Czytaj książkę: «Das Baustellenhandbuch für den Innenausbau»

Czcionka:

Brigitte Hallschmid

Das Baustellenhandbuch Innenausbau

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Satz: mediaTEXT Jena GmbH, 07747 Jena

Druck: Druckerei & Verlag Steinmeier GmbH & Co. KG, 86738 Deiningen

Printed in Germany

ISBN: 978-3-96314-304-5

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Vorwort

Das vorliegende Handbuch für den Innenausbau ermöglicht Ihnen einen schnellen Zugriff auf die wichtigsten Informationen zu den einzelnen Gewerken, einschließlich Hinweisen auf die zugehörigen Normen, die Ausführung nach den anerkannten Regeln der Technik sowie Merkblätter, damit die Ausführung vor Ort möglichst reibungslos und effizient ablaufen kann.

Alle Gewerke werden von der Arbeitsvorbereitung über die Ausführung bis zur Abnahme beschrieben und durch ausführliche Checklisten sowie Abbildungen, Details und Tabellen zu Maßen und Toleranzen ergänzt. Weiterhin werden Hinweise zu Schnittstellen zwischen den Gewerken und mögliche Folgeschäden, die durch Ausführungsfehler entstehen können, aufgezeigt. Die dargestellten Details sind jedoch für jedes Bauvorhaben und Gewerk zu prüfen und individuell an den Bedarf anzupassen.

In der vorliegenden Auflage wurden die Änderungen aus den ATV DIN-Normen der VOB/C 2019 eingearbeitet.

Anregungen zur Ergänzung des Inhalts werden gerne entgegengenommen.

Merching, im Dezember 2019

Die Autorin

Brigitte Hallschmid

Dipl.-Ing. (FH) Innenarchitektin

Mitglied der Architektenkammer Bayern als Innenarchitektin

Energieberaterin (BAFA)

Verbandsgeprüfte Bausachverständige

Baubiologin (IBN)

Langjährige Tätigkeit in den Bereichen:


Leistungsphasen 1–8 HOAI in den Bereichen: – Neubau und Sanierung von Wohn- und Geschäftshäusern sowie Industriebau – Sanierung, Unfallschutz-, Brandschutzmaßnahmen an Schulen und Kindergärten – Ausstellungsbau, Museen, Seminargebäude – Neubau, Sanierung, Erweiterung von Krankenhäusern
Gutachten
Versicherungsgutachten
Autorin diverser Fachartikel in den Magazinen „EnEV Baupraxis“, „Der Bauleiter“, „der bauschaden“ sowie Mitautorin der Bücher und Loseblattwerke „Baustellenhandbuch für die Fassadenausführung“, „EnEV im Gebäudebestand“ und „Feuchteschutz in der Altbausanierung“

Gesamtinhaltsverzeichnis

Deckblatt

Impressum

Bedienung des E-Books

Vorwort

Die Autorin

Gesamtinhaltsverzeichnis

Estricharbeiten

Geltungsbereich und Ausführung

Estricharten und Anforderungen

Zementestrich CT (Cementitious screed)

Calciumsulfatestrich CA (Calcium sulfate screed)

Magnesiaestrich MA (Magnesite screed)

Gussasphaltestrich AS (Mastic asphalt screed)

Bitumenemulsionsestrich

Kunstharzestrich und -beschichtung SR (Synthetic resin screed)

