Czytaj książkę: «Sonnentanz»

Czcionka:

Sonnentanz

Feuerhaar

Taja Jetsch

Ein erotischer Fantasy Roman.


Impressum

Texte: © Copyright by Taja Jetsch

Umschlag: © Copyright by Taja Jetsch

Verlag: JS-E Verlag

99817 Eisenach

info@JS-EVerlag.de

ISBN: 978-3-7418-7720-9

4. Auflage

September 2018

Mein Dank geht an Gisi, Ilse und Holger, die meine schärfsten Kritiker sind und die mich immer wieder tatkräftig unterstützt haben.

1.

Drake

Heute war er zum ersten Mal mit seinen Jungs in der Open-Air Bar, in der SIE seit über einem Jahr mit ihrer kleinen Band auftrat, und sein Herz klopfte. Die Bar, dass „Blue Moon“, war, wie er von seinen Freunden gehört hatte, DAS Szene-Lokal geworden, und fast jedes Wochenende bis auf den letzten Platz ausgebucht. Meistens dann, wenn SIE hier sang. Das erstaunte ihn nicht. In seinen Ohren klang ihre Stimme wie die eines Engels. Er hatte fast das gesamte letzte Jahr gebraucht, bis er soweit war, öffentlich mit seinen Freunden ins Blue Moon zu gehen und ein Bier zu trinken und sich nicht wie sonst, zu verstecken. Aber es hatte sich auch viel verändert.

*****

Drake

Sein Vater hatte ihm lange nicht erlaubt mit einer Handvoll Jungs, die seine engsten Freunde waren, zu einer Tour aufzubrechen. Bis dahin hatte er nur Nordamerika und Kanada unsicher gemacht, denn sein Clan lebte in Montana auf einem der sogenannten Great Plains.

Er liebte es, in Montana zu leben. Dort war er wirklich frei. Das Areal, welches seine Familie und der ganze Clan seit Jahrhunderten bewohnten, war einfach riesig. Große freie Prärieflächen, klare Seen und Wasserfälle, unendlich anmutende Wälder, und das alles zu den Füßen der Rocky Mountains. Unten, im Tal, gab es mildere Temperaturen, dort konnte es im Sommer auch schon mal richtig heiß werden. Im Winter tobte er am liebsten mit seinen Freunden durch die schneebedeckten Berge der Rockys. Hier in der Stadt fühlte er sich unwohl und eingeengt. Doch hier in der Stadt war SIE.

Das, was ihn heute hierher gebrachte hatte, war zu allererst ihr Duft gewesen. Das würde er wohl nie vergessen.

Nach dem er mit seinen Freunden erst monatelang durch Afrika getourt war, waren sie über Ägypten nach Malta gekommen. In Italien hatte er seine Vorliebe für Nudelgerichte und Rotwein entdeckt. Dann ging es über die Schweiz und Österreich zum Bodensee. Hier gefiel es allen sehr gut. Es war nicht mehr so heiß wie in Afrika. Die Kombination aus Bodensee und Alpen ließ sie an zu Hause denken. Sie wollten über München nach Düsseldorf und Hamburg und dann weiter nach Norwegen und Schweden. Doch soweit kamen sie nicht.

Sam hatte ein wenig gegoogelt und entdeckt, dass in Düsseldorf die wohl größte Kirmes am Rhein stattfinden würde.

„Und freitags gibt’s abends auch noch ein Feuerwerk!“, hatte er beim Frühstück in München erklärt. „Da will ich hin!“. Sie waren schon immer beste Freunde gewesen, aber dieses Jahr, das sie nun schon zusammen unterwegs waren, hatte sie noch viel stärker zusammen geschweißt. „Komm schon, Drake“, meinten die anderen. Ihnen würde er sein Leben anvertrauen, was wäre da schon einmal Kirmes und Feuerwerk.

„Na klar, dann mal los.“, sagte Drake „Nach dem Frühstück Klamotten packen und weiter geht’s“.

*****

Drake

„Was für ein Lärm!“, rief Drake seinen Freunden zu und lachte.

„Oh ja“, antwortete Sam und hielt sich demonstrativ die Ohren zu. „Aber auch toll.“ Sie kamen gerade von der Wasserrutsche und Tristan und Maddox waren klatschnass. Drake und Jared waren nur feucht geworden, während Sam, der in der Mitte gesessen hatte, fast gänzlich trocken geblieben war.

„Nä nä nä“, lachte Sam „Ihr seid ja so nass! Los, kommt, ich will zum Rollercoaster.“ Während sie sich durch die Masse treiben ließen, überkam Drake irgendwie ein . . . komisches Gefühl? Eine Ahnung? Ein Geruch? Sein Kiefer schmerzte. Er blieb stehen und sah sich suchend um.

„Was ist los?“, fragte Jared, der neben ihm ging. Drake konnte sehen, dass Jared sofort in Alarmbereitschaft war.

„Ich weiß auch nicht, irgendwie . . .“ Drake ließ den Satz offen und sah sich nochmals um. „Hier ist es so laut, so viele Geräusche, Musik, Gespräche und dann erst noch die ganzen Gerüche: Essen, Alkohol, Pisse, Kotze und was weiß ich noch alles. Komm, egal, es weiß keiner, dass wir hier sind.“ Mittlerweile waren sie an der Achterbahn angekommen. Die Schlange davor war fast mörderisch lang.

Maddox stöhnte, „Das ist nicht dein Ernst, Sam! Hier sollen wir uns anstellen?“

Sam lachte: „Na klar! Schau doch mal, die Loopings!“

Da war es wieder. Während die Schlange sich langsam vorwärts bewegte und seine Jungs lachend und feixend zwei Schritte vorwärtsgingen, blieb Drake stehen und sah sich wieder suchend um. Nichts. Er konnte einfach nichts sehen, nichts riechen. So viele Menschen, aber er konnte keinen einzelnen erkennen.

‚Tief durch atmen, ganz ruhig, tief durch atmen‘ wiederholte er im Kopf. Dann schloss er die Augen und atmete tief ein. Da! Da war es! Ein Duft! Wie frische Lilien und Wald, wenn es geregnet hatte, irgendwie . . . rein. Sein Herz stolperte und er war fast sofort heiß. Langsam öffnete er die Augen. Jared, Maddox und Tristan hatten ihn quasi abgeschirmt, standen wie eine Mauer mit dem Rücken vor ihm und schauten über die Menge hinweg, was nicht schwierig war, denn mit ihren 1,90m waren sie größer als fast alle anderen. Nur Jared und Drake, die noch größer waren, überragten alle.

„Was ist los, Drake?“, schimpfte Jared.

Und dann sah er SIE. Sie kam lachend mit einer Gruppe Frauen auf ihn zu.

„Sie.“, seine Antwort war einfach.

Jared sah sich um. Er begann zu lachen. „Jungs, alles ok. Drake hat nur Frischfleisch gerochen.“ Die Spannung, die kurz vorher noch greifbar war, löste sich auf und sie warteten auf die Gruppe junger Frauen, die auf sie zukam.

„Welche willst du Drake?“, feixte Jared. „Ich nehm die mit den langen Haaren!“ Alle lachten, denn die jungen Frauen, die auf sie zukamen, hatten alle lange Haare. Alle lachten, bis auf Drake, der ganz leise knurrte. Er starrte die junge Frau mit den rotblonden langen Haaren an.

Sie sah aus, als wäre sie in eine Unterhaltung mit einer ihrer Freundinnen vertieft – wie konnte man sich bei dem Lärm nur unterhalten? Ein paar Schritte vor Drake und seinen Jungs blieb die Gruppe stehen und diskutierte, ob sie auf den Rollercoaster gehen sollten. Von irgendwo her erklang das Lied „You keep me hanging‘ on“ von Kim Wilde und er hörte zum ersten Mal ihre Stimme. Sie erschien ihm wie gefiltert durch das ganze Geräuschs-Chaos. Sie sang das Lied mit. Klar, hell, rein.

Drake konnte einfach nicht anders. Irgendwas an dieser Person faszinierte ihn, er musste sie einfach anstarren. Da stand er, Drake, an einem Freitagabend mitten auf der Düsseldorfer Kirmes, hörte nichts mehr außer ihrer Stimme, roch nur noch ihren Duft und sah nur noch ihr Gesicht. Die Jungs neben ihm lachten und ließen blöde Sprüche ab, aber Drake bekam das nur ganz weit hinten am Rand mit. Von irgendwoher kam ein Windstoß und brachte ihren Duft intensiv vorbei. Er sog ihren Duft tief ein und musste sich total zusammen reißen, am liebsten hätte er laut geheult.

Sie musste seine Blicke gespürt haben, denn auf einmal sah sie sich um. Ihr Blick flog über die Menge, über ihn hinweg, auf der Suche nach demjenigen, der sie anstarrte. Sie wurde von einer ihrer Freundinnen angesprochen und Drake musste lachen, denn sie führte eine ähnliche Unterhaltung wie noch vor kurzer Zeit er mit Jared.

Emily

„Ich weiß auch nicht“, sagte sie. „Ist so‘n komisches Gefühl, als würde mich jemand beobachten.“ Sie schaute sich noch einmal langsam um und bewusster die Menschen an, die in unmittelbarer Nähe standen. Ihr waren die Typen, die dort standen, schon aufgefallen. Aber diese Typen hatten irgendwas an sich, so dass sie sich irgendwie nicht traute, ihnen ins Gesicht zu sehen. Von ihnen ging etwas Gefährliches aus. Ihre Atmung beschleunigte sich, ihr Herz klopfte einen Takt schneller. Also flog ihr Blick nur vorbei. Sie lachte über sich selbst. Wie sollte sie diese Aura von Gefahr nur erklären? Gar nicht!

Sie wand sich wieder ihren Freundinnen zu und versuchte herauszufinden, worum es gerade ging. Aber dieses Gefühl, dieses ‚Beobachtet werden‘ und was noch schlimmer war, dieses Kribbeln im Nacken – es ging einfach nicht weg.

‚Was soll schon passieren?‘, dachte sie ‚Ich bin hier von hunderttausend Menschen umgeben‘. Sie hob den Kopf und drehte sich langsam. Diesmal schaute sie genau hin. Die Typen waren groß, sehr groß! Alle relativ schlank, aber scheinbar gut gebaut. Sie trugen Jeans und Lederhosen, Turnschuhe und Boots, T-Shirts und Hemden. Alles ganz normal. Dann glitt ihr Blick höher. Der Typ ganz rechts hatte lange mittelbraune Haare, der daneben war Blond. Der Typ in der Mitte hatte schwarze Haare, nicht kurz, aber auch nicht lang, total zottelig irgendwie. Er trug eine ziemlich dunkle Sonnenbrille. ‚Schnell wegsehen‘ war ein Gedanke, der ihr wie ein Blitz durch den Kopf fuhr und ihr Herz schneller schlagen ließ. Die beiden anderen hatten auch ziemlich dunkles Haar, aber sehr kurz geschnitten. Ihr Blick ging zurück zu dem Typen in der Mitte. Er stand breitbeinig mit seiner schwarzen Jeans und den Boots auf dem Platz, als würde der Platz ihm gehören. ‚Und die anderen sind seine Bodyguards‘, dachte sie, während ihr Blick wieder tiefer wanderte. Er hatte ein blaues Hemd an und die Arme vor der Brust verschränkt.

‚Was hat der für Oberarme! Das kann ja alles nicht echt sein‘, dachte sie und lachte. Langsam wanderte ihr Blick wieder höher und sie sah, dass er quasi in ihrem Tempo den rechten Arm hob und die Sonnenbrille abnahm. Er hatte unglaubliche blaue Augen.

Ihr Herz setzte aus. Um sie herum wurde es still und sie sah nur noch ihn.

‚Quatsch, das kann ich doch von hier aus gar nicht sehen – oder doch?‘ Warum klopfte nur ihr Herz so schnell? Er war es scheinbar, der sie die ganze Zeit anstarrte. Sie wandte den Blick ab. ‚Scheiße‘, dachte sie. ‚Scheiße!‘ Aber sie musste noch mal hinsehen. ‚Das ist doch eine Halluzination!‘ Nein, er war immer noch da und – warum auch immer – er machte den Eindruck, als würde er ihr was sagen wollen. Gerade, als sie fast einen Schritt in seine Richtung gemacht hätte, packten ihre Freundinnen sie und zogen sie weiter. „Komm Em“, riefen sie. „Wir wollen auf die wilde Maus und was essen.“

„Wartet mal, wartet mal“, wollte Emily rufen, während ihre Freundinnen sie an den Typen vorbei zogen. Im Vorbeigehen konnte sie ihm wirklich in die Augen sehen. Ja, sie waren blau, unglaublich blau. Wie das Meer. Und sie verlor sich in ihnen.

„Wartet mal, wartet mal“, schrie Emily und drückte die Fersen in den Boden. Nach einigen Metern blieben ihre Freundinnen endlich stehen und zerrten nicht mehr an ihr. „Was ist denn los?“, wollten sie wissen, doch als Emily sich diesmal umdrehte, konnte sie ihn nicht mehr sehen.

„Oh . . . ach . . . nichts. Dann los Mädels, wir wollen heute noch was erleben!“ Sie drehte sich noch zweimal um, aber sie fand ihn nicht mehr und ihr Herzklopfen ließ einfach nicht nach.

Drake

Sie sah ihn an.

Sie sah ihm direkt in die Augen.

Und er konnte ihr in die Augen sehen, während die Mädels an ihnen vorbei gingen. Sie waren grün. Nein, nicht nur grün, sie waren smaragdgrün. Wie der Wald zu Hause. Und es fühlte sich an, wie . . . versinken, ertrinken, nach Hause kommen. Sein Herz, es schien aus dem Takt zu kommen, nur um dann doppelt so schnell zu schlagen. Er war auf einmal total heiß. Sein Schwanz schwoll an und pochte in der engen Jeans. Und sein Kiefer schmerzte.

Ja, sie war es. Mit Sicherheit! Die Eine! Die, mit der er . . .

Maddox und Tristan hatten ihn gepackt, gaben ihm 'ne Kopfnuss und grölten. Sam stand in der Reihe und war nun fast am Fahrkartenschalter.

„Los“, brüllte er. „Kommt jetzt sofort hierhin oder ich fahre allein!“.

„Wartet mal“, sagte Drake.

„Nee, los jetzt, Sam wartet auf uns. Wir suchen Dir und uns nachher noch was Nettes zum Bumsen. Vielleicht finden wir die Mädels auch wieder. Aber schau mal, hier läuft so viel rum und wir ziehen heute Nacht noch durch die Altstadt.“ Die Worte, die Jared auf ihn losließ, verschwammen.

Die Fahrt auf der Achterbahn dauerte nicht lang, auch wenn sie Drake wie eine Ewigkeit vorkam. Wieso war er überhaupt mitgefahren? Warum hatte er sich nicht abgesetzt? Um sie zu suchen? Ja, um sie zu suchen. Nach der Achterbahn lenkte er seine Freunde hinter ihr her. Er konnte ihren Duft immer noch schwach wahrnehmen, was zwischen all den anderen Gerüchen ziemlich schwer war. Aber er war noch da. Nur: Wo war sie?

Nachdem Drake und die Jungs ihre Runde über die Kirmes gedreht hatten, folgten sie ihrem Geruch und der Masse über die Rheinbrücke in die Düsseldorfer Altstadt. Dort stellten sie sich zu den hunderten Menschen auf den Burgplatz an die Rheintreppen, um sich das Feuerwerk anzusehen. Aber Drake hatte keine Augen dafür. Er sah sich ständig um und hielt die Nase in die Luft. Doch mittlerweile war ihr Geruch verschwunden oder er konnte ihn bei all diesen Menschen einfach nicht mehr wahrnehmen.

Ungekannte Traurigkeit überfiel ihn, sein Herz wurde schwer.

Sie war fort.

Weg.

Nur noch eine Erinnerung.

Wie sollte er sie finden?

2.

Emily

Es war jetzt schon einen Monat her, seit Emily an ihrem Mädelsabend auf der Rheinkirmes gewesen war. Sie stand, nur mit einem großen Badetuch bekleidet, vor dem Spiegel. Sie sah sich an, aber sie sah nicht sich. Sie sah . . . ihn. Immer noch. Seine Augen. Und sie bekam immer noch extremes Herzklopfen, wenn sie nur an ihn dachte. Wie sich wohl seine Lippen auf ihrer Haut anfühlten oder seine Hände? Wie gern würde sie mit ihren Händen durch seine zottelige, schwarze Mähne fahren. Sie schüttelte den Kopf. Sie musste ihn endlich loswerden. Sie würde ihn nie wiedersehen. Er war sicherlich doch nur eine Einbildung gewesen. Es war Zeit, sich fertig zu machen. Heute hatte sie mit ihrer Band „Waterfalls“ einen Probeauftritt. Und wenn sie gut waren, dann könnten sie vielleicht den Job als Bargruppe bekommen.

*****

Drake

„Drake, wir müssen reden.“ Jared ließ die Bemerkung beim Frühstück fallen. Sam und Tristan standen sofort auf. „Wir haben noch was zu erledigen“, und weg waren sie. Maddox blieb ungerührt am Frühstückstisch sitzen, bestellte sich noch einen Kaffee und nahm sein viertes Brötchen. Drake sah fragend von Jared zu Maddox und zurück, während Jared Maddox leicht genervt ansah.

„Nöp, ich bleibe hier. Ich kann sicherlich auch was dazu sagen“, brummelte Maddox mit vollem Mund und biss noch einmal in sein Brötchen.

Langsam dämmerte es Drake. Er ahnte, worauf die Beiden hinaus wollten. „Ich kann noch nicht weg“, sagte er. „So einfach ist das.“

„Erzähl doch erst mal, was genau los ist.“

Drake schluckte. Er wusste nicht genau, wie er es sagen sollte oder wollte. Einiges konnte er sich ja selbst noch nicht eingestehen und es jetzt laut aussprechen, das ging einfach noch nicht. Aber er war sich auch bewusst, dass seine Hinhaltetaktik nicht mehr funktionieren würde und er wusste auch, dass die Jungs weiter wollten.

„Es tut mir leid, aber ich muss SIE finden. Ich muss. Und wenn es das Letzte ist, was ich tue. Ich MUSS sie finden!“, brach es aus ihm heraus.

„Na, jetzt mal langsam mit den jungen Pferden. Wen musst Du finden?“

„SIE. Die Frau. Die von der Kirmes.“

„Die Frau von der Kirmes? Welche Frau? Ich kann mich an keine Besondere erinnern.“ Maddox lachte.

„Jared, Du weißt, wen ich meine!“

Jared

Jared überlegte kurz. „Die Kleine, die mit den anderen Mädels da war? Die, die Dich am Rollercoaster so angestarrt hatte? Die mit den roten langen Haaren? Wieso denn das?“ Jared war total erstaunt.

War er das wirklich? Hatte er nicht die Veränderung bemerkt, die seit diesem Abend bei seinem besten Freund stattgefunden hatte? Wenn er ehrlich gegenüber sich selbst war, dann musste er die Fragen eigentlich mit ‚Doch!‘, beantworten.

„Ok“, schmunzelte Jared. „Jetzt noch mal langsam und zum Mitschreiben.“

Drake

Drake holte tief Luft. „Ich kann es nicht erklären, Jared. Ich kann es nicht. Aber, an diesem Abend, mit ihr, da ist irgendwas mit mir passiert. Ich kann sie nicht vergessen. Ich habe immer noch ihren Duft in meiner Nase. Ich sehe immer noch ihre grünen, fragenden Augen. Mein Herz schlägt schneller, wenn ich nur an sie denke.“ Er stoppte, suchte nach Worten, holte nochmals tief Luft. „Ich glaube, dass sie die Eine sein könnte. Und ich kann hier nicht weg, bevor ich mir wirklich sicher bin, dass sie es NICHT ist. Wenn ihr weiter wollt, dann müsst ihr ohne mich los. Es tut mir leid.“ So, jetzt war es raus.

„Du meinst . . .“, stammelte Maddox.

„Bist Du Dir sicher?“, fragte Jared.

„Nein, nein, ich bin mir nicht sicher. Ich weiß es einfach nicht. Aber ich . . . ich kann es nicht erklären. Dieses dringende Gefühl, sie zu finden, sie zu sehen, sie zu . . .“.

„Ficken?“, versuchte Maddox zu helfen.

„Nein!“, widersprach Drake. „Nicht, um sie zu ‚ficken‘, sondern eher um sie . . . für mich zu gewinnen. Ich hab das dringende Bedürfnis, sie zu markieren. Ich kann’s nicht erklären.“

„Aber“, stammelte Maddox. „Sie ist nur ein . . .“.

„Ja! Ich weiß!“, unterbrach Drake ihn aufgebracht und knurrte Maddox an. „Sie ist nur ein Mädchen, ich weiß es!“

„Ok.“ Jared schüttelte den Kopf. „Ok. Pass auf, wir müssen den anderen davon erzählen. Wenn SIE wirklich DIE EINE ist, dann müssen wir sie suchen. Aber die Stadt ist groß und ob sie überhaupt hier in Düsseldorf wohnt, wissen wir gar nicht. Sie kann überall sein.“ Er überlegte. „Wir gehen heute Abend in diese neue Bar an der Rheinuferpromenade. Dort trinken wir in Ruhe ein Bier, besprechen die Lage und wie wir vorgehen sollten.“

*****

Drake

Abrupt blieb Drake stehen und Maddox und Sam rannten voll in ihn rein.

„Sie ist hier.“, murmelte Drake. Schlug sein Herz tatsächlich bis zum Hals?

„Ey Bruder, was soll das? Warum bleibst Du stehen?“ Sam war ganz erstaunt. Doch Maddox hatte Drake gehört. Er rief Tristan und Jared zurück. So war es meistens. Während Jared und Tristan vor ihm her gingen, bildeten Sam und Maddox die Nachhut. Oft gingen auch Maddox oder Jared mit ihm, aber er war selten der Erste.

„Sie ist hier.“ Drake hob etwas den Kopf und sog die Luft ganz langsam durch die Nase. „Ja, sie ist hier!“ Die Jungs machten es ihm nach und Drake lachte. Na, sie gaben sicherlich ein lächerliches Bild ab, hier, in der Stadt. Da standen 5 erwachsene Männer im Kreis, hielten die Nase in den Wind und schnüffelten. Langsam schaute er sie der Reihe nach an. Maddox, mit seinen kurzgeschorenen schwarzen Haaren. Er hatte graue Augen. Manche sagten, sie seien hart wie Stahl. Seine Augenbrauen waren etwas buschig und er hatte ein sehr markantes Gesicht. Er war sicherlich der Härteste in ihrer Gruppe und auch sein rechter Haken wurde gerne Stahlhaken genannt. Tristan hatte blonde Haare und das war wirklich selten bei ihnen. Er trug sie hier wieder etwas länger, was sein Gesicht noch weicher wirken lies. Seine Augen waren blau und er ließ viele Mädchenherzen höher schlagen. Er war der weiche Kern. Sam hatte braune Augen und dunkelbraune Haare, wie feuchte Erde. Er trug oft einen Dreitagebart, so wie auch heute. Die Frauen sagten immer, seine Augen seien schokoladenbraun und sie wollten gerne an seiner Schokolade naschen. Sam war eigentlich sowas wie ihr persönlicher Klassenclown. Jared war, genau wie er, noch etwas größer. Seine Haare waren lang und mittelbraun. Er trug sie fast immer als Zopf. Seine Augen hatten eine undefinierbare Farbe, irgendwie grün und braun. Aber so genau konnte man das wirklich nicht sagen. Jared stand ihm noch etwas näher als die anderen. Er war sein bester Freund. Ob sie gut aussahen, wusste Drake nicht zu sagen, er kannte alle schon sein Leben lang. Sie waren zusammen groß geworden, hatten schon als Kinder miteinander gespielt, waren nur ein paar Monate auseinander. Aber sie brachen gemeinsam sicher mehr als ein Herz. Oder Hundert? Oder Tausend?

„Ähm, was suchen wir eigentlich? Weißt Du es, Tristan?“, fragte Sam.

„Nö, keine Ahnung, aber was auch immer es ist, es muss gut riechen.“ Er grinste.

„Ich hab noch was zu erledigen. Geht ihr rein. Ich komm später nach.“ Drake drehte sich um und wollte gehen, doch Jared hielt ihn am Ärmel zurück und ging ein paar Schritte mit ihm.

„Wo willst Du hin? Bist Du bescheuert? Wenn ich das richtig sehe, suchst Du sie nun schon seit – wie lange sind wir hier, seit Juli und nun ist September – und jetzt willst Du gehen? Wohin?“ Jared war ganz aufgebracht.

„Jared, ich muss was erledigen. Allein. Ich komme wieder. Ihr geht da rein.“ Er sah ihm tief in die Augen. „Ist das klar?“ Noch nie hatte Drake seine Autorität so vehement eingesetzt wie heute.

„Du bist bescheuert!“ So leicht ließ Jared sich nicht beeindrucken. „Aber gut, es ist Deine Entscheidung.“ Er drehte sich um. „Kommt Jungs, wir gehen rein.“ Fassungslos starten sie von Drake zu Jared. Es kam so gut wie nie vor, dass Drake ganz allein irgendwo hin ging. Sam zuckte mit den Schultern. „Ok.“

Drake ging ein Stück, bis er sah, dass seine Freunde in der Bar waren. Dann blieb er stehen und atmete tief ein und aus. Was war nur los mit ihm? Er hatte sie gesucht und gefunden und jetzt konnte er nicht da rein gehen? Sonst war er eigentlich ein harter Hund, aber sie . . . sie ließ ihn weich werden. Das durfte doch nicht wahr sein. Sein Herz schlug schon wieder schneller, nur bei ihrem Geruch und sein Schwanz machte sich schon wieder bemerkbar. Er pochte in seiner Hose ‚Nimm sie, nimm sie‘ schien er zu sagen. Er musste sich beruhigen. Er schlug einen Bogen und ging zurück. Drake fand einen Platz draußen und ließ sich ein Bier bringen. Von hier aus konnte er seine Jungs sehen. Sie saßen ziemlich nah an der Tür, lachten und grölten. Aber was noch wichtiger war, er konnte SIE sehen. Sehen, riechen, hören. Er knurrte leise. Gut, dass er eine Jacke mitgenommen hatte, die er sich auf den Schoß legen konnte. Er konnte kaum atmen, geschweige denn sitzen. Sie stand mit ihren Mädels auf einer kleinen Bühne und nahm gerade das Mikro in die Hand.

„Hallo zusammen, guten Abend.“ Alle in der Bar unterbrachen ihre Gespräche und klatschten, viele riefen Hallo. „Viele von Euch wissen ja von meinem geheimnisvollen Fremden“, begann sie und Drake fühlte einen Stich in seinem Herzen – sie hatte jemanden? „. . . und dass ich mir sicher bin, dass er nur eine Halluzination war.“

„Vergiss ihn, Süße!“, rief jemand aus dem Publikum.

„Ja!“, schrie ein anderer. „Nimm mich!“

„Ich will ein Kind von Dir.“, rief ein Dritter und der ganze Saal lachte.

Drake knurrte und Jared drehte sich genau in diesem Moment zu ihm um. Wahrscheinlich hatte er ihn gehört. Er sagte etwas zu den anderen, nahm sein Bier und kam raus.

„Ruhig, Schwarzer, ruhig.“ Jared setzte sich.

Sie lachte. „Ja, ja, aber nur wenn Du blaue Augen hast!“, lachte sie ins Publikum. Blaue Augen? „Augen wie das Meer! Nein? Hast Du nicht? Nun, dann, sorry.“ Wieder lachten alle. „Jedenfalls dachte ich heute, ich hätte ihn gesehen, aber ich saß in der U-Bahn und fuhr an ihm vorbei, während er mit seinen ‚Bodyguards‘ die Treppe hochstieg.“ Alle in der Bar machten ‚Oooh‘ „Ich hab ihn also eventuell gesehen. Nur kurz und dann nur noch von hinten gesehen. Eventuell.“ In Drakes Kopf überschlugen sich die Gedanken. Sie waren heute mit der U-Bahn gefahren. Ein Blick in Jareds Gesicht sagte ihm, dass er dasselbe dachte. „Und deshalb hab ich mir überlegt, ich sing Euch heut mal ein paar Liebeslieder. Seid ihr damit einverstanden?“ Es wurde geklatscht und gejohlt.

„Ok, für Dich, meine Halluzination.“, flüsterte sie leise und die ersten Akkorde von Monrose „What you don’t know“ erklangen. Als Emily

Was Du nicht weißt, ist, dass ich Dich schon tief in meinem Herzen geküsst habe.

sang, musste Drake hart schlucken, denn er stellte sich ihre Lippen auf seinen vor. Auch die nächsten Textzeilen ließen eine Gänsehaut auf seinem Körper zurück

Was Du nicht weißt, ist, dass ich wach liege und wünsche Du wärst heute Nacht hier. Was Du nicht weißt, ist, dass ich Dich geliebt habe, schon lange, bevor wir gelebt haben. Wie solltest Du es wissen, wie könntest Du es wissen. Deshalb werde ich Dir jetzt alles erzählen.

als er sah wie sie die Augen schloss.

Sie sang dann noch weitere Lieder, wie „Dangerous“, „Set Fire to the Rain“, „Shame“ oder „Your Beautiful“. Und in jedem Lied gab es Zeilen, die Drake auf sich bezog. Er verzog das Gesicht, als hätte er Schmerzen. Na ja, ehrlich gesagt, hatte er Schmerzen, in seinem Herzen und in seinem Schwanz.

„So, wir machen jetzt eine kleine Pause. Mein Wasser ist leer. Bis gleich.“ Sie hielt ein leeres Glas in der Hand. Als die Gruppe von der Bühne ging, kamen Tristan, Sam und Maddox zu ihnen raus.

„Maddox hat uns alles erzählt!“, plapperte Tristan sofort los. „Ist sie es? Bist Du Dir sicher? Wie hast Du es gemerkt? Was machen wir jetzt? Wie soll es weiter gehen?“ Alle redeten durcheinander.

„Drake.“, sagte Jared ernst. „Sie ist nur ein . . .“

„Ja, ich weiß.“, unterbrach ihn Drake ruppig.

„Und Du bist . . .“, versuchte es Jared noch mal.

„ICH weiß, was ich bin!“, böse funkelte Drake Jared an.

„Ok, ich wollt’s nur noch mal sagen!“, beschwichtigend hob Jared die Hände. „Also, wie soll es weitergehen?“

„Ich weiß es nicht.“ Drake schüttelte den Kopf. „Ich weiß es einfach nicht.“

Das war vor etwa einem Jahr gewesen. Und heute saß er tatsächlich, mit klopfendem Herzen und feuchten Händen, in der Bar und wartete auf ihren Auftritt. Ob sie noch an ihn dachte? Ob sie ihn wiedererkennen würde? Oder vielleicht hatte sie ihn längst vergessen? Was würde er machen, wenn sie ihn nicht wiedererkennen würde? Wenn sie ihn nicht wollte?

3.

Drake

Das letzte Jahr war hart gewesen, nicht nur für ihn, auch für seine Jungs. Nachdem er SIE endlich gefunden hatte, war er an jedem Abend zu dieser Bar gekommen. Schnell stellte er fest, dass sie nur von donnerstags bis sonntags dort auftrat. Und in der vierten Woche waren sie gar nicht erschienen. Den Barkeeper hätte er fast über die Theke gezogen und ihm das Maul gestopft, wenn nicht just in diesem Moment Maddox und Jared reingekommen wären. Dabei wollte er doch nur wissen, wieso sie nicht da war. Aber der Typ hatte so von ihr geschwärmt, da war er es doch selbst schuld. Alle vier Wochen hatten sie frei. So einfach war das. Jedenfalls hatte er dann eine Zeit lang Hausverbot. ER! Ausgerechnet er!

Jede Woche nahm er sich vor, sich reinzusetzen, sich zu erkennen zu geben, sie anzusprechen. Aber es war nicht gut, er war nicht gut. Er durfte ihr nicht zu nah kommen, er würde sie verletzen und wahrscheinlich auch verlieren, wenn sie die Wahrheit über ihn erfahren würde. Das konnte er nicht riskieren. Deshalb blieb er im Hintergrund. Erfreute sich an ihrem Duft, an ihrem Gesang. Einer seiner Jungs begleitete ihn, hielt sich aber noch weiter im Hintergrund. Er hatte festgestellt, dass sie oft bis nachts zwei, drei Uhr in der Bar war. Oft sang sie sehr lange. An manchen Tagen sang sie viele Lieder mit viel Traurigkeit. Und wenn er das Gefühl hatte, dass sie traurig war, war er auch traurig. So hatte er sich angewöhnt, sie jede Nacht von der Bar nach Hause zu begleiten. Mittlerweile kannte er ihren Namen, wusste, wo sie wohnte, welches Auto sie fuhr und welche Freunde sie hatte, wo sie arbeitete und dass sie einen jungen Hund hatte – ein blondes Labbimädchen namens Soleigh, mit dem sie regelmäßig lange Spaziergänge machte. Hier konnte er sich noch besser verstecken, wenn er sie begleitete. Natürlich heimlich. Und er musste aufpassen, dass Soleigh ihn nicht witterte.

