Czytaj książkę: «Lebendige Seelsorge 6/2018»

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INHALT

THEMA

Zwischen Einfühlungsvermögen und Konfliktfähigkeit: Gesprächsräume eröffnen in Zeiten erstarkenden Rechtspopulismus

Von Sonja Angelika Strube

Nicht ohne die Anderen! Widerständiges zur identitären Umformung des Christentums

Von Michael Schüßler

Vertrauen ins Leben statt rückwärtsgewandter Utopien und autoritärer Hoffnungen

Die Replik von Sonja Angelika Strube auf Michael Schüßler

Keine Naivität und kein Ausweichen

Die Replik von Michael Schüßler auf Sonja Angelika Strube

Die politische Theologie der Neuen Rechten

Von Sebastian Pittl

PROJEKT

Wie kann ich auf Stammtischparolen reagieren?

Von Hakan Gürses und Sonja Luksik

INTERVIEW

„Demokratie muss auch für ihre Verächter stark gemacht werden“

Ein Gespräch mit Felix Böhringer

PRAXIS

Die Katholikentage und die AfD

Angst vor der Auseinandersetzung oder Mut zum Konflikt?

Von Gregor Taxacher

TZI mit Rechten

Von Matthias Scharer

Glocken gegen Rechts

Weihbischof Ulrich Boom über seine Erfahrungen mit der NPD Von Ulrich Boom

Der Rechte im Kontext oder warum „The Young Pope“ nicht cool ist

Von Karlheinz Ruhstorfer

Einblicke in die rechte Szene

Eine Seminarauswertung in ethnologischtheologischem Dialog

Von Gilles Reckinger und Christian Bauer

FORUM

Gespannte Flügel

Was die Musikrichtung Neoklassik ausmacht – und über Lebenshaltung und Alltagsgestaltung verrät

Von Stefan Weigand

POPKULTURBEUTEL

Our Tiny House

Von Matthias Slunitschek

NACHLESE

Glosse

Von Annette Schavan

Buchbesprechungen

Impressum

Jahresinhalt

EDITORIAL


Christian Bauer Mitglied der Schriftleitung

Liebe Leserin, lieber Leser,

Eines Morgens war es einfach da. Es ist ungebeten in meine Lebenswelt eingedrungen – das schwarz-gelbe Zeichen der Identitären. Es klebte dort, wo ich sonst immer mein Fahrrad anschließe. Seither jeden Morgen die gleiche Erinnerung: Wir leben in einer gefährdeten Welt. Unsere offene Gesellschaft ist bedroht – und zwar nicht nur von rechten Hipstern wie den sogenannten ‚Identitären’, die sich mit ihrem intellektuell aufgemotzten Rassismus als die, außerparlamentarische Opposition’ des 21. Jahrhunderts gerieren, sondern inzwischen auch von gewählten Volksvertreterinnen und Volksvertretern, für die es zwischen rechtem Populismus und Rechtsextremismus keine Grenze mehr zu geben scheint: Willkommen in Dunkeldeutschland!

Angesichts dieser neuen Rechten, die es ja auch in den Reihen der Kirche gibt, stellt sich die Frage: Soll man mit ihnen reden? Und wenn ja: Wie? Kann man das überhaupt in Zeiten von hate speech und fake news? Wie kann es gelingen, rechten Ideologien zu widerstehen und zugleich christliche Alternativen, nichtidentitäre Narrative von Heimat anzubieten? Pastorale Orte eines wechselseitigen Erzählens, an denen das Abenteuer des Lebens im existenziell Offenen angstfrei und fehlerfreundlich eingeübt werden kann – und zwar ohne rechtes Denken zu verharmlosen oder dessen Sympathisanten zu dämonisieren?

Hand auf’s Herz: Haben Sie selbst schon einmal mit wirklich Rechten gesprochen? Gegen die zunehmende Tribalisierung unserer Gesellschaft hilft nur eines: Raus aus der milieuspezifischen Selbstbeschränkung der eigenen Filterblase und hinein in die Gesellschaft. Hin zu denen, die anders denken und fühlen – und mit ihnen sprechen. Face to face. Sie nach ihrer Geschichte fragen und auch die eigene Geschichte erzählen. Auf Bauchgefühle nicht mit Kopfargumenten reagieren. Mehr Demokratie wagen, oder besser: überhaupt Demokratie wagen. Denn man kann eine offene Gesellschaft nicht mit geschlossenem Geist verteidigen.

Mit theoretischen Hilfestellungen und praktischen Beispielen lotet dieses Heft entsprechende Bedingungen und Möglichkeiten aus, die eigene Echokammer zu verlassen und rechts-identitäres Denken in Kirche und Gesellschaft diskursöffnend zu kontern. Also: Verständnis für Vergessene oder Paroli den Parolen?

Ihr


Prof. Dr. Christian Bauer

THEMA

Zwischen Einfühlungsvermögen und Konfliktfähigkeit: Gesprächsräume eröffnen in Zeiten erstarkenden Rechtspopulismus

Sollen Politiker der AfD als Redner auf einen Katholikentag eingeladen werden? Darf eine Podiumsdiskussion mit Vertreter/innen verschiedener Parteien rechte Parteien unberücksichtigt lassen? Müssen örtliche Flüchtlingsinitiativen offen sein für den Dialog mit organisierten „Asylkritikern“ (ein Euphemismus)? Müssen vielleicht gar – so eine Überlegung innerhalb einer Kirchengemeinde – auf einem öffentlichen Podium Geflüchtete mit Pegida-Organisator/innen diskutieren? Wie miteinander reden, wenn man weiß, dass ein großer Teil der Bevölkerung der politischen Gemeinde – und damit eben auch ein großer Teil der Mitglieder örtlicher Kirchengemeinden – AfD oder andere rechte Parteien gewählt haben? Wie umgehen mit rechten Gesinnungen, die innerhalb der Gemeinde vertreten werden? – Gerade weil Christ/innen glauben, dass jeder Mensch Ebenbild Gottes ist, sind Konfliktbereitschaft, energischer Widerspruch und auch Abgrenzung gefragt. Sonja Angelika Strube

Kein Zweifel: Christ/innen und Kirchen haben ein großes Potenzial, um in angespannten gesellschaftlichen Konflikten als Mediator/innen zu wirken und um – im wörtlichen wie übertragenen Sinne – Gesprächsräume zu eröffnen. Zum Selbstverständnis vieler christlich Engagierter gehört die persönliche Bereitschaft, anderen Menschen mit Respekt und Einfühlungsvermögen zu begegnen und zuzuhören, zum Selbstverständnis der kirchlichen Institutionen der Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden. Nicht zuletzt die Rolle von Christ/innen und Kirchen während der friedlichen Revolution in der DDR 1989 stellte dieses kommunikative Potenzial eindrucksvoll vor Augen.

