Czytaj książkę: «Gesänge aus den drei Reichen: Ausgewählte Gedichte»

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Franz Werfel

Gesänge aus den drei Reichen: Ausgewählte Gedichte

Gedichte


Veröffentlicht im Good Press Verlag, 2021

goodpress@okpublishing.info

EAN 4064066115937

Inhaltsverzeichnis

Aus „Der Weltfreund“ Gedichte 1911

An den Leser

Kindersonntagsausflug

Der dicke Mann im Spiegel

Im winterlichen Hospital

Sterben im Walde

Das Malheur

Erzherzogin und Bürgermeister

Der Patriarch

Solo des zarten Lumpen

Der schöne strahlende Mensch

Wanderlied

Der kriegerische Weltfreund

Ich habe eine gute Tat getan

Aus „Wir sind“ Neue Gedichte 1913

Die Unverlassene (Der Besuch aus dem Elysium)

Als mich Dein Wandeln an den Tod verzückte

Vater und Sohn

Die Witwe am Bette ihres Sohnes

Balance der Welt

Der Feind

Eine alte Frau geht

Nacht-Fragment.

Das erkaltende Herz

Der göttliche Portier

Ein Lebens-Lied

Ein Anderes

Amore

Ich bin ja noch ein Kind

Aus „Einander“ Oden Lieder Gestalten 1915

Lächeln Atmen Schreiten

Das Jenseits

Warum mein Gott

Die Tugend

Veni creator spiritus

Abschied Ein Fragment

Der Erkennende

Romanze einer Schlange

Tempel-Traum

Ein Abendgesang

Mondlied eines Mädchens

Eines alten Lehrers Stimme im Traum

Zwiegespräch an der Mauer des Paradieses

Luzifers Abendlied

Held und Heiliger Prophezeiung an Alexander

Alte Dienstboten

Jesus und der Äser-Weg

Neue Gedichte 1916 (In Buchform noch nicht veröffentlicht)

An den Richter

Gebet um Reinheit

Einem Denker

Ballade von Wahn und Tod

Der Tempel

Die heilige Elisabeth

Der Ruf

Vergessen

Müdigkeit

Schrei

Der Dichter

Aus
„Der Weltfreund“
Gedichte
1911

Inhaltsverzeichnis

An den Leser

Inhaltsverzeichnis

Mein einziger Wunsch ist, Dir, o Mensch verwandt zu sein!

Bist Du Neger, Akrobat, oder ruhst Du noch in tiefer Mutterhut,

Klingt Dein Mädchenlied über den Hof, lenkst Du Dein Floß im Abendschein,

Bist Du Soldat, oder Aviatiker voll Ausdauer und Mut.

Trugst Du als Kind auch ein Gewehr in grüner Armschlinge?

Wenn es losging, entflog ein angebundener Stöpsel dem Lauf.

Mein Mensch, wenn ich Erinnerung singe,

Sei nicht hart, und löse Dich mit mir in Tränen auf!

Denn ich habe alle Schicksale durchgemacht. Ich weiß

Das Gefühl von einsamen Harfenistinnen in Kurkapellen,

Das Gefühl von schüchternen Gouvernanten im fremden Familienkreis,

Das Gefühl von Debutanten, die sich zitternd vor den Souffleurkasten stellen.

Ich lebte im Walde, hatte ein Bahnhofsamt,

Saß gebeugt über Kassabücher, und bediente ungeduldige Gäste.

Als Heizer stand ich vor Kesseln, das Antlitz grell überflammt,

Und als Kuli aß ich Abfall und Küchenreste.

So gehöre ich Dir und Allen!

Wolle mir, bitte, nicht widerstehn!

O, könnte es einmal geschehn,

Daß wir uns, Bruder, in die Arme fallen!

Kindersonntagsausflug

Inhaltsverzeichnis

Vom Quai steigt eine Treppe zu Dampfschiff und Booten.

Oh, Kindersonntagsausflug! Wie abenteuerlich kam mir das alles vor.

Strahlender Fluß, Frühlingshimmel, Regattakähne, Eisenbahnbrücke, Gerüste und Piloten,

Blauer Rauch in der Luft. Oh dünnes Gewebe, oh schwacher Flor!

Ein enges Brett — schaukelnder Boden — ich dachte an meine Seegeschichten.

Worte wie Backbord, zwei Glas, Wanten, Lee, Marssegel fielen mir ein.

An einen kleinen Schiffsjungen dachte ich, an Matrosengesang und Ankerlichten,

An gieblige Hafenhäuser und Schenken, in denen betrunkene Holländer und Malayen schrein.

Auf schmalem Platz saß ich in meine ganz exotischen Phantasien eingefangen.

Meine Mama löste beim Kassier eine Kinderkarte für mich.

Ich seh noch, wie einige Nickelstücke wieder in ihr silbernes Täschchen sprangen,

Dann riß ein Mann an der Glocke — Die

Maschinen unter uns stampften und rührten sich.

