Czytaj książkę: «Aromamischungen für Mutter und Kind»
Ingeborg Stadelmann
Dieses Buch möchte ich all den Kindern widmen, die das Erdenlicht erblicken – in dem Wunsch, dass sie es lange genießen können.
Ingeborg Stadelmann
Aromamischungen
für Mutter und Kind
Natürliche Körperpflege während der Schwangerschaft, Geburt und im ersten Jahr


Wichtiger Hinweis
Dieses Handbuch dient der Aufklärung, Information und Selbsthilfe. Jede Leserin und jeder Leser ist aufgefordert, in eigener Verantwortung zu entscheiden, ob und inwieweit die Original-Stadelmann®-Aromamischungen und ätherische Öle eingesetzt werden können. Das Buch soll jedoch medizinischen Rat nicht ersetzen. Im Zweifelsfall oder bei bereits bestehender Erkrankung muss für eine korrekte Diagnose und entsprechende Behandlung stets eine Ärztin oder eine Hebamme zugezogen werden. Ätherische Öle sind hochwirksame Substanzen, die falsch eingesetzt oder zu hoch dosiert zu Nebenwirkungen führen können. Bei Unklarheiten zur Anwendung fragen Sie in Ihrer Apotheke noch einmal nach. Beachten Sie bitte unbedingt die Hinweise und lesen Sie das Buch aufmerksam.
5., überarbeitete und ergänzte Auflage 2020
ISBN 978-3-943793-93-2
© 2005, 2020 Stadelmann Verlag
Nesso 8, 87487 Wiggensbach
Fax: 08370–8896
www.stadelmann-verlag.de
E-Mail: bestellung@stadelmann-verlag.de
Gesamt-Illustration und Umschlag: Torill Glimsdal-Eberspacher, Betzigau
Umschlaggestaltung: Kösel Media GmbH, Krugzell
Lektorat: Marina Burwitz, München
Satz: Kösel Media GmbH, Krugzell
Druck und Bindearbeiten: Kösel, Krugzell
Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf deshalb der vorherigen schriftlichen Einwilligung der Autorin.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Wissenswertes zur Aromatherapie und Aromapflege
Was sind ätherische Öle?
Das kleine ABC der Pflanzenöle und Hydrolate
Schwangerschaft
Angst
Appetitlosigkeit
Bauchnabelempfindlichkeit
Blähungen
Blutdruck, hoher
Blutdruck, niedriger
Blutungen
Brustpflege
Brustspannen
Brustwarzen, empfindliche
Brustwarzenpflege (Flach-, Hohl- und Schlupfwarzen)
Erkältung
Fieber
Hämorrhoiden
Harnwegsbeschwerden
Hautpflege
Intimpflege
Juckreiz
Kindsbewegungen, schmerzhafte
Kopfschmerzen
Krampfadern
Kreuzbeinschmerzen/Ischias
Mutterbandschmerzen
Ödeme
Schlaflosigkeit
Schwangerschaftsstreifen
Schwangerschaftsübelkeit
Senkungsbeschwerden
Senkwehen
Steißlage
Vaginalsoor
Verstopfung
Wadenkrämpfe
Zahnfleischbluten
Geburtsvorbereitung und Geburt
Dammvorbereitung
Geburtsvorbereitung
Wehentätigkeit, frühzeitige/Frühgeburtsbestrebungen
Wehenförderung (bei Überschreitung des Geburtstermins)
Geburtsbegleitung
Glücklose Geburt
Kreislaufanregung nach der Geburt
Wochenbett und Stillzeit
Anspannung/Ängstlichkeit
Blähungen bei Frischentbundenen
Blutdruck, hoher
Blutdruck, niedriger
Brustentwöhnung/Abstillen
Brustentzündung
Brustpflege in der Stillzeit
Brustpflege nach dem Abstillen
Brustwarzenprobleme (Wundheit/Schrunden)
Dammnaht/Wundpflege
Erkältung
Erschöpfungszustände im Spätwochenbett
Fieber
Haarausfall
Hämorrhoiden
Harnwegsbeschwerden
Hauterkrankungen/Juckreiz
Intimhygiene im Wochenbett
Krampfadernentzündung/Venenentzündung
Milchbildung fördern
Milchbildung reduzieren
Milcheinschuss, schmerzhafter
Milchstau
Nachwehen, kräftige
Narbenpflege
Rückbildung fördern
Stimmungstief/Wochenbettblues
Der Säugling
Blähungen/Dreimonatskoliken
Brustschwellung
Einschlafstörungen/Unruhe
Erkältung
Hautpflege
Milchschorf
Mundsoor
Nabelpflege/Nabelinfektion
Neugeborenenakne
Neugeborenengelbsucht
Schmierauge
Verstopfung
Windelsoor
Wundsein
Zahnungsprobleme
Danksagung
Literatur
Nützliche Adressen
Bezugsquellen
Bildnachweis
Register
Vorwort
Dieses Handbuch erscheint nun in der 5., überarbeiteten und ergänzten Auflage. Zu diesem Ratgeber ermutigt, ja aufgefordert, wurde ich von Hebammen-Kolleginnen, Apotheken und insbesondere von Ihnen, den unzähligen Anwenderinnen der Original-Stadelmann®-Aromamischungen, die sich ein handliches und praktisches Nachschlagewerk gewünscht haben.
Inhalt des Buches ist der vielseitige und vor allem korrekte Einsatz der Aromamischungen während Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit sowie im ersten Lebensjahr. Der Lebensabschnitt des Elternwerdens und -seins gab auch den Anstoß für die ersten Duftmischungen, die während meiner langjährigen Tätigkeit als Hebamme entstanden. Als Mutter dreier Kinder und Großmutter von sieben Enkelkindern war und ist es mir jedoch stets ein Bedürfnis, die Aromatherapie auch im Hausgebrauch einzusetzen. So werden etwa Erkältungskrankheiten in meiner Familie seit vielen Jahren schon nach ganzheitlichen Gesichtspunkten mit Kräutertees, Homöopathie und Aromawickeln erfolgreich begleitet. In der sensiblen Lebensphase von der Schwangerschaft bis zur Stillzeit sollte es allerdings selbstverständlich sein, dass Sie die aromatherapeutischen Anwendungen mit Ihrer betreuenden Hebamme absprechen, wenn Sie sie nicht ohnehin direkt von ihr empfohlen bekommen. Sie können sich auch in vielen Apotheken dazu beraten lassen.
Mit den Aromamischungen ist eine natürliche Hautpflege frei von Konservierungsmitteln und künstlichen Stabilisatoren möglich, die wesentlich zur Gesunderhaltung beitragen kann. Der Wohlgeruch von Pflanzenwirkstoffen, ob in der Duftlampe, im elektrischen Beduftungsgerät, als Raumspray oder bei der Körperpflege, ist in meinen Augen die beste präventive Maßnahme bei körperlichen wie seelischen Unregelmäßigkeiten. Dabei geht es bei der Anwendung der naturbelassenen Aromamischungen nicht darum, Krankheit zu verhindern oder zu unterdrücken. Nein, es geht darum, aus ganz banalen Beschwerden keine kritischen Krankheiten entstehen zu lassen und stattdessen das körpereigene Immunsystem so zu stärken, dass Sie bald wieder auf die Beine kommen. Gerne ermutige ich Frauen bei Beschwerden in der Zeit rund ums Mutterwerden zur Selbsthilfe und bestärke sie im achtsamen Umgang mit sich selbst. Dieses selbstbestimmte Handeln der werdenden Mutter kann prägend für das Kind und sein weiteres Leben sein, so wie auch die Geburt ein prägendes, aber ebenso leistbares Ereignis ist.
Bei den Original-Stadelmann®-Aromamischungen handelt es sich nicht um Arzneimittel im schulmedizinischen Sinn, sondern um Pflanzenwirkstoffe, wie sie traditionell von der erfahrenen Kräuterfrau angewendet werden und die Ihnen als sogenanntes Aromakosmetikprodukt zur Verfügung stehen. Das Wissen, das Ihnen dieses Handbuch darüber vermittelt, soll Sie auch dazu anregen, sich intensiver mit den ätherischen und fetten Pflanzenölen auseinanderzusetzen. Vor allem von den ätherischen Ölen ist in der Aromatherapie viel die Rede, sie entfalten bereits in geringen Mengen ihren Duft und ihre Wirkung. In einer Aromamischung reicht deshalb schon ein kleiner Anteil aus. Sollen ätherische Öle nicht nur über die Nase Gutes tun, sondern auch über die Haut, braucht es hochwertige Trägersubstanzen, die dann einen weitaus größeren Teil in den Mischungen ausmachen, seien es native Pflanzenöle oder entsprechende Fette wie Wollfett oder Sheabutter, wie sie in den Cremes und Salben enthalten sind. Aus diesem Grund finden Sie in diesem Buch bei den Angaben zu den Inhaltstoffen meiner Aromamischungen nicht nur kurze Informationen zu den jeweils enthaltenen ätherischen Einzelölen, sondern auch zu den wichtigen und prägenden Trägersubstanzen, und zwar in dieser Anordnung: Pflanzenöle, Fette und Butter, Hydrolate und zum Schluss die ätherischen Öle, jede Gruppe jeweils in alphabetischer Reihenfolge.
Mittlerweile beschäftigen sich auch die Pharmazie und die Medizin weltweit immer mehr mit der Erforschung der Pflanzenöle. Ein derzeit aktuelles Gebiet ist z. B. der Einsatz ätherischer Öle gegen multiresistente Keime sowie Viren aller Art. Interessierte finden zahlreiche Berichte dazu in der Fachzeitschrift F·O·R·U·M sowie auf www.forumessenzia.org, ebenso wie aktuelle Nachrichten aus der Wissenschaft und empirisches Erfahrungswissen.
All das zeigt uns, dass der Erfolg der Aromatherapie nicht mehr aufzuhalten ist. Mit ihm ist aber auch der Markt ständig gewachsen, auf dem Öle sehr unterschiedlicher Qualität angeboten werden. Apotheker Dietmar Wolz von der Bahnhof-Apotheke Kempten und ich haben uns den zunehmenden Herausforderungen gestellt, um den hohen Ansprüchen an diese Naturprodukte gerecht zu werden. Eine bewusste Auswahl beim Einkauf der Rohstoffe und moderne Laboranalytik unterstützen unsere langjährig geschulten Nasen, um Ihnen gebrauchsfertige Mischungen mit genuinen ätherischen Ölen und Trägersubstanzen, alles möglichst aus kontrolliert biologischem Anbau oder kontrollierter Wildsammlung, anbieten zu können. Bei hygienischem Umgang mit den Produkten und Beachtung der Haltbarkeit stehen Ihnen mit unseren Aromamischungen Öle von höchster Qualität zur Verfügung. Ohne die zahlreichen Rückmeldungen, die täglich bei mir eingehen, wären die Aromamischungen längst nicht so erfolgreich geworden. Sie hätten aber auch nicht diese Verbreitung gefunden, würden Apotheker Wolz und sein Team nicht mit ihrer kontinuierlichen, vorausschauenden und gewissenhaften Fachkompetenz meine Ansprüche und Wünsche umsetzen.
Das hauseigene Qualitätssiegel
d. i.
= Stadelmann,
= Ingeborg, garantiert Ihnen, dass in einer Flasche auch wirklich »Stadelmann« drin ist. Den Schriftzug Original
Aromamischungen finden Sie ausschließlich auf den Aromaprodukten der Bahnhof-Apotheke Kempten, denn nur dort werden sie unter meiner Mitarbeit hergestellt. Erhältlich sind meine Mischungen aber nicht nur in der Bahnhof-Apotheke und zahlreichen anderen Apotheken in Deutschland, sondern auch in meinem Online-Shop für Naturtextilien, bei vielen Hebammen, in Geburtshäusern, Naturkostläden und im Versandhandel für Babybedarf. Und sie haben sich längst weit über Deutschland hinaus verbreitet.
Manchmal werde ich gefragt: »Weshalb nennen Sie keine Rezepturen, damit wir Mischungen selbst herstellen können?« Das Selbstmischen ist mittlerweile modern geworden, dennoch gibt es seit 1988 eine einfache Antwort darauf: Das ist nicht nachhaltig! Für den Familienbedarf müssten Sie als Grundstock mindestens 60 verschiedene ätherische Ölfläschchen à 5 ml zu Hause bevorraten. Wegen der begrenzten Haltbarkeit der Öle bedeutet das, Sie müssen innerhalb meist eines, spätestens aber nach zwei Jahren 300 ml ätherisches Öl aufbrauchen! Dies scheint mir weit über dem zu liegen, was eine vierköpfige Familie benötigt. Dasselbe gilt für die fetten Pflanzenöle. Wenn Sie dann noch die Leerflaschen und anderes Zubehör dazurechnen, so ist das alles andere als wirtschaftlich. Hinzu kommt, dass im Privatbereich weder konstante Lagertemperaturen herrschen noch Reinraumbedingungen zum Anmischen, sodass die selbst gemischten Körperöle und Cremes innerhalb von ca. vier Wochen aufgebraucht sein müssen, um einer Verkeimung entgegenzuwirken. Ein weiteres großes Problem ist die Oxidation, der Alterungsprozess der Öle. Diese ist zum einen zu Hause nicht kontrollierbar und führt, einmal eingetreten, zum anderen zu Hautproblemen – was dann dem Ruf der gesamten Aromatherapie mehr schadet als nutzt.
Bitte denken Sie daran, dass die Rohstoffe für die Aromatherapie zwar nachwachsen, aber wir eine große Verantwortung gegenüber diesen Schätzen der Natur haben und sie nicht achtlos vernichten sollten, nur weil zu viel eingekauft wurde. Wenn wir jeden Tropfen achtsam nutzen, steht uns ein wertvolles Produkt zur Verfügung, das vom Ursprung bis zur Anwendung die gesamte Wertschöpfungskette beachtet.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern Genuss und Freude im Familienalltag mit den naturreinen Aromamischungen, denn unsere Sinne und die Haut haben es verdient, von Beginn an ohne Zusatzstoffe verwöhnt und gepflegt zu werden.
Ingeborg Stadelmann
Wiggensbach, Winter 2020/2021
Wissenswertes zur Aromatherapie und Aromapflege
Die Aromatherapie konnte sich in den vergangenen Jahren immer mehr etablieren, davon zeugt unter anderem der große Erfolg der Original-Stadelmann®-Aromamischungen. Die duftenden Öle und Mischungen stärken nicht nur das Wohlbefinden und unterstützen damit den Organismus in seiner Selbstheilungskraft. Aufgrund der enormen Vielzahl an Wirkstoffen, die ätherische Öle enthalten, haben sie eine nachweisbare Wirkung, die es zu nutzen gilt.
