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Impressum:
Die Pure Lust in dir | 10 Erotische Geschichten
von Millicent Light
1972 geboren, hatte Millicent Light schon immer Liebesgeschichten im Kopf. Dass sie irgendwann begann, diese aufzuschreiben, hat sie ihren Kindern zu verdanken, die ihr immer wieder Mut machten und sie darin bestärkten. Später entstanden dann aus einem vergangenen Briefwechsel die ersten erotischen Kurzgeschichten. Zur Teilnahme an einer Ausschreibung gedrängt, kam es tatsächlich zur Veröffentlichung einer ihrer Geschichten in einer Anthologie. Von da an war kein Halten mehr. Sie erzählt locker und leicht von der wohl schönsten Nebensache der Welt. Millicent ist verheiratet und lebt mit ihrer Familie und mehreren Hunden in Thüringen.
Lektorat: Melanie Reichert / www.buchstabenwirbel.de
Originalausgabe
© 2018 by blue panther books, Hamburg
All rights reserved
Cover: © Tverdokhlib @ bigstockphoto.com © Alex Staroseltsev @ bigstockphoto.com
Umschlaggestaltung: MT Design
ISBN 9783862777501
www.blue-panther-books.de
Alles nur eine Frage der Kunst
Henriette, von allen nur Henny gerufen, stand vor ihrem hohen Wandspiegel im Schlafzimmer und betrachtete ihren schlanken, wohl geformten Körper. Wiegend bewegte sie ihr Becken langsam hin und her und verfolgte den Schwung des neuen tiefroten Kleides. Hauteng lag es bis über die Hüften an. Dann öffnete es sich leicht glockenförmig und bei ihren sanften Bewegungen umschmeichelte es perfekt ihre schlanken langen Beine.
Sie hatte es sich verdient. Die vielen Überstunden hatten sich ausgezahlt. Der Extrabonus auf ihrem Konto war eine kleine aber feine Belohnung gewesen. Das neue Kleid hatte einfach sein müssen.
Ihre Freundin Sammy hatte sie dann anschließend zu einem Galeriebesuch überredet und da das Kleid auch noch um einige Euro heruntergesetzt gewesen war – ein Hoch auf den Sommerschlussverkauf –, blieb für die heutige Ausstellung noch einiges an Geld übrig.
Auf einen schönen Abend. Sie freute sich wie wahnsinnig darauf. Wie lange hatte sie sich schon nichts mehr gegönnt? Pünktlich um neunzehn Uhr klingelte Sammy an der Haustür.
»Hey, bist du bereit?«
»Ich denke schon. Kommst du noch hoch?«
»Nein, komm runter, los. Ich warte im Taxi!« Henny wollte noch etwas erwidern, aber da war schon der hohle Ton der Gegensprechanlage zu hören. Sie verdrehte die Augen. Sammy war immer so hektisch. Ein Glas Sekt vorher hätte sie beide sicherlich ein wenig auf diesen Abend eingestimmt. Aber nein, Miss Hektisch war wieder in ihrem Element. So schnappte sie sich ihre Stola und machte sich auf den Weg nach unten.
»Na, du Verrückte!«, begrüßte Henny ihre Freundin und Arbeitskollegin, während sie das Taxi bestieg.
»Wieso? Nur weil ich gerne pünktlich bin? Weißt du, wie das bei einer Ausstellung abläuft?« Erwartungsvoll schaute Sammy sie an. »Nein?«
»Nein«, musste Henny eingestehen.
»Siehste, deshalb gehen wir gleich zu Beginn hin, um nichts zu verpassen. Ich habe Bea versprochen, ihr alles haarklein zu erzählen. Da kann ich nicht die Hälfte versäumen.« Sammy versuchte anscheinend, bei Henny auf Verständnis zu stoßen.
»Ich habe nur gedacht, wir trinken noch ein Glas Sekt zusammen. Um in Stimmung zu kommen. Werde nicht theatralisch. Als ob du schon mal wirklich pünktlich warst.«
»Hin und wieder kommt auch das vor.« Pikiert schaute sie zum Seitenfenster hinaus.
»Warum konnte Bea nicht mitkommen? Du hattest doch drei Karten gehabt?«
»Bea hat Bereitschaft aufgebrummt bekommen.« Das hörte sich sehr missmutig an. Bea, Sammy und Henny waren die dicksten Freundinnen, seit sie ihre Krankenschwesterausbildung begonnen hatten. Gegenseitig hatten sie sich durch die theoretischen und praktischen Prüfungen gepeitscht. Leid und gute Zeiten zusammen durchlebt. Und durch einen dummen, oder eher glücklichen, Zufall hatten sie alle im gleichen Krankenhaus anfangen können zu arbeiten. Sie gingen durch dick und dünn. Mittlerweile hatten sie die Mitte der Zwanziger hinter sich gelassen und genossen ihr Singledasein. Nur eine WG hatten sie nicht gründen wollen. Dafür war jeder ihre Privatsphäre, aber vor allem ihr Liebesleben, doch zu privat.
»Das ist verdammt ärgerlich, aber du kennst das ja ... Grippewelle, leider nicht zu ändern.« Henny war schon immer die Pragmatischere gewesen. Sammy musste ihrer Freundin zu ihrem Leidwesen recht geben. Sie alle drei waren mit Leib und Seele Krankenschwestern, jede mit einer anderen Fachrichtung, aber leider auch mit Bereitschaftsdienst. Und ausgerechnet Bea hatte es dieses Wochenende getroffen.
»Ja, ich weiß doch, aber wir drei haben seit einer Ewigkeit nichts mehr zusammen unternommen. Wir hatten uns doch so darauf gefreut.« Sammy schien sich in schlechter Laune baden zu wollen.
»Ach, komm, wir haben uns so aufgebrezelt, jetzt lass es uns auch genießen«, kumpelhaft stupste sie Sammy in die Seite. »Und Bea erzählen wir es dann bei einem Brunch am Montag. Wie hast du Dienst?«
»Hm ... Ich glaube, ich gehe ab Montag in den Spätdienst. Da könnte das passen.«
Keine zehn Minuten später hielt das Taxi vor einer kleinen Galerie, große raumhohe Fenster gewährten einen Blick in hellerleuchtete Räume. In den Räumlichkeiten standen an mehreren Hochtischen schon etliche, extravagant gekleidete Menschen. Die Männer waren stilgerecht in dunkle Anzüge gehüllt und einige Damen trugen mit Pailletten durchwirkte Kleider. Was einigen mehr oder weniger stand. Sammy berührte Henny mit dem Arm und deutete auf die Leute.
»Kunstliebhaber«, bedeutungsvoll nickte sie in deren Richtung.
»Aaah, Kunst-lieb-haber?« Henny musste diese Worte unbedingt einzeln betonen. Sie machten sich gern einen Spaß daraus, Wortspiele zu benutzen, die nicht alle mochten.
»Das hast du gesagt ...« Sammy zuckte verschwörerisch mit den Schultern.
»Dann komm, schauen wir uns das mal an. Und sehen, was der Abend so bringt.« Der Taxifahrer hielt ihnen die Tür auf. Beide stiegen elegant aus dem Fahrzeug.
Zusammen gingen sie auf den Eingang zu, zeigten ihre Eintrittskarten vor und wurden von einer sehr sexy gekleideten Frau mit einem Glas Champagner empfangen.
»Guten Abend, die Damen. Wir, die Inhaber der Galerie L´amour, wünschen einen schönen Aufenthalt und intensive Genüsse.« Etwas anzüglich musste Henny grinsen. Hatte sie nicht denselben aufreizenden Gedanken vor der Tür gehabt?
»Danke, wir hoffen, uns zu amüsieren.« Beide nahmen die Gläser in Empfang und schlenderten tiefer in die Räumlichkeiten hinein.
»Denkst du das Gleiche wie ich?« Sammy schaute sich in der stetig dichter werdenden Menge um.
»Du meinst, den Mangel an interessanter Männlichkeit?« Ein wenig enttäuscht blickte sie Henny an.
»Mensch, wir sind wegen der Kunst hier.« Sie berührte deren Arm und deutete auf die Exponate.
»Was ist schon Kunst ...«
»Das, was hier ausgestellt ist?«
»Ach, na ja, ich denke, das liegt im Auge des Betrachters. Diese Gemälde sind eindeutig zu zweideutig.« Jetzt war es an Sammy, die Augen zu verdrehen. Ihr war deutlich anzusehen, was sie von Hennys prüder Aussage hielt.
»Hast du schon mein neues Kleid bewundert?« Um sie vom Thema abzulenken, schwang Henny leicht mit den Hüften und lief ein Stück von Sammy weg.
»Wow, du siehst wirklich heiß darin aus. Es wäre eine Sünde gewesen, wenn du es nicht gekauft hättest.« Unverhohlene Bewunderung sprach aus ihren Worten, dabei grinste sie. Sammy hatte den Wink verstanden.
»Danke, das finde ich auch.« Geschmeidig ließ sie ihre Hand über ihre Taille und Hüfte gleiten. »Es ist ein Wahnsinnsgefühl auf der Haut. Der Stoff ist einfach der Hammer.« Henny grinste frech zurück.
»Dann Prost auf den Kauf!« Sammy hob ihr Glas und stieß es sacht an Hennys. Das leise Klirren und die kleinen, wild aufsteigenden Sprudelperlen lenkten ihre Aufmerksamkeit auf das Getränk. Fasziniert beobachteten sie es kurz, bevor sie beide einen Schluck nahmen.
Henny genoss das sanfte Prickeln in ihrem Mund. Der überaus süßliche Geschmack hinterließ ein Verlangen nach mehr.
»Wollen wir ein bisschen rumlaufen?« Henny brauchte Bewegung, außerdem wollten sie sich doch die Kunstwerke anschauen. Die nackten makellosen Körper, die verschlungen in lasziven Posen auf die Leinwände gebannt worden waren, lösten eine innere, sinnliche Unruhe in ihr aus.
Sie fühlte sich zu den Bildern magisch hingezogen. Die Körper waren weder anzüglich noch pervers abgebildet. Nein. Sehr erotisch. Sehr stimulierend. Sehr animierend.
»Lass uns die Bilder anschauen.« Brummelnd nickte Sammy ihr zu. Sie war von den Kunstwerken nicht so angetan. Heute offenbar nicht. Normalerweise würde sie sich hier wohlfühlen, aber die lange Woche hatte auch bei ihr Spuren hinterlassen. Hoffentlich bekam sie nicht auch noch die Grippe. Sie beließ es bei dem Champagner und der Betrachtung der Betrachter.
»Wenn es sein muss.«
»Komm schon, wenigstens zwei der vier Räume.«
»Aber wenn wir dann nichts finden – du weißt, was ich meine –, gehen wir. Nehmen ein Taxi und fahren in unsere Lieblingsbar.« Entsetzt blieb Henny stehen.
»In Das Loch? Sicher nicht! Nicht in diesem Aufzug!« Sie schaute an sich hinab. »Das wäre reine Verschwendung!«
»Na gut, da könntest du recht haben. Dann halt ins Waikaaki.«
»Okay, abgemacht. Da könnte das Ambiente für unsere Aufmachung stimmen.«
»Los jetzt. Komm schon!« Dieses Mal war es Henny, die Sammy zum Vorangehen drängte.
Sie hatten den ersten Ausstellungsraum durchquert, sich die erotisch-sinnlichen Bilder angesehen und das ein oder andere Mal leise ein Hach von sich gegeben. Im angrenzenden Raum kamen Plastiken dazu. Die dargestellten Figuren erinnerten sehr an vergangene Zeiten, an griechische Gottheiten, die mit nackten Körpern ihr Dasein genossen hatten.
Vielleicht lag es an den Lichtverhältnissen, vielleicht an dem sehr guten Champagner oder an dem neuen Kleid. Auf alle Fälle begannen sich in Henny merkwürdige Gelüste aufzutun. Ihr wurde warm. Nein. Eigentlich schon eher heiß. Sie fühlte sich von der gesamten Atmosphäre aufgeheizt und angeregt.
Hier standen an jeder Wand junge, dynamische Körper, die sich ihrer Schönheit bewusst waren und sie gerne zeigte. Runde Frauengesäße, straffe Brüste, aufgerichtete Nippel. Wohl gerundete Schenkel, zarte Schultern und anmutige Gesichter, die einen Hauch von innerer Zufriedenheit ausstrahlten. In der Mitte waren Paare aufgestellt, die sich sanft aneinanderschmiegten, sich umschlangen, lustvolle Küsse tauschten.
»Sammy, mir ist warm, ich brauche frische Luft!« Theatralisch fächelte sie sich mit der Hand eine frische Brise zu.
»Komm schon, so heiß sind die Bilder auch nicht. Oder die Figuren. Mein Gott, die habe ich im historischen Museum schon freizügiger gesehen«, spöttelte Sammy. Leise kicherte Henny, jetzt bewegte sie ihre Arme fachmännisch und beschrieb das Kunstwerk.
»Du nun wieder ... Ich finde sie ansprechend. Schon sehr erotisch. Auf eine sinnliche Art und Weise.«
»Hm, wenn man auf so etwas steht. Ich bin nicht so für Blümchen...«
»Wer sagt denn, dass das Blümchensex ist? Es ist sehr ästhetisch.«
»Und da sind wir wieder beim Thema. Kunst liegt im Auge oder zwischen den Beinen des Betrachters.« Ein demonstratives Schnauben unterstrich ihre Aussage.