Verlegearten

Verbundestrich

Estrich auf Trennlage

Estrich auf Dämmschicht/Schwimmender Estrich

Heizestrich

Ausgleichsestrich – Gefälleestrich

Oberflächenfertige Estriche

Dämmstoffe, Trennschichten, Fugen

Dämmstoffe

Trennschichten

Fugen

Checkliste zur Abnahme der Estricharbeiten

Bodenbelagarbeiten

Geltungsbereich und Ausführung

Untergrundbehandlung

Neue Untergründe

Alt-Untergründe

Verlegen

Bodenbelagarten

Kunststoffbeläge

Linoleum

Elastomere

Korkbeläge

Textile Bodenbeläge

Laminat und Paneele

Checkliste zur Abnahme der Bodenbelagarbeiten

Parkett- und Holzpflasterarbeiten

Geltungsbereich und Ausführung

Untergrundvorbereitung

Neue Untergründe

Alt-Untergründe

Anforderungen an die Ebenheit

Parketthölzer und -klebstoffe

Massive Parketthölzer

Massive Dielen

Mehrschichtige Elemente

Holzpflaster

Holzpflaster RE

Holzpflaster WE

Holzpflaster GE

Verlegung

Parkett

Holzpflaster

Oberflächenbehandlung

Schleifen

Ölen und Wachsen

Versiegeln

Checkliste zur Abnahme der Parkett- und Holzpflasterarbeiten

Fliesen- und Plattenarbeiten

Geltungsbereich und Ausführung

Fliesen und Platten aus Keramik und Naturstein

Ansetzen und Verlegen

Fliesen und Platten

Ansetzen und Verlegen im Dick- und Dünnbett

Ansetzen und Verlegen im Dickbett

Bindemittel

Ansetzen und Verlegen im Dünnbett

Mörtel und Klebstoffe

Befestigung auf der Unterkonstruktion

Fugen, Bewegungsfugen und Verfugungsstoffe

Verfugungsstoffe

Fugen

Bewegungsfugen

Checkliste zur Abnahme der Fliesen- und Plattenarbeiten

Trockenbauarbeiten

Geltungsbereich und Ausführung

Trenn- und Montagewände

Ständerwände und Vorsatzschalen

Befestigung an begrenzenden Bauteilen

Wand-Trockenputz

Einfachständerwand mit Holzunterkonstruktion

Deckenbekleidung und Unterdecken

Ausführung

Unterkonstruktion

Zusätzliche Lasten von Einbauteilen

Mineralfaserplatten als Decklage

Einzelne offene oder geschlossene Deckenelemente

Metall- und Kunststoffkassetten, Metallpaneele

Anschlüsse an begrenzende Bauteile

Trockenböden und Doppelböden

Trennfolien und Dampfbremsen

Trockenunterböden

Doppelböden (Systemböden)

