Czytaj książkę: «Introvision»

Die Autorinnen
Univ.-Prof. Dr. Angelika C. Wagner, Pädagogische Psychologie, Universität Hamburg, ist Begründerin der Methode der Introvision und leitet seit über 40 Jahren ein Langzeitforschungsprogramm zur Entstehung und Auflösung innerer Konflikte. Sie ist Autorin des Grundlagenwerkes »Gelassenheit durch Auflösung innerer Konflikte«. Prof. Dr. Renate Kosuch (Diplom-Psychologin, TH Köln) und Prof. Dr. Telse Iwers (Pädagogische Psychologie in der Erziehungswissenschaft, Universität Hamburg) tragen seit vielen Jahren zur Entwicklung, empirischen Forschung und Verbreitung der Introvision bei.
Angelika C. Wagner Renate Kosuch Telse Iwers
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2., überarbeitete Auflage 2020
Alle Rechte vorbehalten
© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Print:
ISBN 978-3-17-037910-7
E-Book-Formate:
pdf: ISBN 978-3-17-037911-4
epub: ISBN 978-3-17-037912-1
mobi: ISBN 978-3-17-037913-8
Abkürzungsverzeichnis
B Beraterin, Berater
EPiS Epistemisches Informationsverarbeitungssystem
ITA Imperativtheoretisches Textanalyseverfahren
K Klientin, Klient
KAW Konstatierendes Aufmerksames Wahrnehmen
KUS Konfliktumgehungsstrategie(n)
NLD Nachträgliches Lautes Denken
PT Psychotonus bzw. Psychotonusstufe
TMI Theorie der Mentalen Introferenz
Inhalt
1 Abkürzungsverzeichnis
2 Vorwort
3 Zur 2. Auflage
4 Danksagung
5 Lesehinweise
6 1 Problemen gelassen ins Auge schauen: Worum es in diesem Buch geht
7 1.1 Was Gelassenheit bedeutet: Die Psychotonusskala (PT-Skala)
8 1.2 Wie Gelassenheit entsteht: Lernen mit etwas aufzuhören
9 1.3 Die Geschichte dahinter: Wie Introvision entwickelt wurde
10 1.3.1 Das Langzeitforschungsprogramm zur »Entstehung und Auflösung innerer Konflikte«
11 1.3.2 »Ist das nicht dasselbe wie …?« Über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Introvision und anderen Verfahren der mentalen Selbstregulation
12 1.4 Zusammenfassung
13 2 Was es ist, das im Zustand der Gelassenheit unterlassen wird: Die Theorie der mentalen Introferenz
14 2.1 Eine kurze Übersicht über Theorien der Entstehung von Gelassenheit
15 2.2 Eine kurze Übersicht über die Theorie der mentalen Introferenz
16 2.3 Das erste introferente Eingreifen an einer bestimmten Stelle: Der Wanderer – ein Gedankenexperiment
17 2.4 Die Theorie der mentalen Introferenz (TMI) – eine Übersicht
18 2.5 Wie die Wellen größer werden: Automatisierung und wiederholtes Eingreifen
19 2.6 Das »Auge des Wirbelsturms« und wie der Wirbelsturm sich wieder beruhigt: das KAW als die Grundlage der Introvision
20 2.7 Zusammenfassung
21 3 »Gelassen schauen«: Das Konstatierende Aufmerksame Wahrnehmen
22 3.1 Konstatierendes Aufmerksames Wahrnehmen lernen
23 3.2 Das KAW-Übungsprogramm
24 3.2.1 Erster Schritt: Aufmerksam konstatierend, offen und konstant wahrnehmen, was ist (KAW-Übung 1)
25 3.2.2 Zweiter Schritt: Weitstellen (KAW-Übung 2)
26 3.2.3 Dritter Schritt: Weitgestellt mit konstantem Fokus (KAW-Übung 3)
27 3.2.4 Vierter Schritt: KAW auf das Zentrum des Angenehmen und das Zentrum des Unangenehmen (KAW-Übung 4)
28 3.2.5 Allgemeine Hinweise zum Üben
29 3.3 KAW für Fortgeschrittene
30 3.4 Wie sich Konstatierendes Aufmerksames Wahrnehmen auswirkt
31 3.5 Zusammenfassung
32 4 »Das Auge des Problems«: Den Kern des Konflikts finden
33 4.1 Muss/Darf-Nicht-Selbstalarm: Subjektive Imperative
34 4.2 Den Konflikt gezielt aktivieren: Das Nachträgliche Laute Denken
35 4.3 Dabeibleiben: Konfliktumgehungsstrategien erkennen
36 4.4 Den Kern finden: Imperativketten zurückverfolgen
