Czytaj książkę: «Das liebe Nest»
Paula Dehmel
Das liebe Nest

Veröffentlicht im Good Press Verlag, 2020
EAN 4064066118952
Inhaltsverzeichnis
9 Erster Teil
Wunderchen
Geht leise
Wittewoll schlafen
Frühstück
Seereise
So lala
Mein Wagen
Kutscher auf dem Knie
Ereignis
Heilsprüchel
Schlimme Geschichte
Austreibung
Wenn Rumpumpel brummig ist
Der Pudding
Zwei Mäulchen
Mückebold
Das Scherchen
Geschichtchen vom Winde
Anziehliedchen
Das Lämmechen
Die wilden Beinchen
Der lumpichte Bu
Tintenheinz und Plätscherlottchen
Es regnet
Trösterchen
Häschen in der Grube
Hasenspiel
Drei Bäumchen
Schabernack
Am Abend
Gutenachtliedchen
Freund Husch
Rumpumpels Geburtstag
Mutters Geburtstag
Rumpumpel tanzt
Kreiselliedchen
Konzert
Die ersten Höschen
Der kleine Sünder
Flutschpeter
Die Trommelpartie
Rumpelreim
Das Karnickel
Lektion
Lied des Hühnchens
So sieht unsre Wirtschaft aus
49 Zweiter Teil
Das Haus
Mit Trommel und Trab
Siebenschläfer
Osterlied
Maiwunder
Hansel und Gretel
Prinzeßchen
Das große Loch
Zwei Gesellen
Wenn's Pfingsten regnet
Eine Hühnergeschichte
Marieken und die Küken
Kinderküche
Essensregeln
Die böse Mies
Pottkieker
Der Reitersmann
Das richtige Pferd
Der kleine Rekrut
Der Hauptmann
Abzählreim
Fragefritze und die Plappertasche
Plappermündchen
Puppendoktor
Kleiner Einkauf
Vaters Geburtstag
Das Himmelsprinzeßchen
Windfreude
Lied vom Monde
Weihnachtsschnee
Knecht Ruprecht in Nöten
Frohe Botschaft
Der liebe Weihnachtsmann
Sankt Niklas' Auszug
Bescheidene Frage
89 Dritter Teil
Widmung
Sonne
Marienlied
Korsisches Wiegenlied
Königskind
Heimweh
Elfenreigen
Wiegenmärchen
Traumballade
Mutter Hule
Ein Singsang vom Rheine
Badeballade
Der Teufel und die Katz
Der Esel und die Löwenhaut
Ein Spatzengespräch
Drei Koboldstreiche
Spuk
Der Märchenkönig und sein Töchterlein
Weihnachtsgang
Weihnachtsbesuch
König Kuchen und Königin Schokolade
Der erste Mai
Wetterwunsch
Hammerliedchen
Im Sonnenschein
Wanderlied
147 Vierter Teil
Spruch fürs Leben
Allerlei Rätsel
Polterabendgedicht
Hochzeitsgedicht
Neujahrsspiel
Räuber und Prinzessin
Kasperle und der Krieg
203 Verzeichnis der Überschriften
Erster Teil
Zweiter Teil
Dritter Teil
Vierter Teil
Verzeichnis der Anfangszeilen
9Erster Teil
Inhaltsverzeichnis
10
11
Wunderchen
Inhaltsverzeichnis
Putzt die Fenster! fegt die Ecken!
Darf sich kein Staub, kein Krümel verstecken,
muß alles so blank wie Ostertag sein,
denn das Wunderchen zieht ein.
Zieht ein—schon stimmen die Englein die Geigen;
alle Könige werden sich neigen,
Hirten und Könige mit dem Stern
haben Wunderchen gern.
Wer soll Wunderchens Taufpate sein?
Sieben große Meister laden wir ein;
sieben große Helden mit Kron und Schalmein
sollen Wunderchens Taufpaten sein.
Und wer ist schnell
sein Spielgesell?
Da kommen gesprungen
die reizenden jungen
Wachholderweibchen und Fliedermännchen,
Taunixchen mit silbernen Wasserkännchen.
