Czytaj książkę: «Was mich gesund macht»
Jane Thurnell-Read
Was mich gesund macht
Health Kinesiology
verstehen und erleben

VAK Verlags GmbH
Kirchzarten bei Freiburg
Titel der englischen Originalausgabe:
Inhalt
Vorwort von Dr. Jimmy Scott
Einleitung
Kapitel 1:Was ist Angewandte Kinesiologie?
Kapitel 2:Einführung in die Health Kinesiology (HK)
Kapitel 3:Der Ablauf einer HK-Sitzung
Kapitel 4:Mögliche Vorgehensweisen der HK-Energiearbeit
Kapitel 5:Das HK-Menü
Kapitel 6:Das Energiekontrollsystem
Kapitel 7:Psychologische Korrekturen
Kapitel 8:Allergie und Unverträglichkeit
Kapitel 9:Entgiften des Körpers
Kapitel 10:Energieflussbalance
Kapitel 11:Notfälle, Unfälle, Operationen und Narben
Kapitel 12:Hausaufgaben: Hilfe zur Selbsthilfe
Kapitel 13:Ausblick
Anhang: Wie man HK-Anwender wird
Fachwörterverzeichnis
Literaturverzeichnis
Über die Autorin
Vorwort
Als ich Isabel kennen lernte, war sie etwa zwanzig Jahre alt und ihr Selbstwertgefühl war alles andere als angemessen, außerdem rauchte sie, ernährte sich schlecht und achtete ganz allgemein nicht besonders gut auf sich und ihre Gesundheit. Ihr älterer Bruder und seine Frau, mit denen ich gut befreundet bin, scheiterten mit dem Versuch, sie zur Umkehr zu bewegen. Als wir wieder einmal einen Abend zusammen verbrachten, bemerkte ich zufällig, dass Isabel eine kleine Zehe fehlte; sie war ihr – wie ich dann erfuhr – nach einem Unfall amputiert worden. Seit diesem Ereignis war diese Stelle gefühllos und schmerzte hin und wieder – die klassischen „Phantomschmerzen“. Mit Isabels Einverständnis führte ich einige energetische Korrekturen durch; nach zehn Minuten waren alle Symptome verschwunden. Was für mich lediglich Routine war, löste bei Isabel unerwartete Reaktionen aus. Sie fuhr nach Hause, kündigte ihre Stelle, hörte mit dem Rauchen auf, begann sich vernünftig zu ernähren und zog nach Kalifornien. Was war geschehen? Dieses winzige Stückchen Energiearbeit mit der Health Kinesiology™ an einem mit dem Etikett „hoffnungslos“ versehenen Problem hatte sie davon überzeugt, dass Veränderung sehr wohl möglich war und dass sie ihr Leben sehr wohl selbst in die Hand nehmen konnte. Sie hatte wieder Hoffnung.
Dieses Buch stellt auf sehr anschauliche Weise dar, dass das Energiesystem jedes Einzelnen von uns das Potenzial beinhaltet genau herauszufinden, was für uns und unseren Körper falsch oder richtig ist. Ich kann mir für die Zukunft durchaus vorstellen, dass die Maßnahmen zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit auf die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen zugeschnitten sein werden. Die mit der Fließbandproduktion vergleichbare Vorgehensweise, bei der jedem die gleiche Ernährung, das gleiche Medikament oder die gleiche Massagetherapie verordnet werden, bei jedem die gleichen Operationen durchgeführt werden und jeder von uns die gleichen Nahrungsmittelergänzungen einnimmt und die gleiche Schulausbildung erhält, werden dann der Vergangenheit angehören. Viele von uns werden außerdem gelernt haben, vieles davon selbst in die Hand zu nehmen. Wir werden sehr schnell herausfinden, dass es uns einfach besser geht, wenn wir die wahren Wünsche und Bedürfnisse unseres Körpers kennen und erfüllen, dass wir dann mehr Energie haben, glücklicher und gesünder sind und in allen Bereichen „besser funktionieren“.
Jane Thurnell-Read gibt in dem vorliegenden Buch einen Überblick über die wichtigsten Teile meines Health-Kinesiology™-Systems, die Verfahrensweisen sind anschaulich dargestellt und mit Dutzenden von Beispielen aus der Praxis illustriert. Ich hoffe, dass dieses Buch für Sie, liebe Leser, Anlass und Auslöser für eine Erfahrung sein wird, die vor Ihnen bereits Tausende begeisterter Menschen gemacht haben und die aus einer grundlegenden Veränderung in allen Lebensbereichen besteht. In meinem Leben gab und gibt es keine tiefere Befriedigung als die mitzuerleben, wie Menschen „hoffnungslose Situationen“ mit Hilfe meiner Arbeit überwinden. Mein Dank gilt daher Jane und allen, die dazu beigetragen haben, dass Sie, liebe Leser, etwas über diese Möglichkeiten erfahren.
Ihre Zukunft liegt jetzt in Ihrer Hand.
Dr. Jimmy Scott
Hastings, Ontario (Kanada)
Einleitung
Bereits 1981 begann ich mich für die Applied Kinesiology (aus der sich die Health Kinesiology entwickelt hat) zu interessieren; mein ältester Sohn Jonathan war damals etwas älter als ein Jahr. Trotz strenger Diät litt er unter chronischem Durchfall und Ekzemen und war hyperaktiv. Ich konnte sehr gut nachempfinden, was er durchmachte, denn ich litt selbst seit meinem achten Lebensjahr an Ekzemen. Am stärksten betroffen war ich in meiner Teenagerzeit, damals wachte ich oft morgens auf und stellte fest, dass ich mich im Schlaf blutig gekratzt hatte. An manchen Tagen war dieses Ekzem so unerträglich, dass ich vor Schmerz und Juckreiz weinte. Die klassische Medizin konnte mir keine Hilfe anbieten und ich hatte in gewisser Weise gelernt, damit zu leben. Ich war fest entschlossen dafür zu sorgen, dass Jonathan ein derartiger Leidensweg erspart bleiben würde. Ich begann deshalb, verschiedene Bücher über alternative Medizin und Allergien zu lesen. Dadurch gelangte ich zu der Überzeugung, dass er gegen irgendetwas allergisch sein müsse. Keines der Bücher hatte jedoch eine praktikable Möglichkeit anzubieten, dies bei einem Kleinkind nachzuweisen.
1983 besuchte ich in London eine Messe, die sich Festival of Mind and Body nannte, und entdeckte dort einen Stand, an dem Touch For Health vorgestellt wurde. (Hierbei handelt es sich um eine vereinfachte Version der Applied Kinesiology, die in erster Linie für Laien entwickelt wurde und Selbsthilfeverfahren für leichtere gesundheitliche Probleme anbietet. Die Methode lässt sich hervorragend zur Gesundheitsvorsorge einsetzen.) An der Rückwand des Standes wies ein Plakat auf eine Technik hin, die als „Muskeltest“ bezeichnet wurde, und erläuterte deren Anwendungsbereiche. In diesem Zusammenhang wurden auch Allergien erwähnt. Ich wurde sehr aufgeregt und ließ mich von den Leuten an diesem Stand ausführlich beraten; anschließend vereinbarte ich für meinen Sohn einen Termin bei einem Touch-For-Health-Anwender in London. Mit Hilfe des Muskeltests ließ sich feststellen, dass mein Sohn gegen Weizen allergisch war. Ich strich also Weizen in jeglicher Form aus der Ernährung meines Sohnes, woraufhin sein Ekzem sehr schnell verschwand und die Durchfälle nachließen. Ich war vollkommen überrascht und vereinbarte nun auch Termine für mich selbst. Voller Freude stellte ich fest, dass auch mein Ekzem zu verschwinden begann. Kurz darauf begann ich eine Ausbildung in Touch For Health, später begann ich auch mit anderen Menschen zu arbeiten, wobei ich mich – was wahrscheinlich niemanden überraschen wird – auf Nahrungsmittelallergien spezialisierte.
Thomas, mein zweiter Sohn, litt seit seiner Geburt an schwerem Bronchialasthma. Um ihm helfen zu können, musste ich eine Menge über Allergien der Atemwege und Empfindlichkeiten gegen chemische Stoffe lernen. Es stellte sich heraus, dass dieses Wissen auch meinen Klienten zugute kam. Ich arbeitete regelmäßig mit meinen beiden Söhnen, wodurch sich ihr Gesundheitszustand deutlich verbesserte. Als mein jüngster Sohn fünf Jahre alt war, hatte sich sein Gesundheitszustand so weit verbessert, dass unser neuer Hausarzt nicht glauben wollte, dass dieses Kind jemals an Asthma gelitten hatte. Er glaubte mir erst, als ich ihm den Namen des Arztes nannte, der damals die offizielle Diagnose gestellt hatte.
Zwischen 1983 und 1987 testete ich mehrere tausend Klienten auf Allergien. Ich hatte eine erfolgreiche und florierende Praxis aufgebaut, aber meine Arbeit begann mich zu „langweilen“, da ich das Gefühl hatte, dass Allergien lediglich Symptom eines tiefer liegenden Problems seien. Da es in der Kinesiologie noch viele weitere Teilbereiche gibt, zum Beispiel Three In One Concepts, begann ich mich mit einigen davon näher zu beschäftigen. Außerdem befasste ich mich mit Kräuterkunde, Irisdiagnose und Homöopathie, fand jedoch nicht das, wonach ich suchte. 1987 nahm ich schließlich am ersten Ausbildungskurs in Health Kinesiology (HK) teil, den sein Begründer Jimmy Scott in England abhielt.
Ich war tief beeindruckt: Hier schien es sich tatsächlich um ein ganzheitliches System mit fundierter theoretischer Grundlage zu handeln. Ich ging mit der festen Absicht nach Hause, sofort alles auszuprobieren, was ich gelernt hatte. Jonathan war mein „Versuchskaninchen“: Er hatte ernsthafte Probleme mit dem Lesen und war als dyslektisch eingestuft worden. Er war zwar bereits acht Jahre alt, las jedoch, als hätte er all diese Wörter noch nie in seinem Leben gesehen. Er war nicht sehr begeistert davon, mit mir zu arbeiten, also schloss ich mit ihm den Kompromiss, dass er während der Sitzung im Wohnzimmer auf dem Boden liegen und fernsehen durfte, während ich mit meinem neuen Skript in der Hand an ihm herumwerkelte. Ich hatte ihm nicht verraten, dass ich an seiner Dyslexie arbeiten wollte, sondern hatte ihm nur erklärt, dass ich einige neue Techniken gelernt habe und diese üben wolle. Die Sitzung dauerte weniger als eine Stunde, während Jonathan immer wieder fragte, ob ich noch nicht bald fertig sei. An diesem Abend las er zum ersten Mal in seinem Leben in vollständigen Sätzen! Die positiven Veränderungen blieben ihm erhalten und in den nachfolgenden Monaten, in denen ich die fortgeschrittenen Techniken der Health Kinesiology erlernte, arbeitete ich weiter mit ihm. Seine Lesefertigkeit verbesserte sich in dramatischen Sprüngen. Die Kraft der Veränderung, die diese neue Form der Kinesiologie barg, beeindruckte mich von der ersten Sitzung an. Seit diesem Erlebnis wende ich die HK bei all meinen Klienten an, es hat seither für mich nie mehr etwas anderes gegeben.
Bald hatte ich herausgefunden, dass ich mit Hilfe der Health Kinesiology Allergien nicht nur aufdecken, sondern die Probleme oft sofort korrigieren konnte. Ich stellte weiter fest, dass ich den Menschen bei viel mehr unterschiedlichen Symptomen und Problemen – sowohl physischer wie auch psychischer Art – helfen konnte. Auch den Menschen, die nicht krank waren, sondern nur nach Unterstützung suchten, um ihr volles Potenzial zur Entfaltung bringen zu können, konnte ich effektive Hilfe anbieten.
Ich praktiziere die HK nun bereits seit vielen Jahren und sie hat nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Noch immer staune ich über die Kraft, die Tiefe und das Spektrum der HK ebenso wie über die Lösungsmöglichkeiten für die ganze Bandbreite menschlicher Probleme, seien sie nun physischer, psychischer oder spiritueller Natur.
Natürlich sind die Fälle, die ich für dieses Buch als Beispiele ausgewählt habe, besonders spektakulär: der Mann, der bereits über siebzig Jahre alt war und zu erblinden drohte und dessen Sehvermögen sich nach drei Sitzungen so sehr verbessert hatte, dass er wieder Auto fahren konnte; der Mann, der dreißig Jahre lang an Depressionen gelitten hatte und mir nach einer Sitzung sagte: „Die Depression ist völlig verschwunden; Sie können sich nicht vorstellen, welchen Unterschied das für meine Lebensqualität bedeutet“; oder das Mädchen mit schwerer Epilepsie, das inzwischen anfallsfrei und ohne Medikamente leben kann.
Natürlich sind diese Beispiele vermeintlicher „Wunderheilungen“ sehr aufregend und befriedigend. Allerdings: Nicht jeder Mensch reagiert so schnell und so dramatisch. Es ist ebenso befriedigend, Menschen auch zu weniger dramatischen Veränderungen verhelfen zu können, Menschen, die immer wieder zu mir kommen, oder solchen, die nicht ernsthaft krank sind, die jedoch festgestellt haben, dass sie mit Hilfe der HK ihre Probleme lösen können, dadurch glücklicher sind und mehr im Einklang mit sich selbst leben.
Während der Planung dieses Buches bat ich auch andere HK-Anwender um Fallbeispiele und wurde mit Antworten auf meine Anfrage sozusagen überschwemmt. Viele dieser „sensationellen“ Geschichten haben Eingang in dieses Buch gefunden. Viele weitere konnten nicht berücksichtigt werden, da sie den Rahmen dieses Buches gesprengt hätten. Die Lawine an Beispielen und Geschichten gibt Zeugnis von der Kraft dieses Systems. Die hier abgedruckten Fallbeispiele wurden deshalb ausgewählt, weil sie jeweils einen bestimmten Aspekt besonders gut veranschaulichen; es sind nicht unbedingt die eindrucksvollsten Anekdoten. Auch wenn einige davon unglaublich klingen – es sind Tatsachen.
Dieses Buch soll kein Handbuch aller Verfahrensweisen und Techniken der HK für Lernende oder Anwender sein. Es wurde für alle interessierten Leser geschrieben, die über dieses System einfach Genaueres erfahren möchten.
Das Buch ist zum Teil auch Ausdruck meiner Frustration darüber, dass die Health Kinesiology noch nicht sehr bekannt und verbreitet ist. Viele Menschen, denen die HK helfen könnte, können nicht davon profitieren, nicht etwa, weil sie diese Methode ablehnen, sondern weil sie nichts von ihrer Existenz wissen. Ich hoffe, dass dieses Buch die heilende Kraft der Health Kinesiology möglichst vielen Menschen näher bringt.
Kapitel 1
Was ist Angewandte Kinesiologie?