37 4.5 Zusammenfassung
38 5 »Problemen gelassen ins Auge schauen«: Die Durchführung der Introvision zur Auflösung innerer Konflikte
39 5.1 Einfach, aber nicht immer leicht: das Vorgehen bei der Introvision in der Übersicht
40 5.2 Erläuterungen zu einzelnen Phasen der Introvision anhand von weiteren Praxisbeispielen
41 5.3 Die Auswirkungen der Introvision
42 5.3.1 »Wenn die Windböe plötzlich aufhört«: Die rasche Auflösung eines Konflikts
43 5.3.2 Die Auflösung eines Konflikts dauert länger an
44 5.4 Merkmale einer erfolgreichen Konfliktauflösung
45 5.5 Zusammenfassung
46 6 Zusammenfassung
47 Anhang: Das Gelassenheitsbarometer von Renate Kosuch
48 Anmerkungen zu den einzelnen Kapiteln
49 Vorwort
50 1 Problemen gelassen ins Auge schauen: Worum es in diesem Buch geht
51 2 Was es ist, das im Zustand der Gelassenheit unterlassen wird: Die Theorie der mentalen Introferenz
52 3 »Gelassen schauen«: Das Konstatierende Aufmerksame Wahrnehmen
53 4 »Das Auge des Problems«: Den Kern des Konflikts finden
54 5 »Problemen gelassen ins Auge schauen«: Die Durchführung der Introvision zur Auflösung innerer Konflikte
55 Anhang: Das Gelassenheitsbarometer von Renate Kosuch
56 Literatur
57 Literaturverzeichnis
58 Literatur zum Weiterlesen
59 Stichwortverzeichnis
Vorwort
Gelassen auf Konflikte zu schauen, auch wenn die Wogen hoch gehen – sie sogar langfristig aufzulösen – das ist möglich mit Introvision. Um diese vergleichsweise neue Beratungs-, Coaching- und Selbsthilfemethode zur Förderung von Gelassenheit geht es in diesem Buch. Sie wurde über einen Zeitraum von 40 Jahren im Rahmen eines Langzeitforschungsprogramm unter der Leitung der Erstautorin, Angelika C. Wagner, in weit über sechzig empirischen Untersuchungen, zunächst an der Pädagogischen Hochschule Reutlingen und seit 1985 an der Universität Hamburg, entwickelt, erprobt, methodisch weiterentwickelt und in vielen praktischen Anwendungsfeldern auf ihre Wirksamkeit hin untersucht. Seit das Buch »Gelassenheit durch Auflösung innerer Konflikte. Mentale Selbstregulation und Introvision« von Angelika C. Wagner 2007 (2. Aufl. 2011, 3. Aufl. in Vorb.) im Kohlhammer Verlag erschienen ist, hat das Interesse an Introvision in Wissenschaft und Praxis stark zugenommen.
Mit dieser alltagsnahen Einführung wollen wir eine breitere Leserschaft erreichen. Das Buch eignet sich für Menschen, die sich mit der Förderung von Gelassenheit in Selbstlektüre auseinandersetzen möchten und kann als Grundlagentext für Seminare, für Einführungskurse in Introvision und beim Training und Coaching in Introvision genutzt werden.
Dabei geht es darum,
(wieder) mit mehr Gelassenheit entscheiden und handeln zu können,
das Ausmaß psychischer Anspannung regulieren zu können,
sich mühelos(er) in eine gewünschte Richtung verändern zu können, ohne dieses Vorhaben dem eigenen Bewusstsein so aufzuzwingen, dass zwar der Druck steigt, die Änderung aber nicht eintritt, und
Konflikte von der Wurzel her aufzulösen.
In den letzten Jahren ist unter der Anleitung der Autorinnen eine Vielzahl von Kursen entwickelt und durchgeführt worden, an Hochschulen (Pädagogik, Psychologie, allgemeine berufsbildende Kompetenzen, Gesundheitsförderung, Sozialpädagogik und Soziale Arbeit), an Schulen (zur Verbesserung des Lernens und zum Abbau von Prüfungsangst), im Leistungssport, zum Stressabbau und zur Gesundheitsförderung von Führungskräften wie auch Langzeitarbeitslosen, um nur einige zu nennen. Daneben werden laufend weitere Forschungsprojekte zur Wirksamkeit von Introvision geplant und realisiert.