Aus Vogelnestern und Weidenkätzchen
gucken neugierige Schelmenmätzchen:
Wir lachen fein,
wir singen fein,
wir wollen Wunderchens Spielgesellen sein!
12
Geht leise
Inhaltsverzeichnis
Geht leise—
es ist müd von der Reise.
Es kommt weit her:
vom Himmel übers Meer,
vom Meer den dunklen Weg ins Land,
bis es die kleine Wiege fand—
Geht leise.
Wittewoll schlafen
Inhaltsverzeichnis
Auf der Leine, auf grünem Platz
hängen sieben Hemdchen und ein Latz;
im Winkel, am Zaun, wos Spinnchen spinnt,
liegt mit großen Augen mein Kind—
wittewoll schlafen?
Henne macht sich ein Bett im Sand,
Fliege träumt an der Mauerwand,
Schmetterling sitzt in der Mittagsruh,
schaukelt die Flügel auf und zu—
wittewoll schlafen?
Suselesu, der Sonnenwind
bläst in die Augen dem müden Kind;
13es will noch blinzeln—Spinnchen hält
den bunten Schleier vor die Welt—
—wittewoll—schlafen— —
Frühstück
Inhaltsverzeichnis
So morgens um halb acht herum:
Rumpumpel macht das Mäulchen krumm.
Und keine fünf Minuten drauf
wacht Rumpumpel auf.
Hu! kommt der kalte Badeschwamm,
Rumpumpel hält die Ohren stramm;
und schlägt die Ticke-Tacke acht,
wird ihm die Milch gebracht.
Die schmeckt Rumpumpeln aber fein;
er patscht mit beiden Fäustchen drein
und trinkt und trinkt, bis alles leer.
Rumpumpelchen, das freut mich sehr:
morgen gibt's gut Wetter!
Seereise
Inhaltsverzeichnis
Pitsch—patsch—Badefaß,
Rumpumpel plantscht die Stube naß,
ist ein junger Wasserheld,
14segelt durch die ganze Welt,
im Wipp—im Wapp—im Schaukelkahn
über den großen Ozean.
Stehn drüben alle Wilden still
und schrein: Was bloß Rumpumpel will?
so splitternackt und pitschenaß
in seinem kleinen Schaukelfaß?
Schnell das Badelaken!
So lala
Inhaltsverzeichnis
Steht ein Töpfchen rund und nett
unterm Bett,
so lala, so lala.
Reicht mir mal das Kindel her,
das braucht jetzt keine Windel mehr,
so lala, so lala.
Rolle, rolle, ratteratt,
rollt ein Wagen durch die Stadt;
sind zwei blanke Pferdchen davor,
hinten drauf ein schwarzer Mohr.
Horch, er hält vor unserm Haus;
steigen zwei feine Jungherren aus,
15mit Federbarettchen
und goldenen Kettchen.
Schnell das Töpfchen unters Bettchen!
Mein Wagen
Inhaltsverzeichnis
Mein Wagen hat vier Räder,
vier Räder hat mein Wagen,
rolle, rolle, rummerjan,
das wollt ich euch bloß sagen.
Mein Wagen hat 'ne Deichsel,
'ne Deichsel hat mein Wagen,
rolle, rolle, rummerjan,
das wollt ich euch bloß sagen.
Mein Wagen hat ein Pferdchen,
ein Pferdchen hat mein Wagen,
rolle, rolle, rummerjan,
das wollt ich euch bloß sagen.
Mein Wagen fahrt nach Potsdam,
nach Potsdam fährt mein Wagen,
rolle, rolle, rummerjan,
das wollt ich euch bloß sagen.
16Und wer mit mir nach Potsdam will,
in meinem neuen Wagen,
rolle, rolle, rummerjan,
der braucht es bloß zu sagen.
Kutscher auf dem Knie
Inhaltsverzeichnis
Wagen im Wind.
Wie sitzt mein Kind?
Wie geht mein Pferd?
Alles verkehrt.
Holdriutsch—
oben die Räder, unten die Kutsch!
Wagen im Schnee.
Da guckt das Reh,
da schnuppert der Has
mit der wackligen Nas.
