Czytaj książkę: «Die amerikanischen Präsidenten»

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Univ.-Doz. DDr. Barbara Friehs ist habilitierte Pädagogin und arbeitet an der Universität Graz. Ihr Forschungsinteresse gilt hauptsächlich gesellschafts- und bildungspolitischen Themenbereichen in den Vereinigten Staaten von Amerika und dem EU-Raum.

Zum buch

»Als ich im Weißen Haus mit der Arbeit begann, überraschte mich am allermeisten, dass die Dinge tatsächlich so im argen lagen, wie ich immer behauptet hatte.«JOHN F. KENNEDY

Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika regiert nicht nur ein Land des amerikanischen Kontinents, sondern beeinflusst die Taktung der gesamten Welt zu seiner jeweiligen Regierungszeit nachhaltig. Als repräsentatives Staatsoberhaupt, gleichzeitiger Regierungschef und Oberbefehlshaber der US-amerikanischen Streitkräfte sind einige der bisher 43 US-Präsidenten immer wieder in medial teils ausgeklügelt inszenierte innenpolitische Konflikte geraten sowie zum Mittelpunkt außerpolitischer Auseinandersetzungen und Debatten geworden. Die unterschiedlichen Erfolge und Charaktere der verschiedenen US-Präsidenten werden in diesem Band in kurzen Portraits vorgestellt, sodass sich dem Leser ein umfassendes Bild von den mächtigsten Männern der Welt bietet.

Barbara Friehs

Die amerikanischen Präsidenten

Barbara Friehs

Die amerikanischen
Präsidenten

Von George Washington

bis Barack Obama


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Alle Rechte vorbehalten

Copyright © by marixverlag GmbH, Wiesbaden 2014

Der Text basiert auf der Ausgabe marixverlag, Wiesbaden 2014

Lektorat: Hans Joachim Kuhn

Covergestaltung: Nicole Ehlers, marixverlag GmbH

Bildnachweis: Mount Rushmore (USA);

Foto: Günther Lachmuth, 1996 / akg images GmbH, Berlin

eBook-Bearbeitung: Bookwire GmbH, Frankfurt am Main

ISBN: 978-3-8438-0449-3

www.marixverlag.de

INHALT

EINLEITUNG

GEORGE WASHINGTON

JOHN ADAMS

THOMAS JEFFERSON

JAMES MADISON

JAMES MONROE

JOHN QUINCY ADAMS

ANDREW JACKSON

MARTIN VAN BUREN

WILLIAM HENRY HARRISON

JOHN TYLER

JAMES K. POLK

ZACHARY TAYLOR

MILLARD FILLMORE

FRANKLIN PIERCE

JAMES BUCHANAN

ABRAHAM LINCOLN

ANDREW JOHNSON

ULYSSES SIMPSON GRANT

RUTHERFORD B. HAYES

JAMES ABRAHAM GARFIELD

CHESTER ALAN ARTHUR

GROVER CLEVELAND

BENJAMIN HARRISON

WILLIAM MCKINLEY

THEODORE ROOSEVELT

WILLIAM HOWARD TAFT

THOMAS WOODROW WILSON

WARREN GAMALIEL HARDING

JOHN CALVIN COOLIDGE

Herbert Hoover

FRANKLIN DELANO ROOSEVELT

HARRY S. TRUMAN

DWIGHT »IKE« DAVID EISENHOWER

JOHN F. KENNEDY

LYNDON BAINES JOHNSON

RICHARD MILHOUS NIXON

GERALD RUDOLPH FORD

JAMES EARL CARTER, JR.

RONALD WILSON REAGAN

GEORGE HERBERT WALKER BUSH

WILLIAM JEFFERSON CLINTON

GEORGE WALKER BUSH

BARACK HUSSEIN OBAMA

LITERATURVERZEICHNIS

EINLEITUNG

Der jeweilige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika gilt in der heutigen Zeit als einer der bekanntesten, aber auch mächtigsten Menschen der Welt. Bislang wurden die USA von 43 Präsidenten regiert, wobei Grover Cleveland Ende des 19. Jahrhunderts das Amt mit einer Unterbrechung zweimal innehatte. Nicht alle Präsidenten übten ihre Funktion mit gleichem Erfolg aus, alle prägten allerdings die Geschicke des eigenen Landes, und spätestens ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts auch jene der ganzen Welt maßgeblich mit.

