Czytaj książkę: «Mach's dir leicht, sonst macht's dir keiner»

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Die Autorin

HEIDI WAHL ist selbstständige Trainerin und Coach. Die Bergliebhaberin ist ausgebildete REVT-Beraterin, NLP-Master, Reiss Profile Master, Diplom-Sportpädagogin, Burnout-Beraterin, systemischer Coach sowie Redakteurin und Autorin von Büchern und Zeitschriftenartikeln. Seit Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit Resilienz, Stressbewältigung und Burnout-Prophylaxe sowie mit Themen, die sich um Wörter, Sätze und Texte drehen – gedruckt oder gesprochen. In Seminaren und interaktiven Vorträgen macht sie Mut und motiviert Menschen, das zu tun, wofür ihr Herz schlägt. Gemäß ihrer Maxime: Denken und Handeln beflügeln! www.heidiwahl.de

Heidi Wahl

© 2018 EHP – Verlag Andreas Kohlhage, Gevelsberg

www.ehp-verlag.de

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Das Gedicht von Münir Sevim auf S. 5 hat der Autor selbst aus dem türkischen Original ins Deutsche übersetzt. Die Vertonung des Gedichts ist über die Internetseite des Autors zugänglich und wird 2018 als CD erscheinen. © Münir Sevim (www.munirsevim.com)

Dieses Buch ist auch als E-Book erhältlich

Umschlagentwurf: Uwe Giese

– unter Verwendung einer Zeichnung von Christian Klefke –

Abbildungen: Christian Klefke

Satz: MarktTransparenz Uwe Giese, Berlin

Gedruckt in der EU

Alle Rechte vorbehalten

All rights reserved. No part of this book may be reproduced or transmitted in any form or by any means, electronic or mechanical, including photocopying, recording or by any information storage and retrieval system, without permission in writing from the publisher.

print-ISBN 978-3-89797-105-9

epub-ISBN 978-3-89797-622-1

pdf-ISBN 978-3-89797-623-8

E-Book-Herstellung und Auslieferung:

Brockhaus Commission, Kornwestheim

www.brocom.de

SCHMETTERLINGE

Im Traume stand

in seiden Gewand

Wachen im Frühling

Kündigen Zeit zur Liebe

Sie tanzen die wahren Künste

sind stolz und verletzlich

Bunt, süß und seidig

Prinz, Prinzessin der Fauna

Sie sind Schmetterlinge

im Wirklichen sind Engel

im Rausch voller Schweben

mit dem kürzesten Leben …

Münir Sevim

Inhalt

Prolog

1. Mariposa oder Faszination Schmetterling

Trecker fahren statt Party machen

Blöde Fragen gibt es nicht!

Sackgassen beschwingt verlassen

Acht Eigenschaften von Schmetterlingen

Mimese, die Kunst der Tarnung

Metamorphose, das ›fluginsektarische‹ Wunderwerk

Erst die Ruhe, dann das schillernde Leben

Kleiner Flügelschlag, großer Effekt

Sensibel, aber dennoch hart im Nehmen

[Übung: Anderer Blick, neue Erkenntnisse

Offen bleiben, Überleben sichern

Strategen mit ausgeklügelten Sinnen

Andere Länder, andere Sitten

2. Der Traum der Raupe

Clever: Raupen lassen sich von Ameisen massieren

Lust auf Neues und Abenteuer

Alles ist möglich: Profifußballer, Popstar oder Onlineshop-Besitzerin

Beispiel: Whoopie Goldberg steht auf Mayas Schals

Wissen sammeln bringt unser Gehirn auf Trab

Seminarbesuche: Strafe oder Belohnung?

Verhalten ändern? Dann heißt es durchhalten!

Aufgepasst: Normen, Regeln und Fettnäpfchen

Bonuszahlungen verflüchtigen sich schnell

Selbstbild: Statisch oder immer in Bewegung?

Pippi Langstrumpf sieht nur halbvolle Gläser

[Übung Auf die Stärken konzentrieren

3. Mein Kokon, mein Biotop

Optimales Klima im Kokon

Irgendwann kommt er: Der Auszug aus dem Kinderzimmer

Einst überlebenswichtige Einschätzung: Freund oder Feind?

Forscherbrille aufsetzen und in fremde Kokons kriechen

Maestro-Typ: Der flexible und neugierige Macher

Kolori-Typ: Hauptsache bunt und ungewöhnlich

Lomodo-Typ: Wir machen es wie immer!

Corazon-Typ: Großes Herz mit Harmoniezentrum

[Übung Inne halten: Wie ticken Sie?

Willkommen im Club der Kokonisten

[Übung: Für Einsteiger: Beobachten und Anschauen

[Übung für Fortgeschrittene: Beobachten und beschreiben

[Übung: Die Lupentechnik: Einfach und immer anzuwenden

4. Raus aus dem Kokon, rein ins Abenteuer Leben

Nach Ruhephase beginnt Umbau zum Falter

Schubser von außen: Entscheidungsbeschleuniger

Arsch-Engel öffnen die Augen

Leben mit dem Nötigsten

Kündigung machte den Weg frei

Beispiel: Vom Formel-1-Rennwagen in den Rollstuhl

Beispiel: Wachstumsschmerz oder die Kunst des Überlebens

Ihr Lebens-EKG

[Übung: Wie sieht Ihr Lebens-EKG aus?

Freiwillig und gezielt Veränderungen anstoßen

Veränderung folgt einer typischen Kurve

Beispiel: Cynthias Angst vor dem Zahnarzt

Individuell: Tiefe und Dauer des Prozesses

Unsere inneren Antreiber geben Energie

Kleinigkeiten bringen Perfektionisten gehörig durcheinander

[Übung: Antreiber-Test

Scheitern ist menschlich

Kopf oder Zahl – Münzen helfen beim Entscheiden

Warum wir an Bewährtem festhalten

Nein, die Anderen denken nicht wie Sie!

Sprichwörter treffen den Nagel auf den Kopf

Klarheit und rosige Aussichten statt Extraschleifen

[Übung: Fünf Säulen der Identität

Das Ende der Welt oder der Anfang des Schmetterlings

5. Der Flug des Schmetterlings

Schimmernder Schmetterlingsstaub

Gehandicapt durch Sturz, aber überlebt!

Das Leben ist endlich

[Übung: Mut trainiert die Flügel

Tun Sie nur noch, was zu Ihnen passt

Beispiel: Alles ist anders!