»Danke, du bist ja heute wieder direkt.« Damit drehte sich Henny von Sammy weg und lenkte ihren Blick wieder auf eine der Figuren, die sich mitten im Raum anmutig auf einem Stuhl räkelte.
»Guten Abend.« Die sonore männliche Stimme kam für beide Frauen sehr unerwartet. Leicht zuckten sie zusammen, drehten sich dem Sprecher dann aber entgegen. »Verzeihung. Ich wollte Sie nicht erschrecken. Dennoch konnte ich nicht umgehen, Ihre Diskussion zu verfolgen.«
Verlegen sahen sich Sammy und Henny an.
»Guten Abend. Es tut mir leid, ich hoffe, wir waren nicht zu aufdringlich. Oder zu laut. Manchmal haben wir sehr unterschiedliche Ansichten«, sie schaute zu Sammy hinüber und zwinkerte ihr zu, »was Kunst betrifft.«
»Das ist verständlich. Jeder Mensch sollte seine eigene Meinung haben, das kommt leider zu selten vor.« Etwas verwundert blickten die zwei Frauen den wirklich sehr attraktiven Mann ihnen gegenüber an. Groß gewachsen, trainiert, wunderbar breite Schultern. Der dunkle Anzug war ihm auf den Leib geschneidert worden. Henny musste kurz schlucken, ein Abbild der Skulptur stand vor ihnen. Ein kantiges Gesicht, eine schmale, gerade Nase und die männlich-markanten Lippen waren schon sehr beeindruckend, was sie aber völlig aus der Bahn geworfen hatte, waren seine Augen. Eng zusammenstehend und stahlgrau leuchtend unter tiefen Augenbrauen, schauten sie sie durchdringend an. »Entschuldigung, die Damen, das ist für diese Umgebung nicht der richtige Gesprächsstoff.«
Sammy ergriff die Chance, die sich hier gerade geboten hatte, sich ein wenig alleine umzuschauen, um ihre Möglichkeiten auszutesten. Sich von Henny zu trennen, war dabei manchmal hilfreich.
»Sie entschuldigen mich, ich müsste mal ...«, sie schien zu überlegen. »Ich gehe mir kurz die Nase pudern.« Hennys Gesichtsausdruck konnte man nur als verblüfft beschreiben.
»Ich bin gleich wieder da.« Gesagt, getan, Sammy bewegte sich in aufreizender Geschwindigkeit in Richtung des Kellners. Ha, von wegen, Nase pudern. Sie wollte Henny einfach nur ihrem Schicksal überlassen. Ein kleines, süffisantes Lächeln huschte über ihr Gesicht. Im Geheimen wünschte sie ihr einen erfolgreichen Abend.
»Es tut mir leid, habe ich jetzt ihre Freundin vergrault?« Die Stimme des Fremden erinnerte sie wieder an seine Gegenwart. Mit einem freundlichen und offenen Lächeln drehte sie sich ganz zu ihm.
»Oh, nein, ich muss mich entschuldigen. Wir haben uns gerade völlig kindisch über unsere Ansichten zum Thema Kunst gestritten und jetzt schmollt sie. Ich hoffe, wir erscheinen Ihnen nicht zu albern.«
»Nein, auf keinen Fall.« Er schaute sich im Raum um und zeigte auf eine Figurenplastik, die nah am Eingang zum nächsten und schummrigsten Raum stand.
»Darf ich Ihnen diese Skulptur zeigen? Sie schienen an den Plastiken sehr interessiert.« Er reichte ihr seinen Arm, sehr vornehm, wie sie fand, Henny legte ihre Hand in seine Beuge und begleitete ihn zu dem Exponat.
»Kennen Sie den Künstler?«, fragte er unvermittelt.
»Nein, leider nicht. Wir haben die Karten gewonnen. Eigentlich meine Freundin Sammy. Und da wir heute beide frei hatten, haben wir die Chance genutzt. Um ehrlich zu sein, wir wussten nicht einmal, was uns hier erwarten wird.« Reumütig schaute Henny von einem Gemälde zum anderen. »Ich hätte mich wirklich informieren sollen.« Ein leichter Schauer durchlief ihren Körper. Zittrig holte sie tief Luft. Sie musste daran denken, wie sie selbst vorhin noch vor dem Spiegel in ihrem Schlafzimmer posiert hatte. Das ein oder andere Gemälde zeigte fast die gleichen sinnlichen Stimmungen.
»Ist Ihnen kalt?« Der Mann neben ihr schien sie genau beobachtet zu haben.
»Nein, ganz bestimmt nicht. Fast schon ein wenig zu warm.« Mit der Hand, die bisher auf seinem Arm gelegen hatte, fächelte sie sich leicht Luft zu.
»Möchten Sie noch ein Glas Champagner?«
»Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee wäre ...« Unschlüssig betrachtete sie die Figur vor sich. Die Mischung aus dieser erotisch flirrenden Luft und dem prickelnden Getränk wirkten auf sie wie ein Aphrodisiakum. Und er schien es zu wissen.
Er winkte einem Kellner, der brachte prompt ein neues Glas mit der für sie so gefährlich perlenden Flüssigkeit.
In ihrem Inneren kribbelte es schon seit geraumer Zeit. Eigentlich benötigte sie keinen weiteren Drink, aber sie brauchte auch etwas zum Festhalten. Durch die Nähe des Unbekannten wurde das Kribbeln nicht besser. Ihre Hand konnte unter dem Stoff einen starken Arm spüren. Feste Muskeln, sehnige Stränge, die unter dem Jackenärmel verliefen.
Und seine Augen. Wow. Sogar in der diffusen Beleuchtung stachen sie intensiv hervor. Stahlgraue Augen. Mit kleinen gelben Sprenkeln. Wieso wirkten diese Augen so betörend auf sie? Wieder lief ein kleiner Schauer ihren Körper entlang. Wo sollte das hier hinführen?
»Sie scheinen doch zu frösteln.«
»Offensichtlich ...«
»Wollen wir uns die Figur anschauen?«
»Meine Freundin wird mich vermissen.«
»Bis sie sich wieder an Sie erinnert, sind wir in den anderen Räumen angelangt.« In ihr machte sich eine leichte Unsicherheit breit, weil sie nicht wusste, worauf sie sich eingelassen hatte. Zaghaft folgte sie dem Unbekannten in Richtung der letzten Plastik. Der Raum wurde bewusst in einem rötlich-dämmrigen Licht gehalten. In der Mitte befand sich nur eine lebensgroße Skulptur. An den Wänden hingen raumhohe Spiegel, so, dass man das Gefühl hatte, von mehreren sich windenden und liebenden Paaren umgeben zu sein. Von jeder Position im Raum aus wurde man in deren Liebesspiel involviert. Die Stimmung in diesem Zimmer war aufs Höchste stimulierend. Sie hatte ihren Begleiter losgelassen, ihr Champagnerkelch zitterte leicht in ihrer Hand. Die andere hatte sie auf ihr Dekolleté gelegt.
»Was sehen Sie in diesem Kunstwerk?« Dicht an ihrem Ohr hörte sie seine tiefe, raue Stimme. Seine Hand berührte leicht ihre Hüfte. Durch den dünnen Stoff fühlte es sich an, als würde sie direkt auf ihrer Haut liegen. Henny konnte nur verstört Luft holen. Sie wagte kaum, sich zu bewegen.
Sie betrachtete die Bronzefiguren vor sich. Eine nackte und sehr schöne Frau lag auf den Armen abgestützt, seitlich auf dem Boden. Ihre Hüfte ragte hoch in die Luft, die Beine weit gespreizt, öffnete sie sich ihrem Liebhaber. Ihre Scham war vollkommen rasiert dargestellt. Kein Härchen umspielte ihre Spalte. Ihr Partner kniete über ihr, stützte ihr in die Luft ragendes Bein und sein langer, großer, wohl geformter Penis drang in ihre Körperöffnung ein.
So viel Sinnlichkeit.
In dem Gesicht der Frau war die Wollust deutlich zu erkennen, der Mund leicht geöffnet, die Augen geschlossen, der Kopf in Richtung ihres Liebhabers gedreht. Der Mann schien in der Mimik der Frau zu lesen. Seine Augen waren offen und der Blick direkt in ihr Gesicht gerichtet. Er labte sich an ihrer Leidenschaft.
Hennys Atem ging stoßweise. Sie konnte die Feuchtigkeit zwischen ihren Schenkel spüren. Sie war erregt. Der ganze Abend war eine anregende und kribbelnde Erfahrung.
Ihr Begleiter, der seine Hand immer noch auf ihrer Hüfte liegen hatte, begann, diese zu bewegen. Langsame, kleine Bewegungen, erst auf dem Hüftknochen und dann über die Taille hinauf zu den letzten Rippenbögen.
Gerade wünschte sich Henny nichts mehr, als diese Frau in der Plastik zu sein.
Sie wandte langsam ihren Blick von den Figuren zu der Wand dahinter. Im Spiegel konnte sie deutlich den großen, dunkelhaarigen Mann sehen, der dicht an sie gedrängt jetzt halb hinter ihr stand. Sie verfolgte mit den Augen seine Hand. Ihr waren seine Berührungen absolut nicht unangenehm. Sie fühlte sich nur noch erregter. Der sanfte Druck, der von seinen Fingern ausging, hinterließ Brandmale auf ihrer Haut. Die Reibung des feinen Stoffes überreizte an diesen Stellen ihren Körper. Ganz langsam wurden ihre Knie butterweich. Wie in Zeitlupe lehnte sie sich an seine breite Brust. Hielt den Blick aber weiterhin über den Spiegel auf ihn gerichtet.
Sie beobachtete, wie er den Kopf senkte und seine Lippen ihre Halsbeuge berührten. Es zu sehen und gleichzeitig zu erleben, ließ sie ihren Atem scharf durch die Nase ziehen.
In diesem Moment bereute sie es auch nicht, ihre Haare hochgesteckt und dieses sündhaft enge Kleid angezogen zu haben.
Sie wollte, dass er sie berührte. Sie musste ihn spüren. Dieser Abend war wie geschaffen dafür.
Seine Finger waren auf seiner Entdeckungsreise weiter nach oben gewandert. Mit dem Daumen berührte er die Unterseite ihrer Brust. Strich in kleinen, kreisenden Bewegungen darüber. Sein Mund wanderte indessen zwischen ihrem Ohrläppchen und ihrer Schulter hin und her. Diese sündhaften Lippen drückten kleine Küsse darauf und seine Zunge zeichnete winzige Tupfen dazu. Wenn er den Mund von ihrer Haut nahm, konnte sie seinen heißen Atem wahrnehmen, der über die feuchte Stelle strich und dort eine klitzekleine Gänsehaut entstehen ließ.
»Gehört das auch zur Ausstellung?« Ihre Stimme hörte sich piepsig an.
»Das, meine unbekannte Schönheit, gehört zur Sonderführung.« Das schon vorher sehr raue, markante Timbre, war nun um einiges dunkler und rauchiger.
Henny ging es durch Mark und Bein. Wäre sie nicht zuvor schon aufs Höchste erregt gewesen. Sie wäre bei diesem Klang sofort schwach geworden.
»Ist das die VIP-Behandlung, die auf der Karte ausgepriesen wurde? Oder bekommen das nur auserwählte Gäste?« Der sinnliche Ton in ihrer Stimme überraschte sie.
»Die ist für dich gratis, du bekommst mehr, als du erwartest. Das verspreche ich dir.« Mit diesen Worten drehte er sie zu sich herum und gab ihr den ersten Kuss an diesem Abend.
Henny war schon des Öfteren geküsst worden. Sie war bei Leibe auch keine Jungfrau mehr. Aber dieser Kuss, wow, der hatte es in sich. Es war kein wildes Herumstochern mit der Zunge. Nein. Es war mehr ein erotischer Tanz, spielerisch animierte er sie dazu, sich ihm zu öffnen, sich an ihn zu schmiegen und seine Liebkosungen zu erwidern.
Seine Hände lagen auf ihrem Po und drückten sie ungeniert an seine stark erigierte Männlichkeit. Wie durch einen Schleier drangen die Geräusche der Galeriebesucher zu ihnen durch. Ruckartig und ein wenig verlegen löste sich Henny von ihm. Trat einen kleinen Schritt zurück und schwankte vor innerer Aufruhr.
Er hielt ihr seine große Hand hin und dankbar nahm sie sie an. Ein fataler Fehler. Der Fremde zog sie wieder an sich heran und flüsterte ihr ins Ohr: »Die Ausstellung geht hinter der Tür weiter. Interesse?«
Einen kleinen Augenblick blieb Henny der Atem weg. Was bot er ihr hier an? Wo sollte das enden? Allerdings konnte sie kaum noch stehen, ihr Tanga war durchnässt und ihr Bauch kribbelte wie verrückt.
»Zeig es mir.« Kurz überrascht von ihrer eigenen Courage, nahm sie sein Angebot an.
»Dann komm.« Er löste sich von ihr, nahm erneut ihre Hand und zusammen gingen sie hinter der Figur vorbei zu einem Vorhang, den sie bis eben noch nicht wahrgenommen hatte. Galant hob er die Falten zur Seite und lief mit ihr über einen Flur, von dem links und rechts Türen abgingen. Während er sie weiterführte, hatte er seinen Arm um ihre Taille gelegt und zog sie an sich heran.
Am Ende des Korridors öffnete er eine Tür und sie traten in ein Büro mit einem sehr großen, wuchtigen Schreibtisch, vielen Bücherregalen und einer breiten Ledercouch.