Der amtierende amerikanische Präsident hat sowohl die Funktion des Staatsoberhauptes als auch des Regierungschefs des Landes inne und ist Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte. Als Regierungschef leitet er das von ihm ernannte Kabinett, dessen Mitglieder (»Secretaries«) er jederzeit entlassen kann. Gegenüber dem Kongress, welcher das Parlament darstellt, hat er regelmäßig Berichte zur Lage der Nation zu erstatten, was meist jährlich in der »State of the Union Address« erfolgt.

Der amerikanische Präsident wird für jeweils vier Jahre gewählt, wobei seit 1951 nur eine Wiederwahl zulässig ist. Somit verkörpert er die Exekutivgewalt, der Kongress ist für die Gesetzgebung zuständig und den Bundesgerichten kommt die Verantwortung für die Judikative zu. Der Grundsatz der Gewaltenteilung untersagt dem Präsidenten die Mitgliedschaft im Kongress und die Übernahme von Funktionen in Bundesgerichten. Die Trennung der Staatsgewalten und die damit verbundene wechselseitig Kontrolle wird in den USA als »checks and balances« bezeichnet.

Da der Präsident häufig einer anderen Partei als die Mehrheit der Abgeordneten angehört, muss er sich stets intensiv um die Unterstützung des Kongresses, welcher die oberste Gesetzgebungsinstanz darstellt, bemühen. Falls der Präsident gegen bestimmte Gesetze Vorbehalte hat, kann er ein Veto einlegen, welches allerdings vom Kongress mit Zweitdrittelmehrheit in beiden Kammern, also dem Senat und dem Repräsentantenhaus, zurückgewiesen werden kann.

Der amerikanische Präsident schließt im Namen der USA Verträge mit anderen Staaten ab, die vom Senat mit Zweidrittelmehrheit ratifiziert werden müssen. Er ist zuständig für die Entsendung von Diplomaten und den Empfang von Gesandten aus anderen Ländern, wofür er ebenfalls die Zustimmung des Senats benötigt. Diese ist auch für die Ernennung von Richtern an Bundesgerichten erforderlich, wobei jene von Richtern des Obersten Gerichtshofes auf Lebenszeit erfolgt.

Der Präsident kann den Kongress nicht auflösen, aber auch nicht von diesem entlassen werden. Eine Amtsenthebung ist nur durch das »Impeachment« möglich, welches ein strafrechtliches Verfahren ist, das zum Einsatz kommt, wenn dem Präsidenten Verstöße gegen Gesetze vorgeworfen werden. Das Repräsentantenhaus fasst mit einfacher Mehrheit einen Beschluss zur Einleitung eines solchen Amtsenthebungsverfahrens, über das dann der Senat in Form eines Urteils entscheidet. Zur Enthebung des Amtes ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich.

Die Wahl des Präsidenten folgt einem komplizierten Verfahrensablauf. Am Beginn stehen Vorwahlen, in deren Rahmen die Präsidentschaftskandidaten einer Partei nominiert werden. Daraufhin erfolgt die Wahl eines dieser Kandidaten durch das Volk und anschließend durch die Wahlmänner, deren Stimmenmehrheit letztendlich über den Sieg entscheidet. Aufgrund dieses Systems ist es möglich, dass ein Kandidat Präsident wird, obwohl sein Gegenspieler vom Volk mehr Stimmen erhalten hat: Um als Präsident gewählt werden zu können, muss man von Geburt an die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzen, darf nicht vorbestraft oder entmündigt sein, muss mindestens 35 Jahre alt sein und seinen Wohnsitz über längere Zeit in den Vereinigten Staaten gehabt haben. Der Amtssitz des amerikanischen Präsidenten befindet sich im Weißen Haus in der Hauptstadt Washington, D. C.

Das vorliegende Buch versucht nun, die Biographien der amerikanischen Präsidenten – bislang hat noch nie eine Frau dieses Amt bekleidet – nachzuzeichnen, ihren Werdegang zu beleuchten und deren Tätigkeit im höchsten Amt des Staates zu dokumentieren. Das private Leben der Präsidenten wird ebenso thematisiert, wie ihre Ausbildung, die politische Laufbahn und die Zeit nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt.