Macken als Special Effects einsetzen

Fehlender Lebenssinn macht mürrisch und unzufrieden

[Übung: Fünf Dinge, die heute gut liefen

Lebenszufriedenheit folgt einer U-Kurve

Gutes Gefühl: Tun Sie doch, was Sie wollen!

In der Ruhe liegt die Kraft: Auszeiten für die Muße

[Übung: Selbstgemacht: Eine »Ressourcen-Dusche« für mich

Beispiel: Lomodo-Strategien: Kleine Lügen und Kontern

Menschen können sich schlechter konzentrieren als Goldfische

[Übung: »Ich mache« macht vieles leichter

Lust auf Neues und Experimente

Das hilft sicher: Mutig vorwärts gehen

Werte bringen Herzen zum Klingen

Beispiel: Steiler Aufstieg, tiefer Fall

[Übung: Was ist Ihnen wirklich wichtig?

6. Das Mariposa-Prinzip

Heute aus dem Gestern für morgen lernen

Das Mariposa-Prinzip: Eins, zwei, drei – mach dich frei!

Mut: Trauen Sie sich!

Halten Sie Ihre »Fressfeinde« auf Abstand!

Ausdauer: Dranbleiben lohnt sich!

[Übung: Durchhalten mit der fünf-Finger-Technik

Ruhe: Runterkommen und auftanken

Kraftvoll abheben

Initiative: Mehr Dopamin, mehr Glück

Perspektive: Mariposition oder Neutraler (Ein-) Blick

Hilfreich: Stellen Sie sich neben sich!

Offenheit: Bloß keine Dino-Allüren!

Sinn: Synapsenparty im Alltag

Anfangen: Es lohnt sich!

[Übung: Aller Anfang gelingt leicht mit der A-Z-Liste

7. SchlussgeDanken

8. Literatur

9. Register

Prolog

Haben Sie manchmal das Gefühl, einen Klotz am Bein zu haben? So dicke Eisenkugeln, die schon morgens das Aufstehen erschweren und einem den ganzen Tag vermiesen? Oder vielleicht fühlen Sie sich manchmal gefangen im Hamsterrad und wissen nicht, wie Sie da jemals herauskommen sollen? Zu schnell, keine Bremse, keinen Notausstieg? Dann heiße ich Sie willkommen im Club. Im Club derer, die künftig entspannter, gelassener und leichter durchs Leben kommen wollen.

Sie fragen sich jetzt bestimmt: Wie soll denn das gehen? Ich habe doch schon so viele Dinge ausprobiert, bin in Kurse gegangen, habe den Job gewechselt und mich mit Freundinnen und Partner ausgetauscht und nichts hat etwas geholfen. Immer wieder gibt es Tiefpunkte und Stolpersteine, die einem die gute Laune verhageln. Ich kann Ihnen nur empfehlen: Bleiben Sie dran, lassen Sie sich nicht entmutigen von Ihrem Vorhaben, mehr Leichtigkeit zu haben, mehr Genuss oder vielleicht mehr Zeit für sich, Ihre Lieben und Ihre Hobbies. Freuen Sie sich auf die Hochzeiten, die da noch kommen.

Klar, manchmal gibt es einfach Phasen im Leben, in denen wir unsere Entwicklung nicht pushen können, durch keine Droge dieser Welt – auch wenn wir es gerne täten. Da ist es nötig, dass wir uns, unseren Kokon, unsere Komfortzone genauer unter die Lupe nehmen und schauen, was eigentlich los ist. Praktisch eine Reise in unser Inneres starten. Und dabei prüfen, ob wir im Leben da angekommen sind und dort stehen, wo wir hinwollen. Im Laufe der Jahre gibt es immer wieder Momente des gefühlten Stillstands: keine Reaktion auf das Dutzend Bewerbungen, die man akribisch ausgearbeitet und abgeschickt hat. In der Hoffnung, den begehrten Job an Land zu ziehen. Oder der Umzug in das neue Büro verzögert sich wegen eines Wasserschadens um Monate. Man sitzt auf gepackten Kartons, null Bock, die Ordner wieder auszupacken und es sich wieder im alten Stil gemütlich zu machen. Doch dann, endlich, kommt der ersehnte Anruf! Von einem Moment auf den anderen fühlen Sie sich voller Energie, Sie machen Freudensprünge und umarmen den nächstbesten, der Ihnen über den Weg läuft. Bedienung, Kollege, Paketdienst, egal. Es geht wieder aufwärts. Ach, wie ist das Leben schön! Ganz besonders toll und fluffig ist das Leben für frisch Verliebte. Wenn Schmetterlinge im Bauch herumtollen und die Herzen höherschlagen lassen.

Schmetterlinge fand ich schon als Kind spannend. Also, ich meine richtige Schmetterlinge, Tiere eben. Und manchmal, aber wirklich ganz selten, ließ sich einer auf meinem Arm nieder. Im Garten meiner Eltern oder auf den Streuobstwiesen meiner Großeltern. Kurze Momente seltenen Glücks. Dabei hatte ich immer die Ermahnung meiner Oma im Ohr: »Keinen Schmetterling anfassen. Sonst kann er nicht mehr fliegen!« Besonders faszinierend ist es, die unterschiedlichen und wirklich eindrucksvollen Entwicklungsschritte bei Schmetterlingen zu beobachten: Erst ist da ein kleines Ei, aus dem eine Raupe wird, die sich schließlich verpuppt und in einem Kokon regungslos verharrt, ehe ein bunter Schmetterling schlüpft und von Blüte zu Blüte gleitet. Lautlos, leicht.

Stimmt das denn? Können Schmetterlinge tatsächlich nicht mehr fliegen, wenn man ihre Flügel betatscht? Ich habe das überprüft und Experten befragt: Nein, Schmetterlinge können dann immer noch fliegen, aber es ist viel mühsamer für die kleinen Insekten. Denn durch die Berührung verlieren sie Flügelschuppen, was sich beim Fliegen ungünstig auf die Strömungsverhältnisse auswirkt. Sie haben dann praktisch kleine Eisenkügelchen an ihren Beinen. Je mehr ich mich mit den Eigenschaften und Fähigkeiten von Schmetterlingen beschäftigte und je tiefer ich in die Lepidoptera-Materie einstieg, umso mehr beeindruckten sie mich und ich dachte: Wow, von denen kann man ja noch einiges lernen! Sie sind beispielsweise äußerst kreativ und offen für neue Lösungen, wenn sich die Umgebungsbedingungen ändern. Fällt kein Regen und sind alle Pfützen vertrocknet, dann löschen einige Spezialisten ihren Durst eben mit Tränenflüssigkeit anderer Tiere. Auch in Sachen Tarnung, Täuschung und Abwehr sind Schmetterlinge Ausnahmekönner. Alles nur um zu überleben.