Holdriuff—
da sitzt unser Kutscher wieder oben uff!
Ereignis
Inhaltsverzeichnis
(von Paula und Richard Dehmel)
Hurra, zum ersten Mal:
Mutter, der Peter,
hurra, da steht er!
17hält sich am Röckchen,
hält sich am Stöckchen,
grade wie 'n Licht,
fürchtet sich nicht.
Hurra, zum ersten Mal:
Mutter, der Peter,
hurra, da geht er!
guck, ganz alleinechen
setzt er die Beinechen!
Aua, Geschrei—
bautz!—vorbei.
Heilsprüchel
Inhaltsverzeichnis
Kra, kra, kalter Schnee,
dem Raben tut sein Beinchen weh,
dem Häsechen sein Herzchen;
die böse Zeit, die kalte Zeit,
ein jedes hat sein Schmerzchen.
Heile, Fingerchen, heile,
es dauert noch 'ne Weile,
es dauert noch bis Rosmarein,
dann ist lauter Sonnenschein.
18
Schlimme Geschichte
Inhaltsverzeichnis
Im Stall unser Schäfchen—bäht,
im Hof unser Hähnchen kräht,
und der Karo an der Kette
bellt mit Spitz um die Wette.
Auf'm Dach unser Kätzchen—maut,
und im Ententeich die Frösche, alle Frösche quaken laut:
Kinder, denkt euch den Schreck,
unserm kleinen Wackelbein sein linker Schuh ist weg.
Austreibung
Inhaltsverzeichnis
Das kann doch nicht Rumpumpel sein?
So kann Rumpumpel doch nicht schrein?
Seelöwen sind in unserm Haus;
schnell, Rumpumpel, wir jagen sie raus.
Ich 'n Stock,
Du 'n Stock,
alle beide einen Stock.
Ei der Daus,
wollt ihr raus,
wollt ihr in euer Seelöwenhaus!
Wenn Rumpumpel brummig ist
Inhaltsverzeichnis
Die Henne legt ein Ei,
da ging der Mond entzwei;
19die Hälfte fiel nach Nuckenstadt
und schlug zwei große Brummer platt.
Zwei große Brummer, brumm,
summten hier herum,
um Rumpumpels Kopf,
um Rumpumpels Bauch
und um sein dickes Näschen auch.
Nun sind sie tot... Aber im Ei
pickt das Küken die Schale entzwei,
kriegt heraus, und wackelt mit dem Schwanz—
—ist der Mond wieder ganz.
Der Pudding
Inhaltsverzeichnis
Rumpumpel will essen,
nun fix gebraten:
ein Kätzel, ein Spätzel
und sieben Soldaten.
Das gibt einen Pudding
so groß wie ein Haus.
Zuletzt leckt Rumpumpel
die Kuchenschüssel aus.
20
Zwei Mäulchen
Inhaltsverzeichnis
Winkele, wankele,
vor der Tür steht ein Bankele,
auf der Bank sitzt mein Kindele,
spielt mit mei'm Hündele,
winkele, wankele.
Winkele, wankele,
ich hab ein Gedankele:
ein Äpfle fürs Kindele,
ein Knöchle fürs Hündele.
Dankele.
Mückebold
Inhaltsverzeichnis
Mückchen, Mückchen, Dünnebein,
Mückchen, laß das Stechen sein,
Stechen tut ja weh!
Mückchen, Mückchen, weißt du was:
beiß doch in das grüne Gras,
beiß doch in den Klee!
Das Scherchen
Inhaltsverzeichnis
Schnipsel, schnipsel, Scherchen,
schneid mir ein Gewehrchen;
21schieß ich mir ein Häschen tot,
brat's dem Kind zum Mittagbrot.
Die Schnitzel fliegen zum Fenster hinaus
durch den Sonnenschein in des Gärtners Haus;
der hat seine Freude dran,
oder guckt sie gar nicht an,
oder streut sie in den Wind,
oder schenkt sie seinem Kind—
schnipsel, schnipsel, Scherchen— —
Geschichtchen vom Winde
Inhaltsverzeichnis
Wer kommt dort angeflogen?