Angesichts erstarkten Rechtspopulismus in Deutschland und Europa und zunehmender gesellschaftlicher Spaltung und Polarisierung werden Räume milieuübergreifender Begegnungen ebenso wie kontroverser Debatten heute dringend gebraucht – und die Kirchen können sie bieten, bieten sie schon: neben gemeindlichen Veranstaltungen auch in Jugendarbeit, Diakonie, Familienbildung, Schule, kirchlichen Akademien. Solche Gesprächsräume zu eröffnen ist kein religionsfremdes politisches Handeln, sondern ureigenster Teil

Sonja Angelika Strube

Dr. theol. habil., Privatdozentin für Pastoraltheologie/Religionspädagogik am Institut für Katholische Theologie sowie Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft“, beides an der Universität Osnabrück. der christlichen Sendung in der Welt (GS). Doch wer mit Menschen rechter Gesinnungen reden will, muss mehr im Blick haben, als einfach nur gutwillig oder gutmütig zu sein.

RECHTE IDEOLOGIEN: DER UNGLEICHWERTIGKEIT

Als „rechts“ – dies ist Konsens in der Forschung – werden politische Ideologien bezeichnet, die im Kern von einer Ungleichwertigkeit unterschiedlicher Menschen und Menschengruppen ausgehen: Aufgrund oft äußerlicher, aber unablegbarer Unterschiede wie Herkunft, Abstammung, körperliche Eigenschaften u. ä. unterscheiden rechte Ideologien Menschen hinsichtlich ihrer Rechte und ihrer Würde. Damit sind rechte Politiken nicht einfach irgendwelche politischen Positionen, zu denen Christ/innen auf der Grundlage ihres Glaubens diese oder jene Haltung einnehmen können, sondern sie widersprechen diametral der unverhandelbaren christlichen Grundüberzeugung der Gottebenbildlichkeit ausnahmslos aller Menschen. Sie sind keinesfalls „konservativ“- wertebewahrend, sondern stellen die Grundlagen einer wertorientierten menschenrechtsbasierten Demokratie infrage.

Rechte Politiken, Ideologien und Ideologiefragmente fordern daher christlichen Widerspruch und Widerstand heraus (vgl. Nostra aetate 5), auch, wenn sie in bürgerlicher Gewandung daherkommen, wie dies bisweilen in rechtspopulistischen Parteien und neurechten Brückenmedien („Junge Freiheit“) geschieht. Und auch, wenn sie von Gemeindemitgliedern vertreten werden. Sie erfordern eine kirchliche Streitkultur. Als Christ/in oder Kirche angesichts der Infragestellung der Menschenwürde aller „neutral“ bleiben zu wollen, ist keine Option (vgl. Neutral bleiben; Scheidler).

RECHTE STRATEGIEN: DER DIALOGVERWEIGERUNG

Ein Zweites muss man wissen: Seit den 1960er Jahren entwarfen Rechtsintellektuelle (u. a. Allain de Benoist, Karlheinz Weißmann, heute: Götz Kubitschek) ein Tableau rhetorischer Strategien und manipulativer Taktiken, die inzwischen alle rechten Gruppierungen unter ihren Sympathisant/innen kommunizieren. Deren Anhänger/innen gehen nicht unvorbereitet in Gespräche hinein, sondern verfolgen das erklärte Ziel, das Gesprächsgeschehen zu kontrollieren und zu dominieren, die Ausführung von Gegenpositionen zu behindern sowie kritische Diskussionen über rechte Ideologien, Initiativen und Akteure zu torpedieren und zu unterbinden. Statt durch gute Argumente zu überzeugen, werden Emotionen wie Angst und Wut absichtsvoll geschürt und politisch instrumentalisiert.

Im Unterschied zu vielen anderen Interessengruppen geht es ihnen nicht darum, ihre Meinung als eine unter mehreren konstruktiv in ein größeres Ganzes einzubringen und womöglich im Dialog mit Andersdenkenden einen gemeinsamen Konsens oder Kompromiss zu erzielen, denn zur rechtspopulistischen Überzeugung gehört der Anspruch, allein die eigene Position sei „Volkes Stimme“, und gesellschaftliche Spaltung als Mittel zum „Systemsturz“ ist gewollt.

Ziel einer Aktion kann auch sein, die eigene Gruppe in einem harmlosen, bürgerlichen oder gar „christlichen“ Licht darzustellen, um über die eigentliche politische Ausrichtung hinweg-

zutäuschen. Gezielte offen propagierte Verstellung („Mimikry“) sowie das Besetzen von Themen, die bisher ausdrücklich nicht im rechten Spektrum angesiedelt waren, und der Versuch, Allianzen mit nicht-rechten Gruppen zu bilden (Querfrontstrategie), sind dann Mittel der Wahl. Das Entern christlicher Milieus gelingt über die Themen Familien- und Lebensschutz, Christenverfolgungen und Islam (vgl. Strube 2016a).

Zum Instrumentarium gehören das Unterwandern von öffentlichen Veranstaltungen, konzertierte Wortergreifungen, Desinformation und Falschbehauptungen ebenso wie wortloses körpersprachlich martialisches Auftreten, das einschüchtern und verunsichern soll, oder die Mitleid heischende Selbstdarstellung als Opfer der „Meinungsdiktatur“ Andersdenkender. Solche bewusst auf die Destruktion der Rahmenbedingungen eines freien und ehrlichen Austauschs zielenden Strategien verändern die Voraussetzungen jedes Gesprächs grundlegend: Ein echter Dialog, ein ehrlicher Austausch von Mensch zu Mensch sind nicht mehr möglich, wenn ein Teil der Gesprächspartner/innen eine demokratische Gesprächskultur nicht pflegen, sondern zerstören will (vgl. Strube 2016b).

RECHTE EINSTELLUNGEN: BETREFFEN UNS ALLE

Abwertende Einstellungen und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ebenso wie Strukturen der Diskriminierung sind kein Randgruppenphänomen, sondern eines der gesellschaftlichen Mitte; sie finden sich in allen gesellschaftlichen Milieus, auch unter Christ/innen und in den Kirchen (vgl. Zick/ Küpper). Mehr noch: Manche Formen von Religiosität können Vorurteiligkeit und feindselige Haltungen gegenüber bestimmten Menschengruppen verstärken und ihrer Rechtfertigung dienen (vgl. Klein).

Ebenso gibt es Christ/innen, die in extrem rechten politischen Zusammenhängen aktiv sind (vgl. Strube 2016a). Eine Exklusion des Problems aus der Kirche ist schon deshalb gar nicht möglich. Eher stellt die kirchlicher- und christlicherseits verbreitete Tendenz, „rein“ sein und das „Böse“ außerhalb der eigenen Mauern halten zu wollen, ein Teil des Problems dar: Sie spiegelt, moralisch aufgeladen, dualistisches Schwarz-Weiß- und Freund-Feind-Denken ebenso wie eine – in diesem Fall an Reinheit orientierte – Homogenitätsideologie, beides Charakteristika rechten Denkens, bei Carl Schmitt und Götz Kubitschek zu finden. Angesichts der rechtspopulistischen Herausforderung geht es deshalb nicht um generelle Denk- oder Sprechverbote oder den Abbruch von Beziehungen, sondern: um den Mut zu inhaltlicher Klarheit, um das Entwickeln einer echten Diskussions- und Streitkultur und um die Frage des Umgangs mit Agitator/innen, ideologischen Aussagen und bewusst eingesetzten Manipulationsstrategien (vgl. Strube 2017b).

