglichkeiten der Gestaltung durch Bilanzpolitik. Verantwortlich dafür sind entweder gesetzliche Wahlrechte oder Ermessensspielräume bei der Rechtsanwendung, die geschickt im Interesse des Bilanzierenden genutzt werden können.
Beide Teilgebiete des Rechnungswesens greifen auf das Zahlenmaterial der Finanzbuchhaltung zu, die eine planmäßige, lückenlose und geordnete Aufzeichnung aller täglichen Geschäftsvorfälle eines Unternehmens auf der Basis von Belegen sicherstellt. Daraus wird zunächst der Jahresabschluss abgeleitet. Für interne Informationszwecke werden die Daten der Finanzbuchhaltung dann nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgewertet. In der Praxis bezieht die Unternehmensleitung häufig auch Buchführung und Jahresabschluss als Instrumente zur Steuerung mit ein. Das gilt insbesondere für kleinere Unternehmen, die nicht über die Ressourcen zum Aufbau eines internen Rechnungswesens verfügen.
Die wichtigsten Unterschiede zwischen beiden Teilgebieten des Rechnungswesens sind in Abbildung 1.1 zusammengestellt.

Rechnungswesen
Abb. 1.1: Teilgebiete des Rechnungswesens
Indem das Rechnungswesen Informationen über Geschäftsverlauf und Lage des Unternehmens bereitstellt, ermöglicht es die Beurteilung, inwieweit das Unternehmen seine finanziellen Ziele erreicht hat. Ausgehend von der grundlegenden marktwirtschaftlichen Zielsetzung der Gewinnmaximierung lassen sich grundsätzlich drei Ebenen der Unternehmensziele unterscheiden, woraus sich drei Steuerungsebenen ergeben: strategische Steuerung der Erfolgspotenziale, operative Steuerung des Unternehmenserfolges und finanzwirtschaftliche Steuerung der Liquidität4.
Für den Bereich des Jahresabschlusses hat der Gesetzgeber in § 264 Abs. 2 HGB eine grundsätzliche Definition des Zweckes des Jahresabschlusses formuliert: »Der Jahresabschluss hat (…) ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln«. Die Bilanz hat dabei die Aufgabe, die Vermögenslage durch Gegenüberstellung von Vermögen und Schulden zu einem bestimmten Zeitpunkt darzustellen. Als Saldo ergibt sich das Nettovermögen, das bilanziell als Eigenkapital bezeichnet wird. Die Darstellung in der Form eines Kontos führt dazu, dass beide Kontenseiten der Bilanz gleich groß sind. Die Veränderung des Eigenkapitals zwischen zwei Stichtagen spiegelt den in einer Periode erzielten Erfolg (Nettovermögensveränderung) wider. Die Zusammensetzung des Periodenerfolgs als zentrale Größe der Ertragslage wird in der Gewinn- und Verlustrechnung durch die Gegenüberstellung von Erträgen und Aufwendungen sichtbar, wobei erstgenannte Wertezuwächse und letztgenannte Werteverzehre in einer Periode darstellen (
Abb. 1.2).

Abb. 1.2: Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung
Erträge und Aufwendungen sind Stromgrößen, mit der die Veränderungen des Reinvermögens innerhalb einer Periode dargestellt werden. Für die Finanzlage sind die Bestände an Zahlungsmitteln (Bargeld und Buchgeld) und Zahlungsansprüchen sowie der Bestand an Zahlungsverpflichtungen relevant, die in der Bilanz ersichtlich sind. Wirtschaftliche Aussagekraft resultiert aus deren Gegenüberstellung um Aussagen zur Liquidität im Sinne von Zahlungsfähigkeit ableiten zu können.
Im Rechnungswesen werden bestimmte Begriffspaare verwendet, deren Kenntnis für das Verständnis elementar ist. Sie betreffen jeweils Stromgrößen, die zu Veränderungen bei Bestandsgrößen führen. Als Bestandsgrößen werden bestimmte Teile des Nettovermögens eines Unternehmens herangezogen, ablesbar in der Bilanz (
Abb. 1.3).
Die Zunahme bzw. die Abnahme des Bestandes an Zahlungsmitteln wird als Einzahlung bzw. Auszahlung bezeichnet. Änderungen des Nettogeldvermögens eines Unternehmens werden mit Einnahmen und Ausgaben bezeichnet.

Abb. 1.3: Bilanz mit Aufteilung des Vermögens
Zum Nettogeldvermögen zählen neben den Zahlungsmitteln auch die Ansprüche auf Finanzmittel sowie entsprechende Verpflichtungen. Hat der Unternehmer einen Kaufvertrag abgeschlossen und das Erzeugnis an den Kunden geliefert, besteht ein rechtlicher Anspruch auf Bezahlung des Kaufpreises. Umgekehrt hat der Kunde eine Zahlungsverpflichtung. Bilanziell werden diese Ansprüche bzw. Verpflichtungen erfasst als Vermögensposten (Forderungen) bzw. als Schuldposten (Verbindlichkeiten). Beim leistenden Unternehmer führt die Lieferung demnach zu einer Einnahme (Erhöhung der Forderungen) und beim Kunden zu einer Ausgabe (Zunahme der Verbindlichkeiten). Auch Aufwendungen und Erträge lassen sich bilanziell verdeutlichen: Aufwendungen sind Minderungen des Nettovermögens (Werteverzehr) und Erträge erhöhen das Nettovermögen (Wertezuwachs). Das Nettovermögen umfasst Geld- und Sachvermögen (
Abb. 1.4).

Rechengrößen des externen Rechnungswesens
Abb. 1.4: Rechengrößen des externen Rechnungswesens
Das Begriffspaar Leistungen und Kosten ist dem Bereich des internen Rechnungswesens vorbehalten. Als Wertezuwächse und -verbräuche werden dort nur solche erfasst, die durch den betrieblichen Leistungsprozess verursacht sind.