Czytaj książkę: «Leder brennen»
Michele Y. Parsons
LEDER BRENNEN
Michele Y. Parsons
LEDER BRENNEN
Dekorative Lederbrandmalereien für Einsteiger und Profis

HEEL
HEEL Verlag GmbH
Gut Pottscheidt
53639 Königswinter
Tel.: 02223 9230-0
Fax: 02223 9230-13
E-Mail: info@heel-verlag.de
www.heel-verlag.de
Deutsche Ausgabe:
© 2020 HEEL Verlag GmbH
Originalausgabe:
Original English Language edition Copyright © 2019 by Michele Y. Parsons and Fox Chapel Publishing Company, Inc., 903 Square Street, Mount Joy, PA 17552, USA. Fox Chapel Publishing Inc. All rights reserved.
Translation into the German language Copyright © 2020 by Heel Verlag GmbH. All rights reserved. Published under license.
Deutsche Ausgabe:
Übersetzung aus dem Englischen: Claudia Buchholtz, Rackwitz
Satz: gb-s Mediendesign, Königswinter
Covergestaltung: Axel Mertens, Heel Verlag GmbH
Lektorat: Helge Wittkopp
Fotos: © 2019 by Michele Y. Parsons and Fox Chapel Publishing Company, Inc.
Mit Ausnahme von:
© Fotolia.de: Wogi (U1 o. Lederhintergrund), Eky Chan (U1 M. Lederhintergrund)
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Warnhinweis:
Das Werken mit Brennstäben, Messern und anderen Werkzeugen zur Lederbearbeitung birgt gewisse Risiken. Etliche Ratschläge und Anleitungen können bei fehlerhafter Ausführung unter bestimmten Umständen zu Folgeschäden führen. Autor und Verlag lehnen daher ausdrücklich jede Haftung für die veröffentlichten Arbeitsanweisungen und daraus gefolgerte Schlüsse ab. Der Herausgeber und der Autor fordern alle Leser auf, jedes Projekt gründlich zu lesen und den korrekten Gebrauch aller Werkzeuge zu verstehen, bevor ein Projekt begonnen wird. Bei allen anhand dieses Buches ausgeführten Arbeiten trägt der Durchführende das alleinige und uneingeschränkte Risiko. Ebenso ist die Haftung des Autors und Verlags für Druckfehler, Schreibfehler und sachliche Fehler jeder Art ausdrücklich ausgeschlossen.
– Alle Rechte vorbehalten –
Printed in Slovenia
ISBN: 978-3-96664-010-7
eISBN: 978-3-96664-117-3
INHALT
EINFÜHRUNG
KAPITEL 1: LEDER
Lederarten und Fachbegriffe
Leder kaufen und Lederstärke
KAPITEL 2: AUSRÜSTUNG, WERKZEUG UND ZUBEHÖR
Ausstattung des Arbeitsplatzes
Brandmalgeräte
Brennstifte und Brennspitzen
Kabel und Adapter
Lötlampen und Gasbrenner
Weiteres Zubehör
KAPITEL 3: VERFAHREN UND METHODEN
Vorbereiten der Brennwerkzeuge
Vorbereiten des Leders
Übertragen von Mustervorlagen
Brenntechniken
Tonwerte und deren Abstufung
Fehler ausbessern
KAPITEL 4: FARBAUFTRAG UND OBERFLÄCHENBEHANDLUNG
Leder-Pyrographie in Farbe
Oberflächenbehandlung
Versuche mit Farben und Finishs
KAPITEL 5: EINZELNE PROJEKTE
Untersetzer
Schlüsselanhänger
Lesezeichen
Buchhülle
Fransenkissen
Schopfwachtel, dreidimensional
KAPITEL 6: MUSTERVORLAGEN
WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN
Verbände des lederverarbeitenden Handwerks
Museen
Messen und Veranstaltungen
Zeitschriften, Newsletter, Webseiten zum Thema
Bücher zu Lederbearbeitung und zu Brandmalerei
Pyrographiebedarf – Hersteller und Händler
Lederbearbeitung, Sattlereibedarf, Leder – Hersteller und Händler
Über die Autorin
Dank
EINFÜHRUNG
Nachdem ich viele Jahre lang die Kunst der Brandmalerei, auch Pyrographie genannt, ausgeübt und gelehrt hatte, machte ich mich eines Tages daran, mit Leder zu experimentieren – und komme seitdem nicht mehr davon los. Mit dem Brenner auf Leder zu zeichnen fühlt sich, verglichen mit dem doch recht raufaserigen Werkstoff Holz, viel glatter an. Es schmeichelt nicht nur der Hand, sondern wirkt auch äußerst entspannend. Völlig frei malen zu können, ohne sich mit Maserung und Faserrichtung von Holz auseinandersetzen zu müssen, das gefiel. Also blieb ich dabei und begann, neben meinen Holzbrandmalereikursen auch welche in Lederbrennen zu leiten. Zusätzlich bot ich meinen Kursteilnehmern geeignete Lederprodukte in meinem Onlineshop an. Daraufhin erreichten mich Anfragen zur Lederbrandmalerei von Kunden, die nicht in meinen Kursen saßen, und mir wurde bewusst, dass ich denen das nötige Handwerkszeug schlecht per Telefon oder E-Mail vermitteln konnte -zumal viele von ihnen noch keinerlei Erfahrung mit Brandmalerei hatten. Und so begann ich, nach Informationen zur Lederbrandmalerei zu suchen, nach Büchern oder Videos, die ich in meinem Shop anbieten oder meinen Kunden empfehlen könnte. Doch ein Angebot diesbezüglich ist nahezu nicht vorhanden. So beschloss ich, dieses Buch zu schreiben.
Während ich über den Inhalt des Buches nachdachte, fragte ich mich, warum jemand, der Leder bearbeitet, ausgerechnet zur Brandmalerei greifen sollte, anstatt zu traditionellen Techniken wie dem Prägen, Punzieren, Nassformen oder dem Lederschnitt. Was die moderne Pyrographie auszeichnet, ist die Möglichkeit, Details und Schattierungen auf dem Leder extrem fein herauszuarbeiten. Angenommen, man will eine Feder darstellen. Bei den herkömmlichen Methoden würden die Linien gestanzt. Wenn ich dieselbe Feder jedoch mit dem Brandmalgerät gestalte, kann ich mit einer schmalen Schrägspitze extrem feine Linien so nahe nebeneinandersetzen, dass die Feder in hohem Maße realistisch wirkt. Ebenso kann ich mit einer Schattierspitze die feinen Abstufungen auf der Iris eines Auges realistisch darstellen. Die Pyrographie eröffnet uns Möglichkeiten zur Darstellung von Feinheiten, die andere Ledergestaltungsmethoden nicht bieten.
Das vorliegende Buch soll in erster Linie die Grundlagen der Brandmalerei vermitteln, die für die Bearbeitung von Leder wichtig sind. Ich lasse Sie an den Techniken teilhaben, die ich persönlich anwende. Ich bin mir aber durchaus bewusst, dass man diese Kunstform auch mit anderen Methoden zur Meisterschaft bringen kann. Ich hoffe, Sie haben bei der Lektüre des Buches und dem Ausprobieren verschiedener Techniken und Projekte genauso viel Spaß wie ich.

