Czytaj książkę: «Wochenend und Wohnmobil - Kleine Auszeiten im Dreiländereck D/NL/B»

Der Österreicher HANS ZAGLITSCH lebt seit 30 Jahren in den Niederlanden, wo er sich auf Texte und Bilder für Bücher rund um Reisen, Freizeit und Architektur spezialisiert hat. Auf seinen Touren kreuz und quer durch West- und Südeuropa ist er fast immer mit Rad, Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs, bevorzugt Stell- und Campingplätze als Ausgangspunkte für die Recherche. Für den Bruckmann Verlag hat er zahlreiche Wohnmobilführer publiziert. Durch die grenznahe Lage seines Wohnortes zum Westen Deutschlands und zu Belgien, ist er häufig zwischen Niederrhein, Maas und belgischer Weser unterwegs.

ZIELE IM ÜBERBLICK
Maastricht
Maas und Maasplassen
Valkenburg
Wurm- und Broichbachtal
Südlimburg
Vaals
Aachen
Stolberg
Düren
Lüttich
Aubel
Eupen
Botrange
Roetgen
Monschau
Nationalpark Eifel
KLEINE AUSZEITEN IM
-DREILÄNDERECK-
DEUTSCHLAND · NIEDERLANDE · BELGIEN


INHALT
EINLEITUNG
Grenzenlos
Zwischen Maastricht, Aachen und Lüttich
1Historisch, lebhaft und burgundisch
Maastricht
2Am Grenzfluss
Maas und Maasplassen
3Mergelhöhlen, Brauereien und Schlösser
Valkenburg
4Burgen und Bergbau
Wurm- und Broichbachtal
5Fast wie in der Toskana
Südlimburg
6Am Schnittpunkt dreier Länder
Vaals
7Kaiserresidenz und Domstadt
Aachen
8Kupfer und Kohle
Stolberg
9Idyllisches Rurtal
Düren
10Kunst, Kultur und Architektur
Lüttich
11Durchs Herver Land
Aubel
12Belgisches Wesertal
Eupen
13Im Naturschutzgebiet Hohes Venn
Botrange
14Durchs Vennvorland
Roetgen
15Im Monschauer Land
Monschau
16Natur pur
Nationalpark Eifel
Orts- und Sachregister
Impressum
Ein absolutes Highlight im Dreiländereck: der Nationalpark Eifel
GRENZENLOS
Zwischen Maastricht, Aachen und Lüttich

