Czytaj książkę: «Freier Wille: Erotische Novelle»
Alexandra Södergran
Freier Wille: Erotische Novelle
Übersetzerin: Gertrud Schwarz
Lust
Freier Wille: Erotische Novelle ÜbersetzerGertrud Schwarz Original Fri viljaCopyright © 2019, 2019 Alexandra Södergran und LUST All rights reserved ISBN: 9788726206111
1. Ebook-Auflage, 2019
Format: EPUB 2.0
Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von LUST gestattet.
Julia sah auf den Grabstein und versuchte, etwas zu fühlen. Sie fühlte nur dasselbe diffuse Unbehagen in der Brust wie an jedem anderen Tag. Eigentlich fror sie hauptsächlich. Der dichte Wald um den Friedhof stand einsam und still. Etwas weiter weg hörte man das Brummen der Autobahn.
Ihr Papa war nirgendwo. Nicht in der goldenen Gravur auf dem Stein, nicht unter der Erde, nicht im Himmel und offenbar auch nicht in ihr drin. Sie fühlte sich albern. Es war dumm, etwas fühlen zu wollen, was nicht da war, dumm, es zu versuchen.
Ihr war nach Bier. Der Regen hatte bereits ihre Wimperntusche verwischt und nun klebten ihre Haare auch noch unangenehm im Nacken. Alles so verdammt dumm. Sie warf den Blumenstrauß auf das neu angelegte Grab und sah sich nicht um, als sie ging.
Sie schloss den Reißverschluss ihrer Motorradjacke und setzte sich den Helm auf. Sie liebte den Druck auf der Brust und die Rückenstütze, das kompakte Gefühl, in einem Kokon zu stecken. Ohne an etwas Bestimmtes zu denken, wischte sie geduldig die Regentropfen vom Ledersitz und setzte sich auf das Bike. Sie genoss die unglaubliche Kraft, die sie nun zwischen den Beinen hatte. Als sie es anließ, hallte das Donnern des Motors von der Kirchenwand und durch die lange Allee vor ihr.
Jetzt brauche ich einen Schwanz, dachte sie. Ein kaltes Bier und einen harten Schwanz.
Mattias öffnete die Tür. Er trug eine Schürze und hatte einen Bratenwender in der Hand. Neben der Musik hörte Julia die Dunstabzugshaube und das Zischen der Bratpfanne. Es roch gut. Er kehrte schnell zum Herd zurück. „Wie verdammt schön, dich wiederzusehen“, sagte er.
Mit sicherer Hand rumorte er mit der Pfanne und sah dann zu ihr. In seinen Augen war ein Leuchten, das sie mochte. Das sagte, dass er ihr für alles vergab, wie dumm es auch war, was sie in letzter Zeit getan hatte.
„Himmel, riecht das gut“, sagte sie.
„Mm.“
„Was wird das?“
„Fleischbällchen. Und dann wollte ich eine braune Sauce aus dem Bratensaft machen, aber ich habe keine Ahnung, wie das geht. Kannst du mir helfen?“
„Ja, klar“, sagte sie und küsste ihn auf den Mund. Sein Bart kratzte sie etwas an der Lippe. Sie legte den Arm um seine breiten Schultern, um ganz zu spüren, dass er da war. Eine warme Welle durchströmte sie.
„Ich habe dich vermisst“, sagte er.
Sie tat, als ob sie ihn in die Schulter biss und murmelte: „Aber jetzt bin ich da.“
„Jetzt bist du da.“
„Machst du auch Kartoffelbrei?“
„Mm.“
„Soll ich die Sahne für die Sauce benutzen?“
„Ja, aber nimm nicht alles. Ich brauche noch ein bisschen für den Kartoffelbrei. Nur einen Schuss.“
Auf dem Tisch standen eine offene Flasche Wein und zwei brennende Kerzen. Er löschte die Lampe über der Spüle.
„Hast du Bier?“, fragte sie.
„Klar hab ich Bier. Was glaubst du denn?“
Er reichte ihr eine Flasche aus dem Kühlschrank. Dann öffnete er die Schublade des Küchentisches, kramte einen Flaschenöffner heraus und reichte ihn ihr.
„Du bist zu nett, Mattias.“
„Kann man zu nett sein?“
„Ja. Und du bist es.“
„Will deshalb nie eine Frau bei mir bleiben?“
„Vermutlich.“
„Aber du kommst immer wieder.“
„Ja, das tue ich wohl.“
„Weil ich so gut koche?“ Er lehnte sich über den Tisch und flüsterte konspirativ: „Sag ja.“
Sie lachte. „Teilweise. Aber dann bist du außerdem so unglaublich gut im Bett, dass es alles andere entschuldigt.“
Er senkte den Blick. Im Halbdunkel sah sie seine Wangen erröten. Sie lächelte.
Der Regen prasselte ans Fenster und als sie den ersten Biss vom Fleischbällchen in brauner Sauce nahm, schloss sie kurz die Augen. „Meine Güte, ist das lecker.“
„Oder?“
„Was hast du sonst immer gekocht? Was auch so lecker war.“
„Ich glaube, du meinst die Lasagne.“
„Ja!“ Sie zeigte mit der Gabel auf ihn. „Ich weiß noch, als ich in Lufthagen wohnte und du bist zu mir gekommen und hast für mich gekocht, weil du fandst, dass ich mich so schlecht ernährte. Und dann hast du Essensboxen für die ganze Woche vorgekocht. Die Lasagne war mein Lieblingsgericht.“
Darmowy fragment się skończył.