Michele Parsons
WAS IST PYROGRAPHIE?
Der auf den ersten Blick ein wenig hochgestochen, wenn nicht gar wissenschaftlich anmutende Fachbegriff für die Brandmalerei setzt sich aus zwei Wortelementen zusammen, die aus dem Griechischen stammen: pyro mit der Bedeutung Feuer und -graphie mit der Bedeutung schreiben bzw. zeichnen. Die deutsche Entsprechung ist Brandmalerei -auch wenn es sich hier nicht um Malerei im engeren Sinne handelt, sondern eher um das Zeichnen, also um monochrome grafische Darstellungen. Wichtiger aber ist, dass es ums Brennen geht, denn bei der Pyrographie bzw. Brandmalerei werden Muster, Schriftzüge oder Bilder auf ein beliebiges Trägermaterial gebrannt. In erster Linie natürlich auf Holz, aber eben nicht ausschließlich, sondern auch auf Kork, Leinwand, Kürbisse, Leder, Knochen und Papier.
KAPITEL 1: LEDER

Lederarten und Fachbegriffe
Leder ist nichts anderes als die Haut eines Tieres, das in der Gerberei zu Leder aufbereitet und damit überhaupt erst nutzbar gemacht wurde. Dieser chemische Prozess kann nur unter Einsatz allerlei Hilfsstoffe und Substanzen erfolgen, das können mineralische (z. B. bei der Chromgerbung) und synthetische Gerbmittel sowie Farbstoffe sein, aber auch natürliche Stoffe auf pflanzlicher oder tierischer Basis. Oft führt eine Kombination aus mehreren zum gewünschten Ergebnis. Werden die Gerbstoffe vorwiegend aus Pflanzen gewonnen – meist aus deren Rinde –, spricht man von pflanzlicher bzw. vegetabiler Gerbung oder von Lohgerbung. Wenn man Leder mit einem Brandmalgerät bearbeitet, werden durch die Hitze Dämpfe freigesetzt, die bei nicht pflanzlich gegerbtem Leder durchaus Giftstoffe enthalten und damit beim Einatmen schädlich sein können. Verwenden Sie für die Brandmalerei nur vegetabil gegerbtes, ungefärbtes Leder. Leider ist Leder, das im Laden oder online angeboten wird, diesbezüglich nicht immer klar deklariert, im Fachhandel kann man eine entsprechende Kennzeichnung aber schon erwarten. Vegetabil gegerbtes Leder, oft auch als Blankleder gelistet, lässt sich meist auch anhand der natürlich-beigebraunen Durchfärbung erkennen. In unseren Breiten handelt es sich dabei meist um Rindsleder und ist problemlos erhältlich. Die Lederseite mit der glatten Oberfläche wird als Narbenseite bezeichnet. Es ist die Seite der Haut, auf der sich das Fell befand. Die raue Seite wird hingegen Fleischseite genannt, weil sie nach innen zum Fleisch zeigte. Es ist sozusagen die Rückseite des Leders.

Leder kaufen und Lederstärke

Gerber geben die Größe des Lederstücks in Quadratmetern an. Meist werden die Häute im Ganzen oder in klar definierten Abschnitten angeboten:
ganze Haut: die komplette gegerbte Haut des Tieres
halbe Haut: die entlang der Rückenlinie vom Hals bis zur Schwanzwurzel geteilte gegerbte Haut des Tieres
Hals: der komplette Schulterbereich der ganzen Haut
halber Hals: der Schulterbereich einer halben Haut
halber Hecht: halbe Haut, von der die Flanke abgetrennt wurde
Flanke: der Bauchbereich einer halben Haut
Der Preis hängt von der Qualität der Narbenseite ab. Weist die Haut viele Fehler wie Kratzer, Löcher oder Spuren von Brandzeichen auf, wird sie preisgünstig als zweite oder dritte Wahl angeboten. Ist sie hingegen ohne Makel, wird sie als Premiumqualität verkauft.
Der Lederpreis wird mitunter auch nach dem Gewicht pro Quadratfuß oder Quadratmeter berechnet. Beim Gerben werden dicke Häute gespalten, sodass das Leder eine gleichmäßigere Stärke erhält. Aber Leder ist ein Naturprodukt, deshalb variiert die Stärke auch nach dem Spalten noch. Aus diesem Grund wird bei Lederstärke und Gewicht immer ein Bereich angegeben, wobei Gewicht und Stärke einander bedingen. Einteilungen wie in der Tabelle auf S. 10 können als Richtlinien hilfreich sein. Für die Brandmalerei ist die Lederstärke jedoch relativ unerheblich, lediglich bei sehr dünnem Leder sollte man mit Schrägspitzen vorsichtig sein, denn sie haben eine Schneide und wenn diese heiß ist, genügt ein Quäntchen Druck zu viel und schon hat man das Leder durchschnitten.