Menschen, die gerne mal »Ja« sagen, aber »Nein« denken, ärgern sich hinterher oft grün und blau. Wenn sie es mal wieder nicht geschafft haben, die zuvor akribisch ausformulierten und zurechtgelegten Sätze wie »Nein, ich kann dieses Mal keinen Kuchen backen« oder »Heute kann ich die Präsentation nicht mehr ändern, ich muss meinen Sohn zum Fußballtraining fahren« über die Lippen zu bringen. Und dann ganz bedröppelt dastehen, mit hängenden Schultern, niedergeschlagen und sich fest vornehmen: »Beim nächsten Mal mache ich das anders! Ganz sicher!«

In den folgenden Kapiteln beantworte ich Fragen, die Sie wahrscheinlich auch brennend interessieren: Was machen Menschen, die ihr Ding machen und daher mit Leichtigkeit durchs Leben schweben, eigentlich anders? Wie kommt es, dass einige meiner Freunde gerne zur Arbeit gehen, während andere die Tage bis zur Rente zählen? Oder eine Abteilungsleiterin mir auf dem Weg zur Kantine erklärt: »Ich warte eigentlich nur darauf, dass ich Oma werde.« Es ist ihr zu anstrengend, einen anderen Job zu suchen. »In meinem Alter finde ich ja sowie nichts mehr.« Stattdessen verlässt sich Gisela darauf, dass das ersehnte Enkelkind künftig ihrem Leben wieder einen Sinn gibt und sie als Oma beim Kinderwagen-Schieben aufblüht. Diese Haltung konnte ich nicht nachvollziehen. Ich fragte Gisela irritiert: »Und was machen Sie, bis Sie Oma werden? Das kann ja noch dauern, Ihre Tochter ist doch gerade erst 22 geworden.« »Nichts. Ich mache so weiter wie jetzt.«

Dieses kurze Gespräch beschäftigte mich so sehr, dass ich mich auf die Suche machte. Nach Mechanismen und Mustern, die solche Denkweisen fördern. Aber auch nach Voraussetzungen und Faktoren, die Leichtigkeit, Spaß und Freude ins Leben bringen. Theoretisch und praktisch. Als Trainerin und Coach habe ich dazu jede Menge Gelegenheiten. Auch in meinem Leben gab es Situationen (Trennung, Jobverlust, Krankheit, Unfall), die mich ganz schön gebeutelt haben. In der akuten Phase zählt nur das Durchkommen, das Überstehen der aussichtslosen Lage. Wenn sich das Chaos etwas gelichtet hat, geht es um die Frage: Wie gewinne ich wieder die Leichtigkeit, mit der ich vorher durchs Leben gegangen bin? Und wie gestalte ich meinen weiteren Lebensweg, so dass ich jeden Tag zufrieden bin und mich abends im Bett an die kleinen angenehmen Momente erinnern kann?

In diesem Buch will ich Ihnen Zusammenhänge aufzeigen, die Sie so vielleicht noch nicht gesehen haben: Die Entwicklung der Leichtigkeit ähnelt der Metamorphose bei Schmetterlingen. Das hat die Natur ganz schön raffiniert eingefädelt, Respekt! Bei meinen Erkundigungen habe ich zudem erstaunt festgestellt, welche entscheidende Rolle unser Gehirn und die darin ablaufenden neurobiologischen Vorgänge spielen. Sie werden sich wundern, was unsere grauen Zellen so treiben, wenn wir ihnen freien Lauf lassen: Was sie einmal gelernt haben, wollen sie auf Teufel-komm-raus beibehalten. Ganz schön fiese Nummer. Die gute Nachricht: Mit Beharrlichkeit und einigen Tricks lässt sich selbst das eingefahrenste Hirn umprogrammieren. Sofern der Besitzer sich dazu entscheidet und sich nicht durch Versprechungen wie »auf dem Sofa ist es viel schöner als im Fitnessstudio« beeinflussen lässt. Das kommt Ihnen bekannt vor? Prima, dann freuen Sie sich auf die Episoden von Bekannten, Seminarteilnehmern oder Coaching-Klienten (alle Namen geändert). Wahrscheinlich stellen Sie fest: Oh, so was Ähnliches habe ich auch schon mal gedacht oder erlebt. Und vielleicht entdecken Sie wertvolle Hinweise oder Tipps für Ihre eigene Weiter-Entwicklung.

Ich gebe Ihnen mit dem MARIPOSA-Prinzip acht Schlüssel an die Hand, mit denen Sie an den verschiedenen Rädchen drehen können und mit denen Sie geschmeidiger durch Hochs und Tiefs gleiten. Einfache Methoden und alltagstaugliche Techniken helfen Ihnen, Ihre Wahrnehmung zu trainieren, damit Sie eingerostete Bremsklötze und Schrauben rasch erkennen und lösen können. Denn Sie wollen doch Ihre Energie und Ihr Know-how zielgerichtet in den Bereichen einsetzen, die Sie für sinnvoll halten, oder? Und sich öfter trauen, das zu sagen und das zu tun, was Sie für sich als richtig ansehen. Also Ihre PS auf die Straße bekommen, selbst wenn der Partner oder die Freundin eingefleischte Fahrradfahrer sind. Und aktiv Situationen angehen, vor denen Sie sich bislang gedrückt haben. Ja, genau, ich meine das zerrüttete Verhältnis mit XY, das Ihnen schon seit Wochen den Schlaf raubt und Ihnen schwer im Magen liegt. Ich kann das Gespräch nicht für Sie führen, doch ich zeige Ihnen, wie Sie sich darauf mental vorbereiten können und dann selbstbewusst zum Telefonhörer greifen und die Angelegenheit elegant aus der Welt schaffen.