Die Forschungsgruppe Introvision an der Universität Hamburg (www.introvision.uni-hamburg.de), heute unter der Leitung von Prof. Dr. Angelika C. Wagner und Prof. Dr. Telse A. Iwers, bietet neben individuellen und Gruppen-Workshops zur Einführung in die Introvision für Interessierte seit April 2014 auch ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm für Coaches, Trainerinnen und Trainer sowie Beraterinnen und Berater an, die in der professionellen Anwendung der Methode der Introvision ausgebildet und weiterqualifiziert werden.
2016 wurde ein Verband gegründet unter dem Namen »Introvision e. V. – Gesellschaft zur Förderung der Introvision als Methode der mentalen Selbstregulation«, der es sich zur Aufgabe macht, die Weiterentwicklung und Verbreitung der Introvisionsberatung zu fördern (www. introvision.de).
Für all diese Zwecke legen wir diese leicht verständliche, praxisorientierte und zugleich wissenschaftlich fundierte Einführung als Ergänzung und Erweiterung des grundlegenden »Gelassenheitsbuchs« vor. Sie wurde von uns drei Autorinnen gemeinsam verfasst.
Univ.-Prof. Angelika C. Wagner, Ph. D. (University of Michigan) ist emeritierte Professorin für Pädagogische Psychologie, Begründerin des Ansatzes der Introvision und Leiterin der »Forschungsgruppe Mentale Selbstregulation und Introvision« an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg. Die Entwicklung der Introvision ist ihr Lebenswerk (
Kap. 1.3).
Die Entstehung dieses Buches geht auf die Initiative und auf Vorarbeiten von Prof. Dr. Renate Kosuch im Rahmen ihres Forschungssemesters im Jahr 2013 an der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der TH Köln zurück. Zudem hat sie innere Konflikte im Berufsalltag analysiert und dabei auf der Grundlage der Methode des Nachträglichen Lauten Denkens die Methode des konfliktfokussierten Interviews zur Erfassung subjektiver Imperative entwickelt, in einer empirischen Untersuchung von Konflikten von Männern und Frauen im Bereich der Naturwissenschaften angewandt und die Ergebnisse empirisch ausgewertet1. Sie setzt Introvision ein bei der Gestaltung von Veränderungsprozessen in Organisationen2, im Kontext der Vermeidung von freiheitsentziehenden Maßnahmen in der häuslichen Pflege und zur Erleichterung des Erlernens von Beratungsmethoden3.
Prof. Dr. MHEd. Telse Iwers lehrt Pädagogische Psychologie an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg. Seit 25 Jahren befasst sie sich mit der Auflösung innerer Konflikte in Beratungs- und Supervisionsprozessen sowie im Kontext von Interkulturalität und pädagogischer Professionalität. Ihr Verdienst ist es u. a., 2001 den Begriff Introvision dafür erfunden zu haben.
Alle Autorinnen verfügen über umfangreiche Erfahrungen sowohl in der Forschung und Entwicklung als auch in der praktischen Vermittlung der Introvision.
Zur 2. Auflage
Die hier vorgelegte zweite, überarbeitete Auflage dieses Praxisbuchs spiegelt die kontinuierliche Weiterentwicklung der Introvision in Theorie, Forschung und Praxis wider. Die Theorie der mentalen Introferenz wurde seit 2015 von der Erstautorin, Angelika C. Wagner4, zu einer Grundlagentheorie der Entstehung von Gelassenheit weiterentwickelt; in diesem Zusammenhang wurde Kapitel 2 von ihr weitgehend neu geschrieben.
Weiterführende Forschungsergebnisse (so z. B. das Gelassenheitsbarometer von Prof. Dr. Renate Kosuch im Anhang dieses Buchs) sowie neue Impulse für die Praxis und die gelingende Anwendung von Introvision kommen aus der laufenden Forschung, aus der Praxis, von Teilnehmenden und Veranstalterinnen der Weiterbildungskurse ebenso wie aus hochschulbegleiteten Transferprojekten.
Prof. Dr. Angelika C. Wagner hat neben der Weiterentwicklung der Theorie der mentalen Introferenz zu einer allgemeinen Theorie der Gelassenheit seit März 2014 ein Promotionsvorhaben initiiert und betreut, das von Kamala Klebanova durchgeführt wird. Es handelt sich um ein Interventionsforschungsprojekt zur Wirksamkeit der Introvision bei der Verringerung von Prüfungsangst und zur Verbesserung der Gedächtnisleistung bei Oberstufenschülerinnen und -schülern, in enger Kooperation mit dem Sonderforschungsbereich »Plastizität des Gehirns«5 an der Universität Lübeck. Darüber hinaus hat sie die Entwicklung weiterer, derzeit laufender empirischer drittmittelgeförderter Untersuchungen (u. a. Introvision bei Migräne sowie Introvision im betrieblichen Gesundheitsmanagement) konzeptionell begleitet. Parallel dazu treibt sie die Entwicklung der Praxis der Introvision weiter voran: durch die Entwicklung neuer KAW-Übungen, durch Vorträge und Workshops zur Einführung in die Introvision für unterschiedliche Zielgruppen, sowie durch Aufbaumodule zur Weiterbildung von in Hamburg ausgebildeten Introvisionsberaterinnen und -beratern.
