Czytaj książkę: «Häuser des Jahres 2020»

Czcionka:


Inhalt

Vorwort

Katharina Matzig

Einleitung

Nicola Borgmann

Die Jury

Die Partner

1. Preis

Das Langhaus

Aretz Dürr Architektur

Auszeichnungen

Das Holzhaus

pedevilla architekten

Über den Dächern von Linz

HERTL.ARCHITEKTEN ZT GMBH

Anerkennungen

Leben im Ensemble

JSWD Architekten

Hinter grünen Mauern

bergmeisterwolf architekten

Der Solitär

Think Architecture

Das Steinhaus

wespi de meuron romeo architekten bsa

Das schiefe Haus

Lukas Lenherr Architektur

Ausgewählte Projekte

Der Findling

Renato Maurizio Architekten

Das Haus der Möglichkeiten

Hammerschmid, Pachl, Seebacher – Architekten

Sommerhaus, farbig

Schuberth und Schuberth ZT-GmbH

Das Haus am Wald

Berktold Weber Architekten

Aufgestelzt

Querkopf GmbH & Co. KG

Das Elternhaus

BAYR GLATT GUIMARAES ARCHITEKTEN PartG mbB

Der Wille zur Villa

Beer Bembé Dellinger Architekten GmbH

Haus im Hang

LOVE architecture and urbanism ZT GmbH

Klein, stark, schwarz

STEINBAUER architektur+design

Das Thermohaus

Praeger Richter Architekten

Kunst am Haus

Davide Macullo Architects

Das schwarz-weiße Haus

RP Architects STP SRL

HomeWorking

Steiner Weißenberger Architekten BDA

Neue Heimat

LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei GmbH & Co. KG

Das Land-Haus

Anne Lampen Architekten BDA

Aufgefächert

bergmeisterwolf architekten

Haus mit Flügeln

WANNERPARTNER ARCHITEKTEN GmbH

Das Dreifamilien-Haus

studioRAUCH

Das Musterhaus

su und z Architekten BDA Stefan Speier, Reinhard Unger, Florian Zielinski Partnerschaftsgesellschaft mbB

Bauen mit Bestand

Michael Aurel Pichler Architekten

Das Tageszeiten-Haus

architektur.terminal hackl und klammer

Das Bauernhaus

Käferstein & Meister Architekten AG

Den See im Blick

RP Architects STP SRL

Das Haus mit drei Augen

Innauer Matt Architekten

Dreiecksbeziehungen

Pool Leber Architekten BDA

Isabella Leber, Martin Pool

Der Dreiseithof

Karsten Schubert Architekt

Leben in Leichtbeton

baurmann.dürr architekten

Das Patchwork-Haus

swa.studio

Mit Kanten ohne Ecken

augustinundfrank/winkler ARCHITEKTEN

Das Tiny-Haus

Architekten Luger & Maul

Die Raupe

Tempesta Tramparulo

Haus auf dem Land

Wolf Architektur ZT GmbH

Das Zweihaus

Architektur I Baumanagement Jürgen Haller

Das Hybridhaus

transstruktura

Das rote Haus

SoHo Architektur

Das Pförtnerhaus

Baumschlager Hutter GmbH

Hofleben

Architekt Torsten Herrmann

Der Streckhof

Juri Troy Architects

Die Burg im Blick

Dipl.-Ing. Wolfgang Ott

Das kleine Haus

Architekten Mahlknecht Comploi: Igor Comploi, Thomas Mahlknecht

Komfort hinter Kupfer

L/A Liebel/Architekten BDA

Das Haus am Berg

Berktold Weber Architekten

Das beste Produkt 2020

Ausgewählte Produkte

Hier bin ich Zuhause – hier darf ich’s sein

Interhyp

Beton. Für große Ideen.

InformationsZentrum Beton GmbH

New Monday – Die Jobbörse für ArchitektInnen und BauingenieurInnen

Baumeister

Longlist

Architekten

10 Jahre Häuser des Jahres

Impressum

Vorwort

von Katharina Matzig

„Architecture is an expression of values.” Gut sechs Jahre ist dieses Zitat von Sir Norman Foster alt. Gültigkeit hat es heute noch. Oder besser, um es mit dem bereits 1941 erfundenen Werbespruch einer ein wenig aus der Zeit gefallenen, mit Alkohol versetzten Kräuterrezeptur namens Klosterfrau Melissengeist zu sagen: „Nie war er so wertvoll wie heute.“ Respektive sie, die Architektur.

Dieses Vorwort entstand im Mai 2020, nach acht Wochen coronabedingtem Shutdown, zu einer Zeit, in der Thesen zu lesen sind, die von „Alles wird sich mit Corona verändern“ bis zu „Nichts wird sich verändern mit Corona“ reichen. Ob und wie sich unser Zusammenleben, unsere Wirtschaft und Mobilität, die Architektur und die Stadtplanung in den kommenden Monaten und Jahren verändern werden – wer weiß das schon?

Sicher jedoch ist: Die „Häuser des Jahres 2020“ sind aktueller, und ja, wohl auch relevanter denn je: Wie wertvoll eine Architektur ist, die die individuellen Wohn- und Lebenswünsche, Vorstellungen und Bedürfnisse ihrer Nutzer manifestiert, haben wir wohl alle in letzter Zeit am eigenen Leib erfahren. Ein Privileg war das Einfamilienhaus immer. Ein komfortabler Rückzugsraum, der bei Bedarf als Büro, Klassenzimmer, Fitnessstudio, Spielplatz, Heimkino, Ersatzrestaurant … genutzt werden kann: Nie war er so wertvoll wie heute.

Einen ersten Preis, zwei Auszeichnungen und fünf Anerkennungen, insgesamt 50 Häuser des Jahres aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol hat die Jury im Februar ausgewählt, sie werden ausführlich vorgestellt. 48 weitere sehenswerte Werke wurden in die sogenannte Longlist aufgenommen, 18 Produkte überzeugten die Produktjury und erhielten das Label ‚Produkt des Jahres 2020‘.

All das präsentieren wir Ihnen auch in diesem Jahr wieder, wie gewohnt sorgfältig gestaltet von der Münchner Agentur Rose Pistola. Die Grundrisse und Schnitte der 50 besten Einfamilienhäuser des Jahres – in der Regel im Maßstab 1:400 – und die Lagepläne überwiegend im Maßstab 1:2000 wurden hierfür von den Architekturbüros ebenso zur Verfügung gestellt wie die professionellen Fotos.

Die Bandbreite der ausgewählten Bauwerke spricht für sich: Das kleinste kommt mit 42 Quadratmetern Wohnfläche aus, das größte bietet 652. Häuser in der Stadt sind darunter ebenso wie im Dorf oder auf dem Land, am See, im Weinberg, am Hang, auf der Wiese. Neubauten sind dabei ebenso wie An- und Umbauten, die mal radikal, bisweilen innovativ und immer respektvoll auf das Vorhandene reagieren. Manche der Häuser sind luxuriös und kostspielig, manche reduziert auf das Nötigste und staunenswert günstig. Sie sind gefertigt aus Beton, Stahl, Stein, Glas und Holz, das in diesem Jahr gerne karbonisiert die Fassaden verkleidet. Das kontrollierte Verkohlen sorgt für Witterungsbeständigkeit. Es sieht großartig aus und zeigt: Nachhaltigkeit und Ästhetik sind längst kein Widerspruch mehr und für Architekten ebenso wie für Bauherren selbstverständlich. Immer häufiger taucht in den Erläuterungen zudem der Begriff der sozialen Nachhaltigkeit auf: die baulich geplante Möglichkeit, ein Haus an sich wandelnde Wohnbedürfnisse anzupassen, es zu verkleinern oder zu vergrößern, es barrierefrei zu nutzen oder in Teilen vermieten zu können.

„Die Planung eines Einfamilienhauses ist eine große Ehre, da man Lebensräume für Menschen schafft“, erzählen die Kollegen von LOVE architecture. Dafür ausgezeichnet zu werden, ist ein schöner Lohn. So sehen es auch die ehemaligen Preisträger, die wir um ihre Erinnerungen gebeten haben, denn tatsächlich werden dieses Jahr die begehrten blauen Betonwürfel für das Haus des Jahres, für Auszeichnungen und Anerkennungen zum zehnten Mal vergeben! „Ich hoffe daher“, meint Simon Frommenwiler von HHF Architekten, deren Haus in Nuglar 2013 zum Haus des Jahres gekürt wurde, „dass die Buchreihe fortgesetzt wird: Wenn solche Wettbewerbe und Bücher Bauherren dazu ermutigen, Architekten Aufträge anzuvertrauen, dann ist das eine gute Sache.“ Architektur ist Ausdruck unserer Werte. Nie war sie so wertvoll wie heute!

Einleitung

von Nicola Borgmann

Zum Zeitpunkt der Jurysitzungen für diese Auswahl war nicht absehbar, welch existenzielle Bedeutung das Wohnen wenig später für die alltägliche Lebenssituation aller Menschen haben würde. Die durch die Corona-Pandemie ausgelöste Krise hat das Zusammenleben für eine gewisse Zeit radikal verändert und die soziale Bedeutung des Wohnens neu thematisiert. Jetzt im Frühsommer 2020 ist noch schwer vorherzusagen, welche Fragen überdauern.

Was bleiben wird, sind Bilder, die es so nie gab: von leergefegten Straßen und Plätzen, leeren Regalen, geschlossenen öffentlichen Einrichtungen, maskierten Mitmenschen auf Mindestabstand. Tragische und bedrückende, fremde und skurrile Eindrücke werden in die kollektive Erinnerung eingehen. Vor allem wird die individuelle und persönliche Erinnerung an die Zeit der sozialen Isolation bleiben: im Haus, in der Wohnung, im Zimmer.

Innerhalb kürzester Zeit wurde der öffentliche Raum zur No-go-Area, die Begegnung mit Menschen außerhalb des engsten familiären Umfeldes als Risiko deklariert. Per Verfügung wurde die Wohnung für viele Menschen zum einzig legalen Aufenthaltsort. Viel Zeit, das gewohnte Lebensumfeld auf diese unvorhergesehenen Anforderungen vorzubereiten, blieb nicht. Qualitäten wie Mängel einer Wohnung, insbesondere im vielgeschossigen Wohnungsbau, im dichten städtischen Gefüge, auf engem Raum, bekamen eine nie dagewesene Bedeutung. Ohne lebendige Infrastruktur und das gemeinschaftliche Leben vor der Haustür musste sich die Wohnung an ihren grundlegenden Eigenschaften messen lassen: Versorgung mit Tageslicht und Frischluft, Entfernung zum nächsten Einzelhändler und zur nächsten Grünanlage. Missstände, die sich unter normalen Umständen durch die Lage, das Wohnumfeld, kulturelle und soziale Angebote kompensieren ließen, traten nun offen zutage.

Auch wenn die gesellschaftliche, wirtschaftliche und soziale Situation während der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 – so ist zu hoffen – eine Ausnahme bleibt und keine neue Normalität definiert und die Rückkehr zu den vorherigen Lebensverhältnissen weitgehend gelingt, so wird sich die in Fachkreisen permanente Diskussion über „das Wohnen“ mit neuen Aspekten zu befassen haben. Noch vor kurzer Zeit stand die Wohnraumschaffung ganz oben auf der Liste: viel, schnell und billig war die Devise, unter Zeit- und Kostendruck am besten zu realisieren in vorfabrizierten, modularen und typisierten Einheiten, hoch gestapelt und dicht gepackt. Ging es in den Diskussionen vor allem um Standards und Bezahlbarkeit, um Energieeffizienz, Flächenverbrauch und Dichte, so sind es nun Fragen der Wohnqualität und des sozialen Raumes, die in den Fokus rücken. Die Qualität des Wohnens – und damit ist eben nicht allein die physische Wohnung gemeint – wurde über Monate zum entscheidenden Faktor von Lebensqualität.