Langsam ging Henny in das Zimmer, ließ für einen Moment die Atmosphäre auf sich wirken. Hier war ein Mann Herrscher dieses Reichs. Feste, dominante Formen, wenig Klimbim. Und das dunkle Holz verlieh Würde. Sie konnte sich ihren Unbekannten gut und gerne hier vorstellen. Vielleicht war er ja sogar der Inhaber der Galerie.
Henny drehte sich zu ihm, um ihn dabei zu beobachten, wie er sich aus seinem Jackett schälte. Sie immer im Blick behaltend, öffnete er die ersten Knöpfe seines Hemdes. Henny war fasziniert.
»Weiter«, war alles, was sie hervorbrachte. Ihr Hals war wie zugeschnürt vor lauter Erregung.
Lasziv hob er eine Augenbraue.
»Gleichzeitig«, hörte sie ihn flüstern. Sie konnte ein Schmunzeln nicht unterdrücken.
»Geht nicht.« Verwirrt schaute er sie starr an. Ein Warum stand deutlich in sein Gesicht geschrieben.
»Hast du es dir anders überlegt? Dann geh besser jetzt. Denn ich glaube nicht, dass ich nachher ein Nein noch akzeptiere.« Seine heisere Stimme klang zudem etwas ungeduldig.
»Sollte ich es mir lieber anders überlegen?«
»Nein.«
»Gut, aber ich habe keine Knöpfe ...« Ihr freches Grinsen wurde mit einem erleichterten Seufzen quittiert und sofort war er bei ihr, legte eine Hand auf ihre Mitte und umfasste mit der anderen ihren Hinterkopf.
Wieder wurde sie, fast bis zu Besinnungslosigkeit, geküsst. Sein Mund eroberte den ihren, seine Zunge und ihre waren eins. Gleichzeitig bewegte er seine Hände über ihren Körper, öffnete den Reißverschluss auf ihrem Rücken und ließ das Kleid langsam und andächtig nach unten gleiten.
»So geht es natürlich schneller.« Bewundernd betrachtete er ihren Körper. Sie trug unter ihrem Kleid keinen BH, ihre Brüste waren klein, prall und bedurften nicht unbedingt Halt. Sie konnte ihn getrost weglassen. Ihre Brustspitzen standen vor Erregung von ihrem Körper ab. Wohl gerundete, kleine Brüste, die vollkommen in seinen großen Händen verschwanden. Die Nippel nahm er zwischen die Finger und presste sie zusammen. Ein Stöhnen entfloh Hennys Lippen.
Bis auf den kleinen roten Stringtanga, der so toll zu der Farbe des Kleides passte, stand sie splitterfasernackt vor ihm. Und sie fühlte sich keinen Moment unbehaglich. Sie wusste, dass sie eine beneidenswert gute Figur hatte und deshalb zeigte sie diese auch gern.
Seinen gierigen, vor Leidenschaft dunklen Augen ausgeliefert zu sein, steigerte ihre Erregung ins Unermessliche. Sie mochte es, angeschaut zu werden.
Ihr schon donnernder Puls brachte ihr Blut dazu, noch schneller, noch heißer durch ihren Körper zu fließen. Sie standen sich gegenüber. Sein Blick verbrannte sie. Henny war willenlos.
Er drängte sie zu dem Schreibtisch. Ging mit ihr auf die Seite, auf der der Stuhl stand, und deutete ihr an, sich auf den Tisch zu setzen.
Henny kam sich überaus verrucht vor. Sie ließ alle Hemmungen fallen und setzte sich auf den großen, breiten Schreibtisch. Leicht beugte sie sich nach hinten, stützte sich auf ihren Unterarmen ab und öffnete für ihn ihre Schenkel. Fast genauso weit wie die sich liebenden Figuren im Ausstellungsraum.
Der Unbekannte genoss den Anblick offenbar. Ihre weit gespreizten Oberschenkel luden ihn ein, sie zu erkunden. Sie ergab sich ihm in ihrer Leidenschaft völlig.
Auf so einen genialen Abschluss hatte sie gehofft. Und dieser umwerfend gut aussehende Mann würde ihn mit ihr feiern.
Seine Wollust konnte Henny in seinen Augen erkennen. Er schien nicht anders zu können. Sie beobachtete, wie er sich in den Sessel vor den Tisch setzte. Sie schauten sich dabei die ganze Zeit in die Augen und Henny sah, wie er ihre feucht glänzende Spalte berührte. Sie war rasiert, nackt, triefend vor Erregung. Als er vorsichtig ihre feuchten Lippen teilte, den Finger auf und ab bewegte, konnte sie nur ein Luftschnappen von sich geben und ein tiefes Stöhnen.
Aufgeregt bewegte sie ihre Hüften. Er spielte schon zu lange mit ihr. Sie war bereit für ihn. Mehr als bereit. Vorsichtig zog er ihr den feuchten String ganz zur Seite, leckte über den Stoff, atmete ihre Leidenschaft ein. Länger konnte er ihrem Angebot nicht widerstehen, denn er senkte seinen Mund auf ihre zitternden Lippen, erkundete jede ihrer Falten und umspielte den festen kleinen Knubbel mit der Zunge. Unter seinen Berührungen wurde er fester und extrem empfindlich. Mit seinen Lippen zog er sacht an ihm, mit den Zähnen lockte er ihn aus der Reserve. Immer wieder bäumte sie sich ihm entgegen.
Bei jedem seiner Küsse zuckte sie vor Wonne zusammen und presste ihr Becken fest an seinen Mund. Als seine Zunge ihre verborgene Öffnung fand, spürte sie, wie er rhythmisch in sie eindrang. Ihr Kopf kippte nach hinten, legte ihren Hals frei und aus ihrem Mund drangen leise Geräusche, die sich sehr nach einem Wimmern anhörten.
»Bitte ...« Henny wusste nicht, wie sie ihn dazu bringen sollte, sich in ihr zu versenken. Sie wollte ihn ganz. Ihre Toleranzgrenze war erreicht, sie strebte nach dem höchsten Gipfel ihrer Lust. »Bitte, ich will dich in mir«, krächzte sie diese Worte abgehackt heraus.
Er leckte ausgiebig weiter über ihre Spalte. Nahm ihren Saft auf, inhalierte ihren Duft.
»Gleich«, brachte er zwischen zwei Lecksalven hervor.
Weiter versenkte er seine Zunge in ihr. Seine Nase rieb über ihren Kitzler und sie konnte nicht anders. Henny kam zu ihrem ersten Orgasmus. Sie konnte nur noch schluchzen, ihr Becken zuckte im Rhythmus des Zusammenziehens der Muskeln.
Nur am Rand ihrer körperlichen Mattheit nahm sie wahr, wie er sich seiner restlichen Kleidung entledigte. Endlich war er wie sie nackt. Sein Penis stand prall und voll von seinem Körper ab. Sie war heiß auf ihn. Sie war feucht, sie war bereit. Sein Schamhaar war kurz und in Form rasiert. Ihr Blick glitt über seinen festen modellierten Bauch nach oben. Brust- und Bauchhaar war entfernt worden. Was seine Muskeln noch besser zum Vorschein brachten. Sehr zu ihrer Freude, genoss er es, wie intensiv sie ihn betrachtete.
»Gefällt dir, was du siehst?«
Und genau einen Moment später drang er mit seinem Glied nur Millimeter in sie ein und verharrte in der Bewegung.
»Hör auf, zu spielen!« Sie wollte ihn so tief wie möglich in sich spüren. Doch er hielt sich zurück. Sie konnte sehen, dass er sich an der obersten Schublade des Schreibtisches zu schaffen machte. Eine Sekunde danach hielt er ein kleines silberfarbenes Päckchen in der Hand.
Seine stahlgrauen Augen schauten auf sie herab. Sie nickte zustimmend und bewunderte ihn noch mehr. Sehr gekonnt öffnete er das Teil und schob sich den Gummi langsam und bedächtig über seinen Penis. Dann zwinkerte er ihr verrucht zu.
»Das gehört zur VIP-Behandlung.« Heiser und voller Lust klang seine Stimme. Seine Hände umfassten ihre Hüften und dann stieß er endlich in sie. Zog ihn heraus und rammte ihn wieder hinein.
Urtümlich, animalisch, erregend.
»Oh ja ...« Sie konnte nur schwach antworten. In ihr baute sich wieder diese köstliche Spannung auf. Sie kroch vom Knie die Oberschenkel hinauf und vom Bauchnabel hinab zu ihrem Innersten. Es war einfach nur herrlich.
»Stellungswechsel«, kündigte er seinen Rückzug aus ihr an. Henny gab nur ein entrüstetes Schnauben von sich. Sie war so kurz vor ihrem nächsten Höhepunkt gewesen.
Er setzte sich zurück auf den Stuhl, rutschte mit den Hüften weit nach vorn und deutete ihr an, sich auf ihm niederzulassen.
Kurz wollte sie austesten, ob sie ebensolche Macht über ihn hatte wie er über sie.
Mit ihren Fingern fuhr sie über seine Brust, umkreiste seine Nippel, die gleich fest und dunkler wurden. Strich entlang des Brustbeines über den Bauch, umspielte seinen Bauchnabel, steckte kurz den Finger hinein, um sich dann auf dem Weg zu ihrem eigentlichen Ziel zu machen.
Sie umfasste sein hartes Glied. Legte den Daumen auf die pflaumenähnliche Öffnung, teilte sie vorsichtig, um weiter von diesem Punkt zu den prallen Hoden hinabzugleiten. Sie umrundete sie, nahm sie in die Hand, wog sie hin und her. Dann senkte sie ihren Kopf, nahm seine Eichel zwischen ihre Lippen, umschloss sie fest und entließ sie mit einem kleinen Plopp.
Erst jetzt vernahm sie seine keuchenden, drängenden Laute. Sie war so stolz auf sich, diesen vor Testosteron strotzenden Mann aus der Fassung zu bringen. Jetzt war er es, der fast bettelte.
»Tu es, los!« Sein Brustkorb hob und senkte sich vor Erregung, war mit Schweiß bedeckt.
Ganz langsam spreizte sie ihre Schenkel. Stellte sich über ihn und senkte sich Millimeter für Millimeter auf ihn hinab, nahm ihn in sich auf.
Sein pralles Glied drang ohne Probleme in ihre feuchte Spalte. Fest packte er ihre Hüften und drängte sich ihr entgegen.
»Reite mich.« Sie mochte seinen sinnlichen Tonfall.
Genüsslich ließ sie das Becken kreisen. Spannte ihre inneren Muskeln an und zwang ihn dadurch, in der Bewegung innezuhalten. Sie beugte sich ihm entgegen, schaute ihm dabei tief in die Augen. Sein vor Lust verschleierter Blick ließ sie wimmern, die Schwerkraft arbeitete für sie, sie sank auf und nieder, und jedes Mal presste er seinen harten, vor Geilheit strotzenden Schwanz in sie hinein. Ihr war es dennoch nicht genug. Sie hielt ihm ihre steil aufgerichteten Nippel entgegen.
»Nimm sie in den Mund.« Wo sie den Mut hernahm, sich diesem völlig fremden Mann so vorbehaltlos hinzugeben, wusste sie nicht und es erschreckte und erregte sie noch mehr.
Er ließ sich nicht lange bitten, öffnete seine Lippen, legte sie um ihre feste Brustwarze und begann mit der Zunge einen erotischen Tanz. Während Henny sich auf seinem Schoß wiegte, leckte und saugte und biss er in ihre empfindlichen Spitzen.
Sie gaben ihrem Sinnesrausch nach, drängten sich immer dichter aneinander, er stieß in ihre feuchte, vor Wollust triefende Höhle hinein. Sie nahm seine Stöße entgegen. Immer schneller, immer intensiver.
Im Raum konnte man nur noch ihrer beider Keuchen hören.
Augenblicke später löste sich von Hennys Lippen ein erlösendes Stöhnen. Ihre Muskeln zogen sich rhythmisch um seinen stahlharten Penis zusammen. Noch mehr Feuchtigkeit sammelte sich an diesem Punkt, wo sich ihrer beider Körper verbanden. Seine Finger fanden genau diese Stelle, er benetzte sie mit ihrer Lust und hielt sie sich an die Nase. Mit geschlossenen Augen inhalierter er ihren Duft. »Du bist der Wahnsinn!« Er strich die Nässe über ihre Brustwarzen, leckte darüber, saugte den Busen fast ganz in seinen Mund und mit einem extrem tiefen Stöhnen kam er in ihr.
Minutenlang verharrten sie in dieser Position.
Henny drückte ihm einen Kuss auf den Hals, richtete sich auf und löste sich langsam von ihm. Sein mittlerweile schlaffes Glied rutschte aus ihr heraus. Nass, vom Kondom und Sperma bedeckt, ruhte es auf seinem Schoß.
Henny lächelte, eben hatte dieser Zauberstab sie in die außergewöhnlichsten Wonnen der Lust katapultiert und jetzt lag es traurig und ohne Reaktion einfach da.
»Diese VIP-Behandlung war besser, als gedacht.«
Er erschien ihr immer noch benebelt. Sie, als erotikliebende Frau, hatte ihm gerade gezeigt, dass auch er ein Spielball seiner Lust werden konnte. Wie sie. Und das würde ihn, den exklusiven Galeriebetreiber, ein Stück weit aus der Bahn geworfen haben.
Er griff in die unterste Schublade seines Schreibtisches und holte eine Packung Softtücher hervor.