Eine einfache Messlehre hilft, die Lederstärke schnell und einfach zu bestimmen

KAPITEL 2: AUSRÜSTUNG, WERKZEUG UND ZUBEHÖR

Einen einfachen Arbeitsplatz für Leder-Pyrographie einzurichten ist kein Hexenwerk und benötigt wenig Platz. Im Folgenden wird beschrieben, was Sie brauchen.
Ausstattung des Arbeitsplatzes
Tisch und Stuhl

Bei der Brandmalerei sollte man sitzen – ob auf einem Stuhl, auf dem Sofa oder am Tisch ist letztendlich egal. Wichtig ist, dass sich Arm und Schulter in bequemer Höhe befinden. Liegt die Arbeitsfläche zu weit oben, zieht man die Schultern hoch, was nach längerem Arbeiten zu Verspannungen an Schulter und Hals führt. Außerdem verringert es die Kontrolle über das Brenngerät. Am Tisch arbeitet es sich am besten, er bietet Platz für Ausrüstung und Werkzeuge, und bei richtiger Stuhl- und damit Schulterhöhe lässt sich bei voller Kontrolle ermüdungsfrei arbeiten. Wenn man allerdings an einem größeren Objekt, beispielsweise einer Box oder einer Schale arbeitet, kann ein Tisch schon zu hoch sein und man sitzt besser auf einem Stuhl oder auf dem Sofa mit dem Werkstück auf dem Schoß. Dann braucht man aber eine stabile Fläche, auf der das Brenngerät sicher abgelegt werden kann und von der die heißen Brennstifte und Brennspitzen nicht herunterrollen können.
Lüftung

Ein Lötdampfabsorber mit Aktivkohlefilter
Mit der richtigen Lüftung vermeidet man das Einatmen von aufsteigenden Dämpfen und Rauch, außerdem mindert man den Geruch des verbrennenden Leders. Es gibt mehrere Möglichkeiten:
Mit einem kleinen Ventilator lassen sich die Dämpfe vom Arbeitsplatz wegblasen. Richten Sie den Luftstrom nicht direkt auf den Arbeitsplatz, da er die Temperatur der Brennspitzen negativ beeinflusst, während Sie damit arbeiten. Der Raum sollte zuzätzlich gut belüftet sein, beispielsweise durch offene Türen oder Fenster, da der Ventilator ansonsten die Dämpfe nur im Raum verteilt und Sie sie trotzdem einatmen.
Eine weitere Möglichkeit ist ein Dampf- bzw. Rauchabsorber mit Aktivkohlefilter. Die Aktivkohle bindet die schädlichen Partikel, dabei wird die Luft zwar nicht zu hundert Prozent gereinigt, aber der Unterschied ist deutlich spürbar. In einem Zimmer mit Aktivkohlefilter-Absorber ist der Geruch kaum wahrnehmbar. Ein Lötdampfabsorber funktioniert allerdings nur, wenn er direkt neben dem Arbeitsbereich steht und die Dämpfe sofort einsaugen kann, ansonsten entweichen sie und zirkulieren im Raum. Bei mir steht der Absorber ein bisschen erhöht auf ein paar Holzblöcken und ist direkt auf meine Arbeitsunterlage gerichtet. Ich empfehle Absorber mit Aktivkohlefilter und einem Luftdurchsatz von mindestens 2,5 Kubikmetern pro Minute. Besonders bei Modellen im Niedrigpreisbereich ist die nötige Saugleistung oft nicht gegeben.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, ein Lüftungssystem zu installieren, das direkt nach draußen führt – eine Abzugshaube für die Werkstatt sozusagen. Das ist allerdings eine Dauerlösung und erlaubt es nicht, die Arbeit an einen anderen Platz zu verlagern oder zum Brandmalereikurs mitzunehmen, wie es mit einem transportablen Ventilator oder Absorber möglich wäre.
Arbeitsfläche, Arbeitsplatte, Drehteller
Eine dreh- und kippbar gelagerte Arbeitsfläche ist für die Brandmalerei nicht unbedingt notwendig, aber wir werden alle älter und unsere Augen lassen nach. Man neigt oft dazu, sich über die Arbeit zu beugen und besonders nah heranzugehen, um besser sehen zu können. Bei der Brandmalerei würde das aber bedeuten, dass uns die Dämpfe direkt in Nase und Augen steigen. Vor einer angekippten Arbeitsplatte hingegen sitzt man, wie der Maler an seiner Staffelei, aufrecht auf dem Stuhl und die Arbeit ist dennoch nah genug vor den Augen. Die Dämpfe steigen senkrecht nach oben, wo sich aber nun unser Gesicht nicht mehr befindet. Auch reflektiert eine gekippte Arbeitsfläche das Licht von oben nicht so stark, dass es blendet. Außerdem kann man auf einer schräggestellten Arbeitsplatte die Oberseite eines großen Werkstücks im Sitzen bearbeiten. Hätte man nur einen waagerechten Tisch, müsste man sich zum Brennen im Stehen über ein großes Lederstück beugen, mitunter stundenlang, was dem Rücken alles andere als zuträglich ist. Eine angekippte Arbeitsfläche sollte man unbedingt mit einer Antirutschmatte belegen, damit das Werkstück nicht heruntergleitet.

Eine Arbeitsplatte, die sich kippen und drehen lässt
Ein Drehteller ist und rund um ein Werkstück verlaufenden (Rand-) Mustern sehr nützlich. Denn sonst müsste man Malhand und Arm immer wieder in eine unbequeme Position zwingen, wenn man beispielsweise mit der Schrägspitze Kurven in einer einzigen fließenden Bewegung zeichnen will oder bei Schattierungen mit der Änderung der Strichrichtung arbeitet.
Arbeitsplatzbeleuchtung

Unterschätzen Sie niemals die Bedeutung von Licht am Arbeitsplatz. Ein Arbeitsplatz, der nicht hell genug ist, und sei es nur abends oder an wolkenverhangenen Tagen, sollte unbedingt mit einer zusätzlichen (mobilen) Lampe ausgestattet werden.
Brandmalgeräte
Es gibt zwei Arten von elektrischen Brenngeräten für die Pyrographie, nämlich Brandmalkolben mit massiven Messingspitzen und Brennstationen mit Brennschleifen aus Nickel-Chrom-Draht. Beide haben ihre Berechtigung und beide bieten Vor- und Nachteile.
Brandmalkolben mit massiver Brennspitze