„Kinesiologie“ bedeutet in der klassischen Medizin zunächst Bewegungslehre und Untersuchung der Muskeln und Gelenke, des „Bewegungsapparates“. Als „Angewandte Kinesiologie“ bezeichnet man (im deutschen Sprachraum) allerdings etwas anderes: eine Methodik zum Sondieren und zum Ausgleichen (oder Korrigieren) des energetischen Zustandes des Organismus sowie zum Aktivieren seiner Funktionen; eine Richtung dieser Kinesiologie, die wir hier meinen, ist die Health Kinesiology (HK).
Die Grundlagen auf diesem Gebiet wurden in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts von dem Orthopäden und Chirurgen R. W. Lovett erarbeitet. Er entwickelte ein System, mit dem sich die Stärke von Muskeln testen und beurteilen ließ. Henry und Florence Kendall ist die Weiterentwicklung und Systematisierung dieser Arbeit zu verdanken; 1949 veröffentlichten sie zu diesem Thema ihr Buch Muscle Testing and Function. Weitere entscheidende Impulse gingen in den frühen sechziger Jahren von dem amerikanischen Chiropraktiker George Goodheart aus; er stellte fest, dass schwache Muskeln sich häufig zumindest für eine gewisse Zeit stärken ließen, indem man Anfang und Ende des schwachen Muskels massierte, ein Verfahren, das später als „Ursprung-Ansatz-Technik“ bekannt wurde. Goodheart stellte außerdem fest, dass zwischen bestimmten Symptomen und der Schwäche bestimmter Muskeln ein Zusammenhang besteht. Diese Erkenntnisse brachte er mit den Forschungsarbeiten von Frank Chapman und Terrence Bennett in Verbindung: Chapman hatte bereits in den dreißiger Jahren erkannt, dass bestimmte Stellen des menschlichen Körpers empfindlicher sind als ihre Umgebung. Massiert man diese empfindlichen Stellen, so lässt ihre Empfindlichkeit häufig nach und der allgemeine Gesundheitszustand verbessert sich. Er vermutete, dass dafür das Lymphsystem, das wiederum Teil des Immunsystems ist, verantwortlich sei: Die Massage der oben beschriebenen Punkte führt zu einem verstärkten Lymphfluss.
Bennett fand bestimmte Punkte (hauptsächlich am Kopf), die, wenn sie gehalten wurden, den Blutfluss im Körper verbesserten. Goodheart fand heraus, dass das Massieren der Chapman-Punkte und das Halten der Bennett-Punkte ebenfalls Einfluss auf die Muskelreaktion hatten. Er verfügte damit über drei verschiedene Möglichkeiten Muskeln zu stärken: das Massieren der Anfangs- und Endpunkte schwacher Muskeln, das Massieren von Punkten zur Verbesserung des Lymphflusses und das Halten von Punkten für einen verstärkten Blutfluss. Goodheart stellte weiter fest, dass sich durch diese Arbeit zur Stärkung der Muskeln andere gesundheitliche Probleme besserten oder sogar ganz verschwanden.
Die Meridiane
Goodheart kam zu dem Schluss, dass diese Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Muskelreaktion nur mit Hilfe der traditionellen Auffassung der chinesischen Akupunkturlehre über die Funktionsweise des menschlichen Körpers zu erklären seien. Nach diesem Modell durchzieht ein System von „Kanälen“ oder Meridianen den menschlichen Körper, durch die unsere Lebensenergie oder Lebenskraft fließt, die sämtliche Zellen und Körperfunktionen reguliert und maßgeblich beeinflusst. Befindet sich dieses Energiesystem im Gleichgewicht (in der Balance), so sind wir gesund, ist es jedoch gestört, so können körperliche und/oder andere Probleme entstehen oder bestehen bleiben. Diese Störungen des Energiesystems beeinflussen auch die Muskelreaktion; daher wird der Begriff „Kinesiologie“ heute in dem Sinn gebraucht, dass Muskeln getestet werden mit dem Ziel, diese Störungen zu identifizieren.
Die Akupunkturmeridiane sind Teil des dem menschlichen Körper zugrunde liegenden Energiesystems und sind in der chinesischen Medizin bereits seit vielen tausend Jahren bekannt. Sie bilden ein Gitter aus feinstofflicher Energie, das die unterschiedlichen Aspekte oder Ebenen jeder Persönlichkeit trägt und integriert :die physische, die emotionale, die mentale und die spirituelle Ebene. Dieses Energiesystem verteilt über die Meridiane Chi oder Lebensenergie im gesamten Körper und diese Energie beinhaltet (oder ist möglicherweise sogar selbst) die Information, die nötig ist, damit alle Teile in einem harmonischen Zusammenspiel funktionieren können. Wird diese Lebensenergie nicht richtig an Gewebe und Zellen des physischen Körpers geleitet, so entsteht ein Ungleichgewicht in diesem System, das zu akuten oder chronischen gesundheitlichen Problemen führen kann. Befindet sich dieses Energiesystem nicht im Gleichgewicht, so kann unsere Lebensenergie nicht richtig fließen.
Die klassische östliche Medizin unterscheidet vierzehn Hauptmeridiane. Zwei Meridiane verlaufen entlang der Körpermitte: Das Gouverneursgefäß fließt in der Mitte des Rückens entlang aufwärts, das Zentralgefäß oder Konzeptionsgefäß auf der Mitte der Körpervorderseite. Die zwölf anderen Meridiane verlaufen bilateral auf der Körperoberfläche. Sie sind nach bestimmten Organen benannt (zum Beispiel der Lebermeridian oder der Dünndarmmeridian), verlaufen jedoch nicht notwendigerweise durch oder in der Nähe des namengebenden Organs. So verläuft etwa der Lungenmeridian entlang der Innenseite des Arms nach unten bis zum Daumen. Es kann jedoch durchaus ein Zusammenhang zwischen dem Meridian und der Gesundheit der damit in Verbindung stehenden inneren Organe bestehen.
Die Meridiane sind wiederum paarweise den Elementen zugeordnet, wobei jedes Paar aus einem Yin- und einem Yang-Meridian besteht. Die Yang-Meridiane stehen für Eigenschaften wie die Fähigkeit sich auszudehnen, Trockenheit, Männlichkeit, Helligkeit, Hitze und Hohlheit. Die Yin-Meridiane symbolisieren Eigenschaften wie Weiblichkeit, Empfänglichkeit, Dunkelheit, Kühle und Dichte. Yin- und Yang-Meridiane sind nur als Paare vollständig. Die Health Kinesiology legt den Schwerpunkt auf die Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen dem jeweiligen Yin- und dem Yang-Meridian eines Meridianpaars.
Das energetische Gleichgewicht innerhalb des Meridiansystems
Zentrales Anliegen aller kinesiologischen Systeme ist das Gleichgewicht, die Balance. Vertreter der Kinesiologie vertreten die Auffassung, dass gesundheitliche Probleme auf Störungen zurückzuführen seien, die nicht nur auf der körperlichen, sondern ebenso auf der emotionalen und spirituellen Ebene angesiedelt seien. Im Idealfall befindet sich das Meridiansystem im Zustand einer dynamischen Balance, in dem es sich den inneren und äußeren Umständen ständig wieder neu anpasst. Bei vielen Menschen befindet sich dieses Meridiansystem jedoch häufiger im Ungleichgewicht als im Gleichgewicht, woraus sich gesundheitliche Probleme ergeben. Dieses energetische Ungleichgewicht kann viele Ursachen haben, etwa psychischen Stress, Umweltverschmutzung, Mangelernährung und vieles andere mehr. Die Kinesiologie zielt darauf ab, das energetische Gleichgewicht wieder herzustellen und dadurch Gesundheit und Wohlbefinden zu fördern.
Auf den Meridianen gibt es bestimmte Punkte, die bei korrekter Stimulation eine Störung überwinden und das Gleichgewicht des körpereigenen Energiesystems wiederherstellen können. Die Akupunktur setzt Nadeln in diese Punkte, während in der Kinesiologie unterschiedliche Kombinationen dieser Punkte gehalten oder massiert werden.
Das Muskeltesten
Das Muskeltesten ist ein schmerzfreies Verfahren, bei dem der Tester sanften Druck auf bestimmte Körperteile (in der Regel Arme oder Beine) ausübt, um die Reaktion des jeweiligen Muskels zu testen. Der Tester bringt den für den Test ausgewählten Körperteil in eine bestimmte Position, um so den Testmuskel möglichst vollständig zu isolieren. Der Muskel ist dann entweder in der Lage, dem Testdruck relativ leicht standzuhalten, oder er wird – zumindest geringfügig – nachgeben. Die Kinesiologie nutzt diese Muskelreaktion, um Informationen darüber zu erhalten, was im Körper vorgeht und was zur Wiederherstellung des Gleichgewichts benötigt wird. Aufgrund der Wechselbeziehung zwischen Muskeln, Meridianen und sämtlichen anderen Systemen des menschlichen Organismus liefert die Muskelreaktion nicht nur Informationen über den Testmuskel, sondern auch über andere Störungen innerhalb des Körpers und die zu deren Korrektur notwendigen Vorgehensweisen.

Muskeltesten
Die feinstoffliche Energie
Der Begriff der feinstofflichen Energie ist ein zentraler Begriff dieses Buches. Hierbei handelt es sich nicht um Wärmeenergie in Form von Kalorien. Das Wörterbuch definiert „feinstofflich“ als dünn oder zart, fein, flüchtig, geheimnisvoll, schwer fassbar oder nachweisbar. Der Begriff „feinstoffliche Energie“ ist ein offener Begriff und bezeichnet jede Form von Energie, die von wissenschaftlicher Seite nicht als spezifische Energieform definiert oder zugeordnet werden kann. Einige dieser Energieformen werden als Teil unserer menschlichen Natur angesehen, andere haben ihren Ursprung außerhalb des einzelnen Menschen und werden aus von ihm unabhängigen Quellen gespeist. In ihrem Buch Energy Medicine beschreibt Donna Eden diese Energie als das gemeinsame Medium von Körper, Geist und Seele; seine Wellenlängen, Frequenzen und Schwingungsmuster bildeten ihr gemeinsames Vokabular.
Es gilt als einigermaßen gesichert, dass feinstoffliche Energie einige Eigenschaften elektromagnetischer Energie besitzt, letztendlich jedoch wesentlich darüber hinausgeht. Natürlich ist dies eine sehr unbefriedigende Erklärung, ich befinde mich damit aber offenbar in guter Gesellschaft. Im März 1999 schrieb George Musser in Scientific America: „Die Astrophysik ist nicht in der Lage, neunzig Prozent der Materie des Universums zu finden … Es gibt da offenbar etwas, das am Himmel entlangschwirrt und geräuschlos durch unsere Körper strömt und unsichtbar ist.“ Er führt weiter aus, dass die Wissenschaft drei Arten der Bemessung des Universums kenne und dass die Abweichungen darauf hinwiesen,„dass das Universum mit einer außergewöhnlichen Materie angefüllt sein muss“. Es könnte doch sein, dass es sich bei dieser schwer fassbaren Materie um das handelt, was die Vertreter alternativer Ansätze als feinstoffliche Energie bezeichnen.
Die verschiedenen Richtungen der Kinesiologie
Alle Zweige oder Richtungen der Kinesiologie haben sich aus der Arbeit von George Goodheart entwickelt. Deren Ursprung liegt in der Chiropraktik bzw. Chirotherapie und als Folge davon beschäftigte sich die Applied Kinesiology in erster Linie mit strukturellen (auf die Körperstruktur bezogenen) Problemen und Lösungen. Inzwischen haben sich viele anders ausgerichtete Systeme der Kinesiologie entwickelt, darunter Health Kinesiology, Educational Kinesiology und Three In One Concepts. Alle basieren auf dem Muskeltest, jedes System spiegelt jedoch sehr stark die Interessen und die Persönlichkeit des jeweiligen Begründers wieder. Einige Systeme lehnen den „verbalen“ Muskeltest ab, bei dem das jeweilige Thema in Worte gefasst wird und der eine der Grundlagen der Health Kinesiology darstellt. In diesen Systemen erhält man Zugang zu den gewünschten Informationen, indem man einen Muskel testet, während man gleichzeitig bestimmte Punkte auf dem Körper berührt oder bestimmte Fingermodi hält. Fingermodi sind Kombinationen bestimmter Fingerpositionen, die im Bezug zu bestimmten Körpersystemen, Korrekturverfahren und so weiter stehen.
Die Technik des Muskeltestens hat auch in andere Therapieformen Eingang gefunden. So greifen Homöopathen, Chiropraktiker oder auch Aromatherapeuten häufig auf den Muskeltest zurück, um sich die richtige Vorgehensweise bestätigen zu lassen. Alle diejenigen, die die Kinesiologie anwenden, haben die Überzeugung und die Erfahrung gemeinsam, dass jedem Menschen ein grundlegendes Wissen um das innewohnt, was er braucht, um wirklich heil und gesund werden zu können. Dieses Wissen ist auf einer unbewussten Ebene kodiert und über das Bewusstsein nur schwer erreichbar; mit dem Instrument des Muskeltests haben wir Zugang zu diesem Wissen.
Kapitel 2
Einführung in die Health Kinesiology (HK)
Die Health Kinesiology (HK) wurde von Dr. Jimmy Scott entwickelt, der darin seine eigenen Forschungsergebnisse und Erkenntnisse mit denen anderer Pioniere der Kinesiologie zusammenführte. Scott erlebte in den frühen siebziger Jahren zum ersten Mal eine Demonstration des Muskeltests. Zu dieser Zeit war er Psychologe und arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Medical School der University of California. Nach seiner eigenen Aussage faszinierte ihn der Muskeltest, andererseits war er jedoch äußerst skeptisch. In den Jahren danach wurde er Zeuge weiterer Demonstrationen auf dem Gebiet der Kinesiologie. Jimmy Scott hatte sich damals gerade als Psychologe niedergelassen und baute seine Praxis mit dem Schwerpunkt Biofeedback und Entspannungstraining auf. 1975 verließ er die Universität endgültig, um sich ganz auf seine Praxis zu konzentrieren. Nach und nach erwachte bei ihm ein vertieftes Interesse für das, was unter Gesundheit zu verstehen ist, und er begann auch auf dem Gebiet der Ernährung nach Antworten Ausschau zu halten. Erneut erhielt er Gelegenheit, an einer Demonstration auf dem Gebiet der Kinesiologie teilzunehmen, die von Chris Harrison, einem Chiropraktiker und Vertreter des International College of Applied Kinesiology, durchgeführt wurde. Bei dieser Gelegenheit keimte bei Scott eine vage Vorstellung von den ungeheuren Möglichkeiten der Kinesiologie und er begann Seminare und Workshops zu besuchen. Dies führte ihn recht schnell zu der Entwicklung seines eigenen Systems, denn sein Ziel war die Entwicklung der effektivsten, stabilsten und dauerhaftesten Methoden zum Herbeiführen von Veränderungen.