Das ist der Wind.
Der Wind ist ungezogen,
er bläst dem Kind
unters Röckchen,
an die Söckchen,
um die Ohren, an die Nase;
solch Geblase!
Ganz zerfleddert und zerzaust
kommt Rumpumpel angesaust;
und hustet
und prustet,
22das arme Tröpfchen,
und steckt sein Köpfchen
in Mutters Schoß.
Und weißt du, warum der Wind so getollt?
Rumpumpel sollt zu Bette gehn, und hat nicht gewollt.
Anziehliedchen
Inhaltsverzeichnis
Wer strampelt im Bettchen?
versteckt sich wie 'n Dieb?
Das ist der Rumpumpel,
den haben wir lieb.
Was guckt da für 'n Näschen?
Ein Bübchen sitzt dran.
Das ist der Rumpumpel,
den ziehn wir jetzt an.
Erst wird er gewaschen,
vom Kopf bis zur Zeh;
er weint nicht, er greint nicht,
denn es tut ja nicht weh.
Schnell her mit dem Hemdchen:
da schlüpfen wir fein,
erst rechts und dann links,
in die Ärmelchen 'rein.
23Fix an noch die Strümpfchen,
fix an auch die Schuh;
kommts Händchen, schnürts Bändchen,
schon sind sie zu.
Nun Leibchen und Höschen,
ein Röckchen kommt auch;
sonst friert dem Rumpumpel
sein kleiner runder Bauch.
Das Kämmchen kämmt sachte,
aber still muß man stehn;
zuletzt noch das Kleidchen,
der Tausend, wie Schön!
Nun geht er und sagt: Guten Morgen.
Das Lämmechen
Inhaltsverzeichnis
In Wolfenbüttel wohnt ein Lamm,
das hat ganz schwarze Haare.
Meint ihr, es brauche einen Kamm?
I Gott bewahre!
Aber mein Lämmechen
braucht ein Kämmechen,
braucht ein Schwämmechen,
24läßt sich nix verdrießen;
setzt sein neues Käppechen auf,
will mal Koppkegel schießen.
Die wilden Beinchen
Inhaltsverzeichnis
Guten Morgen, ihr Beinchen!
Wie heißt ihr denn?
Ich heiße Hampel,
ich heiße Strampel;
und das ist Füßchen Übermut,
und das ist Füßchen Tunichtgut.
Übermut und Tunichtgut
gehn auf die Reise,
platsch, durch alle Sümpfe,
naß sind Schuh und Strümpfe;
guckt die Rute um die Eck—
laufen sie alle beide weg.
Der lumpichte Bu
Inhaltsverzeichnis
Ka Strümpferl im Kasten,
ka Bänderl am Schuh,
ka Knöpferl am Wams—
oh, der lumpichte Bu!
25
Tintenheinz und Plätscherlottchen
Inhaltsverzeichnis
Heini, Heini,
ach, ist Heini dumm:
stippt mit allen Fingerchen
im Tintenfaß herum.
Heini, Heini,
kleiner dummer Mohr:
stippt sich alle Fingerchen,
klecks, ins Ohr.
Und unten am Brunnen,
da steht ein Faß,
da macht sich unsre Lotte
pitschepatschenaß.
Und oben die Sonne
hat drüber gelacht
und hat unsre Lotte
wieder trocken gemacht.
Es regnet
Inhaltsverzeichnis
Es regnet, es regnet
der Kuh auf den Schwanz;
es regnet, es regnet
der Braut in den Kranz.
26Es regnet, es regnet,
die Welt ist schon naß;
hol 's Töpfchen,
fang 's Tröpfchen,
dann sag ich dir was:
Wäscht du die Nase,
bleibt sie fein grade.
Wäscht du das Mündchen,
bist du 'n lieb Kindchen.
Wäscht du aber die Augen schön,
kannst du dem lieben Herrgott seinen Himmel besehn.
Trösterchen
Inhaltsverzeichnis
Blümchen hängt das Köpfchen,
der Tau ist ihm zu schwer;
kommt der durstige Morgenwind,
trägt die Tropfen ins Meer.