KONSEQUENZEN FÜR KIRCHLICHE GESPRÄCHSZUSAMMENHÄNGE

Klarsein in der Sache. Jedes Gespräch mit Menschen, die rechte, menschenfeindliche oder autoritäre Positionen vertreten, verlangt nach einer inhaltlich und sprachlich klaren Positionierung, die Respekt vor der anderen Person nicht mit Zustimmung in der Sache verwechselt. So selbstverständlich diese Unterscheidung in der Theorie erscheinen mag, so schwer fällt sie vielen verständnisvollen Menschen in der Praxis. Zu Respekt gehört immer auch Ehrlichkeit – und damit der Mut zu widersprechen. Wer problematischen Äußerungen seines Gegenübers nicht widerspricht, sondern sie als „sicherlich gar nicht so gemeint“ bewertet, nimmt ihn als mündige Person nicht ernst. Inhaltlich hilfreicher als eine Etikettierung der kritisierten Position (oder gar einer Stigmatisierung der kritisierten Person) als „rechts“ ist es, genau zu beschreiben, was man an der Position problematisch findet und warum. Dialogverweigerung erkennen und als solche behandeln. Dialogprozesse können Individuen und Menschengruppen entfeinden. Sie können ermöglichen, dass Menschen sich verändern. Voraussetzung für ihr Gelingen ist allerdings, dass sich die Beteiligten auf den Prozess einlassen, die von der eigenen Meinung abweichende Position wirklich bedenken und an sich herankommen lassen. Und noch grundlegender: dass sich die Beteiligten an gemeinsame Dialogregeln halten und deren Einhaltung von den Moderator/innen konsequent durchgesetzt wird – ggf. bis hin zum Ausschluss von Personen. Wo ein Teil der Beteiligten Strategien der Dialogverweigerung anwendet (s. o.), dominiert, manipuliert, mit falschen Behauptungen jongliert, verbal oder nonverbal droht, wird echter Dialog unmöglich. Deshalb gilt es, Strategien der Dialogverweigerung auch dann zu erkennen, wenn sie wortreich daherkommen.

Dialogverweigerer kann man nicht zum Dialog zwingen – die klare Beendigung eines Gesprächs unter Angabe der Gründe ist deshalb letztlich sogar eine Form des Respekts: Es respektiert, dass manch ein Gegenüber keinen Dialog, sondern ein Publikum für den eigenen Monolog will, und zieht daraus sinnvolle Konsequenzen.

Bei Gesprächen in Gruppen ist es sinnvoller, mit erreichbaren Menschen zu diskutieren, als sich in Wortgefechte mit besonders Hartgesottenen zu verbeißen und ihnen so einen unverhältnismäßig großen Rederaum zu bieten, den man anderen dadurch nimmt. Wichtiger als einzelne unerreichbare Gegenüber sind zudem die zuhörenden und oft noch unentschiedenen Dritten im Raum. Ihnen durch die eigenen Diskussionsbeiträge gute Argumente gegen Menschenfeindlichkeit an die Hand zu geben, ist das lohnende Ziel.

Das individuell passende Gesprächsformat finden. Eine öffentliche Podiumsdiskussion politischer Kontrahent/innen unter Beteiligung rechter Gruppierungen und Parteien ist immer eine heikle und oft keine konstruktive Form, um sich als Gemeinde oder kirchlicher Bildungsträger mit Rechtspopulismus auseinanderzusetzen oder gar Emotionen, Erfahrungen und mögliche soziale Verwerfungen hinter diesem Phänomen zu thematisieren. Protagonist/ innen der rechten Szene wird dadurch eine Bühne geboten, der kirchennahe Auftritt verhilft ihnen zu einem bürgerlichen Image, ggf. wird einer gedanklichen Normalitätsverschiebung nach Rechts und sprachlicher Verrohrung Vorschub geleistet.

Unabhängig von Persönlichkeit und Argumenten der Gegenredner/innen haben die rechten Redner/innen immer einen Benefit: Tritt ihr Gegenüber defensiv und schwach auf, so erscheinen sie stark und deshalb „überzeugend“; tritt ihr Gegenüber stark auf, so können sie die „Opferkarte“ spielen und empathische Reaktionen des Publikums aktivieren. Eine mögliche organisierte Unterwanderung von Veranstaltungen hinterlässt im Publikum zudem Ohnmachtsgefühle. Wer dennoch ein solches Gesprächsformat anbieten will, muss es gründlich vorbereiten.

Deshalb die Erinnerung: Neben öffentlichen Veranstaltungen haben auch Gespräche in geschlossenen Gruppen und vertrauter Atmosphäre ihr Recht, neben politischen Diskussionen auch der persönliche Erfahrungsaustausch, der geschützte Rahmenbedingungen braucht, neben einer direkten Auseinandersetzung mit Andersdenkenden auch der Informationserwerb „über“ Rechtspopulismus, rechte Gruppen, Medien und Parteien, die Bestärkung unter Gleichgesinnten oder der „Workshop gegen Stammtischparolen“. Sozialtherapeutisch inspirierte Dialogformate wiederum, die Angehörige von Konfliktparteien miteinander ins Gespräch bringen wollen, brauchen neben einem geschützten Raum in Gestalt einer festen geschlossenen Kleingruppe und verbindlichen Gesprächsregeln, deren Einhaltung eingefordert wird, auch ein speziell geschultes erfahrenes Leitungsteam.

Wer als Einzelperson, Seelsorger/in, Gemeinde oder kirchlicher Bildungsträger Veranstaltungen mit Protagonisten der rechten Szene ablehnt, verweigert damit noch lange nicht das Gespräch. Das nämlich kann auch ohne Publikum unter vier oder sechs Augen gesucht werden und stattfinden. Dass dialogische Begegnungen selbst mit Pegida-Gänger/innen möglich, aber auch gefährlich sein können, dokumentiert der Sozialaktivist Ali Can, der als „Asylbewerber Ihres Vertrauens“ auch eine „Hotline für Besorgte Bürger“ betreibt (auch: #MeTwo).

Die eigentlichen Themen finden. Um Gräben zu überwinden und Menschen unterschiedlicher Milieus und Einstellungen zusammenzubringen, braucht es teilweise nur Begegnungsräume, teilweise erfahrungsbezogene Gespräche zu den Themen, die vor Ort auf den Nägeln brennen (und die möglicherweise den existenziellen Hintergrund rechter Einstellungsmuster bilden). Da, wo AfD und Pegida die Bürgerschaft einer Region spalten, wäre nach Themen zu suchen, über die in unaufgeheizter Atmosphäre face-to-face-Kommunikation möglich ist.

In Gesprächen über Abstiegsängste, vielfältige Erfahrungen radikaler biographischer Brüche – nicht zuletzt bei einer ganzen Generation von Menschen im Osten Deutschlands, die Entwertung der eigenen Bildungs- und Erwerbsbiographie durch Langzeitarbeitslosigkeit, Abwanderungsbewegungen, die ländliche Regionen ausbluten lassen, die „Gentrifizierung“ von Stadtteilen usw. treffen sich Biographisches und Sozial-Politisches, schmerzliche Erfahrungen, die ausgesprochen und gehört werden wollen, und gesellschaftliche Probleme, die gemeinsam betrachtet und gelöst werden wollen. An diesen Schmerzpunkten ist Pastoral herausgefordert, zugleich persönlich, sozial und politisch zu sein – und kann Kirche ihr Potenzial entfalten.