Boudewijn-Turm

Burg Stolberg

Krönungssaal im Aachener Rathaus
Seit Jahrzehnten sind die Landesgrenzen in der Europäischen Union verschwunden, ebenso das lästige Geldwechseln und die zeitraubenden Passkontrollen. Der Reisepass wird kaum noch benötigt, doch sollte er trotzdem immer dabei sein. Das Reisen innerhalb der Europäischen Union – und damit auch im Dreiländereck – ist dadurch viel einfacher, viel leichter, viel bequemer geworden. Lediglich die Sprache in den unterschiedlichen Kulturräumen bildet noch ab und an ein kleines Hindernis, aber eher ein sehr kleines.
Mit Deutsch kann man sich in touristischen Bereichen im niederländischen Südlimburg und im Nordosten Belgiens problemlos verständigen. Je weiter man von Ostbelgien Richtung Lüttich reist, desto mehr wird Französisch gesprochen. Mit Englisch kann man sich dort nur vereinzelt verständigen. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, auch mal über die Grenze bis nach Lüttich, ins Herver Land um Aubel oder ins Wesertal zwischen Eupen und Chaudfontaine zu blicken, wo Belgien sehr bezaubernde Seiten hat.
SCHÖNES IM DREILÄNDERECK
Dieser Wohnmobilführer zeigt Ihnen 16 schöne und interessante Ziele im Dreiländereck. Er führt Sie durch historische Städte, beschauliche Dörfer und zu interessanten Sehenswürdigkeiten und zeigt Ihnen Möglichkeiten, um Naturschutzgebiete, Flusstäler, Moor- und Heidelandschaften zu Fuß oder mit dem Rad zu erkunden. Am Ende jedes Highlights gibt es Informationen mit Adressen von Informationsstellen, einer Übersicht der Highlights, die Sie keineswegs verpassen sollten, sowie Praktisches zu Stell- und Campingplätzen. Im Infoblock werden auch Vorschläge für die Aufenthaltsdauer gemacht. Dies sollte aber nur als ein grober Anhaltspunkt betrachtet werden, denn zwei Tage, drei Tage oder doch eine ganze Woche unterwegs zu sein, ist durch das Angebot an Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten kein Problem. An den vorgeschlagenen Zielen lässt es sich tagelang aushalten und die einzelnen Highlights lassen sich durch oft kurze Distanzen zudem auch gut verbinden. Das Netz an Verkehrswegen ist gut, ebenso der Zustand der Straßen. Staus kommen eher an Werktagen während der Hauptverkehrszeit in den Ballungsgebieten vor.
WISSENSWERTES ZU WOHNMOBILSTELL- UND CAMPINGPLÄTZEN
Die Anzahl der Wohnmobilstell- und Campingplätze ist flächendeckend, lediglich in Belgien ist das Angebot etwas dünner gesät. Die Ausstattung der Campingplätze variiert zwischen klein, einfach und zweckmäßig sowie groß mit kompletter Infrastruktur. Campingplätze sind häufig auf Dauercamper ausgerichtet, verfügen aber auch über einige Touristikplätze für eine Nacht, oft auch vor der Schranke. Da es öfter vorkommt, dass Stellplätze wegen hoher Auslastung zeitlich begrenzt geschlossen sind, ist eine Reservierung – wenn möglich – immer anzuraten.
Parkplätze für Wohnmobile sind in einigen Städten am Rande des Zentrums vorhanden, allerdings nur für kleinere Camper, weshalb die Anreise für eine Besichtigung mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad empfehlenswerter ist.
Während in Deutschland eine Infostelle als Touristeninformation hinlänglich bekannt ist, heißt sie in den Niederlanden VVV, Vereniging voor Vreemdenlingenverkeer, eine Organisation, die den regionalen Tourismus fördert und Besucher mit den notwendigen Informationen für die Region versorgt. In Belgien macht dies in den Orten der Infopunt.