Städtische Dichte und beengter Wohnraum wurden in dieser sozialen Krisensituation für viele Menschen zur zusätzlichen Belastung, zumal dann, wenn Räume für die häusliche Berufsausübung und die Kinderbetreuung fehlen. Bleibt also festzuhalten, dass die Veränderungen und Beschränkungen des alltäglichen Lebens zu einschneidend waren, um daraus keine Konsequenzen zu ziehen und nun Qualität in der Quantität zu fordern. So stellen sich alte Fragen in neuer Dringlichkeit: Was taugen unsere Wohnungen? Muss und darf Wohnraum monofunktional, minimiert und unflexibel sein? Ist es zu akzeptieren, dass eine Wohnung ihre Bewohner einschränkt, statt ihnen die Möglichkeit zur Entfaltung und Erholung zu gewähren? Ist eine Wohnung nicht viel mehr als ein belichtetes und belüftetes Volumen? Etwa ein gut gestaltetes, geschütztes und doch frei nutzbares, anpassbares Ensemble von Räumen in einem anregenden und fürsorglichen sozialen Umfeld?

An dieser Stelle ist die Diskrepanz zwischen der Auffassung der Fachwelt und der Wunschvorstellung großer Bevölkerungsanteile anzuführen: die Diskussion um die Wohnform. Das Eigenheim, speziell das Einfamilienhaus und noch präziser das freistehende, wird mehrheitlich als ideale Wohnform betrachtet, auch wenn es für Bauherren oder Käufer oft eine wirtschaftliche Lebensaufgabe darstellt und für viele für immer unerschwinglich bleibt.

Ironischerweise erwies sich in der eingangs beschriebenen Krise vor allem das Einfamilienhaus mit Garten als überaus geeignete Wohnform, um trotz Ausgangsbeschränkung nach draußen zu gehen, die geforderte soziale Distanz einzuhalten, das home office, ja sogar das garden office einzurichten, im engeren Familienkreis und über den Gartenzaun hinweg der versprochenen Lockerungen zu harren und dabei weiterhin die Annehmlichkeiten zu genießen, die gutes Wohnen zu bieten hat. Lediglich die Möglichkeit, all diese Vorzüge gesellig im Freundeskreis zu erleben, blieb aufgrund der weitreichenden Reise- und Besuchsverbote verwehrt. Zu schade, dass das Einfamilienhaus seine unbestreitbaren Qualitäten in einer Krisensituation unter Beweis stellen musste, der nur Unverzagte und Weise etwas Positives abgewinnen konnten. Immerhin: Die Krise wirft ein weiteres Schlaglicht auf die eklatanten Qualitätsunterschiede, Wünsche und Bedürfnisse im Bereich des Wohnens. Ganz oben auf der Liste rangiert nach wie vor: das eigene Haus, das Einfamilienhaus.

Die Qualität des Wohnens wurde über Monate zum entscheidenden Faktor von Lebensqualität.

Das Einfamilienhaus ist jedoch seit geraumer Zeit von den verschiedensten Seiten unter Beschuss geraten. Sein Flächenverbrauch, seine Erschließung ebenso wie der Energieverbrauch des Erstellens und Betreibens setzen es dem Vorwurf der elitären, egoistischen Wohnform aus. Klimaschutz, Ressourcenschonung, bezahlbares Wohnen für alle und sozialgerechte Bodenpolitik sind gewiss nicht leicht mit dem Einzelhaus zu vereinbaren. Engagierter, landschafts- und sozialverträglicher Städtebau ist mit diesem Siedlungstyp ebenfalls schwer zu leisten. Auch unter wirtschaftlichen Aspekten ist das Einfamilienhaus seinem Eigentümer keineswegs eine „sichere Festung“. Die Abhängigkeit von Energie-, Mobilitäts- und Infrastrukturkosten, Instandhaltungsdruck, Modernisierungsauflagen und nicht zuletzt die Risiken des Immobilienmarktes haben schon manchen Kreditnehmer in ernsthafte Bedrängnis gebracht. Und schließlich ist das Leben in der Kleinfamilie nur eine überschaubare Lebensphase, nach deren Ablauf viele Häuser den geänderten familiären Verhältnissen nicht mehr gerecht werden.

Einfamilienhäuser können und dürfen experimentell sein, da ihre Bauherren in den meisten Fällen ganz persönlich verantworten und bewohnen, was sie und ihre Architekten zusammen erschaffen haben.

Die Zukunft des Wohnungsbaues liegt aktuell demnach in verdichteten Wohn- und Siedlungsformen, geschlossenen urbanen Bauweisen, der Vielgeschossigkeit bei reduzierten Abstandsflächen, Nachverdichtung im Bestand etc. Und doch bricht all das nicht die Faszination und Begeisterung für Einfamilienhäuser, wenn sie die Qualitäten der 50 Beispiele in diesem Buch aufweisen. Es ist die Verbindung von Lebenstraum und Risikobereitschaft, Kreativität und Handwerkskunst, Eigentum und Individualität und nicht zuletzt die gelungene Selbstdarstellung des Bauherrn und des Architekten, die den Reiz und die Überzeugungskraft eines jeden dieser Einzelstücke ausmacht.

Jedes dieser Häuser ist ein Experiment im besten Sinne. Einfamilienhäuser können und dürfen experimentell sein, da ihre Bauherren in den meisten Fällen ganz persönlich verantworten und bewohnen, was sie und ihre Architekten zusammen erschaffen haben. Gute Einfamilienhäuser müssen experimentell sein. Schon längst haben sich zeitgemäße Einfamilienhäuser über diese unzulängliche Bezeichnung hinaus entwickelt. Sie dienen Lebensgemeinschaften aller Art, wechselnden Familienkonstellationen, dem Wohnen, der Arbeit, der Kunst. Manche sind nicht nur Häuser, sondern Kompositionen aus ineinander verschränkten Innen- und Außenräumen. Das private Bauvorhaben ist unverzichtbar als Experimentierfeld für Bauherren und Architekten, die sich ihrer Verantwortung und eventueller Risiken bewusst sind. Jedes dieser Häuser hat seinen individuellen Ort, den es gestaltet, und seine Umgebung, die es prägt. Viele der vorgestellten Häuser mögen sich in ausgesucht guter Lage befinden, aber die, denen dies nicht vergönnt ist, verbessern durch ihre Präsenz den Ort, an dem sie stehen. Ein Stück Land zu bebauen, bedeutet, mit der begrenzten Ressource Fläche verantwortungsvoll umzugehen: das Beste für die Bewohner daraus zu machen und einen schönen, anregenden Anblick zu bieten, die Gesamtheit der Häuser mit ihren Gärten zu einem Stück Kulturlandschaft zu machen, Situationen zu erkennen und zu verbessern, statt sie auszunutzen oder gar zu zerstören. Bedauerlich ist es, wenn wie so oft das Ergebnis der privilegierten Bauaufgabe nicht gerecht wird. Wie schade um ein Grundstück, auf dem von unbekannter Hand eine in Dämmschaum gehüllte und nur von ihren eigenen Abstandsflächen umgebene Wohnschachtel mit ihrer unverzichtbaren Begleiterin, der Doppelgarage, abgestellt wird. Gerade weil diese anonyme Architektur (oder ist es nur anonymes Bauen?) den Ruf des Einfamilienhauses ruiniert hat und weiter ruiniert, ist es so wichtig, die herausragenden Beispiele zu publizieren und damit die Vielzahl der guten Ideen in das alltägliche Bauen einfließen zu lassen.

In dieser Auswahl von Einfamilienhäusern steckt ein breites Spektrum differenzierter Qualitäten. Auch wenn die Solitäre in freier Lage mit ihrem großzügigen Raumgefüge und Ausblicken, ihren skulpturalen Formen und ausgesuchten Materialien zunächst die Blicke auf sich ziehen – die Arbeit im Bestand mit Nachverdichtungen, Aufstockungen, Anbauten und raffinierten Umnutzungen ist ebenso vertreten. Nachhaltige Materialverwendung und Energieffizienz sind Qualitätsmerkmale auch bei großzügigen Baubudgets. Hier kommen die vermeintlich exklusiven den vermeintlich alltäglichen Bauaufgaben näher: komplexe Fragen des Entwerfens und Gestaltens verantwortungsvoll, mit hohem Anspruch, gestalterischer und konstruktiver Phantasie zu lösen.

Um das Feld nicht dem anonymen wie ideenlosen Planen und Bauen zu überlassen, ist es dringend notwendig, sich kreativ mit Diskrepanz zwischen den Wohnidealen der Gesellschaft und ihrer Geringschätzung durch die Fachwelt zu befassen. Immer wieder gab und gibt es Ansätze, die Qualitäten des Einfamilienhauses in gemeinschaftliche verdichtete Wohnformen zu übertragen und im Gegenzug das Einfamilienhaus als Teil eines städtebaulichen Gefüges zu begreifen, als Beitrag zum sozialen Raum, der auch in weniger verdichteten Siedlungsformen existiert. Immer wieder wurde und wird beklagt, dass die angebotenen Wohnformen der gesellschaftlichen Realität nicht gerecht werden. Man darf gespannt sein, ob die gravierenden gesellschaftlichen Auswirkungen der Pandemie tatsächlich zu dem Entwicklungsschub führen, der Mitte 2020 unter dem unmittelbaren Eindruck der Krise gefordert wird.

Die Entwürfe und die Auswahl der 50 schönsten Häuser für dieses Buch sind nicht unter dem Eindruck der Corona-Krise entstanden, aber durch ihre Zukunftsorientierung und ihren Ideenreichtum werden auch sie einen wertvollen Beitrag für die Zeit danach leisten: Unbefangenheit und Mut zum Experimentieren, Optimismus und Freude am Gestalten sind an all den Häusern und Gärten in dieser Zusammenstellung abzulesen. Jedes dieser Häuser trägt eine Idee vom guten Wohnen und Leben in sich und sendet Denkanstöße aus, die sich in das alltägliche Bauen und Planen übertragen mögen.

Nicola Borgmann hat Kunstgeschichte und Architektur studiert. Sie leitet die Architekturgalerie München, organisiert weltweit Ausstellungen, Projekte und Veranstaltungen, verfasst Publikationen und lehrt an internationalen Universitäten.

Die Jury


… von links nach rechts

1

Christian Pohl

hehnpohl Architekten

Gewinner „Häuser des Jahres 2019“

2

Ulrich Nolting

Geschäftsführer InformationsZentrum Beton

3

Katharina Matzig

Architekturjounalistin

4

Peter Cachola Schmal

Direktor Deutsches Architekturmuseum

Juryvorsitzender

5

Prof. Alexander Gutzmer

langjähriger Chefredakteur „Baumeister“

Director Marketing Euroboden

6

Nicola Borgmann

Architektin und Kunsthistorikerin

7

Roland Merz

Chefredakteur „Atrium“

Archithema Verlag

8

Christian Kraus

langjähriger Managing Director

Communications and Brand Experience Interhyp AG

Wir danken unseren Partnern

Das Deutsche Architekturmuseum ist ein Architekturzentrum am Museumsufer in Frankfurt am Main. Für die Beschäftigung mit aktueller Architektur und ihrer Geschichte gilt das DAM europaweit als eine der besten Adressen.


Als Plattform der Hersteller und als Impulsgeber der Branche bietet das InformationsZentrum Beton ein Netzwerk für alle Partner am Bau. Zu seinen Kernaufgaben gehören die Markterweiterung, die Marktsicherung und die Imageförderung für zementgebundene Bauweisen.


1999 gegründet und stetig gewachsen, ist Interhyp Deutschlands größter Vermittler privater Baufinanzierungen. Das Unternehmen entwickelt gemeinsam mit seinen Kunden die Finanzierungsstruktur, die perfekt zu ihren Bedürfnissen passt.


Der Österreichische Rundfunk ist der größte Medienanbieter des Landes und produziert vier Fernseh- sowie drei bundesweite und neun regionale Radioprogramme.


Der Archithema Verlag ist Herausgeber von Zeitschriften aus den Bereichen Architektur und Wohnen. IdealesHEIM ist die führende und älteste Wohnzeitschrift der Schweiz. Die internationale Ausgabe „Atrium“ wird vor allem in Deutschland und Österreich vertrieben.


