Czytaj książkę: «Seelenlicht»
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Die Inhalte des Buches stellen keine Diagnose dar und sind kein Ersatz für ärztliche, medizinische, medikamentöse oder therapeutische Behandlung. Die im Buch veröffentlichten Empfehlungen wurden vom Verfasser und vom Verlag sorgfältig erarbeitet und geprüft. Eine Garantie kann dennoch nicht übernommen werden. Ebenso ist die Haftung des Verfassers bzw. des Verlages und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ausgeschlossen.
Bei möglichen unterschiedlichen Schreibweisen wurde die von der Duden-Redaktion empfohlene Schreibvariante verwendet.
Titel der Originalausgabe:
EVERYTHING IS HERE TO HELP YOU
Copyright © 2018 Matt Kahn
Originally published in 2018 by
Hay House Inc. USA
Aus dem Englischen von Susanne Westphal-Gärtner
eBook
(1. Auflage Oktober 2020)
Deutsche Ausgabe: © EchnAton Verlag Diana Schulz e.K.
Alle Rechte vorbehalten.
Gesamtherstellung: Diana Schulz
Lektorat: Nina Kaiser
Coverfoto: © Yulia Gust - Shutterstock
Covererstellung: Dennis O'Neill, Diana Schulz
Druck und Bindung: CPI books GmbH, Leck
ISBN: 978-3-96442-021-3 (Printversion)
ISBN: 978-3-96442-038-1 (eBook)
www.echnaton-verlag.de
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Den inneren Krieg beenden
TEIL 1
Den Sinn der eigenen Seelenreisen entschlüsseln
KAPITEL 1
Den inneren Krieg beenden
Der Anfang vom Ende
Die drei Aktivitäten des Egos: der innere Krieg
Von der Inkubation zur Ausdehnung
KAPITEL 2
Freiheit vom spirituellen Mikroskop
Auflösung bedeutet Licht zu kultivieren
Vom inneren Krieg zur wahren Natur
Buddha kämpft nicht
Wahre Natur beginnt mit Respekt
Respekt ist der Ausdruck von Anerkennung
Nur wir selbst können anerkennen
Alles ist willkommen
Mit Hilfe unserer wahren Natur den Krieg beilegen
KAPITEL 3
Wie alles zu deiner Unterstützung da ist
Das wahre Wesen von Widrigkeiten
Gegner als spirituelle Verbündete
Das Geschenk des Verlustes
Angst hat einen Grund
Die Weisheit von Wut
Wie Bewertungen uns unterstützen können
Der Nutzen des Grübelns
Der tiefere Sinn der Traurigkeit
Die positive Seite der Enttäuschung
Die prophetische Kraft der Eifersucht
Ein unerwarteter Befreier
Der Ton des Konflikts
Die Kraft des Atems
KAPITEL 4
Die männliche und weibliche Kraft ins Gleichgewicht bringen
Das Männliche annehmen
Das Weibliche ehren
Den Krieg der Polaritäten beenden
Alle Barrieren auflösen
Von unbewusster Unterdrückung zu gleichwertiger Partnerschaft
Ein heiliger Partner werden
Respekt leben
Als göttliche Quelle sprechen
Die Lebendigkeit der Intimität
KAPITEL 5
Die vier Pfeiler der Selbstliebe
Das Geschenk des inneren Raums
Frieden mit der Zeit schließen
Gut ausgeruht sein
Raum + Zeit = Aufmerksamkeit
Passive versus ekstatische Zustände
Wellen und Ozean sind eins
Integration ist alles
Das Ego braucht Liebe
KAPITEL 6
Die goldene Frage
Die Essenz der Vergebung
Wir waren nie die Zielscheibe
Die Seele entwickelt sich immer weiter
Die goldene Frage erforschen
Wahre Sicherheit finden
Unsere Gefühle fühlen
Wahre emotionale Freiheit
KAPITEL 7
Die fünf Stufen der Hingabe
Stufe 1: Das Ende der Selbstaufgabe
Stufe 2: Anhaftungen auflösen
Stufe 3: Begrenzende Glaubenssätze hinter uns lassen
Stufe 4: Die Gnade der Erschütterung
Stufe 5: Widrigkeiten annehmen
KAPITEL 8
Deine Mission erfüllen
Die vier Anzeichen der Transformation
Vom persönlichen zum allumfassenden Blick
Eine neue Sicht auf Karma
Empathische Reinkarnation
Aus der Vollkommenheit geboren
Die Wendeltreppe der Erkenntnis
TEIL 2
Auflösungen, Aktivierungen und Integrationen
KAPITEL 9
Auflösungen
Heilung beginnt mit Intention
Dein Energiefeld zum Leuchten bringen
Die Sternensaat-Auflösung
KAPITEL 10
Aktivierungen
Die Sternensaat-Aktivierung
Die Sternensaat-Aktivierung abschließen
Die Kunst des Seins
KAPITEL 11
Deine Erfahrungen integrieren
In die Leere hinein integrieren
Du selbst sein – Teil 1
Du selbst sein – Teil 2
TEIL 3
Eine neue Realität erschaffen
KAPITEL 12
Warum wir hier sind
Alles ist ein Geschenk
Die Lebensaufgabe klären
Die Anatomie des Lächelns
Alles ist eine Frage der Wahl
Opfer und Jäger
Das Wesen des Konflikts
Ein neues spirituelles Paradigma verankern
Ganz göttlich, ganz Mensch
Mit Liebe manifestieren
Sprich deine Wahrheit
KAPITEL 13
Tägliche Übungen
Selbstwert, Dankbarkeit und Leidenschaft kultivieren – Teil 1
Selbstwert, Dankbarkeit und Leidenschaft kultivieren – Teil 2
Das Spiel der Liebenswürdigkeit
Die Hand-aufs-Herz Meditation
Die Polaritäts-Segnung
Das Gebet der radikalen Vergebung
Mit Dankbarkeit heilen
Fazit
Über den Autor
Ebenfalls von Matt Kahn erschienen:
Matt Kahn
Seelenlicht
An meine geliebte Alexandra,
dieses Buch wurde geschrieben, um unsere Liebe
zu feiern und alle Herzen durch die Ekstase
unserer heiligen Verbindung zu heilen.
An alle Lichtarbeiter, Empathen und
energetisch sensiblen Menschen,
die sich schon immer von den Energien anderer
überwältigt fühlten und sich nach Erleichterung sehnen.
Wir laden zu einem neuen, spirituellen Zeitalter für die
gesamte Menschheit ein - dieses Buch ist für euch!
Einleitung
Bereits in den alten Schriften heißt es: »Am Anfang war das Wort«. Dieser Satz beschreibt in geradezu vollkommener Weise meinen Weg als hochsensibler Mensch.
Ich erlebte mich oftmals als geistig ruhend in einem offenen, gedankenlosen Raum. Dabei fühlte ich das Entzücken eines Kindes, das kurz davor steht, am Weihnachtsabend Geschenke auszupacken. Im richtigen Moment ertönten dann Worte durch mich – ein spontaner Strom inspirierter Weisheit. Dies funktionierte immer reibungslos und ich fühlte mich jedes Mal wieder wie kurz vor einer der aufregendsten und spannendsten Begegnungen, die das Leben zu bieten hat. In solch einem Moment besaß ich lediglich einen klaren, instinktgeleiteten Impuls und den unumstößlichen Willen, mich für das Wohl jedes Herzens einzusetzen. Oft hatte ich dabei nicht mehr als eine verheißungsvolle Stunde Zeit, um das Leben einer mir bisher unbekannten Person von Grund auf zu verändern.
Diese eindrücklichen Erfahrungen durfte ich die letzten 14 Jahre täglich erleben und erforschen. Seitdem ich an einem trüben Novembernachmittag den spontanen Entschluss gefasst hatte, das College zu verlassen und das Universum selbst als meine Universität zu erwählen, wurde ich von einer überwältigenden Kraft inneren Wissens geführt. Diese Kraft ist wie ein perfekter Strom von Einsichten, der es mir erlaubte, die Gesamtheit meiner persönlichen Erfahrungen als Vorbereitung auf meine Aufgabe als Lehrer, Empathiker und intuitiver Heiler nutzen zu können – eine Aufgabe, die ich mir niemals hätte träumen lassen.
Es erscheint wie reine Ironie, wenn man für andere Menschen eine spontane Quelle vollkommener Klarheit ist, in Bezug auf sein eigenes Leben jedoch komplett im Dunklen tappt. Meine spirituelle Reise umfasst mittlerweile mehr als 13.000 Heilsitzungen und fühlt sich trotzdem oft so an, als hätte sie gestern erst begonnen. Auf ihr durfte ich mich mit den Höhen und Tiefen des sich von einer Erkenntnisebene zur nächsten ausdehnenden spirituellen Wegs auseinandersetzen. Dies führte mich zu genaueren Forschungen dazu, warum Menschen in ihrer spirituellen Entwicklung oftmals nicht die wahre Erleichterung, den unerschütterlichen Frieden, die allumfassende Freude oder tiefste Erkenntnis fanden, die es zu entdecken gibt.
In jeder dieser Sitzungen lauschte ich gespannt den Beschreibungen meiner Gesprächspartner zu ihren verschiedenen Erkenntniswegen, Veränderungsprozessen, Heilmethoden oder mystischen Erlebnissen. Fast schien es so, als ob das Universum mich in alle Einzelheiten des alten spirituellen Denkens einweihen wollte, dessen Transformation meine Aufgabe werden sollte.
Ich erinnere mich, dass Menschen mir besonders von Hindernissen oder Momenten der Verwirrung auf ihrem spirituellen Weg erzählten, für die sie oftmals keinen Sinn fanden. Parallel zu ihren Erzählungen nahm ich einen klaren Strom der Einsicht in mir wahr, der Antworten auf alle Fragen oder Einwände gab. Wäre dem nicht so gewesen, wäre ich meinen Gesprächspartnern in vollkommener Bestürzung und Fassungslosigkeit gegenüber gesessen.
Ihre Fragen und meine intuitiven Antworten verbanden sich zu einem bedeutsamen Dialog, der mir zu erkennen half, auf welchem Weg die meisten Menschen nach Heilung, Erkenntnis und der Veränderung ihrer Umstände suchen. In diesen Gesprächen fielen mir plötzlich bestimmte Themen auf, die Risse in einem zerbrechlichen, überholten spirituellen Gedankengebäude offenlegten. In mir entstand der brennende Wunsch, jedem Menschen dieselben tiefreichenden spirituellen Erfahrungen zu ermöglichen, die ich selbst im Laufe meines Lebens immer wieder erlebt hatte.
Ein spiritueller Weg ist immer eine fundamentale Entwicklung vom Ego hin zur Seelenebene. Ich begann zu erkennen, wie diejenigen, die nach der Wahrheit suchten, sie nicht unbedingt aus dem Bewusstsein der Seele erforschten. Sie versuchten stattdessen, viele Aspekte ihrer inneren Entwicklung aus der Perspektive des Egos zu erkunden. In meinem ersten Buch Liebe, was immer auch geschieht, erkläre ich das wahre Wesen des Egos als die eingebildete Identität eines überreizten Nervensystems. Diese Muster der Überreiztheit werden in unseren ersten prägenden Lebensjahren ausgebildet. Sie entstehen aus dem Glauben, andere Menschen würden uns mehr lieben, wenn wir mehr wie sie wären. Diese Vorstellung erschafft eine Art von psychologischen Kokon menschlicher Verhaltensmuster, in dem die Seele solange verweilt, bis sie bereit ist zu erwachen und sich ins Licht ihres wahren Potenzials auszudehnen. Im Wesentlichen besteht das Ego aus den begrenzenden Glaubenssätzen, selbstzerstörerischen Entscheidungen und engen Vorstellungen eines schlafenden Bewusstseins. Sobald dieses Bewusstsein erwacht, lösen sich begrenzende Glaubenssätze auf, selbstzerstörerische Entscheidungen verlieren an Attraktivität und enge Vorstellungen erweitern sich zu umfassenderen Perspektiven.
Der Sinn unserer Entwicklung besteht darin, über das Ego hinauszuwachsen und sich in die Heiligkeit der Seele zu begeben. Diese Entwicklung läuft in die Irre, wenn die fälschliche Annahme besteht, Ego und Seele seien voneinander getrennt. Obwohl die Ebene des Egos und die der Seele oft als zwei unterschiedliche Erfahrungen wahrgenommen werden, handelt es sich doch nur um verschiedene Aspekte der einen allumfassenden Quelle göttlicher Intelligenz.