Eine Bandbreite an Kommunikationsfähigkeiten entwickeln. Die hier angesprochenen Gesprächssituationen verlangen nach einer großen Bandbreite von Kommunikationsfähigkeiten. Neben Einfühlungsvermögen, Verständnis und der Bereitschaft zuzuhören braucht es die Fähigkeiten, Spannungen auszuhalten und Konflikte auszutragen ebenso wie die, Gemeinschaft plural zu denken und auch von einer christlichen keine Homogenität zu verlangen. Es bedarf gleichermaßen des Mutes zur klaren Positionierung wie einer inneren Flexibilität, auf unterschiedliche Menschen und Gesprächssituationen unterschiedlich reagieren zu können – insbesondere dann, wenn man Gespräche moderiert: Das Eröffnen von weiten Gesprächsräumen, in denen ehrlich auch Problematisches ausgesprochen werden kann, und zugleich das strikte Unterbinden von Hetze, das grundlegende Vertrauen in die Ehrlichkeit meines Gegenübers und zugleich der oft notwendige Faktencheck, der möglichst keine unhaltbaren Behauptungen im Raum stehen lässt, die klare eigene Positionierung, die zugleich anderen die Freiheit zu abweichenden Positionierungen lässt. Zur Kommunikationsfähigkeit gehört schließlich auch die Fähigkeit, eine Kommunikation – mit klarer Begründung – zu beenden.

Weit verbreitete Ohnmachtsgefühle und Sprachlosigkeit gegenüber rechter Hetze lassen sich angehen durch Teilnahme an „Argumentationstrainings gegen Rechts“. Sie erhöhen die persönliche Gesprächskompetenz jedes Menschen vom einfachen Gemeindemitglied bis zum Bischof.

Und schließlich passt vielleicht nicht jede denkbare Gesprächsform zu jedem Menschen: Jede/r darf die eigenen Grenzen respektieren, keine/r kann oder muss die Welt retten – diese Aufgabe dürfen wir gerade als Christ/innen vertrauensvoll Gott überlassen. An die Stelle der eingangs formulierten Fragen „Soll? Darf? Muss?“ tritt die Frage „Was können und was wollen wir hier und jetzt konkret leisten – mit welchen Chancen, Risiken und Konsequenzen?“ Eine Kirche, die niederschwellig vielfältige bigraphisch-persönliche wie sozial-politische Gesprächs- und Begegnungsräume eröffnet, braucht aus meiner Sicht, um notwendigen gesellschaftlichen Dialog zu ermöglichen, Agitator/innen des rechten Spektrums keine Bühne zu bieten.

LITERATUR

Klein, Constantin, Wie sehen Formen von Religiosität aus, die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit verringern? Einsichten aus 70 Jahren sozialwissenschaftlicher Forschung, in: Strube, Sonja Angelika, Das Fremde akzeptieren. Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entgegenwirken – Theologische Ansätze, Freiburg 2017, 169-181.

Küpper, Beate/Zick, Andreas, Religiosität und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Ergebnisse der GMF-Studien, in: Strube, Sonja Angelika (Hg.), Rechtsextremismus als Herausforderung für die Theologie, Freiburg 2015, 48-63.

Neutral bleiben – keine Option für Christen. Offener Brief von Theologen und Theologinnen der TU Dresden, der EHS Dresden und der EH Moritzburg, auf: www.bistum-dresden-meissen.de/upload/2016/Offener_Brief.pdf. Scheidler, Monika, Unterscheidung der Geister in einer gespaltenen Gesellschaft. Ein Instrumentarium für Seelsorge und religiöse Bildung, in: Strube, Sonja Angelika, Das Fremde akzeptieren. Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entgegenwirken – Theologische Ansätze, Freiburg 2017, 201-221.

Strube, Sonja Angelika (Hg.), Das Fremde akzeptieren. Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entgegenwirken – Theologische Ansätze, Freiburg 2017a. Dies. (2017b), Ermutigung zum Widerspruch. Praktisch-theologische Thesen zur Konfliktfähigkeit, in: Dies. (Hg.), Das Fremde akzeptieren. Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entgegenwirken – Theologische Ansätze, Freiburg 2017, 222-234.

Dies. (2016b), Familienbild als Einflugschneise: Was Gläubige anfällig macht, in: Neue Caritas. Politik, Praxis, Forschung, Zeitschrift des Deutschen Caritasverbands Heft 20/Nov. 2016, 9-13 (auch auf: www.caritas.de/neuecaritas/heftarchiv/jahrgang2016/artikel/familienbild-als-einflugschneisewas-glaeubige-anfaellig-mac).

Dies. (2016a), Wie, wo und mit wem reden? Wenn Rechtspopulismus in Gemeinden ankommt, erschienen am 28.05.2016 auf feinschwarz.net. Theologisches Feuilleton: www.feinschwarz.net/wenn-rechtspopulismus-inkirchgemeinden-ankommt/.

Weitere Empfehlungen:

Akademie CPH (Hg.), Was tun gegen ‚rechts‘? Empfehlungen für den Umgang mit Rechtspopulismus und Rechtsextremismus in Kirche und Gesellschaft. Ein Handbuch für die Praxis, Würzburg 2018. Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus BAGKR (Hg.), Impulse für den Umgang mit Rechtspopulismus im kirchlichen Raum – (kostenloses Download auf: bagkr.de/wp-content/uploads/2018/07/Broschu%CC%88re_BAGKR_2017_2.-Auflage_web.pdf).

Nächstenliebe leben. Klarheit zeigen. Handreichung für Gemeinden zum Umgang mit Rechtsradikalität und Fremdenfeindlichkeit, hg. von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft Kirche für Demokratie und Menschenrechte, Dresden 2016 (kostenloses Download auf: www.kirche-fuerdemokratie.de/238).

Politisch streiten. Argumentationshilfen und Impulse, hg. vom Diözesanpriesterrat und vom Diözesanrat der Diözese Rottenburg-Stuttgart, informationen-Sonderausgabe Juli 2017, auf: farbebekennen-fuer-demokratie.info/wp-content/uploads/2017/09/INFOPC_Argumentationshilfe-Populismus_1-48.pdf.

Nicht ohne die Anderen! Widerständiges zur identitären Umformung des Christentums

Nicht ohne die Anderen! Widerständiges zur identitären Umformung des Christentums

Wie findet man eine christlich reflektierte Haltung zu den neurechten Bewegungen und Parteien, die gerade Europa und die Welt spalten? Gesprächsbereitschaft zeigen oder klare Kante? Die Polarisierungen verlaufen hier auch durch die Kirchen und manchmal sogar durch einzelne Personen.

Es braucht eine Auseinandersetzung mit neurechtem Denken, einen guten eigenen Kompass gegen identitäre Versuchungen und in der Kommunikation aufmerksame Klugheit jenseits pastoraler Naivität. Michael Schüßler

Es ist die Gefahr eines Beitrags zum Gespräch mit „Neuen Rechten“, lediglich moralisierende Appelle zu illustrieren. Ich beginne zur Erdung mit drei eigenen Erfahrungen.

