Czytaj książkę: «Ti amo - Trilogie»
Virginia Cole
Ti amo - Trilogie
Summerheat, Crimson Tide, Moonlight
Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis
Titel
Vorwort
Aus den Augen…
… aus dem Sinn
Im Visier
Das Büffet ist eröffnet
Im Schutz der Felsen
Morgen um dieselbe Zeit?
Kennen wir uns?
Wo warst du gestern?
Frauendieb
Bis zum nächsten Mal
Kribbeln im Bauch
Wiedersehensfreude
Erzähl mir was…
Die Überraschung
Einladung
Des Rätsels Lösung
Planänderung
Feuer und Eis
Mit offenen Augen
Vertrau mir
Wir werden uns lieben
Frühling in Kalabrien
„Mond“ auf Italienisch
Kleine Geheimnisse
Überraschung am Strand
Die Offenbarung
Schutzmauer
Erklärungen
Wissen, was zu tun ist
Der Rat eines Freundes
Keinen Schritt weiter
Was bleibt dann?
Ti amo im Mondlicht
Impressum neobooks
Vorwort
Virginia Cole
Ti amo - Trilogie
1) Ti amo – Summerheat
2) Ti amo – Crimson Tide
3) Ti amo - Moonlight
Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin.
Virginia Cole
Ti amo – Summerheat
Kurzroman
Was kann schöner sein, als ein Urlaub am Strand? Richtig: Sex am Strand. Olivia hat das Glück, beides in hohem Maße genießen zu können. Obwohl sie eigentlich noch nie für belanglose, körperliche Nähe zu haben war, lässt sie sich auf den schnuckeligen Italiener namens Marco ein. Er ist es, der Olivias ersten Urlaubstagen die Sahnehaube aufsetzt. Doch binnen weniger Stunden ist alles anders: Olivias Herz spielt mehr als verrückt und das ausgerechnet an dem Tag, an dem sie das Gefühl hat, sich einem völlig anderen Menschen hinzugeben, als an den Tagen zuvor… Was steckt hinter Marcos seltsamem Verhalten? Und wer ist eigentlich dieser Fabrizio? Marco hofft, alles noch rechtzeitig aufklären zu können, ehe Olivia Italien verlässt. Wird er es schaffen?
Aus den Augen…
Dieser Moment, wenn man im Dunkeln tappt und trotzdem ganz genau weiß, was auf einen zukommt… Eine Vertrautheit, die man nicht unbedingt sehen muss um zu wissen, dass sie existiert. Geräusche, die man sonst nicht hört, Düfte, die die Nasenspitze sanft umnebeln. Bekannte Gerüche aus vergangenen Tagen und doch so nah, wie nie zuvor. Die Haut liegt frei, lediglich bedeckt von einem leichten feuchten Film, der als Leiter für die unzähligen, kleinen Berührungen dient, die wie Stromschläge wirken und uns nicht nur innerlich zusammenzucken lassen.
Ein nackter Rücken, der an einer ebenso nackten, warmen und muskulösen Brust lehnt. Große, starke Hände auf den Schultern, auf den Oberarmen, überall. Finger, die über die Haut wandern und keinen Millimeter auslassen. Sie erkunden jede noch so kleinste Körperstelle, arbeiten sich ganz langsam von oben nach unten, suchen förmlich nach einem ganz bestimmten Schatz, der sich Perle nennt. Makellose Zähne am Ohrläppchen, warme, weiche Lippen in der Halsbeuge, eine leicht raue Zunge, die über die einzelnen Lippenfältchen streift, ehe sie sich ihren Weg durch die Öffnung bahnt, um endlich ihr passendes Gegenstück zu finden.
Brustwarzen, die sich aufstellen, jedoch nicht vor Kälte. Heißer Atem, der zwischen den Lippen ausgestoßen wird, sobald die Zunge diese wieder freigegeben hat. Die Arme sanft auf seinen Knien abgelegt, die Beine weit gespreizt, um seinen Fingern die Schatzsuche zu erleichtern. Sie kommen näher, immer näher. Fast sind sie angekommen, sie kann es spüren auf ihrer Haut, die ihr in diesen Minuten als Augen dient, während sie diese unter dem weichen Seidentuch leicht geschlossen hält und sich ganz auf ihr Gefühl verlässt.
Sie weiß, dass ER es ist. Er muss es einfach sein. Sie kann ihn nicht sehen, aber das Gefühl, das seine Berührungen auf ihrem Körper hinterlassen, ist unverkennbar.
Jake…
Seine Finger dringen immer weiter vor, erreichen schließlich ihren intimsten Punkt. Der Schatz ist gefunden… Und die Suche damit scheinbar zu Ende.
Was ist los? Warum hielt er plötzlich inne?
Olivia öffnete die Augen. Das Seidentuch war wie weggeblasen, stattdessen drang ihr Blick durch eine Sonnenbrille hindurch. Was sollte das? Während sie versuchte, sich zu orientieren, fiel es ihr wieder ein: Tropea, Kalabrien. Genau dort befand sie sich gerade, alleine, in entspannter Position auf einer Sonnenliege, die sie sich zwei Stunden zuvor hatte reservieren lassen, und blickte noch immer zerstreut aufs Meer. Die nüchterne Realität holte sie schleichend ein.
Sie war im Urlaub. Eine Sommerreise, die sie selbst gebucht hatte, um endlich einmal zu entspannen – und um ihn zu vergessen. Stattdessen lag sie hier und träumte von ihm, und dann auch noch ausgerechnet sowas. Hoffentlich hatte sie nicht laut gesprochen… Verstohlen schaute sie sich um, konnte aber keine auffälligen Blicke der anderen Badegäste wahrnehmen.
Wie hatte dieser Kerl es bloß wieder geschafft, sich so in ihr Unterbewusstsein zu mogeln und sie derart verrückt zu machen? Jake hatte ihr vor gut zwei Monaten mehr als deutlich erklärt, was Sache gewesen war. Genau genommen hieß die Sache Jenny, war vier Jahre jünger und sicherlich 10 Kilo leichter als Olivia. Immerhin war sie im Anschluss an Jakes Offenbarung so sprachlos gewesen, dass die Trennung ohne große Diskussionen und ziemlich kurz und - mehr oder weniger - schmerzlos über die Bühne gegangen war.
Und das nach all der Zeit, nach all den Höhen und Tiefen, die sie gemeinsam durchlebt hatten. Jake war ihr Mann fürs Leben gewesen. Als er sie um ein Gespräch gebeten hatte, hatte sie, wie sie sich später zerknirscht eingestehen musste, eigentlich einen Heiratsantrag erwartet. Stattdessen hatte er seine frisch eroberte Flamme zu seiner neuen, eventuellen künftigen Braut erklärt.
Aber was dachte Olivia nun darüber nach? Es machte keinen Sinn. Er war weg, sie lag in der Sonne – und sollte diese auch genießen, solange sie noch am Strand von Tropea liegen konnte. In sechs Tagen würde der Urlaub schon wieder vorbei sein, also hieß es nun: Altlasten abschütteln wie Sand aus den Schuhen, Sonnenbrille runter von der Nase und ab in die leichten Wellen. Na, ob das eine gute Idee war?
… aus dem Sinn
Das kam davon, wenn man zu lange in der Sonne lag, zu schnell aufstand und nicht genügend Flüssigkeit im Körper hatte weil man irrtümlich davon ausging, dass das Wasser im Meer feucht genug war, um den Körper bei Laune zu halten.
Bereits nach den ersten Zügen bemerkte Olivia, dass irgendetwas nicht stimmte. Helle Blitze traten vor ihre Augen, ehe sich ihr Blick verdunkelte. Über ihre Arme, die nun wild im Wasser rumorten und sie kaum vorwärts brachten, hatte sie längst die Kontrolle verloren. Trotzdem schaffte sie es, mit Mühe und Not zurück zum Strand zu gelangen. Sie konnte das Salz auf ihren Lippen schmecken, versuchte, sich auf das Wasser auf ihren Wangen zu konzentrieren, aber es war schon zu spät.
Kaum hatte sie den feuchten Sand erreicht, drehte sie sich mit letzter Kraft auf den Rücken, legte sich einen Arm über ihre Augen und atmete mehrere Male tief durch.
Olivia wusste nicht, wie lange sie hier so lag, jedenfalls fiel plötzlich ein kleiner Schatten auf ihren glitzernden, noch immer feuchten Körper, dessen Mitte sich regelmäßig hob und wieder senkte.
Der Schatten hatte bei dem bezaubernden Anblick, der sich ihm bot, große Mühe, seine Sprache zu finden, rief sich jedoch schnell die augenscheinliche Dringlichkeit ins Gedächtnis.
"Signorina? Signorina?"
Irgendetwas berührte Olivia an der Schulter und versetzte ihr kleine, sanfte Stupser, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Ganz langsam ließ sie ihren Arm sinken und legte somit ihre Augen frei, um sie zu öffnen und sich umzusehen. Es hatte sie ein wenig Überwindung gekostet, gegen die Sonne anzukämpfen, die noch immer hoch am Himmel stand, obwohl der Tag schon beinahe 16 Stunden hinter sich hatte. Als sie ihren Kopf nach rechts drehte, hatte sie zwei von der Sonne gebräunte, mit dunklen Haaren übersäte und kräftige Knie, die sich auf dem Sand abstützten, direkt vor Augen. Noch immer leicht benommen ließ sie ihren Blick langsam nach oben wandern und war plötzlich hellwach.
Hätte sie nicht ohnehin schon im Sand gelegen, wäre sie spätestens jetzt in Ohnmacht gefallen. Ihr Herz begann, schneller zu schlagen, was wenigstens ihren Kreislauf allmählich wieder zum Laufen brachte.
"Signorina?"
Olivia ignorierte die Zurufe, die der Schatten von sich gab. Stattdessen versuchte sie, unter den etwa schulterlangen, dunklen, lockigen Haaren das schöne Gesicht zu erkennen.
Ein markantes, aber noch recht junges Gesicht, dunkle Augen mit langen Wimpern, eine scheinbar wohlgeformte Nase, nicht zu groß, aber auch nicht zu klein und wahnsinnig anziehende Lippen, die immer wieder ihre Aufmerksamkeit suchten.