Diese Wahrheit weist auf die Verbundenheit aller Dinge im Universum hin, welche sämtliche Erscheinungsformen zu einer einzigen fügt – unabhängig davon, wie unterschiedlich jedes Ding erscheint oder wie groß die Entfernung zwischen den Dingen ist. Man könnte das Ego als die Seele in tiefstem Inkubationsschlaf bezeichnen. Die erwachte Seele hingegen stellt die vollständige Verkörperung der Energie der Quelle dar. Zwischen diesen beiden Polen verläuft unsere spirituelle Entwicklung.
Damit ein spiritueller Weg möglichst lohnende Erfahrungen für uns bereithält, müssen wir die folgende wichtige Frage beantworten: betrachten wir die Dinge aus der Sicht des Egos oder aus der Seelenperspektive?
Solange spirituell Suchende ihren Entwicklungsweg aus der Blickrichtung des Egos verfolgen, werden sie dem Ego weiterhin verhaftet bleiben, egal, wie viel sie an sich arbeiten.
Lernen sie dagegen, sich von der Seelenperspektive her zu entwickeln, stehen ihnen intensivere Lebenserfahrungen offen. Die Seele ist ein bewusster Ausdruck der Energie der Quelle. Sie besitzt eine derart hohe Schwingung, dass sie sich gleichermaßen harmonisch, allumfassend und gütig – und zugleich unmittelbar, effektiv und kraftvoll zeigen kann.
Viele energetisch sensible Menschen, denen ich begegnete, waren im Laufe ihrer bisherigen spirituellen Entwicklung noch unsicherer, beschämter und selbstkritischer geworden. Durch diese Begegnungen wurde mir die Wichtigkeit eines herzbasierten spirituellen Weges bewusst, der uns ermöglicht, unser reines inneres Wesen von jeglicher Art spiritueller Knechtschaft zu befreien.
Den inneren Krieg beenden
Seelenlicht – Von der Sicht des Egos zur Perspektive der Seele ist als emotionale Hilfe gedacht. Als Hilfe für dich, den inneren Krieg mit dem Ego zu beenden und dich in die erleuchtete Gegenwart deiner Seele begeben zu können. Das Ego zeigt sich in unbewusstem Verhalten, ausgelöst durch begrenzende Glaubenssätze, selbstzerstörerische Entscheidungen und verengte Blickwinkel. Somit braucht es für die Beendigung des inneren Krieges die evolutionäre Notwendigkeit, das Ego zu integrieren. Dies geschieht, indem wir diejenigen Muster menschlicher Prägung auflösen, durch die wir uns als Opfer unserer Umstände erleben anstelle von Vorreitern einer erwachenden Menschheit.
Dieses Buch wurde geschrieben, um die wichtigsten Ebenen einer sich ausdehnenden Seele klar und einfach zu beschreiben. Es soll dabei helfen, den inneren Krieg auf möglichst liebevolle Art und Weise zu beenden. Unsere gemeinsame Reise führt uns dahin, unsere höchsten göttlichen Eigenschaften zu kultivieren, unsere männlichen und weiblichen Energien auszugleichen und unsere Beziehungen durch die Geschenke von Freiraum und Selbstliebe zum Positiven zu verändern. Sie wird uns über alle Hindernisse hinweg in die Freude an der innigen Hingabe hineintragen.
Darüber hinaus beinhaltet dieses Buch in jedem Kapitel Fragen, die zum Nachdenken anregen sollen. Du erhältst außerdem energetisch codierte Mantren und Affirmationen zum Nachsprechen. So kannst du das unbegrenzte Potenzial deines eigenen Lebens aktivieren und erwecken.
Viele der in diesem Buch vorgestellten Inhalte dürften für dich auf magische Art Sinn machen. Andere wiederum fordern vielleicht verschiedene Schichten des Egos heraus oder treffen auf hartnäckige innere Festgefahrenheit, die möglicherweise noch nicht bereit ist, aufgelöst zu werden. Lässt du dich von der Liebe leiten, wirst du die ekstatische Erfahrung, über deine bisherigen Grenzen und Widerstände hinauszugehen, nicht länger als überwältigend oder anstrengend empfinden, sondern als im positiven Sinne spannend und ganz natürlich.
Sobald wir uns selbst Schritt für Schritt mitfühlend begleiten, kann uns die Wahrheit unserer unwandelbaren Natur enthüllt werde. Wir müssen dann nicht mehr vorgeben, größer zu sein, als das, wozu wir geboren sind.
TEIL 1
KAPITEL 1
Den inneren Krieg beenden
Im jetzigen neuen Zeitalter ist es für unsere spirituelle Entfaltung unverzichtbar, uns aus der Perspektive der Seele zu entwickeln. Dies ist wichtig, damit sich das Ego nicht in eine neuere, spiritueller aussehende Version seiner selbst erfindet. Sobald dies nämlich geschieht, bleiben wir dem Dunkel unserer menschlichen Konditionierung verhaftet – jedoch diesmal mit neuen, spirituellen Gründen, die als Rechtfertigung dafür dienen, in begrenzenden Glaubenssätzen, selbstzerstörerischen Entscheidungen und engen Vorstellungen zu verharren.
Eine solche Entwicklung beginnt immer damit, den inneren Krieg des Egos zu beenden. Wo immer wir uns auf unserem spirituellen Weg befinden, es ist wichtig, die aus unserer Seelenperspektive weiseste und liebevollste Vorgehensweise für diesen Prozess zu wählen. Anderenfalls würden wir versuchen, diesen inneren Krieg auf aggressive Weise zu beenden und unser Ego in eine spirituelle Maske verwandeln oder es als Feind betrachten, den wir bekämpfen müssen. Allerdings können wir keinen internen Konflikt lösen, indem wir den scheinbaren Konfliktparteien gegenüber feindlich eingestellt sind. Daher ist es so entscheidend, alle Meilensteine unserer Entwicklung mitfühlend zu würdigen – auch den der Beendigung des inneren Krieges.
Wenn wir aus der Egoperspektive in eine mögliche neue spirituelle Entwicklung hineinfühlen, freuen wir uns oft sehr auf verschiedenste mystische Themen, während wir deutlich weniger Interesse daran zu haben scheinen, die höchsten Qualitäten oder mutigsten Entscheidungen einer zu vollem Bewusstsein erwachten Seele hervorzubringen. Wenn wir auf unser Ego hören, bewegen wir uns auf eine kraftvollere Wirklichkeit zu, jedoch oft basierend auf Angst oder Voreingenommenheit.
Solange wir uns von der negativen Bestärkung durch unser Ego leiten lassen, bleiben unsere Entwicklungsziele zwar positiv, doch unser ganzer Fokus besteht darin, kontinuierlich nach jeder noch so kleinen Unstimmigkeit Ausschau zu halten. Wir können dies mit einem Autoliebhaber vergleichen, der in seiner Garage viele Jahre lang an seinem Oldtimer gebastelt hat. Auch wenn er sich aufs Äußerste bemühte, das Auto perfekt wiederherzustellen, fand er nie die Zeit, sich hineinzusetzen und es zu fahren. Ähnlich verhält es sich, wenn wir vom Ego geleitet werden. Wir leben dann in einem Zustand des uns selbst schützen Wollens. Dabei hoffen wir, damit die Qual emotionaler Reaktionen zu vermeiden und der Versuchung zu widerstehen, uns in der Spirale negativen Denkens zu verfangen.
Da es immer nur das Ego ist, welches kämpft, vermeidet, überwindet oder verleugnet, können wir schnell erkennen, an welchem Punkt sich eine authentische spirituelle Entwicklung in eine Irrfahrt gegen vielerlei Widerstände verwandelt hat. Ob du gegen deine eigenen Ängste ankämpfst oder versuchst die Tiefe schmerzhafter Gefühle zu vermeiden, dich zu schnell aus den Konditionierungen deiner Familie lösen willst oder dich unheimlich anstrengst, um deine intensiven selbstbegrenzenden Überzeugungen zu überwinden – es ist einfach, sich in der Welt des Egos zu verlieren.
Die Wahrheit ist: Wenn die Seele das Steuer übernimmt, kämpfen wir nicht mehr gegen uns selbst und andere und widersetzen uns nicht mehr den Entscheidungen, die uns dazu aufrufen, unsere wahre spirituelle Kraft in Besitz zu nehmen. Dies sind die Schätze, die uns geschenkt werden, wenn unser innerer Krieg endet. Haben wir dies erreicht, kämpfen wir nicht länger gegen bestimmte Gefühle, müssen wir keine familiäre Konditionierungen mehr auflösen und brauchen keine unserer Gedanken mehr zurückweisen. Solch eine wunderbare und fast märchenhafte Wirklichkeit können wir jedoch nicht dauerhaft leben, solange wir uns darauf konzentrieren, Dinge zu vermeiden oder zu kontrollieren. Aus der Perspektive der Seele gibt es einen viel direkteren Entfaltungsweg.
Der Anfang vom Ende
Wenn wir den inneren Krieg aufgeben wollen, müssen wir das Ego von der Seelenperspektive her integrieren. Die Seele hegt eine große Hochachtung vor dem Ego und seinem Entwicklungsziel, Schichten und Verstrickungen loszulassen. Sie betrachtet das Ego als eine Art heilige Gebärmutter. In ihr ist die Seele in ihrer unbewusstesten und kindlichsten Form zuhause, bis die Zeit gekommen ist, zum Wohle aller zu erwachen. Bei einer Geburt beabsichtigen die Ärzte selbstverständlich nicht, die Mutter zu verletzen oder die Gebärmutter zu zerstören, um das Baby auf die Welt zu bringen. Wir sind sinnbildliche Mütter und Hebammen für uns selbst, mit der Aufgabe, das Licht unserer Seele der Menschheit zur Verfügung zu stellen. Wir können nur dann die ersehnte Entlastung erfahren, wenn wir uns selbst auf möglichst harmonische Art und Weise begleiten.
Im neuen spirituellen Zeitalter bekämpfen wir unser Ego nicht länger. Wir betätigen uns als herzbasierte Bezugspunkte einer neuen Humanität, die es als ihre Aufgabe sieht, das Ego aus den ewigen Kreisläufen seiner selbst auferlegten Schmerzen zu befreien. Diese Befreiung kann geschehen, indem wir das Ego auf möglichst liebevolle Art und Weise zur Quelle zurückführen.
Sobald die Seele erwacht, wird sie sich des Egos zunehmend bewusst und unterstützt dadurch seine Integration. Die Zwanghaftigkeit des inneren Konflikts lässt langsam nach, indem wir unsere wiederkehrenden Muster erkennen, ohne das Ego dafür zu verurteilen und ohne an seine Überzeugungen oder Forderungen zu glauben.
Die Seele ist wie ein einzigartiger Lichtstrahl, der von der Sonne unserer einen, ewigen Quelle ausgeht. Allein durch das Anschauen des Egos mit liebevollem Mitgefühl kann das Licht der Seele beginnen, scharfe Ecken und Kanten zu glätten, bis sich alle Egoschichten irgendwann einfach auflösen.
Durch unsere friedvolle Entschlossenheit kann die dem Ego innewohnende Dynamik immer mehr abgeschwächt werden. Dies geschieht, indem wir der Funktionsweise unseres Egos größeres Interesse und liebevollere Aufmerksamkeit widmen.
Die drei Aktivitäten des Egos: der innere Krieg
Wir müssen die drei Aktivitäten des Egos kennen, um unser Bewusstsein für das Verhalten unserer Seele in seiner tiefsten Stagnationsphase, dem Prozess der Inkubation, zu schärfen. Ähnlich den vorhersehbaren und immer wiederkehrenden Jahreszeiten in der Natur, stellen diese Aktivitäten ein Muster dar, das wir beobachten können: es besteht darin, die stärksten selbstzerstörerischen Impulse und die am wenigsten erstrebenswerten Qualitäten des Lebens aufrechtzuerhalten.
Während die drei instinktiven Verhaltensweisen von Angriff, Flucht oder Erstarrung ein fester Bestandteil unserer Überlebensfähigkeit sind, offenbaren uns die drei Aktivitäten des Egos die innere Motivation, welche sich hinter diesen Instinkten verbirgt und sie auslöst. Es handelt sich um die Verhaltensmuster des sich Sorgens, der Antizipation und des Haderns.