Ja, er hielt Abstand, hielt sich im Dunkeln auf, trug Kapuzenshirts. Wenn sie mit dem Fahrrad unterwegs war, was sie oft machte, wenn das Wetter schön war, konnte er hinter ihr her laufen. Nur einmal hatte er nicht aufgepasst. Er lief im Dunkeln über die Straße hinter ihr her und sie waren noch nicht weit von der Bar entfernt, als sie zurück um die Ecke kam und ihm dabei direkt in die Arme lief.

„Ups, Entschuldigung.“, stotterte sie. Jetzt war er dankbar für das Kapuzenshirt. Er hatte es tief ins Gesicht gezogen. Sie versuchte ihn anzusehen und musste den Kopf dafür weit in den Nacken legen, aber er wich ihrem Blick aus und ging einen Schritt zurück. Ihr Duft, so unglaublich nah. Dort, wo sie ihn mit ihren Händen auf der Brust angefasst hatte, brannte förmlich. Sofort reagierte sein Schwanz auf sie. Er bekam keine Luft. Wie gut, dass es dunkel war!

Emily

„Verfolgen Sie mich etwa?“, was für eine blöde Frage, als ob ein Serienmörder jetzt nein sagen würde – oder ja. „Mein Freund wartet da vorne auf mich! Jens! JENS! Ich bin hier!“.

Drake

Er konnte riechen, dass sie Angst bekam und das Jens der Barkeeper war und nicht ihr Freund, wusste er auch. Er ging noch einen Schritt zurück. Er wollte ihr keine Angst einjagen. Aber sie so nah bei sich zu haben, sie hatte ihn angefasst, ihn weggedrückt, als sie in ihn hineingerannt war. Ihr Duft war betörend. Er konnte kaum atmen, geschweige denn was sagen. Wenn er es nicht besser gewusst hätte, hätte er gedacht, dass ihm das Wasser im Mund zusammen lief. Was war denn das für ein Gedanke? Er war doch kein abgefuckter Vampir! Sam war an diesem Abend mit ihm unterwegs.

„Drake!“, rief er quer über die Straße. „Drake, warte auf mich!“

„Na super, toll, jetzt sind auch noch zwei Typen!“, flüsterte sie. „JENS! JENS! Ich kann Karate!“ Sie schrie fast und Drake roch ihre Angst, die nun übermächtig war.

Sam war bei ihnen angekommen. „Hey, Karate! Das ist ja super! Welcher Gürtel?“, fragte er. Er hörte, wie jemand angerannt kam und laut „Emily! Emily!“ rief. Jens.

„Komm Drake, wir müssen los, die Karre steht dahinten, ich hab sie gefunden. Schönen Abend noch, Mam.“ Er legte Drake den Arm um die Schulter und zog ihn fort.

Emily

„Ist alles ok, Emily? Was wollten die Typen von Dir? Haben sie Dir was getan?“ Jens war ganz aufgeregt.

„Nein, nein, alles ok. Nichts passiert. Irgendwie . . . komisch. Er hat ‚Mam‘ zu mir gesagt.“ Sie schüttelte den Kopf „Ich hab meinen Schlüssel in der Bar vergessen.“

Drake

„Mann, Du bist ja völlig neben der Spur!“, sagte Sam zu Drake. „Ist das so, wenn man . . . ?“, fragte Sam und ließ das Ende offen.

„Woher soll ich denn das wissen?“, schnauzte Drake.

Später, im Hotel, stand er unter der Dusche. Das Wasser war heiß eingestellt und langsam füllte sich der Raum mit Nebel. Er hatte die Hände an der Wand abgestützt, ließ den Kopf hängen und hatte die Augen geschlossen. So lief ihm das heiße Wasser über den Kopf und den Rücken. Er konnte es selbst nicht fassen, was SIE mit ihm machte. Er konnte kaum atmen, wenn sie in seiner Nähe war – und das war sie selten, denn er versuchte immer „Sicherheitsabstand“ zu wahren. Heute Nacht, sie so nah, sie hatte ihn angefasst – seine Brust brannte immer noch an den Stellen, hätte er fast die Beherrschung verloren. Er wollte sie an sich reißen und sie endlich küssen, sie schmecken. Wenn Sam nicht dazugekommen wäre, wer weiß, was passiert wäre. Er war heiß. Nein, er war geil. Notgeil, um ehrlich zu sein. Wenn er seine Augen öffnete, konnte er seinen Schwanz sehen, der aufrecht, hart und groß nach vorne ragte und unaufhörlich pochte. Drake stöhnte und schloss wieder die Augen. Seitdem er sie das erstmal wahrgenommen hatte, konnte er an anderen Frauen nichts Interessantes mehr finden. Sie rochen schlecht. Oder ihre Stimme war eine Note zu hoch oder zu dunkel. Sie hatten keine grünen Augen, in denen er versinken konnte. Oder das Rot ihrer Haare war zu Blond, zu Braun, eben nicht richtig. In Gedanken spielte er immer wieder verschiedene Szenarien durch. Hätte er sie doch einfach in den Arm genommen und sie geküsst. Hätte er einfach die Kapuze runtergezogen. Hätte er was gesagt. Hätte, hätte, hätte. Der Moment war vorbei. Aber er sah immer noch ihre Augen. Er roch immer noch ihre Angst. Die Angst hätte er ihr sicherlich nehmen können. Seine Brust brannte. Er legte seine rechte Hand auf die Stelle, wo sie ihn berührt hatte. Versuchte, ihre Hand zu ertasten. Wenn sie doch nur jetzt hier sein könnte. Was er alles mit ihr anstellen würde! Er wollte sie nicht nur ficken. Ja, das wollte er auch, verflucht, aber nicht nur. Seine Fantasie war nicht aufzuhalten. Drake stellte sich vor, dass sie zu ihm in die Dusche kam. Er roch sie. Sie lehnte sich an seinen Rücken und ihre Hände strichen über seine Brust. Er konnte fast ihre Brüste an seinem Rücken spüren. Sein Herz schlug schneller. Er würde sie herumreißen und sie küssen, hart und wild, sanft und zart. Mit ihrer Zunge spielen. Er stöhnte. Ihre Brüste liebkosen und kosten. Sie mit dem Rücken an sich drücken. Dann könnte er ihre Brüste massieren, mit ihren Brustwarzen spielen, während er seinen Schwanz an ihrem Po reiben konnte. Sein Mund würde an ihrem Nacken verweilen und kleine Bisse zurücklassen. Mit einer Hand würde er über ihren Bauch fahren, tiefer, bis er das Zentrum ihrer Lust fand und sie sich wand. Er stöhnte und knurrte. Seine Hand war tiefer geglitten, bis er seinen Schwanz hielt. Und während er sich vorstellte, wie er ihr Höllenqualen zukommen ließ – oh ja und es würden Höllenqualen für sie werden – massierte er seinen Schwanz. Erst langsam, fast bedächtig. Und während sie in seiner Fantasie unter seinen Händen stöhnte und er sie auf einen Höhepunkt trieb, rieb er seinen Schwanz immer schneller, immer fester. Und als sie kam, kam er auch. Doch er war noch nicht fertig. Weder mit ihr noch mit sich selbst. Seine Fantasie drehte durch, er drehte durch. Er konnte sie fast schmecken, spüren, riechen. Und als er sich vorstellte, sie zu nehmen, hier in der Dusche, das erste Mal tief in sie zu versinken, kam er ein zweites Mal.

„Ich muss was tun, ich muss was ändern, so geht das nicht weiter.“

*****

Emily

Es wurde Morgen, es dämmerte schon. Emily saß immer noch in ihrem Lieblingssessel vor der Terrassentür. An Schlaf war diese Nacht nicht zu denken gewesen. Soleigh hatte es sich vor dem Sessel bequem gemacht und schlief tief und fest. Sie war noch sehr jung und träumte noch viel, sie quiekte im Schlaf und rannte. Jens hatte sie nicht nur zu ihrem Wagen gebracht, sondern auch bis zur Haustür begleitet.

„Soll ich heute Nacht hierbleiben?“, hatte er gefragt. Das hatte sie vehement abgelehnt. Sie wollte allein sein. Irgendwas an dem Typen heute Nacht war ihr komisch vorgekommen und hatte ihr Angst gemacht. Aber irgendwie war er ihr auch vertraut gewesen und das hatte ihr noch mehr Angst gemacht. Immer, wenn sie an den Typen dachte, klopfte ihr Herz schneller . . . aber irgendwie . . . nicht vor Angst. Wer war der Spinner? War er wirklich hinter ihr her gewesen? Oder war es Zufall? Und dann der andere, der dazu gekommen war. Er hatte „Mam“ zu ihr gesagt. Machten das Serienmörder so? Drake, der Typ hieß Drake, den sie angerempelt hatte. Und sie wusste nicht, ob sie sich täuschte, aber seine Brust war unter ihren Händen stahlhart gewesen. Ehrlich gesagt, hatte es sich gut angefühlt. Unwillkürlich dachte sie an den Typen von der Kirmes. Sie hatte ihn fast vergessen gehabt. Aber nur fast. Auch jetzt schlug ihr Herz einen Takt schneller. Anfangs hatte sie ihn noch ständig in der Menge gesucht. Einmal, da dachte sie, sie hätte ihn gesehen, in der U-Bahn. Aber sie war da drin gefangen, konnte nicht raus und er ging schon die Stufen hoch. Vielleicht war er es gewesen, vielleicht auch nicht. Und dann abends im Blue Moon, da saßen diese drei Typen. Sie waren ihr sofort aufgefallen. Aber sie war sich nicht sicher, ob sie zu seinen „Bodyguards“ gehörten. Sie lachte. Ja, sie nannte sie seine Bodyguards. Warum, konnte sie nicht erklären. Es war auch egal. Aber sie wusste es nicht sicher. Wenn ER dabei gewesen wäre, ihn hätte sie erkannt. Und vielleicht auch noch den Typen mit den langen Haaren und dem Zopf. Aber die anderen? Sie schüttelte den Kopf. Als sie nach der Pause zurück auf die Bühne kam, waren auch sie weg. Irgendwann ließ der Zwang, ihn in jedem Gesicht zu suchen, nach. Mittlerweile war fast ein halbes Jahr vergangen. Es war Januar und gerade begann es zu schneien.

‚Ich glaub, ich krieg Kopfschmerzen‘ dachte sie. ‚Wieso muss ich jetzt an ihn denken?‘ Sie musste ins Bett. ‚Ich muss heute Abend wieder auftreten und ich kann und will mich von sowas nicht aus der Ruhe bringen lassen.‘

4.

Emily

Emily stand mit ihrer Band, den „Waterfalls“, hinter der Bühne.

„Es ist wieder voll.“, meinte Sue und kam zurück. Sie hatte, wie immer, Getränke an der Bar besorgt.

„Ja, es ist immer voll, wenn wir hier sind.“, lachte Niki. Alle nickten.

„Emily, das war super, dass Du uns hier diesen ‚Wochenend-Job‘ besorgt hast letztes Jahr. Es macht super viel Spaß hier aufzutreten. Und wir können Musik machen.“

Ihre Gruppe war eine reine Mädchenband. Nun, bis auf den Schlagzeuger, Chris. Chris war voll schwul und stand auch dazu. Aber Schlagzeug spielen, das konnte er. Also, ja, sie waren eine reine „Girls-Band“.

„So, Mädels.“, sagte Henriette, die von allen nur Henni genannte wurde. „Es geht los. Wo ist Sue?“, suchend sah sie sich um.

„Hier! Ich war noch schnell auf dem Klo.“ Alle lachten. Das machte Sue immer so.

Henry stand schon auf der Bühne und sagte sie an.

„Und hier kommen sie. Applaus für unsere Band, die ‚Waterfalls‘.“

Chris betrat, wie immer, als erster die Bühne und setzte sich ans Schlagzeug. Sie hatten sich im Laufe des Jahres eine Reihenfolge angewöhnt. Er machte ein kurzes Solo. Währenddessen betrat Henni die Bühne und stellte sich ans Keyboard. Chris beendete sein Solo und Henni spielte ein paar Tasten am Keyboard. Sue und Niki gingen gleichzeitig auf die Bühne. Sue schnappte sich die E-Gitarre und Niki ihre Westerngitarre. Die beiden stiegen ins Keyboard ein und auch Chris. Emily betrat die Bühne. Hatten auch von Anfang an alle applaudiert, steigerte sich der Applaus nun noch und viele Pfiffen und Johlten. Mittlerweile hatte sich die Gruppe daran gewöhnt. Gerade zu Anfang war dies allen unangenehmen gewesen, aber jetzt waren sie ja schon fast Profis.

Emily verbeugte sich. „Danke, Danke.“, sagte sie.

Drake

Drake saß mit allen seinen Jungs an einem der runden Tische, die in dem Lokal aufgestellt waren. Sie alle vier wollten heute Abend dabei sein. Keiner von ihnen wollte sich das entgehen lassen. Auch seine Jungs grölten. Ihm verschlug es fast den Atem, er zitterte leicht. Sie roch nicht nur wie immer unglaublich gut. Sie sah auch so aus. Ihre langen Haare waren noch ein Stück länger geworden und fielen in leichten Locken über ihren Rücken. Es war heiß für Mai und sie trug ein knöchellanges, grünes weit fließendes schlichtes Kleid ohne Träger. An der Brust war es irgendwie gerafft und sehr eng. Es betonte sehr vorteilhaft ihren Busen. Drake knurrte. Selbst von hier aus konnte er sehen, dass das Grün perfekt zu ihren Augen passte.

Emily

Emily drehte sich zu ihrer Band um und die Musik verklang. Sie stand am Mikro und während sie die Gäste mit „Hallo zusammen, guten Abend.“, begrüßte, wanderte ihr Blick durch die Bar. Sie war wieder zum Bersten voll. Alle Tische waren belegt. Sie wusste, dass Henry, der Besitzer der Bar, im Frühjahr noch ein paar Tische und Stühle gekauft hatte, weil der Laden immer voll war, wenn sie auftraten. Auch die Theke war bis auf den letzten Platz belegt und viele standen im hinteren Teil des Raums an der Wand. Die Bar hatte eine leichte Hufeisenform. Die Bühne war am anderen Ende des Raumes und wie ein umgedrehtes U geformt. Vor der Bühne gab es eine kleine Tanzfläche. Emily stand eigentlich immer vorne in der Mitte. Rechts und links standen Sue und Niki. Chris mit seinem Schlagzeug hinter ihr und Henni stand mal rechts und mal links mit ihrem Keyboard. Die Theke, die sich von ihr aus links befand, nahm die ganze linke Seite ein. Hier konnte man auch viele tolle Cocktails trinken. Die Tische zogen sich durch den ganzen Raum, waren eng gestellt und endeten auf der rechten Seite.

„Hallo, ihr Lieben. Schön, dass wieder so viele gekommen sind. Vielen Dank. Ich sehe auch immer mehr bekannte Gesichter.“ Sie hob die Hand und winkte. Viele Zuschauer hoben die Hand und winkten zurück. Während Emily sprach, folgte auch ihr Blick einem festen Ritual. Sie brauchte das, um ruhiger zu werden, denn sie hatte immer noch etwas Lampenfieber. Und sie wusste, dass viele ihrer „Fans“ – kaum zu glauben, aber sie hatten Fans – diesen Blick mittlerweile wie einen persönlichen Händedruck werteten und darauf warteten.

„Wir haben uns für heute Abend etwas Besonderes überlegt, aber dazu leider erst nach der Pause mehr.“ Sie lachte. „Ansonsten, musiktechnisch, wollten wir heute . . .“ sie verstummte. Ihr Blick hatte den letzten Tisch erreicht. Ungläubigkeit stand auf ihrem Gesicht. Da war er. ER! War er es wirklich? Ihr Herz verhaspelte sich, sie schluckte, schüttelte den Kopf und wandte den Blick wieder nach links zur Theke.

„Also . . .,“, sie räusperte sich. „Also wie gesagt, nach der Pause haben wir für Euch . . .“ Ihre Gedanken rasten, ihr Herz auch. Er war hier? Hier? Aber bestimmt nicht wegen ihr. Nun ja, vielleicht wegen der Band, aber nicht wegen ihr. Sie schaute wieder nach rechts. Dorthin, wo er immer noch saß. Und sie anstarrte? Sein Blick schien sich tief in ihre Seele zu bohren.

„Scheiße.“, sagte sie und da das Mikro schon offen war, hörten es alle. ‚Ich muss mich zusammen reißen!‘, dachte sie. Sie lachte nervös ins Mikro und sagte: „Sorry, aber ich hab was vergessen.“ Damit drehte sie sich um. Niki und Sue standen schon bei ihr.

„Was ist los?“, fragten sie aufgeregt. „Wirst Du krank?“

„Ich kann nicht atmen!“, flüsterte Emily.

„Emily, was ist los? Du zitterst ja!“, fragte Niki.

„Er ist hier!“ Ihre Hände zitterten.

„Wer? Wer ist hier?“

“Meine Halluzination! Bitte, sagt mir, dass er echt ist und ich nicht halluziniere. Er sitzt da hinten am Tisch.“

In der Bar machte sich Unruhe breit. Niki, ganz der Profi, blickte einmal von links nach rechts und zurück. Dann sah sie Henry hinter der Theke, der ein fragendes „Was?“ mit seinen Lippen formte und die Hände hob.

„Henry, bitte bring uns doch noch die Runde Caipirinhas und für jeden ein Glas Wasser hoch. Das haben wir vergessen.“

Henry schaute etwas ungläubig, aber dann lachte er und rief laut „Ok, Mädels, kein Problem.“ Das Publikum lachte und viele riefen: „Ja, Henry, mir auch!“.

„Ja, ich weiß, wen Du meinst und ja, er ist immer noch da. Und ehrlich gesagt, sieht er etwas irritiert in unsere Richtung. Es tut mir leid, Em, aber Du musst Dich zusammen reißen. Und Du weißt ja gar nicht, ob der wegen Dir hier ist. Vielleicht hat der 'ne schreckliche Olle zu Hause und muss sich mal was Aufregendes ansehen.“ flüsterte Niki.

Sue und Emily lachten.

„Du bist unverbesserlich, Niki, danke.“, flüsterte Emily.

„Das erste Lied such ich aus!“ Niki wisperte Sue etwas ins Ohr und diese nickte. Sie sprach noch mit Henni und Chris, während Henry mit den Drinks auf die Bühne kam und jedem von ihnen den Caipi in die Hand drückte.

„Emily?“, flüsterte er. „Ist alles ok?“

Sie nickte, nahm einen großen Schluck und stellte sich vors Mikro. Sie holte tief Luft und als die ersten Töne erklangen, glaubte sie, ihren Ohren nicht zu trauen. DAS sollte sie singen? Sie drehte sich böse blickend zu Niki um, doch diese lächelte nur und zuckte mit den Schultern. Die ersten Töne von Vanessa Amorosi ‚Everytime I close my eyes‘ erklangen und mit voller Leidenschaft begann sie zu singen.

Danach musste sie noch ‘I wanna be your everything’ und ‘You were led on’ von Vanessa Amarosi singen. ‘Run’ von Leona Lewis und ‘Turn to you’ von Melanie C und noch vieles mehr. Die Mädels hatten wirklich kein Erbarmen mit Emily.

Sie versuchte krampfhaft, nicht in seine Richtung zu schauen, aber das war nicht einfach. Wie magnetisch wurde sie von ihm angezogen. Sie wusste nicht, wie sie ihr Herzrasen unter Kontrolle bringen sollte. Und er schaute nur sie an. Natürlich sahen alle zur Bühne, aber an vielen Tischen wurde auch leise gesprochen. Und das war auch ok, schließlich wollten sie eigentlich nur „Begleitmusik“ sein. Nur er bewegte sich nicht. Er saß unbeweglich und schaute sie an. Nur sie. Nach den ersten Takten war ihre Nervosität zwar nicht verschwunden, aber wie immer wurde sie ruhiger und konnte sich nicht nur auf den Text konzentrieren, sondern auch auf ihn. Bei manchen Textzeilen sah sie ihn ganz bewusst an und viele Zeilen sang sie nur für ihn.

„Jetzt machen wir eine kurze Pause. Vergesst nicht, hier gibt’s tolle Cocktails.“ Alle lachten. Kaum waren sie von der Bühne runter, wurde Emily von ihren Bandmitgliedern und Henry umringt.

„Was ist los? Was war los? Ist alles ok? Geht es Dir gut? Was ist passiert? Hast Du Kopfschmerzen?“ Sie redeten alle gleichzeitig auf sie ein.

„Halt!“, sagte Niki. „Jetzt lasst sie doch mal in Ruhe.“

„Henry, ich brauch noch 'nen Caipi, bitte, kannst Du mir einen machen?“

„Erst will ich wissen, was da los war! Dann mach ich Dir einen.

„Ok. Ok.“ Sie schaute in die Runde. „Wisst ihr noch, letztes Jahr, da hab ich doch auf der Rheinkirmes diesen Typen gesehen. Ich weiß, es klang damals schon bescheuert – und heute immer noch – aber ich hatte doch immer dieses Gefühl, als würde uns was verbinden. Ich hab ihn nie wiedergesehen, jedenfalls nicht, dass ich es wüsste, und ihn deshalb ‚meine Halluzination und seine Bodyguards‘ genannt.“ Alle nickten wissend. „Nun, meine Halluzination ist hier und sitzt dahinten am Tisch. Jedenfalls hoffe ich, dass ihr ihn alle sehen könnt und er keine Halluzination ist, sonst muss ich echt zum Arzt.“ Gleichzeitig drehten sich alle um. „Wo? Wer? Welcher ist es?“ wurde gefragt. Sue erklärte es, denn Emily stand immer noch mit dem Rücken zum Raum und wollte nicht in seine Richtung sehen. „Ja! Ja. Es ist unschwer zu erkennen, welchen Du meinst, denn er lässt Dich nicht aus den Augen.“

Henry brummelte ein „Ok“ und verschwand hinter der Bar.

„Und jetzt? Was machst Du jetzt?“, wurde Emily gefragt.

„Keine Ahnung. Abwarten und Tee trinken vielleicht?“ Sie zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es nicht.“ Sie schaute zu Henry, der Caipirinhas mixte. „Jetzt geh ich erst mal unsere Caipis holen.“, sagte Emily und ging zur Theke. Es dauerte nicht lange, da wurde es dunkel neben ihr, denn ein Schrank hatte sich neben sie gestellt.

„Hey“, sagte er leise. Sie schloss kurz die Augen, ihr Herz schlug ihr bis zum Hals, und sie holte tief Luft, bevor sie sich zum ihm umdrehte. Sie war mit ihren 1,70 schon nicht gerade klein für eine Frau, aber sie musste dennoch den Kopf fast in den Nacken legen, um in seine Augen zu schauen. In ihrem Kopf entstand ein kurzes Déjà-vu, aber sie konnte es nicht fassen. Sie konnte ihm nicht in die Augen schauen. ‚Was, wenn sie nicht blau wie das Meer sind?‘ So blieb sie an seinen Lippen hängen. ‚Scheiße‘, dachte sie. ‚Schlechte Idee‘, denn in ihrem Kopf entwickelten sich sofort Bilder von seinem Mund auf ihrem Mund, auf ihrer Haut. Sie schluckte, atmete flach. In den Augenwinkeln konnte sie sehen, dass er eine Hand hob und dann fühlte sie einen Druck am Kinn, als er ihren Kopf an hob.

„Sieh mich an.“, verlangte er leise. Er sprach deutsch mit einem starken amerikanischen Akzent. Seine Stimme war tief und irgendwie . . . heiser? Nun musste sie ihn ansehen. Um Emily herum wurde es still, nur das Klopfen ihres Herzens war in ihren Ohren zu hören und sie versank in seinen Augen. Es fühlte sich an, als würde er bis in ihre Seele sehen. ‚Wie kitschig‘, dachte sie noch. Aber so war es.

Drake

Drake wusste nicht, woher er die Kraft nahm, sie nicht sofort zu küssen, hier auf der Theke zu nehmen. Ihr Duft, so nah, so rein. Ihre Augen, er versank. ‚Nach Hause kommen, ankommen‘, war sein Gedanke. Sein Herz raste, er bekam keine Luft mehr. Ihre Haut unter seinen Fingern . . . seine Fingerspitzen brannten. Ganz langsam kam sein Gesicht, seine Lippen immer näher. Im Augenwinkel nahm er eine Bewegung wahr. Henry, der die Caipirinhas brachte. Und dann passierten so viele Dinge so schnell hintereinander, dass er es fast nicht fassen konnte.

Emily

Drake knurrte, ganz leise. Aber nicht leise genug. Während Emily wie erstarrt darauf wartete, sich von ihm Küssen zu lassen, hörte sie dieses leise Knurren. Dieses Geräusch allein und sie stand in Flammen. Es gab kein anderes Wort dafür. Ihr Herz sprang fast aus ihrer Brust. Sie hatte augenblicklich eine Gänsehaut. Ihre Brustwarzen stellten sich auf und sie spürte, wie ihr Höschen feucht wurde. Vor Erregung! Sie schluckte heftig. Und der Typ vor ihr sah sie auf einmal total erstaunt an, holte tief Luft durch die Nase und dann lachte er leise.

„Em?“ Henry sah sie fragend an. „Ist alles ok? Oder belästig Dich der Typ?“ Der Moment war vorbei. Emily ging einen Schritt zurück und sah Henry an.

„Es ist alles ok, danke Dir“. Dann schnappte sie sich die Caipis und wollte gehen. Sie stand schon mehr hinter als neben ihm, als er ihr noch ins Ohr flüsterte „Trink nicht so viel.“ Dann war sie an ihm vorbei.

„Was war denn da los? Es sah aus, als wollte er Dich küssen. Wie in Zeitlupe.“, wurde sie von ihrer Band vernommen. Sie waren nicht nur eine Band, sie waren auch Freunde geworden. Richtig gute Freunde. Sie waren oft auch privat zusammen und jeder hatte jeden schon mal im Arm gehabt, sich dessen Sorgen angehört und getröstet.

Emily nahm einen Caipi und trank ihn in einem Zug. „Trink nicht so viel.“, hatte er ihr zugeflüstert. Wer war der denn? Ihr Vater? Ihr Freund? Nein! Sie konnte so viel trinken, wie sie wollte. Sie nahm sich noch ein Glas, drehte sich provozierend um, lächelte ihn an und prostete in seine Richtung. „Für Dich, Du Arschloch!“ flüsterte sie. Sie war sich nicht sicher – konnte sie das wirklich über diese Entfernung sehen? Und gehört haben konnte er sie doch auf keinen Fall – aber sie konnte zusehen, wie sich sein Gesicht verzog und dann schüttelte er leicht den Kopf.

Normalerweise trank sie wirklich nicht viel und drei Caipirinhas in dieser kurzen Zeit waren für sie schon fast zu viel. Aber der Alkohol machte sie mutig. „Leck mich!“ fluchte Emily noch. „Kommt, Mädels, wir müssen wohl wieder hoch.“

Ja, der Alkohol machte sie mutig und warum auch immer, aber sie war sauer auf ihn. Sie stand auf der Bühne und sagte: „Ich hatte ja eingangs gesagt, dass wir uns heute noch etwas – hoffentlich für Euch – Besonderes überlegt haben. Und zwar wollten wir Euch heute ein paar private Dinge erzählen und Euch erlauben, jedem von uns ein paar private Fragen zu stellen. Dazwischen spielen wir immer mal wieder ein paar Lieder. Würde Euch das interessieren?“ Sie hatten eigentlich nicht damit gerechnet, aber die Leute applaudierten und pfiffen und viele riefen „Ja.“ und „Super.“

„Gut, dann erzähle ich Euch kurz was von uns. Am Schlagzeug, das ist Chris. Und ja, Chris ist schwul. Aber seht ihr hier vorn an der Theke den unglaublich gutaussehenden Kerl? Das ist Rafe, sein Freund. Also haltet Euch lieber fern von Chris.“ Viele lachten.

„Am Keyboard, das ist unsere Henriette, aber wir sagen nur Henni zu ihr. Unsere Henni steht auf Frauen und sie ist noch nicht vergeben. Wer sie also kennenlernen möchte, kann sie gerne ansprechen.“ Emily lachte ins Mikrofon. „Aber bitte keine Jungs - Eure Chance Mädels!“ Aus dem Publikum waren viele Stimmen wie „Oh nein!“ oder „Wie schade!“ zu hören, aber auch Gekicher.

„So, Sue mit der E-Gitarre ist verlobt und wird nächstes Jahr heiraten.“ Es wurde geklatscht. „Der Typ neben Rafe ist Bastian, ihr Freund. Er ist übrigens Boxer.“

„Unsere Niki ist mit ihren grade mal etwas über zwanzig Jahren unsere Jüngste und unser Küken. Sie ist noch nicht vergeben und wer sich in der langen Reihe der Verehrer anstellen möchte, muss erst mal an uns vorbei. Aber bitte, versucht es. Dann bringt aber bitte ein Gesundheitszeugnis und natürlich auch Eure Lohnabrechnungen mit!“ Der ganze Saal lachte.

Abgesprochen war, dass nun Niki etwas zu Emily sagte, aber die redete einfach weiter.

„Wisst ihr, ich glaub, ich kann nicht mehr lange auftreten.“ Erstaunen machte sich unter den Zuschauern breit. „Ja, es ist nämlich so, ich fürchte, ich bin krank. Ich habe nämlich Halluzinationen.“ Viele lachten und Emily lachte mit. „Letztes Jahr habe ich Euch doch von meiner Halluzination und seinen Bodyguards erzählt.“ Viele riefen ‚Ja!‘ und lachten. „Nun, er ist hier. Meine Halluzination ist hier und hat mit mir gesprochen und mich angefasst. Und nun möchte ich von Euch wissen, ob ich wirklich halluziniere oder ob ihr ihn alle sehen könnt. Wenn ihr ihn nämlich nicht sehen könnt, dann muss ich Montag mal dringend zum Arzt.“ Viele lachten, manche drehten sich suchend um. ‚Was machst Du hier?‘, fragte sie sich selber. ‚Keine Ahnung!‘. Sie wollte ihn verletzten. Irgendwie. Aber warum? Sie wusste es nicht.

„Dort.“, sagte sie nur und zeigte auf den Tisch, an dem Drake mit seinen Jungs saß. „Komm!“, rief sie „Komm!“, sie winkte. Seine Jungs lachten, nur er nicht. Er wurde sauer. Was sollte das hier werden?

„Ich hab natürlich auch keine Ahnung, wie er heißt. Also, Du dahinten, komm, komm her.“ Sie winkte ihn zu sich.

Tristan schubste ihn vom Stuhl und rief laut „Drake! Er heißt Drake!“ Sam sagte: „Na, geh schon. Geh jetzt da hin!“

„Also – Drake – würdest Du bitte kurz zu mir kommen?“ Wen verletzte sie hier eigentlich? Ihn? Oder nicht doch sich selber? Ihr Herz schlug viel zu schnell und auch ihre Atmung war nicht gerade langsam. Und dann stand er vor der Bühne. Sie nahm das Mikro und fragte die Leute. „Also, er steht jetzt direkt hier vor mir. Könnt ihr ihn sehen?“ Viele applaudierten und riefen: „Ja!“.

„Drake“, sagte sie und irgendwo ganz hinten im Kopf hatte sie wieder ein Déjà-vu, aber auch dieses Mal konnte sie es nicht festhalten. „Bist Du eine Halluzination?“, fragte sie. Vereinzelt wurde gelacht. Er schaute sie böse an. „Nein.“, brummte er. Am liebsten hätte er laut geknurrt, aber das ging hier natürlich nicht.

„Aha, also keine Halluzination?“

„Nein!“

„Puh, wisst ihr was Leute. Ich bin beruhigt. Ich hab echt schon gedacht, ich würde bekloppt werden. Danke, Drake.“ Damit war er entlassen. Sie ließ ihn einfach stehen. Er hasste es, in der Öffentlichkeit zu stehen, aber das war er hier. Er warf ihr noch mal einen bösen Blick zu und ging dann langsam zu seinem Tisch zurück.

„Ok, also, ich bin auch noch nicht vergeben und wenn Ihr ausseht wie der Typ, dann habt ihr keine Chance bei mir! Gut, jetzt habt ihr erst mal ein paar Infos und ihr könnt Euch ein paar Fragen überlegen, wenn ihr wollt. Wir spielen einen Song.“ Emily drehte sich um und Sue fragte, was denn das für eine Aktion gewesen war und ob sie nun irgendwas erreicht hatte. Emily sagte nichts, sah sie nur an. „Wir spielen jetzt Pink ‚u and ur hand‘.“ Hiermit drehte sie sich um und stellte sich ans Mikro. Drake hatte sie noch nie so rocken gesehen, aber der Text machte ihn noch wütender. Maddox lachte laut. „Na, die haut dir aber voll eine rein.“ Danach gab es tatsächlich viele, die Fragen stellten. Eine Frage war, warum ihre Band „Waterfalls“ hieß.

„Hast Du schon einmal nackt unter einem Wasserfall gestanden?“ „Nein.“ Sie lachte „Aber ich!“

Drake

Drake verschluckte sich an seinem Bier und hustete. Sein Schwanz reagierte sofort. Er war sowieso schon total heiß von der Aktion an der Bar, ihre Erregung die er riechen konnte, als er leise geknurrt hatte. Und nun auch noch das Bild, wie sie nackt unter einem Wasserfall stand. Mit der Faust schlug er auf den Tisch.

Emily

Um ein Uhr nachts hatten sie ihr letztes Lied gespielt und der Laden leerte sich. Die „Waterfalls“ standen noch, wie immer, auf der Bühne und redeten über den Abend miteinander.