"Signorina? Prego…"
Endlich besann sie sich, ließ die letzten Minuten noch einmal Revue passieren und wurde sich dem Hintergrund ihrer liegenden Position bewusst.
"Ja?" Verwundert, aber auch erleichtert sah der junge Mann sie an. Er lächelte, als er verstand.
"Oh, Sie sprechen gar kein Italienisch? Das macht nichts, mein Englisch ist nicht gerade schlecht." Nun waren es Olivias Mundwinkel, die langsam den Weg nach oben einschlugen. Eigentlich hätte der Rest ihres Körpers es ihnen gleichtun sollen, stattdessen lag sie da wie gelähmt.
"Soll ich Ihnen hochhelfen?" Augenblicklich legte sich Olivias Stirn in Falten, ehe sie sich ins Gedächtnis rief, was geschehen war und wie das Ganze eigentlich aussehen musste. Peinlich berührt und um Worte bemüht nickte sie und brachte dabei lediglich ein ersticktes "M-hm" zustande.
Der Mann, der vor wenigen Minuten lediglich ein dunkler Fleck im Sand gewesen war, stützte sich auf die Füße, führte seine Hände - eine links, eine rechts - an die Arme der scheinbar hilflosen Frau und hievte sie langsam nach oben.
Endlich stand Olivia wieder auf ihren eigenen Beinen. An diese vertikale Position musste sie sich erst wieder gewöhnen. Ihr Helfer bemerkte das und ließ nicht von ihr ab, ehe er sich sicher sein konnte, dass sie nicht gleich wieder umfiel, sobald er sie losließ. Erst jetzt registrierte er die ganze Pracht der Person, die da nun vor ihm stand.
Schöne schlanke Figur, hübsche Beine, wie er persönlich fand, die Arme passend zum restlichen Körper. Der Bauch war flach aber nicht sonderlich muskulös, die Oberweite… Darüber durfte er nicht weiter nachdenken, obwohl er zugeben musste, dass er sie durchaus anziehend fand. Schnell zwang er sich, seinen Blick noch ein Stück nach oben gleiten zu lassen und blickte ihr direkt in die Augen. Grün. Ihre Augen waren grün.
Die Nase klein, das Kinn etwas spitz, die Lippen voll. Die Haare, mittelbraun und schulterlang, bargen aufgrund des unvorhergesehenen Vorfalls kleine Mengen an Sand in ihren leichten Wellen. Für einen kurzen Augenblick war er versucht, ihr die Haare durchzuschütteln, nahm sich aber der Höflichkeit halber zurück.
Nachdem auch Olivia diesen netten Herrn einem zweiten und diesmal etwas genaueren Blick bedacht hatte, konnte sie ihren ersten Eindruck nur bestätigen. Er sah wunderbar aus. Sie war sich sicher, dass er ein Einheimischer, ein Bewohner Kalabriens sein musste.
Er war es, der zunächst seine Sprache wieder fand.
"Geht es Ihnen gut? Was ist denn passiert?" Olivia rang mit ihrer Fassung und antwortete ihm. "Ich bin vorhin in der Sonne eingeschlafen." Olivia unterbrach sich, dachte an ihren irren Traum, den sie auf der Liege gehabt hatte, schüttelte innerlich den Kopf und fuhr schnell fort.
"Als ich wach wurde, bin ich gleich ins Wasser gesprungen. Ich hätte vielleicht vorher etwas trinken sollen, mein Kreislauf hat schlapp gemacht. Ich konnte gerade so den Strand wieder erreichen und hab mich erst mal hingelegt."
Der Einheimische nickte verständnisvoll. "Ja, unsere italienische Sonne hat es in diesen Monaten wirklich in sich. Man muss wirklich aufpassen, vor allem hier am Strand unterschätzt man die Hitze oft, weil man das Meer vor sich sieht und die Abkühlung fast schon spüren kann, obwohl man direkt in der Sonne sitzt."
Oh ja, eine Abkühlung würde ihm jetzt auch gut tun. Aber selbst das Meer könnte seine innere Hitze nicht verdrängen, denn die rührte ganz woanders her…
"Ja, ich werde es mir merken. Danke sehr für Ihre Hilfe. Ich weiß nicht, wie lange ich sonst noch hier gelegen hätte." Olivia lachte, und der Fremde stimmte mit ein.
Höflich reichte sie ihm zum Zeichen des Dankes die Hand, an der ebenfalls noch vereinzelte Sandkörner hafteten. Nur zu gerne nahm er sie entgegen und stellte sich vor.
"Ich heiße Marco. Marco Danesi. Ich bin oft hier am Strand unterwegs und lasse mich vom Meer inspirieren."
Inspirieren? Das hörte sich interessant an.
"Inwieweit denn?" Marco sprach weiter. "Ich bin Künstler. Ich male Landschaften, manchmal aber auch Personen." Olivia bewunderte sein Talent.
"Und Sie machen hier Urlaub?" Olivia nickte und ließ endlich seine Hand los, die sie schon viel zu lange festhielt. Was sollte er denn von ihr denken?
"Möchten Sie mir Ihren Namen nicht verraten? Oder soll ich Sie weiter 'Signorina' nennen?" Verschmitzt lächelte er sie an und wartete gespannt auf ihre Antwort.
"Oh, ja, richtig. Tut mir leid. Ich heiße Olivia, Olivia Bennett."
Marco war es gewohnt gewesen, weibliche Touristen kennenzulernen, wobei er sie nach einem ersten, zufälligen Zusammentreffen möglichst nur noch von Weitem betrachtete. Niemals hatte er sich näher an eine Urlauberin heran gewagt, denn er hatte sich denken können, wohin das führen konnte…
Aber als er diese junge Frau so nah am Wasser liegen sah hatte er gespürt, dass etwas nicht in Ordnung sein musste und war seinem Instinkt gefolgt, ihr helfen zu wollen. Auch, wenn ihr Körper zuerst eine ganz andere Wirkung auf ihn gehabt hatte, hatte er sich schnell zusammengerissen und versucht, bei der Sache zu bleiben. Er musste nun vorsichtig sein, denn Olivia schien eine Frau zu sein, die ihn schneller um den Verstand bringen konnte, als ihm lieb war.
Auch, wenn sein Aussehen etwas anderes verriet, so hielt er tunlichst davon Abstand, sämtliche Frauen abzuschleppen, nur um sie nach ihrem Urlaub wieder in die Heimat zu verabschieden, als wäre nichts gewesen.
Und daran wollte er sich auch weiterhin halten. Doch da hatte er die Rechnung ohne Olivia gemacht…
Im Visier
Sie standen einander gegenüber, sahen sich an, schauten beschämt wieder weg und schwiegen. Es dauerte eine Weile, bis Olivia endlich zur Weiterführung des Gesprächs ansetzte.
"Vielen herzlichen Dank nochmal für Ihre Hilfe." Sie überlegte einen Augenblick, ob sie ihm abermals die Hand hinstrecken und sich langsam verabschieden sollte. Angesichts ihrer intimsten Gedanken und dem leichten Kribbeln, das sie an einer ganz bestimmten Stelle verspürte, wäre der Rückzug wohl mehr als angebracht gewesen, aber so sehr sie sich auch bemühte – sie konnte nicht widerstehen. Um sich nicht allzu sehr zu verraten, griff sie Marcos Worte von vorhin nochmal auf.
"Nun, da ich noch immer nichts getrunken habe,… Wie wäre es mit einem Drink an der Bar? Ich würde Sie zum Dank gerne einladen. Außerdem wäre ich heute gerne nochmal Schwimmen gegangen, aber ohne Flüssigkeit…?"
Sie war clever, wie Marco sich eingestehen musste. Beide lachten, aber im Verborgenen suchte ihr Retter noch immer nach der richtigen Antwort.
Ein Drink mit dieser hübschen Lady wäre mehr als verlockend. Sie wollte sich bedanken, er hätte eine nette Unterhaltung. Warum eigentlich nicht?
Genau, deshalb nicht. Er wollte niemanden verletzten, weder Olivia, noch sich selbst. Was, wenn sie ihm tatsächlich sympathisch war? Und wenn das auf Gegenseitigkeit beruhte? Nein, das konnte er nicht zulassen, so groß die Versuchung auch war.
"Tut mir leid, aber ich muss direkt weiter. Ich wollte noch einen Freund treffen, sicher wartet er schon auf mich. Aber ich bin öfter hier, vielleicht sehen wir uns nochmal? Sicher ergibt sich noch die Gelegenheit."
Beinahe enttäuscht senkte Olivia den Blick, ehe sie den hübschen Italiener wieder ansah, der ihr von Minute zu Minute besser zu gefallen schien.
Nicht leicht zu haben, der Kerl, dachte sie bei sich.
"Oh, schade. Kein Problem, ich bin noch 5 Tage lang hier, ehe ich wieder abreise. Ich würde mich freuen, wenn ich mich für Ihre Hilfe revanchieren könnte und ich hier jemanden hätte, mit dem ich mich unterhalten kann."
Oder sogar mehr als nur das…
"Gerne. Ich bin mir sicher, wir werden uns noch über den Weg laufen. Aber bevor ich gehe, müssen Sie mir noch etwas versprechen."
Olivia war gespannt. "Passen Sie auf sich auf."
Mit diesen Worten hob er den Arm und wartete darauf, dass Olivia seine Hand nahm und seinen Abschiedsgruß nicht falsch deutete. Er mochte sie wirklich, aber er durfte nicht zu weit gehen.
"Das werde ich. Danke. Vielleicht bis bald."
Olivia stand noch mehrere Minuten so da und sah zu, wie Marco den Strand entlang lief, ehe er einen kleinen Weg hinauflief und hinter einem der Ferienhäuser verschwand.
Hatte sie nur geträumt oder war das gerade wirklich passiert? Der Traum von vorhin war wie weggeblasen, stattdessen spukte ihr dieser nette Bursche im Kopf herum und ließ ihr keine Ruhe mehr. Er sah klasse aus, sprach ihre Sprache, hatte ihr geholfen und übte eine große Anziehungskraft auf sie aus.