Prof. Dr. Renate Kosuch hat seit 2015 an der Förderung von Gelassenheit als einen bedeutsamen Aspekt in der rechtlichen Betreuung – insbesondere im Prozess der Unterstützung von Menschen mit behinderungs- oder krankheitsbedingten Einschränkungen in ihrer Entscheidungsfähigkeit gearbeitet6 und damit ihren Themenschwerpunkt der Bedeutung von Gelassenheit in sozialen Interaktionen weiter ausgebaut. Im Rahmen der Gelassenheitsförderung für pflegende Angehörige von an Alzheimer erkrankten Menschen hat sie7das hier vorgelegte Gelassenheitsbarometer8 zur Selbstreflexion in vielfältigen Kontexten entwickelt (
Anhang). Neuere Veröffentlichungen dazu finden sich im Literaturverzeichnis.
Prof. Dr. Telse A. Iwers hat seit 2015 neben verschiedenen Vortragstätigkeiten Forschungsprojekte zur Untersuchung des Zusammenhanges von Introvision und antinomischen Spannungen ebenso wie des Zusammenhanges zwischen Introvision und Achtsamkeit durchgeführt und begleitet. Zu dem zweiten Themengebiet hat sie eine Ringvorlesung organisiert und arbeitet aktuell an der Weiterentwicklung von Achtsamkeitsförderung durch Introvision im Rahmen pädagogischer Professionalisierung. Ebenso bietet sie in interkulturellen Lehrprojekten gemeinsam mit der University of Education Winneba (Ghana) introvisionsbasierte Trainingseinheiten zur Dekonstruktion und Rekonstruktion subjektiver Theorien von Zugehörigkeit und Nichtzugehörigkeit und zum Umgang mit Ungewissheit an. Als Sprecherin der Kommission Pädagogik und Humanistische Psychologie der DGFE hat sie eine Tagung zum Thema ›Vielfalt thematisieren‹ organisiert, auf der u. a. Fragen der Auflösung innerer Konflikte mit Situationen von Ungewissheit und Fremdheit diskutiert wurden.
Anlässlich des Jubiläums zu 40 Jahren Forschung und Praxis der Introvision fand im September 2017 eine zweitägige Tagung an der Universität Hamburg statt. Deutlich wurde dabei auch wie gesellschaftlich bedeutsam die Förderung von Gelassenheit heute ist9.
Danksagung
Wir bedanken uns bei den folgenden Personen und Institutionen, die für die Entstehung dieses Buches (1. und 2. Auflage) wichtig waren: Malin Hildebrandt für die gemeinsam mit A. C. Wagner entwickelten Abbildungen, Alina Laskowski für die Unterstützung bei der Erstellung des Manuskriptes, der ersten Auflage, all den Personen, die uns erlaubt haben, aus ihren Erfahrungsberichten zu zitieren sowie dem Kohlhammer Verlag für die sehr gute, intensive Unterstützung und Betreuung, insbesondere Ruprecht Poensgen (1. und 2. Aufl.), Joachim Walter, Celestina Filbrandt, Carina Eckert (1. Aufl.) und Annika Grupp (2. Aufl.). Dank gilt auch der TH Köln für die Gewährung eines Forschungssemesters (Renate Kosuch). Darüber hinaus danken wir unseren Familien, Freundinnen und Freunden für ihre Geduld, Gesprächsbereitschaft und Rückenstärkung, den Mitgliedern der Forschungsgruppe Introvision sowie des Vereins für Introvision und – last but not least – den vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern unserer Seminare und Workshops, deren Nachfragen und Erfahrungen uns herausgefordert haben, die Vermittlung der Introvision zugleich differenziert, zugänglicher und alltagstauglich zu machen.