„Oh Gott“, flüsterte Emily auf einmal. „Oh Gott, was hab ich getan? Ich muss mich hinsetzen.“ Sie setze sich auf eine der drei Stufen, die zur Bühne führten. „Ich glaub, mir ist schlecht.“

„Tja, ehrlich gesagt, ich weiß auch nicht, was das für 'ne Aktion da oben sein sollte. Aber wenn ich ehrlich bin, hast Du ihm viel zu viel von Dir verraten. Und hast Du damit irgendwas gewonnen oder erreicht? Glaubst Du wirklich, dass er nach dieser Aktion noch mal hierher kommen wird?“ Sue schimpfte.

5.

Emily

„Ich bring sie nach Hause.“ Drake stand neben ihnen.

„Ich bin selber mit dem Wagen hier!“, schnauzte sie ihn sofort an.

„Du kannst nicht mehr fahren. Also bringe ich Dich nach Hause.“ Drake ließ keine Diskussion zu.

„Dann fahre ich mit der U-Bahn! Und außerdem wird es noch dauern, wir haben hier noch was zu erledigen!“

„Ich warte.“ Drake wandte sich ab, marschierte zu seinem Tisch zurück und setzte sich hin.

„Niki . . .“ Emily war irgendwie verzweifelt.

„Hm, ich weiß auch nicht warum, aber ich glaub, Du bist in guten Händen bei ihm. Also, lass Dich nach Hause bringen. Nimm ihn mit ins Bett und lass Dich mal wieder so richtig gut durchvögeln. Das tut Dir gut. Und morgen rufst Du mich an und erzählst mir alles. Alle schmutzigen Details!“.

Wütend packte Emily ihre Sachen und stapfte ohne ein Wort des Abschieds raus. Drake stand auf und folgte ihr. Mit Abstand. So wie er es das letzte Jahr fast jeden Abend gemacht hatte, wenn sie hier gewesen war. Nur diesmal war er öffentlich da.

*****

Emily

Emily ging stinksauer Richtung U-Bahn. Am liebsten hätte sie irgendwas zerschlagen, in ihn reingeschlagen. Der Weg war nicht weit, aber sie drehte sich ein paar Mal um und sah, dass er so 10m hinter ihr her ging. Und noch mal weiter hinten liefen noch zwei Gestalten. ‚Also doch seine Bodyguards‘, dachte sie.

„Hau ab!“ rief sie laut durch die Nacht. „Hau ab und lass mich in Ruhe!“

„Das kann ich nicht.“, sagte er leise, aber sie konnte ihn natürlich nicht hören.

Warum war sie eigentlich so wütend auf ihn? Er hatte ihr nichts getan. Sie wusste es nicht. Sie fühlte sich verletzt, verraten. Aber warum? Warum? Weil ihr bis heute nicht wirklich bewusst war, dass sie sich in ihn verliebt hatte? Oder vielleicht auch mehr? Und dann war er heute da. Heute! Wo war er das letzte Jahr gewesen? Er hatte versucht, sie zu küssen. Oder hatte sie sich das eingebildet? In ihren Augen brannten Tränen.

Sie rannte die Stufen zur U-Bahn runter. Hoffentlich war die Bahn schon da, sie konnte rein springen und ihm entkommen. Außer Atem und mit klopfendem Herzen stand sie unten. Doch das Glück war heute nicht auf ihrer Seite. Die Bahn war nicht da, dafür standen weiter hinten zwei Männer. Emily spürte sofort, dass die beiden nicht ganz ‚koscher‘ waren. Instinktiv drehte sie sich nach Drake um, aber der war nicht da. Logisch, wenn sie ihn brauchte, war er nicht da! Emily blieb ganz vorne stehen. Ihr Herz klopfte schnell und ihre Hände wurden feucht.

‚Oh Mann, Scheiße, Scheiße, Scheiße!‘ Ihr kam sofort die Situation aus dem letzten Jahr in den Kopf, als sie dachte, ein Serienmörder stand vor ihr. Wieder dieses Déjà-vu-Gefühl. Die beiden Männer kamen näher. Sie machten blöde, laute und anzügliche Bemerkungen, die Emily hören konnte und wahrscheinlich auch sollte.

„Na, Babe, so mitten in der Nacht ganz allein?“, sagte der Erste.

„Brauchst Dir keinen Kopf machen, wir passen auf Dich auf!“, lachte der Zweite.

Emily dreht sich zu ihnen um. Sie hatten schon die Hälfte der Strecke überwunden. Emily bekam Angst, richtig Angst. Ihr Herz raste, ihre Hände waren schweißnass und ihr Körper pumpte sich mit Adrenalin voll. Sie drehte sich um und lief zur Treppe. Sie hörte laufende Schritte hinter sich und wollte gerade die ersten Stufen hoch rennen, als sie von hinten gegriffen und festgehalten wurde.

„Wo willst Du denn hin?“, lachten die Männer. Sie waren beide ziemlich hässlich, hatten schlechte Zäune, die sie beim Grinsen zeigten, und stanken nach Alkohol.

Ihre Gedanken überschlugen sich. ‚Egal, was sie wollen, gib es ihnen. Geld, Schlüssel, alles. Rede mit ihnen, halt sie am Reden.‘ Sie öffnete den Mund, um etwas zu sagen, doch einer von ihnen versuchte, sie zu küssen. Emily bekam grad noch den Mund zu, als die Zunge von dem mit dem roten T-Shirt über ihren Mund fuhr. Sie musste fast kotzen und konnte schon die Galle in ihrem Mund schmecken. Wieder raste ihr Herz, aber diesmal vor Angst. Sie konnte fast nichts mehr sehen, denn ihre Augen schwammen mittlerweile in Tränen. Die ersten liefen schon die Wangen runter.

„Oh oh, Du musst doch nicht weinen.“ Mit seinen schwieligen Händen wischte der rote Typ – wie sie ihn in Gedanken nannte – ihre Tränen weg. „Wir tun dir nicht weh.“ Er lachte. „Wir haben nur etwas Spaß miteinander. Dir wird das gefallen. Ich bin mir sicher.“, dann lachte er laut. Der andere Typ, der mit dem schwarzen T-Shirt, stand hinter ihr. Er nahm ihr den Rucksack ab und stellte ihn einfach auf dem Boden ab. Dann hielt er ihre Arme auf dem Rücken zusammen. „Genau!“, sagte er rau an ihrem Ohr.

Sie hielten sie fest und der rote Typ versuchte die ganze Zeit, sie zu küssen. Während dessen zog er an ihrem Kleid. Ihr Oberteil rutschte hinunter und ihre Brüste standen offen und wehrlos vor ihm. Der Mann gab ihren Mund frei und starrte ihre Brüste an. „Wie geil!“, sagte er.

Emily holte tief Luft, hob den Kopf und schrie: „D R A K E ! D R A K E !“

Drake

Drake ging langsam hinter ihr her. Er konnte noch sehen, wie sie um die Ecke bog und dann musste sie die Stufen zur U-Bahn runter. Er wusste auch, dass die Bahn erst in etwa 15 min. kam. Er hatte also Zeit und musste sich nicht beeilen, hinter ihr her zukommen. Er war stinkwütend. Sie hatte ihn in der Öffentlichkeit gedemütigt. Na ja, für ihn fühlte es sich zumindest so an. Und das verletzte ihn. In Gedanken ging er den Abend noch mal durch. Er hatte gedacht, es hätte alles gut angefangen. Bis die Pause vorbei war. Doch manche Dinge hatten sich wie Schläge in die Magengegend angefühlt. Deshalb war er sauer.

Auf einmal roch er etwas anderes. Er roch immer noch Emily, aber . . . aber da war noch etwas. Er holte tief Luft. Angst! Sie hatte Angst. Emily hatte Angst. Wahnsinnige Angst. Er drehte sich nicht um. Er rief einfach: „Jared! Maddox!“, und rannte los. In diesem Moment hörte er sie schreien: „DRAKE! DRAKE!“. Er rannte nicht mehr, er flog schon fast die Stufen hinunter und hinter ihm Maddox und Jared.

*****

Emily

Auf einmal war er da. Sie konnte nicht viel sehen, weil ihre Tränen ihr die Sicht verwischten, aber er war da. Laut schluchzte sie.

Drake

Drake sah Rot. Als er die Treppen hinunter gerannt kam, sah er, wie Emily von zwei Männer begrapscht wurde. Der eine hielt sie fest. Er hatte ihre Arme auf ihrem Rücken verdreht. Der andere stand vor Emily und starrte auf ihre Brüste. Ihre nackten Brüste. Die völlig ohne Schutz seinen Augen ausgeliefert waren. Das gehörte nur ihm!

„DAS würde ich nicht tun, Jungs.“, sagte er leise. Roter Typ und schwarzer Typ lachten. „Du kannst sie nach uns haben.“, sagte einer von ihnen.

„DAS würde ich an Eurer Stelle nicht tun!“, sagte Drake sehr bestimmt und ganz leise. Und dann knurrte er laut auf. Drake packte den Typen mit dem roten T-Shirt an der Schulter und riss ihn von Emily weg. Dann holte er aus und brach ihm mit einem Schlag die Nase. Maddox schnappte sich den anderen, der total schockiert war und Emily mittlerweile losgelassen hatte. Emily weinte und wollt sich das Kleid wieder über die Brust ziehen, doch ihre Hände zitterten so sehr, dass sie es nicht schaffte. Der Typ, der jetzt eine gebrochene Nase hatte, war in die Knie gesunken und jammerte: „Bist Du bescheuert!? Du hast mir die Nase gebrochen! Wir wollten doch nur ein wenig Spaß!“

„Drake.“ Jared stand neben ihm und zeigte mit dem Kopf auf Emily. Sofort stand Drake bei ihr. Er zog seine Lederjacke aus und hielt sie vor Emily und ihrer Nacktheit. Er zog ihr die Jacke über und sagte dann leise: „Ich helfe Dir.“ Seine Hände zogen an ihrem Kleid, bis es wieder an der richtigen Stelle war. Sie konnte ihn nicht ansehen. Sie schämte sich. Dann legte sie einfach den Kopf an seine Brust und weinte. Drake brach es fast das Herz, sie so zusehen. Er nahm sie in den Arm.

„Ich bringe Dich jetzt nach Hause.“, flüsterte er ihr ins Ohr. „Und diesmal lasse ich mich nicht zurückweisen.“ Sie schluchzte und nickte. „Oder soll ich Dich ins Krankenhaus fahren?“ Emily schüttelte den Kopf „Es ist ja noch nicht wirklich was passiert.“ „Ok“. Er nahm sie auf den Arm.

„Jungs, bringt ihr die Beiden zur Polizei und erstattet Anzeige? - Ok, prima. Ich bring Emily nach Hause.“

Drake trug sie den ganzen Weg bis zu ihrer Wohnung auf seinen Armen. Er fragte nicht einmal nach dem Weg oder wo er hinmusste. Aber Emily fiel es nicht wirklich auf, sie weinte die ganze Zeit.

„Mein Rucksack . . .“

„Hab ich. Ich hab alles. Alles was zählt ist, Dir ist nichts passiert.“ Er küsste sie auf die Stirn.

*****

Drake

Er war das erste Mal in ihrer Wohnung. Soleigh kam auf sie zu gerannt und begrüßte die beiden freudig.

„Emily, ich lasse Dich jetzt runter. Kannst Du stehen?“

Sie nickte und Drake ließ sie runter. Er lief los und rief: „Wo ist der Schnaps?“, doch er bekam keine Antwort. Er fand die Küche und riss den Kühlschrank auf. Hier stand Holunderschnaps in der Türe. Wahrscheinlich selbst gemacht. Er packte die Flasche und lief zurück in den Flur. Sie stand noch genau dort, wo er sie zurückgelassen hatte. Sie zitterte wie Espenlaub, ihre Zähne klapperten und die Tränen liefen. Sie konnte sich nicht beruhigen.

‚Was mach ich jetzt? Was mach ich jetzt?‘, fragte er sich in Gedanken. „Emily, soll ich nicht doch einen Arzt anrufen? Du hast doch 'nen Schock!“

„Nein.“, schluchzte sie. „Es geht . . . mir . . . gut. Ich . . . kann . . . mich . . . nur nicht . . . beruhigen . . . oder aufhören, mit . . . Weinen. Tut, tut mir . . . leid.“, stotterte sie.

So viel Leid in ihren großen grünen Augen. Augen, die sein zu Hause waren. Er nahm sie wieder in die Arme. „Scht, ich bin hier, ich bin hier.“ Dann nahm er sie an die Hand und ging mit ihr in die Küche. Dort setzte er sie auf die große Insel in der Mitte der Küche und suchte ein Glas. Er schenkte einen Schnaps ein und gab ihr das Glas.

Emily

Emily fühlte den kalten Stein der Marmorplatte an ihrem Po. Ihr war kalt und sie konnte nicht aufhören zu zittern. Wie war sie nach Hause gekommen? Sie war völlig durcheinander. Aber er war da. Und sie vertraute ihm. Er gab ihr Sicherheit, er hatte sie gerettet. Wieder begann sie zu weinen. Ihre Tränen liefen einfach, sie konnte sie nicht aufhalten.

Drake

„Trink.“ Befahl er und sie trank. „Noch einen.“ Er hielt ihr einen Zweiten hin. „Wo ist dein Bad? Hast Du eine Dusche?“ Er nahm Emily an die Hand und suchte das Bad. Die erste Tür, die er öffnete, war ein Abstellraum und Emily lachte. Die nächste Türe war ein Schlafzimmer.

„Ist das Dein Schlafzimmer?“, fragte er.

„Nein, das ist das Gästezimmer.“

„Wo ist das Bad?“

„Mein Bad ist im Schlafzimmer.“

„Und wo ist das?“

„Ganz hinten.“

Drake sah den Flur entlang. Die Wohnung war groß, größer als er gedacht hatte. Hinten rechts konnte er wohl eine Balkontür sehen, also ging er davon aus, dass dort das Wohnzimmer war. Er hielt immer noch ihre Hand und wandte sich nach links. Dort am Ende des Flurs machte er die Türe auf und stand in einem großen weißen Schlafzimmer. Sein erstes Mal in ihrem Schlafzimmer hatte er sich wahrlich anders vorgestellt. Dann sah er die Türe, die – hoffentlich – endlich ins Bad führte.

Auch das Bad war groß und sie hatte eine große, begehbare Dusche mit Regenkopf. Er ließ sie mitten im Raum stehen und machte das Wasser in der Dusche an.

„Emily“, sagte er leise. „Geh duschen.“ Langsam zog er ihr dabei seine Lederjacke wieder aus. „Wo finde ich Handtücher? Ich bring Dir welche."

„Im Schrank.“, hauchte sie.

Drake drehte sich um und wollte das Bad verlassen, da flüsterte sie: „Kann ich Dir vertrauen? Ich meine, wirklich?“

„Ja, ja natürlich!“

„Bitte, geh nicht weg.“, schluchzte sie.

Er hielt ihre Hände und blickte in ihre tränengefüllten Augen. Ihre Augen sahen jetzt aus, wie ein tiefer, sehr tiefer See.

„Emily, ich geh nicht weg. Ich verlasse Dich nicht. Nie mehr. Ich werde immer hier sein. Ich hole nur Handtücher für Dich. Bitte, geh duschen. Sonst muss ich doch noch einen Arzt anrufen. Ok?“

Sie nickte und Drake drehte sich um und verließ das Bad. Sein Handy klingelte, während er in ihrem Schrank nach Handtüchern suchte.

„Maddox.“, brummte er ins Handy.

„Ich wollte nur Bescheid geben, dass die Typen jetzt bei den Bullen sind. Wir haben sie abgeliefert. Die Typen hatten wohl schon mehrere Frauen vergewaltigt. Die Bullen suchten schon nach ihnen. Emily soll morgen noch kommen und ihre Aussage machen.“

„Ok, sehr gut, prima!“ Maddox hörte die Erleichterung in Drakes Stimme. „Ich bleib heute Nacht hier. Wer bleibt draußen?“

„Ich habe schon mit Sam gesprochen. Er und Tristan wissen Bescheid. Aber Jared und ich bleiben hier.“ Damit war das Gespräch beendet.

Drake hatte Handtücher gefunden und packte einfach einen ganzen Stapel, dann ging er zurück ins Bad. Erst in dem Augenblick, als er das Bad betrat, dachte er daran, dass sie wohl nackt unter der Dusche stehen würde und musste schlucken. Er konnte nichts dafür, aber sein Herz schlug schneller und sein Mund wurde trocken. Aber heute Nacht durfte er sie unter keinen Umständen anfassen. Er holte tief Luft. Doch mit dem, was er sah, hatte er nicht gerechnet und er wusste nicht so recht, ob er eigentlich lachen oder weinen sollte. Emily stand unter der Dusche und ihre langen Haare waren durch das Wasser noch dunkler und auch eine Spur roter als sonst. Sie hielt die Hände vor ihr Gesicht und ihre Schultern bebten. Sie weinte. Aber sie trug auch immer noch ihr grünes Kleid, welches jetzt natürlich klatschnass war.

„Oh Emily“. Einen Augenblick lang schaute er sie an, dann zog er sich die Sneakers aus und warf sie raus ins Schlafzimmer. Er entledigte sich noch seines T-Shirts. Seine Jeans allerdings musste er anbehalten. Er trug weder Socken noch Unterhosen. Das war für ihn einfach unpraktisch. Und jetzt hätte er sich auch nicht nur mit Unterhosen zu ihr in die Dusche stellen können. Zu viel hätte sie dann sehen können, seine Erektion.

„Emily“, sagte er leise und trat hinter sie in die Dusche. „Erschrick nicht, ich bin’s.“ Vorsichtig legte er seine Hände auf ihre Oberarme. „Du musst das Kleid ausziehen. Komm, ich helf‘ Dir.“ Er hatte gesehen, dass das Kleid hinten einen Reisverschluss hatte. „Ok?“, fragte er, während er seine Hände vorsichtig auf ihren Rücken legte. Sie nickte nur. Drake zog langsam an dem Reisverschluss und entblößte dabei immer mehr nackter Haut. Er musste tief Luft holen. Sein Puls raste und natürlich hatte er einen riesigen Ständer, der in der Jeans regelrecht eingepfercht war.

*****

Emily

Emily stand unter der Dusche und es war, als würde sie erwachen. Sie wusste, dass Drake hinter ihr stand. Sie konnte trotz des heißen Wassers seinen Atem auf ihrer Haut spüren und wie er langsam und vorsichtig den Reisverschluss des Kleides öffnete. Sie erschauerte und eine Gänsehaut bildet sich auf ihrer Haut. Müsste sie nicht Angst haben? Sie kannte ihn doch gar nicht. Und noch heute Abend erst hatte sie ihn verteufelt. Aber dann war er da gewesen und ja, Niki hatte Recht. Auch sie, Emily, vertraute ihm.

„Emily, Du musst jetzt das Kleid vorne loslassen, sonst kann ich es Dir nicht ausziehen.“ sagte er leise. Sie schaute runter und bemerkte, dass sie ihr Oberteil fast krampfhaft festhielt. Doch dann ließ sie es los und ließ ihre Arme einfach seitlich runter hängen. Ihr Kleid fiel ihr sofort vor die Füße und Drake knurrte wieder leise. Dieses Geräusch, sie liebte es. Sie hatte es heute zum ersten Mal gehört, aber sie liebte es. Und wie in der Bar schon, war sie allein dadurch sofort erregt. Sie fröstelte und ihre Brustwarzen wurden hart. Sie war zwar schon nass vom Duschen, aber trotzdem zog sich etwas in ihrem Unterleib zusammen und sie war fast sofort feucht im Schritt.

Drake

Drake roch sofort die Veränderung und er konnte es nicht verhindern, es rutschte einfach raus, er knurrte noch mal. Leise, gefährlich, erotisch.

Emily

Ein wohliger Schauer überlief Emily und sie schloss die Augen.

‚Das darf doch wohl nicht wahr sein!‘, dachte sie. Ihr Herz kam gar nicht mehr dazu, sich zu erholen. ‚Schlaf mit mir. Schlaf mit mir.‘ Und dann laut: „Schlaf mit mir.“ Sie drehte sich zu ihm um. Und Drake sprang fast einen Meter zurück. Er war natürlich nass und seine Jeans klebte wie eine zweite Haut an ihm. Seine Haare hingen ihm tropfend ins Gesicht, während er sie seltsam bedrohlich hinter den Spitzen anstarrte. Er hatte eine glatte, dunklere Haut und sein Oberkörper war muskulös. Aber nicht zu viel, sondern schön definiert. War das etwa ein echtes Sixpack, was sie da sah? Auf dem linken Oberarm hatte er ein Tattoo, das sich über seine Brust zog. Trotz allem, oder gerade deswegen, was heute Nacht passiert war, sie war heiß auf ihn.

„Bitte, schlaf mit mir.“, sagte sie nochmal und sah ihm dabei fest in die Augen.

„Das kann ich nicht.“ Er schüttelte den Kopf. „Ehrlich, es tut mir leid, aber nicht heute. Morgen: sehr gern. Übermorgen: auf jeden Fall. Aber nicht heute. Heute nicht. Es tut mir leid.“

„Bitte!“, bettelte sie. „Ich will . . . ich muss diesen schlechten Geschmack der Typen loswerden und etwas anderes auf meiner Haut fühlen!“

„Genau das ist der Grund, warum ich heute nicht mit Dir schlafen werde. Wenn ich mit Dir schlafe, dann will ich, dass Deine Gedanken nur bei mir sind und nicht von etwas Schlechtem abgelenkt werden. Morgen, ich verspreche es Dir, morgen schlafe ich mit Dir.“

Drake

In seinem Kopf rasten die Gedanken und er konnte kaum glauben, was hier geschah - noch, was er gesagt hatte. Als das Kleid hinunter gerutscht war, konnte er das Knurren, dass sich tief in seiner Kehle aufgestaut hatte, nicht mehr halten. Und wenn er knurrte, wurde sie heiß! Er konnte es nicht glauben. Das war ihm in all den Jahren auch noch nicht passiert. Und wenn sie heiß war, wurde er nur noch heißer. Er fühlte sich schon den ganzen Abend, als würde er auf glühenden Kohlen gehen. Und dann dreht sie sich auch noch um. Er wollte sich zwingen, nur in ihre Augen zu sehen, was ihm aber nicht gelang. Ihre Haut war feucht. Und das Wasser lief zwischen ihren Brüsten zusammen. Er atmete schwer. Sie hatte eine perfekte Figur. Ihre Brüste waren größer, als er gedacht hatte. Sie würden sich bestimmt perfekt in seine Hände fügen. Ihre Haut war nicht so weiß, sondern leicht gebräunt und er konnte natürlich den Bikini erkennen. Sein Blick wanderte tiefer. Sie trug ein weißes Spitzenhöschen, welches jetzt mehr zeigte, als verhüllte. Er konnte die Augen kaum abwenden. Ihr Bauch und auch ihre Beine waren fest und sie hatte so kleine niedliche Füße. Sein Blick wanderte wieder nach oben. Mit jedem Zentimeter, der sein Blick über ihren Körper wanderte, fühlte er seinen Schwanz noch größer und härter werden. Er stöhnte leise.

Wie in Zeitlupe nahm er wahr, dass sie ihre rechte Hand hob und auf seine Brust legte und abermals knurrte er.

„Bitte!“, flüsterte sie und kam noch einen Schritt näher. „Bitte!“ Ihre Hand strich über seine Brust und langsam über seinen Bauch. Doch als sie den Rand seiner Jeans erreicht hatte, hielt er ihre Hand fest. Er beugte sich vor und küsste sie. Erst auf die Stirn, dann auf die Augen. Und schließlich ganz kurz und vorsichtig auf die Lippen.

„Morgen“, flüsterte er an ihren Lippen. „Morgen, versprochen.“

Er ging aus der Dusche, schnappte sich ein Handtuch und verließ den Raum. Er hinterließ viele nasse Fußspuren.

*****

Drake

Drake schloss die Badezimmertüre. Er zitterte. Sie hatte keine Ahnung, wie viel ihn das gekostet hatte, nicht auf sie einzugehen. Er hatte fast die Beherrschung verloren, als sie ihn angefasst hatte. Er atmete tief ein und aus, dann zog er sich die nasse Jeans aus. Jetzt stand sein Schwanz aufrecht. Er wickelte sich das Handtuch fest um die Hüften und drückte auf seinem Schwanz rum 'Geh weg' dachte er 'Geh weg!' Er musste sich ablenken, bis sie aus dem Bad kam. Daher schnappte er sich sein Handy und ging dahin, wo er das Wohnzimmer vermutete. Dort öffnete er die Balkontüre und stellte fest, dass hier nicht nur ein Balkon, sondern eine große Terrasse war. 'Sie wohnt ganz schön schick.' Sie wohnte in einer Art Penthouse-Wohnung, im sechsten Stock. Er wählte Sams Nummer und nach dem ersten Klingeln ging Sam ran.

"Was gibt's?", fragte Sam.

"Du bringst mir jetzt sofort eine Boxershort oder ähnliches und 'ne neue Jeans. Ich bin bei Emily. In der Wohnung.", blaffte er Sam an. Er strich sich mit der Hand über die Augen. "Tut mir leid. Der Abend war . . . einfach scheiße."

"Ja, kein Problem. Ich bring dir was rüber."

Drake blieb am Geländer stehen. Dort unten konnte er Jared und Maddox sehen. Er sagte: "Sam kommt." Und er sah nach unten. Sowohl Jared als auch Maddox hoben den Kopf. Sie nickten. Es dauerte nicht lange und Sam kam angerannt. Seine Füße berührten fast nicht den Boden, so schnell lief er und er hatte eine Tasche dabei. Drake öffnete die Türe und nahm die Tasche entgegen. "Danke, Mann.", sagte er. Sam sah ihn fragend an und hob eine Augenbraun. Soleigh stand neben Drake und schaute von Sam zu Drake und zurück. Natürlich hatte sie ihn gewittert. "Frag nicht." Drake schloss leise die Haustür.

Drake kramte in der Tasche. Was hatte Sam sich nur dabei gedacht? Er fand eine trockene Jeans und zwei enge Boxershorts. Außerdem fand er noch zwei T-Shirts, eine Zahnbürste und Kondome. Na Super, Sam hatte wirklich an alles gedacht. Er nahm seine Zahnbürste und eine Boxershorts und ging ins Gästebad. Nachdem er fertig war, ging er zurück in ihr Schlafzimmer. Aber sie war noch nicht da. War sie immer noch unter der Dusche? Nein, er hörte kein Wasser mehr rauschen und er konnte sie auch nicht weinen hören. Genau in diesem Moment öffnete sie die Türe und kam in einem riesigen orangenen Schlafanzug raus, über den sie auch noch einen Bademantel gezogen hatte.

'Den hat sie heute mit Sicherheit zum letzten Mal an', dachte Drake und lächelte. "Geht es Dir besser?", fragte er dann laut. "Wollen wir noch zu einem Arzt?" Sie öffnete den Mund, aber es kam kein Laut heraus. Dann schloss sie ihn wieder und schüttelte den Kopf.

Emily

Emily brachte keinen Ton heraus. Drake stand in ihrem Schlafzimmer. Fast ein Jahr hatte sie sich gewünscht, sie würde ihn finden. Hatte sich immer wieder vorgestellt, wie es wäre, wenn er hier wäre. Oft waren ihre Hände dabei auf Reisen gegangen, während sie sich vorstellte, dass es seine waren. Und heute stand er nun in ihrem Schlafzimmer. Und dann auch noch nackt. Na ja, fast. Die Boxershorts, die er trug, waren schon recht knapp.

Aber nun war sie müde, erschöpft. Sie wollte nur noch eins, in ihr Bett, mit Soleigh kuscheln und schlafen. Schlafen. Morgen war der Albtraum dann hoffentlich vorbei. Schlafen. Morgen . . .

Sie ging zu ihrem Fenster und zog die Vorhänge zurück. So konnte sie von ihrem Bett aus auf den Vollmond schauen. Ja, heute war Vollmond und die Nacht noch nicht vorbei. Es dämmerte noch nicht und der Mond hing noch sehr fest am Himmel.

"Bleibst Du heute Nacht hier?", fragte sie Drake.

"Oh ja! Auf jeden Fall!"

"Ok, dann mach bitte das Licht aus und lass die Tür auf, damit Soleigh zu mir kommen kann." Sie ließ den Bademantel fallen und kletterte ins Bett. Ihr liefen schon wieder die Tränen. Sie hörte seine nackten Füße auf dem Laminat, dann bewegte sich ihre Matratze.

"Komm her.", flüsterte er, zog sie in seine Arme und hielt sie fest. Sie weinte noch eine Zeit, doch dann schlief sie endlich ein.

6.

Emily

Emily erwachte.

Allein.

Hatte sie alles nur geträumt?

Langsam setzte sie sich auf und sah sich in ihrem Schlafzimmer um. Nein, da lagen seine Sneakers und sein T-Shirt. Sofort war die Erinnerung an die letzte Nacht wieder da und sie schluchzte. Wenn er nicht gewesen wäre, wer weiß, was passiert wäre. Nein, sie wusste ganz genau, was passiert wäre. Die Typen hätten sie vergewaltigt!

Die Türe ging auf und Drake sagte leise zu Soleigh "Pst, wir wollen sie nicht wecken, Soleigh, hörst Du." Er hob den Blick "Oh, du bist ja wach. Haben wir Dich geweckt?" Er sah, dass sie weinte und kniete sich vor ihr hin. Er nahm ihren Kopf in seine Hände und schaute in ihre Augen, die wieder mit Tränen gefüllt waren. Seine Daumen strichen die Tränen auf ihren Wangen weg und als der Strom nicht versiegte, küsste er die Tränen weg.

"Hör zu,", sagte Drake zu Emily. "Weine nicht mehr. Es wird alles wieder gut werden. Geh doch ins Bad und dann kommst Du zu mir in die Küche. Ich hab Frühstück gemacht. Ich hoffe, Du magst Rühreier. Wenn wir gefrühstückt haben, fahren wir zur Polizei. Jared und Maddox haben die Typen heute Nacht noch zu den Bullen gebracht. Sie können Dir nicht mehr wehtun. Und wenn sie sich noch einmal in Deine Nähe wagen, breche ich ihnen alle Knochen im Leib! Ok?", richtig böse klang seine Stimme.

"Ok."

"Und . . . Emily?" Sanft sagte er ihren Namen.

"Ja?"

"Heute ist Morgen. Bist du bereit?", fragend sah er sie an.

Sie musste schlucken. "Ja!", hauchte sie heiser.

Drake

Er lachte. "Gut!" Dann umfasste er mit der einen Hand ihren Nacken und zog sie langsam zu sich herunter, bis sich ihre Lippen berührten. Er küsste sie langsam und zärtlich. Sie schmeckte unglaublich. Sein Herz schlug einen Takt zu schnell. Er biss ihr sanft in ihre Unterlippe.

Emily

Sie spürte seine Zunge an ihren Lippen und öffnete sie ganz automatisch. Vorsichtig begegneten sich ihre Zungen und spielten miteinander. Wieder einmal schlug ihr Herz hart in ihrer Brust. Langsam stand er auf und zog sie mit sich. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, um ihm näher zu sein und ihre Hände hielten sich an seinen Schultern fest. Er war so unglaublich groß! Er umfasste ihren Rücken mit einer Hand, die andere packte ihren Po und er hob sie hoch. Emily seufzte an seinen Lippen. Dann legte er sie vorsichtig aufs Bett und seine Lippen lösten sich von ihr. Er lag auf ihr und sah sie einfach nur an.

"Emily?"

"Mmmh?"

"Schöner Schlafanzug!" Er hob herausfordernd eine Augenbraue und dann lächelte er. Er zog sich von ihr zurück, bis er wieder vor dem Bett stand, nahm ihre Hände in seine und zog an ihr, bis Emily auf dem Bett saß.

Sie sah an sich herunter. Ja, gestern Abend hatte sie ihren 'es geht mir nicht gut'-Schlafanzug angezogen. Er war orange und lang und aus leichtem Fleece. Sicherlich nicht sehr erotisch. Sie wurde rot und Drake lachte laut.

"Du musst nicht rot werden, Emily." Dann beugte er sich noch mal vor, küsste sie auf den Hals und knabberte an ihrem Ohrläppchen. "Und Emily?"

"Ja?", hauchte sie.

Drake

Und dann knurrte er leise an ihrem Ohr. Sie reagierte genauso, wie er es sich erhofft hatte. Er konnte ihre Erregung riechen und das gefiel ihm. Sehr sogar. Sie roch einfach wunderbar. Er lächelte leise vor sich hin. Dieses Spiel gefiel ihm. Er ließ sie allein.

*****

Drake

Sie saßen gemeinsam am Tisch und frühstückten. Drake hatte Frühstück gemacht und den Tisch auf der Terrasse gedeckt. Das Wetter würde heute wieder wunderbar werden. Es war jetzt fast elf Uhr und schon sehr warm.

"Kannst Du Euren Auftritt heute Abend nicht absagen?", fragte er nun schon zum dritten Mal. "Nur heute, Emily. Es geht Dir nicht gut und wir wollen doch noch zur Polizei. Du musst Deine Aussage machen, damit die Typen wirklich dingfest gemacht werden können. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass Du danach noch auftreten kannst?"

