Czytaj książkę: «Ficken heute!»
Roman von Rhino Valentino
Doppelband
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Originalausgabe
Erste Auflage Dezember 2012
Copyright © 2012 by Stumpp Verlag, Balgheim
für sämtliche Texte und Bilder inklusive Titelbild-Design/Foto.
Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das Recht der mechanischen, elektronischen oder fotografischen Verbreitung, der Verarbeitung und Einspeicherung in elektronischen Systemen, des Nachdrucks in Printmedien, des öffentlichen Vortrags, der Verfilmung, der Übertragung, auch einzelner Text- und Bildteile sowie der Übersetzung in andere Sprachen.
Die handelnden Personen dieses Romans sind frei erfunden und volljährig. Etwaige Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind rein zufällig.
ISBN 978-3-86441-028-4
VORWORT
WARUM FICKEN?
Ficken. Das Wort ist doch gar nicht so schlimm. Da kann man doch ein ganzes Buch drüber lesen! Zumindest erst mal anfangen.
Wer von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, sich an dem Wort stört, kann es ja einfach im Geiste durch ein anderes ersetzen. Zum Beispiel „Beischlaf ausüben“. Oder schlicht „Miteinander schlafen“. Klingt nur etwas tröge. Denn „geschlafen“ wird in dieser Story nicht.
Nein. In diesem Buch wird gefickt. Manchmal aber auch nur gebumst.
Um jetzt noch etwas weiter auszuholen:
Stellen Sie sich mal vor, wie die Lage wäre, wenn auf der Welt nicht mehr gefickt würde: Weniger Spaß, weniger Vorfreude, weniger Entspannung. Auch: Noch weniger Geburten. Dafür aber mehr Aggressionen, mehr Energieverlagerung, mehr Gewalt.
Will der Mensch das? Will Ihr Land das?
Dass Ficken eine wichtige Sache ist, zeigt sich schon aus einem einzigen Grund:
Wäre nicht irgendwann einmal irgendwo aus irgendeinem Anlass gefickt worden, so würden Sie jetzt dieses Buch nicht lesen. Es gäbe Sie schlichtweg gar nicht. Denken Sie bitte kurz nach, und entscheiden Sie dann, wie Sie zur Tätigkeit des Fickens stehen. Wenn Sie finden, dass Ficken keine große Bedeutung hat oder man sich dessen schämen sollte, so leugnen Sie damit die Wurzeln Ihrer eigenen Existenz.
Schämen ist unnütz, hat mir ein weiser Mann von etwa achtzig Jahren einmal gesagt. Ich ergänze: Schämen ist das Gegenteil vom Paradies. Scham und die Vertreibung aus dem Paradies waren für Adam und Eva die Folgen, als sie vom Baum der Erkenntnis aßen.
Sie, die Sie dasitzen oder daliegen und dieses Buch lesen, sind wertvoll. Eine einzigartige Persönlichkeit voller Fähigkeiten und Talente. Ich bitte Sie, missachten Sie nicht Ihre eigenen Wurzeln!
Erst wenn Sie diese Wurzeln ausreichend ergründet haben, können Sie Ihre Fähigkeiten zur vollen Entfaltung bringen. Dazu ist man nie zu alt. Das Leben bedeutet ein ständiges Wachstum an Wissen, Erfahrung und Erkenntnis.
Dieses Buch will dazu beitragen, dass Sie innerlich einen ungezwungenen, heiteren und anregenden Zugang zu Ihren Wurzeln erhalten. Oder Sie darin bestärken, ihn unbeirrt beizubehalten und weiter auszubauen, sollten Sie über diesen Zugang bereits verfügen.
Bei „Ficken heute!“ handelt es sich also nicht nur um einen unterhaltsamen Roman aus dem Bereich der humorvollen Erotik. Sondern zugleich auch um ein spielerisches Sex-Sachbuch, welches man erst wahrnimmt, wenn man zwischen den Zeilen liest. Es rät Ihnen zum aufregenden Geschlechtsverkehr auf der Autobahn der Lüste. Auf einfache Weise erzählt dieses Buch die Geschichte einer Fickenden, genauer gesagt die Geschichte mehrerer Fickenden. Denn zum Ficken gehören immer zwei. Mindestens. „Ficken heute!“ ist ein kleines bisschen schweinisch. Aber nur dahingehend, dass man sozusagen immer mal wieder ein süßes wildes Ferkelchen grunzen hört. Wie der Freudenschrei eines Frischlings, der sein erwachendes Leben begrüßt.