Dr. Jimmy Scott,
Begründer der HK
1981 stand die Grundstruktur des HK-Systems, Verfeinerungen und weitere Verfahren wurden im Lauf der folgenden Jahre entwickelt. Die HK entwickelt sich immer noch weiter, die Grundlagen des Systems sind dabei jedoch dieselben geblieben, denn sie haben sich bewährt. Dieses beeindruckende System, bei dem die Muskelreaktion dazu benutzt wird, Zugang zu bestimmten Informationen zu erhalten, wird kombiniert mit einer ganzen Reihe hoch wirksamer energetischer Verfahrensweisen, die es den Menschen ermöglichen heil zu werden. Die HK sieht den einzelnen Menschen als dynamisches Energiesystem, das physische, emotionale, mentale und spirituelle Eigenschaften aufweist. Wir sehen den Menschen nicht nur als Körper mit „Anhängseln“ aus unbequemen Emotionen. Die HK arbeitet mit Informationen, die nicht aus unserem aktiven Bewusstsein stammen; es ist daher nicht unbedingt nötig, dass der Klient die Ursache seines Problems genau kennt, und es ist ebenso wenig erforderlich, dass der HK-Anwender die exakte medizinische Diagnose kennt.
Alle diejenigen, die die HK anwenden, tun dies mit dem Ziel, ihren Klienten zu Gleichgewicht und Harmonie zu verhelfen. Sie arbeiten gemeinsam mit den Klienten daran, den physischen Körper zu stärken, damit er noch besser funktioniert und die Menschen auf jeder Ebene ihres Seins glücklicher, klarer und erfüllter leben können. Die Health Kinesiology geht davon aus, dass auch dort, wo sich Krankheitssymptome im physischen Körper zeigen, ein emotionales Ungleichgewicht die Ursache sein kann. So können zum Beispiel Asthma, Arthritis, Schwindelgefühle oder Störungen des Magen-Darm-Bereichs Ausdruck einer Disharmonie oder eines Ungleichgewichts im emotionalen, mentalen oder spirituellen Bereich sein. In manchen Fällen müssen die notwendigen Korrekturen in einem dieser Bereiche vorgenommen werden und das körperliche Problem ist lediglich Symptom für ein Ungleichgewicht an einer anderen Stelle.
Die Health Kinesiology erkennt auch die Bedeutung des physischen Körpers an und dass Ernährung, die Arbeit an Allergien oder andere Techniken, die unser physisches System unmittelbar beeinflussen, für die Lösung körperlicher Probleme häufig der direkteste und beste Weg sind. Auch bestimmte psychische Probleme wie Reizbarkeit und Spannung sind häufig Ausdruck eines Ungleichgewichts an Mineralstoffen im Körper; sollen für derartige Probleme dauerhafte Lösungen erarbeitet werden, so muss das Hauptaugenmerk auf die physische, weniger auf die psychische Ebene gelegt werden. Die HK erkennt die Einzigartigkeit eines jeden Individuums an – somit sind auch die Art des Ungleichgewichts, die Auslöser und Stressoren, die zum Beispiel für das Auftreten von Ekzemen verantwortlich sind, von Mensch zu Mensch verschieden. Glücklicherweise haben wir mit dem Muskeltest ein Instrument an der Hand, mit dem wir uns immer wieder aufs Neue schnell und zuverlässig die spezifischen Informationen verschaffen können.
In welchen Fällen die Health Kinesiology helfen kann
Viele Klienten der HK sind körperlich krank und suchen nach Hilfe. Mit der HK konnte bereits vielen Menschen bei einer Vielzahl physischer Probleme geholfen werden. Diese Menschen haben vielleicht schon den ganzen Diagnoseapparat der klassischen Schulmedizin durchlaufen, ohne dass die Ursache ihrer Probleme gefunden wurde.
Vielleicht wollen die Klienten aber auch nicht mehr länger von Medikamenten abhängig sein. Oder vielleicht leiden sie unter emotionalen Problemen und suchen Hilfe bei Depressionen, Ängsten, Panikattacken oder Mangel an Selbstvertrauen. Sportler suchen vielleicht nach einer Möglichkeit, ihre Leistungen noch weiter zu steigern, Eltern sind besorgt wegen der schlechten schulischen Leistungen ihrer Kinder, ein Manager kann dem Stress seines Arbeitspensums nicht mehr länger standhalten. Ein Unfallopfer leidet an Schmerzen und an einem emotionalen Trauma, andere sehen vielleicht nicht, wie es in ihrem Leben weitergehen soll, und konsultieren deswegen (auf eine Empfehlung hin) den HK-Anwender in ihrer Nähe. Menschen in allen nur erdenklichen Lebenssituationen finden bei der Health Kinesiology eine Antwort auf ihre Bedürfnisse. Sie schenken ihr Vertrauen einem System, das das ureigene Wissen des menschlichen Körpers von sich selbst und seinen Problemen respektiert.
Health Kinesiology und Muskeltesten
Über den Muskeltest erhalten HK-Anwender Zugang zu dem Wissen des menschlichen Körpers von seinen Bedürfnissen, indem sie verbal Fragen stellen, auf die sie als Antwort, je nach Muskelreaktion, ein Ja oder ein Nein erhalten. Hält der Muskel dem Testdruck des Anwenders stand, so steht dies für ein Ja als Antwort auf die verbale Frage, die er zuvor gestellt hat. Schaltet der Muskel ab, wird er also „schwach“, so bedeutet dies ein Nein.
Natürlich können keine Fragen gestellt werden, die komplexer Antworten oder Erklärungen bedürfen (wie etwa: „Was soll ich tun?“), denn unser Energiesystem kann nur mit einem „eingeschalteten“ oder mit einem „abgeschalteten“ Muskel (das heißt mit Ja oder Nein) reagieren. Der Anwender wird daher Fragen stellen, die nur zwei mögliche Antworten zulassen, nämlich Ja oder Nein. Hier einige Beispiele für diese Art von Fragen:
● Muss der Klient noch mehr Wasser trinken?
● Soll als Nächstes das Verfahren X zur Anwendung kommen?
● Ist die Vorgehensweise bis hierher korrekt?
Bestimmte Formen energetischen Ungleichgewichts lassen sich dadurch beheben, dass mit Hilfe eines zentralen Stressors das System zunächst absichtlich aus dem Gleichgewicht gebracht und dann über die Berührung der richtigen Kombination von Punkten wieder balanciert wird. Diese Vorgehensweise eignet sich für alles, was eine Störung verursacht: Es kann sich ebenso um einen emotionalen oder intellektuellen Stressor handeln wie um ein Allergen, ein Toxin, einen Mikroorganismus, eine Sinneswahrnehmung, eine elektromagnetische Schwingung oder eine geopathische oder psychische Energie – es gibt unendlich viele Möglichkeiten.
Man kann den Muskeltest auch einsetzen, um Veränderungen in der Ernährung mit dem Ziel einer besseren Verträglichkeit zu erarbeiten oder um die richtigen Nahrungsergänzungen zu finden. Auch vorteilhafte Veränderungen bei der Arbeit, bei den Ruhephasen, beim Schlafen, Spielen oder bei körperlicher Bewegung lassen sich mit Hilfe des Muskeltests bestimmen. Ebenso exakt lässt sich der Einsatz von Kräutern oder energetischen Arzneien (wie etwa Essenzen, ätherische Öle oder homöopathische Mittel) ermitteln. Die Health Kinesiology ist so strukturiert, dass der Anwender sehr schnell dorthin geleitet wird, wo der wahre Bedarf liegt.
Stärker als die meisten anderen kinesiologischen Systeme stützt die HK sich auf die verbale Fragestellung, denn dies ist einer der schnellsten und zuverlässigsten Wege zur inneren Weisheit des menschlichen Körpers. Dies verlangt vom HK-Anwender allerdings ein hohes Maß an Geschicklichkeit, denn die Präzision der Fragestellung ist von grundlegender Wichtigkeit.
Vor vielen Jahren wurde mein Sohn mit Grippesymptomen von der Schule nach Hause geschickt. Gegen Abend traten dieselben Symptome auch bei mir auf und ich testete, ob ich Grippe hatte oder nicht. Die Antwort lautete: „Nein.“ Ich ärgerte mich über diesen Muskeltest, denn ich spürte genau, dass ich Grippe hatte, auch wenn mein Körper anderer Meinung war. Am darauf folgenden Tag stand in der Zeitung zu lesen, dass Großbritannien von einer Krankheitswelle überzogen werde, bei der es sich zum einem um Grippe, zum anderen um eine grippeähnliche Erkrankung handele. Also fragte ich meinen Körper, ob er an einer grippeähnlichen Erkrankung litt – die Antwort war ein Ja. Im Gegensatz zu meinem Intellekt war mein Energiesystem also problemlos in der Lage, zwischen Grippe und grippeähnlicher Erkrankung zu unterscheiden.
Mit diesem Antworttyp haben wir es auch im Computerbereich zu tun, denn auch diese Systeme arbeiten häufig mit einem paarigen Antwortsystem. Die Redensart, dass nur das herauskommen kann, was man zuvor hineingesteckt hat, gilt für die Kommunikation mit dem Computer ebenso wie für das verbale Muskeltesten. Erleben Klienten zum ersten Mal eine Sitzung mit Muskeltest, so vermuten sie häufig, dass es auf die Geschicklichkeit beim Testen selbst ankomme; in Wahrheit kommt es jedoch auf die Präzision der verbalen Fragestellung und auf die Klarheit der dabei benutzten Begriffe an.
Wer oder was antwortet hier auf unsere Fragen?
Dies lässt sich nicht erschöpfend beantworten. Manche Kinesiologen werden meine Meinung dazu nicht teilen. Ich glaube, dass die Antwort auf diese Frage zum Teil in den Mechanismen der Homöostase des menschlichen Körpers zu finden ist: Sämtliche Vorgänge im Körper werden ständig überwacht und in dem Bemühen, für optimale Bedingungen zu sorgen, werden die Hormonspiegel und viele andere Vorgänge ständig angepasst. Unser Körper verarbeitet Informationen nicht in Form medizinischer Messergebnisse (wie etwa: Blutdruck 180/110), sondern er hat ein Gefühl dafür, dass der Blutdruck zu hoch ist, und versucht dies mit Hilfe verschiedener physiologischer Mechanismen zu korrigieren. Mit Hilfe des Muskeltests erhalten wir zum Teil Zugang zu diesem Wissen des menschlichen Körpers um die Homoöstase.
Die Information, die wir mit Hilfe der HK erhalten, geht jedoch über das Wissen um rein physiologische Zusammenhänge weit hinaus. Wir erhalten offenbar Zugang zu einer Art innerer Weisheit. Ich weiß nicht, worum genau es sich bei dieser inneren Weisheit handelt, ich weiß jedoch, dass wir immer dann herausragende Ergebnisse erzielen können, wenn wir den Muskeltest klug und präzise anwenden. Kinesiologen sprechen häufig der Einfachheit halber davon, dass sie „mit dem Körper / mit dem Energiesystem sprechen“.
Zweifellos ermöglicht der Muskeltest dem Therapeuten ein Verständnis der Zusammenhänge, das über unsere intellektuellen Fähigkeiten hinausgeht. Im Laufe der Jahre hatte ich gelegentlich männliche Klienten, bei denen der Muskeltest anzeigte, dass das Hormon Relaxin balanciert werden musste. Dies gab mir jedes Mal Rätsel auf, denn dieses Hormon ist am Ende einer Schwangerschaft für die Entspannung des Beckens und des Gebärmutterhalses verantwortlich, eine Situation, die auf männliche Klienten ganz sicher nicht zutrifft. Dennoch akzeptierte ich die Anweisungen des Körpers und erzielte damit hervorragende Ergebnisse. Erst vor kurzem las ich, dass Relaxin bei Frauen und Männern gleichermaßen für den Erhalt der Stabilität der Gelenke zuständig ist.
Auch erhielt ich bereits vor vielen Jahren über den Muskeltest die Information, dass viele Menschen, die unter Ekzemen litten, gegen die Hausstaubmilbe allergisch waren. Von Seiten der Medizin wurde diese Information damals als bizarre Idee verworfen, während sie heute als eine der Hauptursachen für Ekzeme offiziell anerkannt ist. Auch für mich – und mehr noch für meine Klienten – lag diese Information zunächst jenseits meines bewussten Verstandes, dennoch war die innere Weisheit des menschlichen Körpers in der Lage, uns diese Lösung aufzuzeigen.
Gelegentlich versuchen Klienten Einfluss auf das Muskeltestergebnis zu nehmen, indem sie den Arm bewusst nachgeben lassen oder umgekehrt mit viel Kraftaufwand versuchen, ihn an seinem Platz zu halten. Ein kleines Kind wollte zum Beispiel unbedingt auf Kohl allergisch sein, eine andere Klientin war fest davon überzeugt, dass ihr Mann für ihre Probleme verantwortlich sei. Ein erfahrener Therapeut wird dies bemerken und beim Testen berücksichtigen.
Die Kombination aus der inneren Weisheit des menschlichen Körpers und der Intention, der Erfahrung und dem Wissen des Therapeuten bildet einen Informationspool, aus dem die für den Klienten optimale Analyse und Vorgehensweise zusammengestellt werden sollte. Es kommt jedoch vor, dass das begrenzte Wissen des Testers und unbewusst eingebrachte Vermutungen und Annahmen das Testergebnis beeinflussen. In solchen Fällen können keine optimalen Ergebnisse erzielt werden. Kein HK-Anwender ist zu jeder Zeit zu hundert Prozent erfolgreich; die Kollegen arbeiten jedoch ständig daran, ihr Wissen und ihr Verständnis von der Health Kinesiology und vom Energiesystem des menschlichen Körpers zu erweitern.
Jeder Anwender hat seine individuelle Arbeitsweise
Jeder Anwender entwickelt seine eigene Interpretation des Systems, woraus seine eigene, individuelle Art der Anwendung entsteht. Diese ist Ausdruck der Neigungen und Interessen des jeweiligen Anwenders und schafft Raum für die Vielfalt, die die Health Kinesiology bereithält. Dies lässt sich sehr gut anhand des Beispiels einer gefüllten Kuchenplatte verdeutlichen. Werden mehrere Personen aufgefordert, ein Stück Kuchen zu wählen, so wird sich der Erste vielleicht für die Schokoladentorte entscheiden, der Nächste für den Kuchen mit der Sahne in der Mitte und ein Dritter vielleicht für den Kuchen mit der Nuss. Natürlich könnte es sich dabei um ein- und denselben Kuchen handeln, etwa um einen Schokoladenkuchen mit Sahne in der Mitte und einer Nuss obenauf. Jeder Einzelne wählt dafür jedoch eine andere Bezeichnung, die sich an seinen individuellen Vorlieben orientiert. Ebenso verhält es sich mit der Health Kinesiology. Auf der energetischen Ebene stehen in der Regel zahlreiche unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung, ein Problem zu lösen.
