Czytaj książkę: «Silent Retreat: Erotische Novelle»
Christina Tempest
Silent Retreat: Erotische Novelle
Lust
Silent Retreat: Erotische Novelle Übersetzt
Patrick Zöller
Original
Silent RetreatCoverbild/Illustration: Shutterstock Copyright © 2019, 2020 Christina Tempest und LUST All rights reserved ISBN: 9788726389777
1. Ebook-Auflage, 2020
Format: EPUB 3.0
Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von LUST gestattet.
„Mist!“ Emma hämmert mit der Faust auf das Lenkrad, beißt die Zähne zusammen und dreht den Zündschlüssel. Wieder und wieder. Schließlich quittiert der Wagen ihre Bemühungen nicht einmal mehr mit dem halb erstickten Husten, das er anfangs noch von sich gab.
„Du versuchst es ja nicht einmal“, faucht sie. „Scheißkarre.“
Draußen ist es dunkel. Dunkel nicht wie in „Gleich müssen die Straßenlaternen angehen“, sondern dunkel wie in „tief im Wald und nur die Sterne leuchten.“ Mit anderen Worten: Es ist stockdunkel. Sie blickt auf ihr iPhone, das einen gespenstischen Schimmer verbreitet. Nur 17% Akkuladung. What the fuck? Sie schaltet es aus und wieder ein, als könne das etwas helfen. Immer noch 17%. Hastig sucht sie die richtige Nummer heraus und ruft an.
„Pannenhelfer Dänemark, guten Abend. Wie kann ich Ihnen helfen?“
„Ich stehe in einem Wald irgendwo in Schweden und mein Wagen hat den Geist aufgegeben. Können Sie jemanden vorbeischicken?“, feuert Emma in Höchsttempo ab.
„Natürlich. Einer unserer schwedischen Kollegen wird so schnell wie möglich bei Ihnen sein, seien Sie ganz beruhigt.“
Die angenehme Stimme stellt ihr noch einige Fragen, bevor sie die Ankunft eines Pannenhelfers in fünf Stunden avisiert.
„Fünf Stunden?!“
„Ich fürchte, Sie befinden sich ziemlich weit im Niemandsland.“
„Ja, und ich fürchte, da haben Sie Recht.“ Warum musste ihre Freundin sich auch ausgerechnet in diese abgelegene Gegend zurückziehen, um über ihre Ehe nachzudenken? Es müsste doch auch irgendein ruhiges Fleckchen in Dänemark geben, besonders wenn man bedenkt, dass es nicht einmal zwei Tage dauerte, bis sie dringend Gesellschaft brauchte und Emma förmlich anflehte, für ein paar Tage zu Besuch zu kommen.
„Können Sie vielleicht irgendwo die Zeit totschlagen? Wir melden uns, kurz bevor der Kollege eintrifft.“
„Nein“, seufzt Emma und fährt sich nervös mit einer Hand durchs Haar. „Hier ist nichts. Und der Akku meines Handys ist auch fast leer, sodass Sie mich wahrscheinlich nicht mal mehr erreichen können.“ Sie nimmt es vom Ohr und schaut darauf. 14%. Zum Teufel!
„Es verbraucht ziemlich viel Strom, wahrscheinlich weil hier draußen das Netz so schlecht ist.“ Emma ist verzweifelt: Einerseits würde sie am liebsten sofort auflegen, um Akku zu sparen, andererseits will sie unbedingt weiter seine angenehme Stimme hören, sodass sie sich nicht so allein gelassen fühlt.
„Wenn ich Ihnen einen Rat geben darf, dann suchen Sie sich etwas, wo Sie ein Dach über dem Kopf haben und Ihr Handy aufladen können, während Sie warten“, sagt der Typ, der sicher irgendwo in Kopenhagen in einem bequemen Bürostuhl sitzt. „Sind Sie vielleicht in der letzten Viertelstunde an irgendeinem Haus vorbeigekommen?“
„Ich finde schon was. Rufen Sie einfach an, bevor Ihr Kollege auftaucht, ich bin dann beim Auto.“ Emma bedankt sich für die Hilfe und legt auf.
War da nicht ein Schild, zu einem Hotel oder etwas Ähnlichem? Nur ein paar Kilometer zurück? Dort müssen sie doch ein Ladekabel haben, das sie sich ausleihen kann. Und vielleicht eine Tasse Kaffee. Dann fällt ihr ein, dass sie ihr Handy auch als Taschenlampe benutzt. Wenn sie Strom sparen will, dann muss sie wohl ohne auskommen. „So ein Mist!“ Sie tastet sich zum Straßenrand und macht sich auf den Weg zurück. Wie in aller Welt haben die Leute überlebt, als das Smartphone noch nicht erfunden war?
Zum Glück zeigt sich schnell, dass die Sterne hell leuchten, besonders wenn sie nicht mit anderen Lichtquellen konkurrieren müssen. Nach ein paar Minuten haben Emmas Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt, und im Licht der Sterne kann sie problemlos den schmalen Asphaltstreifen ausmachen, der sich durch den Wald schlängelt. Sie versucht, nicht zu sehr auf die Geräusche des Waldes zu achten und ruft sich in Erinnerung, dass es in den schwedischen Wäldern keine gefährlichen Tiere gibt. Oder doch? Der Elch müsste das größte Tier hier sein, aber er ist ja ein Pflanzenfresser. Oder etwa nicht?
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