Nachdem er sich ihrem Blickfeld entzogen hatte ging sie, wie geplant, an die Bar und bestelle sich eine große Limonade. Das süße Getränk würde ihr guttun, während sie ihre Gedanken wieder ordnen konnte.
Das kühle Nass rann ihr die Kehle herunter. Augenblicklich spürte sie eine Art Erleichterung. Sie atmete tief durch, ehe sie einen weiteren großen Schluck nahm und eine Weile auf einem Eiswürfel herum lutschte. Gedankenverloren saß sie mit dem Rücken zur Theke auf ihrem Barhocker und richtete den Blick auf das Meer zu genau der Stelle, an der sie ihm begegnet war.
Sie spielte mit dem Eiswürfel in ihrem Mund, als wäre er eine Zunge, die fordernd ihren Mund untersuchte. Sie schob ihn nach links, schob ihn nach rechts, ließ ihre Zunge ihn umkreisen und hatte nur noch ihn vor Augen. Erst, als der Eiswürfel zur Größe einer Erbse geschrumpft war und sie erneut dieses Kribbeln zwischen ihren Beinen spürte, kehrte sie in die Realität zurück und schalt sich, diese Gedanken abzustellen.
Marco war ein netter, junger Kerl gewesen, vielleicht in ihrem Alter, der ihr geholfen hatte, gut aussah und nett rüber kam.
Das war alles. Mehr nicht. Fertig.
Oder wie die Italiener sagten: Basta.
Außerdem machte es keinen Sinn, sich in einen Einheimischen zu verlieben. Sie wusste, wie das ausging. Sie war sowieso nicht für Affären zu haben und erst recht nicht für eine fernab der Heimat.
Aber verlockend war der Gedanke daran trotzdem…
Schluss jetzt. Nachdem sie ihr Glas geleert hatte lief sie auf direktem Wege auf das Wasser zu. Stück für Stück drang sie vor, bis sie ihre Arme weit von sich streckte und sich einfach fallen ließ. Sie schwamm ein paar Züge, hielt kurz inne, schaute sich um und schwamm weiter.
Dass sie ihrer neuen, männlichen Bekanntschaft keinen Gefallen damit tat, ihren Körper unter Wasser zu verstecken, ahnte sie nicht.
Was für eine Frau, dachte er, als er dort oben stand und auf das Meer – und auf Olivia hinunterblickte. Ihr Körper, ihr Blick, ihre Lippen… Ihre Haut machte den Anschein, als müsste sie zart wie Butter sein. Zu gerne würde er sie streicheln, sie massieren, sie überall küssen und berühren. Er wollte den Duft ihres Haares riechen, wollte schmecken, welches Getränk sie zuvor zu sich genommen hatte und wollte mit sämtlichen Körperteilen ganz in ihr versinken, während sie mit geschlossenen Lidern und geöffneten Lippen dalag und ihm die Oberhand überließ… Ach, Olivia…
Er hatte doch schon zahlreiche Touristinnen gesehen, immer war er standhaft geblieben. Warum machte ausgerechnet sie es ihm so schwer?
Er hatte keine Antwort darauf, aber er wusste, was er als nächstes zu tun hatte. Um das zu erkennen, hatte er seinen Blick nicht unbedingt auf Olivia richten müssen, denn die Beule in seiner kurzen Hose zeigte ihm mehr, als er wissen musste. Er würde keine Ruhe geben, ehe Marco nicht endlich zu ihr hin ging und sie um das Nachholen des gemeinsamen Besuchs an der Bar bat.
Er drehte sich bewusst um, um sie nicht ansehen zu müssen. Irgendwie musste er sich wieder beruhigen, ehe er ihr wieder unter die Augen treten konnte. Er hoffte nur, dass sein kleiner Freund ihn beim Wiedersehen nicht im Stich ließ, sondern dort blieb, wo er hingehörte und zwar in der Größe, die möglichst kein Aufsehen erregte.
Ohne sich noch einmal umzudrehen lief er schnellen Schrittes wieder nach unten, drückte seine Füße, die in leichten Flip-Flops steckten, tief in den Sand und ärgerte sich darüber, dass er nicht schneller vorwärts kam. Doch schließlich hatte er es geschafft.
Das Büffet ist eröffnet
Er hatte Glück, sie stieg gerade aus dem Wasser, als ihre Blicke sich trafen.
Sieh ihr in die Augen! ermahnte er sich. Aber die nackte Haut machte es ihm nicht leicht, standhaft und emotionslos zu bleiben.
"Hi. Ich dachte, Sie wären unterwegs?" Olivia freute sich, ihn so schnell wiederzusehen, hatte jedoch nicht damit gerechnet, ihn noch am gleichen Tag am Strand anzutreffen.
Marco stellte sich möglichst dicht vor sie, damit ihr Blick nicht allzu leicht auf seine Hose fallen konnte für den Fall, dass sich die Beule erneut bilden sollte.
"Hi. Er hat mich versetzt. Wobei es gut sein kann, dass ich ihn versetzt habe. Durch unser Zusammentreffen habe ich mich verspätet, sicher ist er einfach wieder gegangen."
Olivia wirkte betrübt. "Oh, das tut mir sehr leid." Marco winkte jedoch ab. "Das macht nichts. Ich weiß ja, wo ich ihn finde und umgekehrt ebenso. Es war ohnehin nicht wichtig."
Während er sich noch immer um Fassung vor allem unterhalb der Gürtellinie bemühte, sprach er weiter. "Ich dachte, sofern Ihr Angebot noch steht… Also, ich würde sehr gerne meine Zeit mit Ihnen verbringen."
Endlich war es raus. Nun erwartete er gespannt ihre Antwort. Hoffentlich wirkte er nicht zu aufdringlich.
Während Marco seine innere Erregung offensichtlich erfolgreich versteckte, konnte Olivia ihr Glück kaum fassen. Er war tatsächlich zurückgekehrt, um sich mit ihr zu treffen.
"Ähm, sehr gerne! Ich habe heute Abend ohnehin noch nichts vor. Wie wäre es, wenn wir gemeinsam etwas Essen gehen und den Abend mit ein paar Cocktails ausklingen lassen?" Marco strahlte. "Das wäre großartig. Kennen Sie sich denn hier schon ein wenig aus?"
Olivia schüttelte den Kopf. "Nein, ich bin erst seit gestern hier. Ich habe mir eine kleine Ferienwohnung hier in der Nähe angemietet und habe gestern Abend nur eine Kleinigkeit zu mir genommen."
Verlegen zuckte sie mit den Schultern und hoffte, dass er sie nicht als völlig unfähig ansah, was die Verpflegung in einem fremden Land betraf. "Dann habe ich auch schon eine Idee bezüglich des Restaurants."
Augenblick kehrte das Strahlen in Olivias Augen zurück. "Das ist wunderbar! Ich packe nur eben schnell meine Sachen zusammen, ziehe mir etwas über, dann können wir los." Gemeinsam liefen sie zu der Liege, auf der Olivia am frühen Nachmittag eingeschlafen war. Für einen kurzen Moment kam ihr der Traum wieder in den Sinn, der sie gefühlstechnisch aufgewühlt hatte, ihr nun aber vollkommen gleichgültig war, was nicht unwesentlich an Marcos Anwesenheit lag.
"Aber eine Bedingung habe ich an diesen gemeinsamen Abend." Genau genommen hatte er mehrere Bedingungen im Sinn gehabt, aber die konnte er ihr unmöglich nennen. Er durfte sie eigentlich nicht einmal denken.
Olivia wirkte ein wenig ängstlich. Ein Fremder, der eine Bedingung stellte, hatte sie wohl doch etwas zu befürchten? Schnell versuchte ihr Begleiter, sie zu beruhigen. "Bitte sag doch du zu mir. Ich komme mir sonst so unsagbar alt vor."
Und das war er tatsächlich noch nicht, weder, wenn man nach seinen 26 Lebensjahren, noch nach der Funktionstüchtigkeit in seiner Hose ging.
Erleichtert atmete sie auf und erklärte sich sofort einverstanden.
Gemeinsam liefen sie den Strand entlang, bis sie zu einer großen und gut besuchten Taverne kamen. Die Sonne ging langsam unter und der Hunger trieb sowohl Touristen als auch Einheimische an die vielen Tische, die zwar spärlich bedeckt waren, aber ihren Zweck durchaus erfüllten.
Das dämmrige Licht im Inneren ließ Olivia sofort wieder auf dumme Gedanken kommen. Was dieser Abend für sie beide wohl bereithalten würde? Sie hoffte, dass es mehr war, als das, was sie sich getraute, anzunehmen, wusste aber genauso gut, dass es falsch war, sich solche Hoffnungen zu machen. Schließlich trat sie in 5 Tagen die Heimreise an.
Aber daran wollte sie jetzt nicht denken. Ihr Magen knurrte und sie freute sich darauf, Marco näher kennenzulernen. Vielleicht gefiel ihr am Ende sein Charakter überhaupt nicht, sodass sie nicht befürchten musste, später etwas zu bereuen.
An einem der zahlreichen runden Tische nahmen sie Platz und ließen sich eine Flasche Wasser und zwei Gläser Wein kommen, ehe sie ihre Bestellung aufgaben.
Während sie auf ihre Pastavariationen warteten, löcherte Marco seine neue Bekanntschaft mit unzähligen Fragen. Er wollte alles über sie wissen, sie näher kennenlernen.
"Wie kamst du denn auf die Idee, ausgerechnet hier in Kalabrien Urlaub zu machen?" Olivia lächelte. "Ich wollte schon immer mal nach Italien reisen. Als ich mich mit einer Arbeitskollegin unterhalten habe, hat sie mir Tropea als Urlaubsziel empfohlen. Sie war schon öfter hier und kam immer sehr erholt wieder zurück."
Im Stillen dankte Marco dieser Kollegin für diesen Tip. "Das war eine gute Entscheidung." Verschmitzt grinste er sie an, er war bereit, es darauf ankommen zu lassen und zeigte sich von seiner charmanten Seite. Dazu gehörte auch das ehrliche Interesse an ihrem Leben außerhalb Italiens.