Nach der Übung »Lebens-EKG« werden Sie mit anderen Augen auf die einschneidenden Erlebnisse in den vergangenen Jahren schauen und staunen, wie gut Sie vieles gemeistert haben und weiterhin meistern werden. Sie erkennen, welche Kompetenzen und Stärken in Ihnen schlummern, die manchmal, ruckzuck, von Verhaltensmustern und Denkweisen aus der Kindheit in die hinterste Ecke gedrängt werden. Sie bekommen aber auch Ideen und Vorschläge, wie Sie sich aus dieser ungünstigen Position befreien können. Ganz besonders viel Spaß beim Lesen werden Sie auf den Seiten haben, wo wir gemeinsam pädagogische Leitsprüche wie »Das macht man nicht!« oder »Nur die Harten kommen in den Garten« auseinanderpflücken. Dieses Wissen wird Ihnen helfen, souveräner und gelassener auf die Kapriolen des Lebens zu reagieren.

Vielleicht sind Sie nach der Lektüre des Buches so motiviert, dass Sie sich mutig auf die Suche nach einem passenderen Job oder nach einem befriedigenden Hobby machen. Vielleicht buchen Sie wild entschlossen die lang ersehnte Reise nach Bali? Es kann auch sein, dass Sie ganz kleine Schritte gehen und damit starten, Ihr Augenmerk auf die positiven Dinge zu lenken, auf das, was Ihnen täglich gelingt. Abends, im Bett. Ziel ist, das Denkorgan aus seiner Wohlfühlzone zu bugsieren. Ihre eigene Situation etwas besser zu verstehen und Ihnen einen Ansporn zu geben, sich von Altlasten zu befreien und Ihr Leben dadurch wieder leichter werden zu lassen. Mit Hilfe der acht Gebote des MARIPOSA-Prinzips schaffen Sie das! Das Gute daran: Sie müssen nicht bei M, beim ersten Punkt beginnen. Sie können auch beim S starten. Hauptsache, Sie fangen an!

1. Mariposa oder Faszination Schmetterling

Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß, wie Wolken schmecken …

(Carlo Karges)

Blut rühren war mein erster Ferienjob. Eine verantwortungsvolle Aufgabe für eine Siebenjährige. Das rotbraune Schweineblut mit beiger Schaumkrone im weißen Plastikeimer musste immer in Bewegung bleiben, damit es nicht gerann. Also rührte ich immerzu. Einmal linksherum, einmal rechtsherum. Immer abwechselnd. Meine Mutter fand das alles sehr eklig. Das Blut, der Geruch, die Borsten, die vollen Schweinedärme. Für mich war es einfach nur aufregend, ein Highlight in den Herbstferien, auf das ich mich schon wochenlang vorher gefreut habe. Mich faszinierte der ganze Ablauf der Schlachtung, die einzelnen Schritte, die fette Speckschicht unter der Haut und besonders das Innenleben der Schweine. Ich bekam große Augen beim Anblick von Herz, Hirn, Nieren, Darmschlingen und Leber. Wie unterschiedlich doch die einzelnen Organe waren! Hinsichtlich Form, Farbe, Aufbau und Struktur. Und natürlich durfte ich die Innereien auch anfassen. Natürlich erst nachdem ich Stein und Bein geschworen hatte, meine Hände vorher gründlich gewaschen zu haben. Während sich die Leber eher labberig anfühlte, war das Herz kompakt, der Darm glitschig und zart zugleich. Und niemand hat es gestört, dass ich ’zig Fragen stellte und alles genau wissen wollte. Hauptsache, ich stand nicht im Weg herum und behinderte die Erwachsenen.

Wir haben früher zuhause auf der Schwäbischen Alb bei uns im Haus, besser gesagt, in der Garage geschlachtet. Die Schweine züchteten meine Großeltern, Metzgermeister Gerhard tötete, zerlegte und verarbeitete die Tiere und danach hatten wir in der Gefriertruhe Unmengen Schnitzel, Braten und Rouladen. Leber- und Blutwürste wurden in Därme oder Dosen gefüllt. Klassische Selbstversorgung, alles biodynamisch und wahnsinnig lecker.

Als Kind war ich nicht nur beim Schlachten dabei, sondern ständig im Stall von Oma und Opa. Ich fütterte Schweine und Hühner, streichelte Katzen, Kälber und Kühe. Sie kennen das Gefühl einer rauen Kuhzunge auf der Hand? Herrlich. Wahnsinnig traurig war ich jedoch, als ich eines Morgens das sehnsüchtig erwartete, in der Nacht zuvor geborene Kalb sehen wollte: es war tot. Der Kadaver lag zugedeckt unter einer Decke in der Scheune, auf dem kalten Steinboden. Abholbereit für den Tierverwertungs-Laster. »Warum musste das Kälbchen sterben?«, fragte ich meine Oma. »Es war einfach zu schwach. Das passiert halt manchmal. Das gehört dazu zum Leben.« Ich fand das nicht gut, nahm das aber kommentarlos hin. Denn wenn das die Oma sagt, dann ist das so. Meine Oma – ich nannte sie auf gut schwäbisch »Ahna« – kannte alle Facetten von Freud und Leid im Stall.

Trecker fahren statt Party machen

Tiere und Technik. Das waren damals meine Favoriten. Neben Skifahren, Handball und Lesen. Unseren hellblauen Traktor konnte ich schon als Grundschülerin auf dem Acker durch die Heuballen steuern – ohne mit den Füßen aufs Gaspedal zu reichen. Das war kein Problem, denn Opa (»Ene«) legte den ersten Gang für mich ein und ich grinste breit hinterm Lenkrad. Als Teenie lernte ich unter Ahnas Aufsicht mit der Hand melken und an meinem Geburtstag im September war immer Kartoffeln auflesen angesagt statt Party. Das hat mich damals natürlich unendlich genervt. In der Landwirtschaft mithelfen war ziemlich uncool, denn meine Freunde spielten stattdessen Fußball oder schauten fern.

Urlaub auf dem Bauernhof ist heutzutage für Kinder der Renner. Ich hatte das damals ständig, ungewollt und unfreiwillig. Doch zugegebenermaßen gab es auch viele schöne Momente, etwa wenn das Heu kurz vor dem Gewitterschauer trocken in der Scheuer war oder die Vesperpausen auf dem Feld, im Schatten von Bäumen. Mit selbstgebackenem Brot, Hausmacher-Leberwurst, Most und Dutzenden von Schmetterlingen. Sie beim Essen zu beobachten, war einfach toll. Und manchmal ließ sich sogar einer auf meinen Füßen nieder. Das waren dann ganz besondere Momente. In denen ich absolut ruhig sitzen konnte. Meine Oma erklärte mir die einzelnen Schmetterlinge. »Das da ist ein Kohlweißling und der da drüben heißt Pfauenauge.« Ich war fasziniert. Wie unterschiedlich die Schmetterlinge doch waren. Und wie fragil, verletzlich. Im Gegensatz zu den robusten Kühen, Schweinen und Hühnern im Stall.