Zur Anwendung kommt die Aromatherapie über die Duftlampe, Körper- oder Massageöle, Aromabäder sowie Wickel und Auflagen. Aber auch über Reflexzonen oder einfach als Duftparfüm können die Wirkstoffe von ätherischen Ölen aufgenommen werden. Wenn Sie Details über diesen faszinierenden Teilbereich der Naturheilkunde wissen wollen, insbesondere zu den einzelnen ätherischen Ölen, empfehle ich Ihnen mein Buch »Bewährte Aromamischungen. Mit ätherischen Ölen leben, gebären, sterben«.
Aus rechtlichen Gründen wird im professionellen Pflegebereich zwischen Aromatherapie und Aromapflege unterschieden. Da diese Zweiteilung in der Selbstpflege jedoch keine Rolle spielt und sich hier die Bezeichnung Aromatherapie für sämtliche Anwendungsformen und -möglichkeiten eingebürgert hat, wird auch im vorliegenden Buch der Einfachheit halber durchgängig das Wort Aromatherapie verwendet.
Was sind ätherische Öle?
Ätherische Öle sind die Duftstoffe einer Pflanze, die damit unter anderem Insekten zur Bestäubung anlockt oder Tiere davon abhält, sie zu fressen. Überdies können sich Pflanzen mit ihren Duftmolekülen vor extremer Hitze oder Kälte schützen. In einigen Fällen produzieren die Pflanzen sogar ätherische Öle mit antibiotischer Wirkung. Ebenso kommunizieren Pflanzen über ihre Duftstoffe miteinander. Ein und dieselbe Pflanze kann zu verschiedenen Tages- oder Jahreszeiten unterschiedlichste Duftstoffe produzieren und in unterschiedlicher Menge und Zusammensetzung in den verschiedenen Pflanzenteilen einlagern.
Gewinnungsverfahren
Es gibt mehrere Verfahren, den Pflanzen das ätherische Öl zu entziehen: Die am häufigsten angewendeten Methoden sind die Wasserdampfdestillation und die Kaltpressung von Fruchtschalen. Mit diesen Verfahren werden auch die ätherischen Öle für die Original-Stadelmann®-Aromamischungen gewonnen.
Die Destillation von Kräutern, Blüten, Gräsern, Wurzeln, Rinden und Hölzern mittels Wasserdampf ist nicht nur eine der ältesten, sondern zugleich eine sehr schonende und umweltgerechte Methode zur Gewinnung ätherischer Öle. Die Pflanzenteile werden in einem großen Behälter, dem Alambique, über oder in Wasser gegeben und erhitzt. Der aufsteigende Dampf löst die Duftmoleküle und transportiert sie über ein Rohrsystem in die sogenannte Florentinerflasche. Dort wird das Destillat, das nichts anderes ist als Kondensflüssigkeit, gesammelt, das ätherische Öl trennt sich nun vom Wasser. Meist ist das ätherische Öl leichter und schwimmt deshalb oben, manche Öle sind schwerer und setzen sich dann am Grund ab. Die gewonnenen Pflanzenkonzentrate werden abgezogen und zurückbleibt das Pflanzenwasser, das Hydrolat.
Hydrolate finden zunehmend mehr Beachtung in der Aromatherapie. Sie enthalten wasserlösliche und sehr wenige wasserdampfflüchtige Bestandteile. Jedoch kann nicht jedes Hydrolat verwendet werden, zum einen, weil der Geruch oft gänzlich anders ist als der des ätherischen Öls, und zum anderen, weil es unbedingt keimfrei sein muss. Dies ist nur dort zu gewährleisten, wo für die Destillation sauberes Quellwasser zur Verfügung steht. Ist dies nicht der Fall, ist das Hydrolat von Anfang nicht einwandfrei. Auch bei der weiteren Verarbeitung muss auf peinlichste Sauberkeit geachtet werden, denn bereits die geringste Verunreinigung bei der Herstellung oder beim Abfüllen kann zur Verkeimung führen. Bei den Stadelmann®-Aromamischungen wird der Herstellungsprozess deshalb sehr genau mit mikrobiologischen Untersuchungen überwacht und nur reinste Qualität unter sterilen Bedingungen verarbeitet. Hydrolate eignen sich nicht nur zur Feuchthaltung von gesunder Haut, sondern auch zur Pflege von Schleimhaut und kranker Haut.
Die Kaltpressung zählt zu den einfachen Gewinnungsverfahren. Dabei wird das ätherische Öl aus den Schalen von Zitrusfrüchten wie Zitrone, Orange, Bergamotte, Limette, Mandarine und Grapefruit gepresst. Bei dieser Methode ist es besonders wichtig, dass Früchte aus biologischem Anbau verwendet werden, um eine Belastung durch Spritz- oder Düngemittel auszuschließen. Im Gegensatz zur Wasserdampfdestillation können bei der Kaltpressung nämlich Schadstoffe mit ins Öl gelangen – ein Risiko, das bei den Stadelmann®-Aromamischungen allerdings weitestgehend ausgeschlossen ist, da die Öle für die Duftmischungen ausschließlich aus kontrolliert biologischem Anbau stammen.
Wirkungsweise
Ätherische Öle bzw. Aromamischungen wirken über unser Riechsystem und werden über die Haut oder Nasenschleimhaut aufgenommen.
Es ist bekannt, dass der Riechsinn im Mutterleib als Erstes entwickelt ist und der Embryo bereits einige Wochen nach der Zeugung im Mutterleib Geruch wahrnehmen kann. Der Riechsinn ist nach der Geburt bis etwa zur zwölften Lebenswoche sehr ausgeprägt, lässt bis zum dritten Lebensjahr nach, wird wieder stark aufgebaut, erlebt ein Hoch bis Mitte Dreißig und verringert sich dann bis zu unserem Lebensende um etwa 30 %.
Unser Riechsystem ist fähig, ein Duftmolekül binnen hundertstel Sekunden zu identifizieren, noch ehe wir wahrnehmen, dass uns ein Duft umgibt. Die etwa 30 Millionen Riechsinneszellen, die beidseitig in die Riechschleimhaut in unserer Nase eingebettet sind, leiten die Geruchsinformation unmittelbar an das limbische System in unserem Gehirn weiter. Dort wird ein komplexer Reiz-Reaktions-Mechanismus ausgelöst, über den die ätherischen Öle unseren Körper beeinflussen, Wohlbefinden erzeugen und damit Heilungsprozesse unterstützen können. Ihr Geruch löst die Produktion neurochemischer Stoffe aus, die Einfluss nehmen auf unsere Hormonproduktion, unsere Stimmung und unsere Emotionen. Die Duftmoleküle werden innerhalb von Minuten ins Blut transportiert, verstoffwechselt und binnen einiger Stunden wieder ausgeschieden. Aus diesem Grund ist es so wichtig, in der Aromatherapie nur mit naturreinen Substanzen zu arbeiten.
Ob ätherische Öle nun über die Inhalation oder die Haut in den menschlichen Körper gelangen, der Mechanismus der Identifikation erfolgt immer über den Geruchssinn. Allerdings kommt bei aromatherapeutischen Anwendungen über die Haut die lokale Wirkung einzelner Inhaltsstoffe besser zum Tragen, die direkt in dem betroffenen Körperbereich z. B. die Durchblutung fördern, den Schmerz lindern, desinfizieren, wärmen, kühlen oder entspannen können. Ein weiterer, nicht zu vernachlässigender Faktor ist die menschliche Zuwendung durch die Berührung der Haut, ob es nun der Körper eines anderen lieben Menschen ist, den Sie pflegen, oder Ihr eigener. Jede Berührung der Haut aktiviert unser zentrales Nervensystem und veranlasst dieses, Hormone oder Botenstoffe freizusetzen.
Sollen ätherische Öle als Körper- oder Massageöl verwendet werden, ist die Beigabe von fetten Pflanzenölen erforderlich. Die fettlöslichen ätherischen Öle können in der Vermischung mit fetten Ölen von der Haut gut aufgenommen werden und in deren tiefere Schichten dringen. Dort gelangen sie, von feinsten Blutkapillaren aufgenommen, in das Stoffwechselsystem. Der hohe Gehalt fetter Pflanzenöle an ungesättigten Fettsäuren fördert zudem die Elastizität der Haut, die Zellregeneration sowie die Schutzfunktion. Fette Öle sind nicht nur Radikalfänger, sondern wirken auch ausgleichend auf den Fett-Feuchtigkeits-Mantel der Haut. Sie sind den Hautfetten sehr ähnlich, werden gut absorbiert und dringen schnell und tief in die Haut ein. Deshalb sind sie als Trägersubstanz für ätherische Öle bestens geeignet. (Zur Hautpflege mit fetten Pflanzenölen siehe auch hier–hier).
Inhaltsstoffe
Bei ätherischen Ölen handelt es sich um Substanzen, deren Inhaltsstoffe je nach Anbauart und -gebiet klima-, ernte- und destillationsbedingten Schwankungen ausgesetzt sind. Sie sind Vielstoffgemische und selbst modernste Analyseverfahren reichen nicht aus, um sämtliche Inhaltsstoffe eines ätherischen Öls zu benennen. Des Weiteren kann die therapeutische Wirkung eines Öls nicht am Nachweis einiger weniger wichtiger Hauptinhaltsstoffe gemessen werden, wie dies meist in wissenschaftlichen Untersuchungen geschieht, sondern vielmehr muss das Gesamtspektrum und Zusammenspiel aller vorhandenen Wirksubstanzen berücksichtigt werden. Auch wenn eine biochemische Substanz nur in geringster Menge vorhanden ist, so ist sie dennoch ein Bestandteil der Pflanze und ihr synergistischer Effekt zusammen mit den anderen Hauptinhaltsstoffen ergibt erst die Ganzheit des Öls bzw. des Dufts. Entspricht ein Öl dieser unveränderten Reinheit, so bezeichnen wir es als genuin – im Gegensatz zu veränderten Ölen, denen Komponenten entzogen werden, um eine Standardisierung zu erreichen, oder gar künstlichen Ölen, die nie alle Inhaltsstoffe enthalten können.
Das Wirkungsspektrum der einzelnen Inhaltsstoffe von ätherischen Ölen kann sehr unterschiedlich sein und reicht von antiseptisch, nervenberuhigend, antiviral, blutdrucksenkend, belebend, stimmungshebend, pilztötend, krampflösend, schleimlösend, entzündungshemmend, antidepressiv, immunstabilisierend, harntreibend, schmerzstillend, hormonregulierend bis zu stark hautreizend, abortiv und neurotoxisch.
Als werdende Mutter sollten Sie wissen, dass ätherische Öle zellgängig sind, die Inhaltsstoffe also über die Plazenta oder Muttermilch zum Kind gelangen. Beruhigend dabei ist aber auch die Erkenntnis, dass weniger als 1 % der mütterlichen Dosis beim Kind ankommen, bei vielen wurden nur Spuren davon (< 0,4 ppm) gemessen. Somit sind Sie mit Fertigprodukten immer auf der sicheren Seite, denn die Kosmetikverordnung genehmigt nur sehr geringe Dosen ätherisches Öl bei Erzeugnissen für Schwangere und Kleinkinder. Dennoch aber zeigen auch diese Mengen Wirkung – wieder ein Beweis, dass es keiner hohen Dosierungen bedarf, geschweige denn einer puren Anwendung, wie mitunter in Unkenntnis empfohlen wird.
Qualität
Bei allen Rezepturen der Original-Stadelmann®-Aromamischungen werden ätherische und fette Pflanzenöle sowie Pflanzenfette höchster Reinheit verarbeitet. Da die fetten Pflanzenöle – gerne auch als Basisöl bezeichnet – den Hauptanteil bei allen Körperpflegeölen darstellen, ist es hier genauso wichtig, beste naturreine, d. h. von Rückständen unbelastete Öle zu verwenden. Es werden, soweit es der Rohstoffmarkt zulässt, möglichst fette Öle aus nativer Kaltpressung verarbeitet, also nicht raffinierte Öle, sondern nur gefilterte und gereinigte Öle direkt nach der ersten Pressung (lesen Sie mehr zur Qualität von fetten Pflanzenölen im »Ölbuch« von Sabine Pohl). Nur so bleiben die für unsere Haut und unser Immunsystem so wichtigen ungesättigten Fettsäuren und Fettbegleitstoffe im Öl.
Diese Inhaltsstoffe sind auch der Grund für die kurze Haltbarkeit der Aromamischungen (und Letztere wiederum ein Zeichen von reinster naturbelassener Qualität). Dasselbe gilt für die Butter und Fette in den Salben und Cremes der Aromamischungen: Auch diese sind weitestgehend unbehandelt und naturbelassen.
Es gehört zum Selbstverständnis der Stadelmann®-Aromamischungen, dass sämtliche Rohstoffe möglichst aus zertifizierter Wildsammlung oder aus kontrolliert biologischem Anbau stammen und die Grundlagen für Duschgels und Shampoos zudem biologisch abbaubar sind. Trotzdem werden Sie keine »bio«-Auszeichnung auf den Etiketten der Mischungen finden. Das hat einen einfachen Grund: Die Standards für »bio« gelten zum einen nur für die Lebensmittelbranche und zum anderen genügen sie unseren Ansprüchen nicht. Für Kosmetikprodukte sind vom Gesetzgeber (bisher) keine »bio«-Zertifizierungen vorgesehen. Des Weiteren ist es bislang nicht möglich, alle Ausgangssubstanzen auf dem Rohstoffmarkt aus zertifiziertem kontrolliert biologischem Anbau oder aus zertifizierter Wildsammlung zu beziehen. Für die Original-Stadelmann®-Aromamischungen haben wir deshalb unser eigenes Label eingeführt und bürgen damit für höchste naturreine Premium-Qualität.
Von Anbeginn, also seit 1988, war es Apotheker Dietmar Wolz und mir ein großes Bedürfnis, Pflanzenöle zur Verfügung zu stellen, die auch den Anforderungen sensibler Lebensphasen gerecht werden, wie Schwangerschaft, Still- und Kleinkindzeit es sind. Denn Pflanzen enthalten neben hervorragenden Wirkstoffen auch kritische Substanzen. Diese gilt es zu kennen und mittels moderner Analytik zu prüfen, sodass beim Einkauf die entsprechende Wahl getroffen werden kann.
