Czytaj książkę: «30 Minuten Selbst-Bewusstsein»
Thomas Lorenz Stefan Oppitz
30 Minuten
Selbst-Bewusstsein
Mit dem Myers-Briggs-
Typenindikator® (MBTI®)
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Umschlaggestaltung: die imprimatur, Hainburg
Umschlagkonzept: Martin Zech Design, Bremen
Zeichnungen: Heidi Rüße, Baumberg
Abbildungen: A-M-T Management Performance AG, Radevormwald
Lektorat: Dr. Michael Madel, Ruppichteroth
® Myers-Briggs Type Indicator und MBTI sind eingetragene Warenzeichen des Myers-Briggs Indicator Trust.
™ Einführung in Typen ist ein eingetragenes Warenzeichen des Myers-Briggs Type Indicator Trust.
© 2004 GABAL Verlag GmbH, Offenbach
18., überarbeitete Auflage 2018
Das E-Book basiert auf der 18., überarbeiteten Auflage des Buchtitels “30 Minuten Selbst-Bewusstsein” von Thomas Lorenz und Stefan Oppitz ©2004, 2018 GABAL Verlag GmbH, Offenbach
Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.
Hinweis:
Das Buch ist sorgfältig erarbeitet worden. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder Autor noch Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gemachten Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.
ISBN Buchausgabe: 978-3-86936-288-5
ISBN epub: 978-3-95623-667-0
In 30 Minuten wissen Sie mehr!
Dieses Buch ist so konzipiert, dass Sie in kurzer Zeit prägnante und fundierte Informationen aufnehmen können. Mithilfe eines Leitsystems werden Sie durch das Buch geführt. Es erlaubt Ihnen, innerhalb Ihres persönlichen Zeitkontingents (von 10 bis 30 Minuten) das Wesentliche zu erfassen.
Kurze Lesezeit
In 30 Minuten können Sie das ganze Buch lesen. Wenn Sie weniger Zeit haben, lesen Sie gezielt nur die Stellen, die für Sie wichtige Informationen beinhalten.
Alle wichtigen Informationen sind blau gedruckt.
Zahlreiche Zusammenfassungen innerhalb der Kapitel erlauben das schnelle Querlesen. | |
Ein Fast Reader am Ende des Buches fasst alle wichtigen Aspekte zusammen.
Inhalt
Vorwort
1. Selbst-Bewusstsein – was ist das?
Über den Nutzen von Persönlichkeitsprofilen
Wie wir sinnvoll miteinander umgehen
2. Das eigene Persönlichkeitsprofil erkennen
Persönliche Präferenzen identifizieren
Die Selbsteinschätzung mit dem MBTI Instrument
I. Quellen Ihrer Energie
II. Formen Ihrer Wahrnehmung
III. Grundlagen Ihrer Entscheidungen
IV. Ihre Wirkung in der Außenwelt
Die Ergebnisse der Selbsteinschätzungen zusammenführen
3. Wie sich Präferenzen am Arbeitsplatz auswirken
Praxisanwendungen
Mit bevorzugtem Arbeitsstil effektiv sein
Mitarbeiter in Teams und Projektarbeit richtig einsetzen
Mit Veränderungen angemessen umgehen
4. Die Performance der Persönlichkeit steigern
Führungs- und Kommunikations-Kompetenz verbessern
Die Persönlichkeit ganzheitlich entwickeln
Strategien zur Stressbewältigung ergreifen
5. Die persönliche Entwicklung vorantreiben
Fast Reader
Die Autoren
Weiterführende Literatur
Vorwort
Was gibt es Spannenderes als sich seiner selbst bewusst zu sein, als die Beschäftigung mit dem eigenen „Ich“? Die Reise zu mehr Selbst-Bewusstsein beginnt mit den unterschiedlichsten Zielen:
um sich selbst – aber auch andere – besser zu verstehen,
um eigene Verhaltensmuster einschätzen zu können oder
um für sich selbst Entwicklungsschritte hin zu einer reifen Persönlichkeit zu entdecken.