Das Architekturmagazin Baumeister blickt mit breiter Perspektive in die Welt der Architektur und beschätigt sich nicht nur mit der Ästhetik, sondern auch mit den kulturellen, politischen, sozialen und ökonomischen Aspekten der gebauten Umwelt.


architektur.aktuell ist Österreichs beliebteste Architekturzeitschrift mit Informationen über die wichtigsten Bauten in Österreich und weltweit, hochwertigem Foto-, Plan- und Datenmaterial und einem Überblick über neue Produkte für Architektur und Bau. Interviews, Ausstellungsbesprechungen, ein Veranstaltungskalender und Buchrezensionen runden das Informationsangebot ab.


1. PREIS

Das Langhaus
1. Preis

VON

Aretz Dürr Architektur

IN

Nümbrecht


Less is more: Leicht und maßstäblich fügt sich die kostengünstige und nachhaltige Stahlskelettkonstruktion in die Landschaft.

Ein Langhaus, das weiß das Lexikon der Weltarchitektur, ist „bei einer nicht zentral angelegten Kirche (→ Zentralbau) der langgestreckte Bauteil zwischen → Fassade und → Vierung oder → Chor. Das L. kann ein- oder mehrschiffig, basilikal oder als Halle ausgebildet sein.“ Ganz abgesehen davon, dass Wikipedia das Langhaus schlichtweg als „langgestreckte Hausform“ vorstellt, „in der eine Familie oder mehrere Familien gemeinschaftlich zusammenleben“, kann ein solcher Bau auch so beschrieben werden: als richtig, sinnhaft und schön.

Das nämlich ist es, das Langhaus in Oberberg im Oberbergischen Kreis im Süden Nordrhein-Westfalens. Ganz in der Nähe hatten die Architekten Jakob Dürr, Jahrgang 1980, und Sven Aretz, Jahrgang 1988, die 2019 in Köln ihr Büro Aretz Dürr Architektur gründeten, bereits ein Haus gebaut und die Bauherren überzeugt. „Nach ersten Gesprächen“, erinnert sich Sven Aretz, „waren wir uns schnell einig und haben mit der gemeinsamen Arbeit begonnen.“

Entwurfsaufgabe war es, ein kostengünstiges und nachhaltiges Haus zu errichten, das die Landschaft in den Wohnraum einbezieht und überdachte Außenbereiche für verregnete Sommertage bietet. Für Oberberg typisch, hebt ein massiver Sockel aus Stahlbeton die Räume zum Schutz gegen die Witterung leicht über das leicht geneigte Hanggrundstück. Darauf sitzt eine elegante und dabei unprätentiöse Konstruktion aus Stahl- und Holzskelettbauweise auf, die reversibel gefügt wurde.

Die Haupträume nehmen die gesamte Breite ein und reihen sich längs hintereinander: Der Wohnbereich begrenzt das Haus im Süden, Garage und Abstellräume liegen im Norden. Die Auskragung des Giebeldachs richtet sich nach den Sonnenständen: Im Sommer schützt sie den Wohnraum und die längsseitig vorgelagerte Veranda vor Überhitzung. Auch die hinterlüftete Dachhaut aus feinstrukturiertem Wellblech schafft sommerlichen Wärmeschutz, zusammen mit den großformatigen Dachfenstern kühlen die Räume nachts effektiv aus. Im Winter sorgt die Zweifachverglasung für solare Wärme und aktiviert den schwimmenden Zementestrich als Nachtspeicher. Großzügig reicht der Wohnraum in der Gebäudemitte bis unter das Dach. Aus dem zentralen Gemeinschaftsbereich erschließt eine Treppe die Schlafzimmer und das Bad der Kinder im Obergeschoss sowie die Räume der Eltern. Ein Stahlsteg mit lichtdurchlässigem Gitterrost verbindet die beiden voneinander getrennten Bereiche, er mündet auf der Galerie. Die schlanken Holzbalken der Zwischendecken und des Dachs blieben sichtbar und verleihen dem Raum mit seinem technoiden Charme eine wohnliche Atmosphäre. Der geglättete Estrich wurde imprägniert und kommt ohne weitere Beläge aus.

Urteil der Jury

von Peter Cachola Schmal

„Die Bauten … sind eine harmonische Mischung aus modernistischer Sensibilität, lokaler Handwerkskunst, einheimischen Tragwerken und Respekt vor der Natur. Sie haben einerseits einen ungewöhnlichen Charakter, wirken andererseits aber merkwürdig vertraut.“ Dieses Zitat stammt aus der Pritzker-Preis-Laudatio von 2002 für Glenn Murcutt, dem offensichtlichen Vorbild für dieses aufgeständerte und verglaste Langhaus im Oberbergischen, mit seinem Dach aus gewelltem Stahlblech. Inspiration für das junge Kölner Architekturbüro Aretz Dürr, deren Akteure etwa in den Jahren geboren wurden, als der damals 45-jährige Murcutt international Aufmerksamkeit erregte für seine wunderbar leichten Stahl- und Glasbauten, wie das ikonische Fredericks House von 1982. Wunderbare Vorbilder sind vollkommen legitim, wie auch Murcutt selbst den rheinischen Mies van der Rohe als sein wichtigstes Vorbild nannte. Und was haben sie daraus gemacht? Ein fein detailliertes und transparentes Werk, das dort am Hang aufgeständert über einem massiven Sockel schwebt, im geschlossenen Bereich am Hang Garage und Hauswirtschaft unterbringt, auskragend Koch- und Wohnbereich mit regengeschützten Terrassen an beiden Seiten, oben die Schlafzimmer und Bäder. Es fügt sich in die Landschaft, wirkt authentisch und atmet die optimistische Frische der Moderne. Was heutzutage gar nicht selbstverständlich ist und sicherlich für Irritationen vor Ort sorgen dürfte. Normal ist das bei uns ja nicht, wenn Häuser die „Erde nur leicht berühren“, wie der Altmeister predigte. Aber überzeugend schön.



Ein Stahlbetonsockel gleicht das leichte Gefälle aus. Das Wohnzimmer bietet großzügigen Ausblick, die Terrasse ist auch bei Regen geschützt.


Immer wieder wurde während des Entwurfsprozesses reflektiert und überprüft, welche baulichen Maßnahmen notwendig und welche überflüssig sind. Auch durch das gezielte „Weglassen“ leistet das Gebäude einen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Oben: Kaminzimmer, davor: Schlafzimmer und Bad


Platz und Behaglichkeit bietet das Haus so viel wie nötig. Raum und Material braucht es so wenig wie möglich. Erst das Bespielen und Aneignen durch die Bewohner vervollständigt es.


„Wir stellen uns gerne der Herausforderung, die gewünschten Vorstellungen mit unserer Entwurfsmethodik und Haltung zur Architektur in einen schlüssigen Gesamtentwurf zu überführen“, sagen die Architekten. Dieser überzeugte auch die Nachbarn, auch wenn die Bauweise – eine Stahlskelettkonstruktion – lange Gesprächsthema im Dorf war.


Der Oberbergische Kreis ist das östliche Teilgebiet des Naturparks Bergisches Land. Er liegt 99,2 bis 518,2 Meter über dem Meeresspiegel, ist wald- und wasserreich und ein Erholungsgebiet für Menschen aus Köln, dem Ruhrgebiet und den Niederlanden. Wunderbar wohnen kann man hier allerdings auch.

Querschnitt


Längsschnitt


Grundriss Dachgeschoss


Grundriss Erdgeschoss


Material: Außenwand/Fassade: Holzrahmenbauweise | Dämmsystem: Zellulosedämmung/Holzfaserdämmplatten | Dachgestaltung: Stahlprofilblech Aluzink | Fenster: Pfosten-Riegel-Fassade mit Hebe-Schiebetüren | Sonnenschutz: konstruktiv durch Dachüberstand | Außentüren und Tore: Schiebetore, Stahlkonstruktion mit Stahlprofilblech in Aluzink | Treppensystem: Stahltreppe feuerverzinkt | Boden: Sichtestrich

Maßstab

M 1:400

1Eingang

2Garderobe

3Kochen, Essen, Wohnen

4Bad, WC

5Doppelgarage

6Hauswirtschaft

7Schuppen

8Schlafen

9Arbeiten

10Galerie

11Steg

„Eine Architektur, die sich auf das Notwendige beschränkt, um das Bestmögliche zu erreichen.“


Aretz Dürr Architektur

Sven Aretz, Jakob Dürr

www.aretzduerr.de

Anzahl der Bewohner:

4

Wohnfläche (m2):

195

Grundstücksgröße (m2):

2.100

Standort: Nümbrecht

Bauweise: Hybrid in Stahl-

und Holzskelettbauweise

Fertigstellung: 04/2019

Architekturfotografie:

Luca Claussen, Düsseldorf

www.luca-claussen.de

Lageplan


Das Holzhaus
Auszeichnung

VON

pedevilla architekten

IN

St. Vigil in Enneberg (I)


Leben in und mit der Natur: Gefügt aus lokalen Materialien hat die ciAsa die Gadertaler Dolomiten im Blick und die hauseigene Thermalquelle zu Füßen.

„Man lebt wie ein Specht im Bau, ganz angenehm, die Düfte sind gut, das Gefühl ist gut, man schläft gut.“ Kann es ein größeres Kompliment für ein Haus geben? Dem Bauherrn und seiner Familie gefällt es laut ORF-Sendung “Südtirol heute” in ihrer ciAsa Aqua Bad Cortina in St. Vigil jedenfalls ganz ausgezeichnet. Und kann es ein größeres Kompliment für Architekten geben, als wenn die Nachbarn, die prüfend die Entstehung des Gebäudes begleitet haben, am Ende den Bauherrn darin wiedererkennen? Nein, finden Armin und sein Bruder Alexander Pedevilla, die die ciAsa, das ist rätoromanisch für Haus, gebaut haben. Beauftragt wurden die Architekten, weil die Bauherren das Domizil von Armin Pedevilla in Enneberg – dort vermietet der Architekt auch ein von ihm gebautes Ferienhaus – kennen und schätzen. Gern erinnert er sich daran, dass das Büro in Bruneck in der Entwurfsphase täglich mit frischem Thermalwasser aus der hauseigenen Quelle versorgt wurde und sich so den „Spirit des Ortes und der Bauherren“ einverleiben konnte. Denn tatsächlich stellt die Bauherrenfamilie – ihr gehört in St. Vigil das Hotel Aqua Bad Cortina, in dem natürlich auch Thermalbäder angeboten werden und für das pedevilla architects nun ein Gesamtkonzept entwickeln – besondere Ansprüche an die Nachhaltigkeit ihres Hauses: Zum größten Teil wurden natürliche und lokale Baustoffe verwendet, auf synthetische Materialien und Kunststoffe konnte nahezu komplett verzichtet werden. Dabei wurde die Wahl der Werkstoffe gleichermaßen von ästhetischen Qualitäten bestimmt wie vom Wissen um ihre Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit. So ist das Lärchenholz für die Fassade ohne Behandlung witterungsbeständig, die verbauten Massivhölzer entwickeln Patina und gewinnen im Laufe der Zeit an Schönheit. Auch auf die sozialen und kulturellen Aspekte von Nachhaltigkeit wurde Wert gelegt: Das Haus ist von Gadertaler Handwerkern gefertigt.

Formal macht die ciAsa, die sich auf quadratischem Grundriss entwickelt, keinen Unterschied zwischen Dach und Fassade. Das Trapez taucht als wiederkehrendes Element auf: trapezförmige Gauben belichten die Innenräume, kegelförmig fällt Licht durch ein Oberlicht. Unterirdisch verbindet ein Gang mit dem Hotel. Die drei oberirdischen Geschosse sind vollständig aus dem Holz gefertigt, das am 30. Oktober 2018 während heftiger Unwetter in den umliegenden Wäldern fiel. Außen- und Innenwände bestehen aus massivem Fichtenholz und wurden ohne Verwendung von Klebern und Harzen gefügt. Die 6 Zentimeter starken Holzdielen wurden hierfür zu 36 Zentimeter dicken Außenwänden verbunden und so verbaut, wie der Baum gewachsen ist: von unten nach oben. Alle Wände sind vorgefertigt, die Anschlüsse für Fenster und Türen wurden eingefalzt.