Brandmalkolben mit massiver Spitze ähneln herkömmlichen Lötkolben, die man einfach in die Steckdose steckt. Die massive Spitze wird in verschiedenen Formen angeboten, sie ist austauschbar und wird meist in den Kolbenschaft eingeschraubt. Bei den meisten dieser Art von Brandmalkolben lässt sich die Temperatur nicht verändern.
Vorteile von Brandmalkolben mit massiver Spitze:
Die Kolben und Ersatzspitzen sind sehr preiswert.
Kolben und Spitzen lassen sich problemlos transportieren.
Die Messingspitzen halten die Wärme sehr gut, aufgrund dessen lassen sich dunkle Schwarztöne bestens realisieren.
Nachteile von Brandmalkolben mit massiver Spitze:
Messing wird, sobald es erhitzt wird, formbar. Das heißt, die Spitze wird weich und kann sich leicht verbiegen, wenn man zu viel Druck ausübt.
Der Griff wird sehr heiß, besonders bei Modellen, bei denen auf einen Gummiüberzug über dem Kunststoffgriff verzichtet wurde.
Der Griff ist meist relativ dick und die ihn greifende Malhand befindet sich sehr weit von der Malspitze entfernt. Beides verringert die Kontrolle über die Striche, die man zeichnet.
Messingspitzen brauchen lange, um heiß zu werden oder abzukühlen, je nach Spitze können fünf Minuten vergehen. Das macht den Wechsel der Malspitze zu einem zeitaufwendigen Unterfangen.
Die Auswahl an Messingspitzen ist begrenzt, auch lässt sich mit ihnen bei Weitem nicht so extrem detailreich zeichnen wie mit Brennschleifen aus Nickel-Chrom-Draht.
Brandmalkolben ohne Temperaturregelung arbeiten mit einer einzigen fixen Temperatur und die ist meist sehr heiß. Will man helle, zarte oder leichte Striche erzeugen, muss man sehr schnell sein oder brennen, solange sich der Kolben aufheizt bzw. abkühlt.
Die Brandmalerei auf Leder erfolgt bei geringerer Temperatur als auf Holz, deshalb haben Firmen wie Tandy Leather Brandmalkolben mit massiver Spitze speziell für die Ledergestaltung auf den Markt gebracht, die bei niedrigeren Temperaturen um die 350 °C arbeiten. Die Probleme mit dem großen Schaftdurchmesser, dem Abstand zwischen Malhand und Malspitze und der fehlenden Möglichkeit, Stärke und Helligkeit bzw. Dunkelheit der Striche leicht zu beeinflussen, bleiben aber auch bei diesen Kolben weiterhin bestehen.
Brennstationen mit Brennschleifen aus Draht
Brenngeräte mit Drahtspitzen bzw. Brennschleifen aus Nickel-Chrom-Draht verfügen über einen Trafo, der die Temperatur regelt und via Kabel an den Brenngriffel angeschlossen ist. Die Brennstationen sind entweder mit einem oder zwei Brenngriffeln ausgestattet, wobei Letztere bei vielen Geräten nicht gleichzeitig betrieben werden können. Mit Hilfe eines Schalters lässt sich zwischen beiden hin- und herschalten, damit stehen jederzeit zwei verschiedene Brennstifte bereit. Das verringert den Verschleiß durch ständiges Umstecken der Drahtspitzen. Eine duale Brennstation lädt auch dazu ein, zwei Brennstifte mit unterschiedlichen Temperaturbereichen zu betreiben. Brennstifte mit starken Kabeln (für hohe Stromstärken) nimmt man für das Brennen bei hohen Temperaturen, was beispielsweise nötig ist, um besonders dunkle Schattierungen zu schaffen oder Materialien zu brennen, die einfach eine höhere Temperatur erfordern (wie Knochen). An einer dualen Brennstation lassen sich über entsprechende Adapter auch Griffel und Brennspitzen unterschiedlicher Hersteller betreiben.
Nachteile von Brennstationen mit Brennschleifen aus Draht:
Nickel-Chrom-Drahtbrennschleifen und das Zubehör kosten erheblich mehr als Brandmalkolben mit massiver Spitze.
Schattierspitzen aus Nickel-Chrom-Draht kühlen sehr schnell ab, sobald sie mit dem zu brennenden Material in Berührung kommen. Dieser Wärmeverlust lässt sich nur durch kürzere Strichlängen beim Schattieren kompensieren.

Vorteile von Brennstationen mit Brennschleifen aus Draht:
Der Griffel mit Spitze fühlt sich beinahe wie ein klassisches Schreibgerät an, da der Griff einen entsprechend geringen Durchmesser aufweist und dafür konstruiert wurde, nahe der Spitze gehalten zu werden. Damit ist die Hand nicht weit von der zu „bemalenden“ Oberfläche entfernt und der Handballen kann darauf ruhen, was zu mehr Stütze und Kontrolle beim Zeichnen führt.
Nickel-Chrom-Drahtbrennschleifen können äußerst klein und dünn sein, was eine ausgesprochen feine Detailarbeit ermöglicht.
Die Drahtspitzen aus Nickel-Chrom-Draht reagieren unheimlich schnell, heizen sich innerhalb weniger Sekunden auf und kühlen ebenso schnell wieder ab. Damit erhält man die Möglichkeit, einerseits sehr schnell zwischen dunklen und hellen Brennmarken hin- und herzuwechseln und andererseits die Drahtspitzen selbst sehr schnell auszutauschen.
Die Griffel werden bei weitem nicht so heiß wie der Schaft eines Brandmalkolbens mit massiver Spitze.
Nickel-Chrom-Drahtbrennschleifen werden in einer großen Bandbreite an Formen und Größen angeboten.
Brennstifte und Brennspitzen
Es gibt zwei Arten von Pyrographiestiften bzw. -kolben: solche mit fest verbauter Brennspitze und solche, bei denen diese ausgetauscht werden kann. Unabhängig davon lassen sich die Brennspitzen nach Form und Einsatzbereich in verschiedene Kategorien einteilen: Rundbzw. Schreibspitzen, Schrägspitzen, Schattierspitzen und Brennstempel, Ornament- und Effektbrennschleifen.