Die Health Kinesiology sucht nach den Wurzeln der Probleme
HK-Anwender arbeiten nach Möglichkeit auf einer tiefen Ebene. Dies bedeutet, dass sie nicht nur nach einer Lösung für die offensichtlichen, erkennbaren Probleme suchen, sondern den Klienten in einer effektiveren Lebensweise unterstützten wollen. Werden nur die Probleme an der Oberfläche bearbeitet, so werden die Menschen immer wieder Hilfe für immer neue Probleme benötigen. Dies ist sicher in solchen Fällen angezeigt, in denen Menschen in ihrer Gesundheit so stark beeinträchtigt sind, dass diese nie wieder vollständig hergestellt werden kann.
Die Health Kinesiology ist nicht daran interessiert, einfach nur die Sitzgarnitur im Wohnzimmer umzustellen, damit wir es bequemer haben. Sie ist vielmehr an einem gründlichen Frühjahrsputz interessiert, damit der Mensch zu der Persönlichkeit werden kann, die in ihm schlummert. Für neue Klienten kann sich das durchaus bedrohlich anhören, die Health Kinesiology ist jedoch eine sehr sanfte Methode, die die Bedürfnisse der Menschen respektiert. Jede Vorgehensweise wird durch den Muskeltest bestätigt und somit werden die Menschen nicht gezwungen, sich mit Dingen auseinander zu setzen, für die sie nicht bereit sind.
„Was früher die Ausnahme war, ist heute die Regel.“

Erica Karpaiya
Während der letzten acht Monate erhielt ich regelmäßige Therapiesitzungen von Sonia. Ich möchte vorausschicken, dass ich nicht so ganz verstehe, wie die Methode funktioniert, denn es handelt sich hier nicht um eine einfache Kombination verschiedener Maßnahmen. Die Vorstellung, dass mein Körper für mich spricht, erschien mir zunächst etwas seltsam, ich genoss es jedoch, mich zu entspannen und die Arbeit meinem Körper und Sonia zu überlassen. Daran ist besonders interessant, dass ein lange zurückliegendes negatives Erlebnis (das vielleicht sogar bereits in meiner Kindheit stattgefunden hat), die Funktionen meines Körpers beeinträchtigt hat und dass mir diese Zusammenhänge ohne diese Therapie niemals bewusst geworden wären. Mein nicht effektiv funktionierender Körper nimmt wiederum bis heute Einfluss auf meine Gedanken und mein Verhalten. Die Verbesserungen in meinem Körper zu beobachten war außerordentlich spannend. Sicherlich gibt es noch vieles, was verbessert werden kann, die positiven Veränderungen, die sich bereits eingestellt haben, waren jedoch bereits Anlass genug für eine insgesamt positivere Lebenseinstellung.
Vor etwa einem Monat stellte ich fest, dass etwas, was früher die Ausnahme war, nach der letzten Sitzung mit Sonia plötzlich zur Regel geworden war, nämlich dass ich mich ausgesprochen wohl fühle. Normalerweise schwankt mein Gewicht von einem Tag zum anderen relativ stark, in den letzten drei Wochen ist es jedoch gleich geblieben. Ich habe außerdem festgestellt, dass ich morgens nicht mehr müde aufwache und dass ich sogar abends noch Energie habe.
Ich begann daher, diesem Wohlgefühl mehr Aufmerksamkeit zu schenken, und ging sogar gewisse Risiken ein, indem ich Entscheidungen traf, die bereits seit längerem anstanden. So war ich zum Beispiel mit meiner Arbeitsstelle sehr unzufrieden und entschied spontan, mich für eine andere Stelle zu bewerben – ich bekam die Stelle. Meine privaten Lebensumstände verursachten mir ebenfalls großen Stress. Auch in diesem Bereich hatte ich plötzlich das Gefühl, dass ich jetzt damit zurechtkommen und Entscheidungen treffen könne, die für mich zu einer Verbesserung führen würden. Es hat funktioniert! Ich fühle mich, als ob jemand bei mir einen Schalter umgelegt und ich dadurch einen Schub an Zuversicht und Energie erhalten hätte.
Erica Karpaiya, Klientin von HK-Anwenderin Sonia Desiderio
Die Health Kinesiology trägt in hohem Maße dazu bei, den Menschen die Entscheidung über ihr Leben zurückzugeben. Es kommt daher häufig vor, dass Klienten die positiven Veränderungen nicht der kinesiologischen Arbeit zuschreiben; sie haben vielmehr häufig das Gefühl, dass sie selbst die Entscheidungen getroffen haben. Dies ist natürlich richtig, dennoch hat die HK sicher sehr viel dazu beigetragen, dem Klienten den Stress zu nehmen, so dass er in der Lage war, die richtige Entscheidung zu erkennen. Eine Klientin erklärte es so, dass sie die Tür zwar selbst geöffnet habe, ich ihr jedoch mit der HK geholfen habe, an den Türknopf heranzukommen.
Eine der wertvollsten Erfahrungen in meiner Arbeit mit Klienten ist der Moment, in dem mir ein Klient sagt, dass er oder sie sich als Ergebnis unserer gemeinsamen Arbeit im Einklang und im Frieden mit sich selbst fühle. Dieses Feedback ist für diese Menschen oft wichtiger als das Problem, mit dem sie ursprünglich zu mir gekommen waren. Eine Klientin erklärte mir bei ihrem zweiten Termin: „Es hört sich vielleicht verrückt an, aber ich fühle mich wirklich gut, obwohl meine Akne nicht besser geworden ist – irgendwie kommt es mir so vor, als ob das jetzt nicht mehr so wichtig ist, weil ich mich in meinem Innern so gut fühle.“ Ein anderer Klient sagte:„Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich im Frieden mit mir selbst – ach, und übrigens, mein Ekzem ist verschwunden.“
Die HK ist eine wirklich ganzheitliche Methode – sie arbeitet mit dem ganzen Menschen und hilft ihm, tief in seinem Innern heil zu werden. Die Vorgehensweise ist respektvoll und sanft, wobei der Klient die Richtung angibt, nicht der Therapeut.
Ein einfaches, aber wirkungsvolles System
Manche Menschen haben das Bedürfnis, bestimmte Dinge unnötig zu komplizieren. Sie sind der Meinung, dass das Leben ein Kampf und voller Unannehmlichkeiten sei. Sie glauben, dass nur diejenigen Dinge einen Wert haben, für sie sich abgemüht haben. Viele Menschen glauben, dass sie nur durch Schmerz und Stress lernen und dass sie es nicht verdienen, glücklich zu sein, oder dass Glück sogar langweilig wäre. Diese Gefühle verstärken wiederum ihre Überzeugung, dass ihr Heilwerden kompliziert und schwierig sein müsse, dass die Verfahren teuer und hoch entwickelt sein müssten oder zumindest größere Opfer oder Veränderungen ihrer Lebensweise erforderten. Das ist jedoch ein Irrtum: Die Health Kinesiology ist ein wirkungsvolles und relativ preiswertes Verfahren, das den Menschen Hoffnung und Heilung anbietet.
Alles nur ein Placeboeffekt?
Es gibt viele Fälle, in denen die HK bei geistig Behinderten eingesetzt wurde; diese Menschen hatten häufig keinerlei Vorstellung davon, was mit ihnen geschah – dennoch konnten Verbesserungen erzielt werden. Auch die Arbeit mit Säuglingen und – wie oben erwähnt – mit Tieren lässt den Schluss zu, dass die mit der Health Kinesiology erzielten Erfolge nicht einfach auf Glück oder Placeboeffekte zurückzuführen sind.
Vor vielen Jahren suchte mich ein Mann auf. Ich ließ mir zunächst seine (Kranken-) Geschichte erzählen und fragte ihn dann, wo sein Problem liege. Er berichtete von schwerer Arthritis in den Knien, fügte aber gleich hinzu, dass er nicht daran glaube, dass ich in der Lage sein werde ihm zu helfen. Ich war überrascht und fragte ihn, warum er denn gekommen sei. Daraufhin erfuhr ich, dass sowohl seine Frau als auch seine Nachbarin meine Klienten waren und ihn unaufhörlich dazu gedrängt hatten, mich zu konsultieren. Er war der Meinung, dass es sich schon allein deshalb lohne, das Geld für meine Behandlung auszugeben, weil die beiden Frauen dann aufhören würden ihn zu belästigen. Ich dankte ihm für seine Aufrichtigkeit und setzte die Sitzung fort. Der Klient war erst Mitte dreißig, dennoch war seine Arthritis so schmerzhaft, dass er sein eigenes Geschäft hatte aufgeben müssen und nun in Teilzeit als Angestellter arbeitete. Als er zum dritten Mal zu mir kam, hatte er bereits eine neue Vollzeitstelle in einer anderen Stadt angetreten und während seiner ersten Wochen bei seiner neuen Firma viele tausend Kilometer in einem Auto mit Schaltgetriebe zurückgelegt. Er war als großer Skeptiker zu mir gekommen, war inzwischen jedoch völlig davon überzeugt, dass das, was ich tat, Wirkung zeigte. Ohne die Hilfe der Health Kinesiology hätte er niemals so große Strecken mit dem Auto zurücklegen können.
Auch in der Arbeit mit Säuglingen finden sich gute Beispiele dafür, dass es sich bei der Kinesiologie nicht um Placeboeffekte handelt.
Mein jüngster Klient war ein sechs Wochen altes Baby, das nicht gedieh, sondern im Gegenteil ständig an Gewicht verlor, weil es keine Nahrung bei sich behalten konnte. Als die Mutter das Baby zu mir brachte, hatte sie bereits erfolglos die verschiedensten Babynahrungen probiert. Das Baby schlief während der gesamten Sitzung und ich arbeitete mit der Mutter als Surrogat (siehe hierzu Seite 30). Ich stellte fest, dass das Baby allergisch auf das Wasser war, mit dem die Nahrung angerührt wurde. Dieses Problem ließ sich rasch lösen, das Baby hörte auf zu spucken und begann zur allgemeinen Erleichterung, an Gewicht zuzunehmen. Dieses eindrucksvolle Ergebnis kann wohl kaum einem Placeboeffekt zugeschrieben werden.
Kapitel 3
Der Ablauf einer HK-Sitzung
Für einen unbedarften Zuschauer erscheint das, was in einer kinesiologischen Sitzung geschieht, in der mit Health Kinesiology gearbeitet wird, völlig unfassbar. Viele der Techniken und Verfahrensweisen, die dort zur Anwendung kommen, wirken auf das körpereigene feinstoffliche Energiesystem, nicht in erster Linie auf den physischen Körper, und erscheinen daher häufig bizarr und sogar lächerlich. So ist es durchaus üblich, dass ein Klient zu seiner zweiten Sitzung kommt und berichtet, dass er nach dem ersten Termin mit dem Gefühl nach Hause gegangen sei, sein Geld verschwendet zu haben, dass jedoch die positiven Veränderungen seines Gesundheitszustandes und ein gewisses Wohlgefühl für sich selbst sprächen. Andere reagieren unmittelbar begeistert auf das Muskeltesten, da sie sofort erkennen, welches wirkungsvolle Instrument sie hier vor sich haben, das die Tür zu dem jedem Menschen innewohnenden Wissen und Verständnis seiner wahren Bedürfnisse öffnet. Diese Menschen wissen die Tatsache zu schätzen, dass man ihnen keine Standardverfahren anbietet, sondern sie als einzigartige, einmalige Individuen behandelt.

HK-Anwenderin und Klient bei der Aufnahme der Vorgeschichte
Konsultieren Sie als Klient(in) zum ersten Mal einen Health-Kinesiology-Anwender, so werden Sie sich zu Beginn erst einmal miteinander vertraut machen. Viele Klienten sind zunächst ein wenig nervös und unsicher, ob ihnen diese eher seltsam anmutende Methode helfen kann; HK-Anwender werden daher ihre Klienten zunächst darüber informieren, was sie von einer solchen Sitzung erwarten können.
Zunächst wird der Verlauf der Krankheit oder des Problems aus medizinischer Sicht aufgenommen, wobei auch nach emotionalen Traumata, Unfällen, Operationen und schweren Krankheiten aus der Vergangenheit des Klienten gefragt wird. Diese Vorgehensweise ist in der HK üblich, weil der HK-Anwender nicht in erster Linie daran interessiert ist, ein Symptom zum Verschwinden zu bringen; sein Ziel ist vielmehr, den Klienten darin zu unterstützen, das zu erreichen, was dieser sich vom Leben erwartet.
Im Anschluss daran wird der Klient in der Regel aufgefordert, sich auf die Behandlungsliege zu legen. Manche Klienten machen sich Sorgen, ob sie ihre Kleider ablegen müssen; dies ist jedoch nicht erforderlich. Empfinden Sie als Klient(in) es als angenehmer, so kann auch im Sitzen oder Stehen gearbeitet werden. Leidet ein Klient zum Beispiel an starken Rückenschmerzen oder an Arthritis, so kann es durchaus sein, dass er auf einer Behandlungsliege nicht bequem liegen kann.
Wenn ich mit kleinen Kindern und einem Elternteil arbeite, so sitzen wir häufig alle auf dem Boden inmitten vieler Spielsachen, mit denen das Kind sich beschäftigen kann, wodurch ihm das Stillhalten relativ leicht fällt.
Viele Klienten sehen der Sitzung ängstlich entgegen, da sie nicht wissen, was sie erwartet. In der Regel sind sie erleichtert, wenn sie feststellen, dass das Verfahren sehr sanft ist; manche Klienten schlafen sogar dabei ein. Anschließend stellen sie dann häufig fest, dass sie sich sehr entspannt fühlen.
Surrogattest
Es gibt Klienten, die nur schwer zu testen sind. Hierbei handelt es sich in der Regel um Menschen, die sehr krank, sehr alt oder so gebrechlich sind, dass sie einfach körperlich nicht kräftig genug sind, um ihren Arm in der erforderlichen Position halten zu können. Geistig Schwerbehinderte, Babys, Kleinkinder (und Tiere) verstehen nicht, was von ihnen verlangt wird. Dennoch gibt es eine Möglichkeit, auch diesen Menschen zu helfen: den Surrogattest. Als Surrogat (Stellvertreter/in) kann grundsätzlich jede Person eingesetzt werden, in der Regel bietet es sich jedoch an, mit einem nahen Verwandten zu arbeiten. Die Person, die als Surrogat dient, und der Klient müssen einander berühren. So ist es möglich, das Energiesystem des Klienten dadurch auszugleichen, dass die Surrogatperson getestet wird. Der Tester muss Klarheit darüber haben, dass er das Energiesystem des Klienten testet, auch wenn er dazu den Muskel einer anderen Person testet. Diese Vorgehensweise funktioniert hervorragend.