Die innere Schicht besteht aus massivem Zirbelholz, die Oberflächen wurden handgehobelt. Dank der großzügigen Wandstärken wird ein sehr niedriger Wärmeübertragungswert erreicht, auf zusätzliche Dämmung konnte komplett verzichtet werden. Die Fassade ist wie ein Zapfen mit handgespaltenen Lärchenschindeln verkleidet.

Urteil der Jury

von Nicola Borgmann

Dieses Haus hebt sich durch seine ebenso expressive wie eigenwillige Erscheinung von der Vielzahl der eingereichten ebenfalls anspruchsvollen Projekte ab. Hier handelt es sich um einen echten Hingucker, dessen singuläre Qualitäten nicht nur auf den ersten Blick überzeugen.

Das Gebäude ist alles andere als klischeehaft – vergeblich sucht man nach Rückgriffen auf gängige Lösungen – und doch drängt sich der Begriff des archaischen Hauses auf: das schützende Dach, die überschaubare Kubatur, die ausdrucksstarken Öffnungen und Aufbauten sind vertraute Bilder in neuer Form.

Dabei ist es pedevilla architekten gelungen, dem Projekt bei aller Auffälligkeit des Baukörpers durch strenge Reduktion in Geometrie und Materialwahl Ernsthaftigkeit und Überzeugungskraft zu verleihen. Der Grundriss ist kompakt, die Raumaufteilung pragmatisch. Die einfachen Figuren Trapez und Rechteck bilden die expressiven Formen, ein durchgängiges Oberflächenmaterial lässt die sorgfältig gestaltete Skulptur ungestört hervortreten. Ein schlüssiges Erscheinungsbild. Und doch lässt sich der Entwurf nicht in eine stilistische Kategorie ablegen, er ist ein Unikat. Diese Einzigartigkeit setzt sich im kompromisslosen Ortsbezug dieses Projektes fort, in der Verwendung von örtlichem Holz und Stein, verarbeitet von erfahrenen lokalen Handwerkern, im weitestgehenden Verzicht auf synthetisches Liefermaterial bis in die Namensgebung: ćiasa: das Haus, im gadertalischen Ladinisch.

Vorgefundene, natürliche und alterungsfähige Materialien bedeuten kurze Lieferwege und versprechen dank hochwertiger Verarbeitung lange Haltbarkeit. Der Baustoff Holz kommt hier in all seinen Facetten zur Geltung. Die handgespaltenen Schindeln der Außenbekleidung zeigen die individuellen Spuren der Bearbeitung, werden im Laufe der Jahrzehnte patinieren und das Gebäude mehr und mehr in seine Umgebung einfügen. Die Vollholzwände sorgen für gutes Raumklima ohne Dämmstoffeinsatz und die Sichtqualität des Zirbenholzes verleiht den Innenräumen Farbe, Struktur und Atmosphäre, unterstützt durch wohlüberlegte Lichtführung und klare Geometrie. Selbstbewusste Gestaltung und Handwerkskunst fügen sich in diesem kleinen Haus zu einem Gesamtbild, das die volle Anerkennung der Jury gewonnen hat.


Wegen ihres warmen Farbtons und des charakteristischen Geruchs wird die Zirbe bereits seit Jahrhunderten für Innenverkleidungen verwendet, wie hier im Schlafzimmer.


Die aufstrebende Form des Daches macht das Gebäude schon von weitem sichtbar, die tiefliegende Trauflinie vermittelt Schutz.


Das Bergdorf St. Vigil liegt im Naturpark Fanes-Sennes-Prags. Das nördlichste Gebiet im Südtiroler Gadertal hat neben ladinischer Kultur und der Lage inmitten imposanter Bergketten auch eine Thermalquelle, die 1890 erstmals analysiert wurde. Das sulfat-, fluor-, kalzium- und jodhaltige Wasser mit Spuren von Bor, Barium, Brom und Lithium ist als Heilmittel für Beschwerden des Nervensystems bekannt. Den Bauherren gehört ein Hotel mit Therme, ihr privates Haus ist der erste Baustein in der Neuorganisation der Gesamtanlage, an der pedevilla architekten arbeiten.


Regionale Baukultur: Beim Bau des Hauses wurden nur Handwerker aus der unmittelbaren Umgebung beschäftigt. Für den Beton des Untergeschosses verwendeten sie Sand aus dem umgebenden Dolomitgestein und das Thermalwasser der Hausquelle, der Beton wurde vor Ort gemischt. Alle Steinplatten wurden aus Findlingen der nahen Dolomiten geschnitten. Und das Holz stammt aus dem Windwurf „Vaja“ von 2018, praktisch in Sichtweite der Baustelle, es wurde als Mondholz verwendet.


Querschnitt


Längsschnitt


Grundriss Dachgeschoss


Grundriss Obergeschoss


Grundriss Erdgeschoss


Grundriss Untergeschoss


Material/Hersteller: Außenwand/Fassade: Außenwand: 36 cm heimisches Fichtenholz aus Windwurf mit Innenwandoberflächen aus massiver Zirbe, Fa. holzius Vollholzhaus | Fassade: handgespaltene Lärchenschindeln, Hubert Palfrader | Dämmsystem: keines | Dachgestaltung: wie Fassade | Fenster: Wendefenster (innen Zirbe, außen Lärche) mit Dreifachverglasung, Tischlerei NAGÀ | Sonnenschutz: innenliegend mit Vorhängen | Außentüren und Tore: Haustür mit handbearbeiteter Oberfläche durch einen Figurenschnitzer | Innentüren: Massivholztüren aus Zirbe, Tischlerei NAGÀ | Treppensystem: Massivholztreppe aus Zirbe | Parkett und Laminat: Parkett aus Massivholzdielen Zirbe, Tischlerei MAMP | Fliesen und Naturstein: Steinböden geschnitten aus Dolomitfindlingen, Eugenio della Gaspera | Beleuchtung innen: Lichtstudio Eisenkeil, Marling/Bozen/Bruneck • Beteiligte Unternehmen: holzius Vollholzhaus, Prad am Stilfserjoch, Hubert Palfrader, St. Vigil in Enneberg, Tischlerei NAGÀ, Wengen

Maßstab

M 1:400

1Eingang

2WC

3Kochen, Essen, Wohnen

4Zirbelstube

5Loggia

6Keller

7Zugang Hotel

8Schlafen

9Bad

10Ruhe

„Uns geht es um die Kreisläufe der Materialien, deren Haltbarkeit und Lebensdauer, überlieferte Methoden der traditionellen Handwerkskunst, verloren geglaubtes Wissen und darum, dass Materialien leben.“


pedevilla architekten

Alexander Pedevilla, Armin Pedevilla

www.pedevilla.info

Anzahl der Bewohner:

6

Wohnfläche (m2):

160

Grundstücksgröße (m2):

900

Standort:

St. Vigil in Enneberg (I)

Bauweise: Massivholz, leimfrei

und ohne weitere Dämmung

Energiestandard:

Heizwärmebedarf 23 kWh/m2a

Fertigstellung: 09/2019

Architekturfotografie:

Gustav Willeit, La Villa In Badia

www.guworld.com

Lageplan


Über den Dächern von Linz
Auszeichnung

VON

HERTL.ARCHITEKTEN ZT GMBH

IN

Linz (A)


Ruhig und privat, individuell und repräsentativ, Ausblick und Austritt: Der zweigeschossige Aufbau auf ein fünfstöckiges Altstadthaus erfüllt alle Anforderungen an ein klassisches Einfamilienhaus.

In der Regel sind Privatsphäre, Individualität und Grünraum die Argumente für den Bau eines freistehenden Einfamilienhauses. Lange Wege aus dem gerade noch erschwinglichen Speckgürtel werden dafür in Kauf genommen. Doch es geht auch anders: Dem Haus für zwei Personen, das Gernot Hertl am Taubenmarkt auf ein historisches Gebäude aufsetzte, liegt die Linzer Innenstadt zu Füßen.

Obwohl der Raum des turmgleich die Straßenfassade überragenden Mansarddaches Teil des Bauvolumens ist, handelt es sich bei diesem Projekt nicht um einen ausgebauten Dachboden, sondern um einen Neubau: Mit gut 200 Quadratmeter Wohnfläche haben Hertl Architekten, 2000 in Steyr gegründet, über dem nur drei Fensterachsen schmalen historischen Gebäude ein durchaus großzügiges Domizil errichtet. Die schmucke Fassade mit einem mittig gesetzten Erker und dem die Nachbarschaft überragenden Turm aus dem 19. Jahrhundert ist imposant, an der südlichen Grundgrenze liegt das Stiegenhaus mit einer kreisförmig gewendelten Treppe und reich verziertem Geländer. Direkt dahinter: Der Aufzug, der in den fünften Stock fährt, auf die Eingangsebene des betont schlichten, zeitgemäßen Einfamilienhauses auf einem Dach über der Stadt.

Hinter der Wohnungstür öffnet sich ein schmales, langgestrecktes Raumgefüge, das ohne Gangflächen auskommt. Vom Eingangsbereich geht es in die Tiefe des Bauplatzes an einem kleinen, begrünten Atrium vorbei zu den privaten Rückzugsräumen. Ein aus dem Bestand übernommener Lichthof, Glaswände zum begrünten Atrium und Fenster in den Hof erhellen das an der Ostseite des Atriums angeordnete Bad. Parallel zur Außenwand führt eine einläufige Stiege in das obere Geschoss, der Raum weitet sich über ein langes Fensterband in die Stadt. Die Brüstung wird zur Rückwand der Küchenzeile. Der Wohnraum eröffnet, von einer Feuerstelle in seiner Länge unterteilt, mit zwei breiten, nach Norden und nach Süden schauenden Fenstern neue Perspektiven auf Linz. Eine zweite Treppe erschließt den Dachgarten mit einer Loggia für die Sommerküche.

Urteil der Jury

von Ulrich Nolting

Wer in Linz am Taubenmarkt steht, sieht historische Fassaden und den klassizistischen Brunnen. Nichts deutet auf modernes Bauen hin. Und wer meint, dass ein freistehendes Einfamilienhaus im Sinne der Nachhaltigkeit kein besonders gutes Gebäude ist, sieht sich in Linz eines Besseren belehrt. Vom Platz aus nicht erkennbar haben Hertl Architekten aus Steyr ein solches Einfamilienhaus mitten auf das Dach über dem nur drei Fensterachsen schmalen Gebäude an der Westseite der Landstraße gebaut.

Mitten in der Stadt geben sie mit diesem Haus viele Antworten zum Bauen in der Stadt. Die Privatsphäre, die Individualität, den Grünraum, Ideen zum verdichteten Bauen, Optimieren von Bauland, Umgang mit historischem Bestand, kurze Wege zwischen Wohnen und Arbeiten … Die üblichen Argumente gegen den Bau eines Einfamilienhauses haben sie elegant, fast schelmisch ad absurdum geführt.

Die Architektur des Gebäudes ist klar, modern und raffiniert. Der Neubau entwickelt sich in die Tiefe des Grundstückes nach Westen, reagiert nicht auf die Geometrie von Dachflächen, sondern geht auf die Nutzungswünsche eines freistehenden Einfamilienhauses ein. Erreichen lässt sich das Gebäude über einen Aufzug, der die Bewohner des Hauses in den fünften Stock auf ihre Eingangsebene hebt. Hier eröffnet sich ein Raumgefüge, das zwar im Sinne einer durchaus konventionellen Nutzung geplant ist, aber kaum noch Hierarchien zeigt. Alles ist Raum – ohne Gangflächen – , einmal enger, einmal weiter und zeigt dadurch Bewegung und Ruhe. Die Wände sind fensterlos, während sich die Decke über ein großes Glasdach in den Himmel öffnet. Alle Wände und Decken sind mit grauem, porös strukturiertem Verputz überzogen. Alle Böden sind aus Eichenholz in einem Fischgrätmuster verlegt, das an den historischen Charakter des Standortes erinnert. Auch die zum Großteil raumhoch ausgeführten, flächenbündig in die Wände gesetzten Türen und alle anderen hölzernen Einbauten sind aus Eiche gefertigt. Diese Beschränkung auf wenige Materialien unterstreicht im Verband mit der durchkomponierten Lichtführung den Eindruck des zusammenhängenden Ganzen. Vom Wohnraum führt eine Stiege in den Garten des Einfamilienhauses. In einer Loggia sorgt eine kleine Sommerküche für Genuss. Hier oben stört kein Nachbargebäude mehr den Panoramablick in die Stadt, deren prominenteste Bauwerke zum Greifen nahe scheinen. Und so rundet sich das Thema dieses Hauses, das Private und das Öffentliche, die Ruhe und die Betriebsamkeit, die Intimität und der Freiraum ohne Abstriche zu vereinen. Man ist hier, wenn man es will, ganz für sich. Doch Linz liegt vor der Türe.