Brennstifte mit fest verbauter Brennspitze
Bei diesen Modellen wurde die Spitze fest mit dem Schaft verlötet, was in den Augen vieler Brandmaler aufgrund der hohen Festigkeit und Robustheit der Verbindung geschätzt wird. Das Anschlusskabel, das den Brennstift mit dem Trafo der Brennstation verbindet, ist nicht wie beim Lötkolben fest mit dem Griff verbunden, sondern liegt separat vor.

Malkolben und Brennstifte mit austauschbarer Brennspitze
Malkolben und Brennstifte mit austauschbarer Spitze bestehen naturgemäß aus zwei Teilen, dem Griff und der Spitze.
Die Befestigung der austauschbaren Spitze am Griff erfolgt auf verschiedene Weise. Bei Malkolben mit massiver Spitze wird diese in den Kolbenschaft eingeschraubt. Bei Brandmalgeräten mit Brennschleifen aus Draht gibt es je nach Hersteller unterschiedliche Herangehensweisen. Bei manchen ist die Drahtschleife mit einer Art Hülsensockel verbunden, was das Auswechseln erleichtern soll. Im Griff befindet sich die passende Fassung, in die der Sockel gesteckt wird. Um ihn wieder zu lösen, braucht man einen speziellen Sockelzieher, eine Art Zange oder Pinzette, mit der sich der Sockel greifen lässt ohne Schaden zu nehmen. Bei anderen Herstellern werden die Drahtenden mit Schrauben am Griff befestigt. Mitunter sind die Brenndrähte an den Enden verdickt. Die Verdickungen werden in die entsprechenden Röhrchen im Griff eingeführt und festgeschraubt. Bei anderen wiederum sind die Brenndrähte überall gleich dick, die Schrauben jedoch anders gelagert. Bei einer Version mit gleich dicken Drähten, die mit Hilfe von Schrauben gehalten werden, kann man einfach Nickel-Chrom-Draht von der Rolle kaufen und seine Brennschleifen selbst fertigen.
Brennspitzenkategorien

Wenn Hersteller die Anzahl ihrer verfügbaren Brennspitzen angeben, zählen sie meist beides zusammen, Brennstifte mit fest verbauter Spitze sowie Brennstifte mit austauschbaren Spitzen. So kommen manche Hersteller auf bis zu 900 Varianten. Das kann einen Einsteiger in die Brandmalerei schon mal überfordern. Um das Ganze zu vereinfachen, teilt man alle Brennspitzen je nach Verwendungszweck und Form in vier Kategorien ein: Rund- bzw. Schreibspitzen, Schrägspitzen, Schattierspitzen sowie Brennstempel/Ornament- und Effektbrennschleifen. Zwar kann man jede Spitze auf vielfältige Weise einsetzen, aber die Zuordnung zu einer dieser Kategorien beruht darauf, welche Form sich für welchen Einsatzbereich am besten eignet.
Rund- bzw. Schreibspitzen

Alle Brennstifte und Brennspitzen in dieser Kategorie haben eines gemeinsam: Das Ende der Spitze ist rund. Entweder in Form eines rundgebogenen Drahtes, einer abgerundeten massiven Spitze oder einer kleinen Kugel. Ein derartiges rundes Ende ermöglicht es der Spitze, über die Werkstückoberfläche zu gleiten, ohne an Faserung, Maserung, Körnung oder sonstigen Uneben- und Rauheiten hängenzubleiben. Damit lässt sich nicht nur besonders gut schreiben (daher der Name), auch Kreise und enge Bögen lassen sich damit wunderbar frei zeichnen.
Typische Merkmale einer Schreibspitze:
Das Ende der Spitze ist rund (rundgebogener Draht, rundes Metallende oder Kugel), wodurch die Spitze über die Materialoberfläche gleitet und mühelos Kreise und Bögen beschreibt.
Die Brennmarken einer Schreibspitze haben einen weichen Rand.
Die Schreibspitze dringt nicht tief ins Material ein, sondern gleitet über die Oberfläche. Auf Leder erreicht man einen Farbton von hellbis dunkelbraun.

Schrägspitzen für feinste Linien und Details

Diese Kategorie umfasst Brennstifte und Brennspitzen mit einer schräg gesetzten scharfen Kante bzw. Schneide, deren Form an eine Schreibfeder mit Winkelspitze oder auch an eine schräge Bandzugfeder erinnert. Eine Schrägspitze schneidet beim Brennen in die Materialoberfläche, dringt also ein, läuft dadurch wie in einem Kanal und kann seitlich nicht ausbrechen. Deshalb kann man mit einer Schrägspitze lediglich gerade oder leicht geschwungene Linien zeichnen. Setzt man einen Kreis an, obwohl sich die Spitze schon ins Material gegraben hat, wird sie entweder herausspringen oder brechen, sobald man sie seitlich verkantet. Die einzige Möglichkeit, mit einer Schrägspitze einen Kreis hinzubekommen, sind lauter winzige Einzelsegmente, die sich letztlich zu einem Kreis verbinden.
Der Name Schrägspitze resultiert aus der schräg verlaufenden Schneide. Nimmt man das Bild eines Fußes zu Hilfe, kann man diese Brennspitze unterteilen in Zehenspitze, der vordere Teil, der in einem spitzen Winkel ausläuft, und Ferse, das hintere, stumpfwinklige Ende. Die Zehenspitze kann spitz oder leicht abgerundet, der stumpfe Winkel der Ferse eckig bzw. kantig abgesetzt oder leicht abgerundet sein. Mit einer eckigen Ferse lassen sich sehr gerade Linien ziehen, indem man auch die Ferse in die Materialoberfläche versenkt und mit der Zehenspitze sozusagen wie auf Schienen deren Spur folgt. Hebt man die Ferse an, sodass sie aus dem Material auftaucht, kann man durchaus auch Kurven zeichnen. Eine abgerundete Ferse ist in erster Linie dafür gedacht, Kurven- und Wellenlinien zu erzeugen.

