Czytaj książkę: «Märchen von Prinzen und Prinzessinnen»

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Hans Christian Andersen

Märchen von Prinzen und Prinzessinen

Saga

Märchen von Prinzen und Prinzessinen Die wilden Schwäne, Das Feuerzeug, Der fliegende Koffer, Die Prinzessin auf der Erbse

Coverbild/Illustration: Shutterstock

Copyright © 1835-1839, 2019 Hans Christian Andersen und SAGA Egmont

All rights reserved

ISBN: 9788726396621

1. Ebook-Auflage, 2019

Format: EPUB 3.0

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Die wilden Schwäne

Weit von hier, da, wohin die Schwalben fliegen, wenn wir Winter haben, wohnte ein König, der elf Söhne und eine Tochter, Elisa, hatte. Die elf Brüder waren Prinzen, sie gingen mit dem Stern auf der Brust und dem Säbel an der Seite in die Schule; sie schrieben mit Diamantgriffeln auf Goldtafeln und lernten ebenso gut auswendig, als sie lasen; man konnte sogleich hören, dass sie Prinzen waren. Die Schwester Elisa sass auf einem kleinen Schemel von Spiegelglas und hatte ein Bilderbuch, welches für das halbe Königreich gekauft war.

O, die Kinder hatten es gut, aber so sollte es nicht immer bleiben!

Ihr Vater, der König über das ganze Land war, verheiratete sich mit einer bösen Königin, die den Kindern gar nicht gut war. Schon am ersten Tage konnten sie es recht gut merken. In dem ganzen Schlosse war grosse Pracht, und da spielten die Kinder „Besuch“; aber anstatt sie sonst all’ den Kuchen und die gebratenen Äpfel erhielten, die nur zu haben waren, gab die neue Königin ihnen nur Sand in einer Teetasse, und sagte, sie könnten tun, als ob es etwas wäre.

Die Woche darauf brachte sie die kleine Elisa auf das Land zu einem Bauernpaar, und lange währte es nicht, da redete sie dem König so viel von der Prinzen vor, dass er sich gar nicht um sie bekümmerte.

„Fliegt hinaus in die Welt und helft euch selbst!“ sagte die böse Königin; „fliegt als grosse Vögel ohne Stimme!“ Aber sie konnte es doch nicht so schlimm machen, wie sie gern wollte; sie wurden elf herrliche Schwäne. Mit einem sonderbaren Schrei flogen sie aus den Schlossfenstern hinaus über den Park und den Wald dahin.

Es war noch ganz früh am Morgen, als sie da vorbeikamen, wo die Schwester Elisa in der Stube des Landmanns lag und schlief. Hier schwebten sie über dem Dache, drehten ihre langen Hälse und schlugen mit den Flügeln, aber niemand hörte oder sah es. Sie mussten wieder weiter, hoch gegen die Wolken empor, hinaus in die weite Welt; da flogen sie nach einem grossen Wald, der sich gerade bis an den Strand des Meeres erstreckte.

Die kleine Elisa stand in der Stube des Landmannes und spielte mit einem grünen Blatte, anderes Spielzeug hatte sie nicht. Sie stach ein Loch in das grüne Blatt, sah hindurch gegen die Sonne empor, und da war es gerade, als sähe sie ihrer Brüder klare Augen, und jedesmal wenn die warmen Sonnenstrahlen auf ihre Wangen schienen, gedachte sie aller ihrer Küsse.

Ein Tag verging wie der andere. Strich der Wind durch die grossen Rosenhecken vor dem Hause, so flüsterte er den Rosen zu: „Wer kann schöner sein als ihr?“ Aber die Rosen schüttelten das Haupt und sagten: „Elisa ist es!“ Wenn die alte Frau am Sonntag an der Tür sass und in ihrem Gesangbuche las, so wendete der Wind die Blätter um und sagte zum Buche: „Wer kann frömmer sein als du?“ — „Elisa ist es!“ sagte das Gesangbuch, und das war die reine Wahrheit, was die Rosen und das Gesangbuch sagten.

Als sie fünfzehn Jahre alt war, sollte sie nach Hause kommen; da aber die Königin sah, wie schön sie war, wurde sie ihr gram und voll Hass und hätte gern auch sie in einen wilden Schwan verwandelt, wie die Brüder, aber das wagte sie nicht sogleich, weil ja der König seine Tochter sehen wollte.