Henny, nun doch leicht überrascht, erinnerte sich an ihren Gedanken von vorhin. Sie hatte sich ihn hier sehr gut als Chef vorstellen können. Und siehe da. Sie hatte recht gehabt.
Er reichte ihr die Tücher, zeigte dann mit dem Kopf auf eine kleine Tür neben dem Bücherregal. »Dort findest du ein Bad.«
Dankbar nickte sie ihm zu, nahm ihr Kleid sowie ihre Schuhe und verschwand durch die Tür. Sie machte sich wenig Hoffnung, ihn danach noch mal zu sehen. Bei all der stimulierenden Erotik und dem wunderbar erfüllenden Sex hatte sie ihn noch nicht einmal nach seinem Namen gefragt. Klasse. Also, kein Name und keine Telefonnummer.
Im Bad reinigte sie sich schnell, benutzte die Toilette, richtete ihre Frisur. Sie warf ihrem Spiegelbild einen Luftkuss zu und wollte so schnell wie möglich zurück zu Sammy.
Gerade als sie den Raum verlassen wollte, bemerkte sie, dass ihr geheimnisvoller Liebhaber komplett angezogen auf dem Sofa saß und scheinbar auf sie wartete.
Jetzt war sie doch ein bisschen verlegen. Sie blieb stehen und schaute ihn unter gesenkten Lidern hervor her an. Kaum hörbar flüsterte sie ein Danke und drehte sich in Richtung Tür, da hielt seine Stimme sie auf.
»Wohin so schnell, schöne Frau?« Er stand auf. Bewegte sich auf sie zu und berührte ihren Arm und ihre Hüfte.
»Zurück zu meiner Freundin.« Diese Erklärung hörte sich genauso albern an, wie sie sich jetzt gerade fühlte.
»Denkst du nicht, wir sollten diesen Abend gemeinsam ausklingen lassen?«
»Sollten wir?«
»Ja, sollten wir.« Er war sich seiner Sache sehr sicher. »Vielleicht können wir ja später eine zweite Sonderführung anstreben.« Er lächelte sie verschmitzt an und geleitete sie zur Tür hinaus.
NachtSchicht
Sabine hatte es diese Woche wieder megadämlich mit den Nachtschichten erwischt.
Sie arbeitete gern nachts, der Betrieb lief ruhiger ab.
Die ganze stressige Hektik des Tages wie die Visiten, das Blutabnehmen und Röntgen fiel bei diesen Schichten weg.
Sie brauchte sich nur gelegentlich um Notfälle zu kümmern. Ansonsten mussten die Patienten versorgt, die Medikamente bereitgestellt und kleinere Nebenarbeiten erledigt werden.
So blieb ihr oft Zeit zum Lesen. Schwülstige romantisch-historische Liebesromane waren ihre Favoriten. Herrje, diese liebte sie abgöttisch. Aber diese Woche hatte es in sich, wer den Plan erarbeitet hatte, der war sicherlich mit dem Klammerbeutel gepudert worden. So ein Hickhack aber auch. Drei Nachtschichten, danach einmal frei, drei weitere Nachtschichten und dann ein kurzer Wechsel zur Spätschicht ... Hatte sie denn kein Leben mehr? Nein – eigentlich nicht. Arbeit – schlafen – Arbeit.
Sie war jetzt fünf Jahre in dieser Klinik, auf der Inneren Chirurgie, beschäftigt. Sie mochte diese Station, kam gut mit den übrigen Schwestern zurecht. Ebenso mit den Ärzten, die waren hin und wieder auch ein netter Anblick.
Biene wurde sehr oft als der gute Geist der Station bezeichnet. Sie mochte die Anerkennung, allerdings störte es sie auch, nie als etwas anderes betrachtet zu werden. Ihr wurden keine interessierten Blicke nachgeworfen, sie nie begehrlich berührt. Manchmal frustrierte es sie unglaublich.
Die Liebesromane waren zu ihrer Welt geworden. Ihre Helden suchte sie vergeblich im realen Leben. Die Liebhaber, na gut, ihre Dildos, in ihrem Bett hießen zurzeit Dreamlover und Loveboy oder so ähnlich. Durch die Nachtschichten war ihr soziales Leben auf ein Minimum geschrumpft. Nur noch gelegentliche Besuche bei ihren Eltern – das war’s.
Aber jetzt wollte sie mit dem Lamentieren aufhören, sie machte die Arbeit doch gerne und die vielen Romane, die sie während dieser Zeit gelesen hatte, waren beachtlich.
Heute würde sie endlich den vierten Teil ihrer Lieblingsreihe anfangen können. Voller Vorfreude hatte sie sich das Taschenbuch mitgebracht.
Hier auf der Station herrschte ein Sommerloch. Von den zwanzig Betten waren sieben belegt. Ein entspanntes Arbeiten.
Einer ihrer derzeitigen Liebhaber hatte sich, still und heimlich, einen Platz in ihrer Handtasche gesichert. Sie frecherweise einfach zur Arbeit begleitet.
Manchmal, wenn eine Stelle in den Romanen ihr sehr unter die Haut ging, sie leicht kirre machte, zog sie sich in eins der leeren Zimmer zurück oder, wenn alles belegt war, auch mal in den Wäscheraum und beglückte sich für ein paar wahnsinnig aufregende Minuten selbst.
Ihr fehlte das Körperliche dabei, die Berührungen, das Küssen, vor allem das Streicheln danach.
Kurz nach ein Uhr, als alle Aufgaben erledigt gewesen waren und endlich Ruhe auf der Station eingekehrt war, setzte sie sich heute im Schwesternzimmer an den Tisch, hin und wieder machte sie es sich auch auf der Notfallliege bequem, und kramte ihr Buch aus der Tasche.
Sie las sich langsam in ihre Liebesgeschichte ein. Gerade als ihre Helden einen spannenden Dialog hatten, leuchtete die Alarmlampe auf.
Frustriert legte sie ihr Buch zur Seite, hievte sich aus ihrer Traumwelt zurück in die Realität. Seufzend ging sie zur Tafel, um zu schauen, welcher Patient sie unbedingt jetzt stören musste.
Na ja, sie wollte nicht ungerecht sein. Immerhin war das hier ihr Job.
»Frau Haller, was ist denn mit Ihnen los?« Mit einem freundlich-strengen Lächeln betrat sie das Zimmer und schaltete die Deckenbeleuchtung ein. Frau Haller lag alleine auf dem Zimmer, also wurde niemand gestört.
»Ach, Schwester Sabine. Ich bin so froh, dass Sie heute da sind!« Frau Haller sah wirklich nicht gut aus. Ihre Haut hatte eine ungesunde Farbe. Der Puls, den Sabine sofort überprüfte, gefiel ihr auch nicht.
»Frau Haller, Frau Haller, was machen Sie nur für Sachen?«
Routiniert begann sie, die Untersuchungen, die angeordnet waren, abzuarbeiten.
Puls, Blutdruck, Temperatur, abklären, ob Entzündungen sichtbar waren – Standard.
Nur leider beruhigten die Ergebnisse sie keineswegs.
»Frau Haller, da muss doch mal ein Arzt hinzukommen.« Sie wollte sich gerade abwenden, da legten sich kalte Finger um ihr Handgelenk.
»Gehen Sie nicht, Schwester Sabine!«
»Aber Frau Haller, wie soll ich denn dann Hilfe holen?« Beruhigend streichelte sie der älteren Dame über die Hand. »Ich komme gleich wieder!« Vorsichtig löste sie die klammen Finger, lief über den Flur zurück ins Schwesternzimmer und rief den diensthabenden Arzt an. Ihm schilderte sie die Symptome, die Krankengeschichte und brachte deutlich ihre Besorgnis zum Ausdruck. Der zuständige Doktor war schnell bereit, das abzuklären. Riet ihr, bei der Patientin zu bleiben, er würde sich umgehend auf den Weg machen.
Sabine nahm das tragbare Telefon gleich mit. Als sie das Zimmer der Patientin betrat hatte sich ihr Zustand nicht verbessert, eher verschlechtert. Die Operation vor zwei Tagen schien ihr sehr zuzusetzen.
»Frau Haller?« Vorsichtig sprach Sabine sie an. Mühsam öffnete die Angesprochene die Augen.
»Ach, Schwester, Sie sind es! Bleiben Sie bitte hier, mir ist so seltsam!« Sabine nahm Frau Hallers Hand, hielt sie in ihrer und redete beruhigend auf sie ein.
Mit jeder Minute, die verstrich, verschlechterte sich der Zustand. Leise fluchte sie in sich hinein. Ein paarmal überlegte sie, erneut den Arzt anzurufen und ihn zur Eile anzutreiben.
Langsam verging die Zeit. Natürlich war sie sich bewusst, dass sie in einem großen Krankenhaus arbeitete. Aber konnte er sich wirklich nicht beeilen?
Musste ausgerechnet heute ein Notfall sein? Kurz überkam sie ein Hauch Traurigkeit, der verflog aber schnell, als sie die leidende Patientin sah. Wenige Augenblicke später traf der Arzt ein. Natürlich nur ein Assistenzarzt. Das verunsicherte sie jetzt, Sabine hoffte aber, dass er Frau Haller genauso helfen konnte wie ein Oberarzt. Zu ihrem ganz persönlichen Pech war es auch noch der berüchtigtste Frauenschwarm der ganzen Chirurgie. Thomas Becker, der mehr durch seine Frauengeschichten als durch medizinische Glanzleistungen von sich reden machte. Wenn ihre Kolleginnen über ihn sprachen, nannten sie ihn immer Tommy, den Großen.
Wenn sie nicht so eine ausgeprägte Fantasie hätte, wäre ihr sicherlich die Frage rausgerutscht, warum er als der Große betitelt wurde. Das verkniff sie sich allerdings.
Tja, und nun stand er hier im Patientenzimmer das erste Mal ihr persönlich gegenüber. Beeindruckend war seine Erscheinung schon. Er war ungefähr einen Kopf größer als sie. Kräftig, nicht dick, aber muskulös. Das konnte man gut unter seinem eng anliegenden Arbeits-Kasack sehen. Kurze dunkle Haare, eine hohe Stirn, dunkle verruchte Augen und einen, für einen Mann, sehr erotischen Mund. Wundervoll geschwungene Lippen, die immer leicht zynisch lächelten. Nur jetzt gerade nicht. Viele der Schwester waren ja der Meinung, er trug die engsten Arbeitskittel, die es gab, damit sein runder, straffer Hintern zur Geltung kam. Eine Sekunde gönnte sie sich den Anblick. Aber hier ging es um Frau Haller.
»Doktor Becker, schön, dass Sie es so schnell geschafft haben. Die Werte liegen auf dem Tisch.«
***
Als Tommy den Anruf bekam, maulte er innerlich. Er wollte doch heute einfach mal ausschlafen. Seit zwanzig Stunden war er im Dienst, übermüdet, hatte schlechte Laune und sein direkter Vorgesetzter hatte ihm mitgeteilt, dass er auch für die nächsten Wochenenden zur langen Schicht eingeteilt worden war. Er müsste ja noch nacharbeiten. So ein Scheiß.
Und dann musste er gleich den angeblichen Notfall aufs Auge gedrückt bekommen. Mies war ein guter Begriff, seine Laune zu beschreiben.
Dementsprechend mürrisch betrat er auch das Krankenzimmer. Die Krankenschwester, die ihn begrüßte, gab ihm den Rest. Musste es ausgerechnet die stationsheilige Schwester Sabine sein? Ein kurzes Aufstöhnen konnte er nicht unterdrücken. Zum Glück bekamen die zwei Frauen nichts davon mit.
Er betrachtete die Unterlagen, dann die Patientin. Er konnte mit Sicherheit feststellen, dass Schwester Sabine recht hatte, Frau Haller als Notfall einzustufen. Ihr Bauch gefiel ihm gar nicht, genauso wie ihre Vitalwerte. Alles äußerst besorgniserregend. Dass es Nebenwirkungen der Operation sein könnten, war definitiv nicht mehr auszuschließen. Vielleicht wäre ihm das alles entgangen, was er gut und gerne der Übermüdung und dem Frust zugeschrieben hätte. Im Stillen musste er bei Schwester Sabine für ihre gute Vorarbeit Abbitte leisten.
Es nutzte nichts, er erklärte sie zum Notfall und ließ sie auf die Notfallambulanz verlegen. Dort wusste er, dass die Ärzte alle möglichen Untersuchungen mehrmals durchführen würden.
***
Eine Verlegung wurde umgehend in die Wege geleitet. Sabine räumte schnell die Sachen von Frau Haller zusammen und legte sie auf ihr Bett, wo die Befunde schon gesammelt waren.
Sie drückte ihrer Patientin liebevoll die Hand und wünschte ihr alles erdenklich Gute.
Dann ging alles sehr schnell. Innerhalb einer Viertelstunde kam Frau Haller auf der Station an, wurde von oben bis unten durchgecheckt und man stellte fest, dass bei der Operation tatsächlich ein Wattetupfer vergessen worden war. Eine Not-OP rettete ihr das Leben. Bis zur Ausheilung sollte sie dann auf der Intensivstation verbleiben.
Sabine, immer noch leicht überrumpelt von den ganzen Geschehnissen der Nacht, kochte sich einen Tee, nahm sich im Vorbeigehen ihr Buch vom Tisch mit und ließ sich im Schwesternzimmer auf die dort stehende Pritsche fallen. Sie brauchte ein paar Minuten Auszeit.