Spätzchen piepst und bettelt,
das Kröpfchen ist ihm leer;
Pferdchen hat die Krippe voll,
streut Körnerchen umher.
27Kindchen weint noch immer,
Böckchen stößt so sehr.
Schenkt ihm Mutter einen Kuß:
sieh mal, nun weint's nicht mehr.
Häschen in der Grube
Inhaltsverzeichnis
(mit Benutzung des Volkspiels)
Häschen in der Grube
saß und schlief,
kam der heilge Kuckdiguck
und bracht ihm einen Brief.
Häschen, bist du müde
oder bist du krank?
Steck doch deine Läufer raus,
ob du noch hüpfen kannst.
Und was stand geschrieben
in Kuckdiguckens Brief?
"Dem Kutscher, der nicht fahren kann,
geht der Wagen schief."
Hasenspiel
Inhaltsverzeichnis
Hinter den Birken über den Rasen
huschen drei Hasen
28an uns vorbei,
Springen über Busch und Dorn,
wollen ins junggrüne Winterkorn,
hocken da,
locken sich da,
laufen kreuz,
laufen quer,
hin und her,
als gäb's in der Welt keine Schrotflinte mehr.
Warte, in der Weihnachtszeit
kommen die drei Hasen ins Haus geschneit.
Den größten verschicken wir,
den zweitgrößten spicken wir,
der kleinste kommt ins Hundehaus
und steckt hinten sein Schwänzchen raus.
Drei Bäumchen
Inhaltsverzeichnis
Jung jung drei Bäumchen
wachsen im Wiesengras,
jung jung drei Bäumchen
sagen mir was.
Das erste hat sich
so gequält,
29hat alle seine siebentausend
Blättchen gezählt.
Das zweite trägt Pfläumchen,
schlicker-schleckerfein;
hätt es deine Zähnchen,
es äße sie allein.
Das dritte, das dritte
schüttelt sich bloß:
fallen lauter Blüten
in meinen Schoß.
Sag ich schön Dank,
geh ich nach Haus,
mach ich Rumpumpeln
ein Kränzchen draus.
Schabernack
Inhaltsverzeichnis
Wenn ich in die Stube geh
und den Rumpumpel seh,
tanzen wir zwei
Ringeldireih,
lachen wir,
machen wir
30Schabernack,
Huckepack,
Kätzchen spielt den Dudelsack,
macht Rumpumpel Hottehüh
nach der alten Melodie:
Miau, miau,
dem Kater seine Frau,
dem Kater seine grisegrimme
gritzegraue Frau.
Am Abend
Inhaltsverzeichnis
Still.
Was bloß das Kätzchen will?
Es streicht um meinen Schoß herum,
das Schwänzchen hoch, den Buckel krumm,
Still—
und weißt du, was es will?
Still.
Was bloß die Glucke will?
Sie lockt und lockt die kleine Brut
zum warmen Stall und deckt sie gut,
Still—
und weißt du, was sie will?
31Still.
Was bloß Rumpumpel will?
Die Augen macht er schon ganz klein
und gähnt und will genommen sein,
still—
nun weißt du, was er will.
Gutenachtliedchen
Inhaltsverzeichnis
Leise, Peterle, leise,
der Mond geht auf die Reise;
er hat sein weißes Pferd gezäumt,
das geht so still, als ob es träumt,
leise, Peterle, leise.
Stille, Peterle, stille,
der Mond hat eine Brille;
ein graues Wölkchen schob sich vor,
das sitzt ihm grad auf Nas' und Ohr,
stille, Peterle, stille.
Träume, Peterle, träume,
der Mond guckt durch die Bäume;
ich glaube gar, nun bleibt er stehn,
um Peterle im Schlaf zu sehn—
träume, Peterle, träume.
32
Freund Husch
Inhaltsverzeichnis
(von Paula und Richard Dehmel)
Husch, husch, husch,
ich schlüpfe aus dem Busch;
ich stecke mein Laternchen an,
ich zünde uns die Sternchen an,
husch.
Husch, husch, husch,
ich putze meinen Busch.