ERSTENS. Das Ego sorgt sich immer. Unser Ego kann nicht existieren ohne sich Sorgen zu machen. Dies liegt an seinem tief verwurzelten Unvermögen, der Vollkommenheit der göttlichen Ordnung zu vertrauen. Das Ego ist daher unfähig, seine wahre Identität als reiner und unverfälschter Ausdruck der Energie der Quelle zu akzeptieren. Besorgnis entwickelt sich aus Angst. Dieses Gefühl entsteht immer dann, wenn die Seele auf Ausdehnung drängt, während sie gleichzeitig in ihrem Ego-Verpuppungsschlaf in größter Unbewusstheit und oftmals tiefsten Ohnmachtsgefühlen verharrt. Eine der Grundüberzeugungen des Egos besteht darin, dass das Leben so viel weniger besorgniserregend wäre, wenn die äußere Wirklichkeit sich an seine Bedürfnisse anpassen ließe.
Viele Menschen lassen sich durch diese und ähnliche Überzeugungen täuschen, indem sie annehmen, sie würden sich anders fühlen, sobald sich die äußeren Umstände ändern. Dies unterstützt die grundsätzliche Annahme des Egos, dass sich erst die Dinge im Außen ändern müssen, bevor eine bessere Erfahrung erlebt werden kann. Sicherlich gibt es Momente im Leben, in denen äußere Veränderungen notwendig für die eigene Weiterentwicklung sind. Allerdings ist die Tendenz, darauf zu bestehen, dass die Lösung eines Problems immer ›von außen nach innen‹ verlaufen muss, ein hinderliches Muster, das wir als Anhaftung kennen.
Sobald wir uns von äußeren Ergebnissen abhängig machen, kommt die kontinuierliche Ausdehnung unseres Energiefeldes zum Stillstand. Durch dieses energetische Herunterfahren wird auch unsere seelische Ausdehnung unterbrochen. Dies kann allerdings unsere Weiterentwicklung als Ganzes nicht stoppen, da alles in unserem Leben unserer Entwicklung dient.
Während unser Ego die notwendigen Erfahrungen sammelt um seine engen Vorstellungen zu durchschauen, kann sich unser Energiefeld mit größerem Bewusstsein und neuer Perspektive weiter öffnen und seine Ausdehnung fortsetzen.
Obgleich ein Verhaltensmuster wie die Besorgnis eine zutiefst schmerzhafte Erfahrung für uns darstellen kann, spielt es eine Schlüsselrolle in unserem Entwicklungsprozess. Seine Aufgabe besteht darin, über das physische und mentale Unbehagen hinaus energetischen Schub aufzubauen, der unser Bewusstsein zum Erwachen bringt. Dieser Energieaufbau findet dann statt, wenn wir im Rahmen unserer Konditionierungen von widersprüchlichen Impulsen hin- und her gerissen werden – vergleichbar einem Schläfer, der sich im Bett hin- und herwirft, um aus einem Albtraum zu erwachen, von dem er nicht einmal wusste, dass er ihn hatte.
ZWEITENS. Das Ego muss antizipieren. Die zweite Aktivität des Egos ist die Antizipation. Da das Ego von Sorge durchdrungen ist, hat es fast immer etwas Schmerzhaftes zu befürchten. Wenn es sich in Zukunftszenarien ergeht, hofft es drohende Unannehmlichkeiten bereits aus der Ferne zu erkennen, um dann blitzschnell jede mögliche Frustration, jeden Schmerz und jeden Verlust vermeiden zu können.
In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig zu erkennen, wie das Ego den Zustand der Unbewusstheit aufrechterhält, indem es entweder Schmerz antizipiert oder sich nach Momenten der Freude sehnt. Das bedeutet übrigens nicht, dass wir automatisch im Griff unseres Egos sind, sobald wir über zukünftige Ereignisse nachdenken. Es könnte aber hilfreich sein, einmal nachzuspüren, wie viel unserer Zeit wir dafür verwenden, auf etwas anderes zu warten, anstatt die Gegenwart wahrzunehmen.
Unsere Tendenz, mehr in der Zukunft als im gegenwärtigen Moment zu leben, bestärkt das Ego in seiner Überzeugung, dass sich erst die äußeren Umstände ändern müssen, damit das Leben anders erlebt werden kann. Sobald wir uns in Vorausahnungen verlieren, tendieren wir zu der Überzeugung, dass diese auch eintreten werden. Das Ego muss entweder seine Wunschvorstellung zukünftiger Ereignisse bestätigt bekommen, um glücklich zu sein oder es versinkt in Angst darüber, dass seine Befürchtungen die einzige Lebensrealität sein könnte. Beide Varianten führen dazu, die Wirklichkeit dauernd kontrollieren zu wollen. Daher verlangsamt auch diese zweite Aktivität des Egos, das Antizipieren, unsere seelische Ausdehnung.
DRITTENS. Das Ego muss mit der Vergangenheit hadern. Die Weigerung, alles anzunehmen, was das Leben uns an Erfahrungen bietet und seine Sinnhaftigkeit für unsere Entwicklung zu bezweifeln, ist ein Muster, was wir Hadern nennen. Das ist die dritte Aktivität des Egos.
Wenn das Ego gerade nicht damit beschäftigt ist potenzielle Widrigkeiten vorwegzunehmen, verharrt es oft in einem Zustand von Unbewusstheit. Aus diesem blickt es auf die Vergangenheit zurück und klagt alle Menschen, Situationen und Dinge an, die es für die Ursache seines Leidens hält. Da das Ego die Seele in der Tiefschlafphase ihrer Ausdehnung darstellt, fühlt es sich immer tendenziell ausgeschlossen, verlassen und sogar betrogen von einem Universum, das in Wirklichkeit Situationen nur dafür erschafft, damit wir wachsen können. Würde das Ego sich mehr mit der Welt verbunden und von ihr unterstützt fühlen, gäbe es wiederum gar kein Ego, um solcherlei Gefühle zu hegen. Nur die Seele allein kann sich in Übereinstimmung mit der Quelle bringen. Daher sind schmerzhafte Gefühle von Bedauern und Trennung ein Anzeichen dafür, dass sie noch in tiefstem Verpuppungsschlaf liegt und sich erst auf das Erwachen ihres Bewusstseins vorbereitet.
Manchmal kann uns das Hadern mit der Vergangenheit dazu inspirieren, uns Anerkennung für gelernte Lektionen, erreichte Weisheit und gefällte Entscheidungen zu geben. Wenn wir uns jedoch von unserem Ego dominieren lassen, benutzen wir das Hadern unbewusst, um uns vor den potentiellen Bedrohungen in unserem täglichen Leben zu verstecken. Das Hadern antizipiert Worst-Case-Szenarien und setzt so das Sorgen in Bewegung. Das ist Teil des Teufelskreises des Egos. Sobald wir im Zustand der Sorge sind, benutzt es die schmerzhaften Dinge der Vergangenheit, um sich von seinen Sorgen über die Zukunft abzulenken. Gleichermaßen benutzt das Ego das Hadern mit der Vergangenheit, um düstere Erwartungen in die Zukunft zu projizieren und veranlasst uns dadurch, uns noch mehr Sorgen zu machen.
Wie du sehen kannst, entsteht auf diese Weise ein Teufelskreis des sich Sorgens, Antizipierens und Haderns.
Von der Inkubation zur Ausdehnung
Bei der Untersuchung der drei Aktivitäten des Egos stellen wir fest, dass die Angewohnheit zwischen Besorgnis, Antizipation und Hadern hin und her wechseln, dem unbewussten Zustand von Inkubation oder seelischem Verpuppungsstadium entspricht. Dieses hält solange an, bis die Seele einen kritischen Punkt erreicht hat und für einen weiteren wichtigen Wendepunkt in ihrer spirituellen Entwicklung bereit ist.
Jedes Ausmaß von innerem Krieg oder persönlichem Konflikt hat seine Grundlage in einem schlafenden Bewusstsein. Sobald die Seele ihrem evolutionären Ziel folgt, sich aus der Inkubationsphase in die Ausdehnung zu begeben, können wir diesen Prozess wirkungsvoll unterstützen – durch die Bereitschaft, die Aktivitäten des Egos möglichst achtsam wahrzunehmen. Die Fähigkeit, den inneren Krieg zu beenden, kann mithilfe einer Gleichung dargestellt werden. Sie enthält folgende Bestandteile:
Bewusstheit + Auflösung = Ausdehnung
Viele Menschen sehnen sich nach Entschlusskraft, ohne zuerst eine entsprechende Bewusstheit entwickeln zu wollen, welches wiederum die Grundlage für ihr höchstes spirituelles Wachstum darstellt. Andere haben zwar ein Bewusstsein dafür entwickelt, wie sehr Besorgnis, Antizipation und Hadern ihr Leben negativ beeinflussen, wissen aber nicht, wie ihr nächster Schritt aussehen könnte.
Um die oben genannte Gleichung als eine Art Handlungsanleitung für die eigene Entwicklung zu nutzen, sollten wir uns daran erinnern, dass wir ›verkörpertes Wort‹ sind. Gerne wiederhole ich hier den Satz: »Am Anfang war das Wort und das Wort der Wahrheit rief jede Erscheinung ins Leben.«
Da jeder von uns ein lebendiger Ausdruck der göttlichen Energie ist, sind wir das heilige Wort, das sich durch den Menschen verkörpert. Wir inkarnierten in einen sich ständig ausdehnenden Lebensprozess, in dem Bewusstheit und Auflösung die Expansion der Seele dazu inspirieren, uns zu erinnern, zu erkennen und schließlich zur Einheit zurückkehren.
Da unsere göttliche Quelle all-wissend und all-liebend ist, ist das Licht ihrer Präsenz in allem sichtbar, um uns an die Einheit zu erinnern und auch daran, dass wahre Offenheit alles einschließt.
Um die Erkenntnis der Einheit zu verkörpern, denke über die Weisheit der folgenden Aussagen nach oder wiederhole sie laut:
Ich akzeptiere, dass das Ego die Seele in ihrem tiefsten Schlafzustand darstellt. Es darf daher weder bekämpft, abgelehnt oder verleugnet werden, egal wie schmerzhaft es sich bemerkbar macht, wenn es zwischen den Mustern der Besorgnis, der Antizipation und des Haderns hin- und herwechselt.
Ich akzeptiere, dass die wahren Gründe, aus denen ich Besorgnis empfinde, antizipiere oder hadere, mir bisher nicht bewusst waren. Ich nutze diese Muster einfach um Energie aufzubauen und ein Erwachen meines Bewusstseins zu bewirken.
Indem ich dies akzeptiere, erlaube ich allen an meinem inneren Krieg beteiligten Anteilen, geheilt und erlöst zu werden. Damit erschaffe ich mehr Raum für die Ausdehnung meiner Seele. Ich nehme meinen tiefsten Heilungsprozess im Namen der Liebe an und weiß, dass alles, was ich in mir selbst erlöse, der Transformation jedes einzelnen Herzens dient, denn wir sind eins. Und so ist es.
KAPITEL 2
Freiheit vom spirituellen Mikroskop
Zehn Jahre sind vergangen, seitdem ein einziger Moment den Kurs meines Lebens und meiner Wirklichkeit verändert hat. Ich erinnere ich mich, als ob es gestern gewesen wäre. Ich stand vor dem mannshohen Spiegel in meinem Schlafzimmer und wurde von dem Drang übermannt, direkt in mein eigenes Abbild hineinzublicken ohne mich abzuwenden. Ich verspürte ein existenzielles Hin- und Hergerissensein zwischen all dem, was mir bisher von meinem Umfeld über mich beigebracht worden war und einem inneren Wissen, das nicht länger im Hintergrund bleiben wollte. Während ich mir selbst tief in die Augen schaute, konnte ich die Intensität einer kurz bevorstehenden Offenbarung in mir arbeiten spüren. Es war, als ob winzig kleine Energiestrudel in jeder meiner Körperzellen zu rotieren begannen.
Währenddessen konnte ich beobachten, wie die Form im Spiegel sich veränderte, an Dichte verlor und wie eine Lichterscheinung zu vibrieren begann. Ich konnte direkt sehen, wie die Person, für die ich mich bisher gehalten hatte, in Wirklichkeit ein Ausdruck ewigen Lichts war. Nichts in Bezug auf diese Person war falsch, unbedeutend oder in der Lage, das Licht zu blockieren, dass ich durch mich hindurch pulsieren sah. In diesem Moment fühlte ich mich in Bezug auf meinen Körper, meinen Geist und meine Persönlichkeit irgendwie rein, vollendet und vollkommen. Es schien wie eine unmittelbare Bewusstseinsverlagerung, in der ich die wahre Realität erlebte, während ich mich in physischer Form befand. Dies löste in mir eine Welle von Harmonie, Respekt und Ehrfurcht für alle lebenden Geschöpfe und fühlenden Wesen aus.