Einbauteile

Einbauteile, Verbindungs- und Befestigungselemente

Zargen, Türöffnungen, Aussparungen

Wandverstärkungen, Sanitärtragständer

Verspachtelungen

Bauphysikalische Anforderungen und Brandschutz

Wärme- und Feuchteschutz

Schallschutz

Checkliste zur Abnahme der Trockenbauarbeiten

Putz- und Stuckarbeiten

Geltungsbereich und Ausführung

Putzarten

Innenputz

Innenputze geglättet, gefilzt, abgerieben, abgezogen

Geglättete Putze

Gefilzte Putze

Abgezogene Putze

Abgeriebene Putze

Glättetechnik

Sgraffito

Kunstharzputze = Dispersionsputze

Steinputzflächen herstellen und ausbessern

Anforderungen an die Ebenheit

Risse und Schadstellen in Altputzen

Putzträger und Putzbewehrung

Putzträger

Putzbewehrung

Drahtputz

Verputzen von Innendämmungen

Innenwandbekleidungen

Wärmedämmputzsysteme

Kanten und Bewegungsfugen

Kantenausbildung

Bewegungsfugen

Stuck

Unterkonstruktionen, Bewehrung, Oberflächenbehandlung

Checkliste zur Abnahme der Putz- und Stuckarbeiten

Tapezierarbeiten

Geltungsbereich und Ausführung

Untergrundvorbereitung und Unterlagsstoffe

Vorbereitung bei Ersttapezierung

Vorbehandlung bei Folgetapezierung

Aufbringen von Unterlagsstoffen

Ersttapezierung, Folgetapezierung

Tapezierung

Tapetenabschlüsse, Feldeinteilung

Checkliste zur Abnahme der Tapezierarbeiten

Maler- und Lackierarbeiten

Geltungsbereich und Ausführung

Beschichtung von mineralischen Untergründen und Gipsplatten

Untergrundvorbereitung

Erstbeschichtungen

Innenbeschichtungen

Beschichten von Holz und Holzwerkstoffen

Untergrundvorbereitung

Erstbeschichtungen

Überholungsbeschichtungen

Beschichten von Metallen und Kunststoffen

Untergrundvorbereitung auf Metall

Erstbeschichtungen auf Metall

Brandschutz-Beschichtungssysteme

Erstbeschichtung auf Kunststoff

Überholungsbeschichtungen auf Kunststoff

Rissüberbrückung und Armierung

Erstbeschichtung

Überholungsbeschichtungen

Checkliste zur Abnahme der Maler- und Lackierarbeiten

Tischlerarbeiten

Geltungsbereich und Ausführung

Vollholz und Holzwerkstoffe

Vollholz

Holzwerkstoffe

Holzfaserplatten

Hohlraumplatten und Schichtholz

Weitere Plattenwerkstoffe

Fensterbänke, Zwischenfutter, Türen und Zargen

Fensterbänke und Zwischenfutter

Türen und Tore

Futter und Zargen

Bekleidungen, Unterdecken, Vorsatzschalen, Trennwände

Einbauschränke

Oberflächenbehandlung

Absperren, Furnieren, Beschichten

Oberflächenbehandlung – Allgemeines

Oberflächenbehandlung von Innenbauteilen

Checkliste zur Abnahme der Tischlerarbeiten

Verglasungsarbeiten

Geltungsbereich und Ausführung

Verglasung von Rahmenkonstruktionen

Rahmenwerkstoffe

Glasarten

Verglasung und Klotzung

Verglasung

Glaskonstruktionen

Ganzglasanlagen

Ganzglasvitrinen

Verglasung von Umwehrungen

Lichtdurchlässige Kunststoffplatten

Checkliste zur Abnahme der Verglasungsarbeiten

Metallbauarbeiten

Geltungsbereich und Ausführung

Treppen

Handläufe und Geländer

Geländer

Handläufe

Oberflächenschutz

Türen und Zargen

Metalltüren

Automatische Türen

Metallzargen

Türblätter

Bekleidungen und abgehängte Metalldecken

Checkliste zur Abnahme der Metallbauarbeiten

Anhang

Ebenheitsanforderungen

Literaturverzeichnis

Stichwortverzeichnis

Estricharbeiten

Geltungsbereich und Ausführung

Geltungsbereich

Die ATV DIN 18353 „Estricharbeiten“ ist auf die Ausführung von Estrichen aus Estrichmörteln einschließlich der erforderlichen Dämm-, Trenn- und Schutzschichten anzuwenden. Ebenso ist die ATV DIN 18354 „Gussasphaltarbeiten“ anzuwenden.

Diese ATVs beziehen sich nicht auf Fertigteilestriche und Trockenunterböden nach ATV DIN 18340 „Trockenbauarbeiten“.

Ausführung

Bei der Prüfung hat der Auftragnehmer Bedenken geltend zu machen, wenn


der Bestand gegenüber den Vorgaben abweicht,
die klimatischen Bedingungen ungünstig sind,
die Höhe für den Estricheinbau nicht ausreicht,
die Beschaffenheit des Untergrunds ungenügend ist,
kein Höhenausgleich für Rohrleitungen vorgesehen ist,
ein Korrosionsschutz bei Metallbauteilen fehlt,
ein fehlendes, ungenügendes oder von den Angaben abweichendes Gefälle vorhanden ist oder wenn das Gefälle keinen Einbau zulässt,
der Untergrund von den zulässigen Maßtoleranzen abweicht,
die Abdichtung gegen Bodenfeuchte fehlt,
die Putzanschlüsse fehlen oder ungeeignet sind oder die
Türzargen oder Anschlagschienen fehlen,
die Bezugspunkte fehlen,
die Entwässerungseinrichtungen fehlen,
Risse und Löcher vorhanden sind,
Art, Lage und Ausbildung von Bewegungsfugen und von durchdringenden Bauteilen ungenügend sind,
Kehlen, Kanten und Ecken nicht ausgerundet sind,
Flächen gefroren, feucht, verschmutzt oder verölt sind,
die Erfordernisse an die Untergründe entsprechend DIN 18534 in Verbindung mit DIN 18195 und DIN 18560 nicht erfüllt sind,
die Höhenlagen falsch sind oder
Mörtel-, Farb-, Gips- oder Betonrückstände vorhanden sind.

Estricharten und Anforderungen

{Estrich, Arten}

Begriff „Estrich“ nach DIN EN 13318

Alle Schichten aus Estrichmörtel,


die eine vorgegebene Höhenlage erreichen sollen und/oder
unmittelbar genutzt werden und/oder
einen Bodenbelag aufnehmen sollen.

Nachfolgend eine Gegenüberstellung der bisherigen nationalen und der neuen, europäisch harmonisierten Bezeichnungen.