In diesem Moment klingelte es an der Türe und gleichzeitig klingelte Drake's Handy. Emily war froh über die Ablenkung, obwohl sie sich schon fragte, wer heute - am Samstag - um diese Uhrzeit einfach vor ihrer Tür stand. Hoffentlich nicht ihre Eltern!

Sie hörte, wie Drake sprach: „Mmh, ok, ja danke.“ Pause. „Ja, gleich.“ Pause. „Oh nein!“ Er klang verärgert. „Ich ruf ihn später an.“

Emily drückte auf die Sprechanlage. "Wer stört?"

"Ich bin's, Sue."

"Und ich!" hörte sie Niki.

"Ich auch!", rief Henni. "Ohne Anhang!" Alle lachten. Da erkannte Emily auch noch Chris und sicher war Rafe mit von der Partie. Sie drückte auf den Summer.

"Drake!", rief sie ins Wohnzimmer. "Falls Dich hier keiner sehen darf, dann solltest Du jetzt gehen. Wir kriegen Besuch."

"Oh, wer kommt denn?"

"Zu spät!" Die Fahrstuhltüre öffnete sich und ihre Freunde strömten in den Flur. Drake kam gerade von der Terrasse rein. Emily fiel erst jetzt auf, dass er eine andere Hose als gestern trug. Ehrlich gesagt, trug er nur eine Jogginghose, aber wo hatte er die her? Dann fielen ihre Freunde schon über sie her, umarmten sie und begannen Fragen zu stellen. "Wo ist er? Hat er Dich nach Hause gebracht? Wie war es? Habt ihr . . .?" Die Frage blieb offen im Raum stehen. Drake hatte sich an den Rahmen der Wohnzimmertüre gelehnt und alle Fragen gehört.

Er sagte: "Hier. Ja. Schlecht und ähm, nein."

Alle blickten sofort in seine Richtung und es gab großes Gestammel. Dann brach Emily in Tränen aus. Drake stürmte sofort in ihre Richtung, doch er hatte die Rechnung ohne ihre Freunde gemacht. Während Chris und Rafe sie in den Arm nahmen, bauten sich Henni, Sue und Niki vor ihm auf.

"Hast Du ihr weh getan?", schnauzte Sue sofort los.

"Ich hau Dir ein paar in die Fresse!" Niki baute sich auf und hob die Fäuste.

"Ich brech' Dir alle Knochen im Leib!", rief Henni.

Chris warf Drake noch einen bitterbösen Blick zu, dann verschwand er mit Emily und Rafe in deren Schlafzimmer. Wenn die Situation an sich nicht so schlimm gewesen wäre, hätte er laut gelacht und es sicher auf den ein oder anderen Versuch ankommen lassen. Aber so sagte er einfach nur: "Nein." Er drehte sich um und wollte zurück auf die Terrasse gehen. Dann drehte er sich noch einmal um und meinte "Redet mit ihr."

Drake

Sie verbrachten mehrere Stunden in ihrem Schlafzimmer. Anfangs war noch großes Stimmengewirr zu hören, dann wurde es immer leise. Drake ging davon aus, dass Emily ihren Freunden von der Nacht erzählte. Irgendwann hörte er viel weinen. Weinten sie etwa alle? Währenddessen hatte er das Frühstück wieder weg- und die Küche aufgeräumt. Irgendwann hatte er leise an die Schlafzimmertüre geklopft und gesagt, er würde mit Soleigh spazieren gehen. Eine Stunde war er mit Soleigh jagen gegangen. Dann kam er verschwitzt wieder. In der Wohnung war es still, nur aus dem Schlafzimmer kamen vereinzelte leise Gesprächsfesten. Mittlerweile war er geduscht und angezogen und saß mit Maddox und Jared Kaffee trinkend auf der Terrasse.

Dann standen Chris und Rafe in der Türe.

"Drake, Emily hat uns alles erzählt. Sie ist jetzt bereit, um mit Dir - oder Euch - zur Polizei zu gehen und Anzeige zu erstatten. Rafe und ich fahren zu Henry und sagen die Auftritte für dieses Wochenende ab. Sue hat Bastian angerufen, der kommt, um sie abzuholen. Sie und Niki sind total schockiert, so wie wir eigentlich alle. Henni ist . . . na ja, Henni ist Henni."

Chris ging auf Drake zu und hielt ihm die Hand hin. Drake schlug ein. "Danke, Mann, Danke", sagte Chris. Dann schüttelte Chris auch noch Maddox und Jared die Hand.

Sue brachte Emily. Emily trug eine Jeans und eine weiße, langärmelige Bluse sowie weiße Sneakers. Ihre Haare hatte sie aufgesteckt und sie war sogar etwas geschminkt. Trotzdem sah Drake genau, dass sie wohl die ganze Zeit geweint hatte.

Drake

Der Nachmittag war lang und hart gewesen. Emily musste bei der Polizei noch einmal alles haarklein berichten und auch Drake, Maddox und Jared gaben eine Zeugenaussage ab. Nachdem sie zurück waren, hatte Emily ziemlich lange unter der Dusche gestanden. Doch als er sie gerade holen wollte, kam sie heraus. Sie trug eine dünne Jogginghose und ein langes Shirt, welches ihr auf einer Seite immer wieder von der Schulter rutschte.

"Ok.", sagte Drake. "Es ist wirklich heiß. Ich zieh mir auch was . . . aus oder anderes an." Schuhe, Jeans, T-Shirt - er hatte definitiv zu viel an.

Nun stand Emily auf ihrer Terrasse und starrte einfach in die Gegend. Drake hatte Rotwein gefunden und auch wenn er nicht gern dem Alkohol zusprach, schüttete er zwei Gläser Wein ein und ging damit raus zu ihr. Schweigend drückte Drake Emily ein Glas in die Hand und dann standen sie nebeneinander, schauten über den Rhein und tranken ihren Rotwein. Als ihre Gläser fast leer waren, fragte Drake Emily, ob sie nicht etwas essen wollte.

"Ich kann zwar nur Nudeln mit Tomatensoße oder Rühreier machen, aber für Dich würd' ich's kochen.", lachte er. Emily schüttelte den Kopf und lachte mit ihm. Dann trank sie ihren letzten Schluck Rotwein.

Drake nahm ihr das Glas ab und stellte beide auf den Tisch. Er stellte sich hinter sie, ganz nah und dennoch, ohne sie zu berühren. Emily konnte seinen Atem spüren. Unbewusst hob sie die Hand und strich ihre langen Haare auf die rechte Seite. Drake hörte, dass ihr Herz einen Takt schneller schlug. Er lachte leise, dann trat er noch etwas näher an sie ran und küsste ihren Nacken. Ihr Shirt war wieder über die Schulter gerutscht und Drakes Mund wanderte zu ihrer Schulter und wieder zurück zu ihrem Nacken. Sie schloss die Augen, atmete tief ein und legte den Kopf leicht schief.

"Emily?" Seine Küsse hinterließen eine heiße und feuchte Spur auf ihrer Haut. Er küsste sie nicht nur, nein, seine Zunge leckte über ihren Hals. "Nach heute darfst Du mir nie wieder Deinen Nacken so unverhüllt vor die Nase halten."

Emily lachte. "Wieso? Bist Du etwa ein Vampir?"

"Nein, ein Vampir bin ich nicht!"

Emily

Emily hatte sich wieder gefangen. Das Gespräch mit ihren Freunden hatte ihr gutgetan und letzten Endes war - Gott sei Dank - nicht so richtig viel passiert. Drake hatte sie gerettet. Die Aussage bei der Polizei war noch mal hart gewesen und sie konnte vereinzelte Tränen nicht zurückhalten. Aber Drake war bei ihr gewesen. Nun ging es ihr eigentlich wieder gut. Nur Appetit hatte sie keinen. Keinen außer . . . Appetit auf Drake. Kokettieren konnte sie schon immer gut und so nahm sie beide Hände, knotete ihre Haare zusammen und steckte sie ineinander.

"Etwa so?", fragte sie ihn unschuldig.

"Ja, so. Tu das nach heute nicht wieder. Heute erlaube ich es Dir, weil wir beide die Spielregeln noch nicht kennen." Dann küsste er sie nochmal in den Nacken, packte sie an den Hüften und drehte sie zu sich herum. Sein Mund war trocken, seine Atmung ging schneller. Eine Hand ließ er auf ihrer Hüfte liegen, während die andere erst ihren Nacken streichelte und dann in ihre Haare griff. Fest. Er zog ihren Kopf langsam nach hinten. Drake trug nur noch seine Jeans und Emily musste sich an seiner Hose festhalten. Dann küsste er sie auf den Hals und seine Zunge hinterließ eine feuchte Spur, als er auf die andere Seite wechselte. Knapp unterhalb des Ohrläppchens biss er sie sanft. Ihr Puls stieg, Drake konnte ihren schnellen Herzschlag hören. Emily stöhnte leicht und sagte "Du bist also doch ein Vampir. Bitte, verwandel mich! Ich möchte für immer mit Dir verbunden sein."

"Hast Du keine Angst?"

"Vor Dir?", fragte sie erstaunt. "Nein. Nein, ich habe keine Angst vor Dir."

"Das solltest Du aber besser!", brummte er, schon fast böse und verschloss ihren Mund mit einem heftigen Kuss. Während er sie küsste, hob er sie hoch. Wie selbstverständlich legte sie ihre Beine um seine Hüften und dann trug er sie fort.

Drake

Im Schlafzimmer legte er sie vorsichtig auf das Bett. Er küsste sie immer noch, stützte sich mit den Armen ab und lag auf den Knien. Ihre Hände streichelten seinen Rücken und hinterließen eine Spur wie die der roten Ameisen. Es brannte. Er nahm ihre Hände und legte ihre Arme über ihren Kopf.

"Ich will Dich anfassen.", murmelte Emily heiser.

"Später.", sagte er rau. Dann zog er ihr langsam das Shirt über den Kopf. Sie trug einen trägerlosen BH, den hatte er vorher gar nicht bemerkt. Er war aus weißer Spitze. Drake drückte ihre Arme immer noch über ihren Kopf, dann strich er mit den Fingerspitzen an den Innenseiten entlang, über ihre Achseln - sie lachte leicht und zuckte - bis hin zu ihrem BH. Er drückte seinen Mund genau zwischen die beiden weichen Hügel und Emily atmete laut aus. Mit einem Finger fuhr er den oberen Rand ihres BHs nach und seine Zunge folgte diesem. Langsam schob er einen Finger unter den Rand. Er musste nicht suchen, er fand sofort ihre Brustwarze. Er streichelte nur kurz darüber hinweg und sofort richtete sie sich gänzlich auf. Emily stöhnte leise. Drake zog ganz langsam ihren BH hinunter, bis ihre rechte Brust frei lag. Vorsichtig leckte er mit der Zunge darüber, um sie anzufeuchten - Emily hielt die Luft an - und dann blies er sanft Luft über ihre Brustwarze und Emily wand sich. Drake stöhnte. Er fasste mit einer Hand um sie herum und mit einem Handgriff hatte er ihren BH geöffnet. Er warf ihn im hohen Bogen fort. Sie war wunderschön. Ihr Atem ging schneller und mit jedem Zug hob und senkte sich ihr Busen. Drake konnte gar nicht wegsehen. Seine rechte Hand umfasste vorsichtig von unten ihre Brust und hob sie dadurch etwas an. Emily stöhnte wieder leise und Drake sah sie an. Sie hatte die Augen geschlossen. Ihre Haare lagen wie ein Fächer um sie herum und ihre Wangen waren leicht gerötet. Er lächelte und beugte den Kopf über ihre rechte Brust. Sanft und vorsichtig nahm er ihre Brustwarze in den Mund und begann, daran zu saugen. Ihre Hände krallten sich in seinen Rücken und ihre Beine schlossen sich um seine Hüften.

Zuerst saugte er nur vorsichtig an ihrer Brustwarze, die immer größer und härter zu werden schien - genau wie sein Schwanz, der wieder mal in einer Jeans eingeschlossen war. Doch ihr Stöhnen und Reiben an seinem Körper ließ ihn unvorsichtig werden und er saugte immer stärker. Je mehr er saugte, desto lauter stöhnte sie. Es war ein Teufelskreis.

Er ließ ihre Brustwarze los, umfasste ihren Oberkörper und zog sie auf seinen Schoß, während er seine Beine sortierte. Ihre Beine umklammerten sofort wieder seine Hüften, während ihre Münder sich zu einem heißen, langen Kuss fanden. Drake griff Emily in die Haare und bog sie langsam zurück. Er löste seinen Mund von ihrem und wanderte ihren langen, schlanken Hals entlang. Seine Zunge strich über ihr Dekolleté und kehrte dann zu ihren Brüsten zurück. Mit der freien Hand massierte er ihre linke Brust, strich immer wieder über die Brustwarze. Seine Zunge hingegen leckte über die rechte Brustwarze, bevor er sie zwischen seine Lippen zog. Er begann an ihr zu saugen und vorsichtig biss er in die Brustwarze, während seine Finger die linke Brustwarze zwirbelten. Emily stöhnte laut auf. Drake konnte ihre Erregung riechen, sie war doch mit Sicherheit schon mehr als feucht in ihrem Höschen. Ihre Herzen schlugen im selben Takt, schnell, hart, laut. Seine Hände umfassten ihre Seiten, um sie noch weiter nach hinten zu legen. Emily konnte sich nicht mehr an seinen Schultern festhalten, deshalb lagen ihre Hände nun auf seinen Unterarmen. Sein Mund ließ ihre Brustwarze los und Emily gab einen Ton des Bedauerns von sich. Doch sein Mund verfolgte eigene Ziele. Er küsste ihren Bauch und glitt immer tiefer, bis er ihren Bauchnabel umrunden konnte. Drake wollte noch ein kleines Bisschen tiefer, nicht mehr weit, nur bis zum Bund ihrer Hose. Dadurch, dass Emily immer weiter nach hinten fiel, lag sie schon fast auf dem Rücken. Drake drückte sie das letzte Stückchen tiefer, damit sie liegen konnte. Dabei öffnete Emily ein klein wenig mehr ihr Beine. Seine Nase war schon fast an ihrem Bund angekommen und der massive Geruch ihrer Erregung, der nun wie ungefiltert zu ihm hochschlug, machte ihn schier wahnsinnig. Er knurrte, laut, wild, ungebändigt. Drake stieß Emily zurück, so dass sie nun wieder vor ihm lag, sprang auf und kniete sich zwischen ihre Beine. Er drückte ihre Beine noch ein klein wenig mehr auseinander. Damit sein Schnüffeln nicht zu sehr auffiel, drückte er seine Nase an ihre Leiste und atmete ihren süßen Duft ein. Seine Hände, die gerade noch ihre Knie auseinander gedrückt hatten, wanderten langsam über die Innenseite ihrer Oberschenkel nach oben und sein heißer Atem strich über ihren Venushügel. Er wollte sie riechen, ohne ihre Hose, er wollte sie schmecken. Er atmete schwer ein und aus, sein Herz raste. Seine linke Hand strich ganz vorsichtig und langsam über ihren Venushügel, eigentlich berührte er sie fast gar nicht, doch Emily zuckte wie unter einem Stromschlag zusammen und stöhnte laut.

"Drake", wisperte sie. "Drake."

Er stöhnte laut auf. 'Nein, nein, nein!', schrie eine Stimme in seinem Verstand. 'Zu schnell, nicht so schnell, lass Dir Zeit, Du musst Dir sicher sein!'. Während die andere: 'Ich will es, ich will es, ich bin mir sicher' flüsterte. 'Aber ich kann jetzt nicht aufhören, ich kann und ich will es auch nicht!' ‚Aber Du musst! Geh es langsam an, Junge, langsam.'

Drake schrie wütend auf und schlug mit der Faust neben Emily auf das Bett. "Arg!".

Irritiert sah Emily auf „Drake?“, fragte sie vorsichtig.

Er stöhnte. „Alles gut, Emily, alles gut“, sagte er heiser. „Die Spielregeln, Emily, die Spielregeln.“, stöhnte er an ihrem Bauch. „Wir müssen uns dringend über die Spielregeln unterhalten.“

Langsam wanderte er mit Händen und Mund über ihren Körper zurück. Als er bei ihren Brüsten angekommen war, nahm er die rechte Brustwarze in den Mund und saugte daran.

‚Einmal nur, einmal.‘, dachte Drake, dann biss er sie fest in die Brustwarze. Er hatte ihr wehgetan und er wusste es. Aber dadurch versuchte sie ihm den Oberkörper zu entziehen, hob ihren Unterleib an und er konnte ‚einmal nur, einmal‘ über ihren Venushügel streichen und ihre feuchte Wärme zwischen den Schenkeln spüren. Ja, dafür war es das wert gewesen, dass sie nun laut „Aua!“ ausrief.

Sofort liebkoste er ihre Brustwarze wieder. „Oh, sorry, tut mir leid“ flüsterte Drake. Dann war er wieder an ihrem Mund und küsste sie. Langsam und zärtlich.

Emily

Drake hatte einen riesen Ständer, Emily konnte es spüren. Während sie auf dem Rücken lag und Drake sie hingebungsvoll küsste, presste er seinen Unterleib an sie. Ihre Hände fuhren über seinen Rücken. Sie versuchte zu fühlen, wo sein verschlungenes Tattoo war, welches sich nicht nur über seine Brust, sondern auch über den Rücken zog. Sie kam an den Bund seiner Jeans und schob ihre Finger unter den Stoff. Weit kam sie nicht, aber egal. Sie zog die Finger wieder raus und diese wanderten über seine Seiten nach vorne, bis sie an dem ersten Knopf war. Und diese Jeans hatte nur Knöpfe! Emily konnte spüren, wie seine Bauchdecke bebte. Er hatte wirklich ein Sixpack, sie hatte so etwas noch nie vorher bei einem Mann gesehen. Sein Bauch war bretthart. Langsam glitten ihre Hände weiter zu seiner Brust. Auch diese war muskulös. Drake sah aus wie aus einem Bodybuilder-Magazin. Aber irgendwie elegant. Nicht so aufgeplustert. Und trotzdem war seine Haut samtweich. Samtweich? Durfte man das bei einem Mann sagen? Sie hätte getötet für so eine Haut. Ihre Hände strichen von der Brust zu seinen Schultern und dann über seine Oberarme. Hier war es dasselbe. Schön definierte Muskelgruppen, aber nicht zu viel. Während sie sich weiter küssten und Drake mit ihren Lippen und ihre Zunge spielte, wanderten ihre Hände den Weg zurück. An seiner Brust hielt sie kurz inne, dann rieb sie seine Brustwarzen zwischen ihren Fingern. An ihrem Mund stöhnte er kurz auf und presste wieder seinen Unterleib an sie. Ihre Finger wanderten weiter, tiefer, über seinen Bauchnabel bis hin zu seiner Jeans. Dann begann sie an dem obersten Knopf zu ziehen.

„Emily, nicht.“, stöhnte er an ihrem Mund.

„Das ist doch viel zu eng für den kleinen Mann.“, flüsterte Emily und schon war der Knopf offen. Ihre Fingerspitzen zogen Kreise über seine Haut. Ihre linke Hand zeichnete nun Kreise auf seinem Rücken. Dabei fuhr sie immer mal wieder die Nägel aus. Emily hatte ihre rechte Hand, nach dem Knopf öffnen, sofort zurückgezogen und streichelte Drake nun um den Bauchnabel. Aber sie konnte sich nicht zurückhalten. Langsam wanderte ihre Hand wieder hinunter. Drake war fast gar nicht behaart. Nur vom Bauchnabel an ging eine kleine weiche Spur Haare hinunter. Dieser Spur folgte ihre Hand. Und diesmal blieb ihre Hand nicht an der Hose stehen, diesmal strich sie über die Jeans und streichelte seinen Schwanz. Sie stöhnten fast zeitgleich auf. Emily bekam kaum Luft, ihr Herz raste. Zart und vorsichtig strich sie über seinen Schwanz hinweg. Sie zerrte an seiner Hose, wollte, dass sich noch ein Knopf öffnete. Drake fasste nach unten, hielt ihre Hand fest.

„Nicht!“, flüsterte Emily. Sie wollte nicht, dass er ihre Hand festhielt.

„Nicht!“, flüsterte Drake. Er konnte sich so schon kaum zurückhalten. Wenn sie ihn erst richtig berühren würde, wäre es aus mit seiner Beherrschung.

„Bitte.“, flehte Emily schon fast. Drake holte tief Luft, atmete ein und aus, dann ließ er sie gewähren und hielt mit beiden Händen ihren Kopf fest. Er sah in ihre Augen. Seine Augen waren ganz dunkel geworden. ‚Wie ein Meer bei Sturm‘, dachte Emily. Emily hatte die Augen nur halb geöffnet, als sie ihn ansah, und ihre Wangen waren rosa gefärbt. Sie streichelte wieder über die Beule in seiner Hose und diesmal konnte sie an ihrer Handfläche seine Eichel spüren. Drake zuckte unter ihrer Hand und stöhnte laut. Vorsichtig strich sie mit dem Zeigefinger darüber. Aus der Spitze drang der Liebestropfen und sie verteilte die Feuchtigkeit auf seiner Eichel. Dann packte sie richtig zu und begann seinen Schwanz zu massieren.

Drake

Drake verschluckte sich fast. Sie machte ihn schier wahnsinnig. Die Gefühle, die sie in ihm hervorrief . . . er konnte sich nicht erinnern, dass jemals eine Frau ihn so heiß gemacht hatte und er dieses tiefe Gefühl dabei in sich trug. Sein Kopf ruhte mittlerweile in ihrer Halsbeuge. Er stöhnte leise vor sich hin und genoss die Gefühle, die sie in ihm wachrief. Sie, Emily – Onida, wie er sie in Gedanken liebevoll nannte – sie gehörte ihm. Nur ihm! Doch als sie sich abermals an einem der Knöpfe zu schaffen machen wollte, griff Drake um sie herum und drehte sich mit ihr, denn das konnte er nicht zu lassen. Noch nicht. Sonst würde er sich doch noch vergessen. Nun lag er auf dem Rücken und sie auf ihm. Dass das ein Fehler war, wurde ihm erst später bewusst. Sie lachte und Drake liebte es, wenn sie lachte. Seine Hand umfasste ihren Nacken und zog sie zu sich herunter. Emily stellte ihre Hände rechts und links neben seinen Kopf und ließ sich küssen. Ihre Haare fielen um ihre Köpfe und er strich ihre eine Strähne hinter die Ohren. Dann löste sie ihren Mund von seinem, setzte sich aufrecht hin und warf den Kopf in den Nacken. Nun saß sie auf ihm und ihre Hände stützten sich auf seiner Brust ab. Emily nahm seine Hände und legte sie sich auf die Hüften. ‚Schlecht‘ dachte Drake ‚ganz schlecht!‘ Er konnte ihre feuchte Wärme nun so deutlich auf seinem Schwanz spüren, denn sie saß genau dort. Und dann begann sie, die Hüften kreisen zu lassen.

„Verflucht!“, knurrte er. Er packte sie an den Hüften und stand mit ihr auf. Ihre Beine umschlangen ihn und sie lachte laut, während er mit ihr durch das Schlafzimmer lief. Die Türe knallte er mit einem Schwung zu und drückte ihren Rücken an die kalte Wand. Ihre Hände wühlten durch seine Haare und da Drake sie an die Wand presste, wodurch Emily ihn etwas überragte, zog sie an seinen Haaren, um ihn küssen zu können. Drake hatte nur ein Problem, ihre Grotte war immer noch zu nah an ihm.

„Drake“, flüsterte Emily heiser „schlaf mit mir. Jetzt. Bitte.“

Er schüttelte den Kopf. „Ich kann nicht.“, sagte er leise.

„Drake, bitte. Jetzt! Bitte! Schlaf mit mir.“ Emily bettelte.

„Emily.“, flüsterte Drake an ihren Lippen. „Hör zu, ich . . . ich . . . es geht nicht. Nicht jetzt. Nicht heute. Die Spielregeln, Emily, die Spielregeln.“ Er spürte, wie sich Emily versteifte. „Nein, bitte nicht. Bitte tu das nicht.“, sagte er und küsste sie. Dann löste er sich von der Wand und trug sie in den Raum. Er küsste sie immer noch, doch jetzt ließ er sie langsam runter, bis Emily auf eigenen Beinen stand.

Drake atmete schwer. „Emily.“, sagte er leise „Es liegt nicht an Dir! Es liegt an mir!“

Emily

‚Super‘, dachte Emily. ‚Logisch!‘ „Falsche Worte.“, böse funkelte sie ihn an. Emily verschränkte die Arme vor ihrer Brust, um sich zu schützen. Sie wollte nicht mehr, dass er sie ansah. Traurig, verwirrt, verletzt und leider Gottes, immer noch geil, drehte sie sich um und suchte ihr Shirt, welches sie sofort überzog.

„Emily!“, sagte Drake streng. „Hierhin, sofort!“, befahl er.

Sie lachte auf. „Ich bin weder ein Hund und schon gar nicht Dein Hund!“, sagte sie Böse. Sie wollte an ihm vorbei Richtung Türe. Sie wollte weg. Sich verkriechen. Weinen. Was hatte sie sich nur dabei gedacht? Als ob so ein Typ ernsthaft was von ihr wollte! Doch Drake stellte sich ihr in den Weg. Sie sah ihn nur an, wortlos drehte sie sich um. Dann würde sie eben ins Badezimmer flüchten. Doch Drake war schneller als sie, griff nach ihrer Hand und hielt sie fest.

Drake

„Emily!“, flüsterte er. „Bitte, hör mich an.“ Er klang fast verzweifelt. „Hör mir zu.“ Mit dem Rücken zu ihm blieb sie stehen. Na ja, sie konnte ja auch nicht weg, schließlich hielt er sie fest. „Dreh Dich um, sieh mich an. Bitte.“

Emily holte tief Luft. Dann drehte sie sich um und versuchte, ihn so genervt wie es nur irgend ging, anzusehen.

Nun war es an Drake, tief Luft zu holen. Er drehte ihre Hand und küsste ihre Handinnenfläche, wobei er ihr tief in die Augen schaute. Dann legte er ihre Hand auf seine Brust. Genau zu seinem Herzen, das hart und fest und viel zu schnell in seiner Brust schlug. Langsam führte er ihre Hand über seinen Bauch zu seinem Schwanz. Dieser war immer noch hart und groß. Kein Wunder, Drake war ja auch immer noch heiß. Auf sie. Zwei Knöpfe waren geöffnet und seine Eichel schaute hinaus. Drake legte Emilys Hand genau auf seine Erektion und stöhnte leise.

„Das hier, das liegt an Dir. An keinem anderen! Nur an Dir! Ich bin total heiß auf Dich. Seitdem ich Dich das erste Mal gesehen haben. Mich interessieren keine anderen Frauen mehr. Ich kann ihnen nichts mehr abgewinnen. Ich will nur Dich! Verstehst Du das?“, fragend sah er Emily an.

„Emily, lass es uns langsam angehen.“, versuchte Drake es nochmal. „Du lernst mich gerade erst kennen.“ Verwirrt hob Emily die Augenbraun. „Also, ich mein, wir lernen uns gerade erst kennen. Ich möchte keinen schnellen Fick mit Dir. Ich möchte . . . Dich.

Warum seid ihr Frauen nur immer so kompliziert? Ich dachte, der Abend läuft gut und jetzt das.

Auch wenn es sich vielleicht wie eine Floskel anhört – ich bin nicht sehr gut in sowas – und dann vielleicht noch eine schlechte, aber trotzdem ist es die Wahrheit. Es liegt nicht an Dir. Es liegt an mir. Es liegt nicht daran, dass ich nicht mit dir schlafen möchte. Es liegt daran, dass ich mit Dir schlafen möchte. Ich möchte Dich erobern, mit allem, was dazu gehört. Ich möchte Dich erkunden, Deinen Körper, Deine Seele. Ich möchte wissen, wer Du wirklich bist.

Und auch für den Fall, dass ich mich wiederhole, aber wir müssen Spielregeln aufsetzten, Emily, Spielregeln. Eine meiner Spielregeln ist, dass Du mir Deinen Nacken erst mal nicht – zumindest nicht bewusst – einfach vor den Mund hältst. Nein, ich bin kein Vampir. Aber wenn ich Deinen Nacken sehe, habe ich das fast unwiderstehliche Verlangen, hinein zu beißen. Mir tut davon sogar richtig der Kiefer weh. Vielleicht darf ich irgendwann in Deinen Nacken beißen, vielleicht auch nicht. Aber bis dahin . . . Ich muss wissen, was Du magst und was nicht. Ich muss wissen, was gar nicht geht. Und ich mein das jetzt nicht nur fürs Bett und für Sex!“ Mittlerweile hatte Drake ihre Hand losgelassen und stapfte durchs Schlafzimmer.

„Das ist für mich auch nicht alles so einfach. Es gibt so viele Dinge, die ich Dir erzählen will – und muss. Glaubst Du ernsthaft, dass ich es toll finde, dass ich hier immer noch mit ‘nem Ständer rum renn und mir bewusst ist, dass es nur eine Person gibt, die das ändern kann? Glaubst Du ernsthaft – wäre ich nur an ‘nem Fick interessiert – ich hätte jetzt aufgehört?“ Drake redete sich richtig in Rage und wurde immer lauter. Er knöpfte seine Hose zu. „Ich gehe jetzt spazieren. Ich nehme Soleigh mit. In einer Stunde sind wir zurück. Ich muss jetzt laufen gehen. Ich muss mich abreagieren. Bitte, denke über das nach, was ich gesagt habe.“ Damit drehte er sich um und ging.

Emily

Emily stand sprachlos und völlig perplex in ihrem Schlafzimmer. In ihrem Kopf drehte sich alles. So viel hatte er die letzten Tage nicht geredet. Sie hörte noch, wie er Soleigh rief und mit ihr sprach. Dann schloss sich die Haustür.

7.

Drake

Drake war sauer. Total sauer! Auf sich selber, auch auf Emily, aber vor allem auf sich selber. Er hätte eher mit ihr sprechen müssen, bevor . . . vor diesem Desaster jedenfalls. Aber wann, fragte er sich.

„Lass mich in Ruhe!“, knurrte Drake. Obwohl er keinen sah, wusste er, dass einer seiner Jungs da war. Heute war es Tristan.

Zum Glück für ihn lag Emilys Wohnung außerhalb der City in einem der Vororte. Hinten raus war fast sofort der Rhein. Hier gab es lange Wiesen und Wege, wo er laufen konnte. Und nur ein paar Hundert Meter weiter gab es Wald. Er verfiel in einen schnellen Lauf und Soleigh rannte neben ihm her. Je näher sie dem Wald kamen, desto leichter fühlte sich Drake. Als sie den Wald erreichten, fühlte sich Drake besser. Hier fühlte er sich wohler. Hier konnte er mehr er selbst sein. Hier lief er mit Soleigh um die Wette. Und Tristan durfte mitlaufen.

Der Abend hatte so gut angefangen. Wenn er nur daran dachte, wurde er schon wieder heiß. Nun war er nicht sicher, ob er sie schon verloren hatte, bevor es überhaupt angefangen hatte.

Emily

‚Seit Tagen.‘

‚Die letzten Tage.‘

‚So viel hatte er die letzten Tage nicht geredet.‘

Emily saß mit dem letzten Rest aus der Rotweinflasche in der Küche. Ihre eigenen Gedanken gingen ihr nicht mehr aus dem Kopf. Irgendwas war falsch daran. Aber was? Dann fiel es ihr auf.

Gestern! Es war erst gestern gewesen, als er in der Bar aufgetaucht war. Freitag! Am Freitagabend. Heute war erst Samstag. Es war Samstagabend, gerade halb Elf. Sie kannte ihn noch nicht mal 24 Stunden. Oder gerade erst. Oder vielleicht auch nicht. Oder schon fast ein Jahr? Nein. Nein! Es war gestern gewesen. GESTERN! Er hatte Recht. So ein Mist aber auch. Aber er hatte Recht. Sie lernten sich gerade erst kennen. Was wusste sie überhaupt von ihm? Nichts. Gar nichts. Er könnte ein Triebtäter oder Serienmörder sein!

Serienmörder? Serienmörder!? Das Déjà-vu-Gefühl war wieder da. Ihr Herz, das gerade erst langsamer geworden war, klopfte wieder hart in ihrer Brust. In ihrem Kopf ratterte es. Und dann wusste sie es. Erschrocken stieß sie die Luft aus! Sie musste an diesen Typen denken, den, den sie nachts auf der Straße umgerannt hatte. Auch zu ihm hatte sie soweit aufsehen müssen. Genau, wie gestern Abend in der Bar, als Drake neben ihr stand. Sein Freund hatte seinen Namen gerufen. Drake! Entsetzen machte sich in ihr breit. Einige seiner Worte gingen ihr wieder durch den Kopf. Emily drückte sich die Hände auf die Brust und begann zu zittern. Er war ein Stalker. Ein Stalker! Und er wusste, wo sie wohnte. Er war hier in der Wohnung gewesen. Und sie war mit ihm im Bett gewesen. Fast hätte sie mit ihm geschlafen! Emily schüttelte sich. Und jetzt war er mit Soleigh unterwegs! Hoffentlich brachte er sie wieder! Gesund und lebendig und heile!

Emily rannte aufgeregt durch die Wohnung. Sie suchte und fand seine Tasche. Woher hatte er die Tasche?