GEORGE WASHINGTON

* 22. Februar 1732 in Wakefield, Virginia

† 14. Dezember 1799 in Mount Vernon, Virginia

1. Präsident der USA (1789–1797) – Föderalist

»Seine Integrität war die reinste, seine Rechtsauffassung die unbedingteste, die ich je erlebt habe. Keine Motive des Interesses oder der Blutsverwandtschaft, von Freundschaft oder Hass waren fähig, seine Entscheidung zu beeinflussen. Er war in der Tat, in jeder Hinsicht der Worte, ein weiser, ein guter und großer Mann«

(THOMAS JEFFERSON IN EINER WÜRDIGUNGSREDE

ÜBER GEORGE WASHINGTON).

George Washington, ein stattlicher General, war der militärische Oberbefehlshaber im Unabhängigkeitskrieg der USA und der erste Präsident der Vereinigten Staaten. Geboren wurde er am 22. Februar 1732 in Virginia, als Nachfahre englischer Auswanderer. Der Vater war ein erfolgreicher Plantagenbesitzer und verstarb, als der junge George elf Jahre alt war. Seine Vormundschaft übernahm daraufhin sein älterer Halbbruder Lawrence. George Washington erhielt eine einfache Schulbildung und arbeitete ab dem siebzehnten Lebensjahr als Landvermesser. Nach dem Tod seines Halbbruders erbte er 1752 den familiären Landbesitz Mount Vernon, den er im Laufe seines Lebens noch beträchtlich vergrößern sollte.

Im Alter von zwanzig Jahren wurde er, ebenso wie sein inzwischen verstorbener Bruder, Major der Miliz von Virginia. In dieser Funktion übernahm er Ausbildungsaufgaben und befasste sich intensiv mit militärischer Kriegsführung. George Washington nahm selbst auf Seiten Großbritanniens am »French and Indian War« (1754–1763) teil und errang viel Ruhm als Kriegsheld. Im Rahmen dieser kriegerischen Auseinandersetzungen der beiden Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien wurde, jeweils von indianischen Verbündeten unterstützt, um die Vorherrschaft in Amerika gekämpft.

1759 heiratete George Washington Martha D. Custis, die Witwe eines wohlhabenden Plantagenbesitzers. Sie brachte zwei Kinder mit in die Ehe, die George Washington, der selbst keine Kinder hatte, adoptierte. Die Familie lebte von den Einkünften der Plantagen, die hauptsächlich von schwarzen Sklaven bewirtschaftet wurden. 1758 wurde George Washington in das Kolonialparlament von Virginia gewählt. Er entwickelte sich immer stärker zu einem Führer der Opposition gegen die britische Kolonialpolitik und nahm als Delegierter Virginias 1774 am ersten Kontinentalkongress teil. Ein Jahr später wurde er am zweiten Kontinentalkongress, welcher sich mehr und mehr zum revolutionären Machtorgan der aufständischen Kolonien entwickelte, wegen seiner militärischen Erfahrungen zum General der Kontinentalarmee ernannt. George Washington galt als gemäßigt, für radikale Revolutionäre hatte er wenig Verständnis. Er setzte sich jedoch ganz für die amerikanische Unabhängigkeit ein und verstand sich als überzeugter Republikaner.

George Washington führte seine Armee im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zum Erfolg und kehrte im Dezember 1783 auf sein Landgut zurück. Die ersten Jahre in der Unabhängigkeit machten deutlich, dass die dreizehn Staaten eine starke Zentralregierung benötigten, um Fragen rund um Steuern, Währung, Wirtschaft, Verteidigung, Transport, Außenpolitik und vieles mehr zu koordinieren. Die lose Konföderation von Staaten war nicht nur bedroht von äußeren Feinden, da weder eine funktionstüchtige Armee, noch eine Flotte existierten, sondern auch von inneren anarchistischen Strömungen, die sich etwa im Westen von Massachusetts entwickelten, jedoch letztlich von privaten paramilitärischen Gruppen niedergeschlagen werden konnten.