Bestens unterhalten: der Wohnmobilstellplatz in Monschau

Einfach mal Pause machen und die stille Natur genießen
AKTIV IM DREILÄNDERECK
Das Radwegenetz im Dreiländereck ist gut und die Beschilderung (fast) perfekt, sodass Sie unterwegs nicht unbedingt ein Navi benötigen werden. Die ausgeschilderten Radrouten verlaufen teils auf separaten asphaltierten Radwegen, meistens aber auf verkehrsarmen Nebenstraßen und Wirtschaftswegen, wobei am Rand der Landstraßen oft ein Farbstreifen mit Sperrlinie für die Radler angelegt wurde. Entlang von Flüssen, in Wäldern und Naturschutzgebieten sind die Radwege nicht asphaltiert und oft mit Kies oder Sand befestigt. In einigen Altstadtkernen mindert das Kopfsteinpflaster den Radgenuss. Egal, ob Sie eine Radtour planen oder nicht: ein Rad sollte immer mitgenommen werden. Der Drahtesel ist schon wegen dem größeren Aktionsradius ein Muss. Zum Radeln empfiehlt sich übrigens ein stabiles, mehrgängiges Tourenrad oder besser noch ein Elektrofahrrad, denn das Dreiländereck kennt viele hügelige Ecken. Die beste Reisezeit zum Radeln ist der Frühling und Frühsommer, wenn die Natur zu neuem Leben erwacht ist und die Temperaturen zum Radeln angenehmer als in den heißen Sommermonaten sind. Für Heidegebiete ist der August farblich am interessantesten, für Moorgebiete März und April, wenn das Wolfsmilchgras blüht.
Fast wie in der Toskana: die Landschaft im Süden der Provinz Limburg
Für Wanderungen gelten die gleichen Monate als beste Reisezeit wie beim Radeln. Die Wandermöglichkeiten im Dreiländereck sind groß. In den meisten Touristeninformationen und/oder auf den Webseiten der Orte gibt es informative Broschüren für die Wanderungen in der Umgebung, wie etwa in Roetgen über die Sternrouten Roetgen (roetgen.sternrouten.de). Neben klassischen Wandertouren gibt es in einigen Orten auch außergewöhnliche Touren wie im niederländischen Noorbeek. Dort werden Weingarten-Wanderungen veranstaltet, natürlich auch mit anschließender Verkostung des Rebensafts. In Kreuzau wurde ein 22 Kilometer langer Wassererlebnispfad entlang der Rur angelegt, und Außergewöhnliches zu Fuß bietet das Haus Ternell im belgischen Hohen Venn, etwa 20 Kilometer südlich von Roetgen. Dort werden kleine Touren unter dem Motto »Bewusstes Gehen in der Natur« und »Waldbaden für Anfänger und Fortgeschrittene« mit speziellen Themen wie »Die heilende Kraft des Waldes« und »Waldatmosphäre einatmen« angeboten. Auf eigene Faust in die Natur eintauchen kann man auf dem Wildnis-Trail im Nationalpark Eifel, ein rund 85 Kilometer langer, anspruchsvoller Wanderweg mit vier Tagesetappen zwischen 18 und 25 Kilometern, auf dem man viel über Flora und Fauna lernt und sich fernab der Zivilisation bewegt, sodass sich Natur und Ruhe äußerst positiv auf Geist und Körper auswirken werden.
Wer Spaß am Klettern hat: Klettermöglichkeiten, egal ob für Groß oder Klein, gibt es unter anderem im Hürtgenwalder Hochseilgarten (hochseilgarten-huertgenwald.com) und auf dem Abenteuer-Trail im niederländischen Kerkrade.
Liebhaber des Wassersports fahren in den Niederlanden am besten ins Maastal, vor allem nördlich von Maastricht, wo es mit den künstlichen Maasplassen hervorragende Wassersportgebiete gibt, die für jeden etwas in petto haben. In Belgien steuert man am besten den See von Robertville an und in Deutschland den Stausee Obermaubach, den Alsdorfer Weiher und den Rursee, wo auch Schiffsrundfahrten angeboten werden. Ob mit Kanu oder Kajak, mit Tret- oder Ruderboot, ob surfend oder stehend paddelnd – an den erwähnten Orten findet man auch den passenden Vermieter, falls man sein eigenes Gefährt nicht mitbringt.

Blick auf die Monschauer Altstadt

Wanderweg im Nationalpark Eifel

Blick vom Krawutschketurm gen Westen
MIT KINDERN AN BORD
Jede Stadt, jede Region bietet auch immer etwas für die Jüngsten an. Abenteuerspielplätze, Freizeitparks mit Fahrgeschäften, Skaterbahnen, Minigolfanlagen und Streichelzoos. Von den klassischen Zoos in den Städten des Dreiländerecks ist der Aachener Euregiozoo mit einem Lehrpfad für Kinder zur umweltfreundlichen Energiegewinnung und einem Kinderbauernhof hervorzuheben. Hier können die Kids den ganzen Tag mitmachen, füttern, pflegen, ausmisten und nach getaner Arbeit mit Ponys reiten. Die Betreuung der Haustiere findet mit geschulten Pädagogen statt. Kinderbetreuung pur den ganzen Tag. Spiel, Spaß und jede Menge Unterhaltung bietet auch der Kerkrader Park Mondo Verde mit Tiergehege, Dinosaurierpark, Fahrgeschäften und Kinderspielplatz.
Interaktiv und für Kinder pädagogisch wertvoll ist auch die Ausstellung Wildnis(t)räume im Besucherzentrum Vogelsang IP inmitten des Nationalparks Eifel. Hier können die Kleinsten, aber auch die Großen an verschiedenen Stationen Dinge aus der Natur anfassen, ausprobieren, schnuppern, lauschen und vieles mehr. Ein Leitsystem erleichtert die Erkundungstour durch die Ausstellung, die auch mit Kinderwagen bequem zu befahren ist. Zudem gibt es eine umfangreiche Dokumentation über die einstige NS-Ordensburg Vogelsang, einen Shop für Mitbringsel und Gastronomie fürs leibliche Wohl.