Surrogattest
Stuart Miller praktiziert HK in Devon (England) und setzte den Surrogattest bei einem zweijährigen Kind ein, das mit hochroten Wangen und schuppiger Haut zu ihm gebracht worden war. Das kleine Mädchen kratzte sich ständig, was das Problem noch verschlimmerte. Außerdem litt es an einem fleckigen Hautausschlag am Körper. Stuart arbeitete mit der Mutter als Surrogatperson – sie saßen alle gemeinsam auf dem Fußboden. Während das Kind spielte, testete er über die Mutter. Unter anderem stellte Stuart eine Allergie auf Sellerie fest und korrigierte sie; nach Aussage der Mutter benutzte sie sehr viel Sellerie zum Kochen. Nach etwa einem Monat sah Stuart das Kind wieder: Die Farbe der Wangen hatte sich normalisiert, der Ausschlag am Körper machte ihr jedoch nach wie vor zu schaffen. Wieder testete Stuart das Kind über die Mutter und nahm verschiedene Korrekturen vor. Einige Zeit später erhielt Stuart einen Brief, in dem ihm die Mutter mitteilte, dass der Ausschlag nach dieser Sitzung ebenfalls verschwunden und seither nicht wieder aufgetreten war.
Selbsttest
In manchen Fällen setzt der Kinesiologieanwender sich selbst als Surrogat ein und testet einen seiner Muskeln, in der Regel einen Fingermuskel, an Stelle des Klienten. Dieses Verfahren kann weitaus schneller sein, als einen Muskel des Klienten zu testen, und bietet sich vor allem auch dann an, wenn der Klient, aus welchem Grund auch immer, nicht direkt getestet werden kann und kein Surrogat zur Verfügung steht.

Eine Hand beim Selbsttest
„Der kleine Tom war wie verwandelt.“
Tom wurde mir im Alter von zwei Jahren wegen eines Ekzems vorgestellt, unter dem er seit dem zweiten Lebensmonat litt. Er war allergisch gegen Weizen, Eier, Soja und Milch. Er lebte nach einer stark einschränkenden Diät und musste sehr viele verschiedene Medikamente einnehmen. Ich arbeitete mit der Mutter als Surrogat. Tom spielte die ganze Zeit, schien aber damit einverstanden zu sein, dass ich an ihm arbeitete, Punkte hielt oder „Kosmische Batterien“ auf seinen Körper legte. Sein Zustand verbesserte sich unmittelbar, zunächst vollzog sich die Verbesserung jedoch in unberechenbaren Sprüngen. Das erste Thema, an dem wir arbeiteten, war „Mein Ekzem“. Dazu waren eine SET-Korrektur sowie Arbeit am geopathischen Stress in seiner Wohnung notwendig. Als Nächstes arbeiteten wir an einem weiteren Thema, nämlich: „Ein Reizzeichen ausscheiden“; hierzu gehörte psychologische Arbeit zum Thema „gereizt sein“. Zwei weitere Themen waren: „Angst, niemals im Leben Frieden zu finden“ und „Meine Fähigkeit zur Selbstheilung stärken“. Zwei Monate später ging es ihm deutlich besser. Als Nächstes führte ich eine SET-Korrektur für eine Mehlmischung ohne Weizen und spezielle Nahrungsergänzungen durch, die er einnahm. Seine Genesung setzte sich fort. Seine Haut hörte auf zu schuppen, er war weniger gereizt, seine Stimmungslage besserte sich, er litt jedoch noch immer unter Schlaflosigkeit. Mit einer Sitzung speziell zum Thema Schlaf konnten wir auch hier Verbesserungen erzielen. In den folgenden Sitzungen arbeitete ich unmittelbar an den Lebensmitteln, gegen die er allergisch war. Ich führte Allergiekorrekturen für Soja und Milch durch, anschließend Toleranzkorrekturen für Weizen, Soja, Milch und Eier. Sechs Monate später berichtete mir seine Mutter, dass er ein völlig anderes Kind geworden sei: Er hatte sich in einen normalen, glücklichen dreijährigen Jungen verwandelt.
Tessa Gaynn, HK-Anwenderin
Eingangsbalance
Das feinstoffliche Energiesystem muss sich im Gleichgewicht befinden, nur dann ist gewährleistet, dass wir auf die verbale Fragestellung – ein Grundprinzip der HK – exakte Antworten bekommen. Zu Beginn einer Sitzung ist das Energiesystem der meisten Klienten nicht im Gleichgewicht. Unterschiedlichste Stressoren lassen das Energiesystem aus dem Gleichgewicht geraten und bei manchen Menschen bleibt dieser Zustand bestehen. Glücklicherweise ist es in der Regel relativ einfach, das Energiesystem für den Zeitraum einer Sitzung wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die meisten Menschen empfinden dies als sehr entspannend, manche verspüren dabei körperliche Reaktionen wie etwa ein Kribbeln oder ein Gefühl von Wärme. Das ganze Verfahren nimmt in der Regel weniger als zehn Minuten in Anspruch.

Muskeltest mit dem Brachioradialis – im Sitzen oder Liegen möglich

Muskeltest mit dem vorderen Deltamuskel – der Klient liegt, die Testerin sitzt

Testen der Reflexpunkte rund um den Nabel

Punkte halten – das Energiesystem balancieren
Der Kinesiologieanwender testet in der Regel entweder einen Schultermuskel (den vorderen Deltamuskel) oder einen Muskel im Unterarm (den Brachioradialis). Es können fast alle Muskeln des menschlichen Körpers getestet werden, diese beiden Muskeln bieten sich jedoch an, weil sie leicht und angenehm zu testen sind. Zunächst wird sanfter Druck auf den Muskel ausgeübt und damit getestet, ob der Muskel eingeschaltet ist. Dann wird der Muskel in seiner Längsrichtung leicht zusammengedrückt und anschließend wieder getestet. Funktioniert der Muskel korrekt, so wird er nun abschalten oder zumindest leicht nachgeben. Mit diesem Test wird eine physiologische Reaktion des Muskels überprüft: Das Zusammendrücken des Muskels ruft eine automatische Reaktion hervor – der Muskel entspannt sich, um Verletzung zu vermeiden. Die meisten Klienten sind überrascht, dass der Zustand eines Muskels durch eine so einfache Methode verändert werden kann.
Testet zunächst keiner dieser Muskeln stark, so werden andere Muskeln getestet, bis ein Muskel gefunden ist, der zunächst stark testet und nach dem Zusammendrücken abschaltet. Diesen bezeichnet man dann als Indikatormuskel. Mit seiner Hilfe wird festgestellt, ob sich das Energiesystem im Gleichgewicht befindet und – falls dies nicht der Fall ist – welche Verfahren zur Anwendung kommen müssen, um dieses Gleichgewicht wiederherzustellen. Dies lässt sich dadurch feststellen, dass der Tester einen oder mehrere Testpunkte auf dem Körper sanft berührt und den Indikatormuskel erneut testet. Gibt der Muskel dabei auch nur minimal nach, so ist dies ein Hinweis darauf, dass sich das Energiesystem nicht im Gleichgewicht befindet.
Anschließend stellt der Kinesiologieanwender dieses energetische Gleichgewicht wieder her, indem er bestimmte Punkte am Körper hält. Diese Eingangsbalance ist außerordentlich wichtig, denn es ist in der Regel nicht möglich, auf die Fragen, die im Verlauf der Sitzung an das Energiesystem gerichtet werden müssen, verlässliche Antworten zu erhalten, wenn sich das Energiesystem nicht im Gleichgewicht befindet.
Anschließend wird mit den drei folgenden einfachen Tests bestätigt, dass das energetische Gleichgewicht hergestellt ist:
●Verbale Bestätigung – „Ja“/„Nein“
●Bestätigung durch Test nach Zusammendrücken des Muskels
●Bestätigung mit Hilfe eines Magneten
Mit diesen drei verschiedenen Tests werden unterschiedliche Aspekte des energetischen Gleichgewichts überprüft. Wird das energetische Gleichgewicht durch einen dieser drei Tests nicht bestätigt, so werden die Akupunkturpunkte nochmals gehalten und die drei Tests anschließend wiederholt.
Verbaler Test
Bei diesem Test sagt der Klient „Ja“, während sanfter Testdruck auf den Arm ausgeübt wird und gleichzeitig eine Hand über den Nabel gehalten wird. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Klient oder der Tester seine Hand über den Nabel hält. Die Hand über dem Nabel verschafft dem Anwender Zugang zu Informationen aus dem gesamten Energiesystem, nicht nur über den mit dem Testmuskel in Verbindung stehenden Meridian.
Befindet sich die Testperson energetisch im Gleichgewicht, so wird der Arm stark oder eingeschaltet testen, woraufhin der Anwender den Klienten bitten wird „Nein“ zu sagen und den Arm erneut testet. Befindet sich das Energiesystem des Klienten im Gleichgewicht, so sollte der Arm nun abschalten oder zumindest leicht nachgeben.
Test mit Zusammendrücken des Muskels
In diesem Fall drückt der Anwender den Muskelbauch eines Muskels leicht zusammen. (Dafür sollte ein anderer Muskel als der Indikatormuskel gewählt werden.) Für diesen Test bietet sich der Quadrizeps an, ein großer Muskel auf der Vorderseite des Oberschenkels. Der Anwender drückt den Muskelbauch zusammen und testet unmittelbar danach den Armmuskel, während wiederum eine Hand über den Nabel gehalten wird. Befindet sich der Klient energetisch im Gleichgewicht, so wird der Muskel abschalten. Auf den ersten Blick erscheint diese Reaktion überraschend: Ein Muskel wird zusammengedrückt, ein anderer schaltet ab. Der Grund hierfür ist, dass der Beinmuskel aufgrund des Zusammendrückens registriert, dass er sich zu stark in Kontraktion befindet; um Überlastung und Verletzung zu vermeiden, entspannt sich der Muskel automatisch. Die über dem Nabel platzierte Hand ermöglicht es dem Körper, diese Reaktion am Indikatormuskel stattfinden zu lassen.
Magnettest
Für diesen Test benutzt der Anwender einen kleinen Magneten, der mit dem Südpol auf den Körper des Klienten, meist auf den Oberschenkel, gelegt wird. Daraufhin testet der Anwender den Indikatormuskel, während gleichzeitig eine Hand über den Nabel gehalten wird. Befindet sich das Energiesystem des Klienten im Gleichgewicht, so wird der Indikatormuskel stark testen. Legt man den Magneten mit der anderen Seite, also mit dem Nordpol, auf den Körper, so sollte der Muskel schwach testen. Auch in diesem Fall ermöglicht es die Hand über dem Nabel, dass die Reaktion des einen Muskels in der Reaktion eines anderen Muskels abgebildet wird. (Die beschriebene Polung des Magneten entspricht dem europäischen Standard.)

Magnet auf dem Oberschenkel einer Klientin
Thymusklopfen
In manchen Fällen entscheidet sich der Anwender für das Thymusklopfen als eine schnelle Methode zum Ausgleichen des Energiesystems. Dabei wird die Brust des Klienten entweder vom Anwender oder vom Klienten für etwa dreißig Sekunden entgegen dem Uhrzeigersinn sanft geklopft. Dieses balancierende Klopfen funktioniert jedoch nicht bei allen Klienten. Die drei Bestätigungstests müssen daher in jedem Fall durchgeführt werden. Thymusklopfen kann auch zwischen den einzelnen Schritten einer Balance eingesetzt werden; dies hilft dem Klienten, sein energetisches Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.
Mit dem Körper sprechen
Befindet sich das Energiesystem des Klienten im Gleichgewicht, so zeigt sich ein „Nein“ auf genau die gleiche Weise wie eine Störung des Energiesystems, nämlich durch Abschalten des Testmuskels. Stellt also der Anwender eine Frage, auf die die Antwort des Körpers „Nein“ lautet, so wird der Muskel schwach testen. So ist es dem Anwender möglich, ein „Zwiegespräch“ mit dem Körper (oder dem Energiesystem) des Klienten zu halten.
Energieerlaubnis
Ist das energetische Gleichgewicht etabliert, so stellt der Anwender die erste Frage; das ist in der Regel die Frage nach der „Energieerlaubnis“ zum Arbeiten. Der bewusste Verstand des Klienten hat zwar bereits zugestimmt, es können jedoch durchaus Gründe vorliegen, die gegen eine Energiearbeit sprechen und deren sich der Klient nicht bewusst ist.
Dieses Vorgehen ist eine äußerst wichtige Komponente in der Arbeit eines HK-Anwenders und diese wird nur dann fortgesetzt, wenn die Erlaubnis erteilt wurde. Oberstes Gebot für die Arbeit mit der Health Kinesiology ist der Respekt vor dem Klienten: Der Klient hat seine bewusste Zustimmung zu dieser Arbeit dadurch gegeben, dass er einen Termin für eine HK-Sitzung vereinbart hat; der HK-Anwender will jedoch auch die energetische Erlaubnis zur gemeinsamen Arbeit einholen.
Erhält der HK-Anwender die Energieerlaubnis nicht, so besteht in manchen Fällen die Möglichkeit, über den Muskeltest den genauen Grund für die Verweigerung zu erfahren und festzustellen, wann die Arbeit fortgesetzt werden darf. Der häufigste Grund dafür, dass die Erlaubnis nicht erteilt wird, ist der, dass der Klient kurz zuvor eine andere Behandlung oder Anwendung erhalten hat. Vielleicht hat er kurz vorher ein homöopathisches Medikament eingenommen oder eine Shiatsu-Massage erhalten; in manchen, seltenen Fällen kann es auch einfach nicht angemessen sein, noch mehr Veränderungen vorzunehmen, selbst wenn diese grundsätzlich positiv wären.
Um die Energieerlaubnis zu erhalten, stellt der Anwender folgende Frage:
●Haben wir die Erlaubnis, jetzt zusammen zu arbeiten?
Die Antwort lautet in der Regel „Ja“. In diesem Fall fragt der Anwender weiter:
●Gibt es einen Grund, warum wir nicht zusammen arbeiten sollten?
Die Antwort auf diese Frage lautet in der Regel „Nein“. Lautet die Antwort auf diese Frage jedoch „Ja“, so bedeutet dies, dass einige kleinere Veränderungen vorgenommen werden sollen, bevor die Sitzung fortgesetzt werden kann. Diese Veränderungen lassen sich mit Hilfe des Muskeltests genau feststellen. Häufig muss der Klient noch ein Glas Wasser trinken, er muss noch bequemer liegen oder es sind noch weitere Erklärungen über die genaue Vorgehensweise erforderlich.
Einmal suchte mich ein neuer Klient auf, von dem ich zunächst keine Energieerlaubnis zur Zusammenarbeit erhielt, bis wir uns darauf einigten, dass bestimmte Themen ausgeklammert bleiben würden. Der Klient gab dazu keine Erklärung. Einige Tage danach hatte die Schwester dieses Klienten einen Termin bei mir und erzählte mir, dass ihr Bruder ihr von dem Vorfall erzählt habe. Seine Frau hatte ihr anvertraut, dass er vor dem Termin eine Liste mit den Themen zusammengestellt hatte, über die er auf keinen Fall mit mir sprechen wollte.