Die sexuelle Revolution liegt brach. Sex ist zwar zur Konsumware geworden wie noch niemals zuvor. Doch immer noch ist man im täglichen Miteinander zu verschämt, zu diskret, zu ängstlich.
Warum um den heißen Brei herumreden? Warum nicht prall und entschlossen in ihn hineinklatschen? Warum nicht den „Smalltalk“ bei der Party oder in der Oper so einleiten, offen und ehrlich: „Guten Tag, Frau von Tuten und Blasen, mit wie vielen Männern haben Sie in Ihrem Leben bereits gefickt, wenn ich mal fragen darf?“ Letzten Endes ist es doch auch das, was uns an einem Menschen interessiert. Wer mit wem, wo und wann? Oder hilfreiche Antworten auf Fragen wie: „Frau von Tuten und Blasen, kennen Sie eine Methode, den Orgasmus eines Mannes hinauszuzögern? Meiner kommt immer so früh.“
Schon kann ein höchst aufregendes und lehrreiches Gespräch zweier Damen entstehen! Während die Männer schmunzelnd danebenstehen und ihren gebildeten Frauen beim Fachsimpeln zuhören.
Frau von Tuten und Blasen antwortet dann zum Beispiel: „Ja, Frau Müller-Hechtenberg, ich klemme meinem Mann immer die Eier ab, wenn er durch Jaulen signalisiert dass er bald abspritzen wird. Dann schrumpft sein Gehänge vor Schreck, und er ist bereit für einige weitere Stoßminuten.“
So ähnlich könnten in der Tat Smalltalks ablaufen, wenn sich die Menschen doch nur etwas weniger schämen würden.
Die Lösung aller Probleme liegt im Ficken. Ein Land wird blühen und gedeihen, wenn ausreichend gefickt wird.
„Nein, halt, das stimmt nicht!“ werden Sie jetzt sagen. „Es gibt auch Länder, wo unglaublich viel gefickt wird. Die aber weder blühen noch gedeihen.“
„Sie haben Recht“, antworte ich daraufhin nach kurzem Nachdenken schockiert. „Tatsächlich. Da hab ich mich vertan.“
Ficken allein reicht natürlich nicht. Richtig muss es heißen: Die Lösung vieler Probleme liegt im Ficken. Ein Land wird blühen und gedeihen, wenn ausreichend gefickt und wenn es fleißig gedüngt und bewässert wird. Make love not war. (Übersetzung aus dem Englischen: Macht Liebe, nicht wahr?)
Nicht „Schwerter zu Pflugscharen“. Nein! Schwerter zu Schwänzen. Das macht nicht nur mehr Spaß, sondern fängt auch beides mit Schw an.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gute Unterhaltung und ein erfolgreiches Studieren der Lebensabschnittsgeschichte mehrerer Fickender.
Voller Respekt und Zuneigung für Sie,
der Autor.
Noch ein Tip: Wenn Sie Lust dazu haben und Ihnen dieses Buch gefällt, so empfehlen Sie es doch bitte weiter. Oder schreiben Sie einfach eine Rezension, die auch anderen Leserinnen und Lesern weiterhilft. Herzlich willkommen sind Sie auf der Website www.ebook-show.de, die Gratis-Inhalte und weitere Produkte für Sie bereithält.
BAND I
Daniela und der Porno-Dreh
Kapitel 1: DIE ANMACHE
Der Typ konnte nett lächeln, das musste man ihm lassen.
Daniela W. wusste zunächst nicht, wie sie ihn einordnen sollte. Aufdringlicher Werbefritze? Heterosexueller Frisör? Eitler Eisverkäufer?
Unverblümt sprach er sie an, als sie auf der Parkbank saß und sich mit dem Lippenstift über den Mund strich. In der linken Hand hielt sie ihren kleinen Schminkspiegel. Neben sich auf der Bank lag ihre Kroko-Handtasche. Die kein Krokodil-Leder war, sondern ein Imitat. Sah aber gut aus.