Das Persönlichkeitsprofil von Katharine Briggs und ihrer Tochter Isabel Briggs Myers – das Myers-Briggs Type Indicator® (MBTI®) Instrument – bietet hierfür schon seit über 50 Jahren eine hervorragende Orientierung. Das MBTI Instrument ist dabei so etwas wie ein Kompass: Er ist leicht zu verstehen und im täglichen Leben in vielen Situationen anwendbar: im Beruf, bei der Arbeit im Team, in der Partnerschaft. Er ist deshalb eines der weltweit am häufigsten eingesetzten Persönlichkeitsinstrumente.
Mit Hilfe der Beschreibung der Persönlichkeitstypen, die Sie in diesem Buch finden, sind Unterschiede in der Persönlichkeit leicht und verständlich erkennbar und nachvollziehbar. Im Umgang mit unseren Mitmenschen – ob Partner, Kollege, Freund, Eltern, Kinder oder Chefs – sind diese Unterschiede oft die Ursache für Missverständnisse und Konflikte, aber auch für erfolgreiche Zusammenarbeit und inspirierende Erfahrungen, die sich ergeben, wenn Menschen mit unterschiedlichen Persönlichkeitsstilen gemeinsam Ziele erreichen wollen.
Dieses in Anlehnung an das MBTI Instrument geschriebene Buch hilft Ihnen, Ihre eigenen Stärken zu erkennen, damit Sie sie optimal zur Bewältigung der Herausforderungen nutzen können, die Ihnen im Berufs- und auch im Privatleben begegnen. Dies stärkt Ihr Selbstverständnis und ist Motivation, sich als Persönlichkeit einzubringen und weiterzuentwickeln. Die Beschäftigung mit dem MBTI Instrument kann Ausgangspunkt für eine lebenslange persönliche und berufliche Entwicklung sein. Das Buch geht dabei zunächst von Ihrer Selbsteinschätzung aus, die durch einen statistisch abgesicherten Fragebogen abgerundet werden kann.
In jedem Fall steht Ihnen mit der Lektüre dieses Buches eine spannende Reise bevor. Am Ende der Reise – so hoffen wir – werden Sie mehr über sich selbst und diejenigen Menschen wissen, mit denen Sie tagtäglich zu tun haben.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Selbst-Bewusstsein.
Thomas Lorenz und Stefan Oppitz
1.Selbst-Bewusstsein – was ist das?
Erkenne dich selbst – seit der Antike beschäftigt sich der Mensch mit dem Erkennen der eigenen wie der fremden Persönlichkeit. Verschiedene Persönlichkeitsmodelle wurden entwickelt, um die Ausprägung menschlichen Verhaltens nachvollziehbar, Handeln erklärbar und möglicherweise sogar voraussehbar zu machen.
1.1Über den Nutzen von Persönlichkeitsprofilen
„Welcher MBTI-Typ bist du?“ Was genau ist mit dieser Frage gemeint? MBTI® – diese vier Buchstaben stehen für Myers-Briggs Type Indicator®. Sie beziehen sich auf die beiden „Erfinderinnen“ Katharine Briggs (1875–1968) und Isabel Briggs Myers (1897–1980), die bereits vor dem zweiten Weltkrieg in den USA die Theorie der Persönlichkeitstypen des Schweizer Arztes und Psychoanalytikers Carl Gustav Jung (1875–1961) zur Beschreibung von Persönlichkeitsunterschieden heranzogen und diese Theorie weiterentwickelten. Seitdem liegt mit dem MBTI Instrument ein Konzept vor, mit dem schnell und einfach Persönlichkeitsunterschiede beschrieben und für die Darstellung der Entwicklungsmöglichkeiten eines Menschen genutzt werden können.