Typische Merkmale einer Schrägspitze:
Die schräge Kante ist scharf wie eine Schneide und schneidet beim Brennen ins Material.
Die Spitze dringt ins Material ein und läuft unterhalb der Oberfläche wie in einem Kanal, wodurch sich ein Kreis oder eine enge Kurve nicht in einem Schwung zeichnen lässt.
Mit einer Schrägspitze gezeichnete Linien sind fein und sehr scharf.
Auf Leder hinterlässt eine Schrägspitze sehr dunkle, beinahe schwarze Linien.

Schattierspitzen

Auch Schattierspitzen weisen wie Schrägspitzen eine scharfe Kante auf. Der Unterschied besteht darin, dass die meisten Schattierspitzen um ca. 45° abgewinkelt sind. Diese Platte wird komplett auf die zu brennende Oberfläche aufgesetzt, wie bei einem Bügeleisen brennt man also mit einer größeren Fläche. Schattierspitzen sind in einer großen Bandbreite erhältlich, von winzig klein bis sehr groß, spitz zulaufend oder vorne abgerundet, in Löffelform mit nach oben gewölbten Rändern, als geschlossene Fläche in Rauten- oder Bügeleisenform oder als Umriss. Die Aufgabe einer Schattierspitze ist es, verschiedene Tönungen zu erzeugen, ähnlich wie bei der Malerei mit einem Pinsel.
Typische Merkmale einer Schattierspitze:
Ähnlich einer Schrägspitze hat eine Schattierspitze eine scharfe Kante. Die Schattierspitze ist jedoch in den allermeisten Fällen abgewinkelt, sodass sich der vordere Teil, meist eine Art Platte, mühelos flächig aufsetzen lässt.
Eine Schattierspitze erzeugt oberflächliche Brennmarken von hell bis dunkel.

Brennstempel/Ornament- und Effektbrennschleifen

Alle anderen Aufsätze, die sich weder in Rund- bzw. Schreib-, Schräg- oder Schattierspitze einordnen lassen, werden in dieser Kategorie zusammengefasst. Beispiele sind Kreise, Vierecke und alle möglichen anderen Formen, die wie Stempel auf die zu brennende Oberfläche gepresst werden und so lange dort verbleiben, bis sich die Form eingebrannt hat. Für mich als Amerikanerin ist das vergleichbar mit dem Brenneisen, mit dem Rinder gekennzeichnet wurden. Darüber hinaus fallen auch die speziell zum Gestalten von Vogelfedern entwickelten Effektspitzen in diese Kategorie. Sie werden nicht nur auf die Oberfläche gepresst, sondern danach in einer bestimmten Richtung über die Fläche gezogen, um die Illusion von Federfahnen zu erzeugen. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es noch weitere Spezialaufsätze gibt, so zum Beispiel für Techniken wie Wachsbatik und Enkaustik, also das Malen mit heißem Wachs.

Typische Merkmale eines Brennstempels bzw. einer Ornament- oder Effektbrennschleife:
Die Spitzen werden wie Stempel oder Brenneisen so lange auf das Material gepresst, bis sich die Form eingebrannt hat.
Spezialbrennspitzen zum Gestalten von Federn werden auf die Oberfläche gepresst und dann weggezogen, um die Textur von Federfahnen zu erzeugen.
Kabel und Adapter

Kabel sind meist im Lieferumfang der Brennstation enthalten, aber manchmal erfordert das Brennprojekt ein weiteres Kabel anzuschaffen. Denn diese Verbindungskabel gibt es in verschiedenen Stärken. Die Standardausführung ist meist sehr flexibel und hat einen kleinen Durchmesser. Es gibt aber auch Kabel mit einem größeren Querschnitt, die für höhere Stromstärken ausgelegt und weniger flexibel sind. Aufgrund des höheren Stromflusses erlauben sie höhere Brenntemperaturen, was beim Schattieren und bei der Arbeit mit Brennstempeln von Vorteil ist.
An der Brennstation kann das Kabel je nach Hersteller fest verbaut sein oder es wird über eine lösbare Steckverbindung wie Kabelschuhe, die angeschraubt werden müssen, Klinkenstecker oder Cinchstecker angeschlossen. Am Kabelende, das an den Griffel angeschlossen wird, kann entweder ein Cinchstecker („männlich“) oder eine Cinchkupplung („weiblich“) sitzen. Möchte man Brennstifte anderer Hersteller an der Brennstation nutzen, dann kann ein Adapter vonnöten sein: Beispielsweise besitzt der Brennstift von Razertip eine „weibliche“ Cinchbuchse und verlangt somit nach einem Cinchstecker („männlich“).
Adapterstecker sind eine preiswerte Lösung, sie sehen ähnlich aus wie die, die man von Audiogeräten kennt. Allerdings darf man keine Audioadapter verwenden, denn diese sind wirklich nur für Audiogeräte im Hausgebrauch ausgelegt, nicht aber für die hohen Stromstärken, die bei der Brandmalerei fließen. Adapterstecker machen das hintere Teil des Brenngriffels jedoch schwerer, weswegen gerne auch zum Adapterkabel gegriffen wird, um Brennstifte eines anderen Herstellers an die vorhandene Brennstation anzuschließen.
Hinweis: Einige Brenner ziehen mehr Strom als andere, deshalb lassen sich manche Modelle nur schlecht mit denen von anderen Herstellern kombinieren.
Lötlampen und Gasbrenner

Ein propan- oder butanbetriebener Lötbrenner bzw. eine Lötlampe kann in der Pyrographie zum Einsatz kommen, um Flächen schnell abzudunkeln oder um airbrushartige Effekte zu erzielen und ein Werkstück wie angesengt wirken zu lassen. Die kleineren Lötpistolen, oft auch als Flambierbrenner angeboten, und die noch kompakteren Gasbrenner in Stiftform, arbeiten nicht wie die großen Lötbrenner mit einer Gaskartusche, sondern werden mit Feuerzeuggas befüllt. Sie lassen sich recht gut handhaben und eignen sich für kleinere Flächen. Verwenden Sie solche Brenner nur in gut belüfteten Räumen und mit reichlich Abstand zu brennbaren Materialien. Ein Feuerlöscher sollte dennoch immer griffbereit sein.
Weiteres Zubehör
Es gibt jede Menge Zubehör für die Brandmalerei und vieles davon erweist sich tatsächlich oft als äußerst nützlich. Im Folgenden stelle ich einige dieser Werkzeuge und Hilfsmittel vor. Keins davon ist zwingend erforderlich, probieren Sie einfach aus, was Sie interessant finden und entscheiden Sie selbst, womit Sie gut zurechtkommen.
Lupe und Lupenbrille