„Tut mir leid, ich bin etwas unverschämt“, sagte er. „Dass ich dich einfach so anspreche.“
„Duzen wir uns?“ fragte Daniela mit hochgezogenen Augenbrauen und hielt in ihrer Bewegung inne. Der Lippenstift schwebte über ihren Lippen, von ihrer zarten Hand gehalten.
„Klar“, antwortete er und strahlte sie mit blitzenden weißen Zähnen an. „Wenn du nichts dagegen hast. Du siehst jung aus. Jünger als ich. Der Ältere bietet doch das Du an. Ist es nicht so?“ Er zwinkerte ihr zu.
Sie wollte distanziert und kühl sein. Stattdessen schwieg sie nur und schluckte. Sie war beeindruckt von seiner Frechheit und seinem Selbstbewusstsein. Der Kerl mochte von einem Traummann so weit weg sein wie der Mars von der Erde. Doch cool war er, da gab es keinen Zweifel. Ein smarter Schwätzer.
Jetzt ging er in die Hocke und vor ihr auf die Knie. Plötzlich war er nicht mehr groß, sondern sah zu ihr auf.
„Danke, dass du mir das Du nicht verweigerst“, sagte er freundlich. „Dann habe ich die erste Hürde schon geschafft.“
Unglaublich, dachte Daniela. „Ist das eine Anmache?“ wollte sie wissen und bemühte sich, desinteressiert zu klingen. Die sichere, unbeirrte Art des Typs gefiel ihr mehr als sein Äußeres. Ein wahrer Eisbrecher im Männerformat. Womöglich gar ein Herzensbrecher oder einer, der sich dafür hielt?
Er schwieg kurz, als überlegte er. „In gewissem Sinne, ja“, gab er zu. „Aber eine ganz, ganz krasse, das sage ich dir gleich. Wenn ich dich frage, was ich von dir will, schlage mir bitte nicht deine Handtasche um die Ohren. Es wäre schade um die schöne Tasche. Versprichst du mir das?“ Er zog ein Gesicht wie ein ängstlicher Dackel.
Daniela musste lächeln. Verhalten zwar, aber so schnell und ungezwungen, dass sie es nicht verhindern konnte.
„Ja, okay“, sagte sie. Er sah sogar ganz gut aus. Alter Ende dreißig, Anfang vierzig vielleicht. Blonde Haare, gebräunte Haut, männliches, kantiges Gesicht. Nicht wirklich attraktiv wie ein Hollywoodschauspieler, aber ganz passabel. Seine Augen waren sehr hell, ein seltsamer Grau- oder Blauton, schwer zu deuten. Ob er farbige Kontaktlinsen trug? Oder gab es eine solch merkwürdige Farbe tatsächlich in natura?
„Selbst mir kommt so eine Frage, wie ich sie dir gleich stellen werde, nicht leicht über die Lippen“, behauptete er.
„Dann behalte sie doch einfach für dich. Wie wäre das denn?“ fragte sie schnippisch. Sie fühlte sich sicher. Erstens war sie im Stadtpark an einem frühen Freitagnachmittag im Juli. Es war einiges los. Überall befanden sich Menschen. Zweitens war der Typ zwar frech und forsch, aber irgendwie keiner mit gefährlicher Aura. Eher plappernder Storch statt jagender Falke.
„Für mich behalten geht auch nicht, weil ich doch meine Mission zu erfüllen habe“, sagte er und zog die Stirn in Falten. „Business as usual, du weißt schon.“
Jetzt war ihre Neugier geweckt. Was wollte der Spinner von ihr?
„Was für eine Mission? Bahnhofsmission? Sehe ich so bedürftig aus?“
Er lachte. Es klang hell und aufrichtig.
„Was willst du von mir?“ hakte sie nach und ließ das „Spinner“ weg.
„Bist du Studentin?“ wollte er wissen, Heiterkeit in der Stimme.
„Nein.“
„Hast du einen Freund?“
„Privatsache!“ Sie klang jetzt etwas entrüstet. Er hob abwehrend die Hände und meinte: „Sorry. Das war zu direkt.“ Er vermutete, dass sie keinen hatte. Sonst hätte sie es wohl bejaht. Um ihm den Wind aus den Segeln zu nehmen.