Meine Mutter ist nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem katholischen Sudetenland vertrieben worden und ins protestantische Nordbayern geflüchtet. Erst spät ist mir klar geworden, wie sehr diese Fluchterfahrung, der Mangel und das Nicht-erwünscht-sein meine ganze Familie geprägt hat. Als „Kriegsenkel“ (Sabine Bode) gibt es bei mir eine Ahnung davon, wie lange und subtil das zerstörerische Potenzial von Fluchttraumata sein kann.

Sommer 2016. Ein Grillabend mit den Nachbarn aus dem gut situierten Stadtteil. Ich komme mit einem pensionierten Arzt ins Gespräch. Schnell landen wir bei der „Flüchtlingskrise“. Ich bin begeistert über die Willkommenskultur, er reagiert süffisant entsetzt. Man wisse doch, dass die Afrikaner aufgrund ihrer genetischen Ausstattung zu einer freiheitlichen Demokratie gar nicht in der Lage seien.

Die von Sarrazin nach rechts „enthemmte Mitte“ (Decker/Kiess/Brähler) stand neben mir am Grill.

Katholikentag 2018 in Münster. Zu einer Podiumsdiskussion sind die kirchenpolitischen Sprecher aller im Bundestag vertretenen Parteien angekündigt, auch die AfD. Ein Bündnis katholischer Vereine und Initiativen ruft dazu auf, den AfD-Politiker offiziell auszuladen und damit ein Zeichen gegen rechtes Gedankengut zu setzen. Ich bin als Erstunterzeichner angefragt, sage aber ab. Mit einer Skandalisierung der AfD, so fürchte ich, geht man deren politischer Strategie auf den Leim.

Michael Schüßler

Dr. theol. habil, Dipl-Päd., Professor für Praktische Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät in Tübingen; forscht zu Verflüssigungsprozessen in Kirche und Gesellschaft, zu Digitalität, Genderfragen und einer postheroischen Diakonietheologie.

Die öffentliche Geste verfestigt nur das Bild der Neuen Rechten als Anti-Establishment-Bewegung.

Das alles ergibt kein Gesamtbild, aber es spiegelt ein paar der Probleme, um die es im Folgenden geht.

MIT RECHTEN REDEN, OHNE ZU ZERSTÖREN

Mit Rechten reden? Das verdirbt einem nur den Tag, sagen die einen. Dafür ist es bereits zu spät, jetzt geht es um klare Kante, sagen die anderen. Aber gerade Christ/innen müssten mit Rechten Verständnis haben, dazu verpflichte die Nächstenliebe, sagen die Dritten.

Um die richtige Balance zu finden aus „Verstehenwollen“ und „Positionbeziehen“ ist es hilfreich, sich einige kommunikationstheoretische Grundlagen ins Gedächtnis zu rufen. Für eine brauchbare Verdichtung einiger der jüngst erschienenen Handlungs-Empfehlungen zum Umgang mit Rechten folge ich Bernhard Pörksen.

Eine vielleicht enttäuschende Erkenntnis steht am Beginn. Erstens gilt nämlich die Strategie pauschaler Abgrenzung und diffamierender Verurteilung als gescheitert. Sie unterläuft meist die eigenen moralischen Standards und wirkt kontraproduktiv. Wer „Alle Nazis!“ oder „Alles rassistische Ideologen!“ schreit, erzeugt bei unschlüssigen Sympathisanten erst jenen Drang zur Positionierung, der lose Zugehörigkeiten verfestigt. Zweitens wird das Gespräch mit unentschlossenen Mitläufern langfristig nicht umsonst sein. Man müsse zum „Hermeneuten der Wut“ werden, um zu begreifen, was sich hinter den Parolen verbirgt, so Pörksen. Hier verläuft allerdings ein schmaler Grat zum naiven Einverständnis.

Deshalb sollte drittens klar sein, dass Dialog kein Allheilmittel ist. Kommunikation transportiert Probleme, löst sie aber nicht automatisch. Bei einem Gespräch mit echten Fronten darf auch benannt werden, was unsäglich ist und wo die persönliche Grenze verläuft. „Grundsätzlich für das Gespräch zu votieren, heißt also nicht, auf Schärfe zu verzichten, sondern auf die diffamierende, oft falsche Sofort-Einordnung des politischen Gegners“ (Pörksen). Positionierung ja – Polarisierungen nach dem Schulz-von-Thun-Motto „Ich bin das Ideal – du bist der Skandal“ eher nicht.

Viertens hilft es deshalb, sich mit Empörung zurückzuhalten. Die Provokation durch Tabubrüche gehört zur Strategie rechter Kader. Die entstehende Alarmstimmung und öffentliche Erregung zeige dann nur die „Kaputtheit des Systems“. Fünftens sollte man unterscheiden zwischen den Kadern, also den ideologischen Stichwortgebern, und dem sympathisierenden Publikum bzw. den Wählern. Manche testen für sich vielleicht nur eine radikale Position, fühlen sich abgehängt oder suchen einfach die Protesterfahrung. Für die Auseinandersetzung mit Anführern und Aktivist/innen dagegen braucht es strategische Vorbereitung, wissensbasierte Gesprächsstrategien und rhetorische Kompetenz.

Dazu gehört sechstens, sich nicht aufs Glatteis führen zu lassen und das neurechte „Framing“ zu übernehmen. Für die Bedeutung entscheidend sind nämlich nicht reine Fakten, sondern die Person und die Sprache, die den Fakten einen sinnvollen Rahmen verleihen. Wer auf das Gegenüber nur reagiert, liefert sich ihm aus. „Wann immer man in der politischen Debatte […] gegen bestimmte Maßnahmen oder Ideologien argumentiert, verNicht ohne die Anderen! Widerständiges zur identitären Umformung des Christentums heddert man sich sprachlich – und damit gedanklich – in der Weltsicht des Gegners, anstatt in den Köpfen seiner Zuhörer einen Frame zu aktivieren, der von der eigenen […] Weltsicht erzählt“ (Wehling, 56). Donald Trump ist eine Katastrophe, denken sie jetzt nicht an ihn – eben!

IDENTITÄT UND VIELFALT: RECHTES DENKEN VERSTEHEN

Um die Gegenwart ins Bild zu bekommen, lässt sich ganz verkürzt ein roter Faden durch die jüngere Geschichte herausarbeiten. Der katholische Staatsrechtler Carl Schmitt (geb. 1888) war ein Kritiker der Weimarer Demokratie und Wegbereiter des Naziregimes. Heute gilt er als Ideengeber der Neuen Rechten. 1923 schrieb er: „Zur Demokratie gehört notwendig erstens Homogenität und zweitens nötigenfalls die Ausscheidung oder Vernichtung des Heterogenen. Die politische Kraft einer Demokratie zeigt sich darin, dass sie das Fremde und Ungleiche, die Homogenität Bedrohende zu beseitigen oder fernzuhalten weiß“ (Schmitt, 13f.).

Schmitt entwickelt einen völkischen Begriff von Demokratie, die gerade nicht aus der Vielheit der Einzelnen entsteht. „Der Wille des Volkes kann durch Zuruf, durch acclamatio, durch selbstverständliches, unwidersprochenes Dasein ebensogut und noch besser demokratisch geäußert werden als durch den statistischen Apparat“ (Schmitt, 22). Nach Jan-Werner Müller beschreibt das ziemlich genau die gängige Definition von (Rechts-)Populismus: „Wir – und nur wir – repräsentieren das wahre Volk“ (Müller, 26). Vielfalt und hybride Vermischungen erscheinen dagegen als Wurzel allen Übels.