Das in mir pulsierende Licht verbreitete sich über meinen Körper hinaus, bis alle Dinge in Sichtweite um mich herum wie eine einzige und ungeteilte Wirklichkeit vibrierten. Das Gefühl des Friedens war immens. Dazu kam diese Empfindung einer selbstverständlichen und unerschütterlichen Erleichterung. Ich fühlte mich zutiefst angenommen, angekommen und mit einer tiefen Wahrheit ausgestattet, die nicht einen Moment länger zurückgehalten werden konnte. Als ich auf die Energie innerhalb der erahnten Umrisse meines Körpers starrte, wusste ich instinktiv, dass es sich um das Licht meiner Seele handelte.
Alles um mich herum vibrierte wie ein all-wissendes, all-liebendes und all-gegenwärtiges Energiefeld. Ich konnte die mich umgebende Energie als die einzigartige Form sehen, die sich das unendliche Quantenfeld gewählt hatte, um sich als eine Person namens Matt auszudrücken und zu erforschen.
In genau diesem Moment hörte ich die folgenden Worte durch mich hindurch tönen: Früher war ich eine Person, die in einem Raum stand. Nun bin ich der Raum, in dem eine Person steht.
Anstatt eine Person zu sein, die die Natur der Seele betrachtet, war ich die Seele, die die Erfahrung ihrer eigenen göttlichen Natur macht, während sie Form und Körper in einem Spiel von Zeit und Raum annimmt. Diese Offenbarung hat Menschen, Situationen und Dinge nicht weniger wichtig für mich gemacht. Ich fühlte auf unmittelbare, unbestreitbare und offensichtliche Art instinktiv das Vorhandensein des Göttlichen in jeder Form, während ich dabei allen Dingen gleichzeitig innewohnte. Im selben Moment fühlte sich dieses ›persönliche Selbst‹ so an, als ob es gleichermaßen dafür erschaffen wurde, der Seele als einzigartiges Instrument für ihre unendlichen kosmischen Abenteuer zur Verfügung zu stehen.
Während ich an diesem schicksalhaften Sonntagnachmittag vor dem Spiegel meines Schlafzimmerschranks stand, kehrte diese unerwartete Bewusstseinsverlagerung meine Realität buchstäblich von innen nach außen. Dieser Moment bedeutete zweifellos der Beginn einer rätselhaften und rasanten spirituellen Ausdehnung quer durch alle Aspekte meines Lebens. Gleichzeitig stellte er das Ende aller Kämpfe, Qualen und Selbstkritik dar. Das Licht meiner Seele erwachte und trat triumphierend aus der Dunkelheit hervor.
Unser modernes, spirituelles Leben bietet uns die Möglichkeit zu erwachen und das Licht der Seele zu erkunden. Dies passiert oft als Folge einer Tragödie, als Antwort auf unvermeidbaren Verlust, als Heilmittel gegen jegliche Krankheit oder als Bestreben, die unendliche Neugierde auf das eigene innere Mysterium zu stillen. Mit jedem Schritt der Ausdehnung wird ein fundamentales Missverständnis von innen nach außen aufgelöst. So offenbart sich das Licht der göttlichen Vollkommenheit, das sich als Leben tarnt. Jede persönliche Begegnung bietet uns die Gelegenheit, uns zur Fülle und Einzigartigkeit unseres reinen Seelenpotenzials hin zu entwickeln.
Viele von uns beschäftigen sich seit Jahren intensiv mit verschiedenen Wegen des inneren Wachstums. Die Chance auf Erleichterung, die wir erfahren können, ist jedoch sehr viel größer, sobald wir unseren Weg aus der Seelenperspektive gehen. Selbst nachdem wir uns der drei Aktivitäten des Egos bewusst geworden sind, kann es sich aber manchmal immer noch wie eine überwältigend schwierige Aufgabe anfühlen, uns von den Mustern zu befreien, die so lange so viel Energie von uns gefordert haben.
Auch wenn die konditionierten Reaktionen des Egos Quelle menschlichen Leidens sind – es geht darum, das Ego zu transformieren und nicht, es im Stich zu lassen oder loszuwerden. Auf jeder Stufe unserer spirituellen Entwicklung erfahren wir, dass alle Versuche, Veränderung mit Gewalt zu erzwingen, die heilungsbedürftigen inneren Konflikte nur weiter anheizen. Es ist vollkommen verständlich, sich nach einem Leben ohne Egofallen zu sehnen. Der Pfad der Transformation verlangt jedoch Offenheit anstelle von Widerstand von uns.
Aus Sicht der Seele kann der innere Krieg des Egos nur unter Einsatz größter Demut beigelegt werden. Wir müssen dabei unsere innere Entwicklung mit liebevoller Empathie begleiten und jede Gewalt oder Aggression loslassen. Da die Seele nicht von ihrer weisen, harmonischen und allgegenwärtigen Quelle getrennt ist, geht sie immer mit der höchsten Liebesschwingung in Resonanz. Aus dieser erweiterten Perspektive verstehen wir den Sinn unseres Daseins und wertschätzen dabei ganz selbstverständlich uns selbst, andere und die große Bedeutung unserer Reise als Göttlichkeit in materieller Form.
Auflösung bedeutet Licht zu kultivieren
Erinnern wir uns an die Gleichung Bewusstheit + Auflösung = Ausdehnung. Sobald wir uns der drei Aktivitäten des Egos bewusst geworden sind, können wir lernen, das Ego auf möglichst herzbasierte Art zu integrieren. Statt noch mehr Zeit darauf zu verwenden, uns unter einem spirituellen Mikroskop selbst zu sezieren, ist es hilfreicher, den entscheidenden Kurswechsel zu erforschen, der uns in Bezug auf die Entwicklung unserer Seele nach vorne bringt.
Im Grunde geht es dabei hauptsächlich um eine Verlagerung unserer Aufmerksamkeit. Statt permanent in Habachtstellung zu sein und zu versuchen, noch mehr Unzulänglichkeiten zu finden und zu verändern, öffnen wir uns dafür, höhere Lichtfrequenzen zu verkörpern und schauen auf das große Ganze.
In vielen spirituellen Gemeinschaften versteht man unter der Kultivierung von Licht das Anheben der eigenen Schwingung. Wir hören auf, gegen innere Begrenzungen anzukämpfen, die das Ego als Feinde aufspürt, und verfeinern stattdessen mehr und mehr unsere positivsten Qualitäten. Licht zu kultivieren bedeutet unsere Bereitschaft zum Wohlbefinden kund zu tun, zu unserem eigenen Nutzen und dem unserer Mitmenschen.
Sobald wir unser Wohlbefinden deutlicher erkennen und wahrnehmen, entdecken wir die nötige Sicherheit und Motivation, unsere kraftvollsten Eigenschaften offen zu zeigen. Wie auch immer sich unser Leben entwickelt, das Gefühl der Einheit in der Vielfalt bleibt in jedem Herzen lebendig und erinnert alle bewussten Menschen daran, dass Offenheit niemals ausschließt. Als göttliche Diener der Einheit sind wir auf diesen Planeten gekommen, um einen bedeutsamen Auftrag auszuführen. Wir unterstützen die Erde beim Erreichen ihres höchsten Entwicklungsziels, indem wir ein immer präsentes Wohlbefinden als Antwort auf das Auf und Ab des Lebens verkörpern.
Dies kann uns verstehen helfen, dass es der Prozess der Schwingungsanhebung unseres Energiefeldes ist, der den größten Beitrag dazu leistet, das Bewusstsein einer ganzen Zivilisation zu verändern. Ob wir unsere Aufmerksamkeit dabei eher auf den einzelnen Menschen oder auf das Ganze lenken, spielt keine Rolle. Genau die Schritte, die benötigt werden, um von der Egoperspektive zur Seelenperspektive zu wechseln, dienen auch dazu, den Wendepunkt zu erreichen, bei dem das Gefühl der Einheit in der Ganzheit erweckt wird.
Ganzheit ist das absolute Gesetz der Liebe. Es ist das Kultivieren des Lichts, das uns direkten und authentischen Zugang zum Erfahren dieses kosmischen, allumfassenden Gesetzes gibt. Der Prozess der Lichtkultivierung beginnt mit dem Erlernen der essentiellen Handlungsschritte zum Auflösen der Egomuster Besorgnis, Antizipation und Hadern. Wir können diese Schritte immer und immer wieder anwenden, wenn unsere negativen Muster aktiviert werden oder sie einfach als ein Angebot für neue, inspirierte Wahlmöglichkeiten in unserem Alltag sehen. In jedem Fall bedeutet die spirituelle Praxis der Lichtkultivierung, dass wir vom inneren Krieg zu den natürlichen Eigenschaften unserer Seele finden.
Vom inneren Krieg zur wahren Natur
Wenn wir die Buchstaben des eng. Wortes WAR (Krieg) umkehren, wird als Gegenstück das Wort RAW (unbearbeitet: hier gemeint als wahre Natur) sichtbar. Sobald wir uns mit unserer wahren Natur beschäftigen, werden die natürlichen Eigenschaften unserer Seele enthüllt. Im Gegensatz zu einer Auseinandersetzung zwischen Hell und Dunkel macht dies unsere spirituelle Entwicklung hin zur Vereinigung mit der Quelle möglich. Die Seele ist sich bereits bewusst, dass das Licht nicht dafür existiert, um die Dunkelheit zu bekämpfen. Sie wurde zur Erde gesandt, um die Dunkelheit aus ihrem Unglück zu erlösen und sie auf möglichst umsichtige und authentische Art ins Licht zurückzuführen. Sobald Spiritualität aus der Egoperspektive gelebt wird, richtet sich ihr Fokus darauf aus, die Dunkelheit loszuwerden, um Platz für das Licht zu machen. Wählen wir jedoch den Weg des Herzens, sind wir nicht länger in einem Kampf der Polaritäten gefangen, in dem sich Gut und Böse gegenüberstehen oder Licht seinen Schatten verleugnet. Stattdessen lernen wir, wie sich die Seele auf ganz natürliche Art in Zeit und Raum verhält.
Während wir uns so vom inneren Krieg hin zu unserer wahren Natur bewegen, werden wir zu Menschen, die Wohlbefinden verkörpern und Licht kultivieren, damit sich unsere Seele ausdehnen kann. Mit der Erhöhung unserer Schwingung wird jedes unbewusste Muster, jede schmerzhafte Erinnerung und jede Manifestation von Dunkelheit auf natürliche Weise umgewandelt und kann so seine Aufgabe vollenden und zur Quelle zurückkehren.
Buddha kämpft nicht
In den Erzählungen über Buddha findet sich eines der offensichtlichsten Zeugnisse der Verlagerung vom inneren Krieg hin zur wahren Natur. Die historischen Texte beschreiben, dass der Buddha unter seinem Bodhibaum von Dämonen umgeben war. Dies wurde oft dahingehend ausgelegt, dass der Buddha die Notwendigkeit verspürte, die verlockenden Qualitäten des Egos oder der menschlichen Begierden zu verleugnen und sich dadurch tief in der Reinheit der wahren Lehre zu verwurzeln. Natürlich kann der Gedanke, irgendetwas ablehnen zu wollen, nur dem Blickwinkel des Egos entspringen!
Bildliche Darstellungen Buddhas zeigen ihn mit friedlich an beiden Seiten ruhenden Händen und weit geöffneten statt geschlossenen Augen. Wären die Augen Buddhas geschlossen abgebildet, hätte der Buddhismus dadurch die Notwendigkeit betont, das Ego abzuwehren oder sich von der Dunkelheit abzuwenden, um die Erleuchtung zu erlangen. Da die Augen Buddhas aber offen dargestellt werden und seine Arme zu beiden Seiten ruhen, wird damit bekräftigt, dass die Wahrheit nicht dazu da ist, die Dunkelheit zu bekämpfen oder zu verleugnen.
Sogar, wenn er von Dämonen umgeben ist, befindet sich Buddha in einem Zustand von Gelassenheit, denn er hat sein wahres Selbst als die Kraft begriffen, die die Dunkelheit transformiert, das Ego erlöst, das Licht wiederherstellt und Wohlbefinden verkörpert.
Als ein dich entwickelnder spiritueller Meister wirst auch du deine eigenen tiefen Erleuchtungsmomente unter dem symbolischen Bodhibaum des Lebens erfahren, sobald du dich vom inneren Krieg hin zu deiner wahren Natur bewegst. Damit das gelingen kann, müssen wir die einzelnen Aspekte unserer wahren Natur besser erforschen.