„Was tust du heute?“
„Bis vorhin habe ich gearbeitet. Jetzt relaxe ich. Ich chille.“
Er nickte. „Was arbeitest du?“ wollte er wissen.
„Sekretärin.“
Er nickte wieder. Dann schlug er sich mit der flachen Hand auf die Stirn und stand langsam auf. „Oh Mensch, sorry!“ Langsam machte er einen Schritt auf sie zu, deutete eine Verbeugung an und streckte ihr die Hand hin. „Was bin ich doch für ein Trampel! Entschuldige bitte, dass ich vergessen habe mich vorzustellen. Ich heiße Ferdi.“
Zögernd besann sie sich auf ihre Höflichkeit, ergriff die angebotene Hand und schüttelte sie kurz. „Ich bin Daniela“, sagte sie knapp. Sie wunderte sich über sich selbst, dass sie auf seine freche Art einging und ihr damit Erfolg bescherte.
Ferdi trat wieder einen Schritt zurück und wahrte Distanz, zumindest körperlich. Einen gewissen Mindest-Anstand schien er also zu haben.
„Du bist so hübsch, siehst super aus!“ begeisterte er sich. „Einfach eine Wahnsinnsbraut, wenn ich das mal so sagen darf.“
Sie freute sich über das Kompliment, zeigte es aber nicht. Sie selbst fand nicht dass sie „super“ aussah. Allenfalls ganz okay. Schlank und mit rundlichen, femininen Formen, aber etwas zu breiter Hüfte. Zartes, niedliches Gesicht, aber die Nase etwas zu groß und das Kinn etwas herbe. Das Haar lang und brünett, sehr gepflegt, wenn auch leider zu Sprödigkeit neigend. Wobei, die Männer schien das alles nicht zu stören. Sie hatte keinen Freund und wurde oft angestarrt oder auch angebaggert, mit Blicken oder, etwas seltener, mit Worten.
„Also bei einem Porno käme das gut.“
Daniela glaubte ihren Ohren nicht zu trauen. Was hatte der da eben von sich gegeben?
„Wie bitte?“ fragte sie kalt.
„Du hast mich schon verstanden“, lächelte Ferdi. „Ich rede von einem Porno-Dreh. Nachher, in einem Hotelzimmer. Schicke Bude, schalldichte Wände. Heute Mittag erst angemietet, sauteuer. Der Darsteller ist Ricardo, ein attraktives Kerlchen. Halb Landsmann, halb Latino. Geboren in Mexiko, aufgewachsen in Marseille. Optik wie ein Dressman, ein gefragter Mann in seinem Gewerbe.“
„Und tschüs“, sagte Daniela und hob ihren Schminkspiegel. Sie machte sich daran, weiter mit dem Lippenstift an ihren Lippen zu arbeiten. Ihr Herz jedoch pochte so laut, dass sie befürchtete, er könnte es hören. Laut wegen der Aufregung über die Ungeheuerlichkeit, die da so unverhofft über sie hereingebrochen war, wenn auch nur verbal. Laut wegen der blanken Nervosität, die sie wegen dem Kerl und seiner Story empfand. Und wegen ihrer eigenen Neugier.
Ferdi ließ nicht locker. „Manche Sachen muss man einfach mal machen, um sie gemacht zu haben. Um zu wissen, ob die Vorurteile gerechtfertigt waren, die man dagegen hatte. Die prüden Zeiten sind vorbei, gottseidank. Die will auch keiner zurück.“ Er räusperte sich und zog sie geradezu mit Blicken aus. „Es wäre gegenüber den Porno-Kunden nicht nett, wenn du ihnen deinen Körper vorenthalten würdest“, schleimte er. „Ein solches Schmuckstück muss unters Volk. Was glaubst du, wie viele Männer werden sich einen darauf hobeln, wenn sie einen Film sehen, indem es mit dir zur Sache geht?“
„Ich mag´s mir gar nicht vorstellen!“ zischte sie und hoffte, angeekelt zu klingen.
„Und Frauen“, sagte er. „Frauen getrauen sich inzwischen was. Sie sind nicht mehr brave Mäuschen, die sich für alles schämen. Sie schauen zunehmend Pornos, getrauen sich die Sau rauszulassen. Wir leben in modernen Zeiten. Jeder sollte wissen wie heute gefickt wird!“
Das Wort hallte wie ein Peitschenknall. Daniela schaute von ihrem Spiegel auf. Sie hielt seinem Blick stand. Ihrer war genervt, seiner freundlich.