Beim Kochen fällt der Blick über die Türme und Dächer der Linzer Innenstadt bis zu den Abhängen des Pöstlingbergs. Kein Nachbargebäude stört den Panoramablick auf die Stadt, deren prominenteste Bauwerke zum Greifen nahe scheinen.


Die Wände und alle Decken wurden, wie bei der Treppe zum Dachgarten, mit grauem, porös strukturiertem Verputz überzogen. Die Böden sind aus Eichenholz in einem Fischgrätmuster verlegt, das an die Historie des Hauses erinnert. Auch die zum Großteil raumhoch ausgeführten, flächenbündig in die Wände gesetzten Türen und alle anderen hölzernen Einbauten sind aus Eiche gefertigt.

Das Baufenster war schmal und zwischen Brandmauern eingezwängt. Um die Räume mit ausreichend Tageslicht zu versorgen, entwickelten die Architekten die zwei neuen Geschosse als mäandrierenden Raum zwischen Patios.


Die Decke öffnet sich in den Himmel.


Blick in und aus dem Wohnraum


Eingang

„Der Reiz beim Bau eines Einfamilienhauses ist gleichzeitig auch die Gefahr daran“, meint Ursula Hertl. „Bauherr und Architekt müssen wirklich zusammenpassen. Für Menschen maßgeschneiderte Räume zu entwickeln, erfordert aus meiner Sicht eine sehr intensive Auseinandersetzung in der Entwurfsphase, manchmal können auch echte Freundschaften dabei entstehen. Die Projekte gehen zumeist sehr schnell und bieten weitaus mehr Möglichkeiten für experimentellere Denkansätze als anonyme Bauten für jedermann.“

Querschnitt


Längsschnitt


Grundriss Dachgeschoss


Grundriss 6. Obergeschoss


Grundriss 5. Obergeschoss


Material: Außenwand/Fassade: Hochlochziegel mit Kalkzementputz | Dachgestaltung: bestehendes Blechmansarddach, Terrasse mit Holzlattenrost | Fenster: eloxierte Aluminiumfenster | Innentüren: Eiche | Parkett und Laminat: Fischgrät-Eichenparkett

Maßstab

M 1:400

1Eingang

2Aufzug

3Atrium

4Bad

5Ankleide

6Schlafen

7Kochen, Essen

8Wohnen

9Dachgarten

„Architektur beschreibt das, was uns an unserer gebauten Umgebung berührt. Die ersten Eindrücke, die in Sekundenbruchteilen Gefühle in uns wecken. Gestimmtheit ist der Zugang zum Gestalten.“


HERTL.ARCHITEKTEN ZT GMBH

Gernot Hertl

www.hertl-architekten.com

Anzahl der Bewohner:

2

Wohnfläche (m2):

211

Grundstücksgröße (m2):

194

Standort: Linz (A)

Bauweise: Renovierung, Zubau

Fertigstellung: 07/2018

Architekturfotografie:

Paul Ott, Graz

www.paul-ott.at

Lageplan


Leben im Ensemble
Anerkennung

VON

JSWD Architekten

IN

Köln


Drei für fünf: ein Haus fürs Kochen, Wohnen und die Eltern, ein Haus für die Kinder und ein Altbau anstelle eines Kellers

Das Büro JSWD wurde im Jahr 2000 von Jürgen Steffens, Olaf Drehsen und den Brüdern Konstantin und Frederik Jaspert gegründet, heute arbeiten in Köln am Maternusplatz etwa 150 Mitarbeiter. Der Bau von Einfamilienhäusern gehört nicht zum Hauptaufgabenfeld der Architekten. Abgesehen davon, so Frederik Jaspert, dass der kleine Maßstab und die Möglichkeit, individuelle Konzepte zu entwickeln, reizvoll sind, lagen bei diesem Haus allerdings Bauherrschaft und Architektur in einer Hand.

Das Domizil für die fünfköpfige Familie befindet sich im Stadtteil Weiß im linksrheinischen Süden Kölns an dem nach ihm benannten Weißen Rheinbogen. „Die alten ein- bis zweigeschossigen Backstein- und Fachwerkhäuschen im historischen Ortskern – oftmals fälschlich als Fischerhäuser bezeichnet“, so meint Wikipedia, – „sind noch heute charakteristisch für den Ort. Seine geschichtliche Vergangenheit wird zudem durch die Straßennamen wie „Treidelpfad“ und „Leinpfad“ deutlich.“ Die Balance zwischen selbstbewusster, zeitgemäßer Architektur und Respekt vor dem historisch gewachsenen, dörflichen Umfeld stellte daher eine besondere Herausforderung an Frederik Jaspert.

Das historische Fischerhaus ergänzte er durch ein flaches „Langhaus“ und ein zweigeschossiges „Scheunenhaus“. Es beherbergt die Küche, den Wohnraum und das Elternschlafzimmer, im erdgeschossig verbundenen Langhaus wohnen die Kinder, im vorderen Bereich ist bei Bedarf zudem Platz für eine Einliegerwohnung. Der Altbau dient als Abstellraum, es nimmt die Haustechnik auf, das Dachgeschoss kann als Atelier genutzt werden. Das Ensemble aus drei Baukörpern umschließt einen Innenhof. Der alte Lastkran blieb erhalten, er erinnert heute charmant an die ehemals gewerbliche Nutzung der Parzelle.

Die Neubauten nehmen die ortsprägende Satteldachtypologie auf, selbstverständlich fügen sie sich in die kleinmaßstäbliche Umgebung ein. Der Schlichtheit der Volumina entsprechen die verwendeten Materialien: Die Dächer wurden in Ziegel gedeckt und kommen ohne Dachüberstand aus, die mineralverputzten Fassaden erhielten eine horizontale Besenstruktur, Holzfenster wurden ohne Laibung verbaut. Innen setzt sich der Farbkanon aus Grau-, Holz- und Beigetönen fort. Der weiße Innenputz, der Bodenbelag aus versiegeltem Estrich, der Sichtbeton der Geschossdecken und oberhalb der Holzfenster sowie die schlichten Treppenstufen aus Eiche sind bewusst reduziert gestaltet. Breite Schiebeflügel verbinden Wohnraum und Essbereich mit Hof und Garten, ein Niveauversprung im Boden zoniert den Wohnbereich rund um den offenen Kamin. Innen und außen laden vielfältige Sitzbereiche und Aufenthaltsräume ein.

Urteil der Jury

von Christian Kraus

Backstein- und Fachwerkhäuser prägen den Ortskern von Weiß, dieses links des Rheinufers gelegenen Kölner Stadtteils. Eines dieser ursprünglichen Fischerhäuschen hat sich zu einer „Spielart des lokalen Typus von Haus und Hof“ weiterentwickelt, wie der federführende Architekt Frederik Jaspert (JSWD Architekten) es formuliert. Ergänzt wird es heute durch zwei Neubauten: ein Langhaus und ein Scheunenhaus. Auch sie folgen der ortsprägenden Satteldachtypologie und nehmen die Grau-, Holz- und Beigetöne des historischen Ziegelhauses auf. Von drei Seiten säumen die Gebäude einen Innenhof, auf dem noch immer ein alter Lastkran als Zeitzeuge von der früheren gewerblichen Nutzung der Parzelle berichten kann. Entstanden ist ein dreiteiliges Hofensemble, das Alt und Neu in Einklang bringt und sich ganz natürlich und behutsam in die historische Umgebung einfügt.

Mit 300 Quadratmeter Wohnfläche ist das Innere zum Zuhause für eine fünfköpfige Familie geworden. Helle Räume mit weißem Innenputz, versiegelter Estrich als Bodenbelag, Geschossdecken und Fensterstürze aus Sichtbeton, Details aus Holz in Holzfenstern und schlichten Treppenstufen aus Eichenholz: All das strahlt bewussten Minimalismus aus und schafft zugleich eine familiäre Atmosphäre. Im Winter spendet der offene Kamin Wärme und Gemütlichkeit, im Sommer ermöglichen breite Schiebeflügel eine Aufhebung von Innen und Außen – Wohnraum und Essbereich verschmelzen mit Hof und Garten.

Den Architekten ist es in besonderer Weise gelungen, die Grenzen zwischen Alt und Neu, Innen und Außen in fließende Übergänge aufzulösen. Dabei verliert das Hofensemble nie seine eigentliche Bestimmung und ist in erster Linie eines: ein Zuhause.


Küche und Essplatz in der Scheune


Treppe zur Schlafebene der Kinder im Langhaus

Scheunen- und Langhaus sind eindeutig heutig. Die dem historischen Ziegelbau entsprechende Form und Farbigkeit verbinden Alt und Neu.


Maßstäblichkeit, Einfachheit von Form und Material und der Erhalt der gebauten Geschichte, von der das Fischerhaus ebenso erzählt wie der Industriekran, begeistern auch die Nachbarn.


Die Zugangspodeste vor den Eingängen sind aus Sichtbeton gefertigt. Auch die Hoffläche erhielt eine Zementoberfläche. Hinter dem Scheunenhaus liegt der kleine Garten.


Querschnitte


Längsschnitt


Grundriss Obergeschoss


Grundriss Erdgeschoss


Material/Hersteller: Außenwand/Fassade: Neubau: WDVS, Fa. Baumit | Dämmsystem: Mineralwolle und Besenstrichputz | Dachgestaltung: Ziegel | Fenster: Holzfenster | Beschläge: FSB | Boden: beschichteter Sichtestrich, Fa. Magotex | Armaturen: Gessi | WC und Zubehör: Duravit Vero | Waschbecken: Duravit Vero | Dusche und Badewanne: Duschrinne Cosima Edelstahl, Fa. Vigour | Küche: Next • Beteiligte Unternehmen: Ausführungsplanung und Bauleitung: Michael K. Walther, Köln

Maßstab

M 1:400

1Fischerhaus, Lager, Technik

2Scheunenhaus

3Langhaus

4Kochen, Essen, Wohnen

5Eltern

6Einlieger

7Kinder

8Bad

„Inmitten des ehemaligen Fischerdorfs ist eine Spielart des lokalen Typus von ‚Haus und Hof‘ entstanden: Drei schlichte Baukörper bilden ein Ensemble und schaffen eine familiäre Atmosphäre.“


JSWD Architekten

Frederik Jaspert

www.jswd.de

Anzahl der Bewohner:

5

Wohnfläche (m2):

300

Grundstücksgröße (m2):

880

Standort: Köln

Bauweise: Massivbau

Zusätzliche Nutzfläche (m2): 100

Fertigstellung: 05/2019

Architekturfotografie:

Christa Lachenmaier, Köln

www.christalachenmaier.com

Lageplan


Hinter grünen Mauern
Anerkennung

VON

bergmeisterwolf architekten

IN

Vahrn (I)


Ohne sich anzubiedern, dockt der radikale Anbau an die bestehende Villa an. Die Außenwelt bildet er verschwommen ab.