Wann hatte er sie in ihre Wohnung gebracht? Sie wurde immer panischer. Sie atmete zu schnell, zu flach. Sie hyperventilierte fast. Alle Sachen, die sie von ihm fand, schmiss sie in die Tasche. Dann holte sie ihr Handy und wählte Sues Nummer. Schon nach dem zweiten Klingeln ging sie ran.

„Em, meine Liebe, wie geht es Dir?“, fragte Sue tröstend.

„Sue, bist Du zu Hause?“, fragte Emily aufgeregt.

„Ja, bin ich.“

„Ist Bastian bei Dir?“

„Ja, natürlich. Emily, was ist los?“

„Ich glaub, er ist ein Stalker!“ Emily war total aufgebracht. „Ein Stalker! Und ich hab ihn mit nach Hause genommen!“ Sie schrie fast.

Es klingelte. Einmal, zweimal.

„Hast Du das gehört?“, flüsterte Emily ins Handy.

„Ja!“ flüsterte Sue zurück.

„Das ist er!“

„Dann mach die Tür nicht auf! Bastian, Bastian! Du musst sofort zu Emily fahren! Ich erklär’s Dir unterwegs!“

„Leg nicht auf Sue!“ Emily weinte fast.

„NEIN, aber Du, mach nicht die Türe auf! Wir sind unterwegs.“

„Ich muss aber.“ Emily schluchzte. „Er hat Soleigh!“

Es klingelte wieder. Einmal, zweimal.

„Sue, ihr seid unterwegs?“

„Ja! Ich hab Deinen Schlüssel dabei!“

„Bleib bloß dran, hörst Du! Und Sue?“

„Ja?“

„Ich hab Dich lieb.“

„Ich dich auch.“

Emily holte tief Luft. Sie drückte auf den Türöffner. Dann machte sie am Handy den Lautsprecher an und stellte das Handy auf die Ablage, direkt neben der Tür.

„Hörst Du mich?“

„Ja!“

Drake

Als sie die Tür öffnete, erkannte er sofort, dass was nicht stimmte. Sie sah . . . aufgebracht aus und er roch Angst an ihr. Seine Tasche stand neben ihr.

„Was ist passiert?“, in seiner Stimme schwang Sorge mit.

Emily hob die Hand und sagte nur: „Stop!“. Drake blieb irritiert stehen.

„Emily, bitte sag es mir, was ist passiert?“

Sie ignorierte Drake, rief Soleigh zu sich und vergewisserte sich, dass es ihr gut ging. Soleigh lief gleich in die Küche und Emily hörte sie trinken.

„Ich will nur eins von Dir wissen.“, sagte Emily laut und bestimmt. „Und sag mir die Wahrheit: Bist Du ein Stalker?“

Drake war nun völlig irritiert. „Ich? Ein Stalker? Nein, nun wirklich nicht.“ Er lachte.

„Ok.“, sagte Emily. „Im Januar irgendwann, da hab ich nach der Bar 'nen Typen auf der Straße angerempelt. Sag ehrlich, warst Du das?“

Drake sah erst überrascht, dann zerknittert aus. „Ja.“ Seine Stimme war leise.

„WAS? Ich kann Dich nicht hören.“

„Ja. Das war ich.“ Drake stellte sich aufrecht hin und sah ihr geradewegs in die Augen. „Ja, Emily, das war ich. Aber nur weil ich Dich gesucht und gefunden hatte. Ich bin kein Stalker!“

Sue rief „Oh nein! Bastian, fahr schneller. Beeil Dich! Wir sind gleich da!“

„Seit wann verfolgst Du mich?“ Emily wurde immer ruhiger.

„Ich verfolge Dich nicht!“

„SEIT WANN?“

„Ich habe Dich gesucht, seit letztem Jahr, auf der Kirmes. Und dann hab ich Dich gefunden. Bitte, Emily, kann ich nicht reinkommen und wir reden in Ruhe darüber?“ Drake machte einen Schritt auf sie zu.

„STOP!“, sagte Emily laut und Drake blieb stehen.

„Du warst laufen?“, fragte sie.

„Ja!“

„So?“

Drake sah an sich herunter. Er trug nur seine Jeans. Kein Shirt, keine Schuhe. Noch nicht mal Socken. Kein Mensch würde so laufen gehen. Richtig, kein Mensch.

Die Fahrstuhltüren öffneten sich. Bastian trat als erster in den Flur, dann Sue. Soleigh kam angelaufen und rannte zu Sue, begrüßte Bastian und blieb dann bei Drake stehen und sah ihn mit ihren großen Kulleraugen an.

„Soleigh mag mich.“, flüsterte er.

„Ich hasse Dich!“ Emily schrie ihn fast an.

Sue nahm Soleigh und ging mit ihr in die Wohnung. Bastian blieb breitbeinig neben Emily stehen und verschränkte die Arme. Er war Boxer und gar nicht mal so schlecht.

Emily kickte mit dem Fuß die Tasche raus. Sie holte tief Luft.

„Ich will Dich nie mehr sehen. Lass mich in Ruhe. Wenn Du mir noch einmal zu nah kommst, verklage ich Dich und hetze Dir die Bullen auf den Hals.“ Dann knallte sie die Türe zu.

Fassungslos stand Drake im Flur. Er hatte nur einen Gedanken: „Ich hab sie verloren!“

8.

Emily

Dies war nun fast 5 Wochen her. Seitdem war sie nicht einen Tag allein gewesen. Niki hatte sich bei ihr einquartiert. Sue und Bastian waren fast täglich da. Chris und Rafe kümmerten sich um sie. Und Henni kochte fast täglich für sie.

Die ersten Tage, nachdem sie Drake rausgeschmissen hatte, hatte sie nichts mehr von ihm gehört. Doch am Donnerstagabend mussten sie auftreten. Emily hatte sich umgeschaut, doch der Tisch war leer. Aber an der Bar stand Jared.

Die Bar war schon gut gefüllt, doch das war Emily egal. Wutentbrannt ging sie zu ihm hin.

„Hau ab!“

„Emily, es tut ihm leid. Wirklich. Er ist kein Stalker.“, versuchte er einzulenken.

„Jared, das ist mir egal, Hau ab und sag ihm, er soll mich in Ruhe lassen!“

„Das kann ich nicht. Ich kann nicht gehen.“

„Warum?“

„Ich passe auf Dich auf.“, sagte Jared leise.

„Auf mich aufpassen? Was soll das heißen? Die einzigen, die für mich eine Gefahr darstellen, seid ihr. Geh, oder ich lass Dich rauswerfen.“

Jared sah sie noch einmal an. „Es tut ihm wirklich leid.“ Dann ging er. Doch sowohl am Freitag, als auch am Samstag und am Sonntagabend war Jared wieder da.

Emily ignorierte ihn.

2. Woche, Donnerstag

Die Woche danach war es dasselbe Spiel. Nur war diesmal Maddox da.

„Maddox,“ Emily war genervt. „Was willst Du hier?“

„Es tut ihm leid. Wirklich.“

„Das ist mir scheißegal. Geh! Geh weg!“

Montag

Ein Bote brachte 20 weiße Lilien. In der Karte stand „Kennst Du die Bedeutung von weißen Lilien? ‚Nichts kann reiner und edler sein als unsere Liebe.‘ – Außerdem riechen sie wie Du. Drake“

Fast zeitgleich klingelte ihr Handy. Eine WhatsApp von einer Nummer, die sie nicht kannte. Es war nur eine Musikdatei. Sie drückte auf Start und „Olly Murs“ sang:

Mein Liebling, bitte entschuldige meine Schrift. Meine Hände hören nicht auf zu zittern, weil mir kalt ist und ich allein bin heute Nacht. Ich vermisse dich und nichts tut so weh, wie ohne Dich zu sein. Niemand versteht, was wir durchgemacht haben. Es war kurz, es war süß. ´

Ihre Hände zitterten und ihr standen Tränen in den Augen. Die Lilien warf sie ungespitzt in den Mülleimer. Dann rannte sie auf die Terrasse und schrie „Lass mich in Ruhe! Hau ab! Ich hasse Dich!“ Danach ging es ihr besser. Sie konnte nicht ahnen, dass Maddox unten stand und sie hörte. Später nahm sie dann doch die Lilien aus dem Eimer und in eine Vase. Schließlich konnten die Blumen nichts dafür und sie liebte Lilien.

3. Woche, Donnerstag

Als Emily mit Niki in die Bar kam, waren erst ein paar Gäste da. Doch an der Bar stand wieder einer von seinen Freunden. Diesen kannte sie nur vom Sehen. Sie wollte einfach an ihm vorbei gehen, doch der Typ stellte sich ihr in den Weg. Er streckte die Hand aus, als ob er ihr die Hand schütteln wollte. Abschätzend blickte Emily erst auf seine Hand, dann in sein Gesicht und verschränkte demonstrativ ihre Arme voreinander.

„Oh, ok. Hey, ich bin Tristan. Ich bin diese Woche für Dich da.“

Völlig genervt blicke Emily Niki an, dann wollte sie weitergehen.

„Emily.“, sagte Tristan. „Es tut ihm leid. Es geht ihm schlecht. Er ist total durch den Wind. Er möchte mit Dir reden. Er möchte sich erklären.“

Emily drehte sich wortlos um und ließ ihn stehen.

Montag

Abends um 19.00 Uhr stand der Bote vor ihrer Tür. Diesmal brachte er 20 weiße Narzissen mit einer Karte. ‚Meine Liebe zu dir scheint aussichtslos. Meine Sehnsucht nach dir ist unvergänglich.‘ Ihr Handy klingelte und Emily stöhnte auf. Niki riss ihr das Handy aus der Hand.

„Lass das!“, schimpfte Emily, doch Niki hatte schon den Playknopf gedrückt. Die ersten Töne erklangen und Emily wusste sofort, es war „Hurts“ mit „Stay‘“.

Mein Leben lang wart’ ich auf den richtigen Moment und darauf, Dir zu sagen, was ich fühle. Ich weiß, ich versuche Dir zu sagen, dass ich Dich brauche und hier bin ich, ohne Dich. Ich fühle mich so verloren, doch was kann ich tun? Denn ich weiß, diese Liebe scheint echt, aber ich bin mir nicht sicher. Obwohl ich sagte, dass ich Dich brauche, bin ich trotzdem alleine hier. Ich fühl mich verlor’n, doch was kann ich tun?

Tränen liefen Emily die Wangen entlang.

Also ändere Deine Meinung und sag, du bist die Meine. Geh nicht heute Nacht. Bleib.

Bleib bei mir.

4. Woche, Donnerstag

Schon von weitem konnte sie ihn sehen. Sam stand vor der Türe zur Bar.

„Ok, du bist jetzt der Vierte.“, sagte Emily. „Seid ihr jetzt durch oder fehlt noch einer? Lasst ihr mich dann ab nächster Woche in Ruhe?“

„Nein, das glaube ich nicht. Tut mir leid. Ich bin übrigens Sam. Wenn Du mich brauchst, ich bin hier.“ Dann drehte Sam sich um und stapfte in die Bar.

„Wie? War das alles?“, rief Emily hinter ihm her. „Kein ‚Es tut ihm leid‘ heute?“

„Nein.“, sagte Sam, setzte sich an die Theke und bestellte bei Jens ein Bier.

„Es tut ihm also nicht mehr leid?!“

Sam

„Doch Emily. Es tut ihm leid. Aber das weißt Du doch mittlerweile und willst es nicht hören.“ Sam klang ärgerlich. „Also, was hast Du für ein Problem? Er möchte sich entschuldigen. Er möchte mir Dir reden. Er möchte erklären, was gewesen ist. Ich find das zwar keine gute Idee, aber was soll’s. Du gehörst zu ihm, nicht zu mir. Aber Du gibst ihm keine Chance. Also, was soll ich sagen, was Du wahrscheinlich noch nicht weißt?“ Sam drehte sich zur Bar und schnappte sich sein Bier. Er ließ Emily einfach stehen und nahm einen großen Schluck.

„Arschloch!“, murmelte Emily, als sie an ihm vorbei zur Bühne ging.

Sam lachte und schüttelte den Kopf. Da soll mir doch einer die Frauen verstehen. Erst wollte sie wochenlang nichts hören, mit keinem von ihnen reden. Und jetzt war sie beleidigt, weil er ihr nichts sagen wollte? Frauen!

*****

Emily

Ihr Problem war, dass sie – nach 4 Wochen Nachdenken und ausführlichen Gesprächen mit ihren Freunden, in denen sie immer wieder wiederholen musste, wer was wann gesagt hatte und was er gemacht hatte – nicht mehr zu 100% davon überzeugt war, dass er ein Stalker war. Vielleicht gab es doch eine andere Erklärung. Sicher half ihr dabei nicht, dass auch alle ihre Freunde nicht mehr davon überzeugt waren. Doch jetzt war sie bereit, mit ihm zu reden, ihm zuzuhören.

An diesem Wochenende sang sie zuerst Lieder wie „Rolling in the deep“ von „Adele“ oder „So what“ von „Pink“. Doch je weiter das Wochenende fortschritt, desto weicher wurden auch die Lieder. Bis sie zum Schluss „One and Only“ von „Adele“, „Who knew“ von „Pink“ oder Titel von „Roxette“ spielten.

Als am Sonntag “Just give me a reason” von “Pink und Nate Ruess“ erklang, waren viele erstaunt. Das war neu. Sie hatten noch nie Duetts vorgetragen, aber Chris übernahm den männlichen Teil und das war super. Als Chris Zeilen begannen, ging Emily mit ihrem Mikro zum Schlagzeug. An diesem Abend sangen sie viele Duette und den Gästen der Bar schien es zu gefallen.

Zum Schluss sang Emily noch ein Lied von „Adele“. „Hello“ klang durch den Raum und sie sah dabei Sam an. Nach den ersten Tönen stand auf einmal Drake neben Sam. Wo – um alles in der Welt – kam der jetzt her? Wie immer hatte sie das Gefühl, in seinen Augen zu versinken und sie sang jede Strophe nur für ihn. Doch als die letzten Töne verklangen, drehte Drake sich um und ging hinaus.

„Eins noch!“, rief Emily. „Das letzte Lied des Abends.“ Drake blieb in der Türe stehen. „Set fire to the rain“. Dann war er weg.

Montag

Pünktlich wie immer stand der Bote vor der Türe. Er hatte noch nicht wirklich geklingelt, da hatte Niki schon die Tür aufgerissen.

„Was gibt es heute?“, fragte Niki aufgeregt.

„20 rote Rosen. Aber nicht für Sie!“

„Oh, rote Rosen. Emily, komm her, rote Rosen für Dich.” rief Niki.

Emily nahm die Rosen entgegen. „Sind das etwa . . . ?“, fragend sah sie den Boten an.

„Ja.“ Vorsichtig legte er ihr 20 langstielige dunkelrote Baccara Rosen in den Arm.

„Die müssen ja ein halbes Vermögen gekostet haben.“ Emily schüttelte den Kopf.

„Oh ja!“, bestätigte der Bote. „Das haben sie!“.

Niki las die Karte vor: „Du hast mein Herz gewonnen. Ich bin verrückt nach Dir. Drake“ Niki lachte „Oh wie romantisch! Wo ist Dein Handy? Es muss gleich klingeln! Ich bin gespannt, was er diesmal schickt!“

*****

Donnerstag

Es war ihr freies Wochenende und Emily saß mit ihren Freunden auf der Terrasse. Die Sonne ging langsam unter und sie diskutierten darüber, wie es mit Emily und Drake weitergehen sollte.

„Ich finde, du solltest ihn anrufen. Seine Handynummer hast Du ja.“, meinte Rafe.

„Nein, auf keinen Fall!“, warf Sue ein.

„Der Meinung bin ich auch.“ Niki nickte. „Er muss sich melden.“

„Aber dann, Emily, musst Du ihm auch 'ne Chance geben!“, warf Chris ein. „Kein Rückzieher!“

„Ich weiß gar nicht, was ich ihm sagen soll.“ Emily holte tief Luft. „Ich will mich nicht bei ihm entschuldigen. Er hat sich doch wohl falsch verhalten!“

„Ja. Ja, das hat er.“ Alle stimmten ihr zu.

„Außerdem gehe ich nirgends mit ihm allein hin. Ihr müsst mich alle begleiten.“ Alle lachten.

„Also, wenn er jetzt anrufen würde, dann spreche ich mit ihm!“ Niki war sehr bestimmt.

Prompt klingelte Emilys Handy. Alle schauten sich an. Niki sprang auf und rannte ins Wohnzimmer, wo das Handy auf dem Tisch lag.

„Er ist es!“, rief sie.

„Ey, wie kann das sein? Hat der hier Wanzen versteckt?“ Bastian lachte.

Sue boxte ihn auf die Schulter. „Sag das nicht, sonst ist er doch ein Stalker!“

Emily hörte kaum zu, sie stand schon in der Türe und beobachtete Niki.

„Privatsekretärin von Emily und außerdem die Wand, an der DU erst mal vorbei musst! Was gibt’s?“ Niki hörte zu. „Nein, kannst Du nicht, Du musst schon mit mir sprechen.“ Pause. „Ok, warte.“ Sie hielt das Handy an ihren Bauch. „Emily, morgen Abend schon was vor?“ Emily schüttelte den Kopf. „Ja!“ Niki sprach wieder ins Handy. „Das geht. Wo?“ Pause. „Nein, auf keinen Fall! Wir kommen.“ Pause. „Ok, sieben Uhr?“ Pause. „Und Drake? Keine Fehltritte! Und – wir kommen ALLE mit, nur dass Du es weißt. Also reserviere einen großen Tisch. Wir sind . . .“ Niki zählte durch: „Eins, zwei, drei . . . sechs.“ Damit legte sie auf.

9.

Drake

Drake hatte bei dem kleinen Italiener den ganzen Wintergarten angemietet. Geld spielte keine Rolle, er musste sie zurückgewinnen. Irgendwie. Was er ihr sagen wollte, wusste er immer noch nicht genau.

„Sie kommt.“ Er hob die Nase in die Luft. Er roch . . . Lilien, Wald, Sie. Aufregung, Schweiß. Aber auch Angst. Wenn sie ihn doch nur so wahrnehmen könnte wie er sie, dann wüsste sie, dass auch er Angst hatte.

Emily

„Emily.“ Jared empfing sie und bot ihr seinen Arm an. „Schön, dass Du da bist.“

„Jared.“ An der Tür standen die anderen. Klar, als würde er alleine kommen. „Seid ihr eigentlich siamesische Fünflinge?“, wunderte sich Emily.

„Nein. Hallo Emily.“, sagte Maddox und hielt ihr die Hand hin. „Du zitterst. Emily, er hat auch Angst, genau wie Du. Du bist ihm sehr wichtig.“ Jared brachte sie zu Drake.

Der Wintergarten, in den Jared sie brachte, war mit hunderten von Kerzen geschmückt. Hinten links stand ein kleiner runder Tisch, an dem Drake stand. In der Hand hatte er eine einzelne rote Rose. Jared ließ Emily los und schubste sie regelrecht in den Raum.

Drake kam mit ausgestrecktem Arm auf sie zu. „Emily.“ Sie legte ihre Hand in seine. Ihr Herz klopfte allein bei seinem Anblick einen Takt zu schnell und sie musste schlucken. Es war total bescheuert, aber wenn sie in seine Augen sah, vergaß sie alles um sich herum. Sie sah nur noch ihn. Sie versank in seinen Augen, als würde sie in einem warmen Meer baden. Emily wusste es nicht, aber für Drake war es ähnlich. Nur dass er ‚nach Hause kam‘, wenn er sie ansah.

Nun saßen sie an dem kleinen Tisch, tranken Rotwein und ihre Vorspeise hatten sie aufgegessen. Am anderen Ende des Wintergartens saßen ihre Freunde zusammen an einem großen Tisch und dort wurde schon gelacht. Sie verstanden sich gut.

*****

Drake

„Puh.“ Drake rieb seine Handflächen über seine Beine. „Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich . . .“ er holte tief Luft. „Ich fang einfach an, wahrscheinlich wird’s durcheinander.“

„Du bist nervös?“, bemerkte Emily erstaunt.

„Ähm, ehrlich gesagt, ja. Total.“

„Ok, pass auf. Du kannst mir alles sagen. Ich will hören, was Du mir zu sagen hast. Also, alles was Du bereit bist, mir zu erzählen. Ich hoffe sehr, dass Du mich nicht anlügst. Aber ich bin hier, um Dir zuzuhören. Du musst mir nur eines versprechen, Du musst mir die Wahrheit sagen.“ Emilys Stimme zitterte leicht.

„Mmh, gut. Ich verspreche es. Wobei, ich hab Dir schon immer die Wahrheit gesagt. Aber egal. Also, als Erstes: Ich bin kein Stalker! Obwohl ich gestehen muss, dass es sich wahrscheinlich für Dich so anfühlt. Ich kann Dir einiges noch nicht erklären – noch nicht! – aber das liegt daran, dass ich mir über einiges selbst erst mal sicher sein muss. Es liegt also nicht an Dir! Ich habe mich lange mit den Jungs unterhalten und mit meinem Vater fast zerstritten, bis meine Mutter eingriff. Als ich Dich im letzten Jahr gero . . .“ Er unterbrach sich selber. „. . . gesehen habe, als ich Dich gesehen habe – ich kann es nicht erklären, aber ich fühlte mich sofort zu Dir hingezogen. Und dann habe ich Dich gesucht und nicht gefunden. Fast drei Monate lang. Mein Vater hat Ärger gemacht und die Jungs wollten weiter. Aber ich konnte nicht. Ich wollte nicht. Ich wollte erst Dich finden. Und dann hab ich Dich gefunden, in der Bar. Schon letztes Jahr. Aber ich konnte mich Dir einfach noch nicht vorstellen. Und ja, seitdem versuche ich, Dir nahe zu sein. Und wenn ich nicht konnte, hab ich einen von ihnen . . .“, Drakes Kopf ging nach links, „. . . geschickt. Damit sie auf Dich aufpassen.“

„Also doch.“, flüsterte Emily atemlos.

„Warte! Verurteile mich nicht. Bitte. Es ist so, ich komm aus Montana, Amerika. Das hört man wohl.“ Emily lächelte und nickte mit dem Kopf. „Ich musste dann also erst einmal einigermaßen Deutsch lernen. Ich habe mir eine Wohnung gesucht am Bodensee. Wir haben in Reichenau ein Haus gefunden. Die Insel liegt im westlichen Teil des Bodensees, dem Untersee, zwischen Konstanz und Radolfzell und ist die größte Insel im Bodensee. Wusstest Du, dass sie seit 2000 mit dem Kloster Reichenau sogar auf der UNESCO-Liste des Welterbes verzeichnet ist? Na ja, jedenfalls musste ich auch zurück. Mit meinem Vater reden, er hatte schon Ärger gemacht. Es ist so, Emily, ich bin zwar kein richtiger Indianer, aber wir stammen irgendwie von den Blackfeet ab. Und wir leben in so was Ähnlichem wie in einem . . . Stamm oder Clan. Mein Vater ist sozusagen der Häuptling, also der Clanführer und ich sein ältester Sohn. Ich hab nur eine jüngere Schwester, Migina Rozene Mirani, was so viel heißt wie ‚Rückkehrender Mond ist schön wie eine Rose und Dein Schicksal‘. Wir sagen aber alle Mira zu ihr. Ich werde also irgendwann die Rolle meines Vaters übernehmen müssen. Wir sind ein alter Stamm und haben eher selten Kontakt zu der Außenwelt. Nicht, dass wir hinter dem Mond leben. Viele von uns haben Häuser und Autos, Strom und fließend Wasser, Internet und Handys. Und wir haben auch Freunde außerhalb. Trotzdem versuchen wir unter uns zu bleiben. Unser . . . Stamm ist sehr groß und auch sehr alt. Wir haben viele Traditionen und Rieten.“ Er nahm einen Schluck aus seinem Glas. Sein Essen war fast kalt geworden.

Erzählte er zu Anfang noch sehr langsam, strömten nun die Worte aus ihm raus.

„Mein indianischer Name ist Mingan Chowilawu Drakawe, was so viel wie ‚Wolf, vom Wasser zusammengefügter Drache‘ heißt.“ Er lachte. „Ja, frag mich nicht. Eltern. Aber wir jungen Leute tragen unsere Indianernamen nicht mehr wirklich, nur zu offiziellen Anlässen, wie z.B. zum Sonnentanz. Das ist ein großes Fest bei uns, bei dem ich dieses Jahr das erste Mal nicht dabei war. Das ist für meine Familie hart. Ich hab nämlich auch schon das Fest der heiligen Pfeife verpasst. Es hat also zu Hause mächtigen Ärger gegeben. Es ist nämlich sehr wichtig, dass ich immer dabei bin, um den mir zustehenden Platz zu verteidigen. Also wir kämpfen. Normalerweise ist das nur sowas wie ein Schaukampf, aber manchmal auch wirklich ernst. Und dieses Jahr hätten das entweder mein Vater oder meine Schwester für mich übernehmen müssen. Ich hatte Jared als meinen Vertreter ausgesucht. Aber auch das musste ich klären.

Die Jungs da hinten, die kenne ich schon mein Leben lang. Wir sind zusammen groß geworden und haben schon als Kinder miteinander gespielt. Und ja, Du hast Recht. Sie sind nicht nur meine Freunde, sondern tatsächlich sowas wie meine Leibwache. Sie dürfen mich gar nicht allein lassen.

Ok, also da haben wir Jared. Er heißt Wambli-Waste Jaredow, guter herabsteigender Adler. Maddox wird Ohanko Mahddolx – rücksichtsloser Königssohn genannt. Tristan ist blond, sehr ungewöhnlich bei uns, aber es kommt vor. Deshalb heißt er Muraco Triwatan – weißer stiller trauriger Mond und als letzter Sam. Er heißt Mojak Samuwok. Das bedeutet so viel wie Nie stiller Geist wurde erhört. Und das passt auch zu ihm.“

„Emily.“, seine Stimme wurde ganz sanft. „Manche von uns suchen ihr ganzes Leben danach, aber manche von uns finden einen . . . finden die eine Person, mit der sie ihr Leben lang verbunden bleiben. Und dann kann die beiden nichts auf der Welt mehr trennen. Und Frauen bei uns werden einfach immer noch gut beschützt, denn sie sind unser Leben.“ Drake sah ihr lange in die Augen. „Emily, verstehst Du, was ich Dir sagen will?“

Emily wandte den Blick ab. Mittlerweile stand Dessert vor ihnen und Emily stocherte in ihrer weißen Mouse. Sie sah ihn nicht einmal mehr an. Draußen war es nun fast ganz dunkel, es war spät geworden.

Drake holte tief Luft. „Also ja, ich habe Dich beobachtet. Wenn Du es so ausdrücken willst, Dich verfolgt. Aber in guter Absicht, nicht in böser. Du bist so klein und zart und weich. Ich wollte Dich nur beschützt wissen.“ Er griff über den Tisch und nahm ihre Hand. „Ich hätte Dir sicher einiges davon früher sagen müssen. Aber wann? Es ging alles so schnell! Wenn Du in meiner Nähe bist, vergesse ich alles. Ich vergesse, dass ich ein großer starker und böser . . . Krieger bin.“

„Böse?“, fragte Emily.

„Nicht bei Dir!“ antwortete Drake schnell „Nur bei unseren Feinden.“

„Ihr habt immer noch Feinde?“ Emily klang erstaunt.

„Ja, leider. Aber das ist eine andere Geschichte, Emily, die ich Dir später mal erzählen werde. Hast Du Fragen?“

„Eigentlich nicht. Aber, wenn ich ehrlich bin, verstehe ich immer noch nicht, wieso Du mich seit – seit wann? Einem Jahr? – mehr oder weniger beschatten lässt. Nein, entschuldige, Du ‚beschützt‘ mich ja. Was, glaubst Du, ist das Problem? Das Du halber Indianer bist? Ich versteh’s einfach nicht.“

Hilfesuchend drehte Drake den Kopf und sah Jared an. Wieso war es nur so schwer, es zu sagen? Weil er es sich dann selber eingestehen musste? Er war sich doch schon so gut wie zu 100% sicher.

„Emily, Du machst es mir wirklich nicht leicht. Muss ich es wirklich aussprechen? Ich . . .“, fahrig fuhr er sich mit der freien Hand über das Gesicht und durch die Haare.

„Wenn Du noch was zu sagen hast, dann sag es. Erkläre es mir, dass ich es verstehe, Dein Verhalten, sonst will ich jetzt gehen.“ Emily legte den Löffel hin. Es sah aus, als würden sich Tränen in ihren Augen bilden. Sie blinzelte sie weg. Sie würde nicht weinen. Nicht vor ihm.

Drake schüttelte den Kopf. „Also gut. Damit offenbare ich Dir mein Herz. Ich lege es in Deine Hände, Emily, und Du kannst mich töten. Sieh mich an.“ Drake ahnte nicht, dass es für Emily schwer war, in seine Augen zu sehen und sich dann auf etwas anderes zu konzentrieren, wie z.B. zuhören. Aber sie hob den Blick und sah ihn an. Drake schluckte „Emily, ich würde Dir nie weh tun. Ich würde Dich niemals absichtlich verletzten. Emily, ich glaube, dass Du ‚DIE EINE‘ für mich bist. Die Eine, nach der ich mein Leben lang gesucht habe. Die eine, mit der ich für den Rest meines Lebens zusammen sein werde. Das heißt auch, wenn ich Dich verliere, dann sterbe ich und das mein ich Ernst. Das ist keine Floskel. Wieso ich das weiß? Ich kann es Dir nicht sagen. Das ist der Grund, warum ich Dich beschützen will und muss. Dir darf nichts passieren. Du bist mein Leben.“

„Lass ihr Zeit.“, sagte Bastian zu ihm, als sie das Lokal verließen. Was sollte er auch sonst tun? Nun hatte sie den Spielball und war am Zug.

*****

Emily

Nachdem Emily versuchte hatte, sich an alles zu erinnern, was Drake ihr erzählt hatte und ihren Freunden ausführlich berichten musste, lag sie nun in ihrem Bett. Allein. Wach. Sie hatte immer noch seine Stimme im Ohr. „Verstehst Du, was ich Dir damit sagen will? Du bist mein Leben. Du bist die Eine für mich. ‚Die Eine.‘ DIE Eine. ‚Zusammen sein werde‘ hatte er gesagt, nicht ‚Zusammen sein möchte“. Sie schlief ein.

Und träumte. Von ihm. Wie er sie ansah, seine Augen verwandelten sich in ein Meer, in das sie hinein lief und dann fast ertrank. Jemand rettete sie. Ein Indianer mit langen schwarzen Haaren und Federkopfschmuck, bunt bemalt. Aber er hatte seine Augen. Er hielt sie im Wasser fest, dann standen sie am Strand. Er küsste sie. Er ließ sie los und sie wurde von ihm weggezogen. Nun stand sie in einem Tipi. Riesengroß und brechendvoll. Sie sah nur halbnackte Indianer. Ihre Blicke suchten ihn, doch sie fand ihn nicht. Als sie sich umdrehte, stand sie vor einer Art Arena. In der Mitte waren zwei Männer. Drake. Sie hatten beide Speere in der Hand. Der andere Indianer lag auf dem Boden und Drake beugte sich über ihn. Da stieß der, der am Boden lag, Drake den Speer in die Brust und Drake brach zusammen. Sie schrie auf, schrie seinen Namen, wollte zu ihm. Doch sie war umringt von Indianern. „Du bist keine von uns!“, sagten sie. „Du bist keine von uns!“ Es klang wie eine Formel. Sie rief nach ihm, rief seinen Namen. Dann stand sie vor dem Zelt, es gab keinen Weg zurück.

Zitternd und weinend erwachte sie. Sie erkannte, sie war auf dem besten Wege sich in ihn zu verlieben.

10.

Emily

Emily hatte die Terrassentüre weit geöffnet, um die Wärme in die Wohnung zu lassen. Die Musik war laut und sie stand singend und tanzend auf der Terrasse, wo sie den Tisch deckte oder kochend in der Küche. Am Vormittag hatte sie ihn per WhatsApp gefragt, ob er am Abend zum Essen kommen wollte. Und er hatte ja gesagt. Nein, sie hatte nicht alles verstanden, was er gesagt hatte. Also eigentlich schon, aber den ‚wahren‘ Hintergrund, davon war sie fest überzeugt, kannte sie immer noch nicht. Aber wenn sie ihn auf Abstand hielt, sich nicht auf ihn einließ, würde sie es nie erfahren. Wenn er ihr das Herz brechen wollte, würde er es tun. Ihr war klar, dass es für sie sicherlich mit jedem Tag, den sie mit ihm verbrachte, mehr schmerzen würde. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wenn er ihr Herz brechen würde, würde sie . . . ja, sie würde wieder aufstehen. Sie würde nicht untergehen. Monrose sangen grad ‚This is me‘ und sie sang lauthals mit. Genau. Das bin ich! Und ich lasse mich nicht unterkriegen.

Nun saßen sie auf ihrer Terrasse, aßen, lachten, redeten. Es war, als hätte es die letzten Wochen nicht gegeben. Er erzählte ihr von seiner Heimat, von Montana, dort wo sein Clan lebte.