Persönlichkeitsbilder und Persönlichkeitstypen
Carl Gustav Jung entwickelte eine Charakterologie, die sich an vier psychologischen Grundfunktionen orientiert: Denken, Fühlen, Sensitives Empfinden, Intuition. Diese Grundfunktionen treten mit den beiden Erscheinungsformen der Extraversion und der Introversion zu typischen Persönlichkeitsbildern zusammen. Jedes Persönlichkeitsbild verweist auf verschiedene Verhaltensmuster, deren Gesamtheit als Persönlichkeitstyp bezeichnet wird. Jung stellte zudem fest, dass Menschen zwei psychische Prozesse nutzen, wenn sie sich aktiv mit ihrer Umwelt auseinandersetzen: Zum einen nehmen sie ihre Umwelt wahr und sammeln Informationen über sie. Zum anderen ordnen sie diese Informationen, ziehen auf dieser Grundlage Schlussfolgerungen und treffen Entscheidungen.
Jeder Persönlichkeitstyp zeigt in den Bereichen „Wahrnehmung“ und „Urteilen“ Präferenzen, die vom jeweiligen Persönlichkeitstyp abhängig sind. Das heißt: Wer sein Persönlichkeitsprofil kennt, erhält Aufschluss darüber, wie er in bestimmten Situationen etwas wahrnimmt und Entscheidungen trifft. Er erhöht seine Selbstkenntnis – und auch seine Menschenkenntnis – und weiß, wo er ansetzen kann, falls er seine Persönlichkeit entwickeln will.
Der Begriff der Präferenz
Der Begriff der Präferenz (= Bevorzugung) ist Ihnen wahrscheinlich aus verschiedenen Bereichen des Alltagslebens vertraut. Wenn Sie sich eine Jacke anziehen, haben Sie die Präferenz, zuerst mit einem bestimmten Arm in die Jacke zu schlüpfen. Sie „bevorzugen“ also einen Arm – probieren Sie einmal aus, welcher dies bei Ihnen ist. Ein weiteres Beispiel: In aller Regel halten wir beim Verschränken der Arme eine bestimmte Hand nach oben bzw. nach unten.
Nutzen wir unsere präferierte, unsere bevorzugte Seite, so können wir sehr schnell und ohne großes Nachdenken handeln. Sind wir aber gezwungen, unsere nicht bevorzugte Seite zu nutzen, fällt uns dies schwer und wir benötigen dazu unsere ganze Aufmerksamkeit und Konzentration. Andererseits: Wenn es notwendig ist, die nicht bevorzugte Seite einzusetzen, genügt oft ein wenig Übung und Training, um darin besser zu werden – allerdings nie so gut, wie es mit der bevorzugten Seite möglich ist. Und sobald wir zu unserer bevorzugten Seite zurückkehren können, nutzen wir diese automatisch wieder.
Auch als Persönlichkeiten haben wir bevorzugte Bereiche, die wir dann mit dem Begriff des „natürlichen Verhaltens“ beschreiben. Diese Bereiche, die unseren Präferenzen entsprechen, bestimmen, zu welchem Persönlichkeitstyp ein Mensch gehört.
Begegnen Sie manchmal Menschen, die Sie bewundern, weil sie Situationen treffsicher wahrnehmen und dann „richtig“ entscheiden? Und haben sich gefragt, was diese überzeugungs- und entscheidungsstarken Menschen von anderen unterscheidet? Wahrscheinlich liegt es daran, dass diese Menschen „Persönlichkeiten“ in dem Sinne sind, dass sie ihre geistigen und charakterlichen Anlagen voll entfaltet und in ein ausgewogenes Verhältnis zueinander gebracht haben. Diese Menschen sind mit sich selbst „im Reinen“, ihre Wertvorstellungen, Handlungen, ihre Denkweise und ihre Äußerungen stimmen miteinander überein, es gibt keinen Widerspruch zwischen den entwickelten Anlagen. Wir sprechen dann von orientierten Persönlichkeiten, die aufgrund ihres Persönlichkeitsbildes über eine große Überzeugungskraft und Entscheidungsstärke verfügen (s. Lorenz/Höcker, 30 Minuten Wert-voll leben). Wer seine Präferenzen erkennt, lernt viel über sich. Dieser Erkenntnisprozess ist schwierig genug. Noch problematischer aber ist es, die Präferenzen bei anderen Menschen zu erkennen, um zu wissen, wie man mit diesen Menschen am besten umzugehen hat. Der MBTI bietet bei beiden Erkenntnisprozessen wertvolle Hilfestellung.