Kurzzeichen neuKurzzeichen altBedeutung
CTZEZementestrich (Cementitious screed)
AEAnhydritestrich mit Anhydritbinder entfällt in der neuen Norm, dafür CA
CA (CAF nur national)Calciumsulfatestrich (Calcium sulfate screed); in DIN 18560 wurde zusätzlich CAF für den Calciumsulfat-Fließestrich eingeführt.
MAMEMagnesiaestrich (Magnesite screed)
ASGEGussasphaltestrich (Mastic asphalt screed)
SRKunstharzestrich (Synthetic resin screed)

Tab. 1: Gegenüberstellung bisheriger nationaler und neuer, europäisch harmonisierter Bezeichnungen


KlasseC5C7C12C16C20C25C30C35
N/mm²57121620253035
KlasseC40C50C60C70C80
N/mm²4050607080

Tab. 2: Druckfestigkeitsklassen für Estrichmörtel in N/mm²


KlasseF1F2F3F4F5F6F7F10
N/mm²123456710
KlasseF15F20F30F40F50
N/mm21520304050

Tab. 3: Biegezugfestigkeitsklassen {Biegezugfestigkeitsklassen} für Estrichmörtel in N/mm2

Estrichmörtel sind mindestens in den nachfolgend aufgeführten Festigkeitsklassen auszuführen.


Erstrich- artEstrich auf DämmstoffschichtenEstriche auf TrennschichtenVerbundestriche
Bei Nutzung mit BelagBei Nutzung ohne BelagBei Nutzung mit BelagBei Nutzung ohne Belag
CAFF4F4F4C20/F3C25/F4
CAF4F4F4C20/F3C25/F4
SRF7F7F7C20/F3C25/F4
MAF4F4F7C20/F3C25/F4
CTF4F4F4C20/F3C25/F4

Tab. 4: Festigkeitsklassen Estrichmörtel

Zementestrich CT (Cementitious screed)

{Zementestrich}

Die Zusammensetzung von Zementestrich ist in DIN EN 13813 und DIN 18560 festgelegt und besteht aus Zement nach DIN EN 197 oder geeignetem Zement mit besonderen Eigenschaften, Gesteinskörnungen und Wasser. Durch Zugabe von frost- und tausalzbeständigen Zuschlagstoffen ist ein Verlegen im Außenbereich möglich. Durch Zusatz von z. B. Epoxid- oder Acrylharzen können sehr hohe Biegezugfestigkeiten erreicht werden. Werden Fließmittel mit Stabilisierern und Luftporenbildnern zugesetzt, erhält man Fließ-Zementestriche (CTF).

Im Industriebau werden Hartstoffestriche als hoch beanspruchbare Zementestriche entsprechend den Expositionsklassen {Expositionsklasse} „Verschleiß“ XM1, XM2 und XM3 eingebaut. Hartkornestriche mit besonders harten Zuschlagstoffen gelten als gleichwertig (auch als Terrazzo herstellbar, elektrisch ableitfähig).

Oberflächen sollten möglichst nur abgerieben und geglättet werden, wenn dies unbedingt erforderlich ist. Estriche auf Trenn- und Dämmschichten in geschlossenen Räumen dürfen nicht mit einer Folie abdeckt werden. Für die nachfolgende Verlegung von Bodenbelägen ist ein Anschleifen zu empfehlen.

Calciumsulfatestrich CA (Calcium sulfate screed)

{Calciumsulfatestrich}

Anhydrit, REA-Anhydrit, Alpha-Halbhydrat oder Kombinationen werden als Bindemittel verwendet. Die Estriche werden in konventioneller Mörtelkonsistenz als Baustellenmischung, unter Zugabe von Verflüssigern in fließfähiger Konsistenz als Silo-, Sack- oder Fahrmischerware, hergestellt. Calciumsulfat-Fließestriche werden nach DIN 18560 mit CAF bezeichnet. In der Regel ist ein Begehen nach zwei Tagen möglich und ein Belasten nach fünf Tagen. Calciumsulfatestrich darf nicht mit Folien abgedeckt werden und muss zwei Tage vor Zugluft und anderen schädlichen Einwirkungen geschützt werden.

Die Oberfläche ist für eine Verklebung von Bodenbelägen anzuschleifen. Nicht fließfähige Estriche sollten möglichst nur abgerieben und lediglich bei Bedarf geglättet werden.