Der Mond ist da, der Mond ist hell;
der Mond, der ist mein Spielgesell,
husch.
Husch, husch, husch,
ich schüttel meinen Busch.
Die Kinderchen sind all zur Ruh,
ich schüttel ihnen Träume zu;
die haben wir vergangne Nacht,
der Mond und ich, uns ausgedacht,
husch, husch, husch,
im Busch.
Rumpumpels Geburtstag
Inhaltsverzeichnis
Kräht der Hahn früh am Tage,
kräht laut, kräht weit:
33Guten Morgen, Rumpumpel,
dein Geburtstag ist heut!
Guckt das Eichhörnchen runter:
Wenig Zeit, wenig Zeit!
Guten Morgen, Rumpumpel,
dein Geburtstag ist heut!
Kommt das Häschen gesprungen,
macht Männchen vor Freud:
Guten Morgen, Rumpumpel,
dein Geburtstag ist heut!
Steht der Kuchen auf dem Tische,
macht sich dick, macht sich breit:
Guten Morgen, Rumpumpel,
dein Geburtstag ist heut!
Und Vater und Mutter,
alle Kinder, alle Leut
schrein: Hoch der Rumpumpel,
sein Geburtstag ist heut!
Mutters Geburtstag
Inhaltsverzeichnis
Leises Klopfen an der Türe:
Kann ich 'rein, Mama?
34Frisch gewaschen, frisch gebügelt
steht Rumpumpel da.
Rosen in beiden Händchen;
wie der Kerl sich freut!
Kommt ans Bett, sagt: Guten Morgen,
Mutti Burtstag heut.
Vater putzt die große Stube,
die ist mächtig schön.
Lauter Blumen! Und die Torte!
Komm, zu Vati gehn!
Rumpumpel tanzt
Inhaltsverzeichnis
Rumpumpel tanzt, Rumpumpel tanzt,
es blitzen seine Schuh;
der Kreisel und der Hampelmann
sehn verwundert zu.
Der Kreisel pufft den Hampelmann:
guck, Hans, was sagst du nur?
der Junge tanzt, der Junge tanzt
und sitzt an keiner Schnur.
Der Hampelmann zieht ein Gesicht
und schlenkert und sagt: puh,
auch eine Peitsche braucht er nicht,
tanzt doch so schön wie du.
35Rumpumpel tanzt, Rumpumpel tanzt,
die liebe Sonne scheint;
der Kreisel und der Hampelmann
sind sich spinnefeind.
Kreiselliedchen
Inhaltsverzeichnis
Herr Dreidel tanzt auf einem Bein
rundum, rundum,
kommt die dicke Marmelkugel,
rollt ihn um, rollt ihn um;
paß auf, Herr Dreidel!
Herr Dreidel tanzt auf einem Bein
rundum, rundum,
pfeift der Wind aus einer Ecke,
pfeift ihn um, pfeift ihn um;
steh auf, Herr Dreidel!
Herr Dreidel tanzt auf einem Bein,
peitsch di Hieb, peitsch di Hieb;
hopp hopp, wie springt das Brüderlein,
halt den Dieb, halt den Dieb,
heißa, Herr Dreidel!
Konzert
Inhaltsverzeichnis
Musik, Musik, die Flöte kommt,
Rumpumpel tut's begreifen:
36er horcht und hebt das Fingerchen,
fängt gleich an mitzupfeifen.
Musik, Musik, die Geige kommt,
die Geige tut fein klingen;
Rumpumpel hebt das Fingerchen,
fängt leise an zu singen.
Musik, Musik, der Brummbaß kommt,
ganz deutlich hört man's summen;
Rumpumpel hebt das Fingerchen,
tut wie 'ne Hummel brummen.
Das gibt ein herrliches Konzert,
ihr Kinder, kommt, ich bitte!
Drei Kirschen kost't der erste Platz,
und eine kost't die Mitte.
Hinten herum ist alles frei,
großmütig sind wir heute;
der Mohr, der Spitz, der Hampelmann
sind gar zu arme Leute.
Die ersten Höschen
Inhaltsverzeichnis
Der Schneidermeister Piekenich
ist ein geschickter Mann,
37er kommt und mißt dem Peterle
die ersten Hosen an.