So wird zum Beispiel für das beliebte Rosenöl in Mischungen für schwangere Frauen und Säuglinge das Öl der Rosa gallica oder, wenn lieferbar, das der Damaszenerrose aus Iran oder Afghanistan verwendet. Für das Lavendelöl in den Aromamischungen wird ausschließlich hochwertiger Berglavendel (Lavandula angustifolia) aus Wildsammlung oder Lavendel aus kontrolliert biologischem Anbau in höheren Berglagen verarbeitet, es wird auf keinen Fall das billige und campherhaltige Lavandinöl (Lavandula hybrida) eingesetzt. Das Fenchelöl stammt stets vom besser verträglichen süßen Fenchel, bei Rosmarin wird der ketonarme Chemotyp Cineol oder Verbenon eingemischt. Beim Thymianöl, das in Kindermischungen Verwendung findet, handelt es sich um das besonders hautverträgliche, sanftere Thymianöl vom Chemotyp Geraniol und Linalool. In Aromamischungen, die Salbeiöl enthalten, findet sich nur ein äußerst niederer Thujongehalt, und bei Ysop wird nur das unkritische Öl von Ysop decumbens eingekauft.
Aber auch andere Rohstoffe, wie z. B. Wollwachs, werden vor der Verarbeitung im Labor der Bahnhof-Apotheke getestet (mehr zur Qualitätsprüfung siehe unten). So können Sie sich darauf verlassen, dass in allen Salben oder Balsamen der Stadelmann®-Aromamischungen, die Wollwachs (Adeps lanane) enthalten, selbstverständlich nur pestizidfreie Ware verarbeitet wird, und der verwendete Beinwell frei ist von kritischen Pyrrolizidinalkaloiden.
Zu Ihrer Sicherheit werden die gesetzlichen Vorgaben zum Verbraucherschutz nicht nur durch regelmäßige Kontrollen überwacht, sondern die hauseigenen Qualitätsstandards der Bahnhof-Apotheke reichen weit über das Maß dieser Vorgaben hinaus, sie werden strikt eingehalten und dokumentiert (siehe unten, »Qualitätsprüfung«).
Dass die Stadelmann®-Aromamischungen sämtlichen gesetzlichen Qualitätsvorgaben entsprechen, erkennen Sie an den Etiketten: Alle ätherischen Öle und Ölmischungen sind nach den gesetzlich vorgeschriebenen Deklarationsanforderungen vollständig deklariert, d. h., Sie finden auf dem Etikett alle erforderlichen Informationen wie Inhaltsstoffe, natürlich enthaltene Einzelwirkstoffe, Verbraucher- und Anwendungshinweise sowie die Chargenbezeichnung, anhand derer der gesamte Herstellungsprozess zurückverfolgt werden kann.
Die für Kosmetika zugelassenen Rohstoffe unterliegen europaweit einheitlichen Bezeichnungen (INCI, International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) und sind auf Englisch bzw. gemäß den botanischen Bezeichnungen aufgeführt.
Qualitätsprüfung
Bei den Original-Stadelmann®-Aromamischungen handelt es sich um einwandfreie, naturbelassene Produkte, die möglichst aus kontrolliert biologischem Anbau stammen und frei von jeglichen Konservierungsmitteln sind.
Um eine gleichbleibend hochwertige Qualität dieser Duftmischungen zu garantieren, werden regelmäßig chemische Qualitätsanalysen durchgeführt, die gewährleisten, dass es sich um einwandfreie Ware handelt. Dazu gehört die mehrmalige gewissenhafte Prüfung aller Einzelsubstanzen bei der Auswahl, bei der Anlieferung und während der Lagerung. Diese Kontrolle erfolgt in den hauseigenen Laboratorien der Bahnhof-Apotheke Kempten, unter anderem durch die sogenannte Headspace-Kapillar-Gaschromatografie (einschließlich Massenspektrometer) und mikrobiologische Untersuchungen. Mittels der Gaschromatografie kann jeder einzelne Inhaltsstoff nachgewiesen werden, und sei er auch nur in geringsten Anteilen vorhanden.
Aufbewahrung und Haltbarkeit
Die Original-Stadelmann®-Aromamischungen werden frisch hergestellt und von Hand abgefüllt. Entsprechend dem Etikettenaufdruck sind sie ein bis zwei Jahre haltbar. Die wasserfreien Salben halten zwei bis drei Jahre. Im Grunde sind die Duftmischungen wie Lebensmittel aus dem Naturkostladen zu betrachten. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich an den angegebenen Haltbarkeitsdaten orientieren und sorgsam mit den Ölen umgehen. Nach Anbruch einer Flasche ist die Aromamischung alsbald aufzubrauchen, denn sobald der Sauerstoffanteil in der Flasche größer wird, kann es zu Veränderungen der Ölqualität kommen. Eine volle, unbenutzte Flasche kann auch noch kurze Zeit nach dem Ablaufdatum verwendet werden, der Inhalt muss dann jedoch umso rascher verbraucht werden. Sollte ein Körper- oder Massageöl auf der Haut ranzig riechen, dürfen Sie es nicht mehr verwenden! Riecht dagegen ein Öl, das bereits wiederholt geöffnet wurde, nur beim Schnuppern an der Flasche ranzig, genügt es, den Tropfeinsatz und den Flaschenhals mit Alkohol zu reinigen, da der Inhalt noch einwandfrei ist (was sich durch einen Riechtest mit einem Tropfen auf der Haut sicher bestätigt).
Bei Körper- und Massageölen ist die Verwendung eines Fettölsprühaufsatzes empfehlenswert. Dieser erleichtert die Handhabung und verringert die Gefahr der Verkeimung.
Auch durch Licht entstehen in den Ölen chemische Prozesse, die zu Qualitäts- und Wirkungsveränderungen führen können. Deshalb werden die Aromamischungen in dunklen Flaschen abgefüllt. Alle Produkte sollten außerdem bei Zimmertemperatur und lichtgeschützt aufbewahrt werden, also nicht im Kühlschrank oder im feuchtwarmen Bad. Die ätherischen Ölflaschen müssen nach jedem Gebrauch unbedingt sofort wieder verschlossen werden, damit ein Verdunsten des Öls vermieden wird.
Bedenken Sie auch, dass ätherische Öle nicht in Kinderhände gehören und außerhalb deren Reichweite aufbewahrt werden müssen!
Dosierung
Die Beschreibungen der Duftanwendungen in diesem Buch enthalten konkrete Angaben zur jeweiligen Dosierung, die auf jahrelanger Erfahrung beruhen. Selbstverständlich können und müssen diese manchmal individuell angepasst werden. Dabei helfen Ihnen meine nachfolgenden neun goldenen Grundregeln, vor allem, wenn Sie wissen möchten, ob Sie eher mehr oder weniger Öl nehmen oder eine Anwendung eher seltener oder öfter durchführen sollten.
Diese Grundregeln unterstützen Sie dabei, die Aromatherapie im ganzheitlichen Sinn anwenden zu können und das richtige Verhältnis zum ausgewählten Öl zu finden, egal, auf welche Weise dieses Öl nun eingesetzt wird.
Für die zu behandelnde Person gilt:
je jünger – desto sparsamer
je leichter – desto weniger
je sensibler – desto geringer
je älter – desto individueller
Für die Befindlichkeit gilt:
je größer die Schmerzen – desto mehr Öl
je chronischer die Beschwerden – desto länger die Behandlung
Für die Menge eines ätherischen Öls gilt:
je frischer die Note – desto mehr
je schwerer das Öl – desto weniger
je großflächiger die Anwendung – desto sparsamer
Bitte bedenken Sie bei jeder Anwendung: Weniger ist mehr!
Behandelt wird, solange und sooft ein Duft der Nase gefällt und der Körper einverstanden ist. Bei Nichtgefallen oder wenn der Körper nicht mehr danach verlangt, wird die Therapie abgesetzt – unsere Intuition sagt uns genau, ob eine Aromabehandlung häufiger oder seltener durchgeführt werden sollte.
Anwendungshinweise
Sie finden bei jeder Indikation in diesem Handbuch Empfehlungen zu Original-Stadelmann®-Aromamischungen und wie Sie diese am besten anwenden.
Die erstgenannte Aromamischung gilt als erste Wahl, sie wurde für das angegebene Beschwerdebild entwickelt und hat sich als Optimum bewährt. Damit Sie diese Aromamischung sofort erkennen, wurde sie farbig unterlegt.
Die danach folgenden Mischungen sind ebenfalls für die beschriebenen Beschwerden geeignet. Sie dienen als Alternative, falls Ihre Hebamme oder Apotheke nur eine eingeschränkte Auswahl vorrätig hat. Möglicherweise enthält die erstgenannte Aromamischung aber auch ein ätherisches Öl, dass Sie im wahrsten Sinn des Wortes nicht riechen können. Dann greifen Sie ebenfalls zu einem Alternativvorschlag. Letzterer bietet bei einer länger andauernden Anwendung zudem eine willkommene Abwechslung.
Die genauen Anwendungshinweise werden im Folgenden noch näher erläutert. Darüber hinausgehende Informationen zu den verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten und vor allem zu den einzelnen ätherischen und fetten Ölen finden Sie in meinem Buch »Bewährte Aromamischungen«.
Sagt Ihnen der Duft einer Aromamischung tatsächlich nicht zu, obwohl sie als aromatherapeutische Maßnahme angezeigt ist, dann versuchen Sie es kurze Zeit später noch einmal. Lehnt Ihre Nase den Duft dann immer noch ab, sollten Sie sich ganz auf das Urteil Ihres Geruchssinns verlassen und die Aromamischung auch nicht anwenden.
Falls Sie eine empfindliche Haut haben, sollten Sie vor der Anwendung auf der Haut zuerst einen Test machen, indem Sie die Ölmischung in der Armbeuge auftragen und etwa zehn Minuten oder länger einwirken lassen. Reine ätherische Ölmischungen müssen dabei mit wenig fettem Öl vermischt werden. Wenn es zu Hautreaktionen kommt, müssen Sie auf dieses Öl verzichten.
Es hat sich im Übrigen bewährt, hilfreiche Maßnahmen wie z. B. Aromabäder, Einreibungen oder Wickel frühzeitig zu beginnen und lieber mehrmals zu wiederholen.
Wie Sie die empfohlenen Aromamischungen anwenden können, erkennen Sie auf den ersten Blick anhand der folgenden Symbole:
![]() | Raumbeduftung mit Duftlampe/Vernebler/Zerstäuber |
![]() | Riechfläschchen |
![]() | Raumspray/Hautspray |
![]() | Duftfleckerl |
![]() | Einreibung/Massage mit Körper- und Massageölen |
![]() | Einreibung mit Salben und Balsamen |
![]() | Voll- oder Teilbad |
![]() | Waschung |
![]() | Kompressen/Auflagen/Wickel |
![]() | Fußanwendung |
![]() | Punktuelle Anwendung mit Naturparfüms |
![]() | Besonderer Tipp |
![]() | Wichtiger Hinweis |
![]() | Querverweis |
Raumbeduftung mit Duftlampe/Vernebler/Zerstäuber

Die Wirkung eines ätherischen Öls über die Duftlampe hängt von mehreren Faktoren ab: zum einen von der Qualität der Lampe, zum anderen von der Raumgröße und der Anzahl der darin anwesenden Personen. Bei jeder Beduftung sollte außerdem bedacht werden, dass das ätherische Öl auf alle anwesenden Personen einwirkt, egal ob die Raumbeduftung aus Freude am Duft oder therapeutisch stattfindet. Die Duftmoleküle können sich in dieser Zeit ausreichend verflüchtigen und den Raum füllen. Grundsätzlich genügt es, das Raumbeduftungsgerät zwischen 20 Minuten und maximal einer Stunde zu aktivieren und immer wieder eine Duftpause einzulegen. Mit herkömmlichen Kerzen-Duftlampen ist dies allerdings in der Praxis nicht immer einfach umsetzbar, sie müssen nach etwa ein bis zwei Stunden oder nach Bedarf wieder angezündet werden. Daher greifen immer mehr Menschen zu elektrischen Geräten, die über eine Intervallschaltung verfügen (ist eine solche nicht vorhanden, hilft das Anbringen einer Zeitschaltuhr) und automatisch abschalten, sobald der Wasserbehälter leer ist. Eine ganze Reihe von Modellen dient gleichzeitig als farbige Lichtquelle, die den Duft sehr gut ergänzt und zudem einen schönen Blickfang bietet. Achten Sie bei der Anschaffung eines Verneblers auf qualitativ hochwertige Geräte, die eine sichere Duftanwendung ermöglichen. Diese werden mittlerweile auch aus nachwachsenden Rohstoffen wie z. B. Bambus hergestellt.
Grundsätzlich muss jedes Gefäß immer spätestens vor dem nächsten Einsatz gereinigt werden, denn Reste der ätherischen Öle oxidieren rasch und müssen deshalb entfernt werden.
Ist es nicht möglich, ein Beduftungsgerät aufzustellen, dann können Raumdüfte auch im praktischen Pumpzerstäuber zur Anwendung kommen. Das ist insbesondere dann ideal, wenn eine rasche Vitalisierung oder Reinigung der Raumluft notwendig ist (siehe hier. und Spray-Symbol bei den Anwendungen).
![]() | Vor jeder Raumbeduftung muss der betroffene Raum gelüftet werden. |
![]() | Alle Raumbeduftungsgeräte müssen regelmäßig mit einem Duftlampenreiniger oder mit 30 %igem Alkohol gereinigt werden. |
![]() | Wegen des meist höheren Alkoholgehalts dürfen Raumduftsprays nicht auf die Haut aufgesprüht werden. |
![]() | Naturparfüms hinterlassen im Vernebler eine geringe Wachsschicht, die leicht entfernt werden kann. Bitte jedoch niemals Naturparfüms in einen Diffuseur träufeln. |
Riechfläschchen

Bei manchen Indikationen reicht es schon, wiederholt an einem Fläschchen mit einem ätherischen Öl bzw. einer Duftmischung zu riechen. Dies ist insbesondere auf Reisen und im Berufsalltag praktisch. Hierbei handelt es sich um anregende, leicht flüchtige ätherische Öle.
Duftfleckerl

Eine einfache Art, einen wohltuenden Duft sich buchstäblich nahezubringen, ohne eine Duftlampe oder einen Vernebler aktivieren zu müssen, ist ein Dufttüchlein bzw. -fleckerl, wie in Bayern ein Stoffrest bezeichnet wird. Dazu werden 1 – 3 Tropfen einer reinen ätherischen Ölmischung oder 5 – 7 Tropfen eines Naturparfüms auf ein Stück Papier, Stoff oder Heilwolle oder eine hübsche Filzblume geträufelt und z. B. am Arbeitstisch platziert oder irgendwo in riechbarer Nähe mit einer Wäscheklammer befestigt oder in eine Blusentasche gesteckt. Das Tüchlein kann wieder entfernt werden, wenn es ausgedient hat.