"Wo genau kommst du eigentlich her?" Als ob das eine Rolle spielen würde… Ganz gleich, wo sie her kam, sie würde nach ihrem Urlaub definitiv in ihre Heimat zurückkehren. Auch, wenn er gar nicht wissen wollte, wie viele Kilometer sie in wenigen Tagen trennen würden, wollte er nicht unhöflich erscheinen.
"Ich komme aus England, ich lebe und arbeite am Rande Londons." London, also auch eine Touristenstadt…
"Und was machst du beruflich?" Sie setzte ihr Weinglas ab, an dem sie gerade genippt hatte, und antwortete ihm. "Ich arbeite für die Zeitung Timeless. Ich schreibe meine eigene Kolumne."
Marco war schon jetzt beeindruckt. Sie schien perfekt zu sein. Und obwohl er eigentlich niemand war, der nur auf das Eine aus war, so konnte er die Gedanken an einen möglichen, körperlichen Kontakt zu ihr nicht verdrängen. Zu sehr hatte sie sich bereits in seine Gedanken gebrannt und würde ihn solange um den Versand bringen, bis sie abreiste und er sich langsam wieder daran gewöhnen konnte, dass sie fort war und er sie so schnell nicht mehr wiedersehen würde.
Gemeinsam verbrachten sie einen wundervollen Abend. Sie aßen leckeres, einheimisches Essen, tranken genüsslich ihren Wein, der anschließend von einigen Cocktails abgelöst wurde und lachten über alles Mögliche. Erst, als der Mond bereits den Himmel und das Meer erleuchtete, brachen sie auf.
Sie unternahmen einen Spaziergang am Meer und sprachen über Gott und die Welt.
Während sie so nebeneinander her liefen hatte Marco das Gefühl, dass auch Olivia ihn anziehend fand. Manchmal berührte sie ihn wie zufällig am Arm, sie erzählte ihm Persönliches und Peinliches, was wohl am erhöhten Alkoholpegel lag und sah ihn mit einem Funkeln in den Augen an, das er nicht so recht deuten konnte. In ihrem Blick lag etwas flehendes, als würde sie ihm sagen wollen: Bitte, lass meinen Urlaub unvergesslich werden.
Die Worte verebbten und das Schweigen hielt Einzug. Marco musste das dringend unterbinden, sonst kam sie womöglich noch auf die Idee, sich auf den Heimweg zu machen. Dabei wollte er sie doch noch gar nicht gehen lassen. Er war sich so sicher, ihre Zeichen richtig gedeutet zu haben…
"Möchtest du noch etwas von Tropea sehen? Es gibt hier noch einige Stellen, die die Touristen ohne einheimische Hilfe nur selten finden."
Verschmitzt sah er sie an, ein freches Schmunzeln umspielte seine Lippen, wie sie im Mondlicht erkennen konnte.
Lag sie richtig mit ihrer Vermutung? Er tat so geheimnisvoll, hatte er etwa ganz bestimmte Absichten? Oder bildete sie sich das nur ein, weil sie tief im Inneren eine Hoffnung hegte, vor der sie auch ein wenig Angst hatte? War sie zu schüchtern oder würde sie sich trauen, wenn er sie wollte?
"Ja, gerne! Wann hat man denn schon mal eine ganz persönliche Führung durch Tropea?" Sie lachte und beschloss, die Dinge auf sich zukommen zu lassen. Sie würde schon das Richtige tun, und wenn Marco sich unangemessen verhalten sollte, würde sie sich schon zu wehren wissen.
"Gut, dann komm. Hier lang." Entschlossen nahm er sie bei der Hand und zog sie vom Strand weg bis zu einem kleinen Weg, der sehr bald links und rechts von kleinen Bäumen und Sträuchern gesäumt war.
Marco war sich nun sicher, einen Punkt bei ihr gelandet zu haben. Es schien ihr nichts auszumachen, Hand in Hand mit ihm durch einen ihr noch recht fremden Ort zu laufen, obwohl sie ihn erst seit kurzer Zeit kannte.
Ihre Haut fühlte sich so weich an, wie er es sich vorgestellt hatte. Sie hatte schmale, zarte Hände denen man nicht ansah, dass sie viel schrieben und somit ständig in Bewegung sein mussten. Was sie mit ihren Händen wohl sonst noch so anstellen konnte?
Zum Glück war es schon so dunkel, dass sie die erneute Ausbuchtung in seiner Hose nicht sehen konnte. Und selbst, wenn sie darauf aufmerksam würde, so würde es ihm nur die Bestätigung geben, dass sie sich auch körperlich für ihn interessierte.
Die Wärme, die ihre rechte Hand umschloss, fühlte sich irgendwie vertraut an. Sie verspürte Sicherheit und bekam so neuen Mut, etwas zu wagen, wozu sie sonst viel zu schüchtern und vorsichtig gewesen wäre. Sie hoffte, dass er ihren Traum wahr werden und diese Wärme auch auf den Rest ihres Körpers verteilen würde.
Im Schutz der Felsen
Obwohl es schon dunkel und der Strand an dieser Stelle nur spärlich beleuchtet war, führte Marco seine hübsche Touristin geradewegs zu seinem Ziel. Er musste von vornherein gewusst haben, wohin er sie führen wollte, seine Schritte – und noch etwas anderes – zeugten von bestimmter Zielstrebigkeit.
"Pass auf, hier müssen wir über ein paar größere Steine steigen. Halt dich gut fest." Olivia tat, wie ihr geheißen. Sie fasste seinen linken Arm mit beiden Händen und folgte ihm, so gut sie konnte. Nachdem sie endlich wieder mit beiden Füßen den Sand berührte, blieben sie stehen. Marco hielt sie noch immer bei der Hand, während sie sich staunend umschaute. Sie befanden sich noch immer direkt am Meer, hinter ihnen eine mittelhohe Felswand mit einer kleinen Höhle, die beinahe wie eine Grotte wirkte, in ihrer Mitte. Links und rechts führten große Steine von der Felswand weg, die ein Stück weit ins Meer ragten. Steine, die sie gerade eben noch mit ihren Füßen bestiegen hatte.
"Wow, wo sind wir hier?"
Wusste ich's doch, dass es ihr hier gefallen würde…
"Dieser Ort nennt sich Capo Vaticano, einer der schönsten Aussichtspunkte Kalabriens. Tagsüber sieht man hier natürlich mehr als jetzt, aber ich liebe diese Stelle einfach."
Olivia war nicht entgangen, dass er diesen Ort wohl schon öfter aufgesucht hatte. Hatte er andere Touristinnen auch hierher mitgenommen, um sie zu beeindrucken? Beinahe hätte sie sich in ihrer Bereitschaft, sich dem Einheimischen hinzugeben und ihm zu vertrauen, beirren lassen.
Sie wollte es genauer wissen und setzte eine möglicherweise heiße Nacht aufs Spiel. "Wie vielen Frauen hast du diese Stelle denn schon gezeigt?" Sie versuchte, ihre Unsicherheit mit einem frechen Grinsen zu überspielen, aber Marco war sich durchaus darüber im Klaren, worauf sie anspielte.
"Bis auf die Frauen in meiner Familie oder meinem weitläufigen Freundeskreis hat mich noch keine hierher begleitet."
Sie wusste nicht, warum, aber sie glaubte ihm. Er hatte etwas Vertrauen erweckendes an sich. Er wirkte nicht wie ein Casanova, obwohl er wie einer aussah.
Olivia versuchte, wieder nüchtern auf das eigentliche Thema, diesen Ort, zurückzukommen. "Es ist wunderschön hier." Nickend stimmte Marco ihr zu. "Ich komme gerne hierher, wenn ich kurz vor dem Malen eines neuen Bildes stehe. Hier habe ich die schönsten Dinge vor Augen." Er bedachte sie mit einem intensiven und leicht anzüglichen Blick.
Sie drehte ihren Kopf wieder in seine Richtung, sah im tief in die Augen, spürte, wie die Zeit stillstand. Er hielt ihren Blicken stand, ließ seine Augen ihren wundervollen Körper hinunter wandern, zwang sich, den Blick wieder nach oben zu lenken und blieb an ihren Lippen haften.
Sollte er es wagen? Sollte er nach all der Zeit der Hartnäckigkeit schwach werden und einer Touristin den Kopf verdrehen, die in wenigen Tagen das Land verlassen würde, ungewiss, ob sie jemals wieder hierher kommen würde? Noch einmal rief er sich ins Gedächtnis, weder Olivia, noch sich selbst verletzen zu wollen. Aber war er nicht genau deswegen hierhergekommen? Um sie nach Strich und Faden zu verwöhnen, um ihr die italienische Leidenschaft ein Stück nähere zu bringen und zu erfahren, wie Engländer in Sachen Sex und Liebe so tickten? Was hätte dieser Abend für einen Sinn gehabt, wenn er nun doch noch einen Rückzieher gemacht hätte, nur, weil er von Grund auf ein vernünftiger Kerl war?
Außerdem gab es da noch jemanden, der meinte, wohl ein Wörtchen mitzureden zu haben. Er konnte es nicht mehr länger unterdrücken.
Olivia fragte sich, ob er sich tatsächlich an sie ran trauen würde. Sie selbst hatte bereits während des ersten Cocktails, den sie nach dem gemeinsamen Essen getrunken hatten für sich entschieden, dass sie Jake endlich vergessen und sich entgegen ihrer eigenen Erwartungen bewusst in ein Abenteuer stürzen wollte. Sie wusste, welche Folgen das haben konnte, aber in dieser Nacht wollte sie nicht daran denken.
Bitte, küss mich…
Als hätte er ihre Gedanken lesen können, ging er zwei Schritte auf sie zu, umfasste sie sanft an der Taille und beugte sich langsam zu ihr runter.
Sie legte ihre Arme um seinen Hals und schloss langsam die Augen in freudiger Erwartung auf das, was nun folgen würde.