In manchen Fällen liegt der Grund für die Verweigerung der Zustimmung aber auch beim Anwender und nicht beim Klienten. So erhielt ich zum Beispiel in einem Fall als Antwort auf die zweite Frage ein „Ja“ und fand durch den Muskeltest heraus, dass ich etwas tun sollte. Vor dem Termin mit diesem Klienten hatte ich mir eine Suppe gekocht (mein Arbeitsplatz ist ein Teil meines Wohnhauses). Zu Beginn der Sitzung ging mir die Überlegung durch den Kopf, ob ich wohl den Herd ausgeschaltet hatte. Ich sollte in die Küche gehen und den Herd überprüfen. Ich wäre wohl auch nicht in der Lage gewesen, optimal zu arbeiten, wenn ich mir dabei ständig überlegt hätte, ob vielleicht mein Haus abbrennen würde!
In der Regel erteilt das Energiesystem des Klienten jedoch die Erlaubnis zur Arbeit. Wurde diese Energieerlaubnis erst einmal erteilt, so macht man davon während der gesamten Sitzung Gebrauch, denn es werden verbale Fragen an das Energiesystem gestellt, auf den Testarm wird sanfter Druck ausgeübt und seine Reaktionen werden in „Ja“ und „Nein“ übersetzt.
Wie HK-Anwender entscheiden, was zu tun ist
Ein grundlegender Unterschied zwischen der Health Kinesiology und vielen anderen (auch kinesiologischen) Verfahren ist der, dass für die einzelnen Probleme keine Vorgehensweisen festgelegt sind. So kann sich zum Beispiel herausstellen, dass ein Klient mit chronischem Müdigkeitssyndrom in erster Linie daran arbeiten muss, dass sein Organismus mit dem Elektrosmog besser zurechtkommt, während bei einem anderen Klienten mit dem gleichen Problem der Schwerpunkt auf Allergien und psychischen Problemen liegen kann; bei einem Dritten kann eine effektive Entgiftung für Viren und Schwermetalle angezeigt sein und in wieder anderen Fällen wird vielleicht eine Kombination aus all diesen Verfahren benötigt. Häufig zeigt der Körper dem Anwender durch die Wahl, die er trifft, sehr deutlich, wo für ihn die Ursache des Problems liegt. In manchen Fällen scheint diese Wahl jedoch keinen Sinn zu machen. An diesem Punkt müssen Anwender und Klient darauf vertrauen, dass der menschliche Körper aufgrund seiner inneren Weisheit weiß, was für ihn richtig ist. Selbst zwei Mitglieder aus derselben Familie, die die gleichen Symptome zeigen, können gänzlich unterschiedliche Verfahren benötigen. Dies ist ein Aspekt, der die Health Kinesiology zu einer so spannenden und einfühlsamen Methode macht: Sie achtet die Einzigartigkeit des einzelnen Menschen und behandelt ihn entsprechend.
Das Health-Kinesiology-Menü
Wie bereits erwähnt, wird in der HK die Vorgehensweise nicht von den Symptomen bestimmt; dennoch muss der Anwender die Vorgehensweise festlegen. In diesem Zusammenhang müssen zwei wichtige Entscheidungen getroffen werden:
●Wo soll der Schwerpunkt der Arbeit liegen?
●Welche Techniken und Verfahrensweisen sollen zur Anwendung kommen?
In der Arbeit mit der HK wird grundsätzlich die Möglichkeit berücksichtigt, dass der bewusste Verstand des Klienten keine Klarheit darüber hat, was vorrangig bearbeitet werden muss; die HK verfügt daher über Balancen, mit deren Hilfe sich diese Frage hinsichtlich der Priorität klären lässt.
Eine junge Frau konsultierte Rob Adams, HK-Anwender in Chester. Sie litt unter dem chronischen Müdigkeitssyndrom; in der ersten Sitzung erteilte der Körper jedoch nicht die Erlaubnis, an diesem Thema zu arbeiten; daraufhin fragte Rob, ob ein anderes Problem Vorrang habe. Die junge Frau antwortete, dass sie am darauf folgenden Dienstag einen Zahnarzttermin haben werde. Ihr Körper wollte zuerst daran arbeiten, also ging Rob darauf ein. Bei ihrem Zahnarzttermin war der Zahnarzt beeindruckt von der Gelassenheit seiner Patientin.
Einem HK-Anwender stehen viele verschiedene Techniken und Verfahren zur Verfügung; mit Hilfe des Muskeltests ist es ihm zum einen möglich genau herauszufinden, wo der Schwerpunkt der Arbeit liegen soll, und zum anderen, welche Techniken und Verfahren zur Anwendung kommen sollen. Mittlerweile hat sich ein sehr breites Spektrum an Techniken entwickelt. Diese Grundbausteine lassen sich zu vielen verschiedenen Kombinationen zusammensetzen und eröffnen so eine unbegrenzte Zahl von Möglichkeiten; damit ist eine individuelle Vorgehensweise gewährleistet. In der HK wird nicht versucht, ein Kamel durch ein Nadelöhr zu pressen; die Vorgehensweise wird so lange verändert und angepasst, bis sie den Bedürfnissen des Klienten zu hundert Prozent entspricht.
Dieses breite Spektrum an Möglichkeiten wird als Health-Kinesiology-Menü bezeichnet; das bedeutet nichts anderes, als dass dem körpereigenen Energiesystem eine Vielzahl von Möglichkeiten angeboten wird, aus denen für jeden Menschen die passenden individuell zusammengestellt werden.
Einbeziehung anderer therapeutischer Verfahren
Viele HK-Anwender haben noch weitere Ausbildungen, wie etwa Reflexzonentherapie oder Reiki oder die Bowen-Methode. Diese werden selbstverständlich in die Optionen, die dem Energiesystem zur Auswahl stehen, mit einbezogen. Zeigt der Muskeltest ein solches Verfahren an, so wird es in die Sitzung eingebaut.
Mannigfaltige Möglichkeiten
Unsere Klienten sind häufig überrascht von der Verschiedenartigkeit dessen, was während einer typischen HK-Sitzung geschieht: Eben erhielten sie vielleicht die Anweisung, an etwas Bestimmtes zu denken, im nächsten Moment sollen sie die Hände in einer ganz bestimmten Position auf den Körper legen. Bei einer anderen Gelegenheit werden vielleicht kleine Glasröhrchen, Kristalle oder Magnete auf den Körper aufgelegt. Während eines Großteils der Sitzung hält der Anwender bestimmte Punkte oder legt verschiedenfarbige Glasröhrchen auf den Körper. Einmal vertraute mir ein Klient an, dass ihn die Sitzung so sehr fasziniert habe, dass er versucht gewesen sei wiederzukommen, selbst wenn es ihm nicht besser gegangen wäre. Jede einzelne Technik und jedes Verfahren wird über den Muskeltest genau festgelegt. Anschließend überprüft der Anwender ebenfalls mit dem Muskeltest, ob alles korrekt ausgeführt wurde.
Woher Anwender wissen, wann ein Verfahren abgeschlossen ist
Oft sind Klienten davon beeindruckt, dass der Anwender für jede Technik eine ganz bestimmte Zeit aufwendet; eine der häufigsten Fragen ist daher:„Woher wissen Sie, wann es Zeit ist weiterzumachen?“ Die meisten Anwender erkennen an einem ganz persönlichen Signal, dass etwas zum Abschluss gebracht wurde. Ein sehr häufiges Signal ist Gähnen, andere Signale sind zum Beispiel Veränderungen in der Häufigkeit des Lidschlages oder Veränderungen der Zwerchfellspannung. Manche Anwender wiederum fühlen an den Stellen, an denen sie die Klienten berühren, ein sanftes Pulsieren. Hat der Anwender Grund zu der Annahme, dass ein Verfahren abgeschlossen ist, so wird dies mit dem Muskeltest überprüft. In manchen Fällen seufzt der Klient tief auf oder er öffnet die Augen (wenn diese zuvor geschlossen waren); auch dies sind Hinweise darauf, dass ein Verfahren vollständig ist. In manchen Fällen wird vielleicht dem Klienten plötzlich bewusst, dass die Angelegenheit abgeschlossen ist, und er sagt: „Ich denke, es ist jetzt in Ordnung.“
„Keine Nadeln und keine widerlichen Mixturen …“
An meinem linken Handgelenk hatte sich ein Überbein gebildet. Es war sehr schmerzhaft und ich entschloss mich, zum Arzt zu gehen. Der Arzt erklärte mir, was ein Überbein ist und dass es mit der Zeit von selbst wieder verschwinden werde. Es verschwand aber nicht. Nach einigen Monaten ging ich daher wieder zum Arzt. Dieses Mal wurde ich zu einem Orthopäden überwiesen, der das Überbein operativ entfernen sollte. Da ich eine Operation ablehnte, schaute ich mich nach Alternativen um.
Vor meiner ersten Sitzung wusste ich wirklich nicht, was mich erwartete. Ich hatte eine vage Vorstellung von Nadeln, die irgendwo in meinen Körper gestochen würden, und von übel schmeckenden Mixturen. Nichts davon entsprach der Realität. Sandra brachte lediglich meinen Körper mit Hilfe eines Magneten wieder ins Gleichgewicht und benutzte dann meinen Arm, um meinem Körper Fragen zu stellen. Keine Nadeln und keine widerlichen Mixturen! Ich musste zwei oder drei Teströhren auf meinen Nabel halten und dann meinen Finger auf die Mitte meines Überbeins legen. Nach einigen Minuten fühlte ich eine Art Kribbeln in meinem Überbein, das von der Energie herrührte, die in die Stelle hineinströmte.
Am Ende der Sitzung wies Sandra mich an, während der Nacht ein Gizmo zu tragen. (Siehe Fachwörterverzeichnis) Am nächsten Morgen betrachtete ich mein Überbein: Es war weniger schmerzhaft und war an den Rändern weich geworden. Während der nächsten Tage wurde es deutlich kleiner, nach etwa einem Monat war es vollständig verschwunden. Es ist nicht wieder aufgetreten und die Stelle ist nicht mehr empfindlich.
Jamie Mallinson (13 Jahre, Klient von HK-Anwenderin Sandra Shackleton)
Was Sie als Klient/in bei einer HK-Sitzung erleben können
Eine HK-Sitzung ist in der Regel eine sehr sanfte Arbeit und es geschieht häufig, dass Klienten dabei einschlafen. Manche Menschen müssen auch weinen oder erleben, dass sie Emotionen loslassen können. Andere reagieren während der Sitzung mit körperlichen Symptomen wie etwa Zittern, Muskelkrämpfe, Hitzewallungen, Kribbeln, Schwere, Gähnen oder seltsame Geräusche im Magen-Darm-Trakt. Dies scheint zwar grundsätzlich kein Indikator für die Effizienz der Arbeit zu sein, für den Klienten ist es jedoch eine Art Feedback des Körpers, dass etwas in Bewegung gekommen ist.
Häufig sind Klienten von den Dingen, die sich in einer Sitzung melden, sehr überrascht; sie sagen dann zum Beispiel: „Manchmal habe ich genau an der Stelle Schmerzen, auf die Sie den Magneten gelegt haben, ich habe das nur nicht erwähnt, weil ich es nicht für wichtig gehalten habe.“ Oft sind Klienten auch sehr erstaunt darüber, dass sich über den Muskeltest Informationen mitteilen, von denen die Klienten wissen, dass sie korrekt sind, von denen sie dem Anwender aber nichts erzählt haben.
Vor einigen Jahren gab ich ein Interview für einen Radiosender. Der Fragesteller teilte mir mit, dass er selbst allergische Probleme habe und dass er das Interview gerne so aufbauen würde, dass er über mein Vorgehen bei diesem Problem berichte. Ich brachte zunächst sein Energiesystem ins Gleichgewicht, begann mit dem Testen und fand heraus, dass sein Energiesystem als Erstes eine Entgiftung von Tranquilizern wünschte. Ich fragte ihn, ob er Beruhigungsmittel einnehme. Daraufhin stellte er sofort sein Tonbandgerät ab und erzählte mir, dass er einige Jahre zuvor in einer psychiatrischen Klinik stationär behandelt worden sei und dass sein derzeitiger Arbeitgeber darüber nicht informiert sei. Er war sehr erstaunt über meine Entdeckung und sehr erleichtert darüber, dass das Interview nicht live gesendet wurde.
Christine Fowler, HK-Anwenderin im Nordwesten Englands, testete bei einer Klientin einige Informationen zur Ernährung. Mit Hilfe des Muskeltests fand sie heraus, dass sie während der Mittagspause nicht arbeiten, sondern sich an einen stillen Ort zurückziehen und in aller Ruhe ihr Mittagessen verzehren solle. Die Klientin war sehr überrascht, denn sie hatte mit Christine nicht darüber gesprochen, dass sie ihr Mittagessen normalerweise am Arbeitsplatz („zwischen Tür und Angel“) einnahm.
Hausaufgaben
Ist die Arbeit einer Sitzung beendet, so überprüft der Anwender mit dem Muskeltest, ob noch irgendetwas getan werden muss. Dazu gehört auch die Frage, ob der Klient selbst etwas für sich tun sollte. Eine solche Hausaufgabe kann zum Beispiel darin bestehen, dass ein bestimmtes Trainingsprogramm absolviert werden soll oder dass bezüglich der Schlaf- und der Ruhephasen oder bezüglich der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ein bestimmter Tagesplan eingehalten werden soll. Vielleicht muss der Klient ein homöopathisches Mittel oder eine Blütenessenz einnehmen.
Der Abschluss der Sitzung
Bevor der Anwender die Arbeit mit dem Klienten abschließt, stellt er noch einige spezifische Fragen; die beiden wichtigsten sind:
●Haben wir die energetische Erlaubnis, die Arbeit an dieser Stelle zu beenden?
●Gibt es einen Grund, hier noch nicht abzuschließen?
Diese Fragen sind von grundlegender Bedeutung, denn sie tragen dazu bei, die in der Sitzung erarbeiteten Ergebnisse zu sichern und zu verankern. Wurde etwas Entscheidendes vergessen, so wird das Energiesystem die Erlaubnis zum Abschließen der Sitzung verweigern.
Am Ende der Sitzung erfragt der Anwender mit Hilfe des Muskeltests: „Soll die Arbeit fortgesetzt werden?“ In manchen Fällen ist es nicht nötig, diese Frage so zu stellen, denn häufig wird bereits während der Sitzung klar, dass ein Arbeitsprogramm erstellt werden muss, das mehr als eine Sitzung umfassen wird.
Besteht die Notwendigkeit die Arbeit fortzusetzen, so möchte der Anwender natürlich in Erfahrung bringen, wann die nächste Sitzung stattfinden sollte. Auch zur Klärung dieser Frage kann er den Muskeltest zu Hilfe nehmen. Dieser Teil der Sitzung versetzt vor allem neue Klienten immer wieder in Erstaunen. Es ist jedoch durchaus nachvollziehbar, dass hinsichtlich des nächsten Termins Beschränkungen bestehen könnten. Häufig benötigt der Körper Zeit, die in einer Sitzung erreichten Veränderungen zu verarbeiten: Auf einer bestimmten energetischen Ebene vollziehen sich die Veränderungen zwar unmittelbar, diese müssen dann jedoch auch vom physischen Körper verarbeitet und integriert werden und es könnte auch sein, dass vor der nächsten Sitzung noch bestimmte emotionale und/oder psychische Veränderungen stattfinden müssen.