Er nimmt sein Buch und Metermaß,
schreibt sich die Zahlen auf;
und wenn der Bub nicht stille steht,
kriegt er eins hinten drauf.
"Du lieber Meister Piekenich,
mach die Hosen recht schön!
Ich will ja unter den Linden
damit spazieren gehn.
Und alle kleinen Jungens
gucken nach mir hin
und sehn an meinen Höschen,
daß ich auch ein Junge bin."
Der kleine Sünder
Inhaltsverzeichnis
(von Paula und Richard Dehmel)
Gestern lief der Peter weg,
spinnefix verstohlen.
Setzt sich Mutter den Bänderhut auf:
wart, ich will dich holen.
Sausepeter,
Flausepeter,
kleiner Sünder, wo bist du?
38Hahnematz steht auf der Wiese,
"Kiek ins Grüne" kräht er;
sag mir, bunter Kikeriki, wo ist unser Peter?
Bummelpeter,
Schummelpeter,
kleiner Sünder, wo bist du?
Wie sie sich im Garten umguckt,
ist er nicht zu sehen,
bleibt sie neben dem Spargelbeet
unterm Pflaumbaum stehen.
Aber Peter,
nirgends steht er;
kleiner Sünder, wo bist du?
Hört sie etwas lachen, horch
oben aus dem Baume;
sitzt der Peter seelenvergnügt,
pflückt sich eine Pflaume.
Wirft ein Steinchen,
schwenkt die Beinchen,
wupptich—: Mutter, da bin ich!
Flutschpeter
Inhaltsverzeichnis
Flutschpeter lief nie gradeaus;
ja, und warum? Er lief
39getreulich seiner Nase nach,
und die, ja die war—schief.
Die Trommelpartie
Inhaltsverzeichnis
Rumpumpel macht 'ne Landpartie,
er trommelt: wer will mit?
Kommt das Kätzchen
Mausemätzchen,
das will mit.
Rumpumpel macht 'ne Landpartie,
er trommelt: wer will mit?
Kommt das Hündchen
Belleinstündchen,
das will mit.
Rumpumpel macht 'ne Landpartie,
er trommelt: wer will mit?
Kommt das Schweinchen
Rosenfeinchen,
das will mit.
Rumpumpel macht 'ne Landpartie,
er trommelt: wer will mit?
Kommt der Bär
40Brummesehr,
der will mit.
So geht's im Trab,
bergauf, bergab,
durch Dünn und Dick,
durch Schlamm und Schlick;
Rumpumpel schlägt die Trommel.
Das Kätzchen maut,
das Hündchen bellt,
das Schweinchen quiekt,
der Bär brummt: was 'ne dumme Welt!
Rumpumpel schlägt die Trommel.
Rumpelreim
Inhaltsverzeichnis
Ride-bide-Bummstock fing 'ne Maus,
Ride-bide-Bummstock ließ sie wieder raus;
Ride-bide-Bummstock, du bist dumm,
die Mäuse sind 'n Rackerpack, das bringt man um.
Das Karnickel
Inhaltsverzeichnis
Hans Wackelohr, Hans Wackelohr,
was bist du heut so still?
41Sieh her, ich habe Kohl für dich,
sitz doch nicht gar so feierlich!
Hans Wackelohr, Hans Wackelohr,
wie kommst du mir heut vor!
Hans Schnupperschnut, Hans Schnupperschnut,
ist dir dein Haus zu eng?
Ein Weilchen darfst du aus dem Stall,
bloß friß mir nicht die Knospen all!
Hans Schnupperschnut, Hans Schnupperschnut,
bist mir nun wieder gut?
Lektion
Inhaltsverzeichnis
Hühner, wollt ihr wohl artig sein!
hübsch langsam essen und nicht so schrein!
Müßt ihr denn immer zanken und beißen?
euch um jedes Körnchen reißen?
Pfui, dicke Henne, abscheuliches Tier,
du ißt ja für vier.
Weg! hörst du nicht? du sollst dich trollen!