Endlich warf auch Marco seine letzten Zweifel über Bord, zog dieses wahnsinnig anziehende Wesen näher an sich heran und küsste sie. Es traf ihn beinahe wie ein Schlag. Die Lippen weich wie Butter, warm wie ein Sommerregen in Kalabrien, feucht wie der Schweiß auf seiner Haut in einer schwülen Sommernacht. Erst ganz sanft, dann immer fordernder umschlossen seine Lippen die ihren, ehe seine Zunge vorsichtig anklopfte, um kurz darauf in ihre Mundhöhle eintreten zu dürfen. Sie spielte mit ihm, ihre Zungen spielten miteinander wie zwei junge Hunde, die sich gerade erst begegnet waren.
Nur schwer konnte er sich von ihren Lippen lösen, aber das Pochen in seinem Schritt deutete ihm, den Rest ihres Körpers zu erforschen.
Mit leisem Stöhnen ließ er seine Lippen weiter wandern, übersäte ihre Wangen, ihr Ohrläppchen, ihren Nacken und schließlich ihre Schultern mit sanften Küssen, die sich anfühlten wie der Flügelschlag eines Schmetterlings.
Ihr Herz raste, ihr Puls beschleunigte sich und ehe sie es sich versah, lag sie zum wiederholten Male im Sand, er über sie gebeugt. Allerdings war es ihr diesmal alles andere als unangenehm, im Gegenteil, sie wollte es so sehr…
Einen Arm um sie geschlungen machte sich der andere auf den Weg, ihre ihm bislang noch unbekannten Körperstellen zu berühren und zu streicheln. Während er sie heiß und innig küsste, suchte sich seine linke Hand schließlich den Weg zu ihren Brüsten, die er liebevoll umfasste und ordentlich durchknetete.
Sie beugte sich ihm entgegen um ihm zu signalisieren, dass sie zu allen Schandtaten bereit war. Sie konnte seine Erregung an ihrem Oberschenkel spüren und musste still in sich hinein schmunzeln. Es erfüllte sie mit Stolz, dass sie auf einen Fremden eine solche Wirkung haben konnte. Mit unbändiger Leidenschaft erwiderte sie seine Küsse und ließ ihre Hände zum Inhalt seiner Hose gleiten. Spätestens, als sie seine Bermudas mit geschickten Handgriffen öffnete und sie gemeinsam mit dem Slip ein Stück nach unten schob war er sich sicher, dass er alles richtig gemacht hatte.
Ihr Vordringen bezüglich des Ablegens der Kleidung veranlasste ihn dazu, seine Hand unter ihr Kleid zu schieben und sie ihres Bikini-Slips zu entledigen. Sie half ihm, indem sie sich ihr Kleid auszog und ihren Bikini öffnete. Er nutzte die Zeit, um sein schweißnasses T-Shirt in den Sand zu werfen und die Bermudas abzustreifen.
Nackt lag sie nun in seinen Armen, der Sand leise knirschend unter ihr, den Mond im Augenwinkel. Der Anblick ihrer Brüste ließ ihn die warme Sommerluft hörbar einsaugen. Er musste einen Moment lang die Luft anhalten, um nicht zu vorschnell zu reagieren. Marco bedachte sie mit intensiven Blicken, ehe er sich wieder ihren Lippen näherte und seine Hand langsam nach unten gleiten ließ. Bereits auf Höhe des Bauchnabels entwich Olivia ein leises Aufstöhnen. Er ließ seine Finger sanft um ihn kreisen, ehe er sich weiter vorantastete.
Auch ihre Hände leisteten volle Arbeit. Sanft, aber fordernd umfasste sie ihn mit beiden Händen, bewegte sie erst langsam, dann immer schneller auf und ab und massierte ihn ausgiebig. Marco musste an sich halten, wenn er seiner hübschen Touristin noch länger nahe sein wollte.
Endlich hatte auch er ihre intimste Stelle erreicht. Sanft umkreiste er sie mit zwei Fingern, rieb daran und hielt dann wieder inne, trieb sie damit in den Wahnsinn. Begann von vorne, um sie weiterhin verrückt zu machen und zog die Erlösung, die sie so sehr herbeisehnte, schier unendlich in die Länge. Ihr Missfallen daran war ihm nicht entgangen.
Sanft flüsterte er ihr ins Ohr: "Ich werde dich ärgern und dich wahnsinnig machen, werde dich schweben lassen und dich dann fallen lassen, wie eine heiße Kartoffel, nur um dich im gleichen Moment wieder aufzufangen und mir die Finger an dir zu verbrennen."
Er wollte sie ärgern? Das konnte er vergessen!
Geschickt drehte sie ihn auf den Rücken und lag nun auf ihm, ihr Venushügel direkt auf seinem Ständer, der nicht höher hätte ragen können.
"Dann wollen wir doch mal sehen, was du dir außer deinen Händen sonst noch so verbrennst."
Dieses Biest… Gnädig ließ er sie gewähren. Langsam glitt sie auf ihm hinab, Zentimeter für Zentimeter, die Hände ruhend auf seiner Brust und gewährte ihm einen letzten Atemzug, ehe sie die Kontrolle über seinen Körper übernahm. Er schloss die Augen, während er erneut ihre Brüste umfasste und rhythmisch zusammen und wieder auseinander drückte. Mit leicht kreisenden Bewegungen tummelte sie sich in seinem Schoß.
Nun war es an ihr, ihn verrückt zu machen. Dank ständig wechselnder Rhythmen und vorsichtigen Bissen in die Halsbeuge gelang ihr das auch ohne Probleme. Sie beschleunigte das Tempo, wenn ihr danach war und hielt plötzlich inne, sobald sein Stöhnen lauter wurde. Auf Dauer würde er sich das nicht gefallen lassen… Mit ein wenig Kraft gelang es ihm, sich ihr zu entziehen und unter ihr hindurch zu rutschen. Noch ehe sie reagieren konnte, ging er hinter ihr in die Knie und drang von hinten in sie ein.
Es war an der Zeit, seinem kleinen Freund einen Gefallen zu tun, ihm die Erleichterung zu verschaffen, auf die er schon den ganzen Nachmittag gewartet hatte. Olivia wusste nicht, wie ihr geschah, aber in diesem Augenblick war es ihr ohnehin völlig egal.
Marcos Stöße wurden immer heftiger, die Abstände wurden stetig kürzer und mit jedem Stoß drang er immer tiefer in sie ein. Als er ahnte, dass das Ende nicht mehr fern war nahm er die linke Hand an ihre Brüste, die seine Hand voll ausfüllten und ließ die rechte Hand zu ihrem wertvollsten Schatz gleiten.
Er kitzelte ihn, liebkoste ihn, streichelte und massierte ihn, während er immer stärkeren Druck auf die kleine Süßwasserperle ausübte. Das Stöhnen des Paares wurde lauter und kehliger, niemand mehr hätte unterscheiden können, welche Laute zu wem gehörten.
Noch ein Stoß, noch eine Umrundung, dann war es soweit. Gemeinsam ließen sie sich von der lang ersehnten und endlich eintretenden Erlösung durchfluten, ließen sich die letzte Energie, die letzte Luft zum Atmen rauben, ehe sie schweißnass und vollkommen erschöpft im Sand versanken.
Noch eine ganze Weile lagen sie Arm in Arm nackt im Sand, der durch den Schweißfilm fest an ihrer Haut haften blieb. Niemand sagte auch nur ein Wort. Die Zweifel würden kommen, das war klar, aber das hatte noch Zeit bis zum nächsten Morgen. Es dauerte eine weitere Stunde, ehe sie sich aufrafften, ihre Kleidung zusammensuchten und sie sich überstreiften. Hand in Hand liefen sie durch die Stille der Nacht, am Strand entlang, wo weitere Pärchen händchenhaltend auf das Meer blickten, nichtsahnend von dem, was gerade nur wenige Meter entfernt geschehen war.
Zwei Menschen, die kaum etwas voneinander wussten, hatten gelernt, einander innerhalb eines kurzen Augenblickes zu vertrauen, hatten sich aufeinander eingelassen und die Realität einfach ausgeblendet.
Ob ihre nächtliche Aktion tatsächlich folgenlos blieb?
Morgen um dieselbe Zeit?
Erst als sie vor der großen Ferienwohnung stehen blieben, durchbrachen sie das Schweigen der Nacht.
"Hier wohnst du also, solange du hier bist?" Olivia nickte. "Ja, hier wohne ich. Noch fünf Tage bin ich hier, dann muss ich leider wieder zurück."
Und schon war der Zauber des Abends hinüber. Keiner von beiden wollte daran denken, aber der fünfte Tag würde unweigerlich kommen. "Lass uns jetzt nicht daran denken." Mit einem zärtlichen Kuss, der Olivias Körper erneut mit Blitzen durchzog, versiegelte er ihren Mund, um der Realität aus dem Weg zu gehen.
"Sehen wir uns wieder? Am Strand, morgen um dieselbe Zeit?" Ein Kribbeln durchflutete ihren Körper, als sie an die Option auf eine Wiederholung dessen, was vor wenigen Stunden passiert war, dachte. Da sie in diesem Urlaub einfach nur entspannen wollte, hatte sie ohnehin keine großen Pläne gehabt. Und selbst wenn, dann hätte sie diese ohne zu zögern für Marco über Bord geworfen.
"Ja, sehr gerne." Mit einem weiteren Kuss und einer innigen Umarmung besiegelten sie ihr geplantes Wiedersehen. Ein wenig wehmütig schaute sie ihm nach, den Schlüssel zur Tür bereits in der Hand.
Plötzlich drehte er sich um. Würde er doch noch mit rein kommen? Verwirrt von ihren Gefühlen hatte sie sich nicht getraut, ihn darum zu bitten.
"Vergiss nicht, genügend zu trinken, wenn du wieder an den Strand gehst. Nochmal rette ich dich nicht." Grinsend ging er seines Wegs und ließ sie völlig durcheinander zurück.
Nein, nochmal würde er sie nicht retten. Vielmehr musste sie zusehen, dass sie sich selbst rettete, ehe sie an ihren aufkeimenden Gefühlen erstickte.