| Jeder Mensch bevorzugt bestimmte Verhaltensweisen und Denkhaltungen. Welche dies sind, lässt sich aus seinem Persönlichkeitsbild ableiten. Wer sein Persönlichkeitsprofil kennt, weiß, wie er in einer bestimmten Situation mit hoher Wahrscheinlichkeit reagieren wird. | |
1.2Wie wir sinnvoll miteinander umgehen
Es gibt sicher kein Patentrezept, wie man sinnvoll miteinander umgeht. Deshalb wollen wir auch nicht den Eindruck erwecken, wir würden ein solches Wundermittel kennen. Was wir aber zeigen möchten, ist, dass es neben den unterschiedlichen Interessen, Erwartungen und Zielen auch die individuellen und oft nicht bewussten Grundüberzeugungen, Vorurteile oder Selbstbilder sind, die einen wesentlichen Einfluss darauf haben, wie wir mit anderen Menschen kommunizieren.
Unser Umgang mit anderen Menschen wird von den konkreten Bildern bestimmt, die wir von uns und den anderen konstruieren. Diese Bilder sind uns jedoch nicht selten ganz oder weitgehend unbewusst. Die folgenden Kapitel helfen, diese Bilder zu verdeutlichen, also das, was Sie bis jetzt vielleicht mehr oder weniger unbewusst gespürt haben, in konkrete Worte und Beschreibungen zu fassen. Dieser Erkenntnisprozess verläuft nicht immer unproblematisch. Zumeist werden die – manchmal auch überraschenden und unerwarteten – Ergebnisse dieses Prozesses von den Beteiligten akzeptiert. Es kann aber durchaus sein, dass die Beschäftigung mit der eigenen Persönlichkeit zu Ergebnissen führt, die im Widerspruch stehen zu dem Menschenbild, das Sie sich bisher bezüglich der eigenen wie der fremden Persönlichkeit gemacht haben. Jene Beschäftigung kann also zu einem Riss zwischen Ihrem bisherigen und dem „neuen“ Bild führen, nach dem Motto: „Ich hätte nie gedacht und kann gar nicht glauben, dass dieser Aspekt bei meiner Persönlichkeit überhaupt eine Rolle spielt!“ Ihr bisheriges Bild von der Wirklichkeit erfährt eine Erweiterung.
Jeder Mensch verfügt über bestimmte Präferenzen, die seinen Persönlichkeitstyp ausmachen. Der MBTI® hilft, die eigene Persönlichkeit zu erkennen und weiterzuentwickeln sowie andere Menschen besser zu verstehen. Dies erleichtert den Umgang miteinander. | |
2.Das eigene Persönlichkeitsprofil erkennen
2.1Persönliche Präferenzen identifizieren
Die folgende kurze Übung soll verdeutlichen, was hinter unserer Betrachtung von Persönlichkeitsprofilen steht. Schreiben Sie bitte Ihren Vor- und Zunamen auf die folgende Linie (oder auf ein gesondertes Blatt):

In welcher Hand befand sich Ihr Stift? Nehmen Sie nun bitte den Stift in die andere Hand, mit der Sie eben nicht geschrieben haben, und schreiben Sie erneut Ihren Vor- und Zunamen auf die Linie:

Was haben Sie beim Schreiben mit der bevorzugten Hand empfunden, was bei der anderen Hand? Welche Hand würden Sie als Ihre bevorzugte Schreibhand bezeichnen – also als Ihre Präferenz?