Die Neue Rechte knüpft an dieses Denken an. Man akzeptiert die Vielfalt an Kulturen, aber nur in ihrem identitären Getrenntsein. Götz Kubitschek (geb. 1970), neurechter Verleger und Publizist erklärt: „Ethnopluralismus bedeutet, dass wir den ethnokulturellen Ausdruck der anderen würdigen, und nicht vorhaben, in irgendeiner Weise […] vereinnahmend zu wirken. Diese Haltung impliziert, dass man hofft, dass die anderen auch ethnopluralistisch sind und uns in Ruhe lassen. […] Klar ist, dass jedes Volk auch eine ethnische Größe ist und dass der Verlust dieser relativen Homogenität große Probleme nach sich zieht“ (Kubitschek, zit. nach Wagner, 82f.). Das erst auf den zweiten Blick rassistische Motto lautet: Es darf ja Afrikaner oder Muslime geben, aber nicht auf dem Gebiet, in dem „unser Volk“ lebt.

Neu ist auch ihre strategische Ausrichtung auf die Mitte der Gesellschaft. Statt dumpfer Skinheadkultur und Nazi-Folklore sucht man Rat bei der linken Protestkultur der 68er. Kubitschek übernahm von der APO die Strategie gezielter Provokationen und hoffte auf Nachahmer. Und so ist es dann auch gekommen, von Pegida über die AfD bis zu den Identitären. Martin Sellner (geb. 1989) ist deren österreichischer Sprecher. Von Lenins „Was tun?“, von Antonio Gramsci und Gene Sharp, dem Vordenker gewaltfreier Revolutionen im Osten und beim arabischen Frühling, habe er gelernt, „wie man es schafft, nicht selbst aggressiv zu werden, sondern den Gegner zu übertriebenen Reaktionen zu reizen und auf diese Weise zu blamieren“ (Sellner, zit. nach Wagner, 209).

In der Praxis funktioniert das so: Während eines kritischen Vortrags der Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl über neurechte Bewegungen hatte Sellner seine Leute im Publikum verteilt. Nach ein paar Minuten ging der Erste nach vorne und hat ihr mit den Worten eine Rose überreicht: „Frau Strobl, dürfen wir Sie zu unserem Stammtisch einladen. Damit Sie einmal nicht über uns, sondern mit uns reden?“ (zit. nach Wagner, 209). Die harmlose Gesprächseinladung war eine strategische Provokation im Raum des Politischen. Nachdem Strobl verärgert abgelehnt hatte, wiederholten andere die Aktion, bis die Veranstaltung abgebrochen wurde. „Unser Ziel ist nicht die Beteiligung am Diskurs, sondern sein Ende als Konsensform, nicht ein mitreden, sondern eine andere Sprache, nicht der Stehplatz im Salon, sondern die Beendigung der Party“ (Kubitschek, 24), so Kubitschek in einem programmatischen Text von 2006. Das sollte man wissen.

Armin Nassehi, der Münchner Soziologe, wusste das alles, als er 2014 Kontakt zu Kubitschek aufnahm. Der nachzulesende Mailwechsel ist in vieler Hinsicht lehrreich. Überraschend einig sind sich beide zunächst in der Kritik an linksliberaler Doppelmoral. Man genieße in jungen Jahren das bunte Treiben des Multikulti-Stadtteils, ergreife aber spätestens mit der Schulreife des ersten Kindes die Flucht. „Multikulturalismus unter Ärzten, Rechtsanwälten, Künstlern – das läuft doch vollkommen anders, keinesfalls vergleichbar ab mit dem, was Überfremdung für die breite Bevölkerung bedeutet. Ich habe […] Fragen: […] Was ist das deutsche, wo zeigte sich heute und wie wäre die Gesellschaft zu ordnen, damit es in seiner Eigenart erhalten bliebe?“ (Kubitschek, zit. nach Nassehi 2015, 312). Nassehi sieht das Problem, dass viele nämlich „links denken und rechts leben“. Also Vielfalt und universale Menschenrechte verteidigen, doch den lebenspraktischen Zumutungen soweit es geht in elitäre Milieus ausweichen.

Doch was wäre die neurechte Alternative? Rechts bedeutet, „Menschen immer nur als Gruppenexistenzen anzusehen, also als Angehörige von Ethnien, von Schichten, von Religionen“ (Nassehi 2014). Kubitschek stimmt zu: „Die Gruppenexistenz des ‚Wir‘ im nationalen und damit auch ethnisch gebundenen Sinn ist unhintergehbarer, davon bin ich überzeugt“ (Kubitschek, zit. nach Nassehi 2015, 320). Entscheidend sei für ihn dann, ob das deutsche Volk etwas Besonderes sei. Nassehi antwortet: „Nun, das ist es schon aus logischen Gründen, sonst könnten wir gar nicht unterscheiden. […] Aber was heißt das für unsere Frage? Ich meine: nichts!“ Der Unterschied zwischen uns, so Nassehi, „das ist der Glaube daran, dass das Grundproblem moderner Gesellschaftlichkeit an mangelnder Homogenität seines Personals bestehe“, während „unsere Gesellschaft auch ohne Migranten pluralistischer und unübersichtlicher ist, als wir es imaginieren. Insofern ähnelt der konzentrierte Blick auf Migranten und Fremde ein bisschen der Sexbesessenheit religiöser Moral, insbesondere katholischer und evangelikaler Natur. Vielleicht kratzt man dann da, wo es gar nicht juckt […]“ (Nassehi 2015, 326).

Das würde bedeuten: Wer mit Migrant/innen im überfüllten Wartezimmer sitzt und lange warten muss, dessen Problem wird nicht durch Grenzkontrollen, Antigenderismus oder Islamfeindlichkeit gelöst, den Lieblingsthemen der Neuen Rechten. Man müsste für ein gerechteres Gesundheitssystem und eine bessere Versorgung mit Ärzt/innen sorgen. Doch so einfach ist es nicht.

Nicht ohne die Anderen! Widerständiges zur identitären Umformung des Christentums

NEURECHTE TIEFENGESCHICHTE UND TOXISCHE OPFERKONKURRENZEN

Die rechten Identitätsangebote treffen auf eine gesellschaftliche Atmosphäre, die mit dem Aufstiegsoptimismus des 20. Jahrhunderts nicht mehr viel gemein hat. In der „Abstiegsgesellschaft“ (Nachtwey) sickert das Gefühl der Unsicherheit und der Bedrohung des Erreichten bis weit in die Mitte. Die eigenen Kinder werden es wohl nicht besser haben. Sie hangeln sich in der Wettbewerbs- und Steigerungslogik einer „marktgerechten Demokratie“ von Befristung zu Befristung. Statistisch betrachtet alles kein Problem, es geht uns gut und viele surfen letztlich erfolgreich durchs Leben. Aber die Absturzgefahr surft immer mit. Und handlungsleitend sind eben nicht Statistiken, sondern wie sich das Leben anfühlt.