Sie hatte sich die nächsten zwanzig Seiten wahrhaft verdient. Vertieft und völlig von der Geschichte gefesselt, vergaß sie ihren Tee. So verging eine Stunde wie im Flug, die sie in der Welt ihres Helden verbrachte.
Gerade war sie an einer höchst erotischen Stelle angekommen, als der Held seine Braut endlich ins Bett bekam. Gut, hier war es kein Bett, sondern ein Park, was sich Sabine, die bisher wenig intensive Erfahrung in ihren fast dreißig Lebensjahren gemacht hatte, megaromantisch vorstellte. Nachts, völlig alleine mit einem sexy Mann im Park, alles dunkel, nur die Wegleuchten verteilten einen gelblichen Schimmer in der Ferne. Sie konnte sich ausmalen, den Tau auf dem Gras zu spüren. Sie wünschte sich solche Erfahrungen für sich. Wehmütig seufzte sie.
Die Geschichte war so detailliert beschrieben, dass ihr selbst beim Lesen ganz heiß wurde. Die Liebesszene war so realistisch dargestellt, dass sie mit jeder Zeile tiefer in die fantastische Welt eindrang.
Mit einer Hand hielt sie das Buch, mit der anderen begann sie, sich zu streicheln. Langsam fuhr sie über ihren Körper, berührte ihren Busen, umkreiste die Nippel. Sie musste wissen, dass sie hier war, dass das, was vorhin so stressig gewesen war, ihr nicht zu naheging, sie nicht zu sehr bestürzte. Behutsam öffnete sie die obersten zwei Knöpfe an ihrem Kittel – einer inneren Eingebung folgend, hatte sie diesen gewählt –, streichelte ihre warme, hitzige Haut. Ließ ihre Finger über ihren Hals, weiter zu ihrem Dekolleté tanzen, fand ihre bereits steifen Brustwarzen und drückte sie fest.
Dann fuhr sie mit ihrer Hand unter ihren Kittel zu ihrem Bauch, berührte ihre leicht runde Taille, verschwand tiefer unter ihrem Hosenbund, glitt weiter zu ihrem Höschen. Sie trug sehr gern Spitzenhöschen, nur für sich selbst, leider hatte es schon seit langer Zeit keinen mehr interessiert. Was sie persönlich sehr schade fand.
Ihre Finger betasteten die teure Spitze und streichelten weiter darüber bis zu ihrem Schambein. Das massierte sie mit leichtem Druck, stöhnte dabei lautlos. Sabine warf den Kopf in den Nacken und war nicht mehr auf die Geschichte konzentriert.
Das Buch entglitt ihren zittrigen Fingern. Mit einer Hand schob sie ihre mächtigen Brüste aus ihrem BH, massierte ihre vor Sehnsucht prallen und steifen Nippel, die andere legte sie auf ihr feuchtes Höschen und drückte ihren Kitzler fest und unerbittlich.
Ihr Becken bewegte sie unruhig in leicht kreisenden Bewegungen.
Sie wollte mehr. Sie brauchte unbedingt ihren kleinen Liebhaber aus der Tasche.
Mit einem leichten frustrierten Seufzer nahm sie ihre Hände von den herrlich angeregten Körperstellen. Völlig in Gedanken an ihr bevorstehendes kleines Abenteuer, richtete sie sich auf, stützte sich von der Liege ab und suchte mit den Augen nach ihrer Tasche.
In Gedanken schon wieder auf der Pritsche, wollte sie nur ihr Spielzeug holen und es sich so schnell wie möglich erneut gemütlich machen. Sie hoffte inständig, nicht gestört zu werden. Das konnte peinlich enden. Darauf hatte sie wenig Lust. Die blöden Kommentare und Witzeleien würde sie nicht ertragen können, dann müsste sie wirklich die Klinik verlassen. Ihr Ruf wäre aufs Schlimmste geschädigt. Nicht nur auf der Station würde sie ihr Ansehen verlieren. Ihre – nicht unbedingten – Lieblingskolleginnen Tina und Anna waren bestimmt gerne bereit, den Weg für ihren Untergang zu ebnen. Zwar hatten sie sich nie wirklich etwas getan, aber manchmal war es so, da konnte man sich einfach nicht leiden. Und die gehässigen Blicke dieser beiden supertollen Schwestern, bäh, nein, daran wollte sie jetzt nicht denken.
Erst vor drei Monaten hatte sich eine Schwester aus der Chirurgie bei einer intimen Begegnung mit einem Pfleger erwischen lassen. Tina und Anna hatten die Arme so fertiggemacht, obwohl sie nicht einmal auf der Station hier arbeitete, das war furchtbar gewesen. Sabine musste eindeutig vorsichtiger sein, denn sie wollte nicht dasselbe erleben. Leider war der Reiz größer.
Jetzt aber wollte sie Spaß haben.
So erhob sie sich, die Hand schon nach ihrer Tasche ausgestreckt, da stand sie direkt vor Thomas, Tommy, den Großen.
Mit einem entsetzten Keuchen zog sie den halb aufgeknöpften Kittel über den Busen mit den immer noch aufgerichteten Nippeln und fiel rückwärts auf die Trage.
***
Thomas konnte sein Glück kaum fassen.
Zuerst war er stinkig gewesen, hatte keinen Bock gehabt, nochmals auf diese Station und zu dieser prüden Schwester zu gehen. Er hatte schon von ihr gehört. Hinter vorgehaltener Hand sprachen seine Kollegen und einige Schwestern von der Heiligen oder Eiskönigin. Persönlich hatte er bisher noch nichts mit ihr zu tun gehabt, was ihn auch nicht weiter gestört hatte.
Als er ihr vorhin aber gegenübergestanden hatte, hatte er sie eigentlich recht hübsch gefunden. Sie hatte eine ansprechende Größe, ihr imposanter Vorbau zeichnete sich deutlich unter dem Kittel ab. Ihre runden Hüften wiegten sich leicht beim Gehen. Er hatte ja eine Vorliebe für handfeste Weiber. Ihre mittelblonden Haare schmiegten sich in einzelnen Strähnen um ihr Gesicht. Und als sie ihn angeblickt hatte. Wow ... Diese grauen Augen. Schon bei der Erinnerung daran krochen angenehme Gefühle seine Schenkel hinauf.
Nur leider würde er es nicht auskosten können. Eiskönigin. Schade. Dass sie ihm gefiel, würde er gegenüber seinen Kollegen niemals erwähnen.
Aber die Patientin schien ihr am Herzen zu liegen, also wollte er sie schnell persönlich informieren. Und vielleicht ergab sich eine Möglichkeit, sich kurz mit ihr zu unterhalten.
Er suchte die Station ab, schaute schnell in die Zimmer, fand sie aber erst im Schwesternzimmer. Und was er dann entdeckte, verschlug ihm die Sprache. Von wegen prüde. Von wegen Eiskönigin.
Seit er die Tür geöffnet hatte, getraute er sich nicht, zu atmen. Leise betrat er den Raum, ließ die Tür hinter sich fast geräuschlos ins Schloss fallen.
Sie bemerkte ihn nicht. Wunderbar verführerisch lag sie auf dem provisorischen Bett. Streichelte ihren straffen, großen Busen. Als sich ihre Hände auch noch unter ihren Hosenbund verirrten, war sein Schwanz aufs Härteste erregt. Zum Anbeißen. Und genau das hatte er vor. Vorsichtig näherte er sich ihr.
Unvermittelt richtete sie sich auf. Schien ihn aber noch nicht wahrgenommen zu haben. Das konnte er an ihrem entsetzten Blick ablesen, als sie direkt vor ihm stand.
Wie sie so zurück auf die Pritsche fiel, ihr voller Busen dabei wippte, da wäre er beinah gekommen.
»Schwester Sabine«, seine Stimme hatte schon eine verdammt heisere Tonlage angenommen.
»Gehen Sie!« Sie versuchte immer noch, ihren Kittel über ihren Busen zu ziehen. Vor Verlegenheit überzog eine dunkle Röte ihre Wangen, die sich an ihrem Hals und zwischen ihren Brüsten fortsetzte. Er musste wissen, wie weit sie hinab reichte.
Vorsichtig sank er vor ihr auf die Knie.
Sein Lass den Kittel offen! krächzte er mittlerweile nur noch.
***
»Was wollen Sie?« Sabine war mehr als peinlich berührt, schämte sich vor ihm und konnte doch in seinen hellblauen Augen nichts als Gier und sexuelle Leidenschaft lesen.
Mit einem Mal hörte sie auf, an dem Stück Stoff zu zerren. Schaute ihm direkt in sein Gesicht und zweifelte nicht mehr an dem, was sie sah.
***
Die knappen dreißig Zentimeter überbrückte er auf Knien. Legte seine Hände auf ihre Knie und betrachtete sie von oben bis unten.
»Mir gefällt, was ich sehe!«, flüsterte er ihr zu. Dann bewegte er einzeln seine Finger auf ihren Schenkeln und streichelte Sabine in kleinen anregenden Kreisen. Fuhr immer weiter hinauf.
Dass er nicht auf Gegenwehr stieß, freute ihn am meisten. Seinen Kopf hebend, traf er auf ihren Blick. Sah, wie sich ihr Brustkorb schneller hob und senkte. Wie die prallen Brüste ihn anlockten. Leicht erhob er sich, in eine kniende Haltung, beugte seinen Oberkörper vor und presste seine Lippen ohne Vorwarnung auf diese weichen, großen, wie für ihn gemachten Busen.
Das entsetzte Aufstöhnen ließ ihn kurz innehalten. Er wollte nicht, dass sie ihn abwies, ihm diese köstliche Frucht entzog. Während er sie sanft nach hinten bog, suchten seine Arme, die ihren. Er umfasste ihre Handgelenke, hob sie über ihren Kopf. Dabei schaute er ihr in die Augen und die leichte Panik in ihnen musste er unbedingt in Begierde umwandeln.
Zart presste er seine Lippen an ihr Ohr. Hauchte über die perfekt geformte Muschel. Die Gänsehaut, die sich augenblicklich auf ihrer Haut zeigte, ließ ihn die Vorfreude spüren. Sein Schwanz war mehr wie hart, der hatte sich in Beton verwandelt.
»Schwester Sabine, ich muss dringend ihre Werte kontrollieren!« Dabei steckte er ihr seine Zunge ins Ohr. Ein Ruck ging durch ihren Körper, hob sie beide fast von dem provisorischen Bett. Er hielt sie aber mit seinem Oberkörper auf der Unterlage.
»Tztztz ... Das ist leicht besorgniserregend, aber nicht aussagekräftig genug. Ich glaube, ich muss ihren Puls auch noch messen.« Mit dem Mund wanderte er über ihren Hals. Erforschte ihren schnellen Herzschlag mit seinen Lippen. Zeichnete mit seiner Zunge kleine Kreise auf ihre Haut.
***
Sabine wusste nicht, wie ihr geschah. Noch in den romantischen Sphären ihrer Liebesgeschichte versunken, war sie so erschrocken, als Doktor Becker vor ihr gestanden hatte. Nein, Thomas. So sollte sie ihn jetzt schon nennen, immerhin saugte er gerade an ihrem Hals. Welch köstliche und wunderbar geile Gefühle seine Berührungen in ihr auslösten.
Am liebsten wollte sie ihn sofort verschlingen. Sie hatte in dem Moment aufgehört, über Scham nachzudenken, als er sich vor ihr auf seine Knie begeben und lüstern auf ihren Busen gestarrt hatte.
Er hatte sie angesehen, als wären es die schönsten Brüste auf der ganzen Welt. Als gäbe es für ihn nichts anderes. Einen kurzen Augenblick war sie sich noch unsicher gewesen, ob das ein Scherz wäre. Aber wie er sich so intensiv an sie drückte, spürte sie seinen Penis und der war steinhart.
Sabine stöhnte leise auf. Reckte sich ihm entgegen. Obwohl sie es hinterher sicherlich bereuen würde und sich nachher bewusstmachen müsste, wie dämlich das hier war. Sie hoffte, dass er ihr dann keine Probleme machen würde. Doch in diesem Moment war es ihr furchtbar egal.
In ihrer Körpermitte sammelte sich eine Hitze, ein Summen, das gelöscht oder befreit werden musste. Und das dringend.
Während er weiter an ihrem Hals und Dekolleté küsste, saugte und leckte, presste sie ihren Unterleib gegen seinen Schwanz. Rieb ihr Schambein an seinen festen Schenkeln. Ihr Atem kam schon stoßweise.
»Herr Doktor, bitte, könnten Sie mein Herz abhören?« Sie ging auf sein Spiel von vorhin ein. Sollte er doch Doktorspiele an ihr praktizieren.
Tommy hob den Kopf, mit skeptischen Blick schaute er in ihr erhitztes Gesicht.
»Man sollte dem Arzt nicht vorschreiben, wie er jemanden zu untersuchen hat, meine Liebe. Das sollte doch bekannt sein.« Sein freches Lächeln hob die strengen Worte auf. »Nun, ich bin aber davon überzeugt, dass es nicht verkehrt ist, einen großen Check zu machen. Nach dem Abhören, wird mir nichts anderes übrig bleiben, als an anderen Stellen Fieber zu messen!« Erwartungsvoll schaute Sabine ihn an.
»Ist es ein großes Thermometer?« Sie konnte es sich nicht verkneifen. Den Gerüchten zufolge, musste er riesig sein. Dass sie selbst einmal in den Genuss kommen sollte, davon hatte sie bisher nie zu träumen gewagt.