Bereits Kleinkinder nehmen gerne ein »Kuschelkissen« oder Duftsäckchen, in dem ein Stückchen Papiertaschentuch mit einem entspannenden Duft steckt. Es muss aber unbedingt darauf geachtet werden, dass das Kind dieses Tüchlein nicht greifen und womöglich aus Versehen in den Mund stecken kann! Auch muss das »Fleckerl« mit jedem neuen Beträufeln ausgetauscht werden, denn ätherische Öle durchlaufen einen Alterungsprozess. Bislang ist noch nicht untersucht worden, welche neuen chemischen und somit eventuell auch unbekannten kritischen Verbindungen entstehen können, wenn frisches, neues Öl und alte Restbestandteile sich verbinden, aber wir legen ja auch kein frisches Obst zu altem, verfaultem. Denken Sie daran: Ätherische Öle sind aktive und verderbliche Bestandteile von Pflanzen.
Ein Mund- und Nasen-Schutz kann ebenfalls wie ein »Duftfleckerl« mit einer frischen und wohlriechenden Aromamischung beduftet werden. So fällt Ihnen womöglich sogar das Atmen leichter, und vor allem haben Sie Ihren persönlichen Geruch vor der Nase und nicht den des Mund-Nasen-Schutzes. Hier sollten dann aber die Aromasprays bevorzugt werden, um einen sanften Duft zu erreichen. Die Sprays sollten z. B. Cajeput, Myrte, Niaouli oder Ravintsara enthalten, denn der Wirkstoff 1,8-Cineol unterstützt tatsächlich eine tiefere Atmung.
Raumspray/Hautspray

Einige Aromamischungen stehen Ihnen auch in einer Sprühflasche zur Verfügung. Ein solches Spray ist praktisch für unterwegs und benötigt im Gegensatz zu einer Duftlampe oder einem Vernebler weder Kerze noch Strom. Bei Raumsprays kann der Alkoholgehalt bis zu 30 % betragen, deshalb sind sie nicht für die Haut geeignet. Die Aromamischung kann einfach in den Raum gesprüht werden oder aber auf ein Papiertuch, das dann im Kinderbett oder Auto befestigt wird. Es kann auch am Arbeitsplatz aufgehängt oder einfach als Riechtüchlein in die Brusttasche gesteckt werden. Das Papiertüchlein wird bei jeder Anwendung erneuert.
Um als Hautspray verwendet werden zu können, enthalten die Sprühmischungen einen geringeren Alkoholgehalt von maximal 12 %. Sprays ohne Alkohol können zur feuchten Behandlung einer Wunde sowie des Windel- oder Intimbereichs direkt aufgesprüht werden. Dasselbe gilt auch für alle Hydrolate.
Einreibung/Massage mit Körper- und Massageölen

Bei den Körper- und Massageölen der Original-Stadelmann®-Aromamischungen sind die ätherischen Öle immer in ein oder mehrere fette Pflanzenöle eingemischt, damit sie überhaupt durch die Haut wirken können (siehe dazu auch hier und hier – hier). Je höher der Anteil ungesättigter Fettsäuren in diesem Trägeröl und je wärmer die Haut, desto schneller verläuft der Aufnahmeprozess. Das ätherische Öl wirkt meist innerhalb weniger Minuten, spätestens jedoch nach zwanzig Minuten, im Organismus. Es kann davon ausgegangen werden, dass ätherische Öle samt ihrem fetten Trägeröl vollständig von der Haut aufgenommen und innerhalb weniger Stunden gänzlich verstoffwechselt werden.
Wählen Sie bei allen Hautölen die Ölmenge so, dass sie gänzlich in die Haut einziehen kann. Idealerweise wird das Öl auf die feuchte Haut aufgetragen. Alle Körper- und Massageöle können auch zur Unterstützung einer Reflexzonentherapie verwendet werden.
Einreibung mit Salben und Balsamen

Ätherische Salbenmischungen sollten immer dünn und sparsam aufgetragen werden. Auch hier tragen die ausgewählten naturbelassenen Grundsubstanzen dazu bei, dass die ätherischen Öle gänzlich durch die Hautschranke dringen können. Salben haben den Vorteil, dass das ätherische Öl seine volle Wirkungskraft am Einsatzort entfalten kann, da das Eindringen in die Tiefe langsamer geschieht und somit auch nachhaltiger wirkt. Die Naturbelassenheit der Salben ist z. B. daran erkennbar, dass die darin enthaltene Sheabutter bei Temperaturschwankungen zu Agglomeratbildungen neigt. Diese kleinen Körnchen lösen sich jedoch auf der körperwarmen Haut sofort wieder auf.
Die Haltbarkeit der Salben ist sehr gut, da sie wasserfrei sind und weder Luft noch Licht in die Tuben dringen können. Manche Körperöle lassen sich auch gut mit einer Salbe vermischen. Falls es angegeben ist, können Salben und Balsame zur Unterstützung einer Reflexzonentherapie verwendet werden.
Voll-/Teilbad

Eine sehr wohltuende und auch wirkungsvolle aromatherapeutische Anwendung ist das Baden mit ätherischen Ölen. Der Vorteil dabei ist, dass die gesamte Hautoberfläche die Wirkung der ätherischen Öle aufnehmen kann. Allerdings dürfen ätherische Öle niemals pur ins Badewasser gegeben werden, sondern müssen mit einem geeigneten Emulgator vermischt werden, wie z. B. Honig, Sahne, Neutralseife, Molke oder Meersalz. Bei den einzelnen Anwendungen in diesem Buch finden Sie entsprechende Hinweise.
Viele der Aromabademischungen enthalten Meersalz als Emulgator. Achten Sie bitte bei diesen Salzbädern darauf, sich nach einem Bad gründlich abzuduschen, da auf der Haut zurückbleibende Salzkristalle sonst einen Juckreiz auslösen können. Die Ölbäder wiederum enthalten Sesamöl, eingemischt in eine neutrale, biologisch abbaubare Seifengrundlage, und bieten bereits im Wasser eine ölige Hautpflege.
Waschung

Eine Waschung mit ätherischen Ölen kann zum einen zur Immunstärkung nach den Kneippschen Regeln angewendet werden und zum anderen bei (kranken) Menschen, die das Bett nicht oder nur kurz verlassen dürfen. Es wird ein milder Reiz auf die Haut ausgeübt, der das Immunsystem stärkt, die Herz-Kreislauf-Funktionen anregt und das vegetative Nervensystem harmonisiert. So können Kreislaufschwäche, Abgeschlagenheit und Müdigkeit oder Einschlafprobleme behandelt werden. Außerdem werden mit der Waschung ausgeschwitzte Giftstoffe entfernt. Nicht zu unterschätzen ist auch hier die Zuwendung und Aufmerksamkeit, die Sie einem Kranken damit schenken.
Ätherische Öle sowie die Körper- und Massageöle der Original-Stadelmann®-Aromamischungen müssen mit einem Emulgator vermengt werden, ehe sie ins Waschwasser gegeben werden. Am schnellsten lösen die Öle sich auf, wenn sie vorher mit Seife vermischt werden. Eine Ausnahme bilden hier Lavendel-, Rosmarin- und Pfefferminzöl, denn von diesen wird oft nur ein Tropfen benötigt, der sich unproblematisch mit dem Wasser vermischt.
Kompressen/Auflagen/Wickel

Eine sehr hilfreiche und heilsame Anwendung sind Kompressen, Auflagen und Wickel. Auch sie stärken das Abwehrsystem, unterstützen die Herz-Kreislauf-Funktion und regen den Entgiftungsmechanismus an. Ihre Wirkung lässt sich durch die Zugabe von ätherischen Ölen noch verstärken. Durch die Wickelschichten kann das ätherische Öl nicht so leicht nach außen abdunsten und wirkt nachhaltig und lange über die Haut ein. Reine ätherische Öle müssen auch hier immer mit einem Emulgator vermischt werden. Welcher am besten geeignet ist, wird bei den Anwendungen in diesem Buch explizit genannt.
Ob kalter oder warmer Wickel, ist ebenfalls immer angegeben. Feuchtwarme Wickel wirken weitaus intensiver als warme trockene Auflagen, sie müssen möglichst schnell aufgelegt werden, dürfen aber auf keinen Fall zu heiß, jedoch auch nicht zu kühl sein. Wickel mit Zusätzen aus der Küche sollten mindestens raumtemperiert oder besser körperwarm angelegt werden. Der Erfolg hängt auch von den Materialien ab. Zu empfehlen sind Leinen, Bouretteseide oder naturbelassene Baumwolle.
Sehr praktisch sind die fertigen Wickel-Sets von Wickel & Co®, die ebenfalls über die Bahnhof-Apotheke oder Ihre Apotheke am Wohnort erhältlich sind. Aus diesem Sortiment besonders empfehlenswert sind die Woll-fühl®-Wickel aus reiner Schafschurwolle mit Klettverschlüssen, die einfach, schnell und passgenau angelegt werden können. Im Bauch- und Rückenbereich reicht oft auch ein einfacher, gestrickter Hüftwärmer aus reiner Wolle, den Sie beispielsweise über den Naturtextilienversand Stadelmann Natur beziehen können (siehe Bezugsquellen, hier). Ob ein Wickel wiederholt angelegt werden muss, wird zum einen von der Krankheitssituation, zum anderen von der behandelten Person selbst bestimmt, die meist spürt, was ihr gut tut. Zur korrekten Ausführung von Wickeln und Auflagen lesen Sie Ursula Uhlemayrs Buch »Wickel & Co.® – Bärenstarke Hausmittel für Kinder«.
Fußanwendung

Ein Fußbad mit ätherischen Ölen entspannt nicht nur und fördert die Durchblutung, es ist außerdem eine besonders schnell umsetzbare und wohltuende Anwendungsmöglichkeit. Sie benötigen dafür eine große Schüssel oder einen entsprechenden Eimer und sollten darauf achten, dass das Wasser mindestens über die Knöchel reicht, besser bis ca. zehn Zentimeter unterhalb des Knies. Allerdings dürfen ätherische Öle auch bei einem Fußbad nicht pur ins Wasser gegeben werden, sondern müssen mit einem geeigneten Emulgator vermischt werden, wie z. B. Honig, Sahne, Neutralseife, Molke oder Meersalz. Bei den einzelnen Beschwerdebildern finden Sie entsprechende Hinweise und häufig finden Sie auch entsprechende fertige Produkte, die die Anwendung schnell und unkompliziert machen.
Sie können Ihr Wohlempfinden noch steigern, indem Sie sich im Anschluss an das Bad mit einer professionellen Fußreflexzonenmassage oder einer liebevollen intuitiven Fußmassage verwöhnen lassen.
Punktuelle Anwendung mit Naturparfüms

Naturparfüms eignen sich bestens zur Aromatherapie, vor allem bei Behandlungen, die häufiger am Tag angewendet werden sollen, wie z. B. bei psychischen Problemen. Sie sind frei von Konservierungsmitteln, können vollständig verstoffwechselt werden und sind individuell einsetzbar. Von diesen hoch konzentrierten Aromamischungen wird immer nur ein Tropfen hinter dem Ohr, in der Brustfalte, im Pulsbereich am Handgelenk, in der Armbeuge oder in der Kniekehle aufgetragen. Auch hier finden Sie bei den nachfolgenden Anwendungen entsprechende Hinweise.
Gegenanzeigen und Wechselwirkungen
In den Einführungen zu den einzelnen Kapiteln sind die Wechselwirkungen und Gegenanzeigen verschiedener ätherischer Öle ausführlich genannt. Diese können von Lebensphase zu Lebensphase unterschiedlich sein.
![]() | Ein Ausrufezeichen bei den einzelnen Ölmischungen weist Sie u. a. darauf hin, auf welche Wechselwirkungen Sie besonders achten müssen. |
Die wichtigste Kontraindikation zur Benutzung eines ätherischen Öls bzw. einer Aromamischung ist immer die ablehnende Haltung der eigenen Nase. Auch wenn sonst nichts gegen die Nutzung eines Öls spricht, aber Ihre Nase das Öl als unangenehm empfindet, sollten Sie es sicherheitshalber nicht anwenden.
Vermeiden Sie außerdem, zu viele Stadelmann®-Aromamischungen gleichzeitig zu verwenden, um Ihre Nase und Ihren Körper nicht zu überfordern. Eindeutig zu viel des Guten ist es z. B., wenn Sie Ihre Haut mit einem Körperöl wie dem Vorfreude Körperöl pflegen, außerdem noch das Toko-Öl auftragen, Ihre Beine mit dem Lavendel-Zypressen-Öl einreiben, den Hamamelis-Myrten-Balsam zur Analpflege nehmen und überdies am Rücken noch das Kreuzbein-Massageöl einreiben.
Hier können Sie auf das Vorfreude Körperöl verzichten und benutzen stattdessen das Toko-Öl auch zur Körperpflege. Für die Venenstauungen genügt entweder das Lavendel-Zypressen-Öl oder der Hamamelis-Myrten-Balsam. Ob Sie das Kreuzbein-Massageöl wirklich benötigen, sollten Sie ebenfalls prüfen. Möglicherweise genügen die Inhaltsstoffe des Toko-Öls, um eine Entspannung zu erreichen. Es hat sich gezeigt, dass es sinnvoll ist, nicht mehr als drei Aromamischungen zur gleichen Zeit anzuwenden.
Ungeeignete Öle beim Sonnenbad und bei Allergien
Bei der Verwendung eines Körperöls, das Zitrusöle, Eisenkraut, Melisse, Angelikawurzel oder Schafgarbe enthält, ist es besser, sich in den vier Stunden nach der Einreibung nicht der Sonne auszusetzen, da diese Öle die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen und es zu sogenannten Lichtflecken bzw. Pigmentstörungen kommen kann.
Diese photosensibilisierenden Öle können auch bei Allergikern zu Hautreizungen führen. Da die Aromamischungen jedoch alle ein Sicherheitszertifikat aufweisen bzw. dermatologisch getestet wurden, sind diese Hinweise reine Vorsichtsnahmen, denn es gibt immer individuelle, nicht vorhersehbare Reaktionen. Wenn Sie zu den hautempfindliche Menschen zählen, können Sie vor der ersten Anwendung einen Hauttest machen, indem Sie das ätherische Öl oder die Aromamischung mit wenig fettem Öl vermischt in der Ellbeuge auftragen und etwa zehn Minuten oder länger einwirken lassen. Sollten Juckreiz oder Bläschenbildung eintreten, so müssen Sie auf dieses Öl verzichten.