Outletcenter Maasmechelen Village

Erlebnismuseum Lernort Natur

Angelspaß für Groß und Klein in den Maasplassen

Infozentrum in Dilsen-Stokkem
Besichtigung der Fluweelengrot in Valkenburg
Auch das Erlebnismuseum Lernort Natur in Monschau ist für Kids bestens geeignet. Auf rund 200 Quadratmetern werden rund 1000 Tierpräparate ausgestellt, man kann hinter einer Glasscheibe ein emsiges Bienenvolk beobachten, eine Wolfs- und Bärenhöhle bestaunen, in Fühlkästen den Tastsinn und an Fellen den Geruchssinn aktivieren, ein Tierpräparat streicheln oder mit Tierpfoten hübsche Abdrücke in Ton als Souvenir machen – ein perfekter Ort für die Kleinen, aber auch für die Eltern, um einen verregneten Tag zu überbrücken.
Alles in allem lässt die Vielseitigkeit des Dreiländerecks kaum Langeweile aufkommen. Es gibt für jeden Geschmack, jedes Interesse und fast jedes Bedürfnis etwas. Dabei kommt auch das Entschleunigen nicht zu kurz, denn zwischen bewaldeten Hügeln, bunten Wiesen und Feldern gibt es jede Menge Orte, an denen man die Seele einfach baumeln lassen kann. Vielleicht mal im Ambiente eines Thermalbads? Dann sind Sie in der Aachener Carolustherme an der richtigen Stelle. Und wenn Ihr Wohnmobil auch noch auf dem Stellplatz in Bad Aachen steht, erhalten Sie Ermäßigung bei der Nutzung der Therme.
HISTORISCH, LEBHAFT UND BURGUNDISCH
Maastricht

