Czytaj książkę: «Der Stinkehund (Bd. 1)»
Colas Gutman
Der Stinkehund
Aus dem Französischen von Julia Süßbrich
Mit Illustrationen von Marc Boutavant



Ben, der den Stinkehund aus der Mülltonne geholt hat

Stinkehund fällt aus allen Wolken
Stinkehund ist in einer Mülltonne zur Welt gekommen. Über ihn wird viel erzählt: Er soll von seinen Eltern verlassen worden sein, nach Sardinen stinken und nicht wissen, wo links und wo rechts ist. All das ist wirklich wahr. Und damit nicht genug: Stinkehunds Fell steckt voller Flöhe, und ein Fan-Klub von Fliegen verfolgt ihn überallhin. Doch unter dem Fell dieses unglückseligen Tieres verbirgt sich ein zartes und liebevolles Wesen. Hin und wieder, eigentlich gar nicht einmal so selten, hält Stinkehund sich sogar für einen Labrador. Aber weil er einem alten, zerfledderten Teppichboden ähnlich sieht, laufen unglücklicherweise selbst die mutigsten Kinder vor ihm weg.

Stinkehund teilt seine Mülltonne mit dem Kater Platti, der ebenfalls vom Leben gezeichnet ist – Platti wurde von einem Laster überrollt, als er drei Monate alt war. Er schlägt Stinkehund immer wieder die gleichen Spiele vor:
»Wollen wir ›Katz und Maus‹ spielen?«, fragt er.
»Nein, wieso? Ich bin doch ein Hund«, antwortet Stinkehund dann.
»Oder Bock springen?«
»Nein, ich bin doch kein Schaf!«
Der arme Stinkehund versteht meistens nur Bahnhof.

Eines Tages findet er allerdings in seiner Mülltonne einen alten Schnürsenkel, und diese Entdeckung macht ihn nachdenklich. Plötzlich hat er eine seltsame Frage:
»Sag mal, Platti, warum haben Hunde eine Leine um den Hals?«
»Weil sie ein Herrchen haben, Stinkehund!«, antwortet Platti.
»Was ist das?«, fragt Stinkehund.
»Du weißt nicht, was ein Herrchen ist?«
»Nein.«
Plötzlich kullern Tränen über Stinkehunds Schnauze. Er spürt, dass ein Herrchen etwas ganz Wichtiges sein muss, was alle Hunde kennen, nur er nicht. Um sich zu trösten, schlingt er einen abgelaufenen Joghurt und eine alte Bananenschale hinunter.
»Mach dir keine Sorgen, ich erklär dir das«, muntert Platti ihn auf.
Ein Töpfchen Leberwurst und drei Dosen Ravioli später träumt Stinkehund von einem Herrchen, das ihn lieb hat und ihm Leckerlis gibt.
»Platti, werden Herrchen zufällig auch manchmal in die Mülltonne geworfen?«

»Nein, Stinkehund. Um ein Herrchen zu finden, wirst du in die weite Welt hinausziehen müssen.«
Stinkehund verspricht Platti, bald wieder da zu sein und ihm eine Luftpumpe mitzubringen, damit er seine alte Form zurückbekommt. Dann klettert er aus seiner Mülltonne und begibt sich auf die Suche. Sein Fell ist ganz schmutzig, und er hat keine Ahnung, wo es langgeht.
Unterwegs verwechselt Stinkehund ein Springseil mit einer Leine und trottet zwei Tauben nach, weil er sie für Herrchen hält. Schließlich entdeckt er doch noch ein echtes Herrchen.

Dem Mann werde ich erst einmal ein paar Flöhe schenken, damit er mir vertraut, denkt Stinkehund. Er reibt sich am Bein des Mannes, aber der scheint damit nicht einverstanden zu sein und springt zur Seite.
»Hau ab, du alter Fußabtreter!«
Der frisierte Pudel, der den Mann begleitet, knurrt: »Verrückt, diese ganzen Flohteppiche in der Stadt.«
»Genau! Und es werden auch immer mehr!«, stimmt ihm der Dackel in schickem Mantel zu, der ebenfalls neben dem Mann läuft. »Die sollte man auf den Mond schießen!«
Aber das Herrchen geht nun doch auf Stinkehund zu und schaut ihn komisch an.
»Sag mal, was machst du denn ganz allein hier auf dem Bürgersteig? Bist du ausgesetzt worden? Und bist du überhaupt ein Hund? Oder bist du vielleicht ein Wischlappen?«
Dann lacht der Mann.

Ich glaube, der mag mich!, denkt Stinkehund.
Darmowy fragment się skończył.