Die kleine Gemeinde Vahrn liegt im Eisacktal, nördlich von Brixen. Wegen ihrer Lage zwischen der schluchtartigen Enge des Wipptales und der Talweitung von Brixen wurde sie früher von Reiseschriftstellern oft als „Tor zum Süden“ beschrieben. Tatsächlich lebten seit dem Mittelalter Gastwirte und Handwerker vom regen Fuhrwerksverkehr an der Nord-Süd-Verbindung, mit der Eröffnung der Brennerbahn im Jahr 1867 lockte der Ort bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs vornehme Gäste aus Wien, München und anderen Städten. Gut fünf Kilometer ist Brixen entfernt, wo Gerd Bergmeister und Michaela Wolf ihr Büro bergmeisterwolf architekten führen. „Unser Büro-Knotenpunkt“, so war kürzlich in einem Interview zu lesen, „ist die Modellbauwerkstatt, um die sich alles dreht: das gemeinsame Entwickeln am Modell, das Experimentieren und Forschen in unterschiedlichen Maßstäben. Modelle sind für uns Werkzeuge, sie werden zu Prototypen, an denen gearbeitet, entwickelt, im Landschaftsmodell getestet und verfremdet wird.“ Kein Wunder also, dass die beiden, die auch von Rosenheim aus arbeiten, wo Michaela Wolf als Professorin Grundlagen des Entwerfens lehrt, ihrer Einreichung für den Wettbewerb auch Fotos von ihren Entwurfsmodellen beifügten. Als einziges Büro.

In den Modellen ist ein skulpturales, kompaktes Volumen zu erkennen, das sich in der Länge abtreppt. Über einen schwebenden Glasbereich dockt es an die bestehende Villa Volgger an, respektvoll. Ohne sich anzubiedern und durchaus radikal fügt sich der Zubau, wie man in Südtirol sagt, in das Ensemble und die Lücke. Als Wohnen nach innen beschreiben die Architekten die Vorstellung der Bauherren: Mauern umschließen das neue Haus. Im Gegensatz zu ihrer Farbigkeit im Modell sind sie jedoch nicht weiß: Grün pigmentierter Verputz wechselt mit Profilglas, einer speziellen Art von Gussglas, das 6 bis 7 Millimeter dick ist. Es lässt die Umgebung – von innen heraus betrachtet – grünlich verschwimmen. Und es erlaubt – vice versa – nur einen unscharfen, surrealen Einblick in das Innere des Hauses.

Urteil der Jury

von Alexander Gutzmer

Die Frage nach Offenheit und Abschottung ist – gerade in der Architektur von Wohnvillen – eine durchaus kontroverse. Es kann von daher als eine Stärke eines Gebäudes gesehen werden, wenn es hierzu eine eigene, im besten Fall auch eigenwillige Position bezieht. Die „Villa r“ von bergmeisterwolf in Brixen tut dies. Dieses Gebäude deutet Öffnungen an, ohne das Geheimnis der gelebten Intimität komplett preiszugeben. Wir sehen ein „nach innen“ gerichtetes Wohnen, wie es die Architekten nennen, doch zugleich eines, das auch das Außen, den sozialen Raum miteinbezieht. Die umschließenden Mauern schotten einerseits natürlich ab. Zugleich lassen großzügige Profilfenster schemenhafte Einblicke in das Innere zu. Die Verlängerung des Glases über die verputzte Fassade hinweg stiftet eine Kohärenz des gesamten Baukörpers und schafft an der Fassade eine Dreidimensionalität, die das Gestaltungselement Fassade selbst weiterentwickelt. Der neue Baukörper spielt mit Textur und Dimensionalität. Körnungen aus Glas verleihen dem grün pigmentierten Verputz eine gewisse Tiefenwirkung. Durch die Verkleidung mit Profilglas wird dieser Effekt noch erweitert. Die tiefen Laibungen schaffen eine Wichtigkeit der Öffnungen, diese werden somit zu einem gestalterischen Moment.

Dies ist also ein Gebäude, das sich seiner selbst bewusst ist – und das, obwohl es nicht unbedingt auftrumpft. Der monolithische Neubau fügt sich durch seine Gestaltung und Form nämlich durchaus in das bestehende Ensemble ein. Mittels des schwebenden Glasbereiches dockt der neue Baukörper unaufgeregt an die bestehende Villa an. Diese Architektur ordnet sich in die Baulücke ein, ohne jedoch ihr Eigenes zu verlieren.




Ein schwebender Glaskörper verbindet den Alt- mit dem Zubau. Hier ist der Fitness- und Saunabereich für die Familie untergebracht. Das darunterliegende Erdgeschoss wird vom Sohn der Familie bewohnt.


Eigenständig und eindeutig heutig sucht der Neubau die Nähe zur bestehenden Villa: Die historischen Fensterläden werden neu interpretiert, sie bieten Schutz und fungieren als verbindendes Element zwischen den beiden Gebäuden.



Körnungen aus Glas lassen den grün pigmentierten Verputz dreidimensional wirken. Bewusst tief wurden die Laibungen ausgebildet.

Ansicht


Grundriss Obergeschoss


Grundriss Erdgeschoss


Maßstab

M 1:400

1Eingang

2Schlafen

3Bad

4Kochen, Essen, Wohnen

5Hof

6Übergang Altbau

7Fitness

„Nicht an einem Ort sollst du bauen, sondern den Ort sollst du bauen.“


bergmeisterwolf architekten

Gerd Bergmeister, Michaela Wolf

www.bergmeisterwolf.it

Anzahl der Bewohner:

3

Wohnfläche (m2):

380

Grundstücksgröße (m2):

315

Standort: Vahrn (I)

Fertigstellung: 2017

Architekturfotografie:

Gustav Willeit, Corvara – Zürich

www.guworld.com

Lageplan


Der Solitär
Anerkennung

VON

Think Architecture

IN

Zürich (CH)


Auf einer Wiese über dem Weinberg mit Blick auf den Zürichsee entwickelten die Architekten für ihre Bauherrschaft einen repräsentativen und dabei zeitgemäßen Solitär.

Eine herausragende Lage am Zürichsee erfordert eine herausragende Architektur, da waren sich die anspruchsvollen Bauherren sicher. Für die Bebauung einer Wiese am oberen Abschluss eines Weinbergs suchten sie daher das geeignete Büro über einen privaten Studienauftrag, den sie an drei ausgewählte Architekturteams vergaben. Eine klare Vorstellung für ihr Haus hatten sie bereits: Sie wünschten sich ein symmetrisches Haus mit Sprossenfenstern.

Den Auftrag bekam das 2008 gegründete Büro Think Architecture von Ralph Brogle und Marco Zbinden, das bereits auch mehrfach im Wettbewerb "Häuser des Jahres" ausgezeichnet wurde. Ihren Firmennamen gaben sich der an der ETH Zürich ausgebildete Ralph Brogle und Marco Zbinden, der nach einer Lehre als Hochbauzeichner an der Zürcher Hochschule Winterthur sowie an der Universität der Künste Berlin Architektur studierte, mit Bedacht: „Think Architecture“, so heißt es auf der Website, „ist ein Aufruf an uns und unsere jetzigen und künftigen Auftraggeber, die Herausforderung in der Architektur zu suchen und uns professionell zu messen. Mit „Architektur denken“ kann einerseits das Entwerfen und Umsetzen von Bildern vom Konzept bis zur Detailplanung, anderseits der intellektuelle Prozess vom ersten Kontakt mit dem Kunden und dem Bauort bis zur Realisierung bezeichnet werden.“ Was konkret bedeutet: Mit dem Haus am Weinberg erbrachten sie den Beweis, dass eine symmetrische Raumorganisation nach wie vor Berechtigung hat und zeitgenössisch umgesetzt werden kann.

Das neue Haus besetzt ein Feld von 24 auf 20 Meter, jede Seite erhielt einen Einschnitt in ihr Volumen. Straßenseitig wird er, mittig liegend, als gedeckter Vor- und Eingangsbereich genutzt. Die beiden seitlichen Fassaden, die sich auf die Wiesenflächen orientieren, erhielten je eine kleine Loggia. Richtung Weinberg und Zürichsee erfolgte die größte Zäsur: Eine drei Meter tiefe Veranda vergrößert sich in der Gebäudeachse zum Hof.

Die überhohe Halle ist das Zentrum des Hauses und wichtigster Aufenthaltsort der Familie. Zwei flankierende Erschließungsschlaufen führen als Rundlauf jeweils ins Ober- sowie ins Untergeschoss. Eingefärbter Kalkputz, Eichenparkett und Naturstein harmonieren in den Innenräumen.

Außen wird die naturnahe Materialisierung aus erdigem Kratzputz von einem Skelett aus filigranen Glasfaserbetonelementen zusammengehalten. Ein einheitliches Fenstermodul bespielt die unterschiedlichen Fassaden: Ralph Brogles und Marco Zbindens Sprossenfenster wurden als zweiteilige Schiebefenster mit Minimalprofilverglasungen ausgebildet. In den überdachten Bereichen lassen sie sich bei Bedarf komplett in einer Wandtasche verstauen.

Urteil der Jury

von Katharina Matzig

Zu den Gretchenfragen in der Architektur gehören vermutlich die folgenden beiden: Sprossenfenster: ja oder nein? Grundriss- und Fassadensymmetrie: ja oder nein? Die Antworten scheinen klar: nein. Und nein. Nicht im Jahr 2020. Das war es dann mit dem Auftrag am Zürichsee. Schade.

Es sei denn, die beauftragten Architekten heißen Ralph Brogle und Marco Zbinden. Deren Büro heißt ganz offensichtlich nicht nur Think Architecture, die Architekten agieren auch dementsprechend: Sie denken erst, bevor sie planen und bauen. Sie machen es sich nicht leicht und werfen ihre Prinzipien nicht über Bord, nicht für Honorar. Sodass aus einem Sprossenfenster ein ästhetisch anspruchsvolles, filigranes und minimalprofiliertes Schiebeelement wird. Und aus einem symmetrischen Haus ein Solitär, der elegant und durchaus auch repräsentativ ist, wie es sich auf einem solch großen Grund gehört. Was hätte hier alles schiefgehen können! Entstanden jedoch ist eine wunderbar wohnliche und einladende Villa. Sie bietet öffentliche Räume ebenso wie private Rückzugsbereiche. Sie protzt nicht, sie prunkt nicht: Wertig und wohlproportioniert behaust sie eine Familie.

Quod erat demonstrandum: Man kann Ja zur Symmetrie sagen. Und Ja zum Sprossenfenster. Statt eines lebensfernen hierarchischen Ordnungssystems entwickelte Think Architecture ein Haus, das seine Bewohner nicht auf Distanz hält und Benehmen verlangt, sondern in dem es sich leben lässt. Sehr gut vermutlich.

Wenn Architekten sich so souverän in der Architekturgeschichte bewegen und Elemente der Antike, der Renaissance und des Barock so zeitgemäß und qualitativ hochwertig zu interpretieren wissen, dann ist das anerkennenswert. Wer die Vergangenheit in die Zukunft denkt, vor dem verneigt sich die Jury.


Eine abgesenkte Außenlounge rahmt den Baum im Hof. Er markiert den Abschluss einer Reihe von symmetrisch ausgerichteten Repräsentationsräumen, die die gesamte Tiefe des Hauses bereits beim Eintritt erlebbar machen.


Das Schlafzimmer





Im Uhrzeigersinn: Küche; Enfilade Wohnen, Hof, Küche; Blick in den Wohnraum; Veranda


„Wir stellen grundsätzlich vermehrt fest“, meint Marco Zbinden, „dass Bauherren über soziale Medien wie Pinterest oder Instagram bereits viele Eindrücke gesammelt haben, wie ihr Haus, gewisse Räume, Materialien und sogar Details aussehen sollen. Wir finden es positiv, wenn sich die Bauherrschaft bereits intensiv mit ‚guter‘ Architektur befasst hat und eine Vorstellung hat, was ihr gefällt. Unsere Aufgabe wird neben dem Kreieren von Räumen jedoch vermehrt auch das Kanalisieren von Ideen und das Aufzeigen, welche ‚Bilder‘ wie interpretiert werden können. Nur so entsteht mehr als eine Reproduktion und Addition von Gesehenem. Bei diesem Projekt hat das sehr gut geklappt.“ Stimmt.