Genau diese „gefühlte Wahrheit“ hat die Soziologin Arlie Russell Hochschild am Erfolg der rechtskonservativen Tea-Party-Bewegung in den USA interessiert. Sie verdichtet ihre intensive Feldforschung in eine typologische „Tiefengeschichte“. Die geht so: Viele weiße, christliche, männliche Amerikaner warten geduldig in einer Schlange, die bergauf zum American Dream führt. Man arbeitet, hält sich an die Regeln, hat Krisen überstanden und ist stolz auf das Erreichte. Doch plötzlich drängeln sich afrikanische Einwanderer und syrische Flüchtlinge in die Schlange. Überhaupt sind viel mehr Frauen dabei, die um den Aufstieg konkurrieren. Und die Regierung bittet manche sogar noch nach vorne. „Du bist ein mitfühlender Mensch. Aber jetzt verlangt man von dir, Mitleid für alle diejenigen aufzubringen, die sich vorgedrängt haben. […] Du hast Geschichten über unterdrückte Schwarze, […] verkappte Schwule, verzweifelte Flüchtlinge gehört, aber irgendwann sagst du dir, dass du die Schotten gegen menschliches Mitgefühl dichtmachen musst – besonders wenn es darunter einige gibt, die dir schaden könnten“ (Hochschild, 192).

Damit ist jede Verfehlung von Minderheiten politisierbar. Nicht nur in den USA, auch in Frankreich (Front National), in Ungarn (Orban) und in Deutschland. David Begrich berichtet: „Ich habe Bürgerversammlungen erlebt, wo es um die Unterbringung von Flüchtlingen in einem sozialen Brennpunkt geht. Da sagen die Leute: ,Ich warte darauf, dass für mein Kind einen Zuschuss für den Kauf neuer Schulmaterialien gibt [sic!]. Die syrischen Flüchtlinge haben all ihr Schulzeug schon zusammen, weil ihnen das gespendet wurde. Mir spendet keiner etwas.‘ So ethnisiert man soziale Widersprüche“ (Begrich, 17).

Dass Minderheiten die gleichen Rechte erhalten, dass Frauen in männerdominierte Machtbereiche drängen, dass die Integration von Migranten gelingt (vgl. SVR) und dass islamisches Leben immer sichtbarer zu Deutschland gehört, das erleben einige Menschen als massive Kränkung ihrer bisherigen Stellung. „Am liebsten möchtest du rufen: ,Ich gehöre auch einer Minderheit an!“ (Hochschild, 200). Regina Ammicht-Quinn hat das toxische Opferkonkurrenz genannt, „weil das Ziel nicht eine offenere, gerechtere Gesellschaft, sondern eine geschlossene(re) und für mich gerechte Gesellschaft ist“ (Ammicht-Quinn).

Genau diese entsolidarisierende „Selbstviktimisierung“ (Leo/Steinbeis/Zorn, 97) ist das Zentrum des neurechten Narrativs. Die Verachtung schwieriger Kompromisse, die zum Teil hasserfüllten Tabubrüche und die Abwertung von Minderheiten erzeugen eine emotionale Identitätserfahrung, „eine[r] berauschende[n] Befreiung von dem Gefühl, fremd im eigenen Land zu sein“ (Hochschild, ,306). Insofern geht es nicht nur um soziale Abstiegsängste, sondern auch um kulturelle Identitätskämpfe.

Begreifen lässt sich die entstandene Mobilisierung deshalb nicht mehr ohne die Dynamik digitaler Medien. Bekannt sind die selbstbestätigenden Effekte von Echokammern und Filterbubbles. Unbeachtet bleibt oft, dass ausgrenzende Gruppenidentitäten ihren Anker im verkörperten Leben haben. Michael Seemann hat die Verbreitung von rechten Fakenews und deren Richtigstellung bei Twitter untersucht: Eine Reisewarnung nach Schweden wegen Terrorgefahr. Das Ergebnis: Eine große Gruppe hat diese Fakenews verbreitet, aber nicht die Richtigstellung, über die sie nachweislich per Twitter informiert war. Das heißt, es liegt nicht am technischen Zugang zu Wissen, dass nur bestimmte Informationen verbreitet werden. Diese Gruppe hat „die Fake News verbreitet, völlig unabhängig davon, ob die Informationen wahr sind oder nicht – einfach weil sie es so will.“ Entscheidend: „Informationen dienen weniger als Wissensressourcen, denn als Identitätsressourcen – und da spielt es keine Rolle, ob sie wahr oder falsch sind“ (Seemann/ Kreil, 15). Die selbst gewählte Zugehörigkeit zu der Bezugsgruppe der Gleichgesinnten wird entscheidend. Und deren Identität sortiert und formt das komplizierte Weltwissen je nach Bedarf.

Wahrscheinlich ist die zugespitzte Opferkonkurrenz das Spiegelbild einer digital vollstreckten Marktgesellschaft, nämlich alles auf die Wettbewerbs-Logik konkurrierender Identitäten festzulegen. Auch Religion und die Kirchen.

NICHT OHNE DIE ANDEREN – WIDERSTÄNDIGES ZUR IDENTITÄREN UMFORMUNG DES CHRISTENTUMS

Das verändert die Religionen insgesamt und damit auch das Christentum. Vor allem traditionalistische und charismatisch-pentekostale Glaubensformen scheinen sich nahezu perfekt in die singulär-tribale Kultur des digitalen Kapitalismus einzupassen. „Das Religiöse […] bewegt sich auf einem globalen Markt der Religionen, auf dem besonders fundamentalistische Spielarten mit ihrem Anspruch radikaler Authentizität Attraktivität entfalten“ (Reckwitz, 409). Zugleich gibt es immer wieder neurechte Versuche, um die tief verankerten religiösen Identitäten von Katholik/innen für ihre politische Strategie auszubeuten. Gerade wer dem institutionellen Machtverlust der Kirche hinterhertrauert, entdeckt vielleicht schnell gemeinsame Themen: Islamkritik, konservative Familienwerte, Homophobie und Ordnungsdenken. Doch wo blieben dann biblische Gastfreundschaft, jesuanische Nächstenliebe und katholische Weite?

Das Christentum ist keine identitäre Religion! Man kann den Glauben nicht auf nur ein Prinzip, eine geschlossene Kulturform oder das eine Set an Satzwahrheiten festlegen. Natürlich hat man solche Umformungen im Laufe der Kirchengeschichte immer wieder versucht. Doch deren Erfolg war meist eng verbunden mit der Gewaltgeschichte des Christentums.

Als religiös-militante Exklusivzugehörigkeit kann Identität im Glauben schnell toxisch werden. Denn sie gerät in destruktive Abgrenzung zu anderen Identitäten, um die eigenen Sicherheiten stabil zu halten und zu retten. Es gibt dazu übrigens keine Alternative besserer, linker Sicherheiten, denn das wäre nur eine Umpolung der gleichen ausgrenzenden Muster. Glauben heißt Vertrauen ins Risiko des Lebens, auch wenn die Dinge kompliziert sind. Ich habe hier viel von dem französischen Jesuiten Michel de Certeau gelernt (vgl. Schüßler).