Das 1.6 Millionen Acres große Blackfeet Reservat befand sich im äußersten Norden von Montana. Das Gebiet grenzte an die Rocky Mountains und den Glacier National Park und dehnte sich nach Osten auf die Plains aus. Überall in dieser Gegend, erzählte er, sah man die farbenprächtigen Tipi's der Blackfeet in saftig grünen Wiesen oder an Flussufern stehen. Bedingt durch den angrenzenden Park, der Grenze zu Canada und einigen geschützten Wildnis-Gebieten lebten die Blackfeet in einem landschaftlich reizvollen Gebiet. Es gab Seen und Flüsse, die so idyllisch lagen, dass man sich fast in die guten alten Tage des Stammes zurückversetzt fühlen konnte.

Browning war die Hauptstadt der ca. 8000 Blackfeet im Reservat und etwa der gleichen Anzahl von Indianern, die außerhalb des Reservats lebten. Der Ort bot eines der besten Stammesmuseen, das Museum der Plains Indianer, und war jährlich am 2. Wochenende im Juli Veranstaltungsort der North American Indian Days, eines der größten indianischen Treffen in den USA.

Der Stamm der Blackfeet bestand aus vier verwandten Stämmen zu denen die Piegan oder Pigunni in den USA und die Northern Piegan, Bloods und Blackfeet von Canada gehörten. Die Gruppe seines Stammes hatte sich irgendwann 1866/67 von den anderen gelöst, nachdem Red Cloud, ein anderer einflussreicher Oberhäuptling, in einem Guerillakrieg zwischen 1865 und 1868 die US-Truppen gezwungen hatte, ihre Forts am Powder River zu räumen. Seitdem war ihre Gruppe eigenständig.

Emily hörte zwar zu, aber sie konnte gar nicht alles, was er erzählte, behalten. Aber er hatte eine schöne Stimme. Tief und warm. Sie sah ihn nur an, versuchte, sich jedes Detail zu merken. Seine tiefschwarzen, zotteligen Haare. Seine blauen Augen, die von langen Wimpern umrahmt wurden. Wieso hatten immer die Männer solche Wimpern? Dass seine Lippen weich waren, wusste sie. Er war Indianer, wahrscheinlich hatte er deswegen so wenig Körperbehaarung. Er trug heute ein weißes Hemd, das er locker über einer dunklen Jeans trug. Die Ärmel waren hochgekrempelt und die ersten beiden Knöpfe standen offen. Es war Mitte Juli und es war wirklich heiß die letzten Wochen gewesen. Sie hatten einen schönen Sommer, hoffentlich blieb das noch ein paar Wochen so. Heute trug er Turnschuhe. Einen Arm hatte er locker über die Lehne gelehnt, während er mit dem anderen immer wieder gestikulierte. Sie schaute auf seine Hände, die groß waren und stark aussahen und doch so zärtlich sein konnten. Ihr Blick ging zurück zu seinem Gesicht und blieb an seinen Lippen hängen.

Seine Lippen, wie sie sich auf ihrem Körper angefühlt hatten. Ihre Gedanken schweiften ab. Wann sie sie wohl das nächste Mal auf ihrem Körper spüren würde? Sie konnte nichts dafür. Es war einfach eine Reaktion, aber sie spürte, wie es zwischen ihren Beinen zu kribbeln begann, ihre Perle zu pochen anfing und sie feucht wurde. Irgendwann bemerkte sie, dass sich seine Lippen nicht mehr bewegten.

Drake

Drake hatte sich fast wie ein junger Welpe gefreut, der etwas Neues zum Spielen bekam, als sie ihn angeschrieben hatte. Nun saß er bei ihr und erzählte von seiner Heimat. Er war ein guter Beobachter und bemerkte sofort, als ihre Aufmerksamkeit nachließ. Während ihr Blick über seinen Körper ging, stand er schon in Flammen. Aber er hatte sich für heute vorgenommen, sie nicht anzufassen, ihr nicht zu nahe zu kommen. Er wollte wirklich, dass das mit ihnen funktionierte und deshalb wollte und musste er es langsam angehen. Wobei er sich nicht wirklich sicher war, wie lange er sich zurückhalten konnte, bis er – endlich – mit ihr schlafen würde. Ihre Reaktion blieb von ihm nicht unbemerkt. Sofort hatte er einen trockenen Mund und eine Erektion. Er brach mitten im Satz ab und sah sie nur an.

Drake glaubte, dass sich Emily heute bemüht hatte, nicht aufreizend zu sein, sondern ganz normal. Ihre Haare hatte sie einfach locker zusammengefasst. Sie trug eine Jeans, die Drake schon fast als zu eng bezeichnet hätte und ein weißes Achselshirt. Er hätte schwören können, dass sie sowas wie einen Oma-BH trug und sicherlich auch eine entsprechende Hose. Vorbereitung war schließlich alles. Als Mann ging man nicht heiß zu einem Date, sondern verschaffte sich vorher Erleichterung. Ob man das als Frau auch tat, wusste er nicht. Aber: Als Frau zog man sich, wenn man sicher gehen wollte, dass nichts passieren würde, einfach Oma-Unterwäsche an. So einfach war das. Emily war nicht geschminkt und hatte kein Parfüm benutzt. Er war sich nicht sicher, ob er eine Creme an ihr roch, aber mehr auch nicht. Nur ihr unverfälschter Duft. Und genau das war es, was sie für ihn unwiderstehlich wirken ließ.

Emily

Als Emily bemerkte, dass Drake nicht mehr sprach, sah sie wieder in seine Augen. Drake sagte leise ihren Namen.

„Oh, entschuldige, ich . . . nicht das Du glaubst, das wäre langweilig, was Du mir erzählst, aber ich . . .“, sie redete viel zu schnell und verhaspelte sich. Dann griff sie nach ihrem Wasser und nahm einen großen Schluck. „Ich hab noch selbstgemachtes Eis da. Magst Du?“

Zusammen gingen sie in die Küche und Emily sagte Drake, wo er Eisschalen finden konnte, während sie das Eis aus dem Gefrierschrank holte. Gemeinsam verteilten sie das Eis in die Schalen. Dabei konnten sie nicht verhindern, dass sich ihre Finger berührten, auch wenn sie es versuchten. Jedes Mal hielten sie kurz inne, sahen sich an. Dann berührten sich ihr Hände ein paar Mal absichtlich und sie begannen, in der Küche rum zu blödeln. Emily hatte das Gefühl, dass die Schwere der letzten Wochen abfiel. Sie schmierte ihm mit dem großen Löffel Eis auf die Nase und lachte. Das ließ Drake sich nicht gefallen und schnippte Eis in ihre Richtung. Patsch, mitten auf die Stirn. Sie lachten. Dann tauchte Emily zwei Finger in das Eis. Drake hob abwehrend die Arme. „Oh nein, oh nein“, rief er lachend. Doch als sie mit dem Eis an den Fingern auf ihn losging, tauchte auch er seine Finger ins Eis.

Drake

Langsam ging er rückwärts. „Komm doch, wenn Du Dich traust.“, lachte er. Irgendwie versuchten sie sich gegenseitig mit den Eisfingern zu beschmieren, während sie beide mit der anderen Hand versuchten, den anderen abzuwehren. Nun stand Drake mit dem Rücken an der Wand, er konnte ihr nicht weiter ausweichen. Er passte einen winzig kleinen Augenblick nicht auf und schon schmierte ihre Hand ihm das Eis ins Gesicht. Sie strich auch über seinen Mund und er reagierte einfach. Er öffnete den Mund und als ihre Finger darin steckten, schloss er ihn und begann, an ihren Fingern zu saugen. ‚Fehler!‘ schrillten Alarmglocken in seinem Kopf. Sofort schlug die vorher gelöste Stimmung in Erregung um. Er nahm ihre Hand und zog langsam ihre Finger aus seinem Mund.

„Oh Emily“, stöhnte er leise, dann packte er sie, riss sie in seine Arme und wollte sie küssen. Doch kurz vor ihren Lippen hielt er inne.

Emily

‚Jetzt. Jetzt wird er mich endlich küssen.‘, dachte Emily. Doch dann stoppte er vor ihren Lippen und sah sie – fragend? – an.

„Ja.“, flüsterte sie und schloss die Lücke zwischen ihnen, in dem sie ihn küsste. Ihr Kuss war erst vorsichtig und langsam. Sie konnte spüren, wie ihr Shirt an einer Stelle auf dem Rücken kalt und klebrig wurde, wahrscheinlich dort, wo seine Eisfinger sie berührten, aber es war ihr egal. Sie wusste nicht, was hier mit ihr geschah, sie verstand es nicht. Zwischen ihnen das war wie . . . Magie. Oder wie zwei Magnete, die immer wieder zueinander hingezogen wurden. Sonne und Mond. Sie konnte nicht ohne ihn sein, aber konnte sie mit ihm sein? Sie wusste es nicht. Und gerade jetzt, in diesem Augenblick war es ihr auch einfach scheißegal. Er war hier. Das allein war wichtig für sie. Er war so groß, sie musste sich auf ihre Zehen stellen, um ihn zu küssen und ihre Hände umklammerten seine Schultern. Seine Zähne knabberten an ihren Lippen, seine Zunge strich darüber hinweg. Wieder verschloss er ihren Mund und seine Zunge suchte ihre. Dabei nahm er sie fest in den Arm. Sie fühlte sich . . . geborgen, aufgehoben, beschützt. Wie konnte das nach alldem immer noch sein? Wieso fühlte sie sich so lebendig, wenn er in ihrer Nähe war? Er nahm sie fest in die Arme und drückte sie an sich.

„Oh Emily,“, stöhnte er an ihrem Mund. „Ich habe Dich so vermisst!“

„Ich hab Dich auch vermisst.“, flüsterte sie. Als wäre das sein Stichwort gewesen, verschloss er ihren Mund wieder, küsste sie wild und hob sie hoch. Emily fand das total erregend. Sie liebte es, wenn er sie trug und ihre Beine schlossen sich um seine Hüften. Wie stark er war, wie gut er aussah, ihn anzufassen, seinen harten durchtrainierten Körper.

Er setzte sie auf die Kochinsel, die mitten in der Küche stand, doch ihre Beine ließen ihn nicht los. Drake war auch erregt, das konnte sie fühlen. Seine Erektion rieb an ihr und sie stöhnte leise an seinem Mund. Emily nahm sein Gesicht zwischen ihre Hände und küsste ihn, langsam, leidenschaftlich. Dann löste sie sich von seinem Mund und ihr Mund wanderte über seinen Hals zu seinem Ohr. Sie knabberte an seinem Ohrläppchen und ihre Zunge fuhr in sein Ohr. Er stöhnte leise und sie lächelte. Sie wollte herausfinden, ob er sie genauso heiß fand wie sie ihn, ob sie ihn genauso erregen konnte, wie er es ständig mit ihr tat. Langsam küsste sie seinen Hals entlang, während ihre Hände über seine Brust fuhren. Sie rieb ihre Handflächen über seine Brustwarzen, dann begann sie, sein Hemd aufzuknöpfen. Den ersten Knopf ließ er zu. Doch bei dem zweiten Knopf flüsterte er ihren Namen. An seinen Lippen sagte sie nur ‚Scht‘ und verschloss seinen Mund mit ihrem. Ihre Zunge strich über seine Lippen und Drake öffnete ihn. Ihre Hände öffneten alle Knöpfe an seinem Hemd, dann konnte sie endlich über seine nackte Brust streicheln. Wieder rieb sie mit ihren Handflächen über seine Brustwarzen, dann nahm sie gleichzeitig beide Brustwarzen zwischen Daumen und Zeigefinger. Hielt er etwa die Luft an? Als sie begann, diese zu reiben, atmete er stoßweise aus. Abermals glitt ihr Mund über seinen Hals, aber diesmal ging sie tiefer, bis sie eine Brustwarze in den Mund nehmen und daran saugen konnte. Ihre Hände strichen über seinen Bauch bis sie seine Jeans an ihren Fingern spürte. Sie hielt kurz inne und sah zu ihm auf. Da packte er ihre Hände und verschränkte sie hinter seinem Rücken, zog Emily dadurch an seine Brust.

„Emily, tu das nicht.“, flüsterte er an ihrem Mund. „Du hast keine Ahnung, worauf Du Dich hier einlässt.“ Doch sie lächelte ihn nur an. Noch einmal verschloss er ihren Mund mit seinem Kuss. Er führte ihre Hände, die er immer noch hinter seinem Rücken hielt, wieder nach vorn und dann verschränkte er ihre Arme hinter ihrem Rücken und hielt sie beide mit einer Hand fest. Nun lag sie fast auf der kalten Marmorplatte. Seine freie Hand legte Drake an ihr Gesicht. Emily schloss kurz die Augen und schmiegte sich an seine Hand. Dann strich sein Daumen über ihre Lippen und Emily öffnete diese leicht. Sie schob ihre Zunge raus und leckte an seinem Daumen, versuchte, ihn einzufangen. Als es ihr gelungen war, schaute sie Drake an und begann an seinem Daumen zu saugen. Drake verdrehte die Augen und Emily lachte triumphierend. Seine Hand löste sich von ihrem Gesicht und strich über ihren Hals. Langsam, fast quälend langsam zwischen ihren Brüsten hinunter zum Bauchnabel. Dort ließ er kurz seine Hand liegen und sie konnte die Wärme spüren. Ein Schauer durchlief sie und ihre Beine pressten seinen Unterleib noch fester an sich. Drake beugte sich zu ihr hinunter und presste sein Gesicht zwischen ihre Brüste. Sie spürte seinen heißen Atem auf ihrer Haut, auch durch das Shirt und sie war atemlos.

„Emily!“, stöhnte er ihren Namen an ihrer Brust.

Drake

Emily atmete tief ein und aus, ein und aus. Dann sagte sie: „Ja. Ja, Du hast Recht. Das Eis. Das Eis schmilzt.“

Verwirrt sah Drake auf, doch dann lachte er leise. „Ja, das Eis schmilzt.“ Langsam lösten sie sich voneinander. Ihr Beine lagen immer noch um seine Hüften und sie zog ihn noch einmal an sich ran, und, was tat sie da? Sie rieb sich kurz an ihm, bevor sie sich aufsetzte. Er holte tief Luft. Diese Frau würde sein Tot sein. Sie würde ihn umbringen. Irgendwie. Ihre Hände legten sich auf seine nackte Brust, dann fuhren sie unter sein Hemd über seinen Rücken zu seinen Schultern. Ihre Lippen waren ganz nah an seinen. Er konnte ihren heißen Atem in seinem Gesicht spüren. Und sie atmete ziemlich schnell. Ihre Augen waren dunkler geworden, vor Verlangen hoffte er, und ihre Wangen waren leicht gerötet.

„Und weißt Du was?“, fragte sie unschuldig.

„Was?“

„Es ist mir – ehrlich gesagt – total egal.“

„Was ist Dir egal?“, hakte Drake heiser nach.

„Dass das Eis schmilzt. Ich will nur Dich.“ Damit presste sie ihren Mund auf seinen.

Drake stöhnte. Er hatte noch nie, niemals in seinem ganzen Leben, jemanden so sehr gewollt wie sie. Es hatte sich aber auch noch nie so angefühlt. Wenn er mit ihr zusammen war, fühlte er sich ständig, als wäre er high. Wie sollte es nur werden, wenn er tatsächlich jemals mit ihr schlafen würde? Er wollte mit ihr schlafen! Ja, verdammt! Das wollte er wirklich. Aber er wollte auch, dass sie ihn so kannte, wie er wirklich war. Dass sie ihn mit all seinen Eigenschaften haben wollte, egal ob es nun gute oder schlechte waren. Und bevor sie nicht die ganze Wahrheit über ihn wusste, musste er sich zurückhalten. Erst danach konnte sie ihm wirklich ganz gehören. Für Immer.

Und dann überraschte sie ihn. Als sie ihren Kuss beendeten, nahm er sie fest in seine Arme, drückte sie an sich. Ihr Mund war an seinem Ohr und schon der heiße Atem allein ließ ihn noch härter werden.

Sie flüsterte: „Drake . . . dieses Geräusch, was Du manchmal machst . . . kannst Du das bitte jetzt einmal für mich machen?“

„Welches Geräusch?“, fragte er erstaunt. Er machte doch keine komischen Geräusche! Dann fiel es ihm ein. „Du meinst, wenn ich knurre?“

„Ich weiß nicht, ja vielleicht.“

Er knurrte. Kurz, vorsichtig.

„Nein, nein“, schüttelte Emily den Kopf. „So nicht, anders. Du machst es immer zwischendurch.“

Er schloss die Augen. Das war doch wohl nicht ihr Ernst. Wenn sie wüsste, was er wusste und was das bei ihm auslöste.

„Bitte!“, flüsterte sie an seinem Ohr.

Emily

Er knurrte. Leise. Lange. Langsam. Erotisch. Dieses eine, besondere Geräusch. Sie liebte es. Hitze stieg in ihr auf und ihre Perle pochte. Sie war vorher schon feucht gewesen, aber jetzt . . . es fühlte sich an, als würde sie auslaufen. An seinem Ohr stöhnte sie und auch Drake stöhnte auf.

„Ja, genau, dieses Geräusch“, sagte sie atemlos. „Ich liebe es. Ich liebe es einfach. Und Drake? Es macht mich wahnsinnig. Es macht mich an. Es macht mich heiß.“

„Ich weiß.“, antwortete er leise.

„Du weißt?“

„Ja, Emily, ich weiß es. Ich kann es . . . ich weiß es einfach. Ich sehe es in Deinen Augen. Wie Du auf einmal herum rutschst. Ich . . . kann es riechen. Und ich liebe es, wenn Du so reagierst. Ich liebe es, Dich zu riechen.“

„Du riechst es, wenn ich heiß bin?“

Drake

Oh nein, er hatte zu viel gesagt. Wie sollte er das nur erklären? ‚Ich hab halt 'ne gute Nase?‘ Das ging wohl nicht.

Emily wiederholte ihre Frage: „Drake, Du riechst es, wenn ich heiß bin?“

Mist, Mist, Mist – wie sollte er da wieder raus kommen.

„Ja.“, sagte er leise.

„Oh – ok.“ Eine leichte Röte zog ihr über das Gesicht. Dann lächelte sie ihn an, zog eine Augenbraun hoch und sagte nur „Gut zu wissen.“ Damit schubste sie ihn von sich weg und sprang von der Granitplatte.

Nun saßen sie im Wohnzimmer und löffelten ihr Eis. Na ja, es war nicht wirklich noch Eis, aber es war noch recht kühl und schmeckte gut. Am liebsten würde Drake es von ihrem heißen Körper lecken, aber soweit waren sie – leider – noch nicht.

Später lagen sie zusammen auf der Couch. Emily lag zwischen seinen Beinen auf seinem Bauch und er saß halb. Ihre Beine waren verschlungen und er ließ seine Hände durch ihre langen Haare wandern.

„Emily, ich will wirklich, dass das mit uns funktioniert. Hörst Du? Es gibt immer noch so viel, das ich Dir erzählen muss und will.“ In der Ferne hörte er einen Wolf heulen. „Aber alles zu seiner Zeit. Du musst mir einfach vertrauen. Hörst Du? Mir vertrauen.“

„Du musst ja was extrem Schlimmes angestellt haben. Bist Du ein Tierquäler? Ein Triebtäter? Ein Serienmörder?“

„Nein.“, lachte er. „Ich bin kein Serienmörder - nichts von alledem.“

Sie schlang ihre Arme fester um ihn. „Ok, ich mach Dir einen Vorschlag. Ich werde Dir vertrauen, egal wie schwer es mir vielleicht manchmal fällt. Aber ich möchte Dich inständig bitten, mir immer die Wahrheit zu sagen.“ Ihre Stimme wurde immer leiser. „So, wie vorhin in der Küche.“ Nun wurde ihre Stimme wieder normal. „Und ich verspreche, ich werde versuchen, mit allem was Du mir sagst, positiv umzugehen und offen. Ich werde es versuchen. Ok?“

Sie war unglaublich. Ja, sie war die Richtige. Mit jeder Stunde, die er mit ihr verbrachte, war er sich sicherer. Er musste zurück. Er musste mit seinem Vater sprechen.

„Ok.“, dann küsste er sie auf den Kopf. „Onida Awenasa“, sagte er leise. Sie sah ihn an. „Das wäre Dein Indianername. Onida Awenasa Emilayi. Die Eine, sanfte, die gesucht wurde und mein Zuhause ist. So wäre Dein Name.“ Emily lächelte ihn an und wenn sie ihn anlächelte, dann . . . er war verloren. „Ich muss übrigens morgen zurück.“

„Du verlässt mich? Jetzt schon?“ sie sah ihn mit diesen großen grünen Augen an. Augen, denen er nicht widerstehen konnte. Er gab nichts an ihr, dem er widerstehen konnte.

„Nein, ich verlasse Dich nicht. Aber ich muss morgen zurück. Erst mal ins Haus, zu den Jungs. Und dann muss ich nach Hause zurück, nach Montana. Aber an Deinem nächsten freien Wochenende bin ich wieder hier. Versprochen!“

Ihr Kopf lag auf seinem Bauch, ihre Hände waren hinter seinem Rücken verschränkt und sie atmete tief und fest. Sie war eingeschlafen. Er hätte immer so mit ihr liegen können.

11.

Drake

Das Flugzeug befand sich auf den Weg nach Montana. Jared und Maddox schliefen. Tristan sah den Film und Drake starrte in den Nachthimmel. Nur Sam war nicht dabei. Sam war freiwillig geblieben. Bei ihr.

Nach Hause. Ja, er vermisste Montana, er war gerne zu Hause. Er schüttelte den Kopf. Sein Zuhause war jetzt da, wo sie war. Und sie war nicht in Montana. Was würde sein Vater dazu sagen? So einen Fall hatte es sicherlich noch nie gegeben.

Als er sich von ihr verabschiedete, sah er die Tränen in ihren Augen. Sie versuchte, stark zu sein, nicht vor ihm zu weinen. Aber er sah die Tränen.

„Ich bin bald zurück. Versprochen!“, hatte er zu ihr gesagt und sie hatte nur genickt. Dann hatte er seine Hand unter ihr Kinn gelegt, ihren Kopf angehoben und sie noch einmal geküsst. Abrupt hatte er sich umgedreht und wollte gehen. Doch an der Treppe blieb er stehen, atmete tief ein und aus und drehte sich nochmals um. Ihre Türe war geschlossen und er konnte sie weinen hören. Es fühlte sich an, als würde sein Herz brechen. Doch wenn er jetzt nicht ging, würde er wahrscheinlich nie mehr gehen. Und er musste gehen!

*****

Emily

Die ersten Tage waren schlimm für Emily. Am liebsten hätte sie sich den ganzen Tag ins Bett gelegt und die Decke über den Kopf gezogen. Das ging natürlich nicht. Sie musste an Soleigh denken, sie musste arbeiten, sie hatten Proben. Aber die Trennung von Drake fühlte sich an wie sterben. Als würde sie nicht mehr leben. Na klar, sie atmete noch und ja, ihr Herz schlug noch, aber sie fühlte sich leer. Einsam. Allein. Warum schlug ihr Herz noch, obwohl er nicht mehr da war? Er hatte sie nicht verlassen. Er hatte sie nicht verlassen! Er kam zurück. Er hatte es versprochen! Aber es fühlte sich nicht so an. Ihre Freunde versuchten sie, so gut es eben ging, aufzubauen und zu bestärken.

Während der Pause am Donnerstagabend konnte Emily ihre Tränen kaum zurückhalten.

„Warum weinst Du denn jetzt?“, erkundigte Chris sich liebevoll.

„Er hat gesagt, es ist immer jemand da.“, schluchzte sie. „Aber es ist keiner von ihnen da! Also hat er mich doch verlassen.“

„Oh, Emily . . .“ Chris wollte sie in den Arm nehmen und trösten.

“Nein, Chris.” Sie schüttelte den Arm wieder ab. „Lass das. Ich werde damit klar kommen. Irgendwie. Hoffentlich. Mir war klar, dass das passieren würde. Ich hätte nur nicht gedacht, dass er mich so schnell verlässt. Wenn Du mich jetzt in den Arm nimmst, weiß ich nicht, ob ich jemals wieder aufhören kann zu weinen.“

Als sie an diesem Abend „The End of the World“ von „Skeeter Davis“ sang, konnte sie die Tränen nicht aufhalten. Als die letzte Note verklang, war es so still in der Bar, eine Stecknadel hätte man fallen hören können. Doch nur kurz, denn an der Theke wurde auf einmal applaudiert. Emily wand den Kopf und sah Rafe und Bastian und . . . Sam. Nach den ersten stillen Sekunden applaudierten nun alle und Emily lachte. Sie wischte sich die Tränen von den Wangen und lachte.

Alles würde gut werden.

*****

Emily

Die nächsten Wochen vergingen dann doch wie im Flug. Sie sah Sam fast täglich und er integrierte sich ganz leicht in ihre kleine Gruppe. Emily verbrachte viel Zeit mit Sam und stellte fest, dass er ein sehr sonniges und lustiges Gemüt hatte. Mit ihm konnte sie viel lachen. Oft unterhielten sie sich nur über Belangloses, doch manchmal erzählte er auch von zu Hause. Einiges von dem kannte sie schon, viele Dinge waren aber auch neu für sie.

Sam erzählte viele lustige Geschichten aus ihrer Kindheit. Die Jungs hatten sich damals schon gefunden und als sie vier waren, waren sie der Meinung, sie wären jetzt alt genug, um Krieger zu werden. Sie legten Kriegsbemalung auf, schnappten sich ihre Waffen – einfache Holzstöcke, die dort im Wald natürlich überall herumlagen – und machten sich auf zur Bisonjagd. Großer Wolf sei Dank, hatten Maddox Eltern die Vorbereitungen mitbekommen und alle anderen Stammesmitglieder informiert. So ließen sie die Jungs in den Wald laufen, bis sie auf eine kleine Herde Bisons traf.

„Wir waren natürlich nicht allein.“, erzählte Sam. „Ein paar der Älteren mussten auf uns aufpassen. Maddox Bruder und meine Schwester unter anderem. Die sind übrigens seit dem ein Paar und haben jetzt eigene Kinder. 4 Stück! Meine Schwester erzählte später, dass wir wie eine Dampfwalze durch den Wald getrampelt sind und nicht auf leisen Sohlen geschlichen, wie wir dachten. Na ja, jedenfalls hatten wir uns einen Bison ausgesucht. Natürlich ein Kalb. Es stand ein wenig abseits der Herde. Wir wollten es umzingeln, so wie wir es schon ein paar Mal von den Älteren gesehen hatten und warfen uns auf den Bauch. Der Erste, der aufschrie, war Maddox. Damals war er noch nicht so hart wie heute.“ Sam lachte schon und sein Lachen war ansteckend. „Maddox hatte nicht aufgepasst und sich voll in einen Haufen Bisonscheiße gelegt. Maddox sprang auf und brüllte: „Iiiih, iiiih!“ Wir andern haben natürlich laut gelacht. Schöne Krieger waren wir. Nun ja, jedenfalls, irgendwann ging es weiter. Wir, wieder alle auf den Boden und robben los. Das Gras war hoch, zu hoch für uns. Wir verirrten uns. Also, irgendwann rief Drake, wo wir bleiben würden. Maddox und ich antworteten, doch Jared und Tristan nicht. Also sprangen wir auf. Wir waren ja kleine Jungs, dass hohe Gras ging uns fast bis zum Hals. Wir hatten uns zu weit weg von der Gruppe Bisons und dem immer noch einzelnen Kalb gerobbt. Drake rief laut nach Jared und Tristan. Sie standen dann schließlich auch auf. Sie waren in der genau entgegengesetzten Richtung unterwegs. Also trafen wir uns wieder in der Mitte. Irgendwann hatten wir es geschafft und uns diesem Kalb genähert. Der ganze Tag ging dafür drauf. Als wir dann endlich davor standen, hob Jared seinen Stock, also für uns waren das ja unsere Speere. Also, Jared hob seinen Speer über seinen Kopf und sagte: ‚Großer Wolf, wir danken Dir für dieses Geschenk.‘ Da fing Tristan an zu heulen.“

Sam lachte wieder. „Wir dürften das Kalb nicht töten, es wäre doch noch ein Baby und so. Ich hab ihn dann aufgezogen, dass er ja wohl noch ein Baby wäre und noch kein Krieger sein könnte. Wir stritten uns und Tristan warf sich auf mich. Jared schlug mit dem Stock auf das Kalb, das immer noch viel größer war als wir kleinen Jungs. Drake stand hinter dem Kalb und als Jared auf seine Flanke schlug, hob dieses Baby den Schwanz und pinkelte.“

Sam konnte sich nicht halten vor Lachen. „Es hat Drake angepinkelt! Hahaha! Von oben bis unten! Logisch, dass wir anderen alle lauthals lachten, auch Tristan und ich. Nun hatte das Kalb endgültig genug und rannte zu seiner Herde und dann setzte sich die ganze Herde in Bewegung. Aber, großer Wolf sei Dank, in die entgegengesetzte Richtung. Sonst hätte es für uns tödlich enden können. Jedenfalls, unsere Kriegsbemalung war mittlerweile runter, Maddox und Drake stanken, Tristan heulte nicht mehr, ich hatte aufgeriebene Knie und Jared aufgerissene Hände. So liefen wir nach Hause zurück.“ Dies war nur eine der Geschichten, die Sam erzählte.

*****

Emily

Drei Wochen waren um. Emily hatte nicht bemerkt, wie schnell die Zeit vergangen war. Doch an diesem Mittwochabend verabschiedete sich Sam von ihr und sagte: „Drake ist unterwegs. Morgen ist er wieder hier.“

Morgen! Morgen schon! Freitag hatte sie sich frei genommen, da Emily angenommen hatte, dass er am Freitag ankam. Aber morgen schon! Aufgeregt rannte sie durch die Wohnung. Sie lachte, sie weinte. Morgen schon.

Sie musste noch den ganzen Tag arbeiten. Da sie kaum geschlafen hatte vor Aufregung, war sie Donnerstag schon sehr früh in der kleinen Kanzlei, in der sie als Partnersekretärin arbeitete. Sie liebte ihren Job und sie war gut in ihm. Ihre drei Kolleginnen waren nett und mit den beiden Chefs verstand sie sich wirklich ausgezeichnet. Aber heute konnte sie sich nicht so recht konzentrieren. Christoph, ihr Chef, rief sie gegen Mittag rein.

„Emily, was ist denn heute los mit Dir? Du bist total fahrig. Schau mal die ganzen Fehler. Alles ok?“, fragte er sie.

„Ja, Christoph, es ist alles ok. Ich bin nur ein wenig aufgeregt. Tut mir leid. Du weißt ja, ich hab morgen frei und ich weiß jetzt schon, dass es ein tolles Wochenende werden wird. Und ich freu mich einfach so. Sorry, tut mir wirklich leid. Ich werde mich mehr zusammenreißen.“ Grobe Fehler waren ihr nur in der Anfangszeit passiert, und dass sie solche Briefe zur Unterschrift abgab, war schon fast unverzeihlich.

„Ändere das und mach bitte den Vertrag für Bruns noch fertig.“ Er lachte. „Und wenn dann alles ok ist, dann kannst Du abhauen! Das müssen ja tolle Pläne fürs Wochenende sein.“

„Oh ja, das sind es.“ Sie verstanden sich zwar alle wirklich gut, aber zu viel Privatleben wollte Emily nicht in der Kanzlei ausplaudern und so hielt sie sich oft mit privaten Informationen zurück.

Nun war es zwei Uhr durch. Sie hatte alles dreifach geprüft und Christoph vorgelegt. Der hatte genickt und sie konnte gehen.

Sie jubelte innerlich. ‚Juhu, endlich Wochenende. Drake, ich komme!‘ Insgeheim hoffte sie, er würde schon vor der Türe warten, obwohl sie keine Ahnung hatte, wann er da sein würde. Er hatte sich auch die ganzen Wochen nicht persönlich gemeldet. Nur ganz zu Anfang kam eine WhatsApp an, dass er gut gelandet war und dass er sie vermisste. Allerdings brachte der Bote, den sie mittlerweile ziemlich gut kannte, jede Woche Blumen für sie. Nein, Drake hatte sie nicht verlassen und auch nicht vergessen.

Heute war es wieder sehr warm und die nächsten Tage sollte es noch heißer werden. Deshalb ging Emily mit Soleigh runter an den Rhein. Hier konnte sie rennen und schnüffeln, baden und andere Hunde treffen. Sie trafen heute wirklich viele Hunde und Soleigh hatte viel Spaß. Außerdem, so hoffte Emily, würde sie von hier aus auch sehen können, wenn Drake auftauchte. FALLS Drake auftauchte. Sie waren fast eine Stunde am Rhein, als Soleigh unruhig wurde.

„Was ist denn los, meine Süße?“ fragte Emily, aber Soleigh konnte natürlich nicht antworten. Aber sie hob den Kopf immer wieder und schnüffelte und wurde immer aufgeregter.

„Na komm, wir wollen los. Ich will mich ja auch noch frisch machen, bevor Drake kommt. Du bist ja schon gebadet.“, lachte Emily.

Drake

Er war heute Morgen mit dem Flieger angekommen. Eigentlich wollte Drake noch ein paar Stunden schlafen, aber an Schlaf war nicht zu denken. Seine Gedanken kreisten um sie und darum, was sie wohl zu dem Deal sagen würde, den sein Vater ihm angeboten hatte. Also holte er das Motorrad, das Sam in seiner Abwesenheit für ihn gekauft hatte, frühzeitig ab. Und da sie hier in Deutschland waren, musste er sich auch noch die passenden Klamotten und einen Helm besorgen. Danach hatte er sich mit Sam getroffen und sich berichten lassen. Nun war Sam auf dem Weg nach Reichenau, um dann morgen nach Montana zu fliegen. Ende nächster Woche, wenn er wieder wegmusste, würde Sam mit Tristan und Jared kommen. Maddox war bei ihm.