Was ich alles auf dem rotweißen Dampfer erlebte: Wasserhosen, Zyklone,

Am Äquator riß uns Champagner, Heimweh und Sternnacht zu lautem Wahnsinn fort,

Am südlichen Wendekreis aber warf man ohne

Gebete und Tränen einen steinbeschwerten Leichnam über Bord. —

Oft sahn wir Land, Vulkane, weiß zugetürmte,

Insulaner schossen um unser Schiff und krächzten zu uns empor.

Und wenn das Meer glatt war, keine Wolke, kein Windvogel stürmte,

Warf man Geldstücke in die Tiefe, und Kinder tauchten danach und holten sie hervor.

Und als die Räder langsamer schlugen und wir zum Landungsplatz glitten,

Da erkannte kaum den einfachen Hügel mein Blick.

Ich ging ans Ufer mit kleinen, ganz unsicheren Schritten,

Und hörte wie im Traume vom Restaurationsgarten her die donnernde Militärmusik.

Der dicke Mann im Spiegel

Inhaltsverzeichnis

Ach Gott, ich bin das nicht, der aus dem Spiegel stiert,

Der Mensch mit wildbewachsner Brust und unrasiert.

Tag war heut so blau,

Mit der Kinderfrau

Wurde ja im Stadtpark promeniert.

Noch kein Matrosenanzug flatterte mir fort

Zu jenes strengverschlossenen Kastens Totenort.

Eben abgelegt,

Hängt er unbewegt,

Klein und müde an der Türe dort.

Und ward nicht in die Küche nachmittags geblickt,

Kaffee roch winterlich und Uhr hat laut getickt,

Lieblich stand verwundert,

Der vorher getschundert

Übers Glatteis mit den Brüderchen geschickt.

Auch hat die Frau mir heut wie immer Angst gemacht

Vor jenem Wächter Kakitz, der den Park bewacht.

Oft zu schnöder Zeit,

Hör im Traum ich weit

Diesen Teufel säbelschleppen in der Nacht.

Die treue Alte, warum kommt sie denn noch nicht?

Von Schlafesnähe allzuschwer ist mein Gesicht.

Wenn sie doch schon käme

Und es mit sich nähme,

Das dort oben leise singt, das Licht!

Ach abendlich besänftigt tönt kein stiller Schritt,

Und Babi dreht das Licht nicht aus und nimmt es mit.

Nur der dicke Mann

Schaut mich hilflos an,

Bis er tieferschrocken aus dem Spiegel tritt.

Im winterlichen Hospital

Inhaltsverzeichnis

Himmel wird sich bald entblättern,

Aber Licht ist noch genug.

Ach, und kleine Stimmen, die ans Fenster klettern

Von Winterwind ein Flug.

Und dunkle Sonne im Wasserkrug.

Draußen gibt es Blumen zu kaufen,

Da sind Kinder vorübergelaufen.

Doch der Hof tönt von behutsamen Schritten.

Die Erwachsenen haben zärtliche Sitten. . .

O Verband, der erlöst! — Nicht regen, nicht rühren!

Doch kann ich noch spüren,

Wie Bewußtsein mit Ruderschlägen

Vom Lande stößt.

Vorbei — vorbei

An Wildnis und Fläche!

Dort stürzen Bäche,

Schon atmet die Steppe,

Die ewige frei. . .

Was tönt im Haus,

Gedämpft über die Treppe?

Ist die Besuchsstunde schon aus?

Jetzt liegen die kranken Brüder da,

Einen lieben Gegenstand in der Hand,

Von Eau de Cologne ein frischer Flacon,

Und, ach, ein neuer Engelhornband.

Ich will nicht klagen, daß niemand

Im fremden Land

Meine Türe aufgetan

Freundlich mir zugewandt.

Wer trat herein?

So leicht und unbefangen,

Mit einem lila Shawl

Und tanzerregten Wangen,

Wie bei der Damenwahl?

Nun hat es sich doch erfüllt!

O Erinnerung! O Schlacht auf den katalaunischen Gefilden!

O Geschichtsstunden, wo wir uns einbilden

Erschlagene Krieger zu sein!

Da kamst Du immer dem treuen,

Dem Knaben Blumen zu streuen.

So ist es wieder geschehn?

Schon stürzten die Speere und Schilde,

Nun darf auch mein armes Gefilde

In Abend und Tränen stehn.

„Schwester, so spät ist es schon?“

„Ja, ich bringe die Abendbouillon.“

Treibe — Treibe

Im Strome von dannen.

Rings breitet die Scheibe

Sich weiter Savannen.

An sandigen Stellen,

Im Dunkeln, im Hellen,

An niedrigen Feuern,

Nach Abenteuern

Gelagerte Männer

Bereiten ein Mahl.

Gatunki i tagi

Ograniczenie wiekowe:
18+
Data wydania na Litres:
21 stycznia 2025
Objętość:
50 str. 1 ilustracja
ISBN:
4064066115937
Wydawca:
Właściciel praw:
Bookwire
Format pobierania:

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