Wahre Natur beginnt mit Respekt
Um unsere wahre Natur möglichst bewusst zum Ausdruck bringen zu können, benötigen wir Respekt. Die der Seele innewohnende Fähigkeit zum Respekt ist ihre Offenheit dafür, alles zu ehren, unabhängig davon, ob der ihr begegnende Mensch seine eigene Göttlichkeit mit Würde verkörpert oder nicht.
Aus Sicht der Seele dient jede Interaktion der Möglichkeiten für inneres Wachstum und spirituelle Erweiterung. Dies gibt unserem persönlichen Verhalten in Bezug auf die Umstände unseres Lebens große Bedeutung. Wie wir mit uns selbst und anderen umgehen, ist für die Entwicklung unserer Seele wichtiger als die Situationen selbst, mit denen wir konfrontiert werden.
Sobald der Wunsch in uns erwacht ist, sich des Einen im Ganzen bewusst zu werden, wird das Bestreben, jeden Moment unseres Lebens und jeden Menschen zu respektieren, zu einer unserer höchsten Prioritäten. Wir können lernen, die Evolution anderer zu ehren, unabhängig davon, ob sie selbst die große Bedeutsamkeit ihrer seelischen Entwicklungsreise verstehen oder nicht. In dieser Betrachtungsweise zeigen uns grausames oder kleinliches Verhalten lediglich an, dass ein Ego mit großer Energie dabei ist, sich aus seinen alten Mustern zu befreien.
Gleichermaßen gibt es keinen spirituellen Lohn dafür, in Situationen zu verharren, in denen wir als mentaler, emotionaler, physischer oder energetischer Sündenbock dienen. Ob du die Situation bereinigen oder verlassen möchtest – die Seele hat mehr Interesse daran, dem Gegenüber mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen als an deiner letztendlichen Entscheidung, wie du mit der Situation umgehst. Aus der Seelenperspektive kann das Leben als ein kosmisches Abenteuer unter der Überschrift »Wie werde ich darauf reagieren?« betrachtet werden. Die Antwort darauf findet sich in der bewussten Ausübung von immer noch größerem Respekt. Auch wenn wir nicht immer mögen werden, wie ein Mensch während gewaltiger innerer Wachstumsschübe spricht oder sich verhält, können wir dennoch respektieren, dass er uns aus einem wichtigen Grund begegnet ist.
Um die Schwingung von Respekt zu kultivieren, bedenke bitte die Weisheit der folgenden Fragen:
Was geschieht, wenn ich das Göttliche in anderen respektiere, egal, ob sie das Göttliche in mir wahrnehmen oder nicht?
Was geschieht, wenn ich es wage, meine eigene Göttlichkeit zu respektieren, anstelle darauf zu warten, dass andere das Licht in mir erkennen?
Wie wäre es, wenn ich die unbewussten Handlungen anderer nicht gut finden muss, um ihre Seele ehren zu können?
Was geschieht, wenn jede respektlose Situation für mich eine Gelegenheit ist, innezuhalten und mir selbst auf einer noch tieferen Ebene Wertschätzung zu geben?
Zeigen meine wichtigsten Lebensentscheidungen tiefsten Respekt für mich und andere?
Wenn ich es mir zur Aufgabe machen würde, mich Tag für Tag mehr zu respektieren, wie würde mein Leben sich dann verändern? Was müsste anders werden?
Wenn du dem Respekt die Führung übergibst, wird dir in jeder Wachstumsmöglichkeit der tiefere Sinn persönlicher Begegnungen aufgezeigt. Egal, ob die Charaktere in unserem Lebens-Spiel für uns angenehme oder unangenehme Rollen einnehmen, nichts kann unsere Seele davon abhalten, sich in jeder Szene weiter auszudehnen.
Respekt ist der Ausdruck von Anerkennung
Wenn du durch respektvolleres Verhalten das Licht kultivierst, könntest du entdecken, dass es nahezu unmöglich ist, das Leben zu ehren, ohne die Bereitschaft, es auch anzuerkennen. Aus diesem Grund stellt Anerkennung den zweiten Aspekt deines wahren Wesens dar. Anerkennung ist eine respektvolle Haltung, die es wagt, allen Dingen ein Existenzrecht zu geben – egal wie schmerzhaft, frustrierend oder unbequem sie sich für das Ego darstellen.
Auch dann, wenn wir von anderen respektlos behandelt werden, gibt uns dies für uns die Möglichkeit, Schmerz, Stress, Abwehr, Trauer oder Wut als einen tiefen Heilungsprozess anzuerkennen. Ob uns jemand auf der Straße eilig den Weg abschneidet, wir von Familienmitgliedern kritisiert oder gar von einem geliebten Menschen betrogen werden, es ist immer faszinierend wahrzunehmen, welche große seelische Erweiterung dies für das Leben der Betroffenen bewirkt. Dies gilt auch für die Menschen, die noch nicht wahrgenommen haben, dass sie sich auf einem spirituellen Entwicklungsweg befinden. Oft wird geglaubt, dass mystische Erfahrungen nur von Menschen erlebt werden können, die an derartigen Themen interessiert sind. Ein zeitgemäßes spirituelles Abenteuer besteht jedoch bereits darin, allen tiefreichenden und transformierenden Erfahrungen, die sich als Unwägbarkeiten des Lebens tarnen, einen tieferen Sinn zu geben. Als Menschen sind wir aktive Teilnehmer unseres seelischen Ausdehnungsprozesses, auch wenn wir uns die meiste Zeit davon in der Inkubationsphase des Egos befinden.
Da Bewusstheit ein so wichtiger Teil der Gleichung Bewusstheit + Auflösung = Ausdehnung ist, möchten viele spirituell Suchende denjenigen helfen, die sich nicht respektvoll verhalten und sie zum Erkennen ihres unbewussten Verhaltens bewegen. Es ist grundsätzlich wichtig, bei Bedarf für sich selbst einzutreten. Der dringende Wunsch jedoch, der andere möge sein unzulängliches Verhalten eingestehen, bedeutet allerdings, dass wir uns von seinem Willen abhängig machen. In diesem Fall befinden wir uns in einer ko-abhängigen Verhandlung mit dem Ego eines anderen Menschen und warten auf seine Einsicht, damit sich unsere eigene Erfahrung ändern kann.
Nur wir selbst können anerkennen
Was wäre, wenn alles, was in unserer Wirklichkeit passiert, nur erschaffen wurde, damit wir es anerkennen können? Was wäre, wenn alle Menschen so handeln wie sie handeln, um uns zu helfen, mitfühlender, empathischer und achtsamer im Umgang mit anderen zu sein?
Verhält sich jemand respektlos, versucht seine Seele damit auszudrücken, unter wie viel Stress sich der Mensch als Folge seiner Entwicklung befindet. Dabei handelt es sich um eine Ausdehnung, die von diesem Menschen vielleicht noch nicht einmal als solche wahrgenommen wird. Immer, wenn wir es mit respektlosem Umgang zu tun haben, verlangt die Seele des betreffenden Menschen nach mehr Raum, um von den gerade in ihr aktiven Veränderungsprozessen nicht weiter abgelenkt zu werden. Es ist so, als wäre jede Form von Respektlosigkeit eine arglose Bitte um Entschuldigung durch die Seele – dafür, dass die Person nicht in der Lage war, sich so zu zeigen, wie wir es uns gewünscht hätten.
Egal, ob wir von einem Kollegen, Freund, Nachbarn oder einer geliebten Person verletzt worden sind, können wir anerkennen, dass respektloses Verhalten die Bitte der Seele nach mehr physischem Abstand ist. Dadurch kann sie mehr Zeit damit verbringen, sich selbst über die Begrenzungen des Egos hinaus kennen zu lernen.
Wenn es so sein soll, dass sich jemand vorteilhaft für die Entwicklung beider Seelen verhält, wird sein Verhalten offen, ehrlich und respektvoll sein. Wenn unser Gegenüber nicht in der Lage ist, respektvoll zu kommunizieren, verlangt seine Seele nach mehr Abstand, auch wenn sein Ego den Gedanken an Trennung kaum aushalten kann.
Fühlt sich jemand von unserem Licht eher abgelenkt oder negativ aktiviert als beruhigt oder unterstützt, wird uns sein respektloses oder unaufrichtiges Verhalten zeigen, wie viel Raum er gerade benötigt. Sollte dein Gegenüber sein Verhalten auch nach einiger Zeit nicht ändern, ist dies möglicherweise ein Zeichen dafür, dass die Beziehung zu Ende ist. In diesem Fall gibt es nur noch Entwicklungsvorteile für beide Partner, wenn sie sich trennen. Hierbei handelt es sich um eine viel stärkere Möglichkeit der Selbstermächtigung in der Beziehungsgestaltung, als im alten Paradigma, wo ein Beziehungspartner dem missbräuchlichen Partner weiterhin nahe bleiben musste, um ihn ›so zu akzeptieren, wie er nun einmal ist‹. Ist unsere Seele gut im Bewusstsein der Anerkennung verwurzelt, können andere von unserer Schwingung profitieren, wenn sie zu respektvollem Verhalten fähig sind. Sollte es Erkenntnisse und Antworten in uns geben, die für ihre Entwicklung fundamental sind, werden sie uns Fragen stellen, die an diese Weisheit appellieren und uns damit wissen lassen, welches Geschenk wir ihnen machen können.
Stellen andere Menschen keine Fragen, die unsere tiefste Weisheit in uns hervorbringen, signalisieren uns ihre Seelen auf diese Art, dass sie nicht bereit sind oder nicht den mentalen Raum dafür haben, die neuen Ideen, Konzepte oder Perspektiven aufzunehmen, die wir ihnen gerne nahebringen möchten.
Auch wenn du es vor Ungeduld kaum aushältst und wenigstens ein bisschen Wahrheit dazu beitragen möchtest, damit Menschen in deinem Umfeld bereicherndere Erfahrungen machen können, kann dieser positive Impuls von ihnen erst angenommen werden, wenn sie für tiefere Einsichten offen und willens sind, dir entsprechende Fragen zu stellen.
Wir können andere Menschen trotzdem jederzeit in ihrer Entwicklung unterstützen, egal, wie offenherzig oder engstirnig sie zu sein scheinen. Dies gelingt uns am ehesten dann, wenn wir uns entschließen, inmitten der Unwägbarkeiten des Lebens eine Quelle emotionalen Trostes zu sein. Aus dieser Perspektive erkennen wir auch, dass Menschen in vielen Situationen eher emotionale Unterstützung und persönliche Ermutigung brauchen, als noch mehr Informationen, die es zu verarbeiten gilt. Nach dem alten Paradigma glaubten wir daran, dass wir uns und anderen mehr helfen können, wenn wir mehr tun. Nach dem neuen Paradigma sind wir Vorbild durch Respekt, wobei wir uns in der Schlichtheit des Anerkennens fest verankern. Wir bleiben offen für die Signale, die unsere Mitmenschen uns geben und halten damit einen bewussten Raum der Heilung für sie, ohne uns dabei zu verausgaben oder aufdringlich zu sein.
Um zu helfen, die Kraft der Anerkennung zu aktivieren, bedenke bitte die Weisheit der folgenden Aussagen:
Ergehe ich mich in Vermutungen, was meine Bedürfnisse oder die Bedürfnisse anderer angeht oder nehme ich die Signale wahr, die mir gegeben werden?
Kann ich mein eigenes Bedürfnis nach persönlichem Raum anerkennen, wenn ich respektlos reagiere?
Bin ich bereit, anderen Raum zu geben, wenn sie mich respektlos behandeln?
Was von dem, das ich immer wieder übersehen oder sogar mein ganzes Leben lang vermieden habe, bin ich bereit jetzt und hier anzuerkennen?
Treffe ich Entscheidungen, die meine Integrität oder die von anderen missachten?
Durch die Kraft der Anerkennung kann jedes Zeichen aus dem Universum, das auf dem Weg zu dir ist, friedlich, einfach und mit Freude entziffert werden. Indem wir diesen zweiten Aspekt der Seele aus tiefstem Herzen annehmen und uns immer weiter darin üben, verwandeln sich grausame und herzlose Handlungen anderer in wichtiges Feedback für die Navigation unserer Lebensreise.
Alles ist willkommen
Das absolute Gesetz der Liebe beinhaltet, dass Offenheit niemals ausschließt. Alles kann als ein Werk der Quelle geehrt werden, solange wir das Leben aus der Seelenperspektive betrachten. Manche Menschen sind der Ansicht, es handele sich um eine Form von Zurückweisung oder Ausgrenzung, wenn wir jemandem, der uns nicht wertschätzend behandelt, mehr persönlichen Abstand anbieten. Es ist jedoch von höchster Wichtigkeit, jederzeit Rückgrat zu zeigen und in der herzbasierten Wahrheit unserer göttlichen Essenz zu bleiben.