Lesehinweise
Dieses Buch ist als Einführungskurs aufgebaut. Es ist zugleich ein wissenschaftliches Fachbuch, in dem Leserinnen und Leser auch auf theoretischer Basis in die wissenschaftlichen Zusammenhänge der Introvision eingeführt werden. Damit das Buch sich möglichst flüssig liest, haben wir uns dafür entschieden, Literatur- und sonstige weiterführende wissenschaftliche Hinweise als »Anmerkungen« am Ende des Buches aufzuführen. In einer Reihe von Fällen werden Berichte von Introvisionsanwenderinnen und -anwendern wiedergegeben. Zur Wahrung der Anonymität erfolgt der Quellennachweis hier über eine Nummer am Ende des Zitats. Nähere Hinweise hierzu finden sich am Ende des Literaturverzeichnisses. Wir empfehlen, das Buch chronologisch zu lesen, denn die Kapitel bauen aufeinander auf. Sie sind Bestandteil eines umfangreichen Kurses in Gelassenheit – egal ob theoretische Hintergrundinformation oder praktische Übung im Vordergrund stehen. Alles zusammen bildet die Grundlage der Selbstanwendung und Beratung.
Ziel der Introvision ist es, Problemen gelassen ins Auge zu schauen – und so wieder gelassen zu werden in Situationen, in denen einem das schwerfällt. In diesem Buch geht es also in erster Linie um innere Probleme, um diejenigen Konflikte, Ängste, Ärger, Blockaden, die es uns schwer machen, im Alltag gelassen zu bleiben. Bei der Introvision geht es darum, diese inneren Konflikte nicht nur abzumildern, sondern von der Wurzel her aufzulösen. In diesem Buch wird erklärt, wie das geht: was Gelassenheit bedeutet (
Kap. 1), wieso es sinnvoll ist, Problemen »gelassen ins Auge zu schauen« (
Kap. 2), wie sich das praktisch üben lässt (
Kap. 3), wie sich das »Auge des Problems«, sprich: der Kern des Konflikts finden lässt (
Kap. 2. und
Kap. 4) und wie man diesen tatsächlich gelassen betrachten kann (
Kap. 5).
Die Lern- und Trainingsziele im Einzelnen sind:
Das Ausmaß der eigenen Gelassenheit anhand der siebenstufigen Psychotonusskala einschätzen zu können (
Kap. 1).
Zu verstehen, wie zunehmende Nicht-Gelassenheit entsteht, welche Rolle dabei das introferente (»hineintragende«) Eingreifen in mentale Abläufe spielt. Ziel ist, zwischen der mentalen Selbstregulation auf Basis des »Erkennens-Was-Ist« (epistemische Informationsverarbeitung) und den Auswirkungen des Überschreibens gültiger durch ungültige Kognitionen (»Eingreifen-In-Das-Was-Ist«) unterscheiden zu können (Theorie der Mentalen Introferenz, TMI,
Kap. 2), und auf diesem Hintergrund das Grundprinzip des konstatierenden Wahrnehmens und der Introvision zu verstehen.
Das »gelassene Schauen«, sprich das Konstatierende Aufmerksame Wahrnehmen einzuüben und anzuwenden, zur Förderung von mehr Gelassenheit im Alltag und als Grundlage der Introvision zur Auflösung innerer Konflikte (
Kap. 3).
Zu verstehen, was es bedeutet, sich bestimmte Kognitionen zu befehlen und sich selber aufzuzwingen (subjektive Imperative) und welche Schlimmgefühle (Muss/Darf-Nicht-Syndrom) mit der Erkenntnis, was ist oder sein kann (Subkognitionen), verbunden sind.
Es geht darum, den Zugang zu verschiedenartigen inneren Konflikten durch Nachträgliches Lautes Denken zu bekommen und diese Qualität des »Live-Erlebens« unterscheiden zu können vom Nachdenken über eine Sache.
Dabei wird auch sensibilisiert für die vielfältigen mentalen Strategien, einen Konflikt loszuwerden (Konfliktumgehungsstrategien), die das Konstatierende Aufmerksame Wahrnehmen des Zentrums des Unangenehmen behindern können (
Kap. 4). Ziel ist es, zu lernen, wie sich das »Auge des Problems« finden lässt, das es bei der Introvision dann gelassen anzuschauen gilt.
Den Ablauf einer Introvision zu kennen sowie die Methode der Introvision zur Auflösung von inneren Konflikten, mentalen Blockaden und Affekten (Angst, Ärger, Wut) einsetzen zu können (
Kap. 5).
Am Schluss fassen wir das Wichtigste noch einmal zusammen (
Kap. 6).
Dieses Buch ist als Einführung in die Introvision gedacht. Der Schwerpunkt liegt hier in erster Linie auf der praktischen Durchführung und Anwendung der Introvision. Wer sich darüber hinaus stärker in die theoretischen, empirischen und praktischen Grundlagen der Introvision vertiefen möchte, sei an dieser Stelle ausdrücklich auf das Buch von Wagner (2011) verwiesen.
Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern gutes Gelingen.