„Was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind?“ fuhr sie ihn an. „Und für was halten Sie mich?“
„Du hast mich ja gerade gesiezt“, sagte er etwas bekümmert. „Ich dachte, das hätten wir hinter uns. Lass uns doch bitte beim Du bleiben. Wir verstehen uns doch, wir beiden.“ Er ging vor ihr hin und her, als wäre er ein Schauspieler, der einen Text aufzusagen hatte. Dann fuhr er fort:
„Erste Antwort: Ein Porno-Regisseur. Das glaube ich nicht nur, das bin ich auch. Zweite Antwort: Eine sehr hübsche, absolut attraktive junge Frau von… sagen wir, vielleicht… neunzehn Jahren?“ Er strahlte sie siegessicher an. Seine Kauleiste glänzte wie Elfenbein in der Sonne. Dann begann er gemächlich umherzugehen, schritt vor der Bank auf und ab und redete dabei wie ein Wasserfall. Seine Stimme klang angenehm. Ein dunkler, warmer Basston, der eine beruhigende, vertrauenserweckende Wirkung hatte. Der Kies knirschte unter seinen weißen Turnschuhen. Seine Kleidung war sportlich-leger: Hellblaue Jeans und ein weißes kurzärmeliges Hemd, in dessen Brusttasche ein edler Kuli steckte. Der schwarzlederne Gürtel sah aus wie aus Straußenleder gemacht oder irgendeinem anderen exotischen Material. Echt. Kein Imitat, bestimmt teuer. Am Gürtel war eine Polyestertasche befestigt, in der etwas steckte. Ein großes Smartphone? Eine Fotokamera?
Ferdi holte weiter aus. „Es ist überhaupt keine Schande, Pornos zu drehen“, sagte er. „Selbst wenn deine engsten Freunde und Verwandte es mitkriegen sollten, ist es egal. Pornos sind ein Sieb!“ Er ging abermals in die Hocke und schaute zu ihr hoch. „Sie sind ein Sieb“, wiederholte er, „weil du dann weißt, wer wirklich bedingungslos zu dir hält und wer nicht. Der Sand wird ausgesiebt. Der Goldstaub bleibt im Sieb hängen. Leute, die sich von dir abwenden, weil du etwas tust oder getan hast, das gesellschaftlich nicht überall und von jedem akzeptiert ist, auf die kannst du pfeifen. Denn was dir Spaß macht und deinen Horizont erweitert, das zählt. Und wenn es noch dazu keinem schadet, sondern auch anderen Spaß macht, ist es rundum gut.“
„Eine Win-win-Situation?“ spottete sie. „Was soll daran Spaß machen?“
Gleich hab ich sie, dachte Ferdi frohlockend. Jetzt ist sie schon bereit darüber zu reden. Eine Prüde, Verklemmte wäre schon längst aufgestanden und gegangen. Eine achselbehaarte Hardcore-Emanze hätte bereits das Keifen und Stänkern angefangen.
„Was daran Spaß macht?“ fragte er ungläubig, als hätte sie ihn gefragt, was daran scharf sein sollte, auf eine Chilischote zu beißen. „Na, alles! Dieser Ricardo kann besser vögeln als ein Albatros! Er beherrscht nicht nur die Bett-Akrobatik sehr ausdauernd und einfühlsam. Kaum wie ein anderer versteht er sich auch darauf, eine Frau scharfzumachen und sie aufs Ficken vorzubereiten. Selbst Darstellerinnen, die ihn nicht leiden können, werden bei ihm so gnadenlos geil, dass es immer flutscht… wenn du verstehst.“ Er lachte laut. Es war ein humorvolles, unschuldiges Lachen, fast wie bei einem übermütigen Bub, der von seinen Sandkasten-Abenteuern erzählte.