Auch wenn ich damals gelegentlich genervt war von der Landwirtschaft: Im Nachhinein profitiere ich von dem, was ich en passant in Stall, auf Acker und Wiesen über Tiere, Pflanzen und Jahreszeiten gelernt habe. Zwar kann ich in unserer Münchner Stadtwohnung weder Hühner noch Schweine halten, aber Gärtnern ist inzwischen meine große Leidenschaft. Sie erdet mich, macht Kopf und Gedanken frei. Nach den »Eisheiligen« im Mai lege ich los im Schrebergarten um die Ecke, säe Radieschen und Blumen, pflanze Salat, Kohlrabi, Fenchel, Gurken und Rucola. Und freue mich über jedes neue Blatt und jede neue Blüte. Beim Gärtner meines Vertrauens kaufe ich stets eine italienische Zucchinipflanze, die ich täglich besuche und ungeduldig auf die erste Frucht warte! Den grünen Daumen habe ich von Oma und Mama geerbt. Und auch mein Interesse für Tiere und Pflanzen, deren Entwicklung und Gedeihen übers Jahr hinweg, wurde in meiner Kindheit geweckt. Schon in der Grundschule habe ich Heimat- und Sachkunde geliebt und nach dem Abitur wollte ich Biologie studieren. Letztlich entschied ich mich aber für ein Germanistik- und Sportstudium an der Uni Tübingen zum Start meiner beruflichen Laufbahn – mit dem Ziel Gymnasial-Lehrerin zu werden.

Blöde Fragen gibt es nicht!

Anfangs war ich mit diesem Berufsziel und der Fächer-Kombi ganz happy, doch nach einigen Semestern wurden die Germanistik-Seminare zur Qual. Die anfängliche Begeisterung, Leichtigkeit und Motivation waren verflogen. Gelegentlich bereute Frau Wahl ihre Wahl. Was tun: Weitermachen? Aufhören? Fach wechseln? Alle möglichen und unmöglichen Alternativen und Argumente wälzte ich durch meine Gehirnwindungen. Ich kam nicht weiter. Coaches oder Mentoren gab es damals noch nicht. Im Nachhinein betrachtet wäre solch eine Unterstützung in dieser Phase für mich genau das Richtige gewesen. Also verharrte ich damals in meinem Kokon und zog das Studium durch – denn ausdauernd und diszipliniert war ich schon immer. Außerdem hatte ich trotz allem ein gutes Bauchgefühl und mein Motto, der antreibende Gedanke im Kopf, hieß damals und heißt auch heute noch: »Es wird schon für etwas gut sein und seinen Sinn haben, auch wenn ich momentan noch nicht weiß, für was.«

Genau so war es. Parallel zum Studium begann ich in der Sportredaktion eines Regionalradios zu arbeiten. Texte schreiben, Anmoderationen auf den Punkt bringen, Nachrichten knapp und präzise formulieren – das alles fiel mir relativ leicht, obwohl ich journalistische Anfängerin war. Die Arbeit als rasende Reporterin machte mir vor allem großen Spaß und ich bekam prima Feedback von Kollegen und Hörern. Mein ursprüngliches Berufsziel (ver-) wandelte sich von Lehrerin zu Journalistin! Plötzlich profitierte ich von der ungeliebten Germanistik, den scheinbar nutzlosen Linguistik-Vorlesungen. Ich konnte das mühsam Gelernte und Studierte erst beim Radio, dann bei der Tageszeitung »Schwäbisches Tagblatt« praktisch anwenden. Der endgültige Abschied vom Lehrerinnendasein und der Beginn meiner Ausbildung zur Redakteurin ließ nicht lange auf sich warten.

Als Journalistin konnte ich einige meiner Leidenschaften und Charakterzüge voll ausleben: mit interessanten Menschen reden, neue Leute kennenlernen, neugierig sein, Augen und Ohren aufsperren. Auf dem Fußballplatz, im Gemeinderat oder bei den Kleintierzüchtern. Das Schöne am journalistischen Arbeiten bringen acht Worte auf den Punkt: Es gibt keine blöden Fragen, nur blöde Antworten. So bin ich doch noch Forscherin geworden, wenn auch nicht in der Biologie, sondern in den Medien. Lange Jahre war das für mich der optimale Job – als freie Journalistin oder festangestellt in Redaktionen, beim Radio, bei Tageszeitungen, Agenturen und Magazinen. Doch das Unterrichten fehlte mir, die Lehrerin in mir kam mit den Jahren nicht mehr auf ihre Kosten. Also berufliche (Ver-)Wandlung, die Zweite. Selbstständige Trainerin, Autorin und Coach bin ich nun und mit diesem Trio voll in meinem Element. Und noch immer profitiere ich von meinem Germanistikstudium, wenn ich Schreibwerkstätten für Kunden abhalte und Öffentlichkeitsarbeit unterrichte.

Bis ich jedoch so weit war, hatte ich einige schlaflose Nächte, öfters Minus auf dem Konto, schlechte Laune und die immer wiederkehrende Frage im Kopf: Wo und wann kommt endlich der nächste Auftrag? Von Leichtigkeit weit und breit nichts zu sehen. Weder bei mir noch bei vielen Freunden, Kunden und Seminarteilnehmern.

Sackgassen beschwingt verlassen

Das kann doch nicht sein, dachte ich mir. Was sind die Ursachen für diese Unzufriedenheit und Verbissenheit? Muss das sein, kann es nicht mal nur flutschen im Leben? Immer dieses ständige Auf und Ab, drei Schritte vorwärts, zwei zurück. Manche Menschen stehen sich gar selbst im Weg und machen sich das Leben schwer, bauen sich ihre eigenen Einbahnstraßen und Sackgassen. Von persönlicher Weiterentwicklung ist wenig zu sehen, immer derselbe Trott und dieselben Geschichten. Andere hingegen schaffen es trotz Liebeskummer, Kündigung oder Krankheiten, beschwingt nach vorne zu schauen. Was macht den Unterschied und wie sehen die Erfolgsrezepte aus?