Bootsanlegestelle und Bogenbrücke Sankt Servatius in Maastricht
1
Mittelalterliche Sakralarchitektur, kopfsteingepflasterte Altstadtgassen, verschwiegene Ecken, schattenreiche Plätze mit gemütlichen Kneipen sowie viel Kunst und Kultur zeichnen das auf römischen Fundamenten errichtete Maastricht aus. Die Stadt beidseitig der Maas ist pulsierendes Herz der Provinz Limburg, Universitätsstadt und Wiege des Euro. Viele Niederländer bezeichnen sie als »Perle des Südens«, für viele ist das lebhafte Maastricht aber auch eher untypisch für das sonst kalvinistisch geprägte Land, was unter anderem an der burgundischen Lebensart und dem bunten Karnevalstreiben liegt.
Der Wohnmobilstellplatz am Bosscherweg (siehe Auf einen Blick) liegt am Nordrand der rund 120 000 Einwohner zählenden Stadt, etwa drei Kilometer vom Zentrum entfernt. Das Wohnmobil sollten Sie wegen Parkplatzmangel in der Stadt allerdings stehen lassen. Es gibt einen sehr guten Radweg beim Stellplatz, der entlang der Straße direkt ins Zentrum von Maastricht um den Marktplatz führt. Auffallend am Westrand des Marktplatzes ist das Standbild des niederländischen Wissenschaftlers Johannes Petrus Minckeleers. Er hat das Leuchtgas und die Gaslampe erfunden, woran die stets brennende Fackel in seiner linken Hand heute noch erinnert. Gemütliche Terrassencafés säumen den Marktplatz, in dessen Mitte sich das historische Rathaus erhebt. Das hübsche Gebäude wurde Mitte des 17. Jahrhunderts von Pieter Post erbaut und präsentiert Spuren unterschiedlicher Machthaber. Der linke Trakt etwa zeigt niederländischen Klassizismus, während die rechte Hälfte deutliche Einflüsse aus dem französisch geprägten, fürstbischöflichen Lüttich aufweist. Wandteppiche aus Flandern, italienisches Stuckwerk und französisches Mobiliar ergänzen die Mischung. Ab 1664 bis weit in das 19. Jahrhundert hinein war das Rathaus samt Platz der Mittelpunkt der Stadt.
Tipp
Ein paar Schritte hinter dem Rathaus befindet sich das Einkaufszentrum Mosae Forum, wo sich im Keller gute Essgelegenheiten und der interessante Frischmarkt Mosae Gusto mit nationalen und internationalen Delikatessen und Spezialitäten befindet (mosaeforum.nl).
MAASTRICHT KULINARISCH
Überhaupt ist die kulinarische Seite der Stadt äußerst interessant. Die Restaurant-Szene ist sehr vielfältig, abwechslungsreich und von vielen internationalen Küchen beeinflusst. Maastricht wird deshalb auch als die kulinarische Hauptstadt der Niederlande angesehen. Wer bei Restaurants nach Köchen mit Michelin-Sternen sucht, wird unter anderem im Rantrée (rantree.nl), im Beluga Loves You (belugalovesyou.com) und im Tout à Fait (toutafait.nl) fündig. Die Preise sind dementsprechend aber auch im obersten Bereich angesiedelt.
Gegenüber dem Rathaus führt die Grote Gracht, später nach links die Helmstraat direkt zum Vrijthof, dem heutigen Mittelpunkt der Stadt. An der Ostseite des rechteckigen Platzes reihen sich unter schattigen Bäumen verschiedene Cafés und Kneipen mit gemütlichen Terrassen aneinander, die bei den ersten Sonnenstrahlen stark frequentiert sind. An der Nordseite prunkt das neoklassizistische Generalshuis von 1809, das ursprünglich Haus De Ceulenmeer genannt wurde und seit Beginn der 1990er-Jahre als Theater dient. Das Gebäude wurde auf den Fundamenten eines Frauenklosters errichtet, wovon einige Bauelemente im Theaterfoyer noch heute sichtbar sind.

Gemütliches Terrassencafé in der Altstadt von Maastricht

Schön verziertes Haupttor der Servatius-Basilika
KIRCHEN UND SCHATZKAMMERN
Die Westseite wird von der katholischen Servatius-Basilika (Servaasbasiliek) dominiert, der ältesten noch erhaltenen Kirche der Niederlande. Die dreischiffige romanische Kirche hat als Basis ein Holzkapelle, die zum Gedächtnis an den 384 in Maastricht verstorbenen Servatius über seinem Grab errichtet wurde. Mitte des 6. Jahrhunderts wurde das Holz durch Stein ersetzt, Ende des 10. Jahrhunderts wurde ein umfangreicher Neubau geplant, der wegen des permanent anwachsenden Zustroms von Pilgern notwendig wurde. In den darauffolgenden Jahrhunderten wurde die Basilika stets umgebaut und erweitert. In den 1980er-Jahren wurde sie schließlich einer grundlegenden Renovierung unterzogen, die zwölf Jahre dauerte. 1993 beschloss man, die renovierte Kirche nochmals zu weihen. In einem Nebengebäude der Basilika ist die Schatzkammer untergebracht, mit kunsthistorisch wertvollen Gegenständen, darunter mittelalterliche Textilien, das Servatius-Kreuz, der Servatius-Schlüssel und der Servatius-Schrein.
Links von der Basilika erhebt sich die protestantische Johanneskirche (Sint-Janskerk), die 1218 erstmals in Schriften auftauchte. 150 Jahre später brach während eines heftigen Sturms der Turm zusammen. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde der 79 Meter hohe Turm wieder aufgebaut und blieb bis heute unverändert, bis auf seine charakteristische rote Farbe, die er 1984 erhielt und mit der er sich von den umliegenden Bauten deutlich abhebt.