„Ihr Männer seid doch wirklich komplette Schweine“, sagte Daniela und rollte mit den Augen. „Du laberst wirklich einen Mist!“
„Na also“, lobte er. „Jetzt bist du wieder beim Du. Aber Recht hast du schon. Klar sind wir Schweine! Aber es ist einfach wunderbar, herumzutollen, aus Trögen zu fressen, zu grunzen und seinen Schwanz rotieren zu lassen.“
„Bist du sicher, dass du nicht aus einer Klapsmühle entsprungen bist?“ wollte sie in einem Tonfall wissen, als spräche sie zu einem geistig Minderbemittelten. „Wenn ich heute Abend Fernsehen schaue und in den Nachrichten kommt eine Meldung, dass ein Irrer aus der Psychiatrie entflohen ist, dann werde ich mich aber erschrecken!“
„Keine Sorge“, versicherte er. „Ich bin so normal wie man nur sein kann, wenn man im Jahr hundert Pornos dreht.“
Hundert. Daniela erschrak. Der war doch wirklich nicht normal. Gleichzeitig dachte sie aber auch an eine Zahl: Die Höhe ihres monatlichen Netto-Einkommens. Diese Zahl war im ziemlich niedrigen vierstelligen Bereich einzuordnen. Was mochte eine dieser Schlampen verdienen, die sich regelmäßig für so ein Zeug hergaben?
„Dann sind Sie ja ein reicher Mann“, sagte Daniela mit solch theatralischer Bewunderung in der Stimme, dass es fast wie Häme klang.
„Nein, nein“, seufzte er. „Das hört sich nach viel Cashflow an, aber die Kosten sind auch enorm. Ich drehe nur mit den besten Leuten und bin großzügig. Sie geben dann auch immer alles und legen sich richtig ins Zeug. Die hiesige Speerspitze der Porno-Qualität, sozusagen. Dazu kommen noch die sonstigen Betriebskosten, die nicht gering sind, und natürlich die Steuern.“ Er sah sie an. Unter ihrer engen Bluse zeichneten sich zwei pralle, wenn auch kleine Brüste ab. Ihr Bauch war flach, ihre Beine lang und sexy. Der Minirock brachte sie voll zur Geltung. Und die Füße! Als Fuß-Fetischist war er ganz begeistert von Danielas Füßen. Sie waren schlank, aber nicht knochig. Die Fesseln wohlproportioniert, die Zehen rund und zierlich. Die Fußnägel waren genau wie die Fingernägel in einem glitzernden Weiß lackiert. Ihre Füße steckten in bunten Sandalen mit hohen Absätzen.
„Du hast noch gar nicht gefragt, was ich zahle“, sagte er lauernd.
„Was zahlst du?“ fragte Daniela.
„Was willst du?“ entgegnete er charmant.
Sie schwieg. In ihrem Gehirn arbeitete es. Zahlen rotierten wie beim Roulette. Gleichzeitig erschrak sie vor sich selbst. Dass sie sich überhaupt darauf einließ, über das Honorar für einen Porno-Dreh zu reden! Aber schließlich würde es nur eine dumme, spielerische Antwort auf eine dumme, spielerische Frage sein.
„Was willst du?“ wiederholte Ferdi. „Wie viel meinst du, wäre deine Leistung wert? Also ein mehrstündiger Porno-Dreh mit einem einzigen Darsteller, der dich nach allen Regeln der Kunst und in verschiedenen Stellungen fickt, dich zudem auch leckt und fingert und das alles bei voller Beleuchtung und vor laufenden Kameras?“
Daniela sagte nichts. Ihr wurde etwas heiß, und sie glaubte, rot zu werden. Ein älteres Ehepaar näherte sich der Parkbank, auf der sie saß. Ferdi stand auf, nickte den beiden zu und setzte sich dann kurzerhand zu Daniela auf die Bank. Gemeinsam sahen sie, wie die alten Leute sich entfernten.
„Also, was ist, Daniela?“ hakte er nach, als die Leute außer Hörweite waren.
„Nichts“, antwortete sie. „Lassen wir es. Das Gespräch war originell, aber du bist ein Spinner. Ich gehe jetzt.“ Sie packte ihren Schminkspiegel und den Lippenstift in die Handtasche.