Drake hatte sich eine Yamaha XV 1900 ausgesucht. In dem Motorradladen, wohin auch die Maschine geliefert wurde, konnte er sich auch die Klamotten aussuchen. Er hatte sich für eine leichte und weiche Lederhose entschieden, natürlich in Schwarz. Dazu eine passende Lederjacke aus demselben Material und Boots. Ein schwarzer Helm und schwarze Handschuhe komplettieren sein Outfit. Und er fühlte sich wohl darin. Dann hatte er eine Runde auf der Autobahn gedreht. Autobahnen hatte er erst hier richtig kennengelernt und dann diese ewigen Geschwindigkeitsbegrenzungen. Was für ein Horror. In Montana, dort, wo er lebte, gab es das nicht. Sie fuhren einfach durch die Prärie, natürlich dort, wo sie die Natur so wenig wie möglich störten.

Die Yamaha war leicht zu händeln und fuhr sich super. 190 stand auf dem Tacho und die hatte er auch voll ausgefahren. Nun war er mit Adrenalin vollgepumpt. Je näher er zu ihrer Wohnung kam, desto unruhiger wurde er. Er hatte das Visier geöffnet und trug, wie fast immer, eine schwarze Sonnenbrille. Er versuchte die ganze Zeit, ihren Geruch zu finden, aber hier in der Stadt war das wirklich schwer. Die ganzen Menschen, die verschiedenen Gerüche und vor allem diese ganzen Abgase. Dort, wo er herkam, gab es das nicht. Dort war alles rein und klar und man konnte die Natur wahrnehmen.

An ihrer Wohnung angekommen, stellte er das Motorrad auf einen freien Parkplatz und kickte den Seitenständer runter. Dann blieb er auf dem Motorrad sitzen. Heute sah er sie, bevor er sie roch, denn der Wind trug ihren Duft fort von ihm. Sie kam gerade mit Soleigh vom Rhein hoch und Soleigh sah nass aus. Bestimmt war sie Baden gewesen. Mit dem dicken Fell war ihr natürlich auch viel wärmer. Den Helm hatte er mittlerweile abgenommen. Nun stützte er sich mit dem Ellbogen auf dem Tank ab und wartete auf sie.

Sie sah wunderschön aus. Ihre rotblonden langen Haare hatte sie zu einem Zopf gefasst, aber viele Strähnen hatten sich gelöst. Sie trug eine kurze weiße Jeans und ein gestreiftes Shirt. Und wie sie mit Soleigh umging. Ja, sie hatte auch ein Händchen für Tiere und vor allem wohl für Hunde. Soleigh liebte sie und himmelte sie an. Drake sah, wie sich Emily zu Soleigh runter beugte. Soleigh schüttelte sich genau in diesem Moment und Drake konnte die Wassertropfen, die durch die Luft flogen und Emily trafen, sehen. Emily lachte und wuselte durch Soleighs Fell. Drake lachte auch und Soleigh hob den Kopf und heulte. Da sah sich Emily endlich um. Es dauerte einen Moment, bis sie ihn sah und dann auch wirklich erkannte.

Drake stieg von seinem Motorrad ab und ging ein paar Schritte in ihre Richtung. Soleigh war hin und her gerissen zwischen Emily gehorchen und bleiben oder losrennen. Emily hob den Arm und winkte, vorsichtig. Drake winkte zurück. Sie machte eine Handbewegung und Soleigh lief los. Langsam kam Emily hinterher. Drake hatte sich hingekniet und Soleigh rannte ihn um und leckte ausführlich über sein Gesicht.

Emily

Emily hatte den Motorradfahrer wohl bemerkt. Klar, das Motorrad konnte man schließlich nicht überhören. Aber das es Drake sein könnte, daran hatte sie nicht gedacht. Als Soleigh Drake schließlich umrannte, lachte sie. Er war da, ihr Herz machte einen Sprung, er war wirklich wieder da. So ganz geglaubt hatte sie es nicht. Am liebsten hätte sie ihn begrüßt wie Soleigh es getan hatte. Auf ihn zu rennen und ihn nie wieder loslassen. Ihr Herz schlug schneller und sie versuchte, langsam auf ihn zu zugehen. Ein paar Meter vor ihm blieb sie stehen. Drake stand auf, sah sie an, lächelte und öffnete die Arme. Dann lief sie doch. Sie rannte und sprang in seine Arme.

„Du bist zurück!“, lachte sie atemlos. „Du bist zurück!“ Dann nahm sie sein Gesicht in ihre Hände und küsste ihn. Er hielt sie festumschlungen und küsste sie wild und leidenschaftlich. Soleigh sprang um sie herum und Drake ging langsam in die Knie und ließ sich auf den Rücken fallen. Emily ließ sich auf ihn fallen, lachte und weinte. „Du bist zurück!“

Schon im Aufzug konnten sie die Finger kaum voneinander lassen und küssten sich immer wieder. Und als sich ihre Wohnungstür hinter ihnen schloss, riss Drake sie in seine Arme, presste sie mit dem Rücken an die Wand und küsste sie hemmungslos. Ihre Münder konnten sich nicht loslassen, ihre Zungen suchten sich. Während sie sich küssten, zog sich Drake die Jacke aus und ließ sie einfach fallen. Auch seine Schuhe bekam er irgendwie von den Füßen und trat sie einfach weg.

Emilys Hände fuhren über seinen Körper, seine Brust und seinen Bauch, dann über seinen Rücken zu seinen Schultern. Sie hielt sich daran fest und stöhnte leise an seinem Mund, während seine Hände über ihren Oberkörper wanderten. Als er seitlich über ihre Brust strich, stöhnte sie. „Ja!“, flüsterte sie an seinem Mund und Drake knurrte. Ihre Hände krallten sich in seine Schultern. Sie waren nicht schnell genug überall gleichzeitig. Sie fluchte innerlich, warum konnte sie nicht sechs Hände haben! Ihre Hände glitten zurück zu seiner Hose, dann zog sie ihm das T-Shirt aus der Hose. Erst huschten ihre Hände unter seinem Shirt über seine nackte Haut und Drake stöhnte an ihrem Mund. Dann zog sie ihm das Shirt über den Kopf und fast zeitgleich zog auch Drake ihr das Shirt über den Kopf. Dann presste er sie an sich. Endlich konnte sie seine Haut wieder auf ihrer spüren. Eine Hand griff in ihre Haare und zog das Haargummi raus. Ihre Haare fielen über ihren Rücken. Sein Mund löste sich von ihrem und Drake begann, mit heißen Küssen und leichten Bissen, ihren Hals hinunter zu wandern. Emily beugte leicht den Kopf und er folgte dem Verlauf über ihre Schultern, bis hin zu ihrem BH-Träger. Seine Hände griffen in ihren Rücken. Zärtlich war er nicht gerade, aber es tat auch nicht weh. Sie fühlte an seinen Oberarmen, dass er zitterte. Seine Hände fuhren tiefer, bis zu ihrem Po, während sein Mund einen Weg zu ihrem Busen suchte. Seine Zunge strich an dem Rand ihres BHs entlang über die weiche Haut ihres Busens. Zeitgleich kneteten seine Hände ihren Po. Sie hatte die Arme um seinen Hals geschlungen und zog an seinen Haaren. Drake biss sie leicht in eine Brustwarze und Emily konnte das Stöhnen nicht verhindern. Sie bog ihren Rücken durch. Das brachte Drake zum Stöhnen. Ungeduldig hob er sie hoch und trug sie ins Schlafzimmer.

Seine Hände auf ihrer Haut, sein Mund dazu, Emily konnte kaum noch klar denken. Es kribbelte wie tausend Ameisen. Sein Mund hinterließ eine feuchte Spur, als seine Zunge über ihre Haut leckte. Seine Hände schoben die Träger ihres BHs über ihre Schultern und die Arme hinab, bis ihre Brüste frei lagen. Irgendwie hatte sie das Gefühl, gefesselt zu sein, aber es störte sie nicht. Im Gegenteil, es machte sie noch heißer, falls das überhaupt möglich war und sie stöhnte leise. Drakes Mund fand erneut ihre Brustwarze und begann, zu saugen. Wild, fest. Emily bog sich ihm entgegen. Ein lautes Stöhnen entrang sich ihrer Kehle. Eine seiner Hände fasste um sie herum und stützte sie im Rücken. Die andere Hand strich über ihren Bauch bis zu ihren Hüften und wanderte langsam ihren Oberschenkel herab. Er presste seine Finger in ihr Bein und stöhnte an ihrer Brust. Dann löste sich sein Mund von ihrer Brust und wanderte langsam über ihren Bauch zu ihrem Bauchnabel und dann noch tiefer. Seine Hände nahmen ihre Hände und sie verkrallten sich ineinander. Seine Zunge fuhr den Bund ihrer Hose nach und sein heißer Atem machte sie verrückt. Emily hob leicht das Becken an und Drake stöhnte laut ihren Namen: „Emily.“

„Drake, Drake“, flüsterte sie. „Küss mich, küss mich.“ Ihre Hände zogen an ihm. Langsam kam er wieder hoch bis zu ihrem Mund. Während sie sich küssten, versuchte Emily, ihn umzudrehen. Sie wollte, dass er auf dem Rücken lag. Ihr gelang das natürlich nicht sofort, er war viel zu schwer und zu stark. Aber als Drake verstand, was sie wollte, drehte er sich mit ihr um.

Nun konnte sie ihn erkunden. Emilys Kuss wurde langsamer, leidenschaftlicher, erotischer. Dann wanderte ihr Mund über sein Kinn seinen Hals entlang. Vorsichtig biss sie ihn in die Halsbeuge und Drake stöhnte leise. Ihre Hände strichen über seine Brust. Wie sehr hatte sie es vermisst, von ihm berührt zu werden, aber auch, ihn zu berühren. Seine weiche Haut, die noch etwas Dunkler war, als sie in Erinnerung hatte, zu streicheln, liebkosen, küssen. Ihr Mund wanderte über seine Brust. Mit der Zunge strich sie über eine der Brustwarzen. Dann nahm sie sie vorsichtig in den Mund und begann an ihr zu saugen. Drake stöhnte auf und griff ihr in die Haare. Emily lachte leise. Konnte es sein, dass er an den Brustwarzen auch so empfindlich war, wie sie? Ihre Hände und ihr Mund wanderten weiter. Tiefer. Sie leckte durch seinen Bauchnabel, bevor sie seinen Körper weiter erkundete und immer noch tiefer glitt. Ihr Mund hatte den Bund seiner Lederhose erreicht. Ihre Hände glitten extrem nah an seiner Erektion vorbei, aber ohne ihn zu berühren, und dann über seine Oberschenkel. ‚Was er kann, kann ich auch‘ dachte Emily. Dann hob sie den Kopf über seine Erektion. Sie berührte ihn nicht, aber sie war sich sicher, dass er ihren warmen Atem spüren konnte. Sie hörte, wie er die Luft anhielt.

„Emily!“, stöhnte er.

„Halt still. Halt einfach still.“, wisperte sie. „Trägst Du heute Unterhosen?“

„Ja.“ Drake war verwundert. „Warum?“

„Ach, nur so.“, lächelte sie und begann seine Hose zu öffnen.

„Emily, nicht.“ Er wollte ihre Hände festhalten, doch diesmal ließ sie sich nicht aufhalten. Sie sah zu ihm auf und konnte direkt in seine Augen sehen, denn er hatte den Kopf gehoben. „Halt einfach still, Drake, bitte, und tu deine Hände weg. Leg sie unter Deinen Kopf oder schraub sie ab, ist mir egal, aber halt still!“.

„Sicher?“

„Oh ja!“

Er holte tief Luft, dann ließ er ihre Hände los. Er nahm sich ein Kissen, dass er sich unter den Kopf schob und verschränkte seine Hände unter seinem Kopf. „Ok.“, sagte er leise.

Emily öffnete ganz vorsichtig seine Hose, versuchte, ihn dabei nicht wirklich zu berühren. Dann zog sie ihm die Hose aus. Nun kniete sie vor dem Bett, seine Füße standen auf dem Boden. Seine Beine zitterten und Emily lächelte. Sie konnte seinen Schwanz sehen, der die engen Boxershorts fast zum Platzen brachte, so sah es aus. Sein Schwanz sah groß aus und sicherlich war er hart, so hart. Sie schluckte. Sie schob ihren BH zurecht und legte ihre Hände auf seine Knie. Dann biss sie ihn vorsichtig. Auf der Innenseite seines Oberschenkels. Drake zuckte.

„Emily!“, stöhnte er leise und Emily lachte.

„Ja?“ flüsterte sie unschuldig, wobei ihr Mund und ihre Hände langsam weiter nach oben wanderten.

„Du weißt nicht, was Du da tust. Das ist gefä . . . ooh.“ Sie hatte ihn wieder gebissen. Mittlerweile war sie an seiner Leiste und immer noch berührte sie seinen Schwanz nicht. Nicht wirklich.

Sie flüsterte: „Soll ich auf aufhören, Drake?“

„Ja!“

„Soll ich wirklich aufhören?“

„Ja!“

Emily hob den Kopf ein klein wenig und ihr heißer Atem strich über seinen Schwanz. „Bist Du Dir ganz sicher?“

„Nein.“

Eine Hand berührte ihn. Ihre Fingerspitzen fuhren von seinem Hoden, der ganz geschwollen war, hoch zu seiner Spitze. Seine Hose war schon ein wenig feucht.

Drake knurrte.

Drake

Die Frau brachte ihn um den Verstand. Was tat sie da nur? Das war zu gefährlich, wusste sie das nicht? Nein, natürlich nicht. Er konnte sich in ihrer Nähe sowieso kaum beherrschen und nun hatte er sich ihr fast – ausgeliefert, ja das war das richtige Wort dafür. Er durfte noch nicht mit ihr schlafen. Er wollte, oh ja und wie er es wollte, aber dann würde er sie . . . markieren. Und dass konnte und wollte er nicht ohne ihre Zustimmung machen. Aber sie war so bestimmt gewesen und das gefiel ihm. Sie ließ sich nicht von ihm einschüchtern und scheinbar wusste sie ganz genau, was sie wollte.

Er hatte sich ein Kissen unter dem Kopf zurecht geschoben. Ja, er hatte ihr versprochen still zu halten und ja, er hatte ihr auch versprochen, seine Hände wegzunehmen. Aber als er jetzt ihren Atem an seinem Schwanz spürte, hatte er eine Hand genommen und ihr die Haare aus dem Gesicht gestrichen. Wenn sie ihn wirklich berührte, wenn sie ihn wirklich in den Mund nehmen würde – allein bei dem Gedanken zuckte sein Schwanz – er atmete tief ein und knurrte. Das wollte er sehen. Er wollte sehen, wie ihre Hand ihn streichelte, wie ihr Mund ihn aufnahm. Dieses Bild würde er niemals, NIEMALS wieder aus seinem Kopf kriegen. Es würde ihn sein Leben lang begleiten. So, wie hoffentlich sie.

Drake konnte sehen, wie sie ihre kleine Hand auf seinen harten Schwanz legte und biss sich auf die Lippen. Sie drückte ihn einmal kurz und er stöhnte. Sie hob den Kopf und Drake war sich sicher, ihm würden gleich die Augen aus dem Kopf fallen. Dann legte sie ihren Mund auf seinen Schwanz und er zuckte wieder. Nein, nein, er spürte sie noch nicht, ihre Lippen, aber ihren heißen Atem fühlte er. Und dann stöhnte sie an seinem Schwanz auf.

„Bitte!“, rief er.

„Drake?“. Sie sah in fragend an. Drake konnte sich kaum auf das konzentrieren, was sie sagte.

„WAS?“, knurrte er.

„Wirst Du heute mit mir schlafen?“, fragte sie leise.

Schlagartig war er wieder klar im Kopf. „Oh Emily! Das fragst Du mich jetzt?“ Er stütze sich auf einen Arm und fasste unter ihr Kinn. „Ich kann noch nicht . . . ich . . . wahrscheinlich nicht, Onida. Es tut mir leid.“ Seine Stimme war immer leiser geworden.

Emily küsste ihn auf den Bauch, dann schlug ihre Hand leicht auf seinen Oberschenkel und sie lachte.

Verwirrt sah Drake sie an. Lachend stand sie auf.

„Was – was machst Du?“, fragte er, irgendwie leicht zornig.

„Nun, es war doch schön, oder?“, fragte sie, machte diesen unschuldigen Augenaufschlag dabei.

„Oh ja und wie! Komm zurück und beende was Du angefangen hast.“, sagte er und hielt ihr die Hand hin. „Komm her, ich kümmere mich um Dich!“, sagte er heiser.

Wieder lachte sie. „Du weißt doch, man soll immer aufhören, wenn es am Schönsten ist!“ Sie warf ihm noch eine Kusshand zu und ging ins Bad. Er konnte hören, wie sie abschloss.

„Argh! Du Teufelsweib, komm sofort wieder hierhin. Dann zeige ich Dir, was Du mit mir machst.“, rief er laut. Er hörte sie lachen.

„Aber das ist es doch, was Du mit mir machst!“

„Oh nein, DU hast ja sowas von keine Ahnung! Komm raus, sofort, damit ich Dich leiden lassen kann!“

„Geh duschen, Drake“, rief sie lachend. „Das mach ich jetzt auch.“

Emily

Emily stand mit dem Rücken an der Badezimmertür und atmete tief ein und aus. Puh, das war ganz schön knapp gewesen. Aber sie fand, sie hatte sich gut geschlagen. Sie hörte ihn nochmals nach ihr rufen und meckern, aber sie antwortete nicht mehr, sondern stellte die Dusche an. Sie war so heiß auf ihn. Ihre Hände strichen über ihren nackten, nassen Körper. Aber sie wollte sich nicht selber anfassen und befriedigen. Sie wollte, dass er das übernahm.

*****

Emily

Nun lagen sie eng umschlungen in der Hollywood-Schaukel, die auf ihrer Terrasse stand und Emily schaute in die Sterne. Mit ihm zusammen war alles so leicht, aber auch so schwer. Sie hatten was beim Chinesen bestellt und liefern lassen, so mussten sie nicht mehr raus. Beim Essen hatte sie sich kaputt gelacht, denn Drake hatte noch nie mit Stäbchen gegessen und da Emily es tat, versuchte er es auch. Aber so richtig gelang ihm das nicht. Irgendwann hatte er dann doch zur Gabel gegriffen. Drake trug, wie immer eigentlich, nur eine Hose. Heute war es doch tatsächlich mal eine Jogginghose. Emily lag an Drakes rechter Seite, ihr Kopf ruhte auf seiner nackten Brust, eine Hand auf seinem Bauch. Er atmete tief und langsam.

„Schläfst Du?“, flüsterte sie.

„Nein, ich beobachte die Sterne. Weißt du, hier sieht man gar nicht viele. In Montana sieht man viel, viel mehr, in einer klaren Nacht. Ich hoffe, ich kann sie dir eines Tages zeigen.“ Drake drehte sich zu ihr um und legte seinen Kopf auf seinen rechten Arm. Durch die Bewegung schaukelte die Hollywood-Schaukel ein klein wenig. Wie immer, wenn sie sich ansahen, versanken sie in einander. Lange sagte keiner ein Wort. Doch dann umfasste Drake ihr Kinn und er küsste sie. Langsam, vorsichtig, fast bedächtig.

Drake

Nach dem sie sich voneinander gelöst hatten, holte Drake tief Luft. „Emily“, begann er, nur um dann nicht weiter zu reden. Sofort schossen Emily die Tränen in die Augen, sie konnte es nicht verhindern.

„Wirst Du mich jetzt verlassen?“, hauchte sie.

„Nein. Hör zu Emily, ich mein das wirklich ernst. Ich mein das mit uns wirklich ernst und auch für den Fall, dass ich mich wiederhole, aber ich WILL, dass das hier funktioniert. Wenn es nur nach mir gehen würde, dann würde ich Dich nie mehr verlassen. NIE mehr, hörst Du! Wir würden für immer zusammen bleiben. IMMER! Aber ich kann das nicht allein entscheiden.“

„Dein Vater? Deine Familie?“

„Ja, auch, aber nicht nur. Emily, auch . . .“ Er sprach nicht weiter. ‚Du‘, hatte er sagen wollen. ‚Auch Du‘.

„Dein Geheimnis?“

Fragend sah er sie an.

„Drake“, sagte sie. „Mir ist bewusst, dass Du mir immer noch nicht alles gesagt hast. Ich weiß, Du hast mir noch nicht die ganze Wahrheit erzählt und ich weiß immer noch nicht alles. Aber das macht nichts. Jedenfalls zurzeit. Ich hoffe, dass Du mir irgendwann soweit vertrauen wirst, dass Du mir alles erzählst. Ich habe Dir gesagt, ich will Dir vertrauen, aber Du musst mir natürlich auch vertrauen. Und solange Du mir nicht vertraust, wirst Du es mir nicht sagen.“

„Nein, Emily“, widersprach Drake. „So einfach ist das nicht.“

„Doch, ich glaube schon, dass es so einfach ist. Ich für meinen Teil habe beschlossen, Dir zu vertrauen. Ich werde einfach die Tage, solange wie ich Dich habe, mit Dir genießen und sie so nehmen, wie sie kommen. Wenn es noch hundert Jahre dauert mit uns, perfekt. Wenn es nächste Woche zu Ende sein soll, werde ich daran zugrunde gehen, da bin ich mir sicher. Aber Drake, ich werde nicht untergehen. Irgendwann werde ich aufstehen, wieder atmen und weiterleben. Und wenn es sein muss, dann auch ohne Dich. Was sollte ich sonst auch tun?“

Wieder küsste er sie, doch seine Gedanken überschlugen sich. ‚Du musst es ihr sagen. Du kannst es ihr sagen! Nein, noch nicht, zu früh!‘

„Also, was hat Dein Vater gesagt? Willst Du es mir erzählen? Wie war es zu Hause?“

„Nun, meine Eltern haben sich gefreut, dass ich wieder da war. Mein Vater hatte wohl gehofft, dass das mit Dir vorbei sei und ich nun bleiben würde. Aber das ging natürlich nicht, denn Du bist ja hier und nicht dort. Also sprach ich erst mal mit meiner Mutter. Sie hat irgendwie mehr Verständnis und ich hab auch meiner Schwester von Dir erzählt. Die beiden wollten alles von Dir wissen. Beim Gespräch mit meinem Vater waren dann auch die anderen dabei, also die Jungs. Das hat mir geholfen. Sie sind sehr für Dich eingesprungen, Emily, und haben mich unterstützt.

Mein Vater hat nun folgendes gesagt: Er hat mir ein Jahr Zeit gelassen. Also bis Ende Mai, im Juni zum Sonnentanz muss ich wieder dort sein. Mein Vater hat gemeint, bis dahin soll ich mir die Hörner abstoßen. Aber dann muss ich zurück. Hoffentlich ohne Dich, aber ansonsten mit Dir. Wenn ich nach diesem Jahr immer noch nicht genug von Dir habe – und glaube mir, das werde ich nicht haben – dann musst Du mitkommen und er wird Dich auf die Probe stellen.

Ich weiß, Emily, hier bei Euch ist das anders. Aber bei mir, bei meinem . . . Stamm . . . es ist halt anders. Er kann nicht glauben, dass Du die Eine für mich bist. Das ist bei unserem . . . Stamm nämlich noch nie vorgekommen. Wir finden immer Partner in dem eigenen . . . in den eigenen Reihen.

Nun darf ich also offiziell hierbleiben, also in Reichenau. Dafür muss ich aber ein paar Aufgaben für ihn hier erledigen, also . . . Stammesaufgaben. Ich muss mich mit ein paar anderen . . . in Verbindung setzen. Meinem Vater geht es gut, aber er will die Führung in den nächsten Jahren immer weiter an mich abtreten. Und dafür muss ich nun seit geraumer Zeit immer wieder mal Aufgaben übernehmen. Da ich nicht in Montana bin, muss ich mich hier um die . . . Versprengten kümmern. Und auch ein wenig Spionieren. Ich muss herausfinden, wo mein Onkel väterlicherseits ist und wie sein Rudel, also sein Stamm mein ich, wie sein Stamm zu meinem Vater steht und zu mir.

Ich werde versuchen, alle vier Wochen, immer wenn Du Dein freies Wochenende hast, für eine Woche bei Dir zu sein. Die anderen drei Wochen werde ich unterwegs sein. Und ich bin dann leider auch sehr schlecht erreichbar. Da, wo ich hingehe, werde ich sicher selten Handyempfang haben. Aber ich werde Dir immer einen der Jungs da lassen. Er wird auf dich aufpassen und sie können mich auch immer erreichen. Wenn also was Schlimmes passiert, können sie mich erreichen. Also, nicht dass ich davon ausgehe, dass etwas passiert, aber man weiß ja nie.“

Er holte tief Luft. „Und wenn ich darf, würde ich dann diese eine Woche bei Dir wohnen wollen. Oder soll ich mir ein Hotel besorgen?“

„Nein, auf keinen Fall.“, sagte Emily an seinen Lippen. „Natürlich wohnst Du hier.“ Sie schlang die Arme um ihn und sie küssten sich.

*****

Drake

Die Woche war viel zu schnell vorbei gegangen. Sie hatten viel zusammen unternommen, waren Schwimmen gewesen mit Soleigh, hatten zusammen gelacht und auch geweint, waren im Kino gewesen und Motorrad gefahren. Emily erstaunte ihn immer wieder. Sie hatte gar keine Probleme gehabt, mit ihm Motorrad zu fahren. Sie hatte sogar eigene Bikerklamotten im Schrank und einen Helm. Er war verwundert, aber er fragte nicht nach. Wenn sie hinten drauf saß und sich an ihm festhielt, fühlte er sich fast frei.

Am Sonntag überraschte ihn Emily. Beim Frühstücken meinte sie, ob sie nicht heute eine Runde Motorrad fahren wollten. Es war wieder tolles Wetter und er hatte sofort Lust dazu.

„Hey cool, ja, auf jeden Fall. Hast Du denn Lust dazu?“

„Oh ja!“ Sie lachte. Oh, wie er es liebte, wenn sie lachte. Sein ganzer Schmerz wurde kleiner dadurch.

Drake war schon fertig angezogen und wartete auf sie im Flur.

„Emily, was ist denn jetzt? Mach mal hinne!“

„Drake, pass auf. Ich brauch noch einen Moment. Geh doch schon mal runter. Ich bin gleich da.“

Nun stand er an seiner Yamaha, der Schlüssel steckte schon, sein Helm stand auf dem Sitz und er wartete. ‚Was braucht sie denn heute so lange?‘, fragte er sich. Hatte sie wirklich Lust zum Motorrad fahren oder tat sie es nur ihm zu liebe und trödelte.

Das Tor zur Tiefgarage öffnete sich, aber es kam nur ein Motorradfahrer heraus. Das Motorrad fuhr langsam an ihm vorbei und der Fahrer nickte. Natürlich nickte er zurück, denn alle Motorradfahrer auf der Welt grüßten sich. Meistens, in dem sie eine Hand hoben oder auch das Bein streckten, aber das ging natürlich nicht immer, also nickte man. Die Maschine hatte eine metallic-blaue Lackierung. Eine Kawasaki ZZR 600. ‚Schönes Model.‘ dachte Drake. Er konnte sie schon riechen, aber wo war sie? Ungeduldig schaute er sich um. Die Kawasaki fuhr bis zum Ende der Straße zum Wendehammer und kam zurück. Dann blieb das Motorrad neben ihm stehen. Drake nahm an, dass der Typ auf dem Motorrad sich seine Yamaha ansehen wollte und ging einen Schritt an die Seite.

Dann erst sah Drake genauer hin. Es war eine Frau auf dem Motorrad! Die Kurven waren, wenn man genau hinschaute, nicht zu übersehen. Erst dann fielen ihm die rotblonden, langen Haare auf, die zu einem Zopf geflochten über den Rücken hingen.

„Emily?“, fragte er fassungslos.

Sie schob das Visier hoch und lachte. „Hey, keine Lust zu fahren?“

„Du hast ein Motorrad? Du fährst selber Motorrad?“ Oh, wie er diese Frau liebte!

Wie gut, dass Maddox Soleigh genommen hatte. So konnten sie den ganzen Tag unterwegs sein. Er fuhr fast nur hinter ihr. Drake glaubte, dass er durch reine Willenskraft auf sie aufpassen konnte. Zumindest war sie richtig geschützt angezogen. Sie trug eine leichte schwarze Goretex-Hose mit Kniepolstern. Ihre Jacke war blau-weiß-schwarz mit Schulter- und Rückenschutz und Ellbogenpolstern. Auch ihr Helm war blau-weiß-schwarz. Typisch Frau, es passte halt alles zusammen. Oft meinte er, sie lachen zu hören. Sie war einfach unglaublich.

*****

Drake

Dies war seine letzte Nacht bei ihr. Morgen musste er wieder fort. Der Tag war nahezu perfekt gewesen. Erst hatten sie zusammen gekocht und dabei fast die ganze Küche verwüstet, weil er sich nicht aufs Kochen konzentrieren konnte, sondern sie immer wieder anfassen und küssen musste.

„Drake! Konzentrier Dich!“, hatte sie ihn ermahnt. Und sie hatte ja Recht, schließlich kamen nicht nur Maddox, sondern auch ihre Freunde zum Mittagessen. Am Abend hatten sie dann im Blue Moon gesessen, da die Waterfalls heute Abend wieder einen Auftritt hatten. Es war Sonntagabend und sie spielten heute nur bis zehn. Es wurde elf, bis sie wieder zurück waren. Sie sprachen kaum ein Wort miteinander, beiden fiel das Reden heute schwer.

Er hatte sich angewöhnt, sich im Gästebad fertig zu machen. Als er ins Schlafzimmer kam, trat Emily gerade aus dem Bad. Sie hatte geduscht, sich den Tag und alle Gerüche von der Haut gewaschen und roch jetzt wieder so, wie er sie liebte. Nach Lilien und wie der Wald, in dem er zu Hause war. Rein. Sie trug eine rote, kurze und verdammt enge Boxershort und das passende Spagetti-Top. Sofort war er heiß, was er nicht verstecken konnte und auch nicht wollte. Er wollte, dass Emily wusste, dass er eigentlich immer heiß auf sie war. Drake trug wieder nur kurze Shorts und seine Erektion war deutlich sichtbar.

Sie krochen zusammen ins Bett und kuschelten sich aneinander. Hielten sich fest. Küssten sich, sanft. Streichelten sich, vorsichtig. Versicherten sich gegenseitig, wie sehr sie sich vermissen würden. Nun schlief sie, mit dem Rücken zu ihm in seinem Arm und er küsste liebevoll ihre Schultern. Er wollte nicht schlafen. Er wollte diese Nacht erleben. Sie bewusst im Arm halten. Sie riechen, ihren Duft festhalten für die nächsten Wochen.

12.

Emily

Wenn sie heute nach Hause käme, wäre er nicht mehr da. Drake wäre dann fort.

Sie atmete tief ein und aus, als sie ihre leere und stille Wohnung betrat. Auf ihrem Bett fand sie eines seiner T-Shirts, er hatte es gestern getragen, eine rote Rose darauf und eine kleine Nachricht.

„Bald bin ich wieder da! Vergiss mich nicht.“

Als ob sie ihn je wieder vergessen könnte. Sie fand, das war unmöglich. Erst nahm sie die Rose in die Hand. Die Blüte roch stark, aber wirklich gut. Dann nahm sie sein Shirt, presste es sich an die Nase und atmete seinen Geruch ein. Nun schossen ihr doch Tränen in die Augen. Verdammt! Sie wollte diesmal nicht weinen. Entschlossen legte sie sein Shirt in ihr Bett, auf ihr Kissen und stand auf. Sie stellte die Rose ins Wasser und auf ihren Nachtisch.

Mittlerweile hatte sie von allen seinen Freunden die Handynummer und sie wusste ja, das Maddox die nächsten Wochen bei ihr sein würde. Also rief sie ihn an.

„Maddox, hey, wie geht’s? Alles ok bei Dir? Ich hab Dich ja noch gar nicht gesehen, seit dem ihr zurück seid.“ Sie lauschte. „Ok, pass auf. Ich hab das nicht mit Drake besprochen, aber ich denke mal – ich hoffe, er hat nichts dagegen. Also, ich wollte Dir anbieten, erstens nachher auch rumzukommen. Meine Mädels mit Anhang kommen, wir wollen was zusammen spielen. Sie wollen mich ablenken, von der Tatsache, dass Drake . . . weg ist. Ist vielleicht nicht Dein Ding, aber wenn Du magst . . . wärst Du herzlich willkommen. Und außerdem wollte ich Dir anbieten, ich habe ja das Gästezimmer mit Bad. Also Du müsstest halt nicht im Hotel – oder wo auch immer Du wohnst – bleiben. Wenn Du wolltest . . .“ Sie ließ den Rest offen. „Also, komm vorbei oder auch nicht. Wie Du es für richtig hältst oder Du Bock hast. Oder vielleicht hast Du auch was anderes vor? Wie auch immer.“ Sie holte Luft: „Also, das wollte ich Dir nur sagen. Bye.“

Sie schrieb Drake eine WhatsApp. Sie bedanke sich für die Rose und für sein Shirt. Dann schrieb sie ihm noch, dass sie Maddox eingeladen hatte, bei ihr zu wohnen. Sie wollte, dass er das von ihr erfuhr und nicht von Maddox. „Aber nur Du bist in meinem Herzen. Ich vermisse Dich unbeschreiblich.“

Zwei Stunden später klingelte es an ihrer Tür. Ihr Herz stolperte einmal, aber dann rief sie sich zurück in den Kopf, dass es Drake nicht sein konnte. Sie öffnete und Maddox stand mit einer Tasche vor der Tür.