Während Marco sehr bald in einen tiefen Schlaf fiel, wälzte sich Olivia schlaflos im Bett ihrer Ferienwohnung hin und her. Marco hatte es wirklich in sich gehabt. Der Traum vom Nachmittag war nichts gegen das, was er ihr geboten hatte. Er hatte sie schier um den Verstand gebracht mit seinen Küssen und Berührungen. Noch immer konnte sie sein steifes Glied an ihrem Oberschenkel spüren, dass er fest an sie gepresst hatte.
Aber wohin sollte das Ganze führen? Eigentlich konnte es nirgendwohin führen, denn bald würde sie abreisen und den einheimischen Loverboy vergessen müssen. Konnte sie das? Sie hatte sich noch nie auf eine belanglose Affäre eingelassen und wusste nun nicht, wie sie mit den möglichen Folgen umgehen sollte. Sie ahnte bereits, dass sie ihn sehr vermissen würde, nicht nur, was die körperliche Anziehungskraft betraf…
Wie gerädert wachte sie recht spät am nächsten Morgen auf, setzte sich mit einem frischen Kaffee auf die Terrasse und wartete darauf, dass der Toaster die Brotscheiben ausspuckte. Sie dachte an das gute Essen vom Vorabend und den ganz speziellen Nachtisch. Eigentlich hatte sie gar keinen Hunger, aber sie wollte Marcos Rat befolgen und sich stärken, ehe sie sich wieder in die Wellen stürzte und sich ein ausgiebiges Sonnenbad genehmigte, das sie gemäß ihrer derzeitigen Hautfarbe dringend nötig hatte.
Schnell machte sie sich zurecht, zog einen frischen Bikini an, streifte sich eines ihrer leichten Sommerkleider über und lief mit ihrer Tasche zum Strand. Um diese Zeit war der Strand noch nicht so überfüllt, was sie nutzte, um sich erst einmal abzukühlen, ehe sie auf der Liege Platz nahm.
Sie musste wieder eingeschlafen sein, denn als sie aufwachte konnte sie noch immer dieses starke Kribbeln zwischen ihren Beinen spüren. Hatte sie von ihm geträumt? Oder wollte Jake sie nur wieder einmal ärgern? Sie konnte sich nicht mehr daran erinnern und erlaubte sich, sich auszusuchen, von dem der Traum gehandelt haben konnte und hatte plötzlich Marco vor ihrem inneren Auge. Einerseits dachte sie gerne an ihn und an die gemeinsame Nacht am Strand, aber andererseits wollte sie sich nicht zu sehr auf diese so unvermittelt entstandene Bindung versteifen. Was ihre Gefühle betraf durfte sie sich nicht weiter darauf einlassen, sonst könnte sie das in wenigen Tagen bitter bereuen. Sie konnte noch nie gut mit einem gebrochenen Herzen umgehen, aber sie fürchtete, dass genau das eine ihrer nächsten Hürden sein würde.
Um sich abzulenken ließ sie sich ein weiteres Mal von den Wellen treiben, diesmal nicht ohne vorher einen großen Schluck Wasser getrunken zu haben. Sie schmeckte das Salz auf ihren Lippen, das kühle Nass auf ihrer Haut und schaute zum Horizont. Langsam schwamm sie wieder zurück, blieb jedoch noch einmal stehen, wo ihr das Wasser bis über die Hüfte reichte und schaute ein weiteres Mal hinaus aufs Meer. Es war wirklich wunderschön hier…
Plötzlich fühlte sie zwei kühle Hände an ihrer Taille. Erschrocken drehte sie sich um, gefasst darauf, von einem Fremden begrabscht worden zu sein, doch alles, was sie sah, waren zwei wundervolle, braune Augen, lange, dunkle Locken – und einen unsagbar tollen Körper, der ihr schon beim ersten Anblick die Luft zum Atmen raubte.
"Oh, hallo." Erleichtert lächelte sie, während sie sich langsam zu ihm umdrehte. "Hallo, hübsche Urlauberin." Einen Moment lang wussten sie nicht mehr zu sagen. Schließlich brach Marco das Schweigen. "Wie geht es dir heute?" Wenn Olivia das nur wüsste.
"Danke, gut." Sie freute sich, ihn zu sehen, wusste jedoch nicht, wie weit sie gehen sollte. Sollte sie versuchen, ihn auf Abstand zu halten oder sollte sie das Heute genießen und nicht an morgen denken? Nach einem zweiten Blick auf Marcos muskulösen Körper entschied sie sich für Letzteres. Am liebsten würde sie ihn sofort vernaschen und sich von ihm verwöhnen lassen, aber sie war zu schüchtern, um den ersten Schritt in diese Richtung zu tun.
"Wollen wir eine Kleinigkeit zu Mittag essen? Heute würde ich dich gerne einladen." Ohne nachzudenken nahm sie sein Angebot an. "Gerne. Ich zieh mir nur noch schnell etwas über."
Kurz darauf fanden sie sich in einem kleinen Bistro nahe der Strandpromenade wieder. Sie nahmen draußen auf der Terrasse Platz und genossen den kühlen Schatten unter den riesigen Sonnenschirmen. Beide waren ungewöhnlich still, versunken in ihren eigenen Ängsten und Gedanken. An diesem Nachmittag stellten sich beide im Stillen die Frage, wie diese verrückte Geschichte wohl ausgehen mag, aber über eine Antwort vermochten sie nicht weiter nachzudenken.
Unbeholfen starteten sie den erneuten Versuch eines Smalltalks. "Was hast du heute noch vor?" Marco schaute ihr tief in die Augen. Er wusste ganz genau, was er vor hatte, auch wenn das möglicherweise bedeutete, einen erneuten Fehler zu begehen. Er hätte sich gerne gegen sein eigenes Vorhaben gewehrt, aber etwas tief in ihm machte ihm das unmöglich.
"Ich weiß nicht. Den Tag mit dir verbringen?" Langsam ließ er seinen Blick ihren Oberkörper hinab gleiten, ehe er ihr wieder in die Augen sah und auf eine Reaktion ihrerseits wartete. Sie lächelte bei dem Gedanken daran, dass sie ihm noch einmal so nahe kommen könnte, wie am Abend zuvor.
Sie aßen Sandwiches und übten sich in Erzählungen über ihren Alltag. Olivia erfuhr, dass Marco ein kleines Häuschen ganz in der Nähe des Strandes besaß und er mit seinen Bildern seinen Lebensunterhalt verdiente. Hin und wieder stellte er seine Werke in Ausstellungen aus.
Während er ihr all das erzählte, kam sie nicht umhin, an seine weiche Haut, seine sanften Küsse und seine geschickten Hände und Finger zu denken. Dieses Kribbeln unter ihrem Bauchnabel brachte sie noch um den Verstand. Dieses Gefühl wird es auch gewesen sein, das sie dazu veranlasste, mit ihm zu spielen und ihre anzügliche Seite hervorblitzen zu lassen.
"Hast du auch Bilder zuhause oder lagerst du deine Werke woanders?" Unwillkürlich machte sich Hoffnung in ihm breit. War das ein Zeichen der Bereitschaft? Wollte sie ihm damit etwa vermitteln, dass sie auf eine Wiederholung des gestrigen Abends aus war?
"Ja, ich habe noch einige Werke zuhause." Er hielt kurz inne, ehe er seine Frage laut aussprach – natürlich nicht ohne Hintergedanken. "Möchtest du sie sehen?"
Olivia wollte noch viel mehr sehen…
"Klar, gerne. Wenn ich mich nur kurz umziehen könnte? Du kannst gerne mitkommen, wenn du möchtest."
Das war ein Wort. Marco malte sich in Gedanken aus, wie sie sich langsam ihre Klamotten abstreifte und nackt in ihrem angemieteten Schlafzimmer stand, ehe sich eine neue Ladung dünnen Stoffes an ihre Haut schmiegte. "Kein Problem."
Diesmal hielten sie von jeglichen Berührungen Abstand, ehe sie die Ferienwohnung erreichten. Schweigend kramte sie in ihrer Tasche nach dem Schlüssel und zeigte dem Italiener ihre Räumlichkeiten zum ersten Mal von innen. Er war beeindruckt von der Einrichtung, kannte den Stil jedoch bereits aus zahlreichen anderen Wohngebäuden. "Nimm doch Platz, ich bin gleich wieder da." Mit diesen Worten verschwand sie im Schlafzimmer. Sie lehnte die Tür bewusst nur an und ließ sie einen Spalt breit offen stehen. Insgeheim hoffte sie, dass er ihr folgen und sie verführen würde, dass sie nicht warten musste, bis sie bei ihm zuhause angekommen waren.
Marco schien eine ähnliche Idee im Kopf herum zu spuken, weshalb er stehen blieb und sich weiter umschaute, anstatt sich zu setzen. Konnte er es wagen? Hatte sie überhaupt das Gleiche im Sinn, wie er? Tat sie das mit Absicht oder dachte sie sich gar nichts dabei?
Nachdem er beschloss, dass es einen Versuch wert war lief er vorsichtig in die Richtung, in die der hübsche Frauenkörper vor wenigen Minuten entschwunden war. Leise schlich er sich an und lugte durch den Spalt. Gerade, als sie sich ihres letzten Stück Stoffs entledigte, schaute sie über die Schulter und fragte: "Willst du nicht rein kommen?"
Er grinste, stieß die Tür auf und betrachtete sie ausgiebig. Sie drehte sich zu ihm um, setzte ihr verführerisches Lächeln auf und wartete gespannt auf seine Reaktion. Marco musste zugeben, ein wenig enttäuscht zu sein.
"Schade." Olivia entglitten sämtliche Gesichtszüge. "Was denn?" Sie befürchtete schon das Schlimmste, nämlich dass er sie heute gar nicht wollte, obwohl sie glaubte, in seinen Augen genau das Gegenteil lesen zu können.
"Jetzt hab ich ja gar nichts mehr zum Auspacken." Schnell fand sie ihr Lächeln wieder und verspürte Erleichterung über jeden einzelnen Schritt, den Marco, dessen Oberkörper noch immer unbekleidet war, auf sie zu ging.
