Czytaj książkę: «Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein»
Brüder Grimm
Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein
Saga
Einäuglein, Zweiäuglein und DreiäugleinCoverbild/Illustration: Shutterstock Copyright © 1815, 2020 Brüder Grimm und SAGA Egmont All rights reserved ISBN: 9788726692914
1. Ebook-Auflage, 2020
Format: EPUB 3.0
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35.
Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein.
Es war eine Frau, die hatte drei Töchter, davon hiess die älteste Einäuglein, weil sie nur ein einziges Auge mitten auf der Stirn hatte, und die mittelste Zweiäuglein, weil sie zwei Augen hatte wie andere Menschen, und die jüngste Dreiäuglein, weil sie drei Augen hatte, und das dritte stand bei ihr gleichfalls mitten auf der Stirne. Darum aber, dass Zweiäuglein nicht anders aussah als andere Menschenkinder, konnten es die Schwestern und die Mutter nicht leiden. Sie sprachen zu ihm: „Du mit deinen zwei Augen bist nicht besser als das gemeine Volk, du gehörst nicht zu uns.“ Sie stiessen es herum und warfen ihm schlechte Kleider hin und gaben ihm nicht mehr zu essen, als was sie übrig liessen, und taten ihm Herzeleid an, wo sie nur konnten.
Es trug sich zu, dass Zweiäuglein hinaus ins Feld geben und die Ziege hüten musste, aber noch ganz hungrig war, weil ihm seine Schwestern so wenig zu essen gegeben hatten. Da setzte es sich auf einen Rain und fing an zu weinen und so zu weinen, dass zwei Bächlein aus seinen Augen herabflossen. Und wie es in seinem Jammer einmal aufblickte, stand eine Frau neben ihm, die fragte: „Zweiäuglein, was weinst du?“ Zweiäuglein antwortete: „Soll ich nicht weinen? weil ich zwei Augen habe wie andere Menschen, so können mich meine Schwestern und meine Mutter nicht leiden, stossen mich aus einer Ecke in die andere, werfen mir alte Kleider hin und geben mir nichts zu essen, als was sie übrig lassen. Heute haben sie mir so wenig gegeben, dass ich noch ganz hungrig bin.“ Sprach die weisse Frau: „Zweiäuglein, trockne dir dein Angesicht, ich will dir etwas sagen, dass du nicht mehr hungern sollst. Sprich nur zu deiner Ziege:
„ Zicklein, meck,
Tischlein, deck“,
so wird ein sauber gedecktes Tischlein vor dir stehen und das schönste Essen darauf, dass du essen kannst, soviel du Lust hast. Und wenn du satt bist und das Tischlein nicht mehr brauchst, so sprich nur:
„ Zicklein, meck,
Tischlein, weg,“
so wird’s vor deinen Augen wieder verschwinden.“
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