Dass sie ihn mit dieser Frage ein wenig überraschte, sah sie an seinen leicht gehobenen Augenbrauen. Er musste doch wissen, was für Gerüchte über ihn im Umlauf waren.
***
Ja, er hatte mit etlichen Schwestern kleinere Affären gehabt. Sie hatten es ihm aber nicht schwergemacht. Und er liebte die Frauen. Na, und dieses Exemplar hier ganz besonders.
Sein Überdimensional klang dunkel und rau. Er konnte sehen, wie sich ihre Pupillen weiteten. Wie ihre schönen vollen Lippen sich leicht öffneten. Lange würde er es nicht hinauszögern können.
Unbedingt wollte er noch einmal diese herrlichen Brüste genießen. Angeboten hatte sie sie ihm gerade.
Mit einem leisen heiseren Seufzer drückte er sein Gesicht in die weichen, fraulichen Formen. Erkundete mit der Zunge das Tal zwischen ihnen. Umkreiste in immer kleiner werdenden Ringen ihre Warzen. Steil, fest und zart dunkel standen sie aufrecht und luden ihn ein, sie zu kosten, zu schmecken, in den Mund zu ziehen. Und genau das tat er.
Wie sie sich ihm entgegendrängte. Wie sie ihren Rücken durchdrückte, um ihm ihre Brustspitzen tiefer in seinen Mund zu pressen. Vor Verlangen stöhnte er ungehalten auf. Sie schmeckte nach Frau, nach Lust, nach Mehr.
Diese Brüste konnten sein Verderben werden. So groß, so weich, so herrlich nachgiebig. Sein Gesicht darin verborgen, atmete er nur noch sie ein. Ihre Haut, ihren Duft.
Ein Teil seines Gehirns, er vermutete es oberhalb des Brustkorbes, dachte an die Gefahr des Entdecktwerdens.
Aber nur kurz. Welches Gehirn war schon zum Denken fähig, wenn so eine Sahneschnitte unter einem lag und sich wollüstig an einem rieb?
Ein-, zweimal leckte er noch über ihre Brustwarze, dann ließ er endlich ihre Arme los, um sich gleich darauf, an ihren Hosen zu schaffen zu machen. Er mochte die Schwesternbekleidung. So schnell und einfach war sie an- und auszuziehen. Der Gummibund erleichterte ihm das Abstreifen der Hose über ihre vollen Hüften. Dass sie ihren Hintern auch noch leicht anhob, begünstigte die Angelegenheit nur noch. Den Slip, den er freilegte, konnte er nur staunend betrachten und pfiff anerkennend an ihrer Haut. Berührte den Stoff mit dem Mund, drückte die feuchte Zunge dagegen und durchnässte ihn. Hauchte über die feuchte Stelle und ließ sie in einem erregenden Schauer nach dem anderen erbeben.
Mittlerweile lagen ihre Hände auf seinem Kopf, wühlten in seinen Haaren, zogen daran, wenn er eine besonders empfindliche Stelle erwischte.
Er glaubte schon, dass sie laut stöhnen würde, wenn sie könnte. In diesem Moment schwor er sich, es einmal drauf ankommen zu lassen und sich außerhalb des Krankenhauses mit ihr zu treffen. Wenn sie gewillt war. Wovon er stark ausging.
Solche Leidenschaft hatte er selten erlebt.
Er spreizte ihre Beine weiter, bedeckte das Spitzenhöschen mit vielen kleinen Küssen. Mit einer Hand fingerte er in seiner Tasche, dort hatte er noch ein scharfes Messer, das er vorhin nicht weggelegt hatte. Er entfernte gekonnt die Abdeckkappe und ließ diese fallen. Dann schob er seine Finger unter den filigranen Stoff, hob ihn an, bedeutete ihr, sie möge ganz still liegen bleiben, während er den Slip durchtrennte. Ein Schnitt, das Höschen gab nach und den Blick auf das frei, was er begehrte. Sie würde ihn vielleicht später dafür zur Rechenschaft ziehen, aber das war es ihm wert. Oh Mann. Als er dann noch die feucht glänzende Spalte darunter entdeckte, die komplett rasiert war, drückte er sofort seine gierigen Lippen darauf. Fuhr ihre Pussy mit reiner Wonne auf und ab. Knabberte an den Schamlippen, legte seine Zunge mit festem Druck auf ihren Kitzler. Je fester er drückte, desto mehr presste sie ihm ihren Unterleib an den Mund. Gerne hätte er seinen Finger in ihre Grotte geschoben, aber sie hielt seine Hände gefangen und schob sie zu ihren Brüsten. Er erreichte nur die Unterseiten, das schien ihr aber schon zu reichen. Leise stöhnende Laute drangen aus ihrer Kehle. Ihr Unterleib zuckte und ihre Busen wippten bei den schnellen Atemzügen.
Und seine hübsche, kleine, runde Krankenschwester bäumte sich auf, schlang ihre weichen Schenkel um seinen Kopf und zog ihn fester in ihre Mitte.
Das zarte Fleisch bebte noch im Rhythmus ihres Höhepunktes, da löste er sich vorsichtig von ihr, zog seine Hose bis zu den Knien und entließ endlich seinen vor Vorfreude schon einen Tropfen abgebenden Freund in die Freiheit. Rieb ihn an ihr, ließ ihn ihre Feuchtigkeit spüren, spielte kurz mit ihr, setzte ihn an ihren feuchten Eingang, nur um ihn dann wieder über ihre nasse Ritze auf und ab gleiten zu lassen, um dann seinen großen, harten Schwanz in sie einzuführen.
Die feuchte Enge umschloss ihn, hieß ihn willkommen.
***
Sabine öffnete ihre Schenkel noch weiter. Am liebsten hätte sie ihn komplett in sich hineingezogen. Der Mann machte sie wahnsinnig. Noch nie hatte sie so den Kopf verloren, überhaupt den Verstand oder auch nur die Vorsicht.
Seine Berührungen auf ihrer Haut waren mit nichts zu vergleichen. Wo er sie anfasste, brannte sie. Wo er sie küsste, zerfloss sie. Wo er sie anhauchte, flog sie davon. Ihr Körper gehörte nicht mehr ihr.
Zu spät bemerkte sie sein Attentat auf ihr kleines Höschen. Ausgerechnet das, das am teuersten gewesen war, hatte er einfach zerschnitten. So ein Mistkerl.
Die Entschädigung, die sie dafür bekam, war grandios. Wie sollte sie mit dieser Erfahrung umgehen? Wie ihm jemals wieder begegnen, ohne vor Scham rot anzulaufen? Geschweige denn in die Augen zu sehen oder mit ihm zu arbeiten? Darüber konnte sie nicht mehr nachdenken, als er seine Zunge auf ihren Kitzler legte. Ihre Gedanken waren wie die Feuchtigkeit ihrer Muschi. Flüssig. Nicht mehr haltbar und davonlaufend.
Ihr Höhepunkt war überwältigend.
So intensiv, so heftig. Nur mit Mühe konnte sie ein lautes Stöhnen unterdrücken. Bestimmt waren ihre Lippen jetzt wund.
Sich noch in den Nachwirkungen des Orgasmus aalend, sah sie ihn sich langsam aufrichten und dann in seiner beeindruckenden Größe vor sich knien. Sie hob etwas den Kopf und bestaunte seinen Schwanz.
Sein Spitzname war gerechtfertigt. Welch unerwartete Freude.
Mit seinem großen Teil liebkoste er ihre weiblichste Stelle. Was in ihr schon wieder eine innere Unruhe auslöste. Sein Auf- und Abreiben heizte ihre innere Hitze noch mehr an. Als er ihn nur leicht ansetzte und das Eindringen nur antäuschte, wollte sie ihn am liebsten auf sich ziehen oder sich ihm weiter entgegenpressen.
Langsam und doch zielsicher drang er dann endlich in sie ein. Weitete sie, genoss offensichtlich den Anblick, der sich ihm bot. Wie sich sein Schwanz in ihre feucht glänzende Spalte bohrte.
Als er begann, sich in ihr zu bewegen, mussten sie beide mit Bedauern feststellen, dass diese Pritsche dafür nicht geeignet war. Bei jedem Stoß knarrte, quietschte, bewegte sich der Unterbau.
Mürrisch blickte er sich im Raum um, nichts blieb außer den Stühlen, einem wenig vertrauenerweckenden Tisch oder den Wänden.
»Wo wollen wir weiter Fiebermessen? Stuhl, Tisch oder Wand?« Seine atemlose Stimme hallte in ihren Ohren nach. Völlig perplex starrte sie ihn an. Sie sollte wählen? Na ja, da sie von keinem der Orte eine Ahnung hatte, zuckte sie ergeben mit den Schultern.
Er schmunzelte, das konnte sie deutlich an ihrem Hals spüren, denn er hatte sich über sie gebeugt, um sie vor die Wahl zu stellen. Er beschnupperte ihre Haut, liebkoste sie und wartete auf eine Antwort.
»Der Doktor schreibt auf sein Rezept – Stuhl!« Damit zog er sich aus ihr zurück, drückte sich mit den Armen hoch, streifte zügig seine Hosen ab, beugte sich über sie und reichte ihr seine Hand. »Komm, meine Hübsche. Ich zeige dir, wie das geht!« Willig nahm fasste sie zu, kam auf die Füße und ließ sich von ihm zum Stuhl begleiten.
Er setzte sich darauf, umfasste ihre Hüften, zog sie so vor sich, dass sie mit dem Rücken zu ihm stand, und ließ sie die Beine spreizen. Dirigierte sie auf seinen aufgerichteten Schwanz, hielt ihn mit einer Hand, wartete auf ihr Absinken.
Aber Sabine wollte das Auskosten. Langsam, Millimeter für Millimeter sank sie auf ihn hinab. Nahm ihn in ihrer weichen Höhle gefangen. Er bohrte sich in sie, weitete sie wieder. Sie hatte das Gefühl, er drang nicht nur in ihre Vagina, sondern tiefer. Dieses Gefühl beflügelte sie. Warum auch immer. Später würde sie sich eine Idiotin schimpfen, aber im Moment fühlte es sich perfekt an.
Mit dem langsamen Gleiten stimulierte sie all ihre Sinne. Eine seiner großen Hände stützte ihre Hüfte, die andere umschloss ihren Busen, knetete ihn, drückte mit der flachen Hand fest auf ihn und brachte so ihre empfindlich gewordene Brustwarze zum Glühen. Sie benötigte Stabilität und hielt sich an seinen Knien fest. Sah, wenn sie sich noch weiter nach vorn beugte, sein Eindringen in sie. Wie seine Hoden nahe ihrem Eingang stoppten, sich straff zusammenzogen und beim Hinausgleiten kurz entspannten. Sie fasste mit einer Hand um seine besten Stücke, die sich wunderbar prall anfühlten, umschloss sie mit ihren Fingern und wiegte sie behutsam. Streichelte über die eiförmigen Kugeln und zog sanft an der Haut, wenn sie sich strafften. Seine wilden Zuckungen waren eine Genugtuung.
»Stopp«, krächzte er. Sie blickte ihn erstaunt über die Schulter an. Sein Blick war vor Leidenschaft verhangen. »Dreh dich zu mir. Ich will deine Brüste küssen!«
Das ließ sich Sabine nicht zweimal sagen. Schnell war der Positionswechsel vollzogen. Dieses Mal war das Aneignen des Besitzanspruches von ihm an ihre Möse nicht langsam, sondern hart und schnell. Und beiden gefiel es.
Leicht beugte sie sich auf seinem Schoß nach hinten, bot ihm somit ihre ganze Weiblichkeit an.
***
Er genoss diesen Anblick, ließ ihn kurz auf sich wirken, dann steckte er seinen Kopf zwischen ihre Brüste, leckte an ihnen, küsste ihre Brustknospen, zog sie tief in seinen Mund ein. So gierig und aufgeputscht hatte er sich schon lange nicht mehr gefühlt.
Sein Arm umfasste ihre Hüften, hielt sie fest auf seinen Körper, bewegte sich immer heftiger. Sein Kopf auf ihrem Busen, stöhnte er verhalten auf. Was gab es Schöneres?
Dadurch, dass er sie eng an sich presste, entstand eine zusätzliche Reibung durch ihr Schambein. Sie erzeugte in ihm eine Reihe heller Blitze, die durch seine gesamte Blutbahn rasten. Er war elektrisiert.
Für einen Moment überlegte er, ob sie laut und leidenschaftlich Keuchen würde, er jedenfalls hätte es liebend gern getan. Ihr gezeigt, wie wundervoll es sich anfühlen könnte. Ein Lichtblick seiner Vernunft erinnerte ihn aber daran, wo sie sich befanden, und so kam nur ein sehr verhaltenes Wimmern zustande.
Ihm reichte es, er verlagerte seine Position minimal nach hinten, betrachtete sie von oben bis unten, ließ seine Hand zwischen ihre Körper gleiten. Genau zu der Stelle, an der er in sie stieß. Massierte ihren kleinen, geschwollenen Kitzler und sah mit Wonne, wie sie sich versteifte, sich jeder Muskel in ihr zusammenzog, sie sich so fest um ihn schloss, dass er das Gefühl hatte, sie schnürte ihn ab. Sie sank gegen ihn und drückte ihren Kopf in seine Halsbeuge.
Das war zu viel für sein bestes Stück.
Mit voller Wucht kam er und verströmte sich tief in ihr.