Ungeeignete Öle für Epileptiker und Asthmatiker
Menschen mit chronischen Krankheiten sollten bei allen Substanzen vorsichtig sein. Gerade für sie ist es unerlässlich, zuerst an einer ätherischen Ölflasche zu riechen. Epileptiker und Asthmatiker sollten dabei unbedingt darauf achten, die Flasche erst recht mit gebührendem Nasenabstand zu prüfen.
Hautreaktionen bei ätherischen Ölmischungen
Sollten trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Hautreaktionen auftreten, so muss die Anwendung sofort abgebrochen werden. Gegenmaßnahme ist dann, sich kräftig mit Seife zu waschen. Sollte das Öl bereits länger angewendet worden sein, ist es insbesondere bei verlangsamtem Stoffwechsel hilfreich, abführende Maßnahmen zu ergreifen.
Ätherische Öle in den Augen
Sollte ein ätherisches Öl in die Augen geraten sein, so muss das Auge sofort mit reichlich körperwarmem Wasser intensiv gespült werden. Anschließend sollte unbedingt eine Ärztin aufgesucht werden.
Homöopathie und Aromatherapie
Reines ätherisches Campheröl sollte nicht in unmittelbarer Kombination mit einem homöopathischen Arzneimittel eingesetzt werden. Gleiches gilt für sämtliche campherartigen ätherischen Öle wie z. B. Pfefferminze und Lavandin. Oftmals wird auch von Eukalyptus abgeraten, obwohl dieser überwiegend das Monoterpenoxid 1,8 cineol und keinen Campher enthält. Von diesen Ausnahmen abgesehen, lassen sich beide Heilmethoden gut miteinander ergänzen. Mehr dazu lesen Sie in meinem Büchlein »Homöopathische Haus- und Reiseapotheke« sowie in den Ausgaben Nr. 42 und 44 der Fachzeitschrift F·O·R·U·M.
Das kleine ABC der Pflanzenöle und Hydrolate
Ätherische Öle von Alant bis Zypresse
Die in diesem Buch empfohlenen Aromamischungen enthalten eine Vielzahl ätherischer Öle, die im Folgenden mit den botanischen Bezeichnungen der Herkunftspflanzen, einer Duftbeschreibung und den in der Literatur beschriebenen Wirkungen ihrer Inhaltsstoffe vorgestellt werden.
Die Duftbeschreibungen können nur eine allgemeine Orientierung geben, zum einen, weil Duft immer individuell erlebt wird, zum anderen, weil ätherische Öle Vielstoffgemische sind – so enthält die Rose beispielsweise mehr als 500 verschiedene Inhaltsstoffe –, die unsere Nase gar nicht differenziert erfassen kann. Letztendlich reicht auch unser Wortschatz nicht wirklich aus, um einen Duft präzise in Worte zu fassen.
Bei den Wirkungsbeschreibungen wiederum verhält es sich genau andersherum: Hier existieren nur Grundlagenforschungen zu einzelnen Inhaltsstoffen des jeweiligen ätherischen Öls. Zu den tagtäglich gemachten Erfahrungen in der Aromatherapie und -pflege gibt es allerdings immer mehr klinische Beobachtungstudien, die eine sicht- und spürbare Veränderung durch den Einsatz von ätherischen Ölen und Aromamischungen belegen – wenn auch nicht für den Bereich der Schwangerschaft, weil sich Studien hier aus ethischen Gründen verbieten. Die Befindensbesserung findet auf gleich mehreren Wirkungsebenen statt: Über die Geruchswahrnehmung wird das zentrale Nervensystem und somit die Selbstregulation des Organismus angeregt, durch Berührungen z. B. bei Aromamassagen oder Einreibungen wird dieser positive Einfluss auf das zentrale Nervensystem noch verstärkt, und die hervorragenden Pflegeeigenschaften der fetten Pflanzenöle (siehe hier – hier) tun ein Übriges für eine erfolgreiche Anwendung.
Alant duftend (Inula graveolens)
•frisch, herb-würzig, süßlich
•schleimlösend
Angelika (Angelica archangelica)
•kräftig, aromatisch
•immunstimulierend, entschlackend, abschwellende Wirkung auf Nasenschleimhäute, psychisch anregend
Anis (Pimpinella anisum)
•süßlich-würzig
•milch- und verdauungsfördend, beruhigend, entkrampfend, galleanregend, hormonell wirksam
Atlaszeder (Cedrus atlantica)
•warm, holzig, süßlich
•beruhigend, kräftigend, angstlösend, antiseptisch, entzündungshemmend, lymphflussanregend
Benzoe Siam (Harz) (Styrax tonkinensis)
•weich-samtig, balsamisch, vanilleähnlich
•beruhigend, entzündungshemmend, zellerneuernd, schleimlösend, bei Blasenbeschwerden
Bergamotte (Citrus aurantium ssp. bergamia [= C. bergamia])
•frisch-herb
•stimmungsaufhellend, antidepressiv, entkrampfend, hypophysenwirksam
Berglavendel (Lavandula angustifolia)
•krautig, klar
•klärend, beruhigend, schmerzlindernd
Cajeput (Melaleuca cajuputi [= M. leucadendra var. Cajuputi])
•mild-aromatisch, krautig, eukalyptusartig
•antibakteriell, antiviral, antimykotisch, krampflösend, durchblutungsfördernd, belebend, nervenstärkend, lindert Muskelschmerzen
Cistrose (Cistus ladanifer)
•warm-würzig, leicht lederartig
•antibakteriell, antiviral, blutstillend, gewebestraffend und -regenerierend
Citronella (Cymbopogon nardus [Typ Ceylon/Sri Lanka]; Cymbopogon winterianus [Typ Java])
•zitronig, frisch
•entzündungshemmend, krampflösend, anregend
Eisenkraut (Aloysia citriodora [= Lippia citriodora = Aloysia triphylla])
•zitronenartig, fein-krautig
•beruhigend, schmerzstillend, konzentrationsfördernd, ZNS-stimulierend, blutdrucksenkend
Engelwurz siehe Angelika
Eukalyptus globulus (Eucalyptus globulus)
•intensiv, leicht stechend
•schleimlösend, antibakteriell, antiviral
Fenchel süß (Foeniculum vulgare ssp. vulgare var. dulce)
•süß, warm
•blähungswidrig, krampflösend, östrogenähnlich, nierenanregend
Grapefruit (Citrus × paradisi)
•fruchtig, leicht herb
•erfrischend, erheiternd, belebend
Ho-Sho (Cinnamomum champhora Ct. Linalool)
•weich, fein-holzig, rosenartig
•entspannend, ausgleichend
•frei von Campherbestandteilen
Immortelle (Helichrysum italicum)
•süß-herb, leicht holzig
•adstringierend, antirheumatisch, antiallergisch, wundheilend, zellerneuernd
Ingwer (Zingiber officinale)
•scharf, feurig
•blähungswidrig, verdauungsfördernd, schmerzstillend, prostaglandinwirksam, erwärmend
Iris (Iris germanica [auch: I. pallida, I. florentina])
•fein-blumig, elegant-pudrig
•psychisch stärkend, schutzgebend, hautpflegend
Jasmin (Jasminum grandiflorum)
•blumig-schwer, süß
•entspannend, schmerzstillend
Kamille deutsch (= Kamille blau) (Matricaria recutita [= M. chamomilla = Chamomilla recutita])
•herb, krautig, warm
•wundheilend, entzündungshemmend, fiebersenkend
Kamille römisch (Chamaemelum nobile ([= Anthemis nobilis])
• süßlich, fruchtig, warm
•entspannend, beruhigend, schmerzstillend
Karottensamen (Daucus carota)
•erdig, fruchtig, wurzelig
•krampflösend, blutbildend, leber- und galleanregend, bei Ödemen
Koriander (Coriandrum sativum)
•warm, kräftig-aromatisch
•magenberuhigend, verdauungsfördernd, entblähend
Kreuzkümmel (Cuminum cyminum)
•leicht süß, würzig
•verdauungsfördernd, entblähend, schmerzstillend, entkrampfend
Latschenkiefer (Pinus mugo [= P. pumilio])
•waldig, frisch holzig
•schleimlösend, atmungsvertiefend, entzündungshemmend
Lavendel siehe Berglavendel
Lavendelsalbei (Salvia lavandulifolia)
•krautig, frisch, campherartig
•antibakteriell, entspannend, tonisierend
Lemongras ost-indisch (Cymbopogon flexuosus)
•frisch, süßlich, zitrusartig
•beruhigend, konzentrationsfördernd, gefäßerweiternd
Limette (Citrus × aurantiifolia)
•frisch, leicht süßlich-exotisch
•aufheiternd, konzentrationsfördernd, appetitanregend, fördert die Nierentätigkeit
Linaloe (Holz) (Bursera delpechiana [= Bursera penicillata])
•warm, fein, leicht rosig-blumig bis zart holzig
•ausgleichend, entspannend
Litsea (Litsea cubeba)
•frisch, fruchtig, zitronenähnlich
•bei Nervosität und Unruhe, beruhigend, konzentrationsfördernd, antidepressiv
Majoran (Origanum majorana)
•warm, krautig-würzig
•entspannend, krampflösend, anaphrodisisch, antibakteriell
Mandarine (Citrus reticulata)
•süß, spritzig, fruchtig
•aufmunternd, entspannend
Manuka (Leptospermum scoparium)
•warm, krautig, holzig, streng
•antibakteriell, antimykotisch, antihistaminisch, schleimlösend, schmerzstillend
Melisse (Melissa officinalis)
•zitronenartig, frisch, krautig
•antiviral, entzündungshemmend, beruhigend, ausgleichend, krampflösend, fiebersenkend
Muskatellersalbei (Salvia sclarea)
•warm, krautig, süß, streng
•euphorisierend, entspannend, östrogenartig, hypophysenwirksam, blutdrucksenkend, entzündungshemmend
Myrte (Myrtus communis)
•frisch, klar, krautig
•adstringierend, entstauend, hautpflegend, hautstraffend, leberanregend, schleimlösend, krampflösend bei Reizhusten
Nanaminze (Mentha viridis var. nanah)
•weich, voll, sanft-süß
•erfrischend, kühlend, adstringierend
Narde (Nardostachys jatamansi)
•warm, erdig
•stark beruhigend, entspannend, beruhigt das Atemzentrum, hormonell stimulierend
Nelke (Syzygium aromaticum [= Eugenia caryophyllata])
•kräftig, warm, würzig-scharf
•erwärmend, antibakteriell, antiviral, anregend, nervenstärkend, schmerzstillend, durchblutungsfördernd, stimulierend
Neroli (Citrus aurantium ssp. Aurantium)
•intensiv, zart blumig, süßlich
•beruhigend, antidepressiv, ausgleichend, bei Angstzuständen, stimmungsaufhellend
Niaouli (Melaleuca viridiflora)
•frisch-krautig, sanft
•antibakteriell, schleimlösend, auswurffördernd
Orange (Citrus sinensis)
•frisch, rund, weich
•erheiternd, leicht entspannend
Palmarosa (Cymbopogon martinii)
•blumig, leicht grasig
•antibakteriell, antimykotisch, antiviral, lymphentstauend, immunstärkend
Pfefferminze (Mentha × piperita)
•frisch, leicht scharf
•erfrischend, belebend, kreislaufanregend, kühlend, schmerzlindernd, fiebersenkend, gefäßverengend
Ravintsara (Cinnamomum camphora Ct. Cineol)
•frisch, scharf
•antiviral, antibakteriell, antimykotisch, schleimlösend, stärkend
Rose damaszener (Rosa damascena)
•blumig-weich, intensiv
•antibakteriell, antiviral, antimykotisch, entkrampfend, schmerzlindernd, harmonisierend, hormonell ausgleichend, entzündungshemmend, wundheilend, schmerzlindernd, zellerneuernd
Rosengeranie (Pelargonium graveolens)
•rosig, zart blumig, krautig
•harmonisierend, ausgleichend, stärkend, adstringierend, antibakteriell, antimykotisch, wundheilend
Rosenholz (Aniba rosaeodora var. amazonica [= A. parviflora])
•warm, fein, leicht rosig-blumig bis zart holzig
•ausgleichend, entspannend
Rosmarin (Rosmarinus officinalis Ct. Verbenon/Cineol)
•krautig, feurig
•stärkend, konzentrationsfördernd, durchblutungsfördernd, krampflösend, entgiftend, bei Leber-, Gallen-, Nierenschwäche, leicht blutdrucksteigernd
Salbei (Salvia officinalis)
•würzig-krautig
•antibakteriell, antiviral, antimykotisch, schleimlösend, adstringierend, klärend, konzentrationsfördernd
Sandelholz (Santalum album)
•weich, balsamisch-warm, holzig
•harmonisierend, beruhigend, antidepressiv, entzündungshemmend, entstauend, hautpflegend
Schafgarbe (Achillea millefolium)
• krautig, warm, leicht süßlich, erdig
•entzündungshemmend, zellerneuernd, wundheilend, schmerzstillend, psychisch stärkend und anregend, leber- und galleanregend
Teebaum (Melaleuca alternifolia)
•scharf, leicht stechend, campherähnlich
•antibakteriell, antiviral, antimykotisch, entzündungshemmend, immunstimulierend, vitalisierend, wundheilungsfördernd
Thymian (Thymus vulgaris Ct. Linalool/Geraniol)
• krautig bis würzig-warm
•antiviral, antibakteriell, schmerzstillend, nervenstärkend, immunstimulierend
Tonka (Dipteryx odorata)
•balsamisch, süß, warm
•entspannend, beruhigend, erwärmend, schmerzstillend
Vanille (Extrakt) (Vanilla planifolia)
•balsamisch, lieblich, weich
•entspannend, beruhigend
Vetiver (Vetiveria zizanioides)
•erdig, moosig, süßlich-balsamisch
•beruhigend, stimmungsaufhellend, durchblutungsfördernd, parasympatikoton, endokrin
Wacholder (Juniperus communis)
•holzig, krautig, fruchtig
•adstringierend, entkrampfend, harntreibend, bei Leberschwäche, blähungswidrig
Weihrauch indisch (Harz) (Boswellia serrata)
•weich, harzig, süß
•angstlösend, entspannend, beruhigend, entzündungshemmend, blutdrucksenkend
Weißtanne (Abies alba)
•weich, waldig-würzig
•antiseptisch, schleimlösend, durchblutungsfördernd
Ylang-Ylang (Cananga odorata – forma genuina)
•süß, schwer
•beruhigend, entspannend, blutdrucksenkend, ausgleichend, senkt die Atemfrequenz, hypophysenwirksam, schmerz-stillend
Ysop decumbens (Hyssopus officinalis var. decumbens)
•würzig, leicht süßlich, kräftig
•schleimlösend, entzündungshemmend, antiviral, kreislaufanregend, konzentrationsfördernd
Zimtrinde (Cinnamomum zeylanicum [= C. verum])
•warm, würzig, süß
•erwärmend, durchblutungsfördernd, schmerzlindernd, leicht gerinnungshemmend
Zirbelkiefer (Pinus cembra)
•rein, frisch, holzig
•antibakteriell, schleimlösend, durchblutungsfördernd, schmerzlindernd
Zitrone (Citrus × limon)
•spritzig, frisch
•erfrischend, konzentrationsfördernd, antibakteriell, antiviral
Zypresse (Cupressus sempervirens)
•herb, harzig, holzig, klar
•venenstärkend, adstringierend, blutstillend, entstauend, bindegewebsstärkend, beruhigend, konzentrationsfördernd, kräftigend, lymphanregend
Hautpflege mit fetten Pflanzenölen
Damit ätherische Öle von der Haut vollständig aufgenommen werden und auf diesem Weg wirken können, werden sie für Körper- oder Massageöle in native fette Pflanzenöle eingemischt. Letztere fungieren quasi als Träger für die ätherischen Öle, denn im Gegensatz zu Mineralölprodukten, die an der Oberfläche bleiben, werden fette Pflanzenöle von der Haut absorbiert und zeichnen sich durch ihre Tiefenwirkung aus.