Ich fing an zu suchen. Im Internet, in Büchern, in Fortbildungen, in Gesprächen mit Experten und Freunden, in Workshops und Seminaren. Im Münchner Tierpark Hellabrunn – für den Zoo habe ich schon eine gefühlte Ewigkeit eine Jahreskarte –, in den Bergen, an meinem Lieblingssee und im Botanischen Garten München-Nymphenburg. Während der Wintermonate kann man dort in einem umgebauten Gewächshaus tropische Schmetterlinge aus direkter Nähe beobachten. Waren Sie vielleicht schon mal mit Ihren Kindern in einer Schmetterlingsfarm oder Ausstellung? Ich bin praktisch eine Wiederholungstäterin und bei jedem Besuch immer wieder fasziniert von der wundersamen Metamorphose: Erst liegt da ein winziges Ei, aus dem eine gefräßige Raupe wird und schließlich – nach einer Ruhe- und Entwicklungsphase im Kokon – verwandelt sich die Puppe in einen (farbenfrohen) Schmetterling. Ein Wunderwerk der Natur mit faszinierenden Eigenschaften. Finden Sie nicht auch?

Falls Sie schon immer mal mehr über Schmetterlinge erfahren wollten, doch weder Zeit noch Muße hatten und sowieso überhaupt keine Lust auf dicke Wälzer, kein Problem. Die Recherche in Schmetterlingsausstellungen und in der (Online-)Literatur habe ich übernommen und die wichtigsten Punkte, Eigenschaften und Besonderheiten der farbenprächtigen und filigranen Insekten zusammengefasst. Biologen können jetzt schon mal die Nase rümpfen und sich über fehlende Fachbegriffe sowie mangelnde wissenschaftliche Details mokieren. Für die anderen Leser und Leserinnen gilt: Tauchen Sie mit mir in die Geheimnisse von Metamorphose, Mimese und Mimikry ein. Lassen Sie sich überraschen und staunen Sie!

Acht Eigenschaften von Schmetterlingen

Je länger ich mich mit Schmetterlingen beschäftigt habe, umso größer wurde nicht nur mein Wissen, sondern auch mein Respekt vor diesen Wesen. Wirken sie auf den ersten Blick unscheinbar und zerbrechlich, haben sie es bei genauerer Betrachtung faustdick hinter den Ohren – Näheres wird bei »Strategen mit ausgeklügelten Sinnen« beschreiben – und sind ganz schön ausgebufft. In vielen verschiedenen Bereichen. Mit allerlei Tricks halten angehende und erwachsene Schmetterlinge beispielsweise ihre Feinde auf Abstand und schaffen es so, munter und unbehelligt von einer Blüte zur anderen zu kommen. Weitere Besonderheiten und Fähigkeiten, die ich bei meinen praktischen und theoretischen Exkursionen im Schmetterlingsreich entdeckt habe, stelle ich Ihnen auf den nächsten Seiten vor. Sie sind die Basis für das von mir entwickelte MARIPOSA-Prinzip, in dem ich sozusagen das kleine Einmaleins der Schmetterlingskompetenzen und Fähigkeiten zusammengefasst, »übersetzt« und menschentauglich gemacht habe. Doch dazu später.

Bei meinen Besuchen bei den Nymphenburger Schmetterlingen und meinen Forschungen ist mir aufgefallen, dass die Metamorphose die Zeit braucht, die sie eben braucht. Keine Phase kann übersprun gen werden, jede ist nötig, damit sich aus dem Ei irgendwann ein Schmetterling entwickelt. Das hat die Natur so festgelegt. Eine Phase folgt auf die andere. Punkt. Da ist nichts zu machen, man kann nur zuschauen, abwarten, genießen und staunen. Ein Blick auf die Uhr ist zwecklos: Der Schmetterling schlüpft trotzdem nicht schneller aus dem Kokon. Wie schön wäre es, wenn wir unsere eigene Entwicklung und die dafür benötigte Zeitspanne auch so gelassen hinnehmen könnten! Und was wäre, wenn das meine Coaching-Klienten so sehen würden? Etwa Harry Groß, der immer völlig gehetzt zu unseren Terminen erscheint und dem alles nicht schnell genug geht? Der Teamleiter eines Automobilzulieferers würde am liebsten seinen Mitarbeitern von heute auf morgen neue Arbeitsabläufe diktieren, die sie sofort umsetzen sollen. Harry Groß würde wahrscheinlich einen mittelschweren cholerischen Anfall bekommen, wenn er Schmetterlinge beim Schlüpfen beobachten sollte. Denn Geduld, stillsitzen, beobachten, sich auf wechselnde äußere Umstände einstellen – diese Dinge gehören definitiv nicht zu seinem Repertoire. Da könnte er sich von den geflügelten Insekten einiges abschauen, dachte ich im gut geheizten Gewächshaus. Die erste Idee für dieses Buch flatterte durch mein Hirn … Bis es den richtigen Aufbau hatte, geschrieben, überarbeitet und gedruckt war, durchlief es auch verschiedene Stadien, genau wie ich selbst. Und benötigte seine Zeit.

Lassen Sie uns mit den kleinen, feinen Charakterzügen von Schmetterlingen beginnen. Auch wenn manche Leser bereits an dieser Stelle gerne erfahren würden, was sie von Schmetterlingen lernen können. Doch auch hier gilt: Eins nach dem anderen.

Mimese, die Kunst der Tarnung

Dass am Ende der Entwicklungskette, also der von Experten so genannten Metamorphose, tatsächlich ein Schmetterling aus dem Kokon schlüpft, klappt nur im günstigsten Fall. Im Botanischen Garten stehen die Chancen gut – bei optimalen Temperaturen und ohne hungrige Fressfeinde. In freier Wildbahn sind Schmetterlinge hingegen für Vögel, Fledermäuse, Wespen und Fliegen ein Leckerbissen. Um nicht gefressen zu werden, haben sich Schmetterlingsraupen verschiedene Abwehrmechanismen angeeignet: Sie imitieren giftige und gefährliche Tiere, Mimikry (Warntracht) ist dazu der Fachbegriff. Tagpfauenauge und Nachtpfauenauge etwa haben Augenflecke auf ihren Flügeln. Die angedeuteten Tieraugen verwirren Räuber dermaßen, dass sie an der falschen Stelle zubeißen. Schwalbenschwänze sind noch raffinierter: mit ihren zwei Augenflecken plus entsprechender Körperhaltung führen sie ihre Fressfeinde erfolgreich in die Irre.