„Hey, prima.“, begrüßte Emily ihn und ließ ihn rein.

Der Abend wurde dann – wider Erwarten – doch noch extrem lustig. Sie spielten Activity und Maddox war total kreativ.

Im September reihten sich die Tage aneinander. Morgens stand Emily auf, machte sich fertig und ging arbeiten. Abends war sie dann oft mit ihren Freunden zusammen, studierte neue Texte ein und probte mit ihrer Band. Die Nächte waren problematisch. Hier konnte sie sich nicht ablenken. Viele Gedanken rannten durch ihren Kopf, aber oft konnte Emily sie nicht festhalten. Sie versuchte, hinter sein Geheimnis zu kommen, aber das gelang ihr natürlich nicht. Maddox wurde zu ihrem Schatten. Oft nahm sie ihn gar nicht mehr wirklich wahr. Oder Maddox und sie waren mit Soleigh unterwegs.

Eines Tages forderte Emily Maddox auf, ihr etwas von Drake zu erzählen.

„Was soll ich Dir erzählen?“, fragte er erstaunt.

„Na ja, wie er sonst so ist vielleicht. Oder sein Geheimnis?“

Maddox lachte. Sein Lachen war dunkel. „Nein, das muss er Dir selber erzählen. Das kann ich nicht.“

„Ist es so schlimm?“

„Weißt Du, Emily, das kann ich nicht sagen. Ich kenne es. Natürlich. Und ich finde es nicht schlimm. Aber das wirst eines Tages Du entscheiden.“

Von Maddox erfuhr sie, dass Drake auch eine harte und zornige Seite haben konnte. Das konnte Emily fast nicht glauben. „Einmal“, so erzählte er. „Da waren böse Gestalten in unser Dorf geschlichen. Wirklich böse Gestalten, die nur Böses im Sinn hatten. Sie entführten ein kleines Mädchen mit ihrem jungen Wolf. Sie stahlen es mitten in der Nacht und den Welpen mussten sie mitnehmen, weil er die ganze Zeit hinter ihnen her lief und jaulte und knurrte. Drake schlief, soweit ich das noch weiß, auf seinem Lager. Er wohnte damals noch im Tipi seiner Eltern. Aber durch irgendwas war er wachgeworden. Es roch komisch und fremd und daher wurde das ganze Dorf geweckt und dann stellten wir natürlich sehr schnell fest, dass ‚Helle Sonne‘ fehlte. Drake war damals noch ziemlich jung. Doch er handelte sofort. Als Einziger. Er organisierte Freiwillige, die die Verfolgung aufnehmen sollten, mit ihm natürlich. Klar, wer die Freiwilligen waren, oder?“

Emily lachte. „Na klar, Drake, Du, Jared, Tristan und Sam wahrscheinlich. Ihr wart damals schon unzertrennlich.“

„Oh ja, das waren wir. Wir wussten zwar immer schon, dass er mal . . . Oberhaupt werden würde, und auch, dass er dann natürlich Schutz benötigen würde, aber zu diesem Zeitpunkt waren wir schon unzertrennlich. Wir wuchsen in die Rollen hinein, weil wir beste Freunde waren. Schon immer.

Na ja, jedenfalls nahmen wir mitten in der Nacht die Verfolgung auf. Sie waren gut im Spuren verwischen und es hat Tage gedauert, bis wir sie endlich fanden. Sie waren in einer kleinen Blockhütte. Den Welpen hörten wir zuerst. Er war etwas weiter vom Haus angebunden und sah grauenhaft aus. Er hatte wohl die ganze Zeit nichts zu essen, geschweige denn zu trinken bekommen. Er war abgemagert und hatte ein gebrochenes Bein, das nicht behandelt worden war. Wir wussten nicht, ob er überleben würde.“

Maddox erzählte mit so viel Leidenschaft, sie konnte es fast sehen, so als wäre sie dabei gewesen. Ihr tat der Wolfswelpe so leid, sie musste fast weinen.

„Und“, fragte sie atemlos. „Hat er überlebt?“ Sie presste Soleigh fest an sich und streichelte sie. „Ich hoffe es!“

„Weißt Du Emily, den Welpen so zu sehen. Das war für uns sehr schlimm. Wölfe . . . na ja, wir leben irgendwie mit einigen zusammen. Und das war der Welpe von . . . egal, du kennst sie ja nicht. Jedenfalls, wir banden ihn los, gaben ihm zutrinken. Die Freude war unverkennbar. HONIAHAKA, also Kleiner Wolf, er hat gewusst, er hätte die Nacht wahrscheinlich nicht überstanden. Tristan musste sich um Kleiner Wolf kümmern, während wir anderen an die Blockhütte schlichen. Es roch nach Angst und Ausscheidungen, Alkohol und Sex. Wir brachen die Tür auf. Es waren 5 Männer, Emily, 5 erwachsene Männer! Sie hatten Helle Sonne geschlagen. Sie war grün und blau, hatte ein geschwollenes Gesicht und nun wollten sie sie auch noch . . . vergewaltigen. Helle Sonne war 4, Emily, 4 Jahre!“ Maddox war total aufgebracht. „Nun ja, jedenfalls war dann in der Hütte erst mal großes Geschrei. Einer von denen hatte ein Gewehr in der Hand und schoss durch den Raum. Großer Wolf sei Dank, es wurde keiner von uns verletzt. Der Idiot erschoss einen seiner Kumpanen, waren also nur noch vier übrig. In dem Durcheinander konnte sich Sam Helle Sonne schnappen. Er nahm sie zwischen seine . . . er nahm sie natürlich auf den Arm und dann rannte er, was seine Beine hergaben. Draußen wartete Tristan mit Kleiner Wolf und die zwei nahmen die Beine in die Hand, bis sie im nächsten Wald verschwunden waren. Nun waren nur noch Drake, Jared und ich in der Hütte.“ Maddox sah Emily fest in die Augen. „Um es kurz zu machen, wir haben sie getötet. Gnadenlos. Wir haben ihnen die Kehle aufgerissen und sie verbluten lassen. Alle vier.“

Maddox machte eine kurze Pause. „Helle Sonne geht es gut, sie ist mittlerweile unsere Schamanin.“

„Und Kleiner Wolf?“, fragte Emily.

„Kleiner Wolf ist immer Kleiner Wolf geblieben. Seine Verletzungen waren zu schwer für einen Welpen. Auch für einen Wolfswelpen.

Nachdem wir, also Drake, Jared und ich wieder zu Tristan und Sam stießen, liefen wir nur. Tagelang waren wir unterwegs. Wir machten immer nur Pause, um Helle Sonne und Kleiner Wolf zu versorgen oder zu trinken, dann liefen wir weiter. Im Dorf war schon Aufruhr, denn unsere Leute hatten mitbekommen, dass wir kamen. Die beiden Kleinen wurden uns sofort abgenommen und versorgt. Aber Kleiner Wolf hat es nicht geschafft. Seine Verletzungen waren zu schwer. Ein paar Tage mit seiner Mutter verblieben ihm noch. Er starb in Helle Sonnes Armen. Er hat Helle Sonne so gut es ihm eben möglich war, verteidigt und auf sie aufgepasst. Aber er war noch ein Baby, kein halbes Jahr. Auf ihn war geschossen worden, er hatte ein gebrochenes Bein, er war halb verhungert und auch verdurstet. Trotzdem war er in ihrer Nähe und heulte, was das Zeug hielt, als er uns witterte.“

Mit zitternder Hand wischte sich Emily verstohlen eine Träne aus den Augen. Maddox war still geworden. Wenn sie es nicht besser gewusst hätte, dann hätte sie geglaubt, auch in seinen Augen kurz ein paar Tränen zu sehen.

„Helle Sonne hat das Erlebte auch nie ganz überwunden, obwohl wir alle glauben, dass der Verlust von Kleiner Wolf und das Wissen, dass er wegen ihr gestorben war, sie in den Wahnsinn getrieben hat. Aber . . . sie ist auch die beste Schamanin, die wir je hatten.

Wenn Du Drake als Freund hast, dann hast Du einen Freund fürs Leben. Aber hast Du ihn Dir einmal zum Feind gemacht, Emily, dann hast Du einen Feind fürs Leben. Er gibt nie auf. Niemals. Er rächt immer das, was er liebt. Er wird mal ein großartiger . . . Führer werden.“

*****

Maddox

Emily hatte nach einigen Tagen Maddox einen Schlüssel ihrer Wohnung anvertraut. Sie hatte zu ihm gesagt „Maddox, ich vertraue Euch. Euch allen. Keine Ahnung, wieso, ich muss ja total verrückt sein. Aber nun gut. Hier.“ Damit drückt sie ihm einen Schlüssel in die Hand.

Maddox und Emily standen zusammen in der Küche und tranken Kaffee. Emily sah wirklich gut aus. Sie trug einen schwarzen, knielangen Rock, eine Bluse und hohe schwarze Pumps. Ihre Haare hatte sie irgendwie verschlungen zusammen gebunden. Seit ein paar Tagen war es kälter geworden und es regnete. Der Herbst stand wahrscheinlich schon fast vor der Tür. Im Herbst war es wunderschön in Montana, wenn die Blätter bunt wurden. Indian Summer, nun ja, dieses Jahr würde Maddox das wohl nicht sehen.

Sie wusste es noch nicht, aber heute wäre Drake hier, wenn sie aus dem Büro kam. Er nickte, als sie ihr Jackett nahm und die Wohnung verließ.

*****

Drake

Heute war Drake mit einem nagelneuen BMW X5 unterwegs. Er musste ihr dringend mehr von sich erzählen. Zum Beispiel, dass er Geld hatte. Viel Geld. Sonst würde sie sein Geschenk sicherlich nicht annehmen. Er hatte diesen Wagen für sie gekauft. Er war dunkelgrün – Oxfordgrün hatte der Verkäufer gesagt. Fast wie ihre Augen. Die Ledersitze waren cremefarben und es roch noch total neu. Maddox hatte den Wagen panzern lassen und die Scheiben waren schusssicher. DAS würde er ihr allerdings nicht erzählen. Er hoffte sehr, dass sie keinen Aufstand machen und den Wagen einfach annehmen würde. Allerdings hatte er sich vorgenommen, nicht direkt mit der Tür ins Haus zu fallen. Aber sie konnte einfach nicht weiterhin mit ihrem kleinen und ungeschützten Wagen fahren. Sie durfte nicht. So viel könnte passieren, wenn sie in einen Unfall verwickelt werden würde.

Drake hatte sich mit Maddox bei dem BMW Händler getroffen, nachdem sie die Wohnung verlassen hatte und nachdem er berichtet hatte, übergab Maddox ihm den Schlüssel zu ihrer Wohnung.

Dort angekommen begrüßte ihn Soleigh überschwänglich. Er hatte noch Zeit, also ging er erst mal mit Soleigh am Rhein spazieren. Nach einer guten Stunde waren sie zurück und Drake ging langsam durch ihre Wohnung. Er öffnete die Tür zum Gästezimmer und Maddox intensiver Geruch schlug ihm entgegen. Nur seiner, nicht ihrer. Er schloss die Türe wieder. Er ging durch die ganze Wohnung, aber er konnte nirgendwo Sex riechen. Er vertraute ihr wohl doch nicht so ganz. Doch, ihr schon, aber Maddox . . . nein, nein, er glaubte auch das nicht wirklich, aber . . . Maddox war die ganze Zeit hier bei ihr gewesen. Und er, Drake, nicht. Vertrauen war gut, Kontrolle besser. Zum Schluss stand er vor ihrer Schlafzimmertüre. Hier war ihr Geruch sehr stark. Er öffnete die Türe und ihr Geruch schlug ihm entgegen. Es verschlug ihm die Sprache. Nur ihr Geruch. Drake merkte erst jetzt, wie erleichtert er war. Er hätte Maddox umgebracht, egal was sie bis jetzt verbunden hatte. Aber das war ja nun nicht nötig. Großer Wolf sei Dank.

Es klingelte an der Türe, Soleigh bellte und Drake sah auf die Uhr. Das musste der Bote mit den Blumen sein. Er hatte hunderte von Blumen bestellt, weiße Lilien und rote Rosen, die er in ihrem Schlafzimmer und im Wohnzimmer aufstellen ließ. Eine einzelne rote Rose und eine Lilie ließ er im Flur liegen. Und mehrere gemischte Sträuße stellte er in die Küche. So oder so, über irgendwelche Blumen würde sie stolpern.

Drake legte sich auf ihr Bett, nahm ihr Kissen in den Arm und zog ihren Duft ein. Hier würde er auf sie warten. Langsam schlief er ein.

Emily

Emily musste heute länger arbeiten. Das war nicht so schlimm, denn Maddox war ja bei Soleigh und würde sicher mit ihr raus gehen, wenn sie nicht um vier zu Hause wäre, wie normal. Also ließ sie sich Zeit. Es war halb sechs, als sie Feierabend machte. Und ein paar Teile einkaufen wollte sie auch noch.

Mittlerweile war es sieben. Es dämmerte schon fast, als sie nach Hause kam. Ja, die Tage wurden schon wieder kürzer. Sie öffnete die Tür und sah fast sofort die beiden Blumen, die dort lagen. Sie lächelte. Bestimmt hatte Maddox sie für sie hingelegt. Natürlich von Drake. Soleigh kam sie nicht begrüßen und so ging sie davon aus, dass Maddox mit ihr unterwegs war. Sie ging in die Küche, um die Einkäufe zu verstauen. Hier standen vier Sträuße Blumen. Sie glaubte, ihren Augen nicht zu trauen. Der Duft, den sie verströmten, stand in der ganzen Küche. Sie lächelte.

Im Schlafzimmer wollte sie sich ausziehen und nach dem Duschen umziehen. Doch als sie in ihrer Tür stand, staunte sie. Auch hier standen 4 Sträuße Blumen mit weißen Lilien und roten Rosen.

Ungläubig stand sie im Türrahmen. Es dauerte einen Moment, bis sie wahrnahm, dass dort jemand auf ihrem Bett lag und vor Schreck schlug sie sich die Hand vor den Mund. Erst danach begriff sie, dass es Drake war. Und Soleigh? Die lag eng an ihn gekuschelt. Ihr Herz machte einen Sprung. Er war hier!

Langsam ging Emily zum Bett. Drake schlief tief und fest. Soleigh sah kurz auf, dann schnaubte sie und schloss wieder die Augen. Emily beugte sich zu ihm runter und küsste ihn vorsichtig auf die Wange.

Emily stand vor dem Schrank und knöpfte sich grad die Bluse auf. „Du siehst toll aus.“, murmelte Drake verschlafen. Sie drehte sich um. „Hey.“, sagte sie leise. Sie setzte sich zu ihm aufs Bett und strich ihm die Haare aus dem Gesicht. „Schlaf weiter.“, sagte sie. Drake hatte die Augen geschlossen. „Mmmh.“, brummelte er und atmete schon wieder tief und fest.

13.

Drake

Er erwachte und wusste zuerst nicht, wo er war. Er befand sich sofort in Alarmbereitschaft. Doch dann roch er sie und atmete erleichtert aus. Es war dunkel, mitten in der Nacht und sie lag neben ihm. Drake war immer noch komplett angezogen. Also stand er auf. In der Küche nahm er sich was zu trinken, dann ging er duschen. Nackt legte er sich wieder zu ihr ins Bett. Sie war ganz warm und er nahm sie in den Arm. Emily flüsterte seinen Namen, aber sie schlief tief und fest. Drake lächelte. Ja, das gefiel ihm. Emily bewegte sich etwas und dabei rieb sich ihr Hintern an seinem Schwanz. Der wurde sofort hart. Sie hatte die Haare zusammengebunden und ihr Nacken lag offen und schutzlos vor ihm. Wieder schmerzte sein Kiefer. Drake zog sie noch ein wenig näher an sich und hielt sie fest.

Sie lagen eng aneinander gekuschelt auf der rechten Seite. Seine rechte Hand lag auf ihrer Brust. Drake küsste sie sanft in den Nacken und stöhnte ganz leise. Seine linke Hand lag auf ihrer Hüfte. Ihre Brüste, sie waren perfekt. Groß und weich und weiß. Sie waren fast zu groß für seine Hände und er hatte keine kleinen Hände. Aber wenn er sie massierte, quollen sie heraus. Allein bei dem Gedanken stöhnte er und küsste sie nochmals in den Nacken. Der dünne Stoff ihres Shirts war zwar eigentlich hinderlich, er wollte ihre Haut spüren, aber irgendwie empfand Drake es auch als total erotisch. Seine Hand hatte sich selbstständig gemacht, massierte ihre Brust und die Brustwarze wurde hart. Langsam und vorsichtig rieb er ihre Brustwarze und sie murmelte leise. Stöhnte sie etwa im Schlaf? Ihr Po lag genau richtig, sein Schwanz lag zwischen ihren Pobacken und er begann sich langsam an ihr zu reiben. Seine linke Hand war von ihrer Hüfte auf ihren Bauch gewandert, so konnte er sie, während er seinen Schwanz an ihrem Hintern rieb, immer noch ein wenig fester an sich drücken.

Sie stöhnte leise und er knurrte. Fast sofort war der Geruch ihrer Erregung in seiner Nase. „Emily, schläfst Du noch?“, fragte er leise zwischen ein paar Küssen. Ihr Atem ging schon etwas schneller, aber sie antwortete nicht. ‚Ich muss aufhören!‘, sagte er sich in Gedanken. Aber er konnte nicht. ‚Nur noch ein paar Minuten, nur noch ein paar Minuten!‘

Emily stellte ihr linkes Bein auf und der Geruch ihrer Erregung war noch intensiver. Sie war heiß, sogar jetzt im Schlaf! Sie stöhnte seine Namen voller Leidenschaft. „Onida“ flüsterte Drake. Doch Emily antwortete immer noch nicht. Sie begann zu flüstern, aber es waren nur Bruchstücke und das, was sie sagte, ergab keinen Sinn. Drake erkannte, sie sprach im Schlaf und scheinbar träumte sie von ihm. So wie es sich anhörte, träumte sie von Sex mit ihm. Das war faszinierend für Drake. Emily wurde unruhig. Ihre Hände begannen zu wandern. Sie legte ihre rechte Hand auf seine Hand und massierte sich fast selbst die Brust. Sein Schwanz wurde noch härter und er schluckte schwer. Ihre linke Hand glitt über ihren Körper, über seine andere Hand hinweg, die immer noch auf ihrem Bauch lag, zwischen ihre Beine und sie atmete langsam aus. Drake war sich nicht sicher, ob er sich im Himmel befand oder in der Hölle. Was hatte er da nur angestoßen?

Ihre Hand kam zurück, legte sich auf seine Hand und ihre Finger verschränkten sich. „Fass mich an.“, flüsterte sie. „Fass mich endlich an!“ Sie nahm seine Hand, fuhr langsam über ihren Bauch und drückte seine Hand auf ihren Venushügel und an ihre Grotte. Langsam begann sie sich an seiner Hand zu reiben.

Es war das erste Mal, dass seine Hände sie so nah berührten, an dieser Stelle, an ihrem Venushügel und ihrer Grotte. Drake hielt seine Hand ganz still, während Emily seine Hand immer noch festhielt und sich daran rieb. Doch dann begann er eigenständig sie zu streicheln. Immer, wenn seine Hand über den Hügel streifte, verstärkte er den Druck. Und wenn seine Fingerspitzen ihre feuchte Wärme spürten, drückte er sanft in sie hinein und seine Finger malten einen kleinen Kreis. Drake konnte ihren Herzschlag hören und fühlen. Schwer, schnell und laut. Auch hier war ihr Höschen eigentlich hinderlich, aber trotzdem fand er es ausgesprochen erotisch. Irgendwann nahm sie ihre Hand weg. Als Drake mit einem leisen Stöhnen an ihrem Rücken ebenfalls seine Hand wegziehen wollte, ließ sie das nicht zu. Wieder nahm sie seine Hand und führte sie hinab. „Ok“, flüsterte er heiser in ihrem Rücken. ‚Ruhig, ganz ruhig‘ versuchte Drake sich in Gedanken selber zu beruhigen. ‚Sie träumt. Lass sie träumen. Verschaffe ihr den besten Traum, den sie jemals hatte.‘

Er atmete tief ein und aus, küsste sie noch einmal auf den Rücken. Langsam dreht er sich mit ihr um und zog Emily auf seinen Bauch. Nun lag sie mit dem Rücken auf seinen Bauch. Sie war so klein und weich. Sie passte perfekt auf ihn. Ihr Kopf ruhte auf seiner Schulter und er strich über ihren Körper. Ja, so kam er überall ran. Drake deckte sie beide zu.

„Schlaf Emily,“, flüsterte er ganz leise an ihrem Ohr. „Schlaf weiter. Du träumst.“

„Mmmh“, machte sie.

„Du schläfst, Du träumst.“

Seine Hände strichen langsam über ihre Brüste, sie zitterten und er holte tief Luft. Dann zog er langsam die Träger ihres Oberteils hinunter. Ganz sanft begann er wieder, ihre diesmal nackten Brüste zu massieren. Er strich mit seinen Fingerspitzen über ihre weiche Haut. Drake nahm zwei Finger in den Mund. Mit den feuchten Fingerspitzen begann er, ihre linke Brustwarze zu bearbeiten. Er nahm sie zwischen Daumen und Zeigefinger und massierte sie, drehte sie und zog an ihr. Sie wurde immer härter und Emily stöhnte leise. Seine rechte Hand lag auf ihrem Bauch und wanderte langsam immer tiefer, bis er an den Fingerspitzen wieder ihre feuchte Wärme spürte. Ihr Höschen war nicht nur feucht, sondern richtig nass. Drake knurrte, ganz leise, ganz tief hinten im Hals, vor Erregung und seine Finger suchten ihren Kitzler. An der Stelle, wo Drake ihn vermutete, strichen seine Fingerspitzen sanft darüber, bis er an ihren Reaktionen sicher war, die richtige Stelle gefunden zu haben. Langsam begann er sie dort zu massieren. Ihr Herz schlug wieder schneller, ihr Atem nahm zu.

„Du schläfst Emily, Du träumst. Träume weiter, wach nicht auf, sonst ist der Traum vorbei.“

Auch seine linke Hand wanderte tiefer. Drake stellte seine Beine zwischen ihren auf und öffnete sie dadurch noch mehr. Sein Schwanz, der ständig zuckte und pochte, stand hart aufrecht und er konnte ihre Hitze spüren. Seine Hände strichen über die Innenseite ihrer geöffneten Oberschenkel. Er streichelte die weiche Haut, links und rechts, neben ihrem Höschen. Seine linke Hand hielt sich an ihrem Oberschenkel fest, während seine rechte Hand den Weg in ihr Höschen suchte . . . und fand. Drake holte tief Luft. Sie war so heiß, so feucht. Es fühlte sich an, als würde die Hitze ihn verbrennen. Mit der geschlossenen Hand strich er über ihren Kitzler bis er mit den Fingerspitzen vor ihrem Eingang stand.

Er hielt die Luft an und schluckte schwer. Sie war rasiert. Glatt und weich und . . . nackt. Und so feucht! Sie hatte nur einen schmalen Streifen Haare stehen lassen, aber auch die fühlten sich kurz an. Drake stöhnte laut und hätte Emily fast in die Schulter gebissen. Langsam, ganz langsam drang er mit einem Finger in sie ein. In ihr drin war die Hitze für ihn fast unerträglich und die Feuchtigkeit machte Drake fast verrückt. Sie war eng, so eng.

Es fiel Drake unendlich schwer, so langsam, vorsichtig und sanft zu bleiben. Am liebsten hätte er sie wild und hart genommen. Seine linke Hand lag wieder zwischen ihren Brüsten und ihr linker Arm war irgendwie eingeklemmt. Langsam zog Drake seinen Finger wieder aus ihr heraus, nur um ihn sofort wieder einzuführen. Dies wiederholte er ein paar Mal, dann nahm er zwei Finger, die er in sie hineinsteckte. Emily stöhnte leise und bewegte ihr Becken zu seinem Rhythmus. Mit zwei Fingern tauchte er ein paar Mal in sie ein. Doch dann strich er mit diesen beiden Fingern, die so nass von ihr waren, ihre Schamlippen entlang, bis er ihren Kitzler fand. Emily stöhnte laut, ihr Unterleib zuckte und ihre rechte Hand griff hinunter zu seiner. Sie versuchte, die Beine zu schließen, was nicht ging, da seine Beine ja dazwischen waren und sie offen hielten.

„Emily“, stöhnte Drake leise. „Nimm die Hand weg. Lass mich. Ich werde vorsichtig sein. Ich werde Dir nicht wehtun. Nimm die Hand weg. Entspann Dich. Ich werde nichts tun, was Du nicht auch willst.“ Noch immer hielt Emily seine Hand fest. Drake bewegte sich nicht. Ihr Herz raste, ihr Atem ging schnell und stoßweise. Dann spürte er, wie Emily sich entspannte und seine Hand losließ. Schnell packte er ihre Hand mit seiner linken Hand, legte sie zwischen ihren Brüsten ab und umfasste ihr Handgelenk.

Wieder führte er zwei Finger in ihre Hitze ein, zog sie wieder raus, führte sie wieder ein und jedes Mal drückte sich ihr Becken gegen seine Hand, so dass er noch tiefer in sie eindringen konnte.

„Oh Emily, hast Du eine Ahnung, was Du mit mir machst?“, murmelte Drake. Abermals suchten seine Finger ihren Kitzler. Emilys Körper spannte sich an. Doch ihre Hand, die hielt er nun fest. Fast unerträglich langsam begann Drake ihren Kitzler zu massieren.

„Entspann Dich.“ Er küsste ihre Schulter. „Ich bin nur für Dich da. Genieß' es.“ Emily holte ein paar Mal tief Luft und ihr Körper entspannte sich wieder etwas. „Ja, so ist es gut. Entspann Dich. Genieße es.“, flüsterte Drake, während seine Finger ihren Kitzler immer weiter massierte. Eine ganze Zeit war es wirklich leise. Nur ihr leises Stöhnen und Wimmern war zu hören. In Drakes Ohren klang das wie Musik. Langsam ließ er ihren Arm los und begann wieder ihre Brüste zu massieren. Die Brustwarzen hatten es ihm angetan, wenn sie so hart waren. Doch diesmal hielt er sich nicht so lange dort auf. Seine linke Hand wanderte tiefer, wollte der rechten Hand helfen. Den Weg in ihr Höschen fand er sofort. Dort spreizte er mit zwei Fingern ihre Schamlippen. Die Finger seiner rechten Hand tauchten wieder in sie ein, bevor sie sich an ihrem nun freiliegenden Kitzler zu schaffen machten, ihn massierten, an ihm zogen.

Emily stöhnte laut auf. Ihre Hände krallten sich in seine Oberarme. „Drake!“ Sie schrie fast. „DRAKE!“

„Ja, Emily, ich bin hier. Entspann Dich, Emily, nimm es an. Komm für mich Emily, komm für mich!“

„Hör nicht auf. Hör nicht auf!“, stöhnte sie.

„Nein“ Drake lachte heiser. „Nein, ich hör nicht auf. Komm für mich Emily.“, wisperte er in ihr Ohr.

Noch einmal glitten seine Finger in sie hinein. Er wollte, dass ihr Kitzler feucht blieb und schmierig. Fürs nächste Mal musste er sich eine Alternative überlegen. Als Drake wieder ihren Kitzler an seinen Fingern spürte, erhöhte er den Druck ein wenig und auch die Geschwindigkeit. Nach einer kurzen Ewigkeit konnte er es spüren. Ihr Herz schlug noch schneller, sie atmete flach und stoßweise. Ihre Hände krallten sich in seine Oberarme und ihr Körper spannte sich an. Er spürte das Beben in ihrem Unterleib und ihr Kitzler zuckte unaufhörlich. Mit einem heiseren „Aaaaah“ kam sie endlich. Drake hielt sie fest, solange ihr Körper bebte, und seine Finger still. Sein Schwanz wäre fast explodiert, als sie kam und er hatte immer noch einen riesigen Ständer. Er zog seine Hände aus ihrer Hose, nahm sie in den Arm und hielt sie fest.

Drake

Emily schluchzte leise.

Drake hörte auf zu atmen, sein Herz hörte auf zu schlagen. „Emily, weinst Du etwa?“ Sie schüttelte den Kopf, aber wieder war ein Schluchzen zu hören. Er schob sie von sich runter. Nun lag er seitlich neben ihr und sah in ihre Augen. Dort konnte er Tränen sehen.

„Emily . . . es tut mir leid. Es tut mir so leid! Ich dachte, Du wolltest es auch. Ich dachte, es würde Dir gefallen. Es tut mir so leid.“, stammelte Drake und wollte sich zurückziehen. Doch Emily schlang ihre Arme um seinen Hals und küsste ihn. Jetzt verstand er gar nichts mehr.

„Emily“, versuchte er es nochmal. Aber sie flüsterte nur: „Küss mich Drake. Küss mich.“

Dieser Aufforderung kam er nur zu gerne nach und küsste sie voller Hingabe.

Emily

Wann genau sie erwacht war, hätte sie nicht zu sagen vermocht. Aber seine Hände auf ihrem Körper und was er mit ihr machte . . . sie schmolz dahin. Sie war gefangen. In Ihm. Sie hätte sich nicht wehren können, aber sie hatte es auch gar nicht gewollt. Er war so zärtlich gewesen, so liebevoll. Als sie kam, durch seine Hände, endlich durch seine Hände, fühlte es sich an, als würde sie untergehen.

Sie schluchzte, weil die Gefühle sie überrannten und dieses tiefe Gefühl in ihrem Herzen unbeschreiblich war. Sie liebte ihn. Sie war sich sicher, dass sie ihn liebte.

„Drake, es ist alles ok. Es sind nur. . . Gefühle.“, flüsterte sie zwischen den Küssen.

„Sicher?“ Er war noch nicht überzeugt.

„Ja, ganz sicher!“

„Also hat es Dir gefallen?“

„Oh ja, Drake, sehr. Weißt Du, was das Schlimmste ist?“

„Nein, was?“

„Jetzt bin ich noch heißer auf Dich, als ich es bisher sowieso schon war.“ Mit diesen Worten verschloss sie Drake den Mund und küsste ihn.

„Willst Du mehr?“

„Mehr von Dir? Ja! Immer.“ Sie bettelte und Drake lachte erleichtert auf.

„Das kannst Du haben.“

Sie liebten sich die ganze Nacht, wenn auch nur fummeln und knutschen erlaubt war. Drake verhalf ihr noch zu zwei weiteren Orgasmen, die genauso intensiv waren, wie der erste. Drake entwickelte sehr schnell ein Händchen dafür, wie sie es mochte. Nur Drake blieb auf der Strecke. Immer, wenn Emily ihn anfassen wollte, ihm Befriedigung verschaffen wollte, blockte er ab. „Heute bist Du dran, Emily, nur Du.“

Irgendwann schlief sie erschöpft ein.

*****

Emily

Sie erwachte und fühlte sich eingeengt. Drake hielt sie fest umschlungen. Sie lächelte. Die Nacht war heiß gewesen, sehr heiß, aber richtig befriedigt war sie immer noch nicht. Sie wollte richtig mit ihm schlafen, wollte ihn in sich spüren. Sie strich ihm eine Strähne aus dem Gesicht, küsste ihn auf die Stirn und flüsterte „Ich liebe Dich.“ Das war ihr heute Nacht bewusst geworden, dann stand sie auf.

Emily hatte sich den Freitag wieder frei genommen und sie verbrachten ihn fast ausschließlich kuschelnd auf der Couch.

„Wie stehst Du eigentlich zu Geld?“, hatte Drake sie irgendwann gefragt.

„Oh, ich find’s toll, welches zu haben.“, lachte sie.

„Und zu Geschenken?“

„Ich liebe Geschenke! Oh Drake, die Blumen! Ich habe mich nicht bedankt. Die Blumen sind wundervoll und so viele, das wäre doch nicht nötig gewesen. Aber sie sind wundervoll.“ Auch hier im Wohnzimmer standen viele Sträuße.

„Nein, nein, das hab ich nicht gemeint.“ Nun lachte er. „Du hast Dich heute Nacht ausführlich dafür bedankt!“ Er küsste sie zärtlich.

*****

Drake

Am Samstag hielt er es nicht mehr aus. „Komm, wir machen eine Spritztour. Wir fahren irgendwo hin.“ Das Wetter war toll, die Sonne schien und auch die Temperaturen waren warm.

Sie standen vor seinem Auto.

„Toller Wagen!“, sagte Emily. „Aber hier kann Soleigh doch nicht mitfahren, Drake, sie wird die Sitze dreckig machen.“

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Gatunki i tagi

Ograniczenie wiekowe:
0+
Objętość:
570 str. 1 ilustracja
ISBN:
9783741877209
Wydawca:
Właściciel praw:
Bookwire
Format pobierania:

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