Fette Pflanzenöle aus nativer Kaltpressung können selbstverständlich auch ohne den Zusatz von ätherischen Ölen zur Hautpflege benutzt werden. Die meisten Öle riechen und schmecken so gut auf der Haut, dass ihr Duft gar appetitsteigernd wirken kann, wie z. B. Haselnussöl. Manche Öle dagegen sind schlichtweg zu teuer, um sie als alltägliches Körperpflegeöl zu benutzen, wie z. B. Nachtkerzen-, Granatapfelsamen- oder Calophyllum-Öl. Letzteres wird auch als Tamanuöl bezeichnet, konnte sich aber im Handel und in der Aromaszene unter diesem Namen nicht durchsetzen. Ähnlich verhält es sich mit Wildrosenöl, das eigentlich ein Hagebuttenkernöl ist, jedoch unter seinem botanisch korrekten Namen keine Liebhaber fand, und deshalb als Wildrosenöl firmiert. Sein Gehalt an ungesättigten Fettsäuren macht es besonders wertvoll.
Das Wirkungsspektrum fetter Pflanzenöle ist abhängig vom Fettmuster und den Fettbegleitstoffen der einzelnen Öle und Fette. Allen gemeinsam ist, dass sie ausgleichend auf den Feuchtigkeitsmantel der Haut wirken und den Hautfetten sehr ähnlich sind. Fette Pflanzenöle sind besonders reich an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wirken sehr hautpflegend und auch regenerierend.
Viele Funktionen der ungesättigten Fettsäuren sowie die Fettbegleitstoffe sind noch unerforscht, bekannt ist jedoch, dass sie für unser Immunsystem lebensnotwendig sind und die Fähigkeit besitzen, Körperzellen vor schädigenden Substanzen wie den Freien Radikalen zu schützen. Der Körper kann insbesondere mehrfach ungesättigte Fettsäuren nicht selbst herstellen, deshalb ist es unerlässlich, diese Fette von außen zuzuführen, weshalb sie auch als essenziell, also lebensnotwendig bezeichnet werden.
Um die Vielfalt der Wirkeigenschaften der einzelnen fetten Pflanzenöle zu nutzen, können die Öle und Fette auch miteinander gemischt werden.
![]() | Wenn Sie ein fettes Pflanzenöl auf feuchte Haut auftragen, kann sich das Öl mit den natürlichen Hautemulgatoren verbinden und besser einziehen. So wird der natürliche Feuchtigkeitsmantel der Haut zusätzlich unterstützt. |
![]() | Zu beachten ist, dass es bei einer Umstellung von konventionellen Pflegeprodukten auf Mineralölbasis (Paraffine oder Vaseline) zu fetten Pflanzenölen bis zu vier Wochen dauern kann, bis die Haut den »Entzugsprozess« überwunden hat. Durch die vermehrte Zellaktivität schuppt sich die Haut in dieser Zeit verstärkt. Wenn sie sich von diesem »Fellwechsel« erholt hat, wird sie widerstandsfähiger und geschmeidiger. |
Eines haben fast alle nativen Pflanzenöle gemein: Sie sind nur kurz haltbar – auch bei sachgemäßer Lagerung. Die Haltbarkeit der verschiedenen kaltgepressten Öle ist ohne den Zusatz von ätherischen Ölen sehr unterschiedlich und wird klassifiziert in:
sehr gut haltbar – > 1 Jahr
gut haltbar – bis zu 1 Jahr
mäßig haltbar – bis 6 Monate
gering haltbar – bis zu 3 Monate
Dies ist mit ein Grund, zu Hause wie in der professionellen Pflege fertige Aromamischungen zu verwenden, denn durch den Zusatz von ätherischen Ölen werden diese haltbarer und in der Mehrzahl als nasenfreundlicher empfunden. Das Mischen von verschiedenen Pflanzenölen ermöglicht, Duft, Preis und Haltbarkeit unter einen Hut zu bekommen, ohne auf die guten Wirkeigenschaften verzichten zu müssen.
Im Folgenden sind die in der Aromatherapie und -pflege am häufigsten verwendeten Pflanzenöle und ihre wichtigsten hautpflegenden Eigenschaften aufgeführt. Wenn Sie mehr über fette Pflanzenöle wissen möchten, empfehle ich Ihnen »Das Ölbuch« von Sabine Pohl und »Pflanzenöle« von Ruth von Braunschweig.
Aprikosenkernöl
Ein gut haltbares Öl mit mildem, leicht marzipanartigem Geruch, dem Mandelöl ähnlich. Ideal als Massageöl, schützt und pflegt irritierte, schuppige und rissige Haut. Geeignet als Basispflege der empfindlichen und reifen Haut.
Baobaböl
Ein sehr gut haltbares Öl aus der Savanne Afrikas. Es wird aus den Samen des wild wachsenden Baobabbaums – bei uns auch als Affenbrotbaum bekannt – gewonnen und ergibt ein wunderbares, schnell einziehendes Massageöl, das in der traditionellen afrikanischen Heilkunde als fiebersenkend und entzündungshemmend gilt. Baobaböl eignet sich für trockene, kranke und rissige Haut sowie zur Haarpflege.
Calophyllum-Öl
Ein sehr gut haltbares Öl mit intensivem, würzigem, kräuterartigem Geruch. Es zählt zu den klassischen Pflegeölen. Eine Anwendung in geringen Mengen hat sich bewährt bei entzündlichen Hauterkrankungen, Hautverletzungen, schlecht heilenden Wunden, zur Schmerzlinderung bei Ischias und rheumatischen Beschwerden.
Granatapfelsamenöl
Ein nur gering haltbares Öl mit süßlichem Geruch. Das Öl ist einzigartig reich an Punicinsäure, einer hoch ungesättigten Omega-5-Fettsäure, und hilfreich bei vielen Hautproblemen. Granatapfelsamenöl fördert die Neubildung von Zellen und regeneriert das Gewebe, enthält Phytoöstrogene und wirkt pflegend bei trockenem Intimbereich. Es zählt zu den teuersten fetten Pflanzenölen.
![]() | Granatapfelsamenöl zählt zu den wenigen Ölen, die im Kühlschrank aufbewahrt werden können. Dadurch verlängert sich seine Haltbarkeit. |
Hanföl
Das empfindliche, mittelmäßig haltbare, würzig-krautige, grünliche Hanföl zählt zu den Neuheiten in der Körperpflege. Es wird aus den Samen einer eigens dafür gezüchteten THC-(Tetrahydrocannabinol-)freien Hanfpflanze gewonnen und ist ein wahrer Genuss für strapazierte und pflegebedürftige Haut. Es schützt, stärkt und pflegt die Hornschichtbarriere besonders nachhaltig.
Haselnussöl
Ein mäßig haltbares Öl mit angenehm mild-nussigem Geruch. Ideal als Massageöl, da es nur langsam einzieht. Als Basisöl bei der Pflege von trockener, spröder und reifer Haut schützt und pflegt es angenehm.
![]() | Die häufig gehörte Warnung, dass Nuss-Allergiker auf Haselnussöl verzichten sollen, gilt nur für die innere Einnahme und trifft bei der äußeren Anwendung nicht zu. |
Jojobawachs
Eigentlich zählt dieses Öl, das in fester Form ein Wachs ist, korrekterweise nicht zu den Pflanzenölen, sondern zu den Wachsen. In der Hautpflege aber ist es ein fester Bestandteil. Das flüssige Wachs ist etwa drei Jahre haltbar. Sein Geruch ist fast neutral bis zart nussig. Das pflanzliche Wachs stabilisiert und reguliert den Feuchtigkeitsmantel der Haut und stärkt das Bindegewebe. Es dringt leicht in die Haut ein und schützt sie. Jojobawachs ist ein ideales Basisöl für Naturparfüms.
![]() | Es darf nur äußerlich angewendet werden, da Wachse nicht verstoffwechselt werden können. |
Macadamianussöl
Ein gut haltbares Öl mit mildem Nussaroma. Es eignet sich hervorragend als Massageöl, da es nur langsam einzieht, besonders hautpflegend und gut verträglich ist. Es hat sich bewährt bei der Pflege von trockener, spröder und reifer Haut, wirkt regulierend bei Verhornungsprozessen, schützt und pflegt angenehm. Es ist auch gut geeignet als Haarkur bei sprödem Haar und Haarspliss.
Mandelöl
Ein gut haltbares Öl mit mildem nussigen Mandelgeruch. Es zählt zu den beliebtesten Massageölen, dringt gut ein und durchfettet die Haut. Durch seine reizlindernde und pflegende Eigenschaft ist es gut verträglich und findet bei der Pflege von trockener, spröder und reifer Haut Verwendung, es schützt und pflegt. Leider wird wirklich gutes, naturreines Mandelöl immer mehr zur Rarität, da die Nachfrage weitaus größer ist als das Angebot.
![]() | Die häufig gehörte Warnung, dass Nuss-Allergiker auch auf Mandelöl verzichten sollen, gilt nur für die innere Einnahme und trifft bei der äußeren Anwendung nicht zu. |
Marulaöl
Das sehr gut haltbare und wunderbar hautpflegende Öl stammt meist aus Namibia und wird aus den Kernen der Marulafrüchte gepresst. Es hilft trockener und irritierter Haut und glättet sie sichtlich, da es sehr feuchtigkeitsbindend ist. Sein hoher Vitamin-E-Komplex und die enthaltenen Phytosterole schützen die Haut vor Lichteinstrahlung sowie vorzeitigem Alterungsprozess.
Nachtkerzenöl
Ein nur gering haltbares Öl mit intensiv nussigem Geruch. Da es reich an Gamma-Linolensäure ist, kann es bestens innerlich angewendet werden, um das Immunsystem zu stärken und das Hormonsystem zu regulieren. Reizempfindliche Haut findet mit Nachtkerzenöl Linderung, zudem zieht es sehr rasch ein, hat entzündungshemmende Eigenschaften und ist bewährt bei Neurodermitis und Ekzemneigung.
![]() | Nachtkerzenöl zählt zu den wenigen Ölen, die im Kühlschrank aufbewahrt werden können. Dadurch verlängert sich seine Haltbarkeit. |
Olivenöl
Ein altbewährtes, gut haltbares Öl mit intensivem fruchtig-olivigen Geruch. Ideal als Massageöl, da es nur langsam einzieht. Wirkt erwärmend, ist sehr hautpflegend und regenerierend. Für die Pflege von trockener, schlecht durchbluteter, spröder, rissiger und schuppender Haut ist Olivenöl sehr gut geeignet, ebenso zur Reinigung der Haut und zum Entfernen von Krusten und Borken.
Sanddornfruchtfleischöl
Ein mäßig haltbares Öl mit saurem, fruchtigem Geruch und intensiv oranger Farbe. Es hat sich bestens bewährt zur Behandlung von strahlengeschädigter Haut, bei Verbrennungen und bei schlecht heilenden Wunden zur Zellregeneration. Es stärkt die Abwehr- und Schutzmechanismen der Haut.
![]() | Sanddornöl färbt sehr stark, deshalb äußerst sparsam anwenden. |
Sesamöl
Ein gut haltbares Öl mit dezent nussigem Geruch. Es eignet sich bestens zur Basishautpflege und Massage, unterstützt die Entgiftungsprozesse der Haut und wirkt leicht erwärmend. Sesamöl wird von vielen hochgeschätzt und ist das wichtigste Öl in der ayurvedischen Heilkunde. Dort wird es für Massagen, Güsse und Ölziehkuren eingesetzt.
Sonnenblumenöl
Ein gut haltbares Öl mit angenehm mildem Geruch, das rasch in die Haut einzieht. Das Öl baut den Barriereschutz der Haut auf, ist regenerierend und geeignet bei trockener, aber auch fetter und entzündeter Haut sowie hilfreich bei Neurodermitis. Sonnenblumenöl ist Bestandteil in vielen Naturkosmetikprodukten.
Walnussöl
Ein mäßig haltbares Öl mit intensivem, etwas bitterem nussigen Geruch. Es fördert die Regeneration der Haut, verbessert den Zellstoffwechsel und hat pilzhemmende Eigenschaften. Sein Einsatzgebiet ist auch die reife und irritierte Haut.
Weizenkeimöl (CO2-Extraktion)
Ein mäßig haltbares Öl mit feinem Geruch und angenehmer Konsistenz. Es zieht rasch ein und beugt vorzeitigen Alterungsprozessen der Haut vor, hilft das Bindegewebe zu stärken, zu festigen und sorgt dennoch für eine gesunde Elastizität der Haut. Aufgrund seiner Fähigkeit, den Zellerneuerungsprozess zu beschleunigen, ist das Weizenkeimöl ein hervorragendes Öl zur Unterstützung von Heilvorgängen.
Wildrosenöl
Ein mäßig haltbares Öl mit herbem Geruch, das aus der Pressung von Hagebuttenkernen gewonnen wird. Das Öl ist hervorragend zellstoffwechselaktiv und zieht rasch in die Haut ein. Es weist entzündungshemmende, wundheilende und hautregenerierende Eigenschaften auf und ist bewährt bei reifer Haut, bei Narben sowie Ekzemen und irritierter Haut, zudem reguliert es den Verhornungsprozess.
Mazerate
Mazerate sind Pflanzenöl-Zubereitungen. Dabei werden Heilpflanzen für einige Wochen in einem fetten Öl eingelegt, sodass ihre fettlöslichen Wirkstoffe in das Öl übergehen.
