Czytaj książkę: «Sex and Sensibility: Erotische Novelle»

Czcionka:

Beatrice Nielsen

Sex and Sensibility: Erotische Novelle

Lust

Sex and Sensibility: Erotische Novelle ÜbersetztPatrick Zöller Original Sex and Sensibility - Erotisk novellaCoverbild/Illustration: Shutterstock Copyright © 2019, 2020 Beatrice Nielsen und LUST All rights reserved ISBN: 9788726389715

1. Ebook-Auflage, 2020

Format: EPUB 3.0

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Zum ersten Mal seit Langem hat Katrine ein ganzes Wochenende für sich allein. Keine Pläne, keine Arbeit, einfach nur Entspannung und Zeit, Zeit, Zeit. Das ganze Wochenende lang wird sie keinen Fuß vor die Tür setzen. Vielmehr wird sie sich in einen der Klassiker vertiefen, die in ihrem Bücherregal stehen und schon ewig darauf warten, gelesen zu werden. Sie lächelt bei dem Gedanken daran, und auf dem Weg von der Arbeit nach Hause an diesem Freitagnachmittag geht sie in den Supermarkt, um sich mit allem Nötigen einzudecken: Schokolade, Lakritz und Weißwein, die drei wichtigsten Zutaten für ein gemütliches Wochenende. Außerdem ein paar Croissants aus der Dose, die, die im Bruchteil einer Sekunde aufgehen, sobald man die Dose öffnet. Sie liebt es, zuzusehen, wie der Teig aufquillt. Zum Abendessen wird sie Take-away von ihrer Lieblingsbude bestellen, sollte sich herausstellen, dass die Reste im Kühlschrank zu langweilig sind.

Am späten Samstagvormittag wacht Katrine auf und schlurft noch lange in ihrer Wohnung herum, trägt nur ihr altes, zerschlissenes Rolling Stones-T-Shirt und einen Slip. Das T-Shirt ist eigentlich etwas zu groß und der Halsausschnitt so ausgefranst, dass es ihr ständig über die eine Schulter rutscht. Aber sie hat es von einem netten Typen bekommen, vor ein paar Jahren, und hat es behalten, als eine süße Erinnerung. Sie liebt es, und heute gibt es keinen Grund, sich anzuziehen. Sie legt die Croissants auf ein Backblech und schiebt es in den Ofen. Dann setzt sie sich mit einer Tasse Kaffee auf den Balkon und trinkt, langsam. Vormittags ist hier alles von Sonne überflutet. Normalerweise hat sie keine Zeit, das zu genießen, denn wenn sie von der Arbeit nach Hause kommt, steht die Sonne längst auf der anderen Seite des Gebäudes. Katrine trinkt einen Schluck und schließt die Augen. Sie spürt die wärmenden Strahlen auf ihrem Gesicht und hofft, dass dadurch die winzig kleinen Sommersprossen auf ihren Wangen und ihrer Nase besser zur Geltung kommen. Sie hört die Vögel singen, und unten auf der Straße fahren ein paar Autos vorbei. Zum Glück ist es ein ruhiges Viertel mit nur wenig Verkehr, und Katrines Balkon bietet eine fantastische Aussicht über den Park auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Sie meint, den Geruch der vielen Sommerblumen dort drüben zu erahnen. Allerdings verbreiten die Croissants einen allzu verführerischen Duft, und als sie gerade noch denkt, dass sie gleich fertig sein müssten, klingelt auch schon die Eieruhr. Sie nimmt sie aus dem Ofen und lässt sie abkühlen, geht zum Bücherregal und überlegt, welches Buch sie lesen wird. Sie lässt sich Zeit und trinkt den Rest ihres Kaffees. Als sie sich entschieden hat, nimmt sie das Buch und eins der lauwarmen Croissants und setzt sich wieder auf den Balkon.

Kurz darauf hat sie sich im Universum des Buchs verloren und vergisst die Zeit, bis die Sonne den Balkon fast nicht mehr erreicht und es so kühl wird, dass sie sich entschließt, wieder nach drinnen zu gehen. Es ist später Nachmittag, und Katrine holt sich eine Tafel Schokolade und schenkt sich ein großes Glas Weißwein ein, bevor sie sich wieder mit ihrem Buch niederlässt, diesmal auf dem Sofa. Sie bricht kleine Stücke von der Tafel ab und schiebt sie sich in den Mund, während sie liest. Fast mechanisch oder sogar schon rhythmisch. Ein Stück Schokolade, ein Schluck Wein, ein Stück Schokolade, ein Schluck Wein. Schnell vertieft sie sich wieder in dem Buch, dessen Handlung im Großbritannien des 19. Jahrhunderts spielt. Sie kann beinahe hören, wie die langen, pastellfarbenen Kleider der Damen leise raschelnd über Böden und Rasen gleiten, wie alle sonderbar formell und höflich miteinander reden. Sie fühlt, dass sie bei ihnen ist, in dem Buch. „Plötzlich erschien er in der Dünung, schwamm mit ruhigen Zügen weiter ins flache Wasser. Er hielt inne, richtete sich auf und ging zum Ufer, wo er seine Jacke und seine Schuhe abgelegt hatte. Das platschende Geräusch seiner Schritte im Wasser weckte etwas in ihr. Als er das Ufer erreicht hatte, blieb er ganz ruhig stehen. Das Wasser lief über seinen Körper und tropfte rhythmisch auf seine Füße und ins Gras. Mit einer Unbefangenheit, als könne ihn nichts stören, als sei er alleine, schüttelte er sein Haar aus, dass das Wasser bis zu ihr herüber spritzte. Er öffnete die obersten Knöpfe seines durchnässten, weißen Hemds und zog es über den Kopf. Während er es auswrang, sah er sie mit einem so durchdringenden Blick ungeniert an, dass sie erbebte. Es war ein Blick, der ihr das Gefühl gab, er habe schon tausend Leben gelebt, tausend Kämpfe gekämpft“, liest Katrine.

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