„Wie viel willst du, Daniela?“ hörte sie ihn leise und ruhig fragen, während sie in ihrer Handtasche herumwühlte. Mit einem Mal wollte sie ihr Handy herausfischen und ihre beste Freundin Silke anrufen. Sie würde ihr von dem Schwein erzählen, das ihr da im Park begegnet war. „Wie viel willst du für diese neue, prickelnde Erfahrung und den heißen Spaß, der alles, was du bisher sexuell erlebt hast, in den Schatten stellen wird?“
„Fünftausend.“ Die Zahl war ihr einfach rausgerutscht. Sie war so hoch, dass sie sicher sein konnte, dass er sich sogleich entfernen würde, empört über ihren Anspruch.
„Willst du es sofort? Bevor die Sache startet?“ Seine Stimme klang weder überrascht noch gereizt, sondern sachlich und fürsorglich.
Daniela war verwirrt. In ihrem Kopf überschlugen sich Bilder von Schuhen, Klamotten und Schmuck. Neue Möbel, eine größere Wohnung, später ein schickes Auto! Was würde sie von der Kohle alles kaufen können! Wenn dieser Ferdi es wirklich ernst meinte und ihr fünftausend Steine gab, könnte sie gleich morgen shoppen gehen. Morgen war Samstag und das Wetter sollte gut werden. Für Silke würde auch was rausspringen dabei. Zusammen würden sie mächtig Spaß haben und auf die Tube drücken. Anschließend dann das volle Programm: gut essen gehen, Prosecco und Disco. Überhaupt, die arme Silke! Vom Freund verlassen und notorisch knapp bei Kasse. Was würde sie ihrer Freundin für eine Freude bereiten mit einem solchen Happy Shopping Day!
Doch da war der Dreh, der dann zu machen war. Wenn sie das Geld wollte.
„Ich will die Kohle sofort“, hörte sie sich sagen und konnte kaum glauben, was sie da hörte. „Bar auf die Hand.“
Ferdi drehte sich von ihr weg und zog eine Brieftasche aus der Jeans. Scheine raschelten. Dann hatte sie plötzlich Papier in der Hand. Seine Brieftasche steckte er sorgfältig in die Hose zurück.
„Später brauche ich dann noch eine Rechnung von dir über den Betrag“, sagte er. „Damit alles seine Ordnung hat.“
Daniela nickte und zählte nach. Es waren tatsächlich fünftausend Eier. In großen bunten Scheinen. Ein schönes Gefühl. Sie zögerte kurz und sah ihn an. Ferdi nickte ihr aufmunternd zu. Sie blickte wieder auf das Papiergeld. Ob es gefälscht war, so leichtfertig wie er damit umzugehen schien? Soweit sie es spontan beurteilen konnte waren die Scheine echt.
„Du schaffst das!“ beteuerte er. „Nimm das Geld. Du kannst gar keine Fehler machen. Wir gehen vorsichtig und respektvoll mit dir um. Was schief geht, wird halt neu gedreht oder weggelassen.“ Er nestelte an der Polyestertasche herum, die an seinem Gürtel befestigt war. Flink entnahm er ihr einen kleinen Camcorder, kaum größer als ein Handy.
„Du solltest jetzt aber umschalten auf Ja, ich will! und sofort loslegen. Zeit ist Geld! Ich beginne schon mal mit einem kleinen Außendreh“, sagte er. „Das spontane Kennenlernen. Die Darstellerin wird auf der Straße angesprochen, real und direkt. Das Filmen beim Ficken geschieht dann mit einer professionellen Kamera.“ Er drückte auf Play.
Moment, Moment! wollte sie sagen, brachte aber nichts hervor. Das Papier in ihrer Hand war federleicht, doch wog es schwer als Argument für den Porno-Dreh. Es würde einige Probleme beseitigen und den Spaß-Faktor in ihrem Leben spürbar höher drehen.
„Hier ist sie… Nennen wir sie fürs erste Dani-Bunny die Schnellentschlossene“, verkündete Ferdi. „Alles ging sehr flott. Zum Glück habe ich meinen kleinen Camcorder dabei, der zeigt, wie offen und locker die Frauen hierzulande sein können, wenn man sie mit den richtigen Worten überzeugt und ihnen die unnötige Scheu nimmt.“
Daniela verstaute das Geld in der Handtasche und verschloss sie. „Welches Hotel?“ fragte sie, um die Sache ohne Zeitverlust hinter sich zu bringen. Angriff war die beste Verteidigung.
Darmowy fragment się skończył.