Aloe-Vera in Mandelöl
Ein gut haltbares Öl mit zart-nussigem Aroma, das sich zur Hautpflege und Massage eignet. Es wirkt dezent kühlend, beruhigend, glättend und feuchtigkeitsspendend.
Johanniskraut in Olivenöl
Ein gut haltbares Öl mit kräftig-würzigem Geruch. Es wird eingesetzt zur Wundheilung und zur Pflege bei gereizter und geröteter Haut. Es fördert die Durchblutung, wirkt erwärmend und schmerzlindernd. Bewährt bei Ischialgien, Nervenentzündungen und rheumatischen Beschwerden.
Ringelblumen in Mandelöl oder in Olivenöl
Ein gut haltbares Öl mit krautig-würzigem Geruch bei Mazeration in Olivenöl. Mazerate in Mandelöl haben einen angenehmeren, milderen Geruch und eigenen sich besonders für die Babypflege. Ringelblumenöl hilft bei geröteter, entzündeter Haut und schlecht heilenden Wunden.
Hydrolate
Hydrolate sind Pflanzenwässer, die als »Nebenprodukt« bei der Destillation von ätherischen Ölen entstehen und frei von jeglichen Zusätzen sind. Manche Pflanzen, wie die Rosenblüten der Rosa alba, werden eigens nur zur Gewinnung des Rosenhydrolats destilliert, während viele andere Hydrolate gar nicht verwendet werden können, trotz der enormen Mengen, die anfallen, da sie verunreinigt sind (zur Herstellung siehe hier.).
Hydrolate enthalten sanfte Wirkstoffe, die gut hautverträglich sind, einen entzündungshemmenden Effekt besitzen sowie meist als adstringierend und angenehm kühlend auf der Haut empfunden werden. Sie sind alkoholfrei und durch ihren fast neutralen pH-Wert (4,0–5,5) gut geeignet zur Anwendung im Schleimhautbereich sowie zur Augen- und Wundpflege. Für die Babypflege eignet sich in den ersten Wochen vor allem Rosenhydrolat, da sein pH-Wert in der Regel um 5,2 liegt und somit dem der Babyhaut gleicht. Babys werden mit einem alkalischen Wert von ca. 6,5 geboren, im Laufe der ersten Wochen sinkt dieser auf einen Wert von 5,5.
Nicht nur der pH-Wert erklärt die gute Verträglichkeit, sondern auch der mittlerweile nachgewiesene minimale Gesamtgehalt an ätherischen Ölen. Mit Stolz kann die Bahnhof-Apotheke von ihren Forschungsergebnissen berichten: Der Ätherisch-Öl-Gehalt der Hydrolate liegt bei nur 0,001 – 0,1 %. Sie können diese also bedenkenlos mehrmals täglich anwenden.
Die Pflanzenwässer stellen zudem eine hervorragende Ergänzung zu den Aromamischungen dar und tragen mit dazu bei, dass der Feuchtigkeitsmantel der Haut stabil bleibt, was zu einer gesunden, elastischen und weichen Haut führt.
Allerdings sind Hydrolate empfindlich und müssen sorgsam behandelt werden, sie sollten innerhalb von sechs Monaten nach Anbruch verbraucht werden. Sie können als Haut-, Wund- oder Intimspray sowie zur Befeuchtung von Wundauflagen und Schleimhäuten angewendet werden.
Immortellenhydrolat (pH: 3,5 – 4,0)
Ein herb-krautig duftendes Pflanzenwasser. Unterstützend bei Prellungen, Hämatomen und Zerrungen. Zur Wundpflege geeignet. Regenerierend bei entzündeter und geschädigter Haut.
Lavendelhydrolat (pH: 4,0)
Ein zart krautig duftendes Pflanzenwasser, bei dem die meisten Menschen jedoch den typischen Lavendelgeruch vermissen. Es kann prinzipiell dann eingesetzt werden, wenn auch Lavendel als ätherisches Öl verwendet werden würde. Lavendelhydrolat ist gut geeignet zur Wundpflege und -reinigung, zur Intimpflege sowie zur Hautbefeuchtung bei Verbrennungen.
Melissenhydrolat (pH: 4,0–4,5)
Ein krautig-grasig duftendes Pflanzenwasser, das gereizte, empfindliche und entzündete Haut beruhigt. Es empfiehlt sich bei Juckreiz und Herpesinfektionen.
Myrtenhydrolat (pH: 4,0 – 4,5)
Ein klärend-frisch duftendes Pflanzenwasser, welches das Gewebe belebt und strafft sowie einen adstringierenden Effekt hat. Myrtenhydrolat ist in Kombination mit Lavendel-Zypressen-Öl ideal zur Venenpflege und hat sich als Gesichtswasser bei erweiterten Poren und Äderchen sowie bei überreizten Augen bewährt.
Nerolihydrolat (pH: 4,0 – 4,5)
Ein blumig, meist frisch duftendes Pflanzenwasser, das sich gut zur Hautpflege eignet, insbesondere bei fettiger sowie empfindlicher Haut und wenn der Duft anderer Hydrolat nicht zusagt. Bei Babys in den ersten Wochen noch nicht anwenden.
Pfefferminzhydrolat (pH: 5,0 – 5,5)
Ein krautig-frisch duftendes Pflanzenwasser, das kühlend und erfrischend wirkt. Empfehlenswert ist es bei gestauten Venen und Krampfadern, bei Übelkeit und Brechreiz, an heißen Sommertagen zur Erfrischung und Konzentrationsförderung. Gerne wird es zur Mundpflege bei entzündeter, schmerzhafter Mundschleimhaut verwendet.
Rosenhydrolat (pH: 4,5 – 5,5)
Ein blumig-weich duftendes Pflanzenwasser. Es eignet sich für jede Art der Hautpflege, ob als Gesichts- oder Intimwasser, zur Beruhigung von gereizter oder entzündeter Haut und Schleimhaut von Frauen und Babys, ob zur Pflege der Brustwarzen, bei Sonnenbrand oder zum Reinigen des Nabels oder von Wunden. Zur Linderung von gereizten Augen und Bindehautentzündungen wird einfach ein Wattepad mit Rosenhydrolat besprüht und auf die geschlossenen Augenlider gelegt.
Rosmarinhydrolat (pH: 4,0 – 5,0)
Ein krautig duftendes Pflanzenwasser. Seine anregende Wirkung ist gut bei Morgenübelkeit und Kreislaufschwäche. Auch als Erfrischungsspray an heißen Sommertagen wird es als angenehm und anregend empfunden. Wird es zur Kopfhautmassage eingesetzt, stärkt es das Haar und wirkt einer Schuppenbildung entgegen. Zudem bindet es unangenehmen Fußschweiß.
Salbeihydrolat (pH: 3,9 – 4)
Der krautig-frische und typische Salbeiduft prägt das Pflanzenwasser. Wie alle Hydrolate ist es zart kühlend und hautpflegend, der Feuchtigkeitsmantel der Haut wird aufgefüllt. Es unterstützt zudem die Schweißreduktion bei starker Schweißneigung. In der Stillzeit kühlt es die spannenden Brüste bei zu reichlicher Muttermilch oder Neigung zu Milchstau. Empfindliche oder gar zu Wundsein neigende Brustwarzen werden nach dem Stillen mit dem Hydrolat gepflegt.
Teebaumhydrolat (pH: 4,5 – 5,0)
Ein erdig-krautig duftendes Pflanzenwasser. Es ist als Gesichtswasser bewährt bei fetter und unreiner Haut, zur Hautpflege bei entzündeter Haut und zur Pflege bei Problemhaut und Schleimhautreizungen, z. B. im Windelbereich oder zur Intimpflege.
Weihrauchhydrolat (pH: 3,9 – 4)
Ein überraschend frisch duftendes Wasser mit einem krautig-herben Nachgeruch. Es eignet sich bei antibakteriellen und pilzhemmenden Maßnahmen, aber auch zur Intimpflege sowie bei juckender Haut.
(Alle pH-Wert-Angaben: Labor der Bahnhof-Apotheke 2014. Hydrolate unterliegen natürlichen Schwankungen, so auch der ph-Wert.)
Creme- und Salbengrundlagen
Ätherische Öle können auch in Salben und Cremes eingearbeitet werden. Dazu werden Salbengrundlagen benötigt, die lipophil, also fettlöslich sind. Um die Naturreinheit zu gewährleisten, werden für die Cremes, Salben und Balsame der Stadelmann®-Aromamischungen nur natürliche Grundlagen aus kontrolliert biologischem Anbau bzw. Tierhaltung wie etwa Bienenwachs, Sheabutter und Wollwachs gewählt. Diese werden mit fetten Pflanzenölen weichgerührt, bei den wasserhaltigen Salben werden ausschließlich Hydrolate hinzugefügt.
Für die Fachfrauen der Galenik, die die Stadelmann®-Aromamischungen herstellen, bedeutet dies jeden Tag aufs Neue Fingerspitzengefühl bei der Temperaturwahl, um die Bestandteile sorgsam auf dem optimalen Schmelzpunkt so lange zu rühren, bis die Salben und Cremes eine angenehme und krümelfreie Konsistenz erhalten. Da keinerlei Emulgatoren verwendet werden, ist dies eine kontinuierliche Herausforderung, insbesondere bei wechselnden Außentemperaturen, die das Rohmaterial ebenfalls beeinflussen.
Da den Cremes und Salben weder Konsistenzbildner noch Konservierungsmittel beigefügt werden, liegt die Haltbarkeit zwischen einem und zwei Jahren.
Bienenwachs
Das Bienenwachs, mit dem die Honigbienen ihre Waben bauen, ist ein bewährter natürlicher Grundstoff zur Salben- und Kosmetikherstellung. Produziert bzw. ausgeschieden wird es von Wachsdrüsen an der Körperunterseite der Arbeitsbienen.
Vom Nektar zum reifen Honig ist es ein weiter Weg, der seinen Abschluss darin findet, dass die Bienen den Honig verdeckeln, d. h. mit einer dünnen Wachsschicht überziehen, damit er sehr lange haltbar bleibt. Diese sehr feine Wachsschicht, das sogenannte Deckelwachs, wird vor dem Schleudern entfernt. Pro 100 kg Honig werden dabei nur ca. 1,5 kg Deckelwachs gewonnen. Dieses wird anschließend gereinigt, in der Regel durch Ausschleudern, Waschen und Schmelzen.
Verwendung in der Kosmetik finden zudem auch unbebrütete Honigwaben. Die durch Ausschleudern entleerten und zunächst mit kaltem Wasser gereinigten Waben werden anschließend in heißem Wasser geschmolzen und von festen Bestandteilen und Verunreinigungen gesäubert. Das so gewonnene, fein nach Honig duftende Wachs stellt für die Imker also eine zusätzliche Einnahmequelle dar und hat nichts mit Tierausbeutung oder dergleichen zu tun.
Das in Pastillenform gegossene Wachs verleiht mit seiner typisch honiggelbbraunen Farbe dann auch den Cremes und Salben eine entsprechend gelbliche Färbung und sorgt für eine angenehme halbfeste Konsistenz. Auf der Haut erzeugt es eine leicht kühlende Wirkung, da es Wasser verdunsten lässt. Seine gute Hautverträglichkeit und die Fähigkeit, ätherische Öle zu binden, machen es zu einem wertvollen Emulgator und einer Grundsubstanz in der Herstellung von Aromamischungen.
Kakaobutter
Der Kakaobaum mit seiner Frucht hat seinen Ursprung in den Tropen Zentralamerikas und wurde dort schon vor vielen Jahrhunderten kultiviert, später auch in asiatischen Ländern. Die Kakaobutter wird aus den Kernen der Kakaofrucht wie auch aus der Fruchtmasse gewonnen. Sie ist blassgelb, riecht schwach angenehm kakaoartig und ist gut zwei Jahre haltbar. In der Aromatherapie wird sie in Apotheken zur Herstellung von »Bio-Zäpfchen« (Suppositorien) und »Bio-Vaginalovula« verwendet. Wird für Zubereitungen jedoch Wasser benötigt, kann sie schlecht verarbeitet werden, weil sie kaum Flüssigkeiten aufnimmt. Deshalb kommt Kakaobutter in Naturkosmetikprodukten so gut wie nicht vor. Dabei ist sie grundsätzlich gut hautverträglich und eignet sich bestens für die Altershaut, allerdings bleibt immer ein Fettglanz zurück.
Mangobutter
Eine aus dem westafrikanischen Burkina Faso stammende neue wunderbare Cremegrundlage ist die recht gut haltbare Mangobutter. Gewonnen wird sie aus den großen Kernen der Mango, die für den Export der beliebten Trockenfrüchte angebaut werden. Die Mangobutter ist somit ein willkommenes Nebenprodukt und bietet vor allem den Frauen ein weiteres Arbeitsfeld.
In die Stadelmann®-Aromamischungen wird die kostbare Bio-Mangobutter aus CO2-Extraktion eingearbeitet, eine echte Rarität, die in einem neuen, schonenden Verfahren gewonnen wird, einen mild-säuerlichen Geruch aufweist und sehr hautpflegende Eigenschaften hat. Aufgrund des ausgewogenen Verhältnisses an gesättigten und ungesättigten Fettsäuren ist die Mangobutter weniger fettig als Sheabutter, zieht sehr schnell ein und hinterlässt keinen glänzenden Film auf der Haut.
Sheabutter
Ebenfalls afrikanischer Herkunft ist die Sheabutter, auch Karitébutter genannt. Sie stammt entweder aus Mali, Burkina Faso, Nigeria oder Uganda. Sheabutter weist eine feste, butterartige Konsistenz auf und ist in zwei Varianten im Handel erhältlich: zum einen die geruchsintensive, hellgelbe Bio-Rohbutter, zum anderen die gereinigte, weiße, fast geruchsneutrale Sheabutter. Die Butter wird aus dem Fruchtfleisch der Nüsse des Sheabutter-Baums hergestellt. Sie weist eine gute feuchtigkeitsbindende Eigenschaft auf, bietet einen angenehmen Hautschutz und pflegt die Haut. Sie enthält reichlich Fettbegleitstoffe, Vitamin E sowie Provitamin A. Ihre feste Konsistenz wird mit fetten Ölen weichgeschmolzen und ergibt einen hervorragenden Pflegebalsam. Sheabutter hat sich aufgrund ihrer guten Haltbarkeit und Verträglichkeit bestens in der Hautpflege bewährt und in den letzten drei Jahrzehnten einen festen Platz in der Naturkosmetik erobert.