Das Zucken seines Gliedes bewegte selbst ihren Unterleib mit. Das unterdrückte Stöhnen kroch als Brummen in ihm hoch.
***
Sabine getraute sich nicht, sich in irgendeiner Form zu bewegen. Wenn sie sich zurückzog, verlor sie seine Fülle. Das wollte sie um keinen Preis riskieren.
Ihren Kopf, den sie während ihres Höhepunktes an seinen Hals gepresst hatte, lag noch an dieser Stelle. Sie wollte ihn nicht ansehen müssen.
Peinlich. Sollte sie etwas sagen? Oh Gott, wie benahm man sich in so einer Situation?
Immer noch saß sie auf seinem Schoß, er tief in ihrem Körper.
»Schwester Sabine.« Als er sich räusperte und ihren Namen aussprach, kam sie sich unendlich dumm vor.
Sie schüttelte betreten den Kopf, hob ihn immer noch nicht und versuchte, ihn nicht ansehen zu müssen.
***
»Es tut mir unendlich leid.« Er bemerkte ihre Betretenheit. Hielt sie jedoch weiter auf seinem Schwanz gepfählt. »Ich glaube, Sie haben sich da eine ziemlich schwere Krankheit zugezogen. Um die Behandlung zu vervollständigen, werde ich wohl Hausbesuche anberaumen lassen. Wie sieht es terminlich aus?«
Ihr Kopf ruckte nach oben, dabei stieß sie an sein Kinn.
»Autsch.« Er rieb sich die angeschlagene Stelle. »Du musst mich nicht gleich umbringen.« Die andere Hand lag noch an ihrer Hüfte, sie waren selbst jetzt noch auf intimste Weise miteinander verbunden. Und obwohl er einen sehr fantastischen Orgasmus gehabt hatte, blieb er hart. Diese Frau reizte ihn auf erstaunliche Weise.
***
Sabine war immer noch sprachlos. Mit dieser Entwicklung hatte sie sicherlich nicht gerechnet.
Sie glaubte nicht recht an dieses Szenario. So schnell erfüllten sich keine Wünsche. Vielleicht war sie einfach im Schwesternzimmer auf der Liege eingeschlafen und träumte diese ganze Szene nur. Ja, so würde es sein. Etwas anderes war überhaupt nicht vorstellbar.
Aber wieso fühlte sich dann sein Körper so realistisch an, sein Penis in ihr so schockierend gut?
»Du bist nicht meiner Meinung?«
»Welcher Meinung?« Ihre Glieder fühlten sich wohlig schwer und träge an. Es reichte schon, dass sie bald aus dem Traum erwachen musste, sollte sie auch denken müssen?
Seine Lippen auf ihrer Haut, sein Körper unter ihren träge dahinwandernden Fingern.
»Hallo? Sabine.« Die Zärtlichkeit, mit der er ihren Namen an ihrem Ohr flüsterte, bestärkten ihr Annahme von einem Traum.
Sinnlich und nicht bereit, die Wahrheit zu akzeptieren, kreiste sie leicht ihre Hüften.
***
Er wollte zu gern eine zweite Runde mit ihr hinlegen, allerdings würde man sie beide sicherlich bald vermissen. Die Unannehmlichkeiten, die dann folgen würden, sollten nicht heraufbeschworen werden.
Ein letztes Mal presste er sich tief in sie. Küsste ihre Busen, ihren Hals, zum Schluss legte er das erste Mal seine Lippen auf die ihren. Tief drang er mit der Zunge in ihren sinnlichen Mund ein. Stöhnte wollüstig an ihm. Bis er sich endgültig von ihr zurückzog. Sie zum Aufrichten animierte und ihre warme, feuchte Höhle verließ. Welch Verschwendung, welch Verlust.
Bedauerlicherweise blieb ihm nichts anderes übrig. Er musste dieses Mal der Vernünftigere sein, das extrem erotische Spiel unterbrechen und sich wieder in die Arbeit stürzen. Es schien ihm, als könnte sie sich in ihm verlieren. So – wie er es in ihr getan hatte.
Sie stand vor ihm. Es erweckte den Anschein, dass sie immer noch nicht völlig ansprechbar war. Er hoffte, dass er es durch seine Liebeskunst veranlasst hatte. Jetzt musste er schmunzeln. Laut den Gerüchten konnte er von sich behaupten, ein guter Liebhaber zu sein.
»Wann hast du Feierabend?« Er war wieder komplett angezogen. In der Zeit hatte sie sich etwas gefangen und war dabei, ihre schönen Möpse unter den Kittel in ihren BH zu heben. Ungläubig starrte sie ihn an. Während sie ihre Kleidung richtete, schien sie sich weiter von ihm zu entfernen. »Hey, Sabine? Was um alles in der Welt tust du da?«
***
Sabine schämte sich gerade in Grund und Boden. In der Zeit, in der er sich angezogen hatte, war es ihr gelungen, hinter den Schreibtisch zu treten. Eine Barriere, die ihr endlich verdeutlichte, dass das hier kein Traum war.
»Es tut mir leid«, stammelte sie vor sich hin.
»Was tut dir leid?« Er schien wirklich nicht zu wissen, wovon sie sprach.
»Ich hoffe, Sie haben keinen falschen Eindruck von mir bekommen.« Ihr Gesicht wurde plötzlich glühend heiß. Sicherlich überzog eine tiefe Röte ihre Wangen. »Oh Gott, Sie haben jetzt bestimmt einen falschen Eindruck von mir«, flüsterte sie am Boden zerstört. Sie senkte den Blick, wollte in das kleinste Mauseloch kriechen, das vorhanden war. Gut, sie hätte wahrscheinlich nicht hineingepasst. Was noch ärgerlicher und peinlicher war.
Sie suhlte sich direkt in ihrem Selbstmitleid.
Dass er sich ihr näherte, bekam sie dadurch nicht einmal richtig mit. Plötzlich packte er sie von hinten. Umschlang ihren Körper und flüsterte eindringlich in ihr Ohr: »Ich habe einen Eindruck gewonnen!«
Mit einem heiseren Aufschrei wollte sie sich von ihm lösen, ihm entfliehen. Verdammt, so wie in diesem Augenblick hatte sie sich noch nie ihn ihrem Leben geschämt. Nicht einmal damals, als ihre Oma beim Bettenmachen ihren Dildo gefunden hatte.
Sie fing leise zu weinen an. Tränen rannen unaufhaltsam über ihre Wangen.
***
»Mensch, Sabine, jetzt übertreibst du aber.« Zärtlich hielt er sie mit seinen Armen umfangen. Er drehte sie zu sich, drückte ihren Kopf an seine Brust. Streichelte beruhigend über ihren Rücken. Berührte sanft ihre für ihn so perfekte Taille. Legte seine Lippen auf ihren Scheitel und murmelte zärtliche Worte.
Er wollte ihr sagen, was ihm diese Minuten gegeben hatten. Dass er völlig überrascht gewesen war. Sie ihn aufs Schärfste angetörnt hatte.
Plötzlich wurde die Tür des Schwesternzimmers aufgerissen.
»Schwester Sabine, Zimmer 365a wartete seit fünfzehn Minuten auf sie!« Dieser forsche und unfreundliche Ton kam von der Oberschwester, die ausgerechnet heute eine Stunde eher ihre Runde lief.
Keine Sekunde später erfasste sie die Situation und ein entrüstetes Schwester Sabine! stand im Raum. Sie, die ständig auf Disziplin und Ordnung achtete, empörte sich durch ein missbilligendes Schnauben.
Langsam nahm Thomas seine Arme von ihr. Trat zur Seite, zwinkerte ihr heimlich zu, an der Tür drehte er sich um, warf ihr eine Kusshand zu und rief nur ein Bis später.
***
Sie wurde mit einem bitterbösen Blick von ihrer Vorgesetzten bedacht. »Ich verbitte mir jegliche sexuellen Beziehungen hier auf der Station. Haben Sie mich verstanden?« Der Ton wurde eine Spur schärfer.
Leicht eingeschüchtert, drängte sie sich an der anderen Frau vorbei, fluchtartig verließ sie den Raum. Stürzte sich auf den nächsten Patienten und versuchte vergeblich, die kleinen erotischen Impulse in ihrem Bauch und die anzüglichen Gedanken zu verbannen. Sie in den hintersten Winkel ihres Bewusstseins zu verschieben.
Die Routine schaffte es, einen ziemlich störfreien Ablauf zu garantieren. Leider. Denn zu gern hätte sie ausgiebig darüber nachgedacht, jedes Detail wieder und wieder durchlebt. Sich an den Erinnerungen von dieser Nacht aufrecht gehalten. Würde sie jemals wieder diese Sinnlichkeit, diese sexuelle Erregung erfahren?
Sie konnte immer noch nicht glauben, was sie mit ihm getan hatte, was sie ihm gestattet hatte. Ohne Gegenwehr. Ohne Komplexe.
Inständig hoffte sie, dass ihre Chefin nicht zu viel hineininterpretieren würde und wenn dann erst mit ihr sprach. Da würde sie sich eine plausible Erklärung ausdenken müssen. Sie war emotional extrem aufgeladen und er von der Situation überrumpelt gewesen, tröstete sie sich kurz. Mehr war da nicht gewesen ... Ehrlich!
Gott sei Dank blieb ihr in dieser restlichen Nacht keine Möglichkeit, länger über die Sache nachzudenken. Zwei Zugänge mussten aufgenommen und medizinisch versorgt werden.
Endlich war diese verflixte Nachtschicht zu Ende. Die Übergabe verlief reibungslos. Jetzt wollte sie nur heim, ins Bett und schlafen.
Nachdenken auf keinen Fall.
Freundlich grüßte sie die zwei Kolleginnen am Empfang, winkte ihnen zu. Diese wünschten ihr einen guten Heimweg, ausreichend Schlaf und schöne Träume. Das war so ihr Standardsatz. Sabine antwortete dagegen immer, dass sie viele fragende Menschen und Anrufe erhalten mögen. Dann drohten sie ihr jedes Mal mit dem Zeigefinger und lachten fröhlich.
Ob sie, wenn doch getratscht werden würde, sie immer noch so nett grüßen würden? Jetzt lächelte sie ein wenig gezwungen.
Sie hatte ganz schönen Mist gebaut. Verflixt. Während des Winkens drehte sie sich mit Schwung in Richtung Ausgang und prallte gegen eine harte Brust. Der dazugehörige Körper umfing sie sofort mit starken Armen, damit sie nicht stürzte, und eine Stimme raunte ihr zu: »Hast du es so eilig, zu mir zu kommen?«
Erstarrt lag sie an seinem Körper. Hier im Foyer des Krankenhauses, wo jeder sie sehen konnte, wo ausgerechnet jetzt zum Schichtwechsel alle vorbeimussten, hielt er sie fest.
»Was tust du hier?« Dem Schock zugutehaltend, duzte sie ihn. Na, er hatte immerhin schon Dinge von ihr gesehen, die sonst keiner zu Gesicht bekam, da konnte sie ihn auch duzen.
»Auf dich warten!« Antwortete er und genüsslich drückte er seine Nase an ihren Hals.
»Bist du verrückt?« Sie war geplättet. Durch den Wind!
»Ja, nach dir!«
So musste es sich anfühlen, wenn einem das Herz im Leibe stehen blieb. Sie brauchte einen Notarzt – schnell.
***
Die Irritation, die Zweifel waren deutlich in ihrem Gesicht abzulesen. »Nach mir?«
»Okay, mach es mir nur nicht zu leicht!«
»Ich verstehe das alles nicht! Was soll ich dir nicht zu leicht machen? Ich ...« Er verschloss ihren Mund mit einem Kuss.
Mitten im Eingangsbereich ihres Arbeitsplatzes.
Sie versuchte, die Hände an seine Brust zu legen, wollte sich von ihm wegdrücken. Da umfasste er sie noch fester. »Bleib!«, raunte er nah an ihrem Ohr.
***
»Ich hole dich ab, bringe dich nach Hause, liebe dich ausgiebig, lasse dich schlafen, liebe dich wieder, bringe dich zur Arbeit ... hole dich ab, wenn es mit meinem Dienst übereinstimmt, liebe dich wieder. Na, ein Kreislauf, so nennt man das, glaube ich!« Er strich sich nachdenklich über sein Kinn. »Ach ja, außerdem verlange ich eine Schadensersatzleistung. Mein Kinn ist bestimmt gebrochen – mehrfach!«
Diese kurze Rede warf sie endgültig aus der Bahn. Er war verrückt – eindeutig.
»Du bist wahnsinnig! Hast du getrunken? Oder an den Medikamenten geschnüffelt?« Genauso sah sie ihn auch an.
»Nein – habe ich nicht, vielleicht sehe ich heute das erste Mal richtig klar.«
»Wie meinst du das?«
»Ich glaube, ich habe heute Nacht meinen Messias gefunden.«
»Deinen was? Ich dachte, du hast mit mir geschlafen?« Sie konnte nicht anders, sie musste ihn aufziehen und dabei anzüglich lächeln.
Irgendwie schienen sich die Empfindung der letzten Nacht durch seine Umarmung in Luft aufzulösen. Alle negativen Emotionen verpufften.
Die vielen neidischen Blicke der vorbeieilenden Kolleginnen entgingen wohl beiden. Für sie begann ein neues Abenteuer.