Querschnitt


Längsschnitt


Grundriss Obergeschoss


Grundriss Erdgeschoss


Grundriss Untergeschoss


Material/Hersteller: Außenwand/Fassade: Betonelemente, Elementwerk Istighofen, Istighofen, Kratzputz, Isi & Hegglin, Stäfa | Fenster: Filigranverglasungen Sky-Frame, Frauenfeld | Sonnenschutz: Spezialanfertigung, MD-Morandi, Erlenbach | Innentüren: Schreinerei Burger, Endingen | Beschläge: USW Piet Boon | Parkett und Laminat: DiLegno Fischgrätparkett in Eiche, Woodrangers, Meilen, Kolly & Schweizer, Höri | Fliesen und Naturstein: Solid Nature | Armaturen: Dornbracht Tara | Beleuchtung innen: PS Lab, Stuttgart | Küche: Schreinerei Burger, Endingen • Beteiligte Unternehmen: Zusammenarbeit Innenarchitektur: Atelier Zürich, Zürich | Landschaftsarchitektur: Enea, Rapperswil-Jona

Maßstab

M 1:400

1Eingang

2Halle

3Veranda, Hof

4Wohnen

5Musik

6Kochen

7Arbeiten

8Schlafen

9Bad

10Garage

11Lager

12Wein

13Zimmer

14Ankleide

„Das Haus am Weinberg erbringt den Beweis, dass die symmetrische Raumorganisation nach wie vor ihre Berechtigung hat und zeitgenössisch umgesetzt werden kann.“


Think Architecture

Ralph Brogle, Marco Zbinden

www.thinkarchitecture.ch

Anzahl der Bewohner:

4

Wohnfläche (m2):

480

Grundstücksgröße (m2):

1.200

Standort: Zürich (CH)

Bauweise: Massivbau

Fertigstellung: 05/2019

Architekturfotografie:

Simone Bossi, Malnate

www.simonebossi.it

Lageplan


Das Steinhaus
Anerkennung

VON

wespi de meuron romeo architekten bsa

IN

Ascona (CH)


Abgerissen werden durfte das Haus nicht, aufgrund der Grenzabstände hätte es nicht wiederaufgebaut werden können. Erhaltenswert war es aber auch nicht. Den Umbau gestalteten die Architekten ortstypisch und dabei zeitgemäß.

Ascona ist der tiefstgelegene Ort der Schweiz. Er liegt auf 196 Metern über Meer am Nordufer des Lago Maggiore. Ascona ist für seine Altstadt, die Seepromenade und das milde Klima berühmt. Oberhalb des Dorfs liegt der Monte Verità, der Berg der Wahrheit. Die Bauherren waren sich der Schönheit und Bedeutung des Ortes ebenso bewusst wie der baukulturellen Verantwortung, die ein Umbau an städtebaulich interessanter Lage mit sich bringt: Das Haus mit romantischem Palmengarten hat einen Blick auf die Dächer des Dorfs, auf den Lago Maggiore und die Berge. Das Büro, das sie mit der Planung beauftragen wollten, suchten sie daher sorgfältig aus, sie studierten Publikationen und Websites und entschieden sich für wespi de meuron romeo architekten bsa aus Caviano.

Das Quartier an der Via Rondonico liegt an einem Steilhang. Es wird geprägt von hohen Stützmauern, die meist traditionell aus Natursteinen gemauert sind. Das bestehende Haus war architekturhistorisch allerdings nicht bedeutsam. Es abzureißen kam trotzdem nicht in Frage, es hätte aufgrund der engen Grenzabstände nicht wiederaufgebaut werden dürfen. Markus Wespi und Jérome de Meuron, die seit 2002 zusammenarbeiten und 2012 Luca Romeo als dritten in ihren Architekturbund aufnahmen, entschieden sich daher für einen identitätsstiftenden Umbau.

Der schöne, terrassierte Garten und die ortstypischen Natursteinmauern prägen das Konzept. Sie geben dem steinernen Kubus Halt, bilden eine scheinbar gewachsene Einheit mit dem alten Garten und sorgen innenräumlich für Atmosphäre. Die historische Technik des Pietra Rasa, bei der das Verfugen mit dem Verputzen auf Feld- und Bruchsteinmauern kombiniert wird und der überschüssige Setzmörtel glatt auf die Steinoberflächen verstrichen wird, so dass die Steinköpfe unbedeckt und sichtbar bleiben, fügt das neue Haus angemessen und dabei unübersehbar zeitgemäß in seine Nachbarschaft.

Die bestehende Natursteinstützmauer entlang der talseitigen Straße wurde in Teilen abgebrochen, dort entstand ein großzügiger Eingang mit natursteingepflastertem Parkplatz. Ein Technikraum, Lager sowie Platz für Räder entstand unter Terrain hinter der verbleibenden Stützmauer. Eine sanft ansteigende Rampe führt nun auf das untere Gartenniveau. Die Erschließung der beiden Gebäudegeschosse durch Gartentreppen und Natursteinstützmauern konnte weitgehend erhalten und genutzt werden.

Außer dem Entree mit Garderobe finden im Untergeschoss zwei Zimmer Platz sowie der stimmungsvoll-dunkle Wellnessbereich. Die Außenloggia verbindet in den Garten. Das Obergeschoss beherbergt einen Schlafraum mit Bad und Ankleide. Talseitig öffnet sich die großzügige Wohn-, Ess- und Kochhalle der Aussicht, dem Palmen- sowie dem bergseitigen Felsengarten mit Badebrunnen. Vom Innen- und vom Außenkamin bleibt der Lago Maggiore im Blick.

Urteil der Jury

von Christian Pohl

Wenn man wie ich aus der westfälischen Tiefebene kommt und von dort in Richtung Süden schaut, geht der Blick schon allein geografisch nach oben. Darüber hinaus ist meine Einschätzung, dass auch die Qualität der Architektur zunimmt, je mehr man sich dem Land nähert, in dem sich das jetzt vorgestellte Projekt befindet: Es ist in der Schweiz und hier in Ascona am Lago Maggiore. Es handelt sich dabei um ein Gebäude von höchster architektonischer Qualität – und es ist mehr als das: Es ist ein Gebäude, das von einer bewundernswerten Haltung zeugt. Es verbindet Vorgefundenes mit Neuem, es interpretiert einen Ort und schafft einen besseren, es bringt Landschaft und Natur mit Gebautem in Einklang, es verbindet Innen mit Außen und Außen mit Innen, es schafft fantastische Aus- und Einblicke – und all das mit einer beeindruckenden Anmutung und Atmosphäre. Dies gelingt über die präzise Inszenierung der Räume und Raumfolgen schon beginnend im Außenraum, dies gelingt über eine entsprechende Wege- und Lichtführung – und dies gelingt nicht zuletzt durch die Fügung der Bauteile und Materialien mit feinstem Gespür zu einem Bau-Werk. Grobes und Feines, Großes und Kleines, Vieles und Einzelnes, Raues und Glattes, Mattes und Poliertes. Und alles: ein fein gestimmtes Ganzes. So entsteht eine menschliche Architektur, die sich in vorbildlicher Art und Weise mit den Elementen und dem Elementaren auseinandersetzt. Mein ausdrücklicher Glückwunsch geht an die Bauherren und natürlich, voller Respekt: an die Architekten!






„Wir versuchen mit guter architektonischer und technischer Qualität möglichst langlebige und rationelle Bauten zu schaffen, um dem problematischen Land- und Ressourcenverbrauch entgegenzuwirken“, meinen die Architekten. „Am Bau von Einfamilienhäusern reizt uns besonders die Auseinandersetzung mit den individuellen Ansprüchen der Bewohner und die Einpassung in die Umgebung.“ Das sieht man.


Querschnitt


Längsschnitt


Grundriss Obergeschoss


Grundriss Erdgeschoss


Grundriss Zugangsgeschoss


Beteiligte Unternehmen: Bauingenieur: de Giorgi & Partners, Muralto | Bauphysik: IFEC Ingegneria SA, Rivera | Baumeister: Franco Pedrazzi & Figli SA, Golino | Fensterbauer: Huber Fenster AG, Herisau | Schreinerarbeiten: Steiner Schreinerei, Erlen

Maßstab

M 1:400

1Parkplatz, Räder, Lager, Technik

2Zugang

3Schlafen

4Sauna, Bad

5Kochen, Essen, Wohnen

6Innen- und Außenkamin

7Bad

„Architektur, zeitlos selbstverständlich, verwoben mit Baukultur und Ort, verwurzelt wie da gewesen, mehr Entdeckung als Erfindung, aus Altvertrautem Neues schaffen, Atmosphäre, Licht, Schatten, das mögen wir.“


wespi de meuron romeo architekten bsa

Markus Wespi, Jérôme de Meuron,

Luca Romeo

www.wdmra.ch

Anzahl der Bewohner:

4

Wohnfläche (m2):

135

Grundstücksgröße (m2):

420

Standort: Ascona (CH)

Zusätzliche Nutzfläche (m2): 123

Bauweise: Massivbauweise

Fertigstellung: 02/2017

Architekturfotografie:

Hannes Henz, Zürich

www.hanneshenz.ch

Lageplan


Das schiefe Haus
Anerkennung

VON

Lukas Lenherr Architektur

IN

Jonschwil (CH)


„Schilte Siebni“ wurde die alte Remise genannt, „das schiefste Haus im Dorf“. Heute ist das kleine Wohnhaus außen- wie innenräumlich ausgezeichnet.

„Mich reizte die kleine Ausgangslage“, erzählt Lukas Lenherr. „Die Neubelebung einer Remise. Die Verdichtungen im Dorfkern. Dies hat in der Schweiz großes Potenzial, da alle nur um die Dörfer herum bauen und überall in den Orten noch Scheunen leerstehen. Große Einfamilienhäuser, Villen, finde ich weniger spannend. Ich bin für eine Reduktion des Wohnbedarfs in Quadratmetern, auf Verzicht auch in technischen Bereichen. Für Vereinfachungen und traditionelles Handwerk. Aber auch Mini-Häuser sind zu guter Letzt eine nicht ganz ökologische Wohnvariante, da sie wie Mehrfamilienhäuser Leitungen, Anschlüsse, Zufahrtstraßen brauchen. Insofern begeistert mich ein Einfamilienhaus nur, wenn es im Inneren räumlich spannende Verbindungen zu entwickeln gibt …“

So besehen war der Auftrag, die alte Remise mitten im nicht einmal 4000 Einwohner kleinen Jonschwil im Bezirk Alttoggenburg im Kanton St. Gallen umzubauen, genau das Richtige für den von Zürich aus arbeitenden Architekten: Sie ist klein, ließ sich konstruktiv ertüchtigen, geht sparsam mit Ressourcen um und sorgt innenräumlich für großzügiges, großartiges Wohnen.

Sechs auf sechs Meter misst der quadratische Grundriss, mit knapp 99 Quadratmetern kommt die Familie aus. Beengt muss sie sich trotzdem nicht fühlen: Vertikale und horizontale Öffnungen verbinden die Räume, die ohne Flure auskommen. Fenster gestatten Blicke in die Umgebung. Der Architekt beschränkte sich auf wenige Materialien, die natürlich belassen direkt aneinanderstoßen. Sie sind demontierbar und wieder verwendbar: Das Haus, meint Lukas Lenherr, ist „ein Lager für Baumaterialien“. Mancher Baustoff wurde zudem zweckentfremdet: Treppe und Küche sind aus Birken-Sperrholz-Siebdruckplatten gefertigt.

Aufgrund des hohen Grundwasserspiegels hat das Haus keinen Keller, die Technik findet Platz in einem Schrank im Waschraum. Klein heißt aber auch: Es muss nur wenig Volumen geheizt werden. Holzfaser und Schafwolle dämmen das Haus, der Holzofen wird unterstützt durch eine Fußbodenheizung im geschliffenen Unterlagsboden. Die Fassade ist aus Kanthölzern heimischer Lärche gefertigt, die Fenster sind aus Föhre. Das sichtbare Schraubenbild stemmt sich gegen die Patinierung.