Natürlich sieht man durch eine Lupe alles besser, besonders bei sehr feinen und detailreichen Arbeiten. Es gibt verschiedene Formen und Ausführungen: reguläre Lupen (mit oder ohne Beleuchtung), die sich an den Arbeitstisch schrauben oder klemmen lassen, Lupenbrillenaufsätze, die man auf die evtl. vorhandene eigene Brille klemmt, oder Lupenbrillen und Kopfbandlupen, die wie eine richtige Brille auf dem Kopf getragen werden.
Schlag-, Stanz-, Schneid- und Antirutschunterlagen

1) Schlag- und Stanzunterlage, 2) Granitplatte, 3) „selbstheilende“ Schneidematte, 4) einfache Schneidematte, 5) Antirutschmatte
Arbeitsunterlagen sollen die Oberfläche des Arbeitsplatzes beim Schneiden, Stanzen und Punzieren schützen, aber auch Schlaggeräusche dämpfen. Es gibt spezielle Schneidematten mit „selbstheilender“ Oberfläche, die auch nach vielen Schnitten glatt bleibt und keine Verwerfungen aufweist. Schlag- und Stanzunterlagen sind dafür gedacht, die heftigen Schläge beim Lochen, Stanzen und Nieten auszuhalten. Schlag- und Stanzunterlagen sind meist zwischen 0,5 und 1,5 cm dick (es gibt auch dickere) und dämpfen nebenbei auch die Schlaggeräusche beim Punzieren, wenn man sie unter den Punzierstein legt. Ein Punzierstein ist ebenfalls eine Unterlage, nämlich eine Steinplatte aus Marmor, Granit oder Quarz. Er fängt den Schlag des Punzierhammers ab und sorgt für ein sauberes, gleichmäßiges Prägebild. Um den Schlägen standzuhalten, sollten die Steinplatten zwischen 2,5 und 6,5 cm dick sein. Antirutschmatten sind oft als Rollenware erhältlich, zum Beispiel als Einlegematte für Schubladen oder als Teppichstopper, man schneidet sie sich dann einfach selbst zurecht.
Transferpapier (ungewachst)

Graphit-Kopierpapier wird verwendet, um im Trockenverfahren Muster und Vorlagen auf die zu bemalende Oberfläche zu übertragen. Verwenden Sie ungewachstes Graphitpapier, denn die damit auf dem Leder erzeugten Linien verschwinden beim Brennen bzw. lassen sich wie Bleistiftlinien mit einem Radiergummi wegradieren. Bei gewachstem Transferpapier wäre das nicht der Fall.
Verwenden Sie auf keinen Fall Kohlepapier oder Blaupapier, das früher bei Schreibmaschinen zum Einsatz kam, denn die Kohleschicht verbindet sich im Gegensatz zum Graphit des Graphitpapiers beim Erwärmen untrennbar mit dem Leder und lässt sich nicht entfernen.
Büromaterialien

Ganz normale Büroutensilien wie Lineal und Klebeband sollten bereitliegen, sie werden häufig gebraucht. Ein Stift mit roter Mine erleichtert das Übertragen des Musters oder der Vorlage, da man auf diese Weise sieht, welche Linien man bereits durchgepaust hat. Mit einem weißen Radiergummi oder einem Knetgummi aus dem Künstlerbedarf lässt sich Graphit, das beispielsweise beim Übertragen der Vorlage auf das Leder geriet, sehr gut entfernen. Rasierklingen dienen zum Entfernen größerer Rußansammlungen auf flachen Brennspitzen und können auch beim Retuschieren kleinerer Brennfehler auf dem Leder hilfreich sein.
Spezialwerkzeuge zur Lederbearbeitung
Je nach Projekt und je nach Lederbearbeitungstechnik, die zum Einsatz kommen soll, werden Lederprägestempel, Punzen, Locheisen oder -zange, Kantenglätter und -polierer, Modelliereisen, Schneidwerkzeuge, Nähwerkzeuge, Nieten und Ösen, Nietensetzer, Druckknöpfe, Conchos und sonstige Metallbeschläge und Hilfswerkzeuge benötigt.

Lederteile

Je nach Projekt benötigen Sie noch weitere Lederstücke, Häute oder Teile von Häuten, Stanzteile, Rohlinge, aber auch Riemen und Lederschnüre. Eine bequeme Lösung bieten Bau- und Bastelsätze mit vorbereitetem Halbzeug, die alles umfassen, was man für ein bestimmtes Projekt an einzelnen Lederteilen braucht.
Oberflächenbehandlung

Je nachdem, ob und wie Sie ihre Objekte nachbehandeln möchten, benötigen Sie Lederkleber, Lederfarben, -lasuren und -beizen, geeignete Fasermaler und Buntstifte, spezielle Schwämme („Daubers“), Pinsel, Lederschutz- und -pflegemittel.
Hitze- und Rußchutz (Handschuhe und Fingerschützer)

1) Baumwollhandschuh, 2) Fingerschützer aus Silikon, 3) Lederhandschuh, 4) Zeichenhandschuh
Bei den meisten Brandmalstiften sind die Griffe gut gegen die Hitze beim Brennen isoliert. Sollte der Griff dennoch zu heiß werden, kann man sich mit einem Lederhandschuh, selbsthaftendem Fingerpflaster von der Rolle oder Fingerschützern aus Silikon behelfen. Ein spezieller Zeichenhandschuh oder ein Baumwollhandschuh schützt das Leder vor Hautfett und Schweiß.
Reinigungs- und Polierhilfen