Das bedeutet, dass wir sowohl fähig sind, das Licht in allen Wesen zu feiern, als auch zu unterscheiden, wann unsere Gegenwart nicht das beste Geschenk für die Entwicklung unseres Gegenübers ist. Wenn wir eine vorübergehende oder permanente Grenze setzen und Raum bieten, wird dies lediglich von einem Ego als Ablehnung empfunden, das seine Energie aus der Bestätigung bestimmter Mitmenschen zieht. Mehr Abstand ist vielleicht nicht das Geschenk, das wir uns oder andere sich ersehnen, aber es kann genau die richtige Medizin sein, die alle beteiligten Seelen für ihr intensivstes inneres Wachstum brauchen. Das kann für Partner und Freunde genauso wie für Familienbeziehungen gelten. Können beide Seelen das Bedürfnis nach persönlichem Raum als ein Geschenk der Einsamkeit anerkennen und nicht als Fluch der Zurückweisung empfinden, sind sie freier und können sich schneller auf ihr höchstes Entwicklungsziel konzentrieren.
Aus diesem Grund stellt die Fähigkeit, das Leben mit all seinen Seiten zu akzeptieren, den dritten wesentlichen Aspekt unserer wahren Natur dar. Als eine Möglichkeit, uns mehr auf die Seelenperspektive zu konzentrieren, heißen wir die Ereignisse unseres Lebens mit Ehrfurcht und Ehrlichkeit willkommen.
Sobald wir alles im Leben willkommen heißen, ehren wir jede Schöpfung als einen Ausdruck der Quelle und wissen, dass sich jeder Mensch auf seiner einzigartigen Reise durch Zeit und Raum befindet. Wenn wir in einem aktiven Zustand der Empfänglichkeit leben und alles willkommen heißen, sind wir uns bewusst, dass andere für unsere seelische Entwicklung in unsere Realität platziert worden sind – egal, ob sie die Rolle spielen, die wir uns wünschen würden oder nicht.
Indem du in einer empfänglichen Haltung lebst, lädst du die in jedem Lebensmoment verborgenen Geschenke zu dir ein und erkennst sie mit aufrichtigem Herzen und voller Respekt an. Dies geschieht unabhängig davon, wie gut oder schlecht dir jemand in dem offenen Raum, den du anbietest, begegnen kann.
Um die Haltung des Willkommenheißens anzuregen, bedenke bitte die Weisheit der folgenden Aussagen:
Kann ich das Leben aus vollem Herzen annehmen, egal, wie es sich mir zeigt oder mir erscheint?
Bin ich mir der spirituellen Wohltaten einer jeden Begegnung bewusst, auch wenn mein Ego dabei Schmerz empfindet, sich unwohl fühlt oder frustriert ist?
Wie verändert sich meine Erfahrung dessen, was ich denke, fühle und von der Welt und meinen Mitmenschen halte, sobald ich mich entschließe, alles willkommen zu heißen?
Für welche neuen und kraftvolleren Entscheidungen bin ich offen, um der Entwicklung meiner Seele zu dienen?
Jede Begegnung trägt einen Gewinn zu unserer Entwicklung bei. Indem wir schlichtweg jeden Moment unseres Lebens willkommen heißen, erlauben wir diesem Gewinn, den inneren Krieg beenden zu helfen. Krieg wird als Invasion oder als Konflikt zwischen sich bekämpfenden Parteien definiert. Wird jede Seite akzeptiert statt bekämpft, gibt es keinen Konflikt mehr zu lösen.
Mit Hilfe unserer wahren Natur den Krieg beilegen
Anstelle davon, uns zeitaufwändig unter einem spirituellen Mikroskop aus Selbstanklage und Selbstkritik zu sezieren, liegt der Kern unserer seelischen Entwicklung darin, höhere Lichtschwingungen zu kultivieren. Dies geschieht dadurch, dass wir die Art und Weise verändern, mit der wir auf uns selbst und andere reagieren. Indem wir das tun, glätten wir die Ecken und Kanten unseres Egos und helfen ihm, zur Quelle zurückzukehren.
Ich möchte noch einmal wiederholen, dass es nicht darum geht, das Ego zu verstoßen. Es geht vielmehr darum zu realisieren, dass die Quelle, die das Ego zu finden bestimmt ist, der göttliche Funke in dir ist. In jedem bewussten Moment der Wagnis, unser authentisches, mitfühlendes und herz-zentriertes Selbst zu sein, legen wir den inneren Krieg ein Stückchen mehr bei.
Um die Erkenntnis verkörpern zu können, dass alles gut ist wie es ist, bedenke bitte die Weisheit der folgenden Aussagen oder wiederhole sie laut:
Ich akzeptiere, dass mein spiritueller Weg nichts damit zu tun hat, mich unter einem spirituellen Mikroskop zu sezieren. Ich erlaube meiner Seele, die höchsten in mir angelegten Qualitäten noch bewusster und öfter zu zeigen. Dies geschieht, indem ich die Göttlichkeit in meinen Mitmenschen respektiere, die Zeichen richtig deute, wie ich ihre einzigartige Lebensreise am besten unterstützen kann, und indem ich alle Umstände willkommen heiße, die meine größtmögliche Ausdehnung hervorbringen – egal ob diese meinen Wünschen entsprechen oder nicht.
Daher erlaube ich allen Aspekten meiner wahren Natur, den höchsten Qualitäten meiner Seele, in mir aktiviert zu werden und durch mich zum Wohle aller Wesen in die Welt zu kommen.
Von nun an verankere ich mich ganz natürlich in der Freude über all die Geschenke, die ich zu geben habe. Ich muss keine Angst davor haben, dass andere mir etwas nehmen oder meinem Herzen vorenthalten könnten. Es gibt einen Grund, aus dem ich hier bin. Ich existiere, weil ich einen Auftrag habe. Ich bin hierhergekommen, weil ich von Bedeutung bin. Und so geschieht es.
Sobald wir damit beginnen, die Aspekte unserer wahren Natur und die höchsten Qualitäten unserer Seele zu bejahen, erkennen wir Schritt für Schritt, dass alles in unserem Leben nur zu unserem Wachstum, unserer Erweiterung und unserer Entwicklung da ist, einschließlich der sogenannten Hindernisse auf unserem Weg.
KAPITEL 3
Wie alles zu deiner Unterstützung da ist
Wird das Wissen, dass alles gut ist, zu unserer selbstverständlichen Erfahrung, geben wir jedem eventuellen Feind oder Hindernis auf natürliche Weise Respekt und Anerkennung und heißen ihn als getarnten Freund willkommen. Während das Ego weiterhin lediglich die Menschen, Situationen und Dinge akzeptieren kann, die seine Wünsche erfüllen, sieht die Seele die Dinge aus einer Perspektive, die über den Vergleich zwischen Schmerz und Vergnügen hinausgeht. Das Ego als Seele im tiefsten Inkubationsschlaf ihrer Entwicklung reagiert mit unbewussten, automatischen und polarisierenden Bewertungsmustern auf die Wirklichkeit. Das bedeutet, dass das Ego sich zu etwas hingezogen fühlt, um etwas anderes vermeiden zu können.
So wünscht sich das Ego zum Beispiel oft die Begeisterung des Gewinnens und sieht einen Sieg als erfolgreiches Vermeiden des Verlierens. Oder aber es sehnt sich nach dem Wohlbehagen in einer Beziehung, um den Schmerz der Einsamkeit zu vermeiden. Vielleicht sucht es auch nach persönlichen Erfolgen, um die innere Leere des Versagens zu füllen. Manchmal strebt es auch nach mehr Gesundheit, um damit potenzielle Krankheiten abzuwehren oder erforscht sogar spirituelle Wege oder Heilmethoden, um jede Art von Besorgnis gesundheitlicher Natur fernzuhalten.
Natürlich ist Schmerz eine Erfahrung, die Menschen möglichst nicht machen wollen. Sind wir jedoch im Licht unserer Seele gut verankert, können wir ihn als Hinweis auf unsere spirituelle Entwicklung sehen. Das bedeutet weder, dass wir nur unter Schmerzen wachsen können, noch dass wir den Schmerz als das sehen müssen, das zwischen uns und unserem tiefsten Wohlbefinden steht. Wenn wir in unangenehmen Situationen zunehmend aus dem Herzen reagieren können, eröffnet dies eine kraftvolle Möglichkeit, höhere Lichtfrequenzen zu kultivieren. Wenn wir uns darauf konzentrieren, wie ehrfürchtig und liebevoll wir auf jede unserer Erfahrungen reagieren wollen, erlauben wir uns, das Leben aus der Seelenperspektive her zu betrachten.
Das wahre Wesen von Widrigkeiten
Um den spirituellen Verbündeten in jedem scheinbaren Feind, Hindernis oder jeder möglichen Blockade erkennen zu können, müssen wir den tieferen Sinn von Widrigkeiten und ihre Rolle für unsere Entwicklung verstehen.
Auch wenn Widrigkeiten oder Schicksalsschläge so etwas wie eine universelle Initiation auf unserem Lebensweg zu sein scheinen, werden sie oft als schwer zu fassendes Konzept empfunden. Das liegt daran, dass die Definition von Widrigkeit vom Blickwinkel des Betrachters abhängt. Was dem einen grausam und nicht hinnehmbar erscheint, kann für den anderen lediglich eine vorübergehende Erfahrung unvorhersehbarer Umstände sein. Dabei spielt es eine große Rolle, wie sehr ein Mensch im inneren Krieg oder in seiner wahren Natur verankert ist.
Unabhängig davon, wie schmerzlich die Umstände gerade sind und ob uns dies zu Kampf, Flucht oder Starre veranlasst: das, was wir als Widrigkeit wahrnehmen, ist eine Interpretation des Egos als Reaktion auf unerwartete Veränderungen in unserer inneren oder äußeren Umgebung. Obwohl das Ego fähig ist, Veränderungen anzunehmen, die seine Bedürfnisse erfüllen, besitzt es nicht die Anpassungsfähigkeit und praktische Weisheit, um jedes beliebige Ereignis von einer erweiterten Perspektive her zu sehen. Im Gegensatz dazu ist die Seele in der Lage, zu all ihren Erfahrungen zu stehen. Sie erkennt auf ganz natürliche Art und Weise das in ihnen enthaltene Geschenk der Entwicklung, auch wenn es in ungewöhnlicher Verpackung erscheint.
Für die Seele können unerwartete und ungewünschte Veränderungen auftreten, ohne dass innere Konflikte entstehen. Das hat damit zu tun, dass die Seele das Wesen der Evolution mittels des Gesetzes der Alchemie versteht. So wie feste Gegenstände durch den Einsatz von Hitze flüssig oder gasförmig gemacht werden können, kann die Transformation vom Ego zur Seele sehr wirksam stattfinden, indem wir das Feuer der Widrigkeiten durchstehen.
Da die Gaben der Widrigkeiten über alle unsere Entwicklungsschritte hinweg dem Bewusstsein in uns dienen, kann nur die Seele diesen Prozess wirklich annehmen. Sobald das göttliche Licht sich weiter in uns ausbreitet und unseren Körper erdet, erreichen wir einen so transzendenten Wirklichkeitsgrad, dass unsere Entwicklung weitergehen kann, ohne die Flammen der Widrigkeiten zu benötigen. So unglaublich es klingt, wir können, verankert im Licht unserer Seele, größeres spirituelles Wachstum erleben, ohne dass Schmerz, Stress oder Unglück dabei eine solch zentrale Rolle spielen müssen. Und doch hat das Ego über so viele unserer Leben hinweg versucht, sich die Kraft des Universums durch verschiedene mystische Praktiken zunutze zu machen, um genau die Begegnungen zu vermeiden, die die Auflösung alter Verhaltensmuster möglich machen.
Dies wiederum bedeutet, dass es in unserer spirituellen Entwicklung nicht darum geht, unsere Egos noch gebildeter oder kraftvoller zu machen, sondern sie mit der Seele so in Übereinstimmung zu bringen, dass wir sie dauerhaft integrieren können. Egal, ob du verstanden hast, warum oder wie genau es funktioniert, alles um dich herum existiert nur dazu, dich bei deinem Übergang vom Egozustand zur Seelenperspektive zu unterstützen. Diese Erkenntnis verhilft dir dazu, die Realität zu verändern – weg von einer Wahrnehmung fester Materie und hin zur Wahrnehmung der ungeheuren Ausdehnung des Lichts. Dabei wird anfangs das Feuer der Widrigkeiten benötigt, um den richtigen Schmelzpunkt zu erzeugen.