Frühmorgens ging die Königin in das Bad, welches von Marmor erbaut und mit weichen Kissen und den prächtigsten Decken geschmückt war, nahm drei Kröten, küsste sie und sagte zu der einen: „Setze dich auf Elisas Kopf, wenn sie in das Bad kommt, damit sie dumm wird wie du! — Setze dich auf ihre Stirn,“ sagte sie zur andern, „damit sie hässlich wird, wie du, so dass ihr Vater sie nicht kennt! — Ruhe an ihrem Herzen,“ flüsterte sie der dritten zu, „lass sie einen bösen Sinn erhalten, damit sie Schmerzen davon hat!“ Dann setzte sie die Kröten in das klare Wasser, welches sogleich eine grüne Farbe erhielt, rief Elisa, zog sie aus und liess sie in das Wasser hinabsteigen, und indem sie untertauchte, setzte sich ihr eine Kröte in das Haar, die andere auf ihre Stirn und die dritte auf die Brust; aber Elisa schien es gar nicht zu merken; sobald sie sich emporrichtete, schwammen drei rote Mohnblumen auf dem Wasser. Wären die Tiere nicht giftig gewesen und von der Hexe geküsst worden, so wären sie in drei rote Roser verwandelt worden, aber Blumen wurden sie doch, weil sie auf ihrem Haupte und an ihrem Herzen geruht hatten; sie war zu fromm und unschuldig, als dass die Zauberei Macht über sie haben konnte.

Als die böse Königin das sah, rieb sie das Mädchen mit Walnusssaft, so dass sie ganz schwarzbraun wurde, bestrich das hübsche Antlitz mit einer stinkenden Salbe und liess das herrliche Haar sich verwirren; es war unmöglich, die schöne Elisa wiederzuerkennen.

Daher erschrak ihr Vater sehr, als er sie erblickte und sagte, es sei nicht seine Tochter; niemand wollte sie wiedererkennen, ausser dem Kettenhunde und den Schwalben, aber das waren arme Tiere, die nichts zu sagen hatten.

Da weinte die arme Elisa und dachte an ihre elf Brüder, die alle weg waren. Betrübt verliess sie das Schloss und ging den ganzen Tag über Feld und Moor bis in den grossen Wald hinein. Sie wusste gar nicht, wohin sie wollte, aber sie fühlte sich sehr betrübt und sehnte sich nach ihren Brüdern, die sicher auch gleich ihr, in die Welt hinaus gejagt waren, diese wollte sie suchen und finden.

Nur kurze Zeit war sie im Walde gewesen, als die Nacht einbrach; sie war ganz von Weg und Steg abgekommen. Da legte sie sich auf das weiche Moos nieder, betete ihr Abendgebet und lehnte ihr Haupt an einen Baumstumpf. Es herrschte tiefe Stille, die Luft war mild und ringsumher im Grase und im Moose leuchteten, einem grünen Feuer gleich, viele hundert Johanniswürmchen. Als sie einen der Zweige mit der Hand berührte, fielen die leuchtenden Insetzten wie Sternschnuppen zu ihr nieder.

Die ganze Nacht träumte sie von ihren Brüdern; sie spielten wieder als Kinder, schrieben mit dem Diamantgriffel auf die Goldtafeln und betrachteten das herrliche Bilderbuch, welches das halbe Reich gekostet hatte, aber auf die Tafel schrieben sie nicht wie früher Nullen und Striche, sondern die mutigen Taten, die sie vollführt, alles, was sie erlebt und gesehen hatten. Und im Bilderbuche war alles lebendig, die Vögel sangen, und die Menschen gingen aus dem Buch heraus und sprachen mit Elisa und ihren Brüdern, aber wenn sie das Blatt umwandte, sprangen sie sogleich wieder hinein, damit keine Verwirrung in den Bildern entstehen möchte.

Als sie erwachte, stand die Sonne schon hoch; Elisa konnte sie freilich nicht sehen, die hohen Bäume breiteten ihre Zweige dicht und fest aus, aber die Strahlen spielten dort oben gerade wie ein wehender Goldflor. Da war ein Duft von dem Grünen, und die Vögel setzten sich fast auf ihre Schultern. Sie hörte das Wasser plätschern, das waren Quellen, die alle in einen See fielen, in dem der herrlichste Sandboden war; freilich wuchsen hier dichte Büsche ringsherum, aber an einer Stelle hatten die Hirsche eine grosse Öffnung gemacht, und hier ging Elisa zum Wasser hin. Das war so klar, dass, hätte der Wind nicht die Zweige und die Büsche berührt, so dass sie sich bewegten, sie hätte glauben müssen, dass sie auf dem Boden abgemalt seien, so deutlich spiegelte sich jedes Blatt, sowohl das von der Sonne beschienene, als das, welches im Schatten war, ab.