Wiederum andere Schmetterlinge imitieren Blätter, Zweige, welkes Laub oder gar Vogelkot (Mimese). Einige Arten wehren sich mit Dornen, die bei Berührung Gift abgeben, oder mit starker Behaarung. Beispielsweise haben die Raupen des Eichen-Prozessionsspinners über 600.000 giftige Härchen, die bei Menschen Allergien auslösen können. Dazu ist nicht einmal direkter Hautkontakt nötig. Es reicht, wenn man unter befallenen Bäumen die Picknickdecke ausbreitet. Das könnte des Rätsels Lösung sein, falls Sie sich schon mal gefragt haben, warum Ihre Unterarme nach einer Brotzeit im Grünen so jucken.

Schmetterlinge (wissenschaftlich Lepidoptera, also Schuppenflügler) sind Experten in Sachen Tarnung, Täuschung und Abwehr. Ohne diese Fähigkeiten wären sie im täglichen Überlebenskampf aufgeschmissen. Das ist bei uns Menschen ganz ähnlich. Okay, man kann drüber diskutieren, ob erwachsene Männer tatsächlich in grün-beigen Tarnanzügen ihren Hobbys (Jagen, Fischen, Grillen) nachgehen sollten. Nichtsdestotrotz: Tarnen, täuschen und sich wehren, ist auch für die Spezies Homo Sapiens wichtig. Im Sinne von sich selbst schützen und sich abgrenzen. Denn nicht immer sind wir physisch und mental in der Lage, den »Überlebenskampf« im beruflichen oder privaten Alltag zu führen. Wenn es schon kein Tarnmäntelchen gibt für unwegsame Situationen mit Chef, Kollege oder Freundin, dann hilft manchmal die Ohren auf Durchzug stellen und ein klares »Nein«.

Zugegebenermaßen gehört dazu ein wenig Mut. Den Mut zu haben, das zu tun, was einem selbst guttut. Es ist manchmal gar nicht so einfach, sein eigenes Leben zu leben. Und zwar in erster Linie deshalb, weil wir uns vor dem fürchten, was andere von uns denken (könnten) und was sie über uns reden (könnten). Und weil wir, wenn wir anders sind als die anderen und uns anders als üblich oder der Norm widersprechend verhalten, vielleicht nicht mehr dazugehören. Uns ausgeschlossen fühlen aus der Gemeinschaft. Eine Urangst, die ihren Ausgangspunkt in der Steinzeit hat. Allein hatte man eben damals keine Chance gegen Säbelzahntiger und Co. Nur in der Gruppe war Überleben möglich. Das Erstaunliche daran: Wenn heute der Chef ins Büro kommt oder Kunde XY anruft, passiert in unserem Reptilienhirn dasselbe wie vor 100 000 Jahren: Wir geraten unter Druck, der Körper wird von Stresshormonen durchflutet und unser Hirn wird praktisch abgeschaltet. Es funktionieren dann nur noch die alten Muster Flucht oder Kampf. Im Büroalltag kommt dann ein mürrisches, knappes »Weiß ich doch nicht, wer für dieses Thema zuständig ist!« (Kampfmodus) oder ein »Ja gut, mach ich halt auch noch«. Was nichts anderes ist als ein modernes Fluchtverhalten, ein Ausweichen, wenn eigentlich ein klärendes Gespräch mit dem Gegenüber angesagt wäre.

Denn wer eine eindeutige Ansicht und eine klare Absicht hat und sich dementsprechend verhält, stößt bei seinen Mitmenschen nicht immer auf Verständnis. Das kennen Sie sicher von sich und Ihrer Familie oder Ihrem Bekanntenkreis. Mir geht es nicht anders, keine Sorge! Ein Beispiel aus meinem reichhaltigen Fundus: Einer Freundin von mir blieb bei einem Biergartenbesuch fast der Strohhalm vom Sprizz Aperol im Hals stecken. Wir hatten uns über einen gemeinsamen Kollegen unterhalten, der wirklich sehr nett ist, aber auch super anstrengend. Bei der Gelegenheit gab ich meine Entscheidung zum Besten, dass ich mich schon seit geraumer Zeit privat nur noch mit Leuten treffe, die mir guttun und auf die ich Lust habe. Und dass zu diesen Menschen eben besagter Kollege nicht gehöre. Das führte bei meiner Freundin erst zu Schnappatmung und dann zur Frage: »Das traust du dich? Das kann man doch nicht machen!« Doch. Man kann. Nicht immer, aber immer öfter. Voraussetzung: Sätze mit eindeutiger Aussage, aber sozialverträglichen Formulierungen und ein gutes Gespür für die eigenen Bedürfnisse. Insbesondere für Ruhe und Entspannung. Denn wer ständig »nein« denkt und dann doch »ja« sagt, also Bitten von Mitmenschen nicht abschlagen kann, endet im schlimmsten Fall in einem Burnout. Und vielleicht kennen Sie den Spruch »Everybody’s darling is everbody’s depp«. Meine Freundin hat das inzwischen auch festgestellt und traut sich nun manchmal bei der Arbeit, nein zu sagen. Ein Lern- und Entwicklungsprozess. Die Folge: weniger Überstunden und ein besseres Gefühl.

Metamorphose, das ›fluginsektarische‹ Wunderwerk

Schmetterlinge machen wie Fliegen und Mücken auf ihrem Weg vom Ei zum erwachsenen Tier eine Entwicklung durch, die schon etwas weiter vorn genannte Metamorphose. Weil Schmetterlinge vier Entwicklungsstadien durchmachen – Ei, Raupe, Puppe und erwachsener Falter (Imago) – durchlaufen sie eine vollständige Metamorphose. Im Gegensatz zu hemimetabolen Insekten. Da bei diesen das Puppenstadium fehlt, sprechen Experten von unvollständiger Metamorphose. Das Aussehen ändert sich während der Metamorphose jedoch bei allen Arten vollständig.

Einige Falter können wie Kolibris praktisch in der Luft stehen, um an Blüten Nektar zu saugen. Das erreichen sie mit dem »Achterschlagen« ihrer Flügel. Die Flügel bewegen sich also nicht wie bei Vögeln auf und ab, sondern beschreiben eine liegende Acht. Manche können sogar rückwärts fliegen, und die ›Sprinter‹ unter den Schmetterlingen schaffen im Schwirrflug Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 50 km/h.