1) Rasierklingenschaber, 2) Streichriemen eckig (Polierleder), 3) Polierkreide, 4) Polierbrett rund (Polierleder), 5) Läppchen aus Denimstoff, 6) Rasierklinge
Um möglichst sauber brennen und malen zu können, sind die Brandmalspitzen regelmäßig zu säubern und zu polieren. Dazu benötigt man entsprechende Hilfsmittel. Näheres zum Reinigen und Polieren von Brennspitzen siehe ab Seite 30.
Aufbewahrung, Transport und Schutz der Brennstifte
Wer seine Pyrographie-Utensilien zu Kursen oder Treffen transportieren möchte, braucht entsprechende Transportbehältnisse. Sei es ein spezielles Etui, ein Kasten, eine Werkzeugtasche oder -kiste – auf jeden Fall muss man darauf achten, dass die Kabel nicht beschädigt oder gar zerschnitten werden können. Die Brennschleifen verdienen besonderen Schutz und sollten nicht lose in die Transportbox gelegt werden. Viele Hersteller verkaufen sie einzeln in Röhrchen, die auch zur schützenden Aufbewahrung dienen.

KAPITEL 3: VERFAHREN UND METHODEN

Vorbereiten der Brennwerkzeuge
Ausrüstung bereitstellen

Nachdem Sie entschieden haben, wo Sie arbeiten werden, stellen bzw. legen Sie auf einer stabilen Unterlage Brennstation und Brenngriffel bereit, ebenso Arbeitsunterlage, Zubehör und Werkzeuge – sorgen Sie für gute Beleuchtung und Belüftung. Platzieren Sie Brennstation und Kabel auf der Seite ihrer Arbeitshand – Linkshänder also zur Linken, Rechtshänder zur Rechten. Das verhindert, dass Ihnen die Stromkabel bei der Arbeit in die Quere kommen. Überprüfen Sie, ob die Brennspitzen gereinigt und poliert bereitliegen.
Brennspitzen reinigen und polieren
Beim Brennen sammeln sich feinste Rußpartikel auf dem Brenndraht, die wiederum bewirken, dass das Brennbild unsauber wird. Oder sie verschmieren unschön und lassen sich nicht wegradieren. Wer gute Brennergebnisse erwartet, wird nicht umhinkommen, die Brennspitzen immer wieder zu reinigen und auch ab und an zu polieren.
Das Sauberhalten ist ein kontinuierlicher Prozess, da sich Ruß- und Kohleablagerungen immer wieder auf den Brennspitzen ansammeln und entfernt werden müssen. Ich empfehle, während der Arbeit immer wieder mit den Spitzen über ein Stück Baumwollstoff (ohne Synthetikanteil!) zu wischen, besonders, wenn sich beim Brennen schwarze Pünktchen bilden (Kohlestaub). Wenn das Läppchen aus reiner Baumwolle ist, kann es zwar nicht schmelzen, allerdings dringt die Wärme durch den Stoff auf den Tisch. Deshalb lege ich mein Denimläppchen immer auf ein Stück Holz oder eine hitzebeständige Silikonunterlage.

Reinigen auf einem Läppchen aus Denimstoff

Polieren auf einem ledernen Polierbrett
Polieren sollte man die Brennspitzen nicht zu oft, um die scharfen Kanten nicht mit der Zeit rundzuschleifen. Ich poliere meine Spitzen immer dann, wenn das Reinigen auf dem Läppchen kaum mehr Wirkung zeigt und sich Kohlestaub schon kurz nach Abwischen der Brennspitze wieder ansammelt oder wenn ich das Gefühl habe, die Spitze hakt und schleift anstatt zu gleiten. Poliert wird auf einem Po -lierleder, also einem dicken Stück Leder mit der Fleischseite nach oben, oder einem dünneren Leder, das auf einem Stück Holz befestigt ist. Ein wenig Poliermittel wie Aluminiumoxid oder Juwelier-Polierkreide (auch als Polierblau bzw. Polierrot bekannt) wird auf das Polierleder gegeben und die kalte Brennspitze solange darübergerieben, bis sie wieder glänzt. Ehe die Spitze erneut erhitzt wird, ist das Poliermittel mit einem Läppchen zu entfernen. Bei den Schnittkanten der Schrägspitzen kippt man beim Polieren die Brennspitze leicht zu einer Seite, fährt ein paar Mal über das Poliermittel, kippt sie dann zur anderen Seite und poliert diese. Die runden Schreibspitzen kippt man beim Polieren rundherum in alle Richtungen.

Entfernen größerer Ablagerungen mit einer Rasierklinge
Sollten sich auf der Brennspitze größere Ablagerungen angesammelt haben, kann man sie mit einer Rasierklinge abkratzen. Bei Schattierspitzen sind übermäßige Ablagerungen die Regel, da die Metallfläche, die brennend auf dem Leder aufliegt, recht groß ist. Halten Sie die Rasierklinge nur ganz leicht gekippt, fast parallel zur Schattierfläche, und schaben Sie sacht über die kalte Spitze, ohne sie, beispielsweise mit den Ecken der Rasierklinge, zu zerkratzen.

Reinigen mit einer Drahtbürste aus Messing
Ungewöhnlich geformte Effektbrennspitzen wie die, die zum Gestalten von Vogelfedern oder gekielten Schlangenund Krokodilsschuppen gedacht sind, lassen sich gut mit einer weichen Drahtbürste aus Messing reinigen. Sie muss aber sehr weich sein, um die Brennspitze nicht zu zerkratzen.

Niemals Sandpapier zum Reinigen verwenden!
Auch wenn sich die Methode weit verbreitet hat, ist nach meinem Dafürhalten das Reinigen der Brennspitzen mit Sandpapier NICHT zu empfehlen – auch nicht mit Sandpapier-Schleifschwämmen. Bei einer beispielsweise runden „Spitze“, die vollkommen rund und glatt ist, nimmt das Sandpapier, egal wie fein es ist, jedes Mal ein Stückchen Metall weg. Aus der perfekten Kugel mit absolut glatter Oberfläche wird so mit der Zeit ein Vieleck mit Facettenschliff – oder etwas in der Art. Deshalb verwende ich Sandpapier ausschließlich dann, wenn ich die Form der Brennspitze tatsächlich verändern will.
Darmowy fragment się skończył.