Wenn es nicht nur ums Schreiben geht, sondern um handwerkliche Tätigkeiten, ist das Ergebnis oft nicht ganz so eindeutig. Da gibt es eindeutige Rechts- und Linkshänder, die nur selten die andere Hand nutzen – aber was geschieht, wenn die bevorzugte Hand verletzt und daher verbunden ist? Es gibt aber auch Linkshänder, die in der Schule lernen mussten, mit rechts zu schreiben, oder Menschen, die mit rechts schreiben, aber mit links handwerken. Viele Varianten sind denkbar. Doch allen ist eins gemeinsam:
Es gibt eine bevorzugte Hand (Präferenz). Aber auch die weniger bevorzugte Hand ist relevant und „einsetzbar“.
Eine Präferenz sagt nur etwas darüber aus, welche Verhaltensweise in der Regel einfacher und natürlicher ist. Eine Aussage über die Qualität oder Stärke einer Präferenz nach dem Motto „zu viel“ oder „zu wenig“ oder gar „gut“ oder „schlecht“ ist nicht möglich – gerade so wie man nicht sagen kann, dass jemand „zu viel Rechtshänder ist“. Die Beschreibung von Präferenzen eignet sich also nicht dazu, eine Aussage über den Erfolg oder die Qualität einer geforderten Eigenschaft eines Menschen zu treffen. Der MBTI ist deshalb auch kein Auswahl-, sondern ein Entwicklungsinstrument. Dies sollten besonders diejenigen beachten, die sich fragen, welche Präferenzen sie brauchen, um beispielsweise im Beruf – etwa als Vertriebsmitarbeiter oder Vorgesetzter – erfolgreich zu sein. Die Frage muss vielmehr lauten: „Welche Präferenzen habe ich und wie kann ich diese sinnvoll und selbstbewusst einbringen?“
Gegensatzpaare
Der Myers-Briggs Type Indicator unterscheidet vier Gegensatzpaare, deren Ausprägungen zwar jeder Mensch nutzt – allerdings in unterschiedlicher Intensität. Wenn man bei einem Gegensatzpaar von einer Präferenz spricht, bedeutet dies kein Werturteil. Beide Pole sind wichtig – auch wenn uns der Umgang mit einer Seite leichter fällt oder wir uns wohler fühlen und unserer Umgebung als kompetenter erscheinen, wenn wir sie nutzen.
Die Gegensatzpaare (Dichotomien) des MBTI beziehen sich auf die Fragen:
I. Woher beziehe ich meine Energie, wohin lenke ich meine Aufmerksamkeit – nach außen oder innen?
II. Wie nehme ich meine Umwelt wahr, wie nehme ich Daten auf – mit Aufmerksamkeit fürs Detail oder mit Blick für den großen Zusammenhang?
III. Was ist die Grundlage für meine Entscheidungen – mein Denken oder mein Fühlen?
IV. Wie gehe ich mit der Außenwelt um – erlebt diese mich eher geordnet und strukturiert oder flexibel und spontan?
| Um den ersten Schritt zu mehr Selbst-Bewusstsein zu gehen, muss festgestellt werden, welche Präferenzen ein Mensch hat, welches Verhalten für ihn beispielsweise in so wesentlichen Situationen wie geeignetem Wahrnehmen und gekonntem Entscheiden natürlich ist. | |
2.2Die Selbsteinschätzung mit dem MBTI Instrument
Manchmal ist es schwierig, die eigene Präferenz festzustellen. Ähnlich wie bei dem umerzogenen Linkshänder, der schon früh lernen musste, mit der „richtigen“ (= der rechten Hand) zu schreiben, fällt es uns nicht immer leicht zu bestimmen, was in unserem Verhalten unserer bevorzugten Seite entspricht und was uns eventuell anerzogen worden ist.
Lassen Sie sich nicht von aktuellen Situationen blenden, sei es die derzeitige Situation im Beruf oder Ihre Rolle in der Partnerschaft oder der Familie. Nutzen Sie zu Ihrer Positionierung Situationen, in denen Sie sich als ‚Sie selbst’ empfunden haben und keinen Druck von außen verspürt oder ihm gar nachgegeben haben. Grundsätzlich gilt: Sie selbst können sich am besten einschätzen. Denken Sie bei Ihrer Selbsteinschätzung (s. Übersicht Abb. 1) daran, dass es nicht darum geht, wie Sie gerne sein möchten, sondern wie Sie sich tatsächlich in Ihren Handlungen erleben: Seien Sie ehrlich zu sich selbst!