Auch wenn es manchmal so scheint, als ob Menschen sich auf unserem Lebensweg gegen uns verschwören, so stellen doch alle ihrer Handlungen die personifizierte Gnade des Universums dar. Sie erschaffen genau die Umstände, Ergebnisse und das Umfeld, die unseren höchsten Sieg garantieren.
Schlussendlich ist es unsere Bereitschaft, das Geheimnis jedes Lebensmoments zu ehren, anzuerkennen und willkommen zu heißen, die es uns ermöglicht, unser Bewusstsein mit Leichtigkeit zu erweitern. Egal, wie intensiv wir uns wünschen, dass unsere Umstände anders wären, die Verlagerung von der Ego- zur Seelenebene tritt erst dann ein, wenn wir den Verbündeten in jedem unserer Feinde wertschätzen können. Vielleicht wirst du deine zukünftigen Geschenke nicht als solche erkennen – trotzdem aber kannst du die Weisheit, dass alles zu deiner Unterstützung hier ist, von Herzen annehmen. Auf diese Weise kannst du das Potenzial deiner Essenz entdecken, ohne dir weiter Sorgen zu machen, Befürchtungen zu hegen oder die Vergangenheit zu bedauern.
Gegner als spirituelle Verbündete
Sobald in unserem Leben Widrigkeiten auftauchen, wird der automatisch ablaufende Rhythmus unserer unbewussten Muster unterbrochen. Aus diesem Grund werden Widrigkeiten vom Ego als Feinde betrachtet, denn das Ego kann außerhalb seines Kokons nicht überleben. In Wirklichkeit sind alle nur vorstellbaren Gegner maskierte spirituelle Verbündete.
Wollen wir die Wirklichkeit außerhalb des Klimas menschlicher Konditionierung erforschen, müssen wir uns, metaphorisch gesprochen, an das Leben in größeren Höhenlagen anpassen. Der Körper braucht Zeit und Fürsorge, um sich an das Atmen in dünner Luft zu gewöhnen. So geht auch unser Bewusstsein durch einen ähnlichen Prozess, wenn wir lernen, von höheren Bewusstseinsebenen her zu leben.
Sobald unbewusste Muster unterbrochen werden, bekommen wir Raum vom Ego angeboten, damit wir in eine erweiterte spirituelle Sichtweise hineinwachsen können. Allerdings rufen unvorhergesehene Veränderungen wie Stress, Konflikte oder Schicksalsschläge oft zuerst Angstreaktionen hervor, da wir in der Vergangenheit die meiste Zeit unseres Lebens damit verbracht haben, das Leben aus der Ego-Perspektive zu sehen. Es kann sich für uns daher schockierend, verwirrend und sogar bedrohlich anfühlen, wenn die Dynamik unerwarteter Veränderungen uns Erfahrungen bringt, die außerhalb unserer bekannten Glaubenssätze und Bezugspunkte liegen. Greifen wir dann zu unserer Beruhigung auf altbekannte Konditionierungsmuster zurück, kann der Veränderungsdruck sich plötzlich wie ein Gegner anfühlen, den es zu vermeiden gilt. Und doch, wenn wir uns einem Dasein jenseits des Freude-Schmerz-Kampfes öffnen, können wir die Schönheit des Lebens außerhalb des Egobereichs kennen lernen – egal wie frustrierend, unangenehm, verstörend oder schmerzhaft jede Widrigkeit sich anfühlen mag.
Um wirklich wertschätzen zu können, wie alles dazu da ist, um dich zu unterstützen, ist es wichtig, diese Erkenntnis in den schmerzhaftesten Momenten unseres Lebens zu ergründen.
Das Geschenk des Verlustes
Auch wenn das Ego Verlust oft als Szenarien bevorstehender Vernichtung empfindet, können uns durch die Unvermeidbarkeit der Veränderung im Leben nur die Dinge genommen werden, durch die Raum für etwas Neues entstehen kann. Egal, wie viel Zeit zwischen Verlusten und Gewinnen zu liegen scheint, liegt die Bedeutung des Verlustes darin, dem Ego sein falsches Machtgefühl zu nehmen und ihm damit aus seinen Verstrickungen zu helfen. Obwohl das Ego darauf beharrt, freiwillig ins Licht zurückkehren zu können, würde es diese Möglichkeit nur unter der strikten Voraussetzung wählen, dass es so bleiben kann, wie es ist.
Da das Licht der göttlichen Energie aber naturgemäß leer beziehungsweise formlos ist, muss das Ego aus seiner definierten Struktur gelöst werden, damit es als Schwingung, nicht als Form, zur Quelle zurückkehren und sich mit ihr vereinigen kann.
Dies bedeutet, dass die Entflechtung des Egos nicht geschehen kann, wann und wie das Ego es gerne hätte. Stattdessen sind es die spontanen Momente unerwarteter Veränderung oder des Verlustes, die eine Bereitschaft für spirituelle Erweiterung andeuten. Wir müssen sicherlich das Gefühl nicht mögen, das uns befällt, wenn sich die Dinge, die bisher unser Selbstwertgefühl, unseren Daseinssinn oder unsere Sicherheit bedeuteten, außer Sicht geraten. Trotzdem können wir Verlust und Veränderung als spirituelle Initiationen ehren, anstatt sie als ungerechtfertigte Momente eines grausamen Schicksals zu interpretieren.
Angst hat einen Grund
Sogar ein so belastendes Gefühl wie Angst ist hier, um dir zu helfen. Auch wenn wir Angst zumeist für ein primäres Hindernis auf dem Weg zur Freiheit halten, sie hat einen tieferen Daseinszweck. Angst agiert als ein Aspekt der Intuition. Diese ist jedoch auf einen Zustand zwanghafter Besorgnis reduziert, solange wir in der Inkubationsphase des Egos feststecken. So wie viele Menschen intuitive Signale erhalten, die sie aus der Gefahr führen, so ist auch die Angst oft ein Zeichen der Vorbereitung. Sie wirkt auf uns wie ein Hinweis, der uns wissen lässt, dass unerwartete Momente großer seelischer Erweiterung bevorstehen.
In Augenblicken der Angst sendet das Universum ein Signal aus. Es lässt das Ego wissen, dass Situationen, die große Angstgefühle hervorrufen, Momente des Entwirrens für das Ego sind, in denen es sich mit Frustration, Unannehmlichkeiten, Verlust oder Veränderung auseinandersetzt.
Da jeder Moment unserer spirituellen Reise in einem Raum freien Willens stattfindet, haben wir immer das Recht zu sagen: Ich danke dir, Universum, für das Signal der Angst, das ich hinsichtlich einer bestimmten Entscheidung oder Situation empfange. Ich verstehe, dass die Angst mir mitteilen will, dass die Dinge nicht immer so laufen, wie ich es gerne hätte und dass ich in nächster Zeit mit unbequemen Gefühlen, Frustration oder drohendem Verlust und Veränderung als Teil meiner Entwicklung rechnen muss. Ich werde mir die Zeit nehmen darüber nachzudenken, ob ich mich solch einem spontanen Wachstumsimpuls stellen möchte. Sollte ich mich dagegen entscheiden, weiß ich, dass das Thema wieder auf den Tisch kommen wird und ich mich ihm zu einem späteren Zeitpunkt stellen muss. Danke, Universum, für diese Gelegenheit, mit dir zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten.
Die Unvermeidbarkeit von Unbehagen, Frustration, Verlust und Veränderung dient der Befreiung des Egos. Wenn wir Angst als einen Aspekt von Intuition betrachten, können wir kraftvollere Entscheidungen treffen, ohne wissen zu müssen, wie sich eine Situation entfalten wird.
An manchen Tagen heißen wir die persönlichen Herausforderungen an unsere seelische Entwicklung mit Zuversicht und Begeisterung willkommen. Dann wiederum gibt es Zeiten, in denen wir nicht ganz so angetan von der nächsten anstehenden Lebenslektion sind und uns den Raum wünschen, einfach gemütlich dahinzuleben. Da jedoch die Erweiterung unserer Seele unser kosmischer Auftrag ist, ist die Entscheidung, Angst zu vermeiden ganz so, als ob wir im Büro anrufen würden und uns einen freien Tag genehmigten. Wir können die Gnade der Veränderung nicht dauerhaft umgehen, aber wir können in jedem Fall lernen, mit dem Universum zusammenzuarbeiten und sicherstellen, dass unsere Entwicklung auf gut unterstützte Weise verläuft.
Die Weisheit von Wut
Da viele alte Traumata aus unbedachten Wutausbrüchen entstanden sind, ist es ganz natürlich, emotional zuzumachen, wenn ein solches Gefühl wachgerufen wird. Ob wir Angst vor der Rache anderer empfinden oder davor, was wir selbst anderen antun könnten – Wut kann einer unserer stärksten Verbündeten sein, wenn sie wahrgenommen, anerkannt und als getarnte Helferin willkommen geheißen wird.
Aus Sicht des Egos ist Wut eine Reaktion auf ungerechte Anschuldigungen oder Zurückweisungen. Da das Ego in einem unbewussten Zustand der Verpuppung lebt, sieht es immer dann Zurückweisung und Fehlverhalten am Werk, wenn die Dinge nicht nach seinen Erwartungen laufen. Sobald unser Bewusstsein sich ausdehnt, wird uns völlig klar, dass es sich nicht um eine Ungerechtigkeit handeln muss, wenn Situationen sich nicht nach unseren tiefsten Wünschen zu entwickeln scheinen.
Aus der Seelenperspektive gibt es keinen Grund, irgendjemanden dafür zu beschuldigen, wie sich Situationen entwickelt haben oder welche Gefühle durch sie hervorgerufen wurden. Das größte Bestreben der Seele ist es, aus ihrem höchsten Zustand heraus zu reagieren, unabhängig davon, wie ungerecht eine Situation erscheinen mag. Es ist daher entscheidend, Frieden mit der Wut zu schließen, so dass sie uns als die Verbündete unterstützen kann, als die sie erschaffen wurde.
Wenn Wut unsere Verbündete ist, ist sie der Wächter unseres Energiefeldes. So wie Angst eine Möglichkeit darstellt, wie uns das Universum auf bevorstehende Momente des Loslassens vorbereitet, schützt die Wut unser reines inneres Wesen. Wie ein mutiger Wächter tritt sie hervor, wenn Situationen mit dem Potenzial tiefgreifender Veränderung zu überwältigend werden, um sie verarbeiten zu können. Da Respektlosigkeit die Aktivität der Wut in ihrer unbewusstesten Form ist, bietet uns der Zorn immer auch wesentliche Einsichten in unsere Erfahrungen mit anderen.
Wann immer wir respektlos behandelt werden oder Wellen unseres eigenen Zornes spüren, zeigt uns die Weisheit der Wut, wann mehr Raum notwendig ist, um stattfindende seelische Erweiterungen zu unterstützen.
Egal wie viel Gutes wir glauben anderen geben zu können – wenn sie mit Ärger reagieren gibt uns der Wächter ihres Energiefeldes wichtiges Feedback. Das bedeutet, dass wir nicht nur anderen als Antwort auf ihren Zorn Raum geben, sondern es auch als dringend benötigtes Geschenk akzeptieren, wenn wir es sind, die auf Abstand gehalten werden.
Während wir dem Ego verhaftet sind, sind wir in unseren Beziehungen ständig auf der Suche nach Bestätigung, anstatt uns auf den Tanz wahrer emotionaler Vertrautheit einzulassen, den nur die Seele lenken kann. Auf der Grundlage unserer menschlichen Konditionierung suchen wir die persönliche Begegnung oft aus dem Wunsch heraus, emotionale Defizite auszugleichen – und lösen damit noch größere Sehnsucht und Verzweiflung aus.
Solange Beziehungen aus dem Ego heraus unterhalten werden, tendieren sie dazu, Verstrickungen aus Ko-Abhängigkeit und Opferhaltung hervorzubringen, anstelle von bedeutsamen Verbindungen und intimen Partnerschaften. In einer ko-abhängigen Partnerschaft ist es normal, sich mehr darauf zu fokussieren, was wir vom Anderen bekommen wollen, als darauf, die Geschenke anzuerkennen, die jeder von uns mitbringt, damit sie gemeinsam empfangen werden können.
Bewegen wir uns vom Ego zur Seele weiter, wird die Wut zur Verbündeten unserer bewussten Wahrnehmung, mit dem Ziel, jede Beziehung in die höchste Schwingung immerwährender Erfüllung zu verwandeln. Auch wenn es keine Garantie dafür gibt, dass unsere Beziehungen ewig bestehen bleiben, können wir uns durch die in ihnen enthaltenen Geschenke positiv berühren lassen – egal, wie lange oder kurz diese Verbindung auch währt.