Urteil der Jury

von Roland Merz

Mitten in Jonschwil im schweizerischen Alttoggenburg stand sie – die alte Remise. Früher wurde sie mit „Schilte Siebni“ (deutsch-schweizer Jasskarte) benannt, was jeweils für dasjenige Gebäude im Dorf üblich war, das am schiefsten in die Gegend ragte. Diese Remise musste vor Jahren konstruktiv gesichert werden, damit sie nicht in sich zusammenfiel. Der Architekt ließ sich von der verzwickten baulichen Situation nicht abhalten und entwickelte ein überzeugendes und überraschendes Konzept.

Auf dem quadratischen Grundriss von sechs mal sechs Metern steht nun ein kleines, kompaktes Haus mit 96 Quadratmetern Wohnfläche. Es steht direkt an der Straße und versucht nicht, wie üblich ein eigenes „Gärtli“ vom öffentlichen Raum abzugrenzen. Es bildet einen integrierenden Teil des Dorfgefüges und kommuniziert so auch direkt mit seinem Umfeld.

Das sichtbar belassene konstruktive Tragwerk der alten Scheune prägt die Innenräume und verleiht ihnen Charakter und Geschichte. Das Haus hat keine Korridore, sondern besteht aus einer Sequenz von zueinander abgedrehten Räumen. Diese Stapelung öffnet einen spiralförmigen und vertikal nach oben verlaufenden Lebensraum durch alle drei Stockwerke hindurch. Das Haus ist räumlich sowie funktional hoch verdichtet und bietet trotzdem Großzügigkeit und räumliche Überraschungsmomente.

Die minimalistische Haltung bei diesem Projekt liefert sowohl in Bezug auf den Raum als auch auf die Konstruktion und den reduzierten Einsatz von Technik eine ganzheitliche Antwort auf viele Fragen der Nachhaltigkeit. Die Angemessenheit des „neuen“ Hauses im städtebaulichen Kontext ist ein wertvoller Beitrag einer adäquaten Aktivierung von dörflichem Leben. In der Zeit von Klimadebatte und der Diskussion um Ressourcen zeigt die kleine Remise von Lukas Lenherr neue Wege auf.



Less is more: Die Baukosten waren relativ niedrig, auch die Nebenkosten, die sich aus dem sparsamen Energieverbrauch ergeben, sind gering. Nachhaltigkeit war für die Bauherren und den Architekten entscheidend und das bedeutete: Reduktion und Verzicht. So nimmt in der Küche ein Holzgestell die technischen Geräte auf, die von der Bauteilbörse stammen. Die ausführenden Unternehmen mussten davon erst überzeugt werden …


Die Bauherren waren offen für Neues und hatten keine Angst, aus dem „Einheitsbrei auszubrechen“, wie Lukas Lenherr beschreibt. Mit dem Resultat sind sie sehr glücklich. Die Begeisterung der Nachbarschaft ließ etwas länger auf sich warten.


Die Stapelung von drei Zimmern öffnet einen spiralförmigen Lebensraum, der sich durch alle drei Stockwerke nach oben entwickelt. Horizontale und vertikale Netze machen ihn im wahrsten Sinne des Wortes im Schwebezustand erlebbar.

Querschnitt


Längsschnitt


Grundriss Dachgeschoss


Grundriss Obergeschoss


Grundriss Erdgeschoss


Material/Hersteller: Außenwand/Fassade: heimische Lärche, sägeroh astfrei | Dämmsystem: Holzfaserdämmplatten (best wood Schneider) | Dachgestaltung: Tonziegel, Biberschwanz Doppeldeckung | Fenster: Holzfenster in Föhre, dreifach verglast, Dachfenster (VELUX) | Sonnenschutz: Holzläden, Lärche Dreischichtplatten, heimische Lärche, Senkrechtmarkise Textil (STOBAG AG) | Außentüren und Tore: Eingangstüre ist ein Holzfenster aus Föhre, dreifach verglast, mit Griff außen und Dreipunkte-Verriegelung | Innentüren: Holztüren | Beschläge: Glutz | Treppensystem: Siebdruckplatten: Birken-Sperrholz, beidseitig beschichtet, eine Seite geprägt, offen verschraubt mit Chromstahlschrauben | Unterlagsboden, geschliffen, versiegelt (Fixit AG) | Armaturen: KWC | WC und Zubehör: Catalano | Waschbecken: Catalano | Dusche und Badewanne: Catalano | Beleuchtung innen: E27-Fassungen für Glühbirnen | Küche: Siebdruckplatten: Birken-Sperrholz, beidseitig beschichtet, eine Seite geprägt, offen verschraubt mit Chromstahlschrauben. Geräte von der Bauteilbörse und Electrolux • Beteiligte Unternehmen: Besmer Holzingenieure GmbH, Sattel | HSK Ingenieur AG, Küssnacht, Spezialbau Huber, Oberuzwil, A. Huser Planung + Holzbau GmbH, Bazenheid, Keller Fensterbau Schreinerei AG, Bazenheid | Langegg Treppenbau, Will, Remo Schönenberger AG, Kirchberg, Stocker & Partner, Eschenbach, Dobler AG, Oberuzwil, Paul Eisenring AG, Jonschwil | Anderegg Schreinerei, Schwarzenbach, Seilerei Berger, Laupersdorf, Germann Gärten, Bazenheid

Maßstab

M 1:200

1Eingang

2Kochen, Essen, Wohnen

3Bad

4Technik, Hauswirtschaft

5Schlafen

6Wohnen

„Wiederverwendung, Verzicht, lokale Positionierung, Eigenproduktion, sozial- und klimafreundliche Umsetzung sind Ausgangspunkte unserer Projekte.“


Lukas Lenherr Architektur

Lukas Aurel Lenherr

www.lukaslenherr.ch

Anzahl der Bewohner:

4

Wohnfläche (m2):

96

Grundstücksgröße (m2):

141

Standort: Jonschwil (CH)

Zusätzliche Nutzfläche (m2): 3

Bauweise:

Holz-Kalksandstein-Beton

Baukosten:

438.475 CHF (BKP 1–5)

Fertigstellung: 06/2019

Architekturfotografie:

Florian Amoser, Lausanne

www.florianamoser.ch

Lageplan


AUSGEWÄHLTE PROJEKTE

Der Findling

VON

Renato Maurizio Architekten

IN

Surlej-Silvaplana (CH)


Neue Perspektiven: Expressiv entwickelt sich das Haus aus der Landschaft.

Surlej ist ein Ortsteil der Oberengadiner Gemeinde Silvaplana im Kanton Graubünden. Heute leben etwa 170 Einwohner ständig in der Gemeinde, in der deutsch und rätoromanisch gesprochen wird. Surlej ist zudem bei Zweitwohnungsnutzern beliebt, von denen die meisten italienisch sprechen.

Hier wollte der Bauherr ein Steinhaus bauen. Bei den Architekten, die er damit beauftragte, war er sich sicher: Renato Maurizio, der nach einigen Berufsjahren in Zürich 1981 sein Büro in Maloja im Bergell gründete, und Reto Maurizio, Jahrgang 1976 und seit 2002 im Unternehmen tätig, hatten bereits 2009 ein Steinhaus für die Schwester des Bauherrn gebaut. Das Haus gefiel ihm so gut, dass er ebenfalls ein Steinhaus wünschte. Einzige Bedingung: Seines sollte schöner werden als das seiner Schwester. Was aus seiner Sicht, so berichten die Architekten, absolut gelungen ist.

Das neue Steinhaus ist optisch als kräftiger und kompakter Monolith konzipiert, es erinnert an einen mächtigen Steinblock, der dem Boden zu entwachsen scheint. Von den Engadiner- und Bergellerhäusern mit ihren glatt verputzten Fassaden in den Dorfkernen setzt es sich deutlich ab. Zu seiner unregelmäßigen Gebäudeform inspirierte die Architekten die Topografie, wichtig war Reto und Renato Maurizio zudem, eine charaktervolle Form zu schaffen, die aufgrund ihres polygonalen Grundrisses je nach Blickwinkel unterschiedlich wahrgenommen wird: Mal wirkt das Haus wuchtig und breit, mal schmal und schlank, mal erscheinen die Fassaden perspektivisch verkürzt. Licht und Schatten auf den Oberflächen und Spiegelungen an den Glasflächen der Fenster verstärken die Expressivität des Baukörpers.

Bewusst wurden die Materialien ausgesucht: Bruchsteine vom benachbarten Julierpass wurden ohne große Nachbearbeitung für die Fassaden verwendet, das Lärchenholz stammt aus dem umliegenden Wald. Es wurde – wie alle Baustoffe – roh verbaut und kann im Laufe der Zeit würdevoll altern.

Im Inneren reihen sich die dienenden Funktionen entlang der Nordostseite aneinander: Garage, Eingang, Treppe und Nasszellen. An der südwestlichen Seite sind im Erdgeschoss der Wohn-, Ess- und Kochbereich und im Obergeschoss die Schlafräume untergebracht. Die Innenräume sind zurückhaltend, sie kommen mit wenigen Materialien und Farben aus: Weiße, mit Kalk gestrichene Wände und Decken harmonieren mit Natursteinböden aus geflammten Granitplatten und Einbaumöbeln aus Lärchenholz. Geheizt wird das Haus mit erneuerbarer Energie durch eine Wärmepumpe mit Erdsonden.



Seit 1981 besteht das Büro Renato Maurizio Architekten in Maloja. Wichtig ist den Architekten bei ihren Planungen der Dialog mit der Landschaft und die Weiterentwicklung der Tradition des Bauens in ihrer alpinen Region.

Querschnitt


Längsschnitt


Grundriss Dachgeschoss


Grundriss Erdgeschoss


Grundriss Untergeschoss


Material/Hersteller: Außenwand/Fassade: Bruchsteine Julier Granit | Dämmsystem: Kerndämmung Polystyrol XPS | Dachgestaltung: Steindeckung Bergeller-Granit | Fenster: Lärchenholzfenster | Sonnenschutz: Holzrolladen, Mensch AG | Außentüren und Tore: Lärchenholz | Innentüren: Lärchenholz | Beschläge: Glutz, Memphis Edelstahl matt | Parkett und Laminat: Lärchenparkett, Atlasholz AG | Fliesen und Naturstein: Natursteinplatten Onsernone Granit Wellness, Sauna, Whirlpool: Biosauna www.fitness-partner.ch | Küche: Schreinerküche, Fronten Lärchenholz, Abdeckung Naturstein • Beteiligte Unternehmen: Bauunternehmung Tannobau AG, Sils Maria | Schreinerei Clalüna Noldi AG, Sils Maria | A. Gini AG Heizung, Sanitär, St. Moritz | Elektro Pomatti AG, St. Moritz | Meuli AG Bedachungen und Spenglerei, St. Moritz | Protopapa Gipser AG, Silvaplana | Giacometti Interieur, Maloja

Maßstab

M 1:400

1Eingang

2Lager

3Garderobe

4Kochen, Essen, Wohnen

5Garage

6Geräte

7Keller

8Bad

9Technik

10Wellness

11Schlafen

„Die Form des Baukörpers sowie die Bruchsteine des massiven Mauerwerks zeigen die Verwurzelung mit dem Ort: Ein Haus wie ein Stein als Teil der Natur.“


Renato Maurizio Architekten

Renato Maurizio, Reto Maurizio

www.studiomaurizio.ch

Anzahl der Bewohner:

5

Wohnfläche (m2):

205

Grundstücksgröße (m2):

1.768

Standort: Surlej-Silvaplana (CH)

Zusätzliche Nutzfläche (m2): 120

Bauweise: Massivbau

(Zweischalenmauerwerk)

Energiestandard: Minergie

Fertigstellung: 08/2018

Architekturfotografie:

Giancarlo Gardin, Mailand

giancarlo.gardin@gmail.com

Lageplan


Darmowy fragment się skończył.

Gatunki i tagi

Ograniczenie wiekowe:
0+
Objętość:
643 str. 723 ilustracji
ISBN:
9783766725219
Wydawca:
Właściciel praw:
Bookwire
Format pobierania:

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