Mit Stolz kann ich berichten, dass in den Stadelmann®-Aromamischungen nur noch die »Luxusvariante«, die Nilotica-Sheabutter aus Uganda, verarbeitet wird. Sie weist einen bis zu 58 % höheren Ölsäureanteil auf, also bis zu 20 % mehr als die westafrikanische Sheabutter. Dies zeigt sich nicht nur in ihrer wunderbaren Konsistenz, sondern auch in der pflegenden und feuchtigkeitsspendenden Wirkung.
![]() | Die Produkte aus Afrika zeigen beispielhaft, wie wichtig es ist, dass sich Unternehmen um die gesamte Wertschöpfungskette kümmern. Das alles ist aufwendig und benötigt Zeit. Auf der anderen Seite bedeutet der Handel mit diesen Ländern für die Menschen dort nicht nur Arbeitsplätze, sondern für viele junge Mädchen und Frauen insbesondere auch Bildung. Deshalb braucht eine ertragreiche Bio-Produktion unsere Solidarität, nicht zuletzt, um Menschen und Boden vor Pflanzenschutzmitteln und Umweltschäden zu schützen, denn Produkte aus chemischen Raffinationen sind natürlich auch bei diesen Fetten auf dem Markt erhältlich. |
Wollwachs
Wollwachs zählt zu den natürlichen Grundlagen von Salben. Die ungereinigte Vorstufe des Wollwachses wird aus Schafvliesen gewonnen und dann durch mehrere aufwendige Reinigungsverfahren zu »Adeps Lanae SP« verfeinert. Als Salbengrundlage entspricht es den höchsten Ansprüchen, da Wollwachs sowohl auf Reinheit geprüft als auch frei von Rückständen und Pestiziden (SP – sine pesticide) ist. Die im Wollwachs vorhandenen Wollwachsalkohole verleihen ihm eine gute Emulgatoreigenschaft und tragen dazu bei, dass es reichlich Wasser speichern kann. Zudem ist es bestens geeignet, zusammen mit fetten und ätherischen Ölen verarbeitet zu werden. Um eine wirklich gute, wasserfreie, geschmeidige Salbe herzustellen, die frei von Konservierungsmitteln und Paraffinölen ist, wird das Wollwachs für die Stadelmann®-Aromamischungen je nach Rezeptur mit Hydrolaten, Jojobawachs oder anderen fetten Pflanzenölen zu einer geschmeidigen Konsistenz verarbeitet. Deshalb sind die Salben, Balsame und Cremes sehr gut verträglich und ziehen schnell in die Haut ein.
Wie beim Bienenwachs, so gilt auch für das Wollwachs, dass es sich um ein Nebenprodukt handelt. Es bietet den Schäferinnen und Schäfern bei der Schafwollgewinnung einen zusätzlichen Einnahmeaspekt.
Wichtig zu wissen ist, dass Lanolin zwar ebenfalls aus der Grundsubstanz Wollwachs besteht, aber oft mit billigen Paraffinölen verflüssigt wird. Wollwachs ist gut wasseraufnahmefähig und durch den Zusatz von Paraffin kann eine sehr lange haltbare Salbe hergestellt werden. Lanolin enthält meist 15 % dickflüssiges Paraffin und 20 % Wasser. Trotz dieser Tatsachen wird es mit der Bezeichnung »Naturprodukt« beworben. Auch die europäische Kosmetikverordnung hält den Verbraucher im Unklaren, da sie nur die lateinische Bezeichnung Lanolin vorgibt, unabhängig davon, ob mit Pflanzenölen oder mit Paraffin gearbeitet wird.
Bäder auf der Basis von Meersalz
Meersalz ist eine der wichtigsten Grundsubstanzen in der Aromatherapie. Ätherische Öle lassen sich hervorragend in Salz einarbeiten, sie haften gut an den Kristallen und ihre Duftnote entfaltet sich beim Auflösen des Salzes in Wasser. Neben seiner sehr guten Eignung für Teil- und Vollbäder eignet es sich auch als Trägersubstanz für Spülungen, feuchte Wickel, Waschungen und Gurgellösungen. Ebenso ist das Salz in manchen Aromasalben eingearbeitet, allerdings zu einem sehr geringen Anteil.
Eingesetzt wird Meersalz hauptsächlich bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte. Aber auch bei rheumatischen Erkrankungen und Entspannungsbädern ist es äußerst hilfreich. Es dient nicht nur als Emulgator mit Entspannungsfaktor, sondern ist hervorragend geeignet für Schmerzpatienten. Im Salzwasser wird so mancher Schmerz erträglich und lassen sich kranke und schmerzende Gelenke und Körperteile viel besser bewegen. Die tragende Eigenschaft des Salzes gibt Sicherheit und ermöglicht eine optimale Entspannung, sie gibt den Patienten Halt und fördert die Kreislaufstabilität. Nicht zu unterschätzen ist die Erleichterung für die Pflege, da das Personal die doch oft schweren Menschen im Wasser besser bewegen kann. Zu beachten ist allerdings, dass nach einem Therapiebad in Meersalz ein Abduschen notwendig ist, da auf der Haut zurückbleibende Salzkristalle ansonsten einen Juckreiz auslösen können. Der Zusatz von Jojobawachs in den Salzbädern der Aromamischungen unterstützt die hautpflegenden Eigenschaften zusätzlich.

Schwangerschaft
Eine Schwangerschaft ist ein schöner und prägender Abschnitt im Leben einer Frau und immer wieder ein einzigartiges Erlebnis.
In jeder Schwangerschaft können unterschiedliche Beschwerden auftreten, von denen die wenigsten krankhaft sind, sondern ein Hinweis an die werdende Mutter, sich an die sich verändernde Lebenssituation anzupassen. Das eine oder andere Ziehen in der Leiste oder im Kreuzbeinbereich oder die Einschlafprobleme müssen wohl sein, um sich immer wieder ins Bewusstsein zu rufen: Wenn dieses Kind geboren ist, wird mein Alltag ein anderer werden. Damit wir von den Veränderungen nicht überrascht werden, gibt uns die Natur viele Wochen Zeit, um uns daran zu gewöhnen.
Früher galt übrigens das erhöhte Geruchsempfinden einer Frau als das erste sichere Anzeichen für eine Schwangerschaft. Heute unterstützt uns diese Sensibilität der Nase dabei, mit dem gezielten Einsatz aromatherapeutischer Öle das Wohlbefinden während der gesamten Schwangerschaft zu steigern. Die Pflanzenwelt reguliert mit ihren Duftstoffen auf sanfte Art und Weise unseren Hormonhaushalt und hilft so, normale Beschwerden entspannt anzunehmen und sie nicht zu pathologischen Problemen werden zu lassen.
Original-Stadelmann®-Aromamischungen und ätherische Einzelöle für die Schwangerschaft
Erfreulicherweise ist der Geruchssinn einer Frau während der Zeit der Schwangerschaft sehr ausgeprägt. In der aromatherapeutischen Praxis hat sich gezeigt, dass Schwangere deshalb eine geringere Konzentration an ätherischen Ölen benötigen. Bei den Dosierungen zu meinen nachfolgenden Behandlungstipps ist dies bereits entsprechend berücksichtigt worden (mehr über die Dosierung von ätherischen Ölen lesen Sie auf hier.).
Sollte Ihnen Ihre Nase signalisieren, dass sie einen Duft nicht mag, dann riechen Sie nach ein paar Minuten ein zweites Mal daran. Wenn der Duft bei Ihnen dann noch immer auf Ablehnung stößt, so wenden Sie ihn nicht an. Ihre Nase weiß schon, was Ihnen gut tut.
Und bitte beachten Sie unbedingt, dass Sie sich bei krankhaften Zuständen als werdende Mutter mit Ihrer Hebamme oder Ärztin beraten sollten.
Gegenanzeigen und Wechselwirkungen
Campher-, Eukalyptus- und Pfefferminzöl dürfen von einer Schwangeren wegen der möglichen Auslösung von vorzeitigen Wehen nicht verwendet werden. Insbesondere sind folgende ätherische Öle für eine schwangere Frau als Einzelöl oder für die Selbstmedikation ungeeignet: Basilikum, Bergbohnenkraut, Eisenkraut, Ingwer, Kardamom, Nelke, Oreganum, Thuja und Zimt – sie wirken ebenfalls wehenstimulierend. Die blutdrucksteigernden Öle Lavandin, Rosmarin Ct. Borneon, Ysop officinalis und Thymian Ct. Thymol sollten Sie nur in Absprache mit einer aromaerfahrenen Hebamme oder Ärztin anwenden. Bei zu niederem Blutdruck verzichten Sie besser auf Lavendel, Majoran, Muskatellersalbei, Narde und Ylang-Ylang. Die Angaben zur Blutdruckbeeinflussung gelten selbstverständlich auch außerhalb einer Schwangerschaft.
In meinen Aromamischungen ist die Wirkung dieser Öle allerdings weniger problematisch, da sie dort zum einen nur in geringen Anteilen enthalten sind und zum anderen schon beim Einkauf der Öle darauf geachtet wird, dass sie einen möglichst niedrigen Gehalt an problematischen Inhaltsstoffen, wie z. B. Monoterpenketone, enthalten (siehe hier – hier). Lesen Sie mehr dazu in meinem Buch »Bewährte Aromamischungen«.
Angst
Ängste sind in der Schwangerschaft ganz normal: Angst ums Kind, Angst vor der Geburt, Angst vor dem Muttersein. Diese Ängste hat es immer schon gegeben, trotzdem belasten und beunruhigen sie – mal mehr, mal weniger. Bei Mehrgebärenden werden diese Ängste oft von traumatischen Erstgeburten ausgelöst sowie der Sorge, den wachsenden Aufgaben als Mutter nicht gerecht zu werden.
Sollte es Ihnen wie so vielen Frauen schwer fallen, dieses Thema offen anzusprechen, so vertrauen Sie sich dennoch Ihrer Hebamme an: Sie kennt die Ängste der Frauen und nimmt sich Zeit für ein Gespräch, sie wird Ihnen Mut machen und Ihre Zuversicht stärken. Viele der Fragen und Probleme, die Sie möglicherweise bedrücken, werden auch in meinem Buch »Die Hebammen-Sprechstunde« beantwortet.
Verwöhnen Sie sich in dieser aufregenden Zeit mit dem kostbarsten Öl der Aromatherapie, der Rose. Sie vermittelt Schutz und Stabilität. Deshalb steht das Rosen-Körperöl hier an erster Stelle meiner Duftempfehlungen.
Zur Gewinnung von einem Kilogramm Rosenöl werden drei bis vier Tonnen Blüten benötigt, die frühmorgens nach Sonnenaufgang geerntet werden müssen, bevor sich ihr ätherisches Öl in der Wärme der Sonne verflüchtigt. Trotz des intensiven Dufts der Rose entströmt dem Rosen-Körperöl ein eher zarter Rosenölgeruch, denn Rose muss behutsam dosiert werden, ganz abgesehen davon, dass ein hoher Gehalt an Rosenöl das Körperöl sehr teuer machen würde. Ein weiterer Grund sind das hochwertige kaltgepresste Granatapfelsamen- und Wildrosenöl, die ebenfalls im Rosen-Körperöl enthalten sind. Deren intensiver Eigengeruch »schluckt« im wahrsten Sinn des Wortes den Duft der ätherischen Öle. Naturbelassene Qualität hat eben auch ihre Tücken.
Rosen-Körperöl
Jojobawachs, Sesam-, Granatapfelsamen-, Wildrosenöl, Rosengeranie, Rose

Der unverwechselbare Duft des echten Rosenöls wirkt sinnlich-ausgleichend und hormonell unterstützend. Er hüllt Sie schützend ein und stabilisiert Ihre Psyche.
![]() | Morgens und abends zur Teil- oder Ganzkörperpflege anwenden. Die Haut vorher mit Rosenhydrolat befeuchten oder Hydrolat und Öl vor dem Auftragen in einem Massageölschälchen oder direkt in der Flasche vermischen (im Verhältnis von ca. 1∕3 Hydrolat zu ca. 2∕3 Ölmischung). |
![]() | Wenn Sie den Rosenduft verstärken möchten, können Sie pro Anwendung 3 – 5 Tr. eines 1 %igen Rosenöls hinzufügen. Sie haben die Wahl zwischen Rose Afghanisch oder Iranisch. |
Familienbad
Vanille, Tonkabohne, Kamille römisch (Badesalz: Meersalz, Jojobawachs. Dusch & Ölbad: neutrale Grundlage, Sesamöl)
Ob als Ölbad oder Badesalz, diese wohlriechende Mischung ist Balsam für die Seele, sie entspannt, beruhigt und pflegt die Haut.
![]() | 2 – 3 EL für ein einhüllendes Entspannungsbad. Beim Salzbad anschließend gründlich abduschen. |
Geborgenheit
Benzoe Siam, Iris, Jasmin, Lemongras, Melisse, Orange, Vanille (Naturparfüm in Jojobawachs)
Der blumige, samtig-einhüllende Duft wirkt beruhigend, ausgleichend und stärkend.
![]() | Zur Raumbeduftung ca. 5 – 10 Tr. |
![]() | Für ein Aromabad am Abend 7 – 10 Tr. in 1 EL Honig vermischen und ins Badewasser geben. |
![]() | Als Naturparfüm: 1 – 2 Tr. mehrmals täglich nach Bedarf auf die Schläfe, hinters Ohr, den Nacken, in der Herzgegend, der Kniekehle oder auf den Pulsbereich am Handgelenk auftragen. |
Sprachlos
Jojobawachs, Rose, Melisse, Iris
Die wertvollen Öle vereinen sich zu einem einhüllenden, schützenden und beruhigenden Duft.
![]() | Als Zusatz in ein Massageöl: 30 Tr. in 50 ml fettes Öl auf Pflanzenölbasis geben, z. B. in das Schwangerschaftsstreifenöl oder Körperöl entspannend. |
![]() | Als Naturparfüm mehrmals täglich pur auftragen (siehe Geborgenheit). |
![]() | Für ein ausgleichendes und schutzgebendes Aromabad am Abend 10 – 15 Tr. in 1 EL Honig vermischen und ins Badewasser geben. |
![]() | Zur Raumbeduftung je nach Raumgröße 3–10 Tr. |
Neroli 10 % in Jojobawachs
Jojobawachs, Neroli
Das ätherische Öl der Orangenblüten wirkt beruhigend und ausgleichend. Sein frischer Duft erinnert an Kölnisch Wasser.
![]() | Ideal als Naturparfüm: Mehrmals täglich pur auftragen (siehe Geborgenheit). |
![]() | Für ein Aromabad 15 – 20 Tr. in 2 EL Honig oder Sahne vermischen und ins Badewasser geben. |
![]() | Zur Raumbeduftung 7 – 10 Tr. je nach Raumgröße. |
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