Czytaj książkę: «Der Reiniger: Teil 2 - Der Sprung»

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Inger Gammelgaard Madsen

Der Reiniger
Der Sprung - Teil 2

SAGA Egmont

Der Reiniger: Der Sprung - Teil 2

übersetzt aus dem Dänischem von Kirsten Vesper nach

Sanitøren

Copyright © 2017, 2018 Inger Gammelgaard Madsen und Lindhardt og Ringhof Forlag A/S

All rights reserved

ISBN: 9788711970515

1. Ebook-Auflage, 2018

Format: EPUB 2.0

Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für andere als persönliche Nutzung ist nur nach

Absprache mit Lindhardt og Ringhof gestattet.

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2: Der Sprung

Es war hell geworden, als Roland Benito und Mark Haldbjerg aus Horsens zur Polizeibehörde am Bahnhofsplatz in Aarhus zurückfuhren.

„Das wird sicher einer dieser schnellen Einsätze. Soweit ich das beurteilen kann, gibt es hier nichts zu klären. Keiner der beiden Beamten scheint etwas mit dem Todesfall zu tun zu haben“, sagte Mark. Er hatte geschwiegen, seit sie das Gebäude verlassen hatten, in dem der Justizvollzugsbeamte Julius Habekost durch einen Sprung aus dem Fenster im vierten Stock Selbstmord begangen hatte.

„Vielleicht eine Abmahnung, weil Jørgen Mose Leif Skovby alleine in die Wohnung hat gehen lassen, während er selbst im Treppenhaus mit der Nachbarin, die sich über den Lärm beschwert hatte, gesprochen hat.“

Mark lächelte müde. „Die wurde man ja wirklich nicht so schnell wieder los. Das haben wir ja selbst erlebt.“

Roland lächelte ebenfalls. Sie war ein Typ für sich, die knapp 80-jährige Witwe, Asta Bernt. Wie aus einer Folge von Matador, obwohl er nicht genau sagen konnte, an welche der älteren weiblichen Figuren sie ihn am meisten erinnerte. Vielleicht hatte er diese Assoziation nur, weil ihre Wohnung wie eine Kulisse aus der Serie eingerichtet war, mit bunt gemusterten Tapeten und schweren Vorhängen wie in den Dreißigerjahren. Sie hatte mehrfach betont, dass sie keineswegs zartbesaitet sei und bei Lärm normalerweise nicht gleich die Polizei riefe, es aber heftig geklungen hätte. Etwas sei umgeworfen und zerbrochen worden und es öffnete niemand, als sie an Julius Habekosts Tür geklopft habe. Aber sie hatte niemanden kommen oder gehen hören. Die beiden Beamten hätten ihr daraufhin erzählt, ihr Nachbar sei aus dem Fenster gesprungen und sofort tot gewesen. Sie war ihr bester Zeuge, da sie ihnen während der ganzen Aktion im Nacken gesessen hatte. Also außer, als Leif Skovby sich allein Zugang zu der Wohnung verschafft hatte, indem er die Tür eintrat.

„Ob sie das mit dem Lärm nur erfunden hat? Es war ja nichts umgefallen oder zerbrochen. Es sah überhaupt nicht aus, als wäre dort Tumult gewesen, wie sie behauptet. Beide Beamte bestätigen ja auch, dass keine Unordnung zu sehen war“, meinte Mark und rieb sich das eine Auge. Roland spürte ebenfalls Schlafsand in seinen.

„Das wundert mich auch. Vielleicht kam der Lärm, den sie gehört hat, aus einer anderen Wohnung. Sie sagte ja selbst, dass sie nicht mehr so gut hört.“

„Das wäre dann ein komischer Zufall. Wir müssen abwarten, was die Obduktion von Habekost ergibt. Wenn er in eine Schlägerei verwickelt war, wird die Rechtsmedizin das entdecken“, versicherte Mark.

Roland parkte. Sie waren im DUP-Auto unterwegs. Er hatte Dienst und sollte das Auto wieder mit nach Hause nehmen, damit er schnell ausrücken konnte, wenn weitere Nachrichten auf dem Diensttelefon eingingen.

„Vielleicht. Aber was ist mit den Verletzungen, die er sich bei dem Sturz aus zwanzig Metern Höhe zugezogen hat? Sein Gesicht war fast zertrümmert.“

„Das stimmt natürlich. Aber wenn er sich geprügelt und verteidigt hat, könnte es ja fremde DNA unter seinen Nägeln oder andere Spuren geben.“

Mark öffnete die Tür und stieg aus. Er beugte sich herunter und schaute zu Roland ins Auto.

„Schön, dass morgen Samstag ist, dann können wir ausschlafen. Komm gut nach Hause - und einen ruhigen Dienst, Roland.“

„Danke gleichfalls. Ja, lass uns hoffen, dass es ein ruhiges Wochenende wird.“

Roland schaltete das Autoradio an, als Mark die Tür zugemacht und ihm eine Gute Nacht gewünscht hatte. Guten Morgen hätte es eher getroffen. Es war ein langer Tag gewesen und er fand etwas entspannende Musik für den Heimweg nach Højbjerg. Mark hatte ja so Recht: Schön, dass Wochenende war.