Neoklassizistische Fassade des Generalshuis am Vrijthof

DASS DIE UHREN IN DEN NIEDERLANDEN manchmal anders ticken, zeigt sich unter anderem an der zweckentfremdeten Bestimmung von religiösen Bauwerken. Die gotische Kruisheren-Kirche zum Beispiel wurde in ein Luxushotel mit Glasaufzug im Inneren umgebaut, in einer Kirche beim Bonnefantemuseum wurde ein Hörsaal der Maastrichter Universität eingerichtet und die Dominikanerkirche im Stadtzentrum hat in ihrem Schiff laut der englischen Zeitung The Guardian »die schönste Buchhandlung der Welt«. Auch wenn Sie kein Buch kaufen möchten, lohnt der Blick in die Buchhandlung.
MUSEEN UND MEHR
An der Südseite des Vrijthofs befindet sich das privat geführte Museum am Vrijthof, früher bekannt als Spaans Gouvernement, das 1333 zum ersten Mal erwähnt wurde und damit zu den ältesten Häusern in Maastricht zählt. Das Museum ist seit einer grundlegenden Renovierung seit 2012 geöffnet und springt durch die rote Fassade sofort ins Auge. Seine Sammlung besteht aus Kunst und Antiquitäten, die vom Ehepaar Wagner-De Wit vor allem in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zusammengestellt wurde. Neben Gemälden holländischer und flämischer Meister vom 16. bis zum 18. Jahrhundert und orientalischer Kunst sind unter anderem auch mittelalterliche Skulpturen, Möbel aus dem 17. und 18. Jahrhundert sowie Kunstobjekte aus Glas und Kristall zu bewundern. Eine Ausstellung widmet sich zudem der über 500 Jahre alten Maastrichter Industrie, in der vor allem Keramik, Silber, Glas und Zinn verarbeitet wurden. Außerdem werden regelmäßig Schauen zu nationalen und internationalen Fotografen abgehalten.
Etwa zehn Gehminuten südöstliches des Museums am Vrijthof liegt direkt am Maasufer der zum Verweilen einladende Stadtpark mit herrlichem Blick auf die Maas. Unterwegs kann man in der katholischen Liebfrauen-Basilika (Onze lieve vrouw-basiliek) noch einen Stopp einlegen. Bereits zur Römerzeit befand sich an dieser Stelle ein religiöses Bauwerk. Das heutige Gebäude datiert aus dem 11. Jahrhundert mit Erweiterungen und Fertigstellungen bis etwa Ende des 12. Jahrhunderts. Das Holzgewölbe des Kirchenschiffes wurde im 15. Jahrhundert durch eine robustere, gotische Steindecke ersetzt, die wiederum im 18. Jahrhundert erneuert wurde. Ende des 18. Jahrhunderts hat man im Zuge der Annektion Maastrichts durch die Franzosen das an die Basilika angeschlossene Stift aufgehoben und die Kirche zu weltlichen Zwecken genutzt. 1837 kaufte die Maastrichter Katholikengemeinde die Kirche und funktionierte sie wieder um.

Unterschiedliche Baustile in der Maastrichter Altstadt
Ein paar Schritte südlich der Basilika erstreckt sich im dem nach dem Fluss benannten Jekerviertel der Stadtpark mit dem runden Vinckturm aus dem 14. Jahrhundert, dem Pesthaus – einer ehemaligen Wassermühle aus dem 18. Jahrhundert zur Herstellung von Papier, die ihren Namen vom einst nahegelegenen Lager Pestkranker erhalten hat – und dem Helpoort, ein Stadttor aus der ersten mittelalterlichen Stadtmauer. Das Tor datiert aus dem 13. Jahrhundert und ist eines der ältesten noch erhaltenen Stadttore in den Niederlanden.