Schnell packte er sie und küsste sie wild. Diesmal gab es kein Vorantasten, kein Kennenlernen, kein Versuchen und Probieren. Beide wussten genau, was sie wollten – und wie sie es wollten. Sie erwiderte seine heißen und fordernden Küsse mit gleicher Leidenschaft, während ihre Erregung wuchs. Schnell streifte er sich seine letzten Klamotten vom Leib und stand nun völlig entblößt vor ihr.
Seine Hände waren überall, auf ihrem Rücken, ihren Brüsten, an ihrem Po – und schließlich auch inmitten ihres empfindlichen Hügels, der schon seit Minuten heftig prickelte. Wieder spürte sie sein steifes Glied in Höhe ihres Bauchnabels und sog das ungeduldige Pochen in sich auf.
Sie streichelte ihn, kniff ihn in den Allerwertesten und machte sich dann an sein bestes Stück. Im wilden Gerangel der Küsse taumelten sie nach hinten bis sie leicht dopsend auf das Bett fielen.
Schon bald wanderten seine Küsse über den Rest ihres Körpers, bis er mit seinem Kopf zwischen ihren Beinen landete. Sie ließ ihn gewähren, schloss die Augen und genoss den Moment. Sie musste an sich halten, nicht sofort laut loszuschreien, denn das war gerade erst der Anfang gewesen.
Er umfasste ihre Brüste mit beiden Händen und rieb mit den Daumen fest über beide Nippel, die sich schon lange aufgerichtet hatten. Er drückte seinen Mund fest auf ihre Perle, saugte und lutschte daran und ärgerte seine englische Schönheit, indem er im nächsten Augenblick den Druck verringerte und die Zunge nur sanft um ihre Perle kreisen ließ. Olivia versuchte, sich mit aller Kraft dagegen zu drücken, aber Marco wusste geschickt zu reagieren und sie zu reizen.
Als ihr Stöhnen und Flehen immer schmerzlicher wurde rang er sich schließlich dazu durch, sie endlich zu erlösen und ihr einen unvergesslichen Augenblick zu bescheren. Der Druck wuchs, die Zunge drehte immer schnellere Runden, der Sog wurde immer größer, ihr Stöhnen lauter und lauter und als sie sich ihm ein letztes Mal entgegen beugte und einen erhitzten Schrei ausstieß wusste er, dass er es geschafft hatte.
Langsam rutschte er wieder zu ihr hoch und drehte sich auf den Rücken. Olivia beugte sich augenblicklich und noch immer außer Atem über ihn. "Du kleiner Schlingel!" Noch ehe er antworten konnte war sie es, die nach unten rutschte, um ihn ausgiebig zu verwöhnen.
Die Hand am Schaft, die Spitze im Mund ließ sie ihre Zunge spielen, dass er den Verstand verlor. Sie war wirklich gut darin und wusste, wann sie einen Gang zurück schalten musste, um ihm den Gefallen, den er so ungeduldig herbeisehnte, nicht zu früh zu tun. Sein Stöhnen ging wellenartig und fügte sich ihrem Engagement. Je fester sie sein prachtvolles Stück umschloss, umso lauter wurde es, ebenso fiel es wieder ab, sobald sie locker ließ.
"Hast du mich nun genug geärgert?" Er zog sie zu sich hoch und deutete ihr, sich auf ihn zu setzen. Olivia wiederholte ihr Handeln vom Vorabend und gönnte ihm eine kleine Verschnaufpause, ehe sie wieder richtig loslegte. Lange ließ sich Marco das nicht gefallen. Nach nicht mal mehr einer Minute richtete er sich auf, drückte sie auf den Rücken und lag nun auf ihr. Mit festen Stößen malträtierter er sie, bis sie die Sprache verlor und nur noch ein leises Keuchen von sich geben konnte. Ihm selbst ging es mittlerweile nicht viel anders, auch er brachte kaum noch einen Ton heraus.
Mit mehreren, kurzen und heftigen Stößen kamen sie gemeinsam zum Höhepunkt, der ihnen die Kraft für ein letztes, kurzes aber lautes Aufstöhnen gab.
Erschöpft blieb er eine Weile über ihr liegen, leicht auf einer Seite abgestützt um ihr nicht noch mehr Luft zu rauben. Olivia dankte ihm im Stillen für beide Verwöhnmomente, denn sie war noch nie zuvor in den Genuss eines multiplen Höhepunkts gekommen.
Als er sich von ihr löste stützte sie sich auf und sah ihn fragend an.
"Was ist? Stimmt was nicht?" Olivia lachte. "Alles bestens. Zeigst du mir nun trotzdem noch deine Bilder?"
Der Blick in ihren Augen sagte mehr, als Marco wissen musste.
Kennen wir uns?
Olivias Haare waren noch nass und ihre Haut roch nach Männerduschgel, als sie am nächsten Morgen Marcos kleines Häuschen verließ, um sich auf den Weg in ihre Ferienwohnung zu machen. Sie hatten am Vorabend im Anschluss an den Akt ihrer Leidenschaft noch eine Kleinigkeit zu sich genommen, ehe sie zu ihm gegangen waren.
Marco wohnte in einfachen Verhältnissen, aber das kleine Haus war weitestgehend aufgeräumt und sauber. Aus einem der Zimmer hatte er ein Atelier gemacht, in dem er all seine Bilder malte. Mitten in der Nacht hatte er es ihr gezeigt. Zahlreihe Farbtöpfe und Tuben waren im Raum verteilt und Olivia war sich ziemlich sicher gewesen, noch nie so viele verschiedene Pinsel auf einem Fleck gesehen zu haben.
Noch immer konnte sie die Farbe riechen und die Pinselstriche auf ihrer nackten Haut fühlen. Zuvor hatten sie im Wohnzimmer auf dem Sofa gesessen, sich heiß und innig geküsst und sich die Kleider vom Leib gerissen. Doch ehe Olivia zum Wesentlichen übergehen konnte war ihr Lover aufgestanden, hatte sie mit sich gezogen und sie in sein Atelier geführt. Dort hatte er ihr einige Kleinigkeiten geklärt, ehe er zu einem Pinsel gegriffen und sie damit an den verrücktesten Stellen sanfte berührt hatte. Olivia hatte lachen müssen, weil es so sehr gekitzelt hatte. Als die Pinselspitze ihre Perle berührte hatte überkam sie das Gefühl, noch nie in eine derartige Ekstase versetzt worden zu sein. Nie hätte sie sich träumen lassen, ein solches Vorspiel zu erleben, und doch war genau das eingetreten. Bald hatte auch sie zum Pinsel gegriffen und unsichtbare Zeichen auf seinen kleinen Freund gemalt, was ihn derart erregte, dass er selbst überrascht gewesen war von der Wirkung der Pinselstriche.
Da der Sex in seinem Atelier wahrhaftig eine kleine Sauerei gewesen war, waren sie anschließend unter die Dusche gesprungen, wo er noch immer nicht die Finger von ihr lassen konnte. Sie hatte selbst kaum glauben können, dass sie zu so vielen Orgasmen innerhalb eines Tages imstande gewesen war, aber sie wollte sich nicht beschweren, sondern die Zeit genießen, denn sehr bald würde der Alltag wieder einkehren und Marco mitsamt seinem Körper in weite Ferne rücken.
Nachdem er sie ein weiteres Mal mit seinen geschickten Händen verwöhnt hatte, kamen sie endlich dazu, sich einzuseifen und zu Ende zu duschen.
Anschließend saßen sie noch lange auf der Couch und sprachen über Gott und die Welt. Sie suchten förmlich nach belanglosen Themen, nur, um nicht über das sprechen zu müssen, was zwischen ihnen passierte. Einerseits wussten sie, dass sich ihre Beziehung auf das Körperliche beschränken und bald wieder vergessen werden musste, aber andererseits waren sie dabei, ihr Herz aufs Spiel zu setzten obwohl sie genau wussten, dass sie unweigerlich verlieren würden.
Schließlich hatte Olivia sich auf den Weg gemacht, als das Morgengrauen einsetzte. Sie wurde müde und wollte nur noch ins Bett, diesmal allerdings alleine und ohne jegliche Berührungen des schnuckeligen Italieners.
"Wirst du nachher wieder am Strand sein?" Olivia zuckte mit den Schultern und gähnte. "Ich weiß noch nicht. Ich werde jetzt erst mal 'ne Runde schlafen. Vielleicht gehe ich am Nachmittag mal 'ne Runde Schwimmen. Ich wüsste sowieso nicht, was ich sonst machen sollte. Das Shoppen wollte ich mir für meinen letzten Tag aufheben." Marco nickte. "Und du, wirst du mich wieder heimlich beobachten und mich dann erschrecken?" neckte sie ihn. Nun zuckte er mit den Schultern.
"Ich weiß es noch nicht. Ich muss eigentlich mein Gemälde endlich fertig stellen, außerdem wollte sich mein Freund mit mir treffen, um etwas zu besprechen. Der, den ich kürzlich verpasst habe."
Marco hatte für sich beschlossen, dass er nun erst einmal ein wenig Abstand zu der schönen Touristin brauchte. Er durfte das Spiel nicht zu weit treiben. Auch, wenn sie es ebenso wollte, wie er… Steckte er nicht ohnehin schon viel zu tief drin? Würde er sie vergessen können, wenn sie in wenigen Tagen abreiste? Darüber musste er sich erst einmal im Klaren werden.
"Ok. Wir werden uns sicher nochmal sehen, ehe ich wieder zurückfliege. Ich würde nur ungerne gehen, ohne mich von dir zu verabschieden." Marco glaubte, Enttäuschung in ihrer Stimme zu hören, wollte sich jedoch keine falschen Hoffnungen machen.
Er gab ihr einen letzten Kuss, ehe er sie der aufgehenden Sonne übergab, die sie zu ihrem Bungalow führen würde.
Olivia föhnte sich noch schnell die Haare trocken, ehe sie ihre Klamotten auszog und unter die Decke schlüpfte. Es dauerte nicht lange, da war sie auch schon eingeschlafen.