George Washington machte sich auch daran, die erste Verfassung der USA aus dem Jahre 1777 zu überarbeiten. Auf einem Verfassungskonvent in Philadelphia wurde er einstimmig zum Präsidenten gewählt, woraufhin im September 1787 die neue, bis heute gültige Verfassung der USA verabschiedet werden konnte. Die wichtigsten Punkte waren das Prinzip der Gewaltentrennung, eine föderative Staatsordnung, eine starke Bundesregierung mit einem mächtigen Präsidenten an der Spitze und die Akzeptanz der Sklaverei. Im Zuge der Entstehung der neuen Verfassung begann sich bereits das künftige Zweiparteiensystem in den USA abzuzeichnen. Die Föderalisten, die von Alexander Hamilton angeführt wurden, sprachen sich für eine starke Bundesregierung und eine Finanz- und Wirtschaftspolitik aus, die vor allen Dingen die Interessen von Industrie, Handel und Schifffahrt vertrat. Die Anhänger der Demokratisch-Republikanischen Partei, welche von Thomas Jefferson angeführt wurden, vertraten primär die Interessen einer agrarisch ausgerichteten Demokratie. Sie favorisierten eine Erweiterung der demokratischen Rechte, lehnten eine zu starke Bundesregierung ab und setzten sich verstärkt für die Rechte der Einzelstaaten ein. George Washington selbst stand in seiner politischen Haltung den Föderalisten nahe.

Die Verfassung wurde von neun der dreizehn Einzelstaaten ratifiziert, und George Washington am 4. Februar 1789 vom Wahlmännerkollegium einstimmig zum Präsidenten gewählt. Am 30. April 1789 fand in New York die Vereidigung des ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika statt. John Adams, ein Föderalist aus Massachusetts, wurde sein Vizepräsident.

George Washington präsentierte sich als republikanischer, humanistischer und aufgeklärter Staatsmann. Ihm kam die Aufgabe zu, die Stabilisierung und Erweiterung der neuen republikanischen Institutionen des Landes voranzutreiben. Er prägte die politische Tradition der Vereinigten Staaten maßgeblich mit, da er die Unauflösbarkeit der Union, staatliche Gerechtigkeit und die Aufrechterhaltung von Frieden ins Zentrum seiner Politik stellte. Die Wirtschaftspolitik ließ erste kapitalistische Züge erkennen und war geprägt von den Auswirkungen der industriellen Revolution. Ab 1789 wurden Regierungsbehörden errichtet und Minister bestellt. Alexander Hamilton, der Wortführer der Föderalisten, wurde Finanzminister, Thomas Jefferson, der Verfasser der Unabhängigkeitserklärung und überzeugter Demokrat, übernahm den Posten des Außenministers und Henry Knox, ein Freund George Washingtons aus der Zeit des Unabhängigkeitskrieges, wurde zum Kriegsminister ernannt. Die meisten der Kabinettsmitglieder waren Föderalisten und hatten selbst am Unabhängigkeitskrieg teilgenommen. John Adams und Thomas Jefferson waren außerdem Mitunterzeichner der Unabhängigkeitserklärung.

Das Rechtswesen wurde mit der Etablierung eines Obersten Gerichtes, sowie Distrikts- und Bezirksgerichten weiter ausgebaut. Die gesetzliche Grundlage dafür war der »Federal Judiciary Act« von 1789. George Washington erhielt als Präsident die Befugnis, alle Richter zu berufen. Zudem wurde unter George Washingtons Präsidentschaft ein Postsystem installiert, die Flotte und die Armee der Vereinigten Staaten reorganisiert und 1791 mit der »Bill of Rights« der erste Zusatzartikel zur Verfassung ratifiziert. Damit wurden Religions-, Rede- und Pressefreiheit, das Recht des Volkes Waffen zu besitzen und zu führen, das Recht auf Eigentum und eine Reihe weiterer demokratischer Rechte zu einem fixen Bestandteil der Verfassung. Mit Washington im District of Columbia wurde auch die neue Hauptstadt der Vereinigten Staaten bestimmt.

Die finanz- und wirtschaftspolitische Ausrichtung unter George Washingtons Präsidentschaft wurde primär von Finanzminister Alexander Hamilton festgelegt. Er setzte sich für die Schaffung einer Nationalbank der Vereinigten Staaten ein, führte eine Verbrauchersteuer auf alkoholische Getränke ein und befürwortete staatliche Förderungen für die Landwirtschaft. Außerdem sprach er sich für den Ausbau von Verkehrsverbindungen und den Schutz der heimischen Industrie durch Zölle aus. All diese Bestimmungen wirkten sich positiv auf den Produktionssektor aus, begünstigten Handel, Industrie und Finanz und unterstützten die Entwicklung einer bürgerlichen Gesellschaftsordnung. Viele Farmer protestierten gegen die zusätzlichen Belastungen durch die Einführung von Verbrauchersteuern auf Alkohol und erhoben sich im Westen Pennsylvanias 1794 schließlich zu einer Rebellion. Diese wurde durch einen Militäreinsatz der Bundesregierung niedergeschlagen, womit George Washington Stärke bewies und dazu beitrug, dass sich die Lage schnell beruhigte.