Angolo hob in seinem Körbchen in der Küche den Kopf und wedelte ein bisschen mit dem Schwanz, als er ihn hinter den Ohren kraulte. Zum Glück bellte er nicht und weckte Irene. Sie bewegte sich nur ein bisschen, als er sich nach einem schnellen Abstecher ins Badezimmer, wo er sich unter den Armen wusch und die Unterwäsche wechselte, leise ins Doppelbett neben sie legte. Er stellte den Wecker auf sieben Uhr. Marianna kam morgen früh. Sie sollte das Wochenende bei ihren Großeltern verbringen. Rikke und Tim hatten in einem Wellnesshotel in Deutschland ein Doppelzimmer für ein romantisches Wochenende reserviert. Es war ein Geschenk, das sich Irene anlässlich ihrer Kupferhochzeit vor einer Woche ausgedacht hatte, sodass sie es sich faktisch nicht erlauben konnten abzusagen, auch wenn Roland selbst ein romantisches Wochenende mit Irene bräuchte.

Die Sonne ging auf und leuchtete morgenrot durch die Gardine. Er verstand nicht, dass das Zwitschern der Vögel im Garten sie nicht weckte. Er würde nicht einschlafen können, da war er sich ganz sicher.

Irene rüttelte an ihm. Er hatte den Wecker nicht gehört. Marianna war schon da und ging die Morgenrunde mit Angolo.

Roland rieb sich mit beiden Händen das Gesicht, während er auf der Bettkante saß und versuchte, ganz wach zu werden. Er hatte geträumt. Was eigentlich? Es hatte ein hässliches Gefühl in ihm hinterlassen, als ob der Traum ihm etwas Wichtiges sagen wollte. Er versuchte sich zu erinnern, worum es ging, aber die Handlung wollte einfach keine Form annehmen und sich aufdröseln lassen. Es war irgendetwas mit fallen. Hinabsinken in das Ungewisse. Sehen, wie sich die Erde nähert und wissen, dass sie einen bald treffen wird - dann war er aufgewacht, hatte auf den Wecker geschaut und sich darüber gewundert, dass man in einem Traum in weniger als einer halben Stunde so viel erleben konnte. Er hatte die Ohrstöpsel aus dem Badezimmerschrank geholt, da er wegen des Vogellärms nicht hatte schlafen können. In vier Monaten vermisse ich sie, hatte er gedacht, als er die beiden weichen Pfropfen in die Gehörgänge stopfte. Aber zurück zu dem Traum. Es gab keine andere Erklärung, als dass es der Selbstmord des Gefängniswärters war, der an seinem Unterbewusstsein nagte. Was brachte einen Mann beinahe seines Alters dazu, aus einem Fenster im vierten Stock in den Tod zu springen? Er erinnerte sich selbst daran, dass es nicht sein Job war, sich mit den großen Fragen herumzuschlagen, sondern bloß, zu entscheiden, ob die beiden Beamten Schuld an dem Vorfall trugen, was auf den ersten Blick nicht der Fall zu sein schien. Also warum konnte sein Unterbewusstsein dann nachts nicht einfach entspannen?

„Hast du Ohrenstöpsel drin?“, hörte er Irenes verwunderte Stimme von der Tür, als er sie herauszog und auf den Nachttisch warf.

„Ich konnte wegen der Vögel nicht schlafen.“

„Ist es spät geworden? Ich habe gar nicht gehört, dass du nach Hause gekommen bist.“

„Ja, es ist spät geworden - oder früh, wie man’s nimmt. Aber glücklicherweise wird das wohl ein leichter Fall. Ein Selbstmord. Die beiden Beamten waren aufgrund von Lärm in der Wohnung des Toten hinzugerufen worden, doch wie es aussieht, war er bereits aus dem Fenster gesprungen, als sie die Wohnung betraten. Aber warum hat er Selbstmord begangen?“

Irene setzte sich neben ihn aufs Bett und streichelte ihm zärtlich den Rücken, wie er es tat, wenn er Angolo kraulte.

„Denk dran, was ich dir so viele Male gesagt habe!“

„An welchen Teil davon?“

„Den, dass du dich nicht so viel einmischen darfst. Du bist Ermittler bei der Polizeibehörde, nicht mehr bei der Polizei, das musst du die aufklären lassen. Du musst dich damit zufrieden geben, dass du beweisen kannst, dass die beiden Beamten so gehandelt haben, wie sie sollten.“

Er gab ihr einen Kuss auf die Wange. Hatte Lust auf mehr, aber dann hörte er Angolo im Garten bellen. Irene stand auf und ihre warme Hand verschwand von seinem Rücken.

„Komm raus und frühstücke zusammen mit uns. Genieß es, dass wir ein ruhiges Wochenende mit unserer Enkelin verbringen können.“

Lasst uns das hoffen, dachte er. Die Woche war noch nicht vorbei und er hatte noch Dienst.

Marianna trocknete gerade Angolos Pfoten ab, als er in die Küche kam. Sie machten das normalerweise draußen auf der Treppe, aber er sagte nichts. Es gab keinen Grund, gleich am Anfang schon für schlechte Stimmung zu sorgen. Es würde im Laufe des Wochenendes wohl genug zum Streiten geben. Er erinnerte sich deutlich an Rikke und Olivia als Teenager. Marianna war ihrer Mutter sehr ähnlich und ging in Nullkommanichts in die Luft.

Darmowy fragment się skończył.

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ISBN:
9788711970515
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