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Lippenstift als Barometer
O książce
In den dunklen Tagen nach dem 11. September 2001 bemerkte Leonard Lauder, der Chef des Kosmetikimperiums Estée Lauder, ein scheinbar paradoxes Phänomen: Die Wirtschaft stürzte ab, die Arbeitslosigkeit stieg rasant, doch die Verkaufszahlen für teuren Lippenstift explodierten. Er taufte diesen gegenläufigen Mechanismus den «Lipstick Index».
Dieses Buch zur Verhaltensökonomie entschlüsselt das faszinierende Kaufverhalten in Krisenzeiten. Wenn die Inflation die Ersparnisse auffrisst und große Anschaffungen wie Immobilien oder Autos unmöglich werden, kompensieren Konsumenten diesen Verlust an Status durch den Kauf von «erschwinglichem Luxus». Der Lippenstift – oder heute das teure Craft-Bier und das Premium-Abo – dient als psychologischer Anker, um sich in wirtschaftlich harten Zeiten weiterhin Kontrolle und Lebensqualität zu suggerieren.
Anhand von historischen Wirtschaftsdaten und modernem Retail-Marketing dekonstruiert der Text, wie Konzerne diesen psychologischen Trostmechanismus gezielt ausnutzen. Er zeigt, dass die Kosmetiktheke oft genauere Vorhersagen über die makroökonomische Stimmung trifft als hochbezahlte Analysten an der Wall Street.
Nutzen Sie Konsumdaten als makroökonomisches Radar. Ein brillantes Werk für Marketer und Investoren, die verstehen wollen, warum Menschen gerade dann Geld ausgeben, wenn sie keines haben.