Unter seiner Präsidentschaft fanden auch immer wieder Kämpfe mit Indianerstämmen statt. Zwar sprach er sich wiederholt für eine gerechte und humane Politik gegenüber den Indianern aus, in der Realität wurden diese aber Zug um Zug ihres Territoriums beraubt. So verloren sie etwa 1795 durch den »Vertrag von Greenville« große Teile ihres Gebietes, das rasch von weißen Siedlern übernommen wurde.

George Washington wurde am 5. Dezember 1792 zum zweiten Mal zum Präsidenten der USA gewählt. Auch John Adams behielt sein Amt als Vizepräsident. Während Washingtons zweiter Amtszeit wurden außenpolitische Themen gewichtiger, wobei die demokratische Opposition ihren Einfluss deutlich verstärken konnte. Die Revolution in Frankreich blieb auch in den Vereinigten Staaten nicht ohne Resonanz und fand in großen Teilen der Öffentlichkeit Unterstützung. Die Föderalisten fühlten sich durch die als radikal wahrgenommenen Ziele der demokratischen Republik Frankreichs in ihrer gemäßigten, republikanischen Haltung bedroht, während die Demokraten-Republikaner offen mit dem revolutionären Frankreich sympathisierten. George Washington befürchtete, dass die USA in den europäischen Konflikt mit hineingezogen werden könnten, weshalb er sich für außenpolitische Zurückhaltung entschied. In diesem Sinne erklärte er am 20. April 1793 auch ganz offiziell die Neutralität der Vereinigten Staaten im ersten europäischen Koalitionskrieg, in dem sich auf der einen Seite Österreich und Preußen und auf der anderen Seite Frankreich gegenüberstanden. 1794 wurde dieser Kurs vom Kongress mit dem Neutralitätsgesetz unterstützt. Bis zum Ersten Weltkrieg verfolgten die USA erfolgreich den Grundsatz, sich nicht in europäische Kriege und Konflikte involvieren zu lassen. 1794 wurde zudem der »Jay’s Treaty« mit Großbritannien unterzeichnet, in dem festgehalten wurde, dass die britischen militärischen Vorposten und Garnisonen in den USA aufzulösen seien, ein Handelsvertrag bereits abgeschlossen und Grenz- und Schuldenregelungen umgesetzt wurden. In vielen Kreisen der amerikanischen Bevölkerung wurde dieser Vertrag als zu englandfreundlich abgelehnt. Dennoch gelang es George Washington, diesen auch gegen den anfänglichen Widerstand im Kongress 1796 in Kraft zu setzen.

George Washington lehnte es ab, sich ein drittes Mal für das Präsidentenamt zu bewerben. Diese Entscheidung Washingtons hatte für alle seine Nachfolger die Begrenzung der Amtszeit auf zwei Perioden zufolge und prägte somit von Anfang an die politische Kultur der USA mit. In seiner Abschiedsrede ermahnte er die Amerikaner nochmals, an der Einheit der Union festzuhalten, stets das Gesamtwohl des ganzen Landes im Auge zu haben, Machtmissbrauch durch die Regierung zu verhindern, die Trennung der Gewalten sicherzustellen und die Gesellschaft auf religiöse und moralische Werte aufzubauen. George Washington empfahl auch, in Frieden mit anderen Ländern zu leben und kriegerische Auseinandersetzungen zu vermeiden. Er sah die Interessen Europas in eine andere Richtung gehen als jene der USA und sprach sich demnach auch für eine stärkere außenpolitische Isolierung aus.

George Washington zog sich nach seiner zweiten Amtszeit zunächst ins Privatleben zurück, wurde aber 1798 von seinem Nachfolger im Präsidentenamt, John Adams, aufgrund der Krise mit Frankreich abermals zum Oberbefehlshaber der Armee der Vereinigten Staaten ernannt. Der Konflikt konnte schließlich friedlich beigelegt werden und George Washingtons Einsatz war nicht mehr erforderlich. Am 14. Dezember 1799 starb er auf seinem Landsitz in Mount Vernon, Virginia, im Alter von siebenundsechzig Jahren. Er hinterließ ein beträchtliches Vermögen und hatte in seinem Testament verfügt, dass nach seinem, bzw. dem Tod seiner Frau, alle ihre Sklaven freizulassen seien.