Nach Certeau macht es die christliche Offenbarung aus, dass wir keinen identitären Zugriff auf das Ursprungs-Ereignis haben. Das Grab Jesu ist leer und auf dem Weg nach Emmaus ist der Auferstandene in dem Moment verschwunden, in dem er identifiziert werden könnte. Die Jünger müssen sich ihren eigenen Reim darauf machen. „Das Ereignis faltet sich aus (es verifiziert sich) im Modus des Verschwindens in den Differenzen, die es möglich macht. […] In allen ihren Gestalten hat diese Beziehung des ‚Anfangs‘ zu seiner ,Verifikation‘ keine andere als eine plurale Form“ (Certeau, 177). Umgekehrt heißt das: „Die Zeugen sprechen nicht mehr von Gott, wenn sie auf den Singular zurückgenommen werden und wenn sie seinen Platz einnehmen“ (Certeau, 106). Wenn es um die Treue zum christlichen Ursprung geht, ist die Testfrage nicht die nach der sichtbaren Einheit, sondern viel entscheidender die nach der notwendigen Vielfalt an Orten und Praxisformen. Jetzt erscheint es umgekehrt problematisch, wenn die Wahrheit des Evangeliums auf ein „Einheitsprinzip“ zurückgeführt wird. Das Zulassen, ja das Suchen der je anderen Entdeckungsweise des Evangeliums wird selbst zum Kriterium dafür, welcher Autorität man glauben und vertrauen kann: spricht sie im Singular oder im Plural? „Der Häretiker ist, genau genommen, nicht derjenige, der ‚auswählt‘ (da der Glaube gelebt wird und ein Engagement impliziert, ist er Beleg für eine ‚Wahl‘, ist er partikulär), sondern derjenige, der andere Rekurse ‚untersagt‘, […] der jede andere Autorität als die seine für einen bedeutungslosen Rest hält […]. Der Häretiker bricht die Kommunikation ab“ (Certeau, 112). Die entscheidende Wendung bei Certeau lautet: Christliches Leben geht „nicht ohne“ (Certeau, 103f.) die jeweils Anderen, nicht ohne den Nächsten, nicht ohne die Gegner, nicht ohne Opposition. Es geht nicht ohne Diversität und damit sind wir mitten in der Gegenwart. Denn „‚nicht ohne‘ heißt auch nicht ohne jene, die Vielfalt selbst als Bedrohung erleben.

Während Carl Schmitt und die Neue Rechte das Zusammenleben an die ausgrenzende Identität einer Einheit binden, die alles andere nicht nötig hat und bekämpft, besteht für Certeau die heilsame Wahrheit des Christentums darin, gerade „nicht ohne“ die jeweils Anderen leben und glauben zu können. Genau darum lohnt es zu kämpfen und zu werben. Der eingangs zitierte Bernhard Pörksen beschließt seine Tipps mit der Aussicht, es müsse „möglich sein, den ganzen Schmerz sichtbar zu machen, nicht allein die Angst und die Verletzung spezieller Gruppen“ (Pörksen). Wer mit Neuen Rechten über ihre Sorgen redet, darf deshalb vom Schicksal muslimischer Geflüchteter und den (Über-)Lebensgeschichten junger Afrikaner nicht schweigen. Den ganzen Schmerz sichtbar zu machen, das wäre auch von Certeau her eine treffende Aufgabenbeschreibung christlicher Pastoral. Ganz einfach allerdings ist das nicht.

LITERATUR

Ammicht-Quinn, Regina, Toxische Befreiung? Versuch über Opferkonkurrenzen, in: feinschwarz.net (vom 11.04.2018), www.feinschwarz.net/toxische-befreiung-versuch-ueber-opferkonkurrenzen/ (abgerufen am 12.09.2018).

Begrich, David, Waffen des Lichts. Muss man mit den Rechten reden? Interview von Alex Rühle mit David Begrich und Thomas Wagner, in: Süddeutsche Zeitung Nr. 249 vom 28./29.10.2017, 17. de Certeau, Michel, GlaubensSchwachheit, herausgegeben von Luce Giard, Stuttgart 2009.

Decker, Oliver/Kiess, Johannes/Brähler, Elmar (Hg.), Die enthemmte Mitte. Autoritäre und rechtsextreme Einstellung in Deutschland. Die Leipziger „Mitte-Studie“, Gießen 2016. Hochschild, Arlie Russell, Fremd in ihrem Land. Eine Reise ins Herz der amerikanischen Rechten, Frankfurt a. M. 2017.

Kubitschek, Götz, Provokation!, in: Sezession 12 (2006), 22-24, sezession.de/wp-content/uploads/2009/07/Kubitschek_Provokation.pdf (abgerufen am 16.09.2018).

Leo, Per/Steinbeis, maximilian/Zorn, Daniel-Pascal (Hg.), Mit Rechten reden. Ein Leitfaden, Stuttgart 2017. Müller, Jan-Werner, Was ist Populismus? Ein Essay, Berlin 2016. Nachtwey, Oliver, Die Abstiegsgesellschaft. Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne, Berlin 2016 (Mit Datenmaterial und vielen Beispielen).

Nassehi, Armin, Die letzte Stunde der Wahrheit. Warum rechts und links keine Alternativen mehr sind und Gesellschaft ganz anders beschrieben werden muss, Hamburg 2015.

Nassehi, Armin/Kassel, Dieter, Ausländerfeindlichkeit. „Wir typisieren sofort“. Warum viele „links“ reden, aber „rechts“ denken. Armin Nassehi im Gespräch mit Dieter Kassel, in: Deutschlandfunk Kultur (vom 06.01.2014), www.deutschlandradiokultur.de/auslaenderfeindlichkeit-wir-typisieren-sofort.954. de.html?dram:article_id=273824 (abgerufen am 16.09.2018). Pörksen, Bernhard, Umgang mit Rechtspopulisten: Raus aus der Abwertungsspirale. Mit Rechten reden und mit Rechtspopulisten streiten – aber wie? Vorschläge aus kommunikationspsychologischer Perspektive, in: Der Tagesspiegel (vom 19.11.2017), https://www.tagesspiegel.de/medien/umgang-mit-rechtspopulisten-raus-aus-derabwertungsspirale/20602236.html (abgerufen am 11.09.2018). Reckwitz, Andreas, Die Gesellschaft der Singularitäten. Zum Strukturwandel der Moderne, Berlin 52018.

Schmitt, Carl, Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus, Berlin 41969.

Schüßler, Michael, Entzogenes Ereignis? Zur positiven Aktualität von Certeaus theologischer „Arbeit des Negativen“, in: Bauer, Christian/Sorace, Marco A. (Hg.), Gott, anderswo? Theologie im Gespräch mit Michel de Certeau, Ostfildern 2018 (im Erscheinen). Seemann, Michael/Kreil, michael, Digitaler Tribalismus und Fake News, ctrl-verlust.net/DigitalerTribalismusUndFakeNews.pdf (abgerufen am 16.09.2018).

SVR, Stabiles Klima in der Integrationsrepublik Deutschland. SVR-Integrationsbarometer 2018, Berlin, https://www.svr-migration.de/wp-content/uploads/2018/09/SVR_Integrationsbarometer_2018.pdf (abgerufen am 18.09.2018).

Wagner, Thomas, Die Angstmacher. 1968 und die Neuen Rechten, Berlin 2017.

Wehling, Elisabeth, Politisches Framing. Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht, Köln 2016.

Wiebicke, Jürgen, Zehn Regeln für Demokratieretter, Köln 2017.

Darmowy fragment się skończył.

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136 str. 11 ilustracji
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9783429063825
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