Haben wir die Wut auf unserer Seite, sind wir fähig zu erkennen, wann das Geschenk des Freiraums für uns selbst oder andere notwendig ist. Sobald die Weisheit der Wut anerkannt wird, sind wir in der Lage zu verstehen, dass die unsensible Antwort, das respektlose Verhalten oder die defensive Reaktion anderer Menschen ein Zeichen dafür ist, dass sie gerade Erweiterungsprozesse durchmachen, die sie in ihrem tiefsten Inneren überwältigen.
Während das Ego darauf besteht, sein Gegenüber vor seinen Erfahrungen retten zu müssen, wird die Seele anderen Menschen Raum zum Verarbeiten ihrer Gefühle geben. Gleichzeitig bleibt sie offen für neue Interaktionen, sobald eine entsprechende Einladung an sie ergeht.
Ob wir auf globale Ereignisse reagieren oder auf eine hitzige Diskussion, die Weisheit der Wut macht uns auf den Zeitpunkt aufmerksam, an dem wir durch die Tiefe unserer spirituellen Erfahrungen zu überwältigt sind, um bewusst reagieren zu können. Haben wir es mit einem Ego zu tun, werden wir wahrscheinlich in die sprichwörtliche Ecke gedrängt und ohne Rücksicht auf unser Wohlbefinden zu Antworten gezwungen. Sind wir jedoch in Kontakt mit einer Seele, kann jede Abweichung unserer jeweiligen Meinungen offen und ehrlich diskutiert werden. Sobald während eines Gespräches in einem Herzen Wut aufflammt, kann die Unterhaltung pausieren, während sich jeder Partner um seine Gefühle kümmert. Ist der Ärger wieder abgeflaut, können sich die beiden wieder einander zuwenden und weitersprechen.
Im Grunde rufen weder Menschen noch Plätze oder Dinge Wut in uns hervor. Unser Zorn kommt von unserem Nicht-Wissen, wie wir innerlich Raum anbieten können, wenn Beziehungen sich mehr darauf richten, etwas vom Anderen zu bekommen, anstelle sich auf die Schönheit des Austauschs mit denen zu konzentrieren, die wir lieben.
Wie Bewertungen uns unterstützen können
Wie wäre es, wenn wir Bewertungen als eine weitere Form der Intuition verstehen würden?
Aus der Perspektive des Egos werden Wertungen als Kritik empfunden, die unsere Herzen zu denjenigen auf Abstand halten, die unsere eigene Auffassung von der Wirklichkeit nicht teilen. Solange wir im Egozustand verpuppt sind, sind Bewertungen mentale oder verbale Attacken gegen die Bedrohung, die in der Veränderung wahrgenommen wird. Sie können als Verleumdung, Rassismus, Stereotypisierung oder Sexismus auftreten und sich auch dadurch zeigen, dass jemands Lebensstil lächerlich gemacht wird.
Da die Bestimmung des Egos darin liegt, sich aufzulösen, befindet es sich in einem Zustand so großer Verletzlichkeit, dass schon alleine die Gegenwart einer Person, die anders denkt, handelt, spricht und aussieht als man selbst, heftige Abwehrbewegungen auslösen kann. Sobald wir in der Klarheit unserer Seele fest verwurzelt sind, werden alle Lebewesen ganz selbstverständlich als einzigartiger Ausdruck unserer immerwährenden Quelle wertgeschätzt. Egal, wie andersartig jemand erscheint, es gibt in uns eine selbstverständliche Akzeptanz dafür, dass jeder Mensch auf seinem individuellen Lebensweg geführt wird, um genau die Erfahrungen zu machen, die für sein Wachstum sinnvoll sind. Auch wenn die Seele genau die Veränderungen aus tiefstem Herzen willkommen heißt, die das Ego mit aller Kraft bekämpfen will, hat sie doch selbst einen tiefgreifenden Entwicklungsweg zu gehen. Ein Beispiel hierfür ist das Erlangen der Sichtweise, dass das Auftauchen jeglichen Urteils eine Form der Intuition ist, die wir empfangen.
Wenn alles dazu da ist, um uns zu unterstützen, dann muss selbst das Bewerten in irgendeiner Form nützlich sein. Auch wenn Wertungen sich als harte Kritik uns selbst oder anderen gegenüber zeigen, können wir lernen, jede intuitive Botschaft zu entziffern und ein Leben unerträglichen Schmerzes in einen Entwicklungsweg von majestätischer Offenbarung verwandeln. Unsere Seele ist so sensibel den Erfahrungen anderer gegenüber, dass sie ihre empathische Fähigkeit zur Einfühlung oft als persönliche Bewertung des anderen missversteht. Sobald unsere Seele jedoch voll entwickelt ist, zeigen die Fallstricke des Egos lediglich die Heilungskraft einer sich entwickelnden Seele.
Hierfür habe ich das perfekte Beispiel: Ich erinnere mich, wie ich vor vielen Jahren einmal in einem Lebensmittelgeschäft in der Schlange stand. Die Person vor mir besaß einen anderen ethnischen Hintergrund als ich. Während ich so hinter ihr stand, hörte ich in meinem Kopf plötzlich eine Stimme, die bestürzend respektlose Wörter und Sätze formulierte. Einen Sekundenbruchteil lang dachte ich, mein Verstand wäre schlagartig rassistisch geworden!
Das beunruhigte mich, da ich als jemand aufgewachsen bin, der andere Kinder gegen Übergriffe verteidigte und sich immer für diejenigen einsetzte, die wegen ihres ethnischen Hintergrundes diskriminiert wurden. Schon damals verabscheute ich jegliche Art von Beleidigungen, egal, wie schnell die Kinder, die dann zur Rede gestellt wurden, behaupteten, nur Spaß gemacht zu haben.
Jedes Mal, wenn ein neuer Junge aus einem anderen Land an meine Schule kam, verwandelte ich mich in ein ein-Mann-Begrüßungskomitee. Ich wuchs zusammen mit vielen Freunden unterschiedlicher Rassen und Nationalitäten auf und liebte es, Kulturen kennen zu lernen, die so anders als meine eigene erschienen. Man kann sich also vorstellen, wie verwirrend es für mich war, derartige Worte in meinem Kopf zu hören, auch wenn ich mich nicht bewusst mit ihnen identifizierte. Während dies geschah, spürte ich plötzlich, wie Schichten von Diskriminierung sich aus meinem Energiefeld lösten. Die Person in dem Lebensmittelladen vor mir war vielleicht gar nicht bereit für irgendeine Art von Heilung und dies war möglicherweise genau der Grund, warum das Universum mich in ihre Nähe gestellt hatte. Während ich fühlte, wie sich eine Schicht nach der anderen in mir auflöste, konnte ich erleichtert erkennen, dass keiner dieser rassistischen Gedanken von mir selbst gedacht wurde. Stattdessen wurde ich mir der Einflüsse meiner Ahnenreihe gewahr, die sich jetzt aus meinem Energiefeld lösten.
Solange noch irgendeine Art von Verpuppung in unserem Energiefeld aktiv ist, zeigen sich unsere Gedanken und Gefühle oftmals als Urteile über uns selbst oder andere. Wenn sich der Kokon dann auflöst, erkennt das Licht der Seele seine wahre Kraft und Wirksamkeit als Heiler, Erwecker und Wirklichkeits-Veränderer. Auch wenn man sich einen solchen Heilungsschritt klassischerweise im Behandlungszimmer eines Therapeuten vorstellt, geschieht die Mehrzahl aller Heilungen ganz spontan in der Begegnung von Mensch zu Mensch.
Statt also jeden aufsteigenden Gedanken als unseren eigenen einzuordnen und zu verurteilen, sollten wir der Möglichkeit gegenüber offen sein, dass jede begrenzende Vorstellung, jeder negative Glaubenssatz oder Gedanke einen Teil des kollektiven Unbewussten darstellt und durch uns zum Wohlergehen aller geheilt werden darf.
Wenn wir noch dem Denken des alten spirituellen Zeitalters verhaftet sind, kann das Auftreten von solch negativem Denken sehr verwirrend sein – vor allem, wenn wir glauben, dass wir mit unseren Gedanken die Ereignisse unserer Wirklichkeit beeinflussen.
Erwäge einmal über die Möglichkeit nachzudenken, dass Gedanken die Wirklichkeit nicht erschaffen, da alle Aspekte der Wirklichkeit bereits existieren. Als wir auf die Welt gekommen sind, haben wir nicht gewartet, bis unsere Realität erschienen ist. Stattdessen wurden wir in eine bereits erschaffene Welt hineingeboren, die unsere Ankunft erwartete. Auch wenn wir aus einer Vielzahl von Optionen wählen können, entscheiden Gedanken nicht darüber, was geschieht oder nicht geschieht.
Das hat damit zu tun, dass Ereignisse, die sich später schicksalhaft entfalten, bereits vor der jeweiligen Inkarnation erschaffen wurden. Es ist jedoch wahr, dass Gedanken die Qualität unserer Erfahrungen beeinflussen können, und zwar sowohl aus der Perspektive des Egos als auch aus der der Seele. Allerdings sollten wir keine Bewertungen oder irgendeine Form des Aberglaubens auf Erfahrungen projizieren, die einfach nur die emotionalen Verunreinigungen darstellen, die wir kraft unserer Energiefelder aus unseren Mitmenschen lösen.
Auch wenn wir das Gefühl haben, einen anderen Menschen zu bewerten, findet wahrscheinlich in diesem Moment eine viel tiefergehende Erfahrung statt. Im Grunde sind die Bewertungen, die wir in uns wahrnehmen, Beleidigungen, die Menschen auf andere projiziert oder sich selbst zugeschrieben haben. In unserer Funktion als Lichtarbeiter in menschlicher Form reinigen wir emotionale Überreste aus dem Energiefeld anderer Menschen einfach dadurch, dass wir in ihrer Nähe stehen. Auch wenn diese Bewertungen ein Gefühl des Widerwillens oder der Empörung gegenüber einer Person enthalten – es ist die Weisheit unserer Seele, die uns damit eine wichtige Botschaft schickt. Wir tendieren dazu, uns der Schwingung derjenigen Menschen anzugleichen, mit denen wir die meiste Zeit verbringen. Deshalb sind Gefühle wie Widerwillen eine Art innerer Führung, die uns darauf aufmerksam macht, dass wir gerade Zeit mit jemandem verbringen, dessen Energie uns eventuell auslaugt anstelle uns zu beflügeln.
Dies kann für eine sich gerade entfaltende, energetisch sensitive Seele sehr verwirrend sein, die sich ständig danach sehnt, andere in ihrem Heilungsprozess zu unterstützen und Außenseiter zu stärken. Aus Sicht des Universums geben uns die Menschen, denen wir zu helfen bestimmt sind, ein gutes und erhebendes Gefühl, anstatt uns energetisch auszulaugen. Wenn ursprünglich erbauliche Gefühle sich jedoch plötzlich in Erschöpfung verwandeln, gibt das Universum uns damit zu verstehen, dass wir nun genug Raum mit der betreffenden Person geteilt haben. Wir werden daran erinnert, dass es besser für uns wäre, uns jetzt auszuruhen und den stattgefundenen Austausch zu integrieren, anstelle zu versuchen, über diese energetische Grenze hinauszugehen.
So wie wir die Energiefelder anderer Menschen reinigen, reinigen uns auch die Kraftfelder der anderen. Ganz spontan finden auf diese Weise wunderbare Heilungen statt. Wenn wir jedoch der Egoperspektive verhaftet sind, tendiert die gelöste Energie im Kraftfeld des Heilers zu verbleiben.
Sobald wir damit beginnen, aus der Seelenperspektive zu leben, erkennen wir die in uns angelegten Heilfähigkeiten, die diejenigen Schichten emotionaler Verschlackung bereinigen, die zum Losgelassen-Werden bereit sind. Schon allein die Erkenntnis, dass derartige Heilungsprozesse stattfinden, kann dazu führen, dass wir uns weniger für unsere Gefühle verurteilen. Dies erlaubt den emotionalen Schlacken, die wir bei anderen reinigen, zur Quelle zurückzukehren, anstatt unsere eigenen Muster zu verstärken. Solange wir im Egozustand vor uns hindämmern, nehmen wir unbewusst die Energien der anderen auf. Sind wir jedoch fest in unserer Seele verankert, haben wir ein Empfinden dafür, wie unsere Energiefelder emotionale Schichten bei unseren Mitmenschen bereinigen.
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