Die niedlichen kleinen Küken wollen
auch mal heran an das schöne Futter.
Wenn du nicht hörst, sag ich's der Mutter;
die fängt dich ein und macht dich tot,
dann essen wir dich zum Mittagbrot.
42
Lied des Hühnchens
Inhaltsverzeichnis
Tuck—tuck—heut ist Regentag,
und ich muß mich plagen;
kratze schon acht Stunden, tuck,
und noch knurrt mein Magen.
Tuck tuck tuck, pick und schluck,
hab noch immer nicht genug.
Tuck die Enten, tuck die Enten,
Enten sind doch Narren;
gehn ins Wasser, tuck ins Wasser,
als könnte man da scharren.
Tuck tuck tuck, pick und schluck,
hab noch immer nicht genug.
Pferde, tuck tuck tuck, und Kühe
haben große Köpfe,
aber keine Kröpfe, tuck;
traurige Geschöpfe!
Tuck tuck tuck, pick und schluck,
hab noch immer nicht genug.
Tuck, wie war der Hahn galant,
suchte mir manch Krümchen;
heute geht er, tuck tuck tuck,
43mit Cochinchina-Mühmchen.
Tuck tuck tuck, pick und schluck,
hab noch immer nicht genug.
Tuck, du fetter Regenwurm,
dich muß ich noch ergattern;
schimpft nur, tuck, vor Neid, tuck tuck,
Muhmen und Gevattern!
Tuck tuck tuck, pick und schluck,
hab noch immer nicht genug.
Tuck, wär ich doch endlich satt,
tuck, das wär ein Segen;
muß Rumpumpeln, tuck tuck tuck,
sein Frühstücks-Ei noch legen.
Tuck tuck tuck, pick und schluck,
ach, wann hat man wohl genug?
So sieht unsre Wirtschaft aus
Inhaltsverzeichnis
Unser Müller hat ein Mühlenhaus,
mi-ma-Mühlenhaus,
kommt Korn hinein und Mehl heraus,
mi-ma-Mehl heraus;
Mühlenhaus, Mehl heraus,
so sieht unsre Wirtschaft aus.
44Unser Bäcker, der backt weiße Wecken,
wi-wa-weiße Wecken,
und braunes Brot und Streußelschnecken,
stri-stra-Streußelschnecken;
weiße Wecken, Streußelschnecken,
Mühlenhaus, Mehl heraus,
so sieht unsre Wirtschaft aus.
Unser Schlächter schlacht't ein feistes Schwein,
fi-fa-feistes Schwein,
und pökelt Wurst und Schinken ein,
schi-scha-Schinken ein;
feistes Schwein, Schinken ein,
weiße Wecken, Streußelschnecken,
Mühlenhaus, Mehl heraus,
so sieht unsre Wirtschaft aus.
Unsre Mutter hat 'ne bunte Kuh,
bi-ba-bunte Kuh,
die gibt uns Milch und Butter dazu,
bi-ba-Butter dazu;
bunte Kuh, Butter dazu,
feistes Schwein, Schinken ein,
weiße Wecken, Streußelschnecken,
Mühlenhaus, Mehl heraus,
so sieht unsre Wirtschaft aus.
45Unsre Henne macht ein laut Geschrei,
li-la-laut Geschrei,
und legt dabei ein frisches Ei,
fri-fra-frisches Ei;
frisches Ei, laut Geschrei,
bunte Kuh, Butter dazu,
feistes Schwein, Schinken ein,
weiße Wecken, Streußelschnecken,
Mühlenhaus, Mehl heraus,
so sieht unsre Wirtschaft aus. [Transkriptions-Notiz: Fehlendes aus hinzugefügt.]
Rumpumpel ist ein kluges Kind,
kli-kla-kluges Kind,
das fragt nicht viel und ißt geschwind,
i-a-ißt geschwind;
kluges Kind, ißt geschwind,
frisches Ei, laut Geschrei,
bunte Kuh, Butter dazu,
feistes Schwein, Schinken ein,
weiße Wecken, Streußelschnecken,
Mühlenhaus, Mehl heraus,
so sieht unsre Wirtschaft aus.
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