Zwischen Mörtel und Zirkel
Holly seufzte schwer. Ihr Seniorchef machte es ihr heute aber wirklich nicht leicht. Seit Wochen wurde sie mit Arbeit zugeschüttet. Sie hoffte, dass es nur ein Test sein würde für die Anwartschaft der Partnerschaft: Welcher der Kandidaten dem Druck standhielt.
Wie zum Teufel sollte sie das alles aufarbeiten?
Frustriert stützte sie die Ellenbogen auf den Tisch, faltete ihre Hände und legte den Kopf darauf.
Eigentlich liebte sie ihre Arbeit. Bauzeichnungen anzufertigen, die Statik zu berechnen, zu sehen, wie aus einfachen Strichen auf dem Papier Bauwerke in der Stadt wurden. Wenn sie dann daran vorbeifuhr und wusste, dass sie einen Teil davon erschaffen hatte, war sie so verdammt stolz auf sich. Nur ab und zu konnte sie kein Papier mehr sehen.
Allerdings wollte sie unbedingt den Posten des Juniorpartners haben, dafür würde sie so einiges auf sich nehmen. Das ganze Architekturbüro Dreyer wusste, dass nächstes Jahr diese eine Stelle frei werden würde. Leider gab es drei aussichtsreiche Bewerber für den Job.
Einer davon war sie. Was sie ein wenig verunsicherte, war, dass sie die jüngste von den dreien war. Mit ihren sechsundzwanzig Jahren verdammt jung und hier zählte Berufserfahrung.
Nur stellte sie sich mittlerweile die Frage, was sollte sie alles dafür aufgeben? Wann hatte sie sich das letzte Mal mit ihren Freunden getroffen? Wann den letzten Sex gehabt? Sie strich sich über die Stirn. Zum Teufel – das war Monate her!
Monate!
Seit ihrer Entjungferung auf dem College hatte sie keine so lange Trockenperiode mehr gehabt. Die Arbeit fraß ihre Zeit auf. Sie kam ja kaum noch raus. Geschweige denn zu einem Date.
Sexuelle Frustration.
Na, prima.
Holly sah auf den Stapel Akten mit verschiedenen Projekten auf der einen und auf den Berg Zeichnungen auf der anderen Seite. Sie konnte sich entscheiden. Die Akten verhießen einen Tag hinter dem Schreibtisch. Die Zeichnungen bedeuteten frische Luft, Staus, ständige Kontrollanrufe und sich mit richtigen Menschen herumzuärgern. Denn selten machten die Leute auf der Baustelle das, was in den Zeichnungen angegeben war. Sie kamen dann immer mit denselben Ausreden: nicht realistisch, nicht umzusetzen, nicht machbar.
Aber sie kam raus aus diesem Büro und weg von den alten, leicht verklemmten Arbeitskollegen. Sie legte sich die Zeichnungen auf den Tisch und zählte im Geheimen den alten Kinderreim Ene, mene, muh auf. Die letzten Blätter, über die sie mit den Fingerspitzen glitt, würden ihr ihr heutiges Tagesziel verraten.
Langsam und bedächtig schritt sie an dem Schreibtisch entlang.
»Eeeene ...« Die erste Zeichnung hätte sie sich sowieso nicht freiwillig ausgesucht, der Zufall meinte es gut mit ihr.
»Meeene ...« Die nächsten Blätter berührte sie flüchtig.
»Muh ...« Sie musste langsam über sich selbst grinsen. Albern. Ging aber Schritt für Schritt weiter.
»Und ...« Langsam kam sie zum Ende der Reihe.
»Raus bist ...« Noch zwei Blätter.
»Du!« Mit spitzen Fingern zog sie die Zeichnung hervor. Las die darauf gedruckte Adresse und freute sich, da sie jetzt, bei dem schönen Wetter, die Möglichkeit hatte, ihr Büro zu verlassen, weil die Anschrift etwas außerhalb lag.
Diese Baustelle war eine Problembaustelle. Alle angeordneten Zeichnungen kamen erst einmal zurück. Da der zuständige Bauleiter an der Ausführung, der Planung und manchmal sogar an der Anzahl der Durchschläge rumzunörgeln hatte. Sie freute sich regelrecht darauf, diesem speziellen Bauleiter einmal persönlich gegenüberzutreten. Vielleicht legte sich dann seine Garstigkeit – oder sie nahm zu. Holly speicherte die Adresse auf ihrem Handy, legte die Unterlagen in eine dafür vorgesehene Mappe und angelte im Vorbeigehen nach ihrem Jackett.
Mister Dreyer war ein Chef, der die Emanzipation nicht so ernst nahm. In seinem Unternehmen gab es keine Frauenquote und schon gar keine Feministinnen. Seine Sekretärinnen sollten adrett, anständig und über vierzig sein.
Durch den gutgemeinten Zuspruch ihres Onkels hatte Holly die Chance bekommen, ein Jahrespraktikum hier zu absolvieren. Und dass sie genau wusste, was sie wollte, das schien ihm auf eine eigentümliche Art und Weise imponiert zu haben.
Ihre Arbeit überzeugte, dass es ihr Spaß machte, merkte man, und endlich war sie so weit, sich für den Job als Architektin und Bauzeichnerin dort ganz oben zu bewerben.
Auf dem Weg zu ihrem Wagen meldete sie sich ab, gab die Adresse der Baustelle an, bekam im Sekretariat ihren Freistempel (der besagte, dass sie auf Außendienst wäre und nicht unentschuldigt fehlte) und machte sich endlich los. Immerhin wollte sie den Mann auf dem Bau antreffen.
Anderthalb Stunde später bog sie von der Hauptstraße in die Baustellenzufahrt ein. Verwundert darüber, dass ihr Wagen der Einzige in der Einfahrt war, stieg sie aus.
Ein wenig planlos stand sie mitten auf dem Platz, als plötzlich scharf hinter ihr gepfiffen wurde.
»Das ist Privatgelände, scheren Sie sich runter, der Einkaufstempel ist drei Straßen weiter!« Holly drehte sich langsam um. Nette Begrüßung. Sie hatte die Person, welche gepfiffen hatte, noch nicht zwischen den Stahlträgern und Gerüstteilen ausmachen können.
»Na, Täubchen, los, setz deinen hübschen Hintern in Bewegung!«
Täubchen? Hübscher Hintern? Dem Kerl trommelten wohl die Locken! Provokativ stellte sie sich breitbeinig vor ihren Wagen, verschränkte die Arme und ließ ihren Blick in Richtung des irgendwann mal fertigen Gebäudes schweifen. Noch standen nicht mehr als die äußeren Stahlträger und nur die unteren Böden waren eingebracht worden. Etwas gespenstig wirkte es schon, vor allem, da es so verlassen schien.
Wenn sie sich vorstellte, dass hier in ein paar Monaten hunderte von Menschen arbeiten sollten, wurde ihr schon ein wenig stolz ums Herz.
Dem Gepolter zufolge, hatte ihr Auftauchen ihn so in Rage versetzt, dass er sein Werkzeug fallen gelassen hatte oder über etwas gestolpert sein musste. Laut fluchend hörte sie, wie im Gebäude irgendetwas nachgab – waren es Arbeitsmittel oder eine Leiter? Zumindest bereitete es einen höllischen Lärm. Einen kurzen Moment machte sie sich Sorgen, der Mann wäre gestürzt und könnte jetzt verletzt in dem großen Bauwerk liegen.
In diesem Moment konnte sie ihn schon, auf Höhe der vorletzten Etage, die provisorischen Treppen herunterlaufen sehen. Ein Vorteil, wenn die Wände noch fehlen.
Ihr gefiel dieses Schauspiel und sie konnte nicht abwarten, wie es weiterging. Allein diese Szene hatte ihren Tag erheitert. Holly überlegte kurz, ob sie sich wegdrehen und provokativ im Spiegel anschauen sollte. So auf eine Art Täubchen, wie er es gerne hätte. Ein freches Schmunzeln huschte über ihr Gesicht, denn sie hatte eine weitaus bessere Idee.
Mittlerweile hatte der Bauarbeiter das Erdgeschoss erreicht und kam zügigen Schrittes den Eingangsbereich entlang. Lief über die Zufahrt und in Richtung ihres Wagens.
»Sie verstehen wohl kein Deutsch, Täubchen?«, sprach er sie in einem überaus abfälligen Ton an.
Holly wäre nicht Holly, wenn sie ihre Chance nicht nutzen würde. Denn der Kerl sah attraktiv aus. Nicht mehr der Jüngste, gut und gerne in den Vierzigern. Kurze, graumelierte Haare, ein passender Dreitagebart und ein breites, fast bulliges, aber freundliches Gesicht. Welches natürlich gerade nicht so freundlich schaute. Aber darüber hinaus durchweg sympathisch war.
Er hatte typisch breite Bauarbeiter-Schultern, ein ausgeprägtes Kreuz und einen kleinen Bierbauch. Nicht übermäßig groß, aber unter dem T-Shirt leicht angedeutet. Er trug beige-orangefarbene Sicherheitskleidung, fast wirkte sie wie eine Uniform an ihm. Und Männer in Uniform ... Oh, là, là.
Holly hatte sich die Jacke ausgezogen und demonstrativ durch das offene Autofenster geworfen. Sie kehrte zu ihrer vorherigen Körperhaltung zurück. Leicht breitbeinig und mit verschränkten Armen.
»Non, ma chéri, isch ’abe Probleeeme mit, wie sagte man dieser Spracheee.« Sie gab sich sehr viel Mühe, nicht laut loszulachen.
»Wollen Sie mich verarschen?«
»Sie haben damit angefangen!« Jetzt konnte Holly nicht anders und musste einfach kurz kichern.
»Was machen Sie hier auf der Baustelle? Fahren Sie Ihren Wagen weg und zwar husch, husch ... Sie könnten vielleicht noch Ihre schicke Bluse beschmutzen.« Der Mann gegenüber hielt seine Hände in die Luft und deutete auf Höhe ihres Busens eine anzügliche Kreisbewegung an.
Allein diese Geste durchzog Holly mit einer heißen Woge des Begehrens. Verflixt, es war wirklich schon viel zu lange her. Sie musste das hier schnell hinter sich bringen, dann nahm sie sich vor, heute Abend in eine Bar zu gehen, um zu sehen, wie sich der Abend entwickeln würde.
Ja, der Plan war gut.
»Ich komme vom Architekturbüro Dreyer. Wir haben dem Bauleiter Zeichnungen zugeschickt, die ich gern mit ihm abgleichen und eventuelle Änderungen übernehmen würde. Ist der Bauleiter denn da?« Holly drehte sich leicht um sich selbst im Kreis. »Wo sind überhaupt die anderen Bauarbeiter, Kranführer, Baggerfahrer?«
Verlegen kratzte sich ihr Gegenüber am Kopf.
»Die haben heute schon gegen Mittag Schluss gemacht, läuft doch das große Spiel am Abend, sie wissen schon, die Eintracht gegen den SV.« Holly sah ihn erstaunt an.
»Keine Sorge, die Stunden wurden vorgearbeitet. Einige werden sie nacharbeiten. Alles im grünen Bereich. Und der Bauleiter, der steht vor ihnen.« Er hob die Finger in die Luft und setzte das Gesagte in Anführungsstrichen. »Ersatzbauleiter – der Peters ist seit einer Woche krank. Na ja, und einer muss ja hier die Stellung halten. Ich stehe außerdem auf anderen Sport.« Dass er sie ärgern wollte, war ihr sofort klar. Der anzügliche Blick war gewollt.
»Und warum erfährt das Planungsbüro solche Sachen nicht?« Er zuckte mit den Schultern und sein Gesichtsausdruck wurde ratlos.
»Davon habe ich keine Ahnung. Mist, ich habe erst vor einem Monat hier angefangen. Bekomme ich deswegen jetzt Ärger?« Holly ließ ihren Blick über die gesamte Baustelle wandern.
»Ich denke nicht, wenn Sie mir das unterzeichnen, was wir hier vereinbaren, dann sind Sie und ich aus dem Schneider.« In Holly keimte eine Idee. Der Kerl gegenüber war attraktiv und Bauarbeiter hatten doch sowieso ihr eigenes Image.
Sie konnte nur hoffen, dass er nicht abgeneigt war. Aber das würde sie in den nächsten Minuten herausbekommen.
»Gibt es hier eine Art Besprechungsraum? Wo wir die Unterlagen ausbreiten und durchgehen können?« Ganz alleine auf der großen Baustelle mit diesem heißen Kerl. Holly – du hast zu viel Fantasie. Sie musste über sich selbst schmunzeln.
»Klar, haben wir den. In der ersten Etage wurden provisorische Wände eingezogen, da können wir hin.« Er zeigte nach oben.
»Na, hervorragend. Dann schnappe ich mir jetzt meine Mappe und folge Ihnen unauffällig.«
Während der große Mann vor ihr herlief, betrachtete sie mit Wohlwollen seinen festen, straffen Po. Ein hübscher Hintern. Der Gedanke von vorhin breitete sich warm in ihrem Bauch aus.
Vielleicht ging sie nachher doch aufs Ganze.
»Hier entlang, noch einmal abbiegen, dann sind wir da.« Er zeigte mit der Hand in die angegebene Richtung und lief weiter voran.
Gleich darauf betraten sie gemeinsam einen provisorischen Raum, in dessen Mitte mehrere breite Tische zusammengestellt worden waren.
Holly fühlte das Kribbeln in ihrem Bauch, ihre Nippel stellten sich alleine bei dem Gedanken an seine großen und sicherlich von der Arbeit rauen Hände auf.
Darmowy fragment się skończył.