Stellen Sie sich bei der Selbsteinschätzung und der Identifikation Ihres Profils die folgenden Fragen:
Was entspricht meinem natürlichen Verhalten am ehesten?
Wie bin ich, wenn ich nicht bestimmte Rollen oder Erwartungen erfüllen muss?
Wie bin ich früher (als Kind, als Jugendlicher) wahrgenommen worden?
Wie reagiere ich bei Belastungen und leichtem Stress?
Abb. 1: Gegensatzpaare im MBTI® -Profil

Abbildung 1 dient nicht dazu, Menschen „in Schubladen zu stecken“. Die Gegensatzpaare wollen vielmehr ein Verständnis für die Ausprägung von Präferenzen wecken.
Führen Sie die Selbsteinschätzung in einer ruhigen Minute durch. Lassen Sie sich von der Frage leiten: „Was entspricht meinem natürlichen Verhalten am ehesten?“ Erinnern Sie sich dabei an Situationen, in denen Sie „ganz Sie selbst“ waren.
I. Quellen Ihrer Energie
Diese erste Dimension beschreibt, woher Sie Ihre Energie erhalten und worauf Sie Ihre Aufmerksamkeit richten. Die beiden Pole werden in der MBTI®-Terminologie mit den Buchstaben E (Extraversion) und I (Introversion) gekennzeichnet.
EXTRAVERSION (Außenwelt)
Personen mit einer Präferenz für „Extraversion“ brauchen den Kontakt zu anderen Menschen. Sie gewinnen ihre Energie durch die Interaktion mit der Umwelt, den Menschen und den Dingen. Extravertierte Menschen teilen offen ihre Gedanken mit und reden über Dinge mit anderen, um dadurch weitere Anregungen zu erhalten. Sie legen Wert auf Rückmeldung, die sie als Quelle der Inspiration sehen.
Menschen mit dieser Präferenz handeln und reagieren schnell, ohne lange nachzudenken. Sie bringen sich mit ihren Ideen spontan in Diskussionen ein und entwickeln diese durch immer neue Beiträge weiter. Von ihrem Umfeld werden sie als gesellige und anregende Menschen erlebt. Im beruflichen Zusammenhang sind sie oft die treibende Kraft. Diese nach außen gerichteten Menschen
finden leicht Kontakt, brauchen Beziehungen,
entscheiden und handeln schnell und überlegen oft später,
suchen die Kommunikation in der Gruppe und
konzentrieren sich auf die Außenwelt.

INTROVERSION (Innenwelt)
Personen mit einer Präferenz für „Introversion“ beschäftigen sich sehr mit ihrer Innenwelt. Sie beziehen ihre Energie aus dem Inneren, den eigenen Gedanken, Ideen und Empfindungen. Diese Menschen können gut allein sein, sie bevorzugen ihre Privatsphäre und suchen Kontakt vornehmlich zu kleineren Gruppen.
Diese Menschen denken über Dinge nach, um sie zu verstehen, sie reflektieren ausgiebig und wägen ab, bevor sie handeln. Sie bevorzugen die Beschäftigung mit ihren eigenen Interessen. Initiative ergreifen sie dann, wenn ihnen ein Thema besonders am Herzen liegt. In der Kommunikation bevorzugen sie den schriftlichen Austausch, in Besprechungen bringen sie ihre Ideen mit Worten ein, die sie vorher genau bedacht haben. Diese nach innen gerichteten Menschen
wirken eher zurückhaltend und reserviert,
behalten ihre Gefühle für sich,
überlegen zuerst und handeln erst dann und
konzentrieren sich auf ihre Innenwelt.

Sie wissen nun, worauf Menschen bevorzugt ihre Aufmerksamkeit richten und woher sie ihre Energie beziehen können. Entscheiden Sie bitte, welche der beiden Beschreibungen Ihre Präferenz am ehesten erfasst:

E oder I
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