Eine andere Frage, die zum Ende einer Sitzung häufig gestellt wird, ist: „Gibt es irgendetwas, was wir für die nächste Sitzung wissen müssen?“ Dies ist eine sehr nützliche Frage, da es häufig angezeigt ist, dass der Klient zur nächsten Sitzung ganz bestimmte Dinge mitbringt, die etwa zum Austesten einer Allergie benötigt werden.
Wann Sie als Klient/in mit positiven Wirkungen rechnen können
Viele Anwender erfragen mit dem Muskeltest auch, mit welchen positiven Veränderungen der Klient bis zur nächsten Sitzung rechnen kann. Häufig können diese nicht explizit ermittelt werden, da die Arbeit fortgesetzt werden muss und der Veränderungsprozess sich über einen längeren Zeitraum hinweg entwickelt. Vielleicht wurde in der ersten Sitzung eine bestimmte Vorarbeit geleistet, so dass der Klient noch keine positiven Veränderungen wahrnehmen kann. In manchen Fällen wird der Klient im Laufe der nachfolgenden Wochen und Monate schrittweise Veränderungen bemerken. Oft scheint aber zunächst überhaupt nichts zu passieren, bis dann plötzlich, von einem Tag auf den anderen, schlagartig eine deutliche Veränderung feststellbar ist.
Viele Klienten erleben allerdings unmittelbare, dramatische Verbesserungen als Folge der Sitzung. Ein Beispiel:
Eine meiner Klientinnen erhob sich von der Behandlungsliege und sagte: „Ich habe überhaupt nichts gespürt.“ Ich erklärte ihr, dass viele Menschen nicht sofort etwas spüren, dass dies jedoch nicht bedeute, dass sich nichts verändere. Sie sagte: „Nein, so habe ich das nicht gemeint. Ich wollte damit sagen, dass ich keinerlei Schmerzen verspürte, als ich von der Liege aufstand.“ Die Klientin hatte sieben Jahre zuvor eine künstliche Hüfte erhalten; während unseres Vorgesprächs hatte sie mir berichtet, dass sie damit lediglich einen Schmerz (nämlich den ihrer geschädigten Hüfte) gegen einen anderen (den ihr die künstliche Hüfte bereitete) eingetauscht habe. Sie war daher äußerst überrascht und begeistert, dass sie in der Lage war, ohne Schmerzen von der Liege aufzustehen.
Welcher Art die positiven Veränderungen sein können
Health-Kinesiology-Anwender können nicht die Zukunft vorhersagen, mit Hilfe des Muskeltests lässt sich jedoch das Ergebnis der Sitzung in etwa abschätzen. Die Fähigkeit etwas vorherzusagen setzt voraus, dass man in die Zukunft sehen kann, der HK-Anwender setzt jedoch lediglich den Muskeltest ein um zu projizieren, was geschehen wird, wenn alles erwartungsgemäß verläuft.
Der Anwender kann daher Fragen wie die folgenden stellen:
●Wird der Klient als Ergebnis dieser Sitzung Verbesserungen der vorhandenen Symptome erleben?
●Wird der Klient als Ergebnis dieser Sitzung mentale Verbesserungen erfahren (zum Beispiel erhöhte Konzentrationsfähigkeit oder besseres Gedächtnis)?
●Wird der Klient als Ergebnis dieser Sitzung über mehr Energie verfügen?
●Wird der Klient als Ergebnis dieser Sitzung zuversichtlicher sein?
Diese Fragen erlauben es dem Anwender einzuschätzen, wann es dem Klienten wieder gut gehen wird und welcher Art die Verbesserungen sein werden. Dieses Projizieren von Ergebnissen setzt sehr viel Erfahrung voraus und lässt außer Acht, dass bestimmte nicht vorhersehbare Veränderungen eintreten können.
So wichen bei einer meiner Klientinnen die tatsächlichen Ergebnisse bei zwei Gelegenheiten von meiner Projektion ab. Sie war professionelle Bergsteigerin und war wegen einer Rückenverletzung zu mir gekommen. Die Verletzung hatte sie sich ein Jahr zuvor bei einem Sturz zugezogen und sie war seither nicht mehr imstande gewesen zu klettern. Sie hatte bereits viele unterschiedliche Therapieformen ohne Erfolg ausprobiert. Einige hatten das Problem sogar noch verschlimmert. Am Ende der ersten Sitzung erfuhr ich durch den Muskeltest, dass sie bis zur nächsten Sitzung noch keine Verbesserung erzielen werde, und informierte sie darüber. Bei ihrem nächsten Termin berichtete sie zu meinem größten Erstaunen, dass es ihrem Rücken sehr viel besser gehe. Während der Analyse in der ersten Sitzung hatte ich festgestellt, dass sie allergisch auf das Verhütungsmittel war, das sie einnahm. Ihr Körper gab sich alle Mühe, die Reaktion auf dieses Medikament so gering wie möglich ausfallen zu lassen, so dass ihr diese Unverträglichkeit nicht bewusst war. Aufgrund dieser Anstrengung standen dem Körper nur begrenzte Ressourcen zur Heilung des Rückens zur Verfügung. Über den Muskeltest hatte ich herausgefunden, dass wir mehrere Sitzungen lang nicht imstande sein würden, etwas gegen diese Unverträglichkeit zu unternehmen. Ich informierte sie darüber und sie entgegnete, dass sie diese Pille weiter nehmen müsse, da alle anderen Methoden für sie nicht akzeptabel seien und sie auf keinen Fall schwanger werden wolle. Dennoch hatte sie nach der Sitzung beschlossen die Pille abzusetzen; daraufhin konnte ihr Körper sofort mit dem Heilungsprozess für den Rücken beginnen. Die Einschätzung, dass keine Verbesserung erzielt werden würde, war unter der Voraussetzung getroffen worden, dass sie die Pille weiter einnehmen würde.
Am Ende der zweiten Sitzung erhielt ich wiederum über den Muskeltest die Information, dass sich der Zustand ihres Rückens weiter verbessern werde. Als sie zur dritten Sitzung kam, berichtete sie jedoch, dass die Schmerzen wieder schlimmer geworden seien. Ich fragte sie, ob sie wieder begonnen habe die Pille einzunehmen; sie verneinte dies jedoch. Ich fragte mich, ob ich vielleicht einen Fehler gemacht hatte. Nach der Hälfte der Sitzung erzählte sie mir dann, dass es ihr nach der letzten Sitzung so gut gegangen sei, dass sie wieder zu klettern begonnen habe und wieder gestürzt sei …
Heilung als Prozess
Es kann vorkommen, dass sich der Klient bereits während der Sitzung oder in den darauf folgenden Tagen schlechter fühlt. Dies ist bei vielen Therapieformen so und wird in der Regel als Heilungskrise bezeichnet; Jimmy Scott bevorzugt jedoch die Bezeichnung Heilungsprozess. Nach seiner Auffassung impliziert das Wort Krise etwas Negatives, während jedoch tatsächlich etwas sehr Positives vor sich geht. Ich stelle gerne den Vergleich mit dem Frühjahrsputz an, denn im Lauf des Heilungsprozesses muss das Energiesystem in der Regel eine Menge Schmutz beseitigen. Dies kann dazu führen, dass sich bereits bestehende Symptome noch verschlimmern, dass Grippe- oder Erkältungssymptome, Kopfschmerzen, ungewöhnliche Darmbewegungen und übel riechender Schweiß auftreten.
Maggie Dewis, HK-Anwenderin in Colchester, arbeitete mit einem dreijährigen Jungen. Seine Mutter war selbst erst 15 Jahre alt und lebte bei einer Pflegefamilie. Sie weigerte sich bis kurz vor der Geburt, ihre Schwangerschaft zur Kenntnis zu nehmen. Das Kind kam vier Wochen zu früh zur Welt. Die Mutter gab es sofort zur Adoption frei und der Junge war drei Monate alt, als eine Familie für ihn gefunden war. In der Folgezeit begann seine neue Familie sich wegen seiner Entwicklung Sorgen zu machen und er wurde einer Reihe von Fachleuten vorgestellt: einem Spezialisten für Sprachentwicklung, einem Psychologen und einem Kinderarzt. Man befürchtete, das Kind könne unter einer Aufmerksamkeitsstörung oder sogar unter einer Persönlichkeitsstörung leiden. Am Ende der ersten Sitzung bereitete Maggie die Eltern darauf vor, dass innerhalb der nächsten sieben Tage eine Reaktion auf die Sitzung zu erwarten sei. Später berichtete die Mutter: „Die Reaktion war sehr tief greifend: … (Er) war ein ganzes Wochenende lang unmöglich, schwierig und unglücklich. Wir konnten überhaupt nichts mit ihm anfangen!“ Nach diesem Wochenende beruhigte er sich und die Eltern und Betreuer stellten eine allgemeine Verbesserung fest. Zwei Monate später sah Maggie den Jungen wieder. Seine Mutter berichtete, dass er seit der ersten Sitzung wahre Entwicklungsschübe oder Entwicklungssprünge gemachte habe. Er zeigte mehr Selbstvertrauen, ging mehr aus sich heraus, fand Gefallen am Umgang mit anderen Menschen und kommunizierte so, wie es seinem Alter entsprach.
Im Verlauf des Heilungsprozesses kann es also vorkommen, dass es dem Klienten nach einer Sitzung schlechter zu gehen scheint, für den Anwender ist es daher äußerst wichtig, dass er in der Lage ist, zwischen einem gesunden Heilungsprozess und einem Verfahren, das keine Wirkung zeigt, zu unterscheiden. Dies ist in der Regel nicht besonders schwierig. Handelt es sich nämlich um einen Heilungsprozess, so wird der Klient auf die Nachfrage des Anwenders in der Lage sein, gewisse Unterschiede zwischen der Situation vor und nach der Sitzung zu beschreiben. So könnte der Klient zum Beispiel berichten, dass er normalerweise immer auch seinen Geruchsinn verliere, wenn sich seine Nebenhöhlen bei einer Erkältung entzündeten; dass es sich dieses Mal jedoch anders verhalte, oder: dass er sich im Grunde trotz starker Schmerzen sehr wohl und voller Energie fühle. Ein weiterer Hinweis ist, dass ein Heilungsprozess meist nicht länger als fünf Tage dauert. Verschlimmern sich die Symptome über diesen Zeitraum hinaus weiter, wird der Anwender den Klienten erneut zu sehen wünschen, um mit Hilfe des Muskeltests den Grund dafür herauszufinden.
„Das Ekzem war verschwunden.“

Martine Fontaine
Mathieu, ein elfjähriger Junge, war mit einem Ekzem am ganzen Körper zur Welt gekommen. Heute sind nur noch Spuren davon in den Kniekehlen und den Armbeugen zu erkennen. Durch das ständige Kratzen sieht seine Haut aus wie ein mit Maulwurfhügeln übersätes Feld.
In der ersten Sitzung erhielten wir nur die Erlaubnis für eine Gruppe von KGEI-Korrekturen (siehe Kapitel 6). Ich sah die Skepsis in den Augen der Mutter, sie sagte jedoch kein Wort. Als die beiden zur zweiten Sitzung kamen, war sie sehr zufrieden, denn alles war verschwunden. Auch in dieser Sitzung erhielten wir nur die Erlaubnis für eine Korrektur, weil Mathieu anschließend in die Ferien nach Italien fuhr.
Nach diesem Urlaub führten wir eine SET-Korrektur durch (siehe Kapitel 9). Daraufhin flammte das Ekzem wieder auf, schlimmer als zuvor. Ich versicherte der Mutter und ließ dies auch durch den Muskeltest bestätigen, dass dies nur etwa drei Wochen anhalten und dann wieder verschwinden werde. Genau dies trat auch ein!
Martine Fontaine, HK-Anwenderin aus Belgien
Die Dauer einer Sitzung
In der Regel nimmt eine Sitzung 60 bis 90 Minuten in Anspruch, in Ausnahmefällen erhält man durch den Muskeltest jedoch die Anweisung, dass die Sitzung länger oder kürzer sein solle.
Ein Klient suchte mich wegen eines starken Schwindelgefühls auf. Er benötigte mehrere Sitzungen (über mehrere Monate). Jede Sitzung dauerte etwa zehn Minuten. Dieser sehr stark untergliederte Behandlungsplan, den wir mit Hilfe des Muskeltests erstellt hatten, wurde uns durch das Energiesystem des Klienten vorgeschrieben, denn es verlangte kleine Veränderungen und vor jeder Veränderung jeweils genügend Zeit zur Integration und Verarbeitung. Der Klient war zum Glück sehr geduldig und hielt die erforderliche Anzahl von Terminen gewissenhaft ein; sein Schwindelgefühl verschwand vollständig.
Wie viele Sitzungen sind nötig?
Potenzielle Klienten wollen häufig wissen, wie viele Sitzungen zur Lösung ihres Problems benötigt werden. Darauf gibt es verständlicherweise keine allgemein gültige Antwort, denn dies hängt von der jeweiligen Persönlichkeit ab.
Die Anzahl der zur Lösung eines Problems notwendigen Sitzungen lässt sich auch nicht daraus ableiten, wie schwer wiegend dieses Problem ist oder wie lange es schon besteht. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich von Fällen berichten, in denen Klienten mit einem sehr kleinen Ekzem fünf oder sechs Sitzungen benötigten, um eine Verbesserung zu erreichen; andererseits habe ich aber auch Fälle erlebt, die wie ein Wunder erschienen, weil innerhalb von einer oder zwei Sitzungen bei ernsten und seit langem bestehenden Problemen unglaubliche Ergebnisse erzielt werden konnten. HK-Anwender lassen sich ausschließlich vom Muskeltest leiten und stellen damit sicher, dass das für den jeweiligen Klienten angemessene Tempo eingehalten wird.
Klienten, die noch keine Erfahrung mit der Health Kinesiology haben, sind häufig erstaunt darüber, wie wenig sich in einer Sitzung zu ereignen scheint, und äußern dies in Bemerkungen wie: „Das kann doch nicht so einfach sein!“, oder: „Ist das alles?“ Heilung ist aber im Grunde häufig sehr einfach, vorausgesetzt wir tun das Richtige. Wir erzielen immer wieder unglaubliche Erfolge, selbst bei Menschen, die bereits seit sehr langer Zeit unter einem Problem leiden. Jede erforderliche Maßnahme wird für den jeweiligen Menschen nach seinem tiefen inneren Wissen darum, wie Gesundheit und Harmonie hergestellt werden können, sozusagen „maßgeschneidert“.
„Ich freue mich auf weitere positive Veränderungen.“
Ich habe mich schon immer für alternative Therapieformen interessiert, die HK lernte ich jedoch erst durch den Hinweis eines Kollegen kennen. Er gab mir eine Informationsbroschüre, und nachdem ich diese gelesen hatte, dachte ich, dass diese Methode mir vielleicht helfen werde; also vereinbarte ich einen Termin für eine Sitzung.