Sobald sie ihr braunes Antlitz erblickte, erschrak sie gewaltig, so braun und hässlich war es; doch als sie ihre kleine Hand benetzte und Augen und Stirn rieb, wurde die Haut wieder glänzendweiss. Da entkleidete sie sich und ging in das frische Wasser hinein; ein schöneres Königskind als sie war, gab es nicht in dieser Welt.

Als sie wieder angekleidet war und ihr langes Haar geflochten hatte, ging sie zur sprudelnden Quelle, trank aus der hohlen Hand und wanderte tiefer in den Wald hinein, ohne selbst zu wissen, wohin. Sie dachte an ihre Brüder, dachte an den lieben Gott, der sie sicher nicht verlassen werde: er liess ja die wilden Äpfel wachsen, um den hungrigen zu sättigen; und er zeigte ihr einen solchen Baum, dessen Zweige sich unter der Last der Früchte beugten. Hier hielt sie ihre Mittagsmahlzeit, setzte Stützen unter dessen Zweige und ging dann in den dunkelsten Teil des Waldes hinein. Da war es so still, dass sie ihre eigenen Fusstritte hörte, wie jedes kleine, vertrocknete Blatt, welches sich unter ihrem Fusse bog; nicht ein Vogel war zu sehen, nicht ein Sonnenstrahl konnte durch die grossen, dichten Baumzweige dringen; die hohen Stämme standen so nahe beisammen, dass, wenn sie gerade aussah, ein Balkengitter sie zu umschliessen schien. O, hier war eine Einsamkeit, wie sie solche früher noch nie gekannt!

Die Nacht wurde sehr dunkel; nicht ein einziger kleiner Johanniswurm leuchtete aus dem Moose; betrübt legte sie sich nieder, um zu schlafen; da schien es ihr, als ob die Baumzweige über ihr sich zur Seite bewegten und der liebe Gott mit seinen milden Augen auf sie niederblickte, und kleine Engel sahen über seinen Kopf und unter seinen Armen hervor.

Als sie am Morgen erwachte, wusste sie nicht, ob sie geträumt hatte, oder ob es wirklich so gewesen.

Sie ging einige Schritte vorwärts, da begegnete sie einer alten Frau mit Beeren in dem Korbe. Die Alte gab ihr einige davon. Elisa fragte, ob sie nicht elf Prinzen durch den Wald habe reiten sehen.

„Nein,“ sagte die Alte, aber ich sah gestern elf Schwäne mit goldenen Kronen auf dem Haupte in der Nähe schwimmen.“

Sie führte Elisa ein Stück weiter vor zu einem Abhange, an dessen Fuss sich ein kleiner Fluss schlängelte. Die Bäume an seinen Ufern streckten ihre langen, blattreichen Zweige einander entgegen, und wo sie ihrem natürlichen Wuchse nach nicht zusammenreichen konnten, da hatten sie die Wurzeln aus der Erde losgerissen und hingen, mit den Zweigen ineinander geflochten, über das Wasser hinaus.

Elisa sagte der Alter Lebewohl und ging längs dem Flusse hin, bis dieser in den grossen, offenen Strand hinausfloss.

Das ganze herrliche Meer lag vor dem jungen Mädchen; aber nicht ein Segel zeigte sich darauf, nicht ein Boot war da zu sehen, wie wollte sie nun weiter fortkommen? Sie betrachtete die unzähligen, kleinen Steine am Ufer; das Wasser hatte sie alle rund geschliffen. Glas, Eisen, Steine, alles, was da zusammengespült lag, hatte die Gestalt des Wassers angenommen, welches doch viel weicher war, als ihre seine Hand. „ Das rollt unermüdlich fort, und so ebnet sich das Harte, ich will ebenso unermüdlich sein; Dank für eure Lehre, ihr kleinen, rollenden Wogen; einst, das sagt mir mein Herz, werdet ihr mich zu meinen lieben Brüdern tragen!“

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Ograniczenie wiekowe:
0+
Data wydania na Litres:
05 maja 2025
Objętość:
39 str. 1 ilustracja
ISBN:
9788726396621
Wydawca:
Właściciel praw:
Bookwire
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