Als sie erwachte, war es bereits kurz nach zwei. Die Sonne brannte auf die Terrasse und bewegte Olivia dazu, vorerst im Bungalow zu bleiben und gemütlich einen Kaffee zu trinken. Ein paar Scheiben Toast hatte sie noch da, die sie eilig in den Toaster schmiss. Ihr Magen knurrte unerwartet laut. Außerdem wollte sie doch schon etwas früher als geplant zum Strand, um der inzwischen eingetretenen, leichten Bräune eine etwas dunklere Nuance zu geben. Sie wartete die größte Hitze ab und lief dann eilig ans Wasser, in das sie sofort eintauchte, um sich abzukühlen. Sie Sonnenstrahlen verliehen dem Wasser ein leichtes Glitzern, der Himmel leuchtete strahlend blau und überall tummelten sich Touristen und Badegäste in bunten Bikinis und Badeshorts. Beim Anblick all der Farben musste sie unwillkürlich wieder an Marco denken.
Schade, dass sie ihn heute womöglich gar nicht sehen würde, aber er konnte schließlich nicht jeden Tag mit ihr verbringen. Er lebte und arbeitete hier, das hier war mehr oder weniger sein Alltag, während sie hier ihre freie Zeit genoss und sich von ihrem eigenen Alltag erholte. Trotzdem wurde sie das Gefühl nicht los, dass er bewusst auf Abstand ging. Andererseits tat er vielleicht sogar das Richtige, indem er nicht ständig um sie herum war? Eigentlich sollte sie selbst etwas Abstand nehmen. Allerdings war das gar nicht so einfach, schließlich musste er nur an den Strand laufen, um sie zu sehen und außerdem hatte er doch so viele tolle Dinge mir ihr angestellt, die sie einfach nicht vergessen konnte.
Mit dem Entschluss, sich nicht mehr allzu viele Gedanken darüber zu machen stieg sie aus dem Wasser und nahm auf ihrer Liege Platz. Sie trank einen großen Schluck aus ihrer Flasche und schloss die Augen, während sie dem sanften Rauschen der Wellen lauschte.
Plötzlich erschrak sie. Jemand schien ihren Körper mit kleinen Wasserperlen zu benetzen. Augenblicklich öffnete sie die Augen und sah einen Mann eilig quer über den Strand rennen. Er schien schnellen Schrittes aus dem Meer gestiegen und unmittelbar an ihr vorbei gerannt zu sein.
"Hey, was soll denn das?" rief sie leicht verärgert. Der junge Mann blieb stehen, drehte sich um und lief einige Schritte auf sie zu.
Olivia stockte der Atem. Das war ja Marco! Als sie ihn erkannte, löste sich ihre Entrüstung binnen Sekunden in Rauch auf. Der Italiener sah sie an, schwieg jedoch. Einzig ein verschmitztes Lächeln war es, das er an sie richtete.
"Na, werde ich denn nicht begrüßt?" Irgendwie wirkte er heute unsicher, zerstreut, als wäre er in Gedanken ganz woanders. Außerdem hatte sie heute nicht unbedingt damit gerechnet, ihn zu sehen und nun stand er vor ihr, kam direkt aus dem Meer und wusste scheinbar nicht, wie er sich verhalten sollte.
"Hi." Das war alles, was er zustande brachte. Der junge Mann war ein wenig perplex über ihre überschwängliche Begrüßung, schob das jedoch auf eine gewisse augenscheinliche Sympathie. Er trat noch näher an sie heran und blieb vor ihrer Liege stehen. Olivia stand auf und befand sich nun mit ihm auf Augenhöhe. Irgendwie wirkte er seltsam. Er schwieg, hatte zweifellos Mühe, auf sie zuzugehen. Von Berührungen oder wenigstens einer Anziehungskraft keine Spur.
"Was ist denn los?" Olivia befürchtete schon das Schlimmste. Immerhin hatte er ursprünglich geplant, andere Dinge ihr vorzuziehen und sie heute möglicherweise gar nicht zu treffen. Wollte er ihr nun sagen, dass sie sich gar nicht mehr treffen würden?
Der junge Mann, der ihr nun wie ein vollkommen Fremder erschien, gab sich sichtlich einen Ruck und verdeutlichte sein Lächeln.
"Ach, gar nichts." Er konnte etwas in ihren Augen lesen, eine Gier, ein Verlangen, eine Sehnsucht. War das etwa eine versteckte Botschaft an ihn? Er beschloss, keine großen Reden zu schwingen, trat noch näher, bis ihre Körper sich berührten, fasste sie um die Taille und beugte sich zu ihr runter.
Sanft berührte er ihre Lippen, mitten am Strand vor all den Leuten, die ihnen jedoch keine weitere Beachtung schenkten. Er nahm ihr Gesicht in seine Hände, hatte die Augen geschlossen und verließ sich ganz auf sein Gefühl, ohne weiter darüber nachzudenken, was er da gerade tat. Er sprach nicht, er zog sie lediglich mit sich und führte sie in eine Richtung, die ihr sehr bekannt vorkam. Diesen Weg waren sie schon einmal gemeinsam gegangen.
Trotzdem fühlte es sich nicht ganz so vertraut an, wie Olivia es erwartet hätte. Seine Hände waren rauer und er war ungewöhnlich still. Auch roch er ein wenig anders. Ansonsten konnte sie nichts Ungewöhnliches feststellen, aber diese Dinge waren für sie schon ungewöhnlich genug. Trotzdem ließ sie sich erneut auf ihn und seinen Körper ein. Das Verlangen war viel zu groß, als das sie sich von ihm hätte abwenden können.
Als sie endlich an dieser bestimmten Stelle ankamen, drehte er sich zu ihr um, nahm ihr Gesicht erneut in die Hände und bahnte sich mit seiner Zunge einen Weg in ihre warme und feuchte Mundhöhle, welche er erkundete, als wäre das alles Neuland für ihn. Als würde er sie neu kennenlernen. Als sie ihre Augen wieder öffnete und in die seinen blickte erkannte sie, dass auch in seinen Augen irgendetwas anders war als sonst. Das Strahlen fehlte. Es war einfach weg, als wäre ein dichter Nebel aufgezogen, der sie von ihm trennte.
Noch ehe sie sich weiter den Kopf darüber zerbrechen konnte begann er, sie überall zu streicheln und zu massieren. Diesmal ging alles sehr schnell.
Die Kleidung war schnell und wortlos auf die Felsen geworfen worden, die Küsse waren heftiger und fordernder als sonst, seine Hände hatten ihren Körper flüchtiger als sonst mit Berührungen überhäuft und ihren intimsten Punkt schnell gefunden.
Machtlos ließ sie sich im Sand nieder und zog ihn mit sich. Mit beiden Händen machte sie sich an seinem steinharten Freund zu schaffen und hatte das Gefühl, gar nicht mehr viel machen zu müssen.
Genoss er es überhaupt? Oder hatte er es einfach nur bitter nötig? Weiter konnte sie ihre Gedanken nicht lenken, denn nach kurzer aber bestimmter Massage kam der Augenblick, den sie innerhalb kürzester Zeit so sehr herbei gesehnt hatte. Die Luft um sie herum vibrierte, ihr Herz raste und ihre Körpermitte pochte so sehr, dass sie Angst hatte, zu zerspringen.
Kaum hatte sie sich wieder beruhigt, beugte er sich über sie, verschloss ihre Lippen mit seinen eigenen und drang mit festem Druck in sie ein. Sie musste einen kurzen Schrei unterdrücken, er überraschte sie jede Sekunde neu mit seinem Tempo, mit welchem er heute vorging. Er wirkte wie ausgehungert und schien sich tatsächlich einzig und allein auf ihre körperliche Nähe zu konzentrieren.
Er packte sie fest um die vollen Brüste und malträtierte ihren Körper mit leichten Bissen. Mit kurzen, festen Stößen drang er tiefer und tiefer in sie ein, beschleunigte seine Bewegungen unaufhaltsam und noch ehe sie sich fragen konnte, wohin das noch führen konnte spürte sie das Ergebnis. Seine Männlichkeit pochte noch mehrere Male, ehe er von ihr abließ und sich von ihr löste.
Noch völlig außer Atem wusste Olivia noch immer nicht, was sie von dieser Aktion halten sollte. Entweder war er wirklich süchtig nach ihr und ihrem Körper, oder er spielte ein Spiel mit ihr, in dem sie beide wieder völlig Fremde waren und den ersten gemeinsamen Abend schlichtweg wiederholten.
Ein Spiel… Auch eine nette Idee, dachte sich Olivia im Stillen. Trotzdem hätte sie sich gewünscht, er wäre ein wenig zärtlicher gewesen. Aber sie konnte es drehen und wenden, wie sie wollte – irgendetwas war faul an der Sache. Vielleicht würde sie noch herausfinden, was es genau war, und wenn nicht hätte sie wenigstens guten, wenn auch recht kurzen und heftigen Sex gehabt.
Der heiße Italiener erhob sich, warf der brünetten Schönheit ihre dürftige Kleidung zu und zog sich selbst wieder an. Beinahe verlegen richtete er das Wort an sie, jedoch ohne jegliche weitere Berührung.
"Sorry, aber ich muss schon wieder los. Hat mich gefreut."
Wow, war das etwa alles gewesen? Er setzte bereits zum Gehen an, ehe sie ihn aufzuhalten versuchte. "Sehen wir uns morgen nochmal? Ich reise doch bald ab?" Ohne zu stoppen drehte er sich um und ging für einige Schritte rückwärts seinen Weg weiter. Er grinste und zuckte mit den Schultern.
"Wer weiß?"
Mit diesen Worten ließ er sie stehen. Völlig perplex sah sie ihm hinterher, erholte sich gedanklich von ihrem heftigen und buchstäblich unglaublichen Orgasmus und wusste noch immer keine Antwort auf all ihre Fragen rund um diesen verrückten Nachmittag. Sie konnte nur hoffen, dass sie sich morgen noch einmal sahen. Vielleicht hätte sie dann den Mut, den Mund aufzumachen und ihn zu fragen, was genau das heute gewesen sein sollte.
Vielleicht stand er ja auf Rollenspiele?
Darmowy fragment się skończył.