Janice Lake
Ich hatte gerade meine Stelle gewechselt: Ich hatte einen Arbeitsplatz, an dem ich mich sehr wohl gefühlt hatte, gegen einen anderen eingetauscht, der näher bei meinem Zuhause lag, sodass ich mehr Zeit mit meiner Familie verbringen konnte. Die Situation erwies sich für mich jedoch als äußerst stressbelastet und ich war schließlich sehr niedergeschlagen. Man erwartete von mir, dass ich praktisch ohne Einarbeitung ein sehr betriebsames Büro leiten, die Mitarbeiter koordinieren und Versorgungssysteme für die Abteilung aufbauen sollte. Darüber hinaus ließ man mich spüren, dass ich in meiner neuen Position nicht willkommen war. Natürlich hatte ich mehr Zeit für meine Familie, ich war jedoch gestresst, müde und niedergeschlagen, sodass es sicher keine Freude war, mit mir zusammen zu sein.
Vor meiner ersten Sitzung wusste ich wirklich nicht, was mich erwartete. Sue (meine HK-Anwenderin) stellte mir verschiedene allgemeine Fragen. Ich leide unter Asthma und nehme daher regelmäßig Medikamente ein. Wir sprachen auch über das, was ich mir von der Sitzung erwartete. Ich wollte in erster Linie an meinem Stress, meiner fehlenden Zuversicht, meiner Müdigkeit und meinen Kopfschmerzen arbeiten. Ich empfand die Sitzung als außerordentlich entspannend und es kamen viele Themen auf, die für mich wichtig waren – Sue hatte darüber keinesfalls vorher etwas wissen können.
Immer wenn ich versuche, meinen Freunden zu beschreiben, was in einer solchen Sitzung geschieht, empfinde ich dies als äußerst schwierig; nur so viel: Man muss offen sein und einfach entspannen. Für mich war es auf jeden Fall sehr entspannend.
Am darauf folgenden Wochenende fühlte ich mich sehr gut. Als ich zum Wochenbeginn meine Arbeit wieder aufnahm, überwältigte mich jedoch der Stress aufs Neue. Nach drei Sitzungen mit Sue traf ich die Entscheidung, dass diese Stelle für mich nicht die richtige sei und dass ich kündigen würde. Daraufhin ging es mir sofort besser, obwohl meine Zukunft unsicher war. Nie zuvor hatte ich mich in einer solchen Situation befunden, ich hatte eine Stelle immer nur gekündigt, um zu einer anderen zu wechseln. Ich bemühte mich intensiv um eine neue Stelle und fand sie innerhalb von nur zwei Wochen.
Eine weitere positive Wirkung, die sich für mich aus meiner Arbeit mit der HK ergeben hat, betrifft meine Tierallergie. Meine Schwester hat einen Hund und aufgrund meiner Allergie kann ich mich höchstens eine halbe Stunde bei ihr aufhalten, dann beginne ich zu niesen und zu schniefen. Bei meinem letzten Besuch hielt ich mich drei Stunden lang mit dem Hund im selben Zimmer auf, ohne eine allergische Reaktion zu erleben. Außerdem konnte ich mich ohne Probleme um die Hasen meiner Schwester kümmern, als diese krank war. Ich freue mich auf weitere Sitzungen und weitere positive Veränderungen.
Janice Lake, Klientin von HK-Anwenderin Sue Morgan
Kapitel 4
Mögliche Vorgehensweisen der HK-Energiearbeit
In der Health Kinesiology sind keine spezifischen Techniken oder Verfahren für bestimmte Symptome oder Probleme vorgegeben. Jeder Mensch wird als einmaliges Individuum behandelt, dessen Energiesystem zu verstehen gibt, welche Verfahren benötigt werden und wie sie ausgeführt werden sollen.
Hat der Anwender die Fallgeschichte des Klienten aufgenommen und sichergestellt, dass sich das Energiesystem im Gleichgewicht befindet (siehe Seite 32 ff.), so muss er als Nächstes die genaue Vorgehensweise und den Gegenstand oder das Thema der Sitzung festlegen. Die Stärke der HK besteht darin, dass der Anwender sich nicht überlegen oder intuitiv erkennen muss, wo das Problem liegt, denn er findet die Bereiche, die balanciert werden müssen, über den Muskeltest heraus.
Die HK unterscheidet üblicherweise fünf Möglichkeiten oder Ansätze, wie eine Sitzung organisiert oder aufgebaut werden kann, und das Energiesystem wird einer dieser Möglichkeiten den Vorzug geben:
–Es wird an einem vom Klienten benannten Thema gearbeitet (siehe Seite 53).
–Die Arbeit orientiert sich an einem durch Muskeltesten ermittelten, übergeordneten Thema (siehe S. 56).
–Die Arbeit richtet sich an der allgemeinen Körperpriorität aus (siehe Seite 63).
–Es wird nach der Meridian-Analyse gearbeitet (siehe Seite 63).
–Es wird nach der Meta-Analyse gearbeitet (siehe Seite 66).
Der HK-Anwender stellt in jedem einzelnen Fall mit Hilfe des Muskeltests fest, welche die angemessene Vorgehensweise ist; dabei bietet er dem Körper über verbale Fragestellung und Muskeltesten die oben genannten fünf Möglichkeiten an und überlässt dem Energiesystem die Wahl, etwa:
●Sollen wir an einem vom Klienten benannten Thema arbeiten?
Erhält der Anwender auf diese Frage einen abgeschalteten Muskel (also ein „Nein“), so wird er weitere Optionen abfragen, nämlich:
●Müssen wir das Thema über den Muskeltest identifizieren?
Testet der Muskel bei der Frage nach dem themenbezogenen Arbeiten (also Arbeit an einem vom Klienten benannten Thema) stark, so fragt der Anwender genauer nach jedem vom Klienten benannten Problem:
●Wir arbeiten also an Valeries Ekzem?
Dieser Prozess der Fragestellung wird so lange fortgesetzt, bis das genaue Thema herausgearbeitet ist. Dies lässt sich sehr gut mit dem Bild von einer Bibliothek illustrieren: Wir Menschen verfügen über eine ganze Bibliothek voller Bücher darüber, wie wir zu dem werden können, was unsere eigentliche Bestimmung ist. Die Health Kinesiology ist der Code, der uns Zugang zu dieser Bibliothek verschaffen kann.
Bearbeiten eines vom Klienten benannten Themas
In der Regel kommen die Klienten mit ganz bestimmten Anliegen oder Problemen in eine Sitzung. Unter der Voraussetzung, dass das Energiesystem des Klienten die Erlaubnis erteilt, versucht der Anwender diese Probleme anzugehen. In der Regel ist das Energiesystem zur Zusammenarbeit bereit; ist das Ungleichgewicht im Körper so gravierend, dass es sich in sichtbaren körperlichen Symptomen manifestiert oder von unserer bewussten Wahrnehmung erkannt worden ist, so ist es in der Regel wichtig genug, um mit absoluter Priorität behandelt zu werden.
Soll in der Sitzung ein vom Klienten benanntes Thema bearbeitet werden, so trifft dieser die Wahl – oder um bei dem Vergleich mit der Bibliothek zu bleiben: Er wählt das Buch aus –, das heißt, der Klient gibt dem Therapeuten vor, was er erreichen will, etwa: „Ich möchte daran arbeiten, dass meine Zehennägel nicht mehr einwachsen.“ In diesem Fall geht der Anwender über den Muskeltest in die „Bibliothek“ und sucht das „Buch“ heraus, das die Lösung des Problems enthält. Der Therapeut öffnet dann dieses Buch und liest die darin enthaltenen Informationen, nämlich die Anweisungen, wie ein Einwachsen der Zehennägel künftig vermieden werden kann. Diese Anweisungen werden in Form von Techniken der Health Kinesiology, Ernährungsumstellungen oder anderen „Rezepten“ gegeben. In manchen Fällen muss über den Muskeltest eine Feinabstimmung hinsichtlich des genauen Wortlauts des „Buchtitels“ vorgenommen werden.
Dieser Ansatz funktioniert in den meisten Fällen gut, vor allem bei neuen Klienten, die von der Leistungsfähigkeit der HK noch überzeugt werden müssen; diese Überzeugungsarbeit lässt sich hervorragend leisten, indem es gelingt etwas in Ordnung zu bringen, was den Klienten belastet oder woran ihm gelegen ist. Für den Klienten ist damit der Beweis erbracht, dass „dieses seltsame Zeug“ funktioniert. Auch Klienten, die zum wiederholten Mal eine Sitzung vereinbaren, wollen ganz bestimmte Themen oder Probleme bearbeiten, was in der Regel auch möglich ist, immer vorausgesetzt, der Körper erteilt die energetische Erlaubnis.
In diesen Fällen bezieht sich der „Buchtitel“ offenkundig und unmittelbar auf ein Symptom oder eine vom Klienten benannte Krankheit. Der Klient beschreibt das Problem, der genaue Wortlaut des „Titels“ wird dann mit Hilfe des Muskeltests festgelegt. Will der Klient in der Sitzung zum Beispiel an seinem Asthma arbeiten, so könnte der entsprechende Titel lauten: „Mein Asthma heilen“, oder: „Mein Asthma ist eine echte Plage.“
In manchen Fällen ist das Energiesystem nicht bereit, an dem vom Klienten benannten Thema zu arbeiten. Dafür kann es verschiedene Gründe geben:
1. Das Energiesystem möchte an einem anderen Thema arbeiten.
Amanda Pollard arbeitete mit Tracey Watts; das Energiesystem machte deutlich, dass an dem Thema „Schwitzen“ gearbeitet werden sollte. Amanda fragte Tracey, ob dieses Thema eine besondere Bedeutung für sie habe, denn bei der Vorbesprechung der Sitzung war von Schwitzen nicht die Rede gewesen. Daraufhin erhielt Amanda die Information, dass Tracey tatsächlich nicht richtig schwitzen konnte: Bei der Arbeit fühlte sich ihre Haut eher feuchtkalt an und selbst wenn sie kurz vor dem Überkochen war, produzierte sie keinen Schweiß, sodass sie immer den Ventilator einschalten musste. Bereits einen Monat nach der Sitzung berichtete sie, dass sie vermehrt schwitzte und dadurch viel mehr Energie hatte.
Einmal suchte mich eine Klientin auf, die ernsthafte gesundheitliche Probleme hatte: Sie musste bestimmte Medikamente einnehmen, die als Nebenwirkung bei ihr starke Hitzewallungen hervorriefen. Sie suchte Hilfe für dieses Problem. Ich bat ihr Energiesystem um die Erlaubnis, an diesem Thema zu arbeiten; diese wurde mir verweigert. Ihr Energiesystem bestand darauf, zuerst an ihrer realen und berechtigten Angst vor dem Sterben zu arbeiten. Ich besprach diese Information mit ihr und sie stimmte erleichtert zu, zuerst in diesem Bereich zu arbeiten.
2. Das Energiesystem möchte das benannte Symptom in einem größeren, nicht unmittelbar erkennbaren Zusammenhang bearbeiten.
Einmal suchte mich ein Bankmanager wegen seines Nägelkauens auf. Er erzählte mir, dass er schon sein ganzes Leben lang an den Nägeln kaute. Abgesehen davon, dass seine Nägel keinen schönen Anblick boten, war die Angewohnheit in seinem Beruf ausgesprochen peinlich. Wir testeten und das Thema, das anzeigte, war: sein Verhältnis zu Frauen. Der Klient teilte mir mit, dass er eigentlich keine Probleme mit Frauen habe, war jedoch damit einverstanden, die Arbeit fortzusetzen. Als er etwa zehn Tage später zu seiner zweiten Sitzung zu mir kam, sagte er: „Ich glaube zwar noch immer nicht, dass ich Probleme mit Frauen habe, aber ich habe aufgehört, an den Fingernägeln zu kauen.“
3. In manchen Fällen möchte das Energiesystem eine ganze Reihe auf den ersten Blick sehr unterschiedlicher Symptome sammeln und sie dann gemeinsam bearbeiten. Vom Standpunkt des Klienten und selbst von dem des Therapeuten aus betrachtet stellen sich die Symptome grundverschieden und ohne Zusammenhang dar, in diesem Fall weiß allein der Körper, wo die Verbindungen sind.
Eine Klientin kam wegen Nebenhöhlenproblemen und Kopfschmerzen zu mir. Durch Muskeltesten erhielt ich die Erlaubnis, an diesen Themen zu arbeiten; die Erlaubnis war jedoch an die Auflage gebunden, dass unsere Arbeit unter dem Obertitel „Sehnsüchte zum Ausdruck bringen“ stehen müsste. Durch diesen Hinweis stellte sich heraus, dass die Klientin nie über den Tod ihrer Mutter hinweggekommen war. Unsere Arbeit gestaltete sich deshalb so, dass die Klientin Unterstützung dabei erhielt, sowohl den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten als auch die physischen Probleme in den Griff zu bekommen. Nachdem wir dieses übergeordnete Thema gefunden hatten, wurde ihr klar, dass sich die Nebenhöhlenprobleme nach dem Tod der Mutter verschlimmert hatten.
4. Das Energiesystem entscheidet sich dafür, zunächst an einem scheinbar eher harmlosen Symptom zu arbeiten, das erst seit kurzem besteht, und die ernsteren, chronischen Probleme nicht sofort anzugehen. In diesen Fällen scheint der Körper von einer geradezu pragmatischen Einstellung geleitet zu werden. Die chronischen Probleme bestehen in der Regel bereits seit vielen Jahren, sodass es auf ein paar Wochen mehr oder weniger nicht ankommt; ein verhältnismäßig neues Symptom könnte sich jedoch im Laufe weniger Wochen drastisch verschlimmern, sodass es durchaus sinnvoll ist, sich damit zuerst zu beschäftigen.
5. Das Energiesystem verlangt mehr als das, wozu unser bewusster Verstand bereit ist. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, mit welchen unbedeutenden Verbesserungen sich die Menschen zufrieden geben; dies trifft ganz besonders auf ältere Menschen zu und ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass ein sich mit dem Alter verschlechternder Gesundheitszustand als unausweichlich hingenommen wird. Viele Klienten erwähnen bestimmte Symptome erst gar nicht, weil sie glauben, dass sich daran sowieso nichts mehr ändern lasse. Werden sie dennoch erwähnt, dann geschieht dies häufig mit einem Zusatz wie dem folgenden: „Was kann man in meinem Alter noch erwarten?“ Oder: „Das liegt bei uns in der Familie, das wird sich bestimmt noch verschlimmern.“ Mit HK können bei den unterschiedlichsten Krankheiten, einschließlich der „vererbten“ und solcher, die mit dem Alter in Zusammenhang gebracht werden, Verbesserungen erzielt werden. Die dem Körper angeborene, innere Weisheit erkennt dies und wird über den Muskeltest weitere Verbesserungen einfordern. Ältere Klienten, die ursprünglich vielleicht gekommen sind, weil sie Hilfe bei einer plötzlich aufgetretenen Allergie suchen, werden dann davon überrascht, dass der HK-Anwender auch an ihrer Arthritis arbeitet.
Darmowy fragment się skończył.