Magnesiaestrich MA (Magnesite screed)

{Magnesiaestrich}

Magnesiaestriche werden im Wohnungsbau – und hier besonders im Sanierungsbereich – als leichte Steinholzestriche verwendet und auch als hochfeste Industrieestriche verlegt. In konventioneller Herstellung ist eine Verlegung im Verbund, auf Trenn- oder Dämmschicht auch auf Decken geringer Tragfähigkeit möglich, u. a. besonders wegen des hohen Anteils an organischen Füllstoffen, wie Sägespänen und Sägemehl, und der Rohdichten um und unter 1 kg/dm³. Als Fließestrich im Verbund wird dieser Estrich im industriellen Bereich verlegt. Magnesiaestrich darf nicht mit Folien abgedeckt werden und muss zwei Tage vor Zugluft und anderen schädlichen Einwirkungen geschützt werden. Ein Begehen ist i. d. R. nach zwei Tagen möglich und ein Belasten nach fünf Tagen. Es ist zu empfehlen, dass Industrieestriche vor der ersten Nutzung eingepflegt werden.

Gussasphaltestrich AS (Mastic asphalt screed)

{Gussasphaltestrich}

Als Bindemittel {Bindemittel} werden für den Gussasphaltestrich polymermodifizierte Bitumen, Straßenbaubitumen und Hartbitumen verwendet. Als Zuschlagstoffe kommen i. d. R. Kalksteinmehle oder – im chemisch belasteten Bereich – Quarzmehle zum Einsatz. Die Verlegung bei einer Einbautemperatur zwischen ca. 220 und 250 °C erfolgt auf hitzebeständigen Dämmschichten, auf Trennschicht (Rohglas-Vlies) oder im Verbund. Dabei sind relativ dünne, aber hoch tragfähige Estriche auf Trennschicht möglich, z. B. bei der Sanierung alter Untergründe in Industrie und Gewerbe. Ein weiterer Vorteil ist die sofortige Begehbarkeit nach dem Erkalten, also ca. nach acht Stunden. Eine Beschichtung mit geeigneten Reaktionsharzen ist möglich, jedoch ist beim Auftragen von zementären Spachtel- und Nivellierschichten ab ca. 2,5 mm Vorsicht geboten. Ebenso können auch Schäden durch Einsatz von Mittelbettmörteln unter Naturwerksteinbelägen entstehen, wie z. B. Trennrisse, hochgewölbte Rissränder oder auch nur Anrisse der oberen Estrichzone. Die Anforderungen an die Ebenheit werden nicht immer erreicht. Nenndicken über 40 mm werden mehrlagig ausgeführt.

Bitumenemulsionsestrich

{Bitumenemulsionsestrich}

Dieser bislang ungenormte Estrich besteht aus Zement und Bitumen. Der Einbau erfolgt kalt als Verbundestrich mit einer Haftbrücke aus Bitumenemulsion einschließlich einer Vorverdichtung. Durch den Fahrverkehr wird er dann nachverdichtet. Dieser Estrich ist relativ preiswert und für Tiefgaragen und Lagerhallen geeignet.

Kunstharzestrich und -beschichtung SR (Synthetic resin screed)

{Kunstharzestrich}

Für diesen Estrich dienen Quarzmehle und -sande, aber auch Hartstoffe als Füllstoffe, und als Bindemittel wird synthetisches Reaktionsharz eingesetzt. Kunstharzestriche und reine Beschichtungen unterscheiden sich nicht grundsätzlich. In der Regel sind diese wegen der geringen Dicke von 5 mm nicht so hoch beanspruchbar. Als Nutz- und Schutzschicht sind als Mindestdicken bei Kunstharzbelägen 2,0 mm, bei Kunstharzbeschichtungen 0,5 mm und bei Kunstharzversiegelungen 0,1 mm notwendig. Hoch beanspruchbare Kunstharzestriche nach DIN 18560-7 müssen eine Nenndicke von mindestens 5 mm aufweisen.

Die Auswahl und Anwendung der Reaktionsharzsysteme und Schichtdicken müssen mit dem Hersteller objektbezogen abgestimmt werden. Zur Auswahl stehen Epoxidharz EP, Polyurethanharz PUR, Methylmethacrylat MMA/Polymethylmethacrylat PMMA und ungesättigtes Polyesterharz UP.

Osmotische Blasenbildung {Blasenbildung, osmotisch} mit Austritt hochalkalischer, hellgelber bis dunkelbrauner Flüssigkeit kann bis zwei Jahre nach der Beschichtung entstehen. Vorbeugend kann auf hochwertigen Betonuntergründen eine zweifache Grundierung wirken.