Um jedoch überhaupt fliegen zu können, müssen sich Schmetterlinge nach kühlen Nächten morgens erst in der Sonne aufwärmen, da sie wechselwarme Tiere sind. Ohne das Entfalten ihres Bewegungsapparates könnten wir Menschen weder die farbig schimmernden Flügel noch die Augenflecke etwa von Tagpfauenauge oder Nachtpfauenauge bestaunen. Und ohne das Fliegen gäbe es für Schmetterlinge nichts zu futtern. Blüten wären unerreichbar. Machen Schmetterlinge beim Fliegen eigentlich Geräusche? Gute Frage, oder? Ich muss mal forschen und recherchieren …

Apropos aktiv sein, tun und machen. Wer weiterkommen und sich entwickeln möchte, kommt nicht umhin, sein Leben in die Hand zu nehmen. Konkret heißt dies, aufmerksam sein, Entscheidungen treffen und handeln. Man könnte auch sagen, auf Augenhöhe mit sich selbst sein – selbst in schwierigen Momenten und Situationen. Heißt auch, sich nicht unüberlegt in Aktionen und Abenteuer zu stürzen und den gleichen Fehler immer wieder zu machen. Manchmal gehört auch dazu, unangenehme Situationen auszuhalten, beharrlich dranzubleiben und ausdauernd seine Ziele zu verfolgen. Lernen, einen »Schmetterlings-Achter« zu schlagen, auch wenn es anfangs unmöglich erscheint. Sportler sind darin Experten – etwa Turner und Turnerinnen. Mir wird immer ganz schwindelig, wenn ich sehe, was am Boden, an den Ringen, auf Schwebebalken oder am (Stufen-)Barren möglich ist. Ohne Zeitlupe bin ich nicht imstande, die ganzen Schrauben, Salti und Drehungen auseinander zu halten, geschweige denn zu zählen. Etwa die von der US-Amerikanerin Simone Biles (Jahrgang 1997), die bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 vier Goldmedaillen und eine Bronzemedaille gewann. Der Lohn für die vielen, harten Trainingseinheiten in Halle und Kraftraum.

Erinnern Sie sich noch an Ihre Schulzeit und den kurz vor den Sommerferien stattfindenden Wettbewerb »Jugend trainiert für Olympia«? Und wenn es nach Rennen, Laufen und Werfen Urkunden und Medaillen gab? Ich fand das toll, nach der ganzen Trainiererei zu merken, dass sich Geduld, Disziplin und Ausdauer irgendwann mal auszahlen. Wer Sport treibt, weiß, dass es nicht immer schneller, höher und weiter geht, sondern es Phasen vermeintlichen Stillstands gibt (Plateauphase). Da geht nix vorwärts. Gar nichts. Schrecklicher Zustand. Schuld ist die Homöostase, das physiologische Streben eines Organismus und seiner einzelnen Organe nach einem Gleichgewichtszustand. Unser Körper sucht immer einen Ausgleich und passt sich ans Training, an die Reize auf Nerven und Muskulatur an. Klar, dass es daher Pausen und Stagnation statt linearer Leistungssteigerung gibt. Vergleichbar ist diese Phase mit dem Moment, wo ein Schmetterling auf einer Blüte sitzt, Nektar schlürft und die Zeit für eine Winzigkeit stillzustehen scheint. Die Kunst besteht für uns Menschen darin, diese Augenblicke nicht nur auszuhalten, sondern zu genießen und sich darauf zu verlassen, dass es auch wieder besser wird. Also nicht in Aktionismus zu verfallen, sondern eher das Programm zurückfahren, innehalten, Batterien aufladen und Tankstellen suchen. Dehnen, Recken und Strecken statt einen Marathonlauf zu absolvieren. Und bloß nicht mit anderen vergleichen, das tut weder Körper noch Seele gut. Aufmerksam sein für die eigenen Bedürfnisse heißt die Devise.

Erst die Ruhe, dann das schillernde Leben

Waren Sie schon einmal in Asien und haben Tempel in Laos, Myanmar, Vietnam, Kambodscha oder Thailand bestaunt? Der Königspalast in Bangkok etwa ist der absolute Wahnsinn. Ein touristisches Muss, wenn Sie dort sind! An vielen Stellen sind bunte Mosaike zu sehen, die teilweise mit schillernden Schmetterlingsflügeln dekoriert sind. Und genau das erreichen, was die Künstler wollten: die ganze Aufmerksamkeit des Betrachters einfangen und ihn staunen lassen. Je nach Lichteinfall und Standort entstehen neue Farben und Effekte. Bezaubernd. In der christlichen Kunst sind Schmetterlinge seit jeher ein Symbol der Auferstehung, sie zieren viele Grabmale und finden sich auch in ägyptischen Grabmalereien. In der griechischen und römischen Mythologie erscheint die Seele oft mit Schmetterlingsflügeln. Auf diese Weise kann sie sich vom Körper lösen und gen Himmel schweben. In der Antike galten Schmetterlinge als d a s Sinnbild von Wiedergeburt und Unsterblichkeit, weil sie nach monatelanger Ruhe in einem äußerlich reg- und leblosen Kokon plötzlich erwachen und lebendig werden.

Wie schön wäre es, wenn wir Monate lang ruhen könnten, uns zurückziehen, in der Regungslosigkeit verharren? Wenn wir ein Schild »Wegen Umbau geschlossen« raushängen könnten? Tolle Vorstellung. Ich habe zwar meist nicht mehrere Wochen am Stück frei, doch ich plane mir immer wieder Auszeiten ein. Tage, an denen weder Coaching-Klienten noch Kundengespräche im Terminkalender stehen und auch kein Seminarkonzept, kein Angebot meinen Computer verlässt. Zeit für mich, Zeit für mein Gehirn und meine Gedanken, die sich dann sortieren können. Und ich Dinge, Gespräche, Situationen verarbeiten und einen neutralen Blick gewinnen kann. Das klappt nur im Entspannungsmodus, in den Sommerferien und den Wochen rund um Weihnachten, jedoch nicht in den Hauptarbeitsphasen. Da jagt ein Termin den anderen, ein Seminar das nächste und Projekte wollen angestupst werden.

Ein Freund erzählte mir, dass er im Sommer mehrmals für einige Tage in die Berge fahre, um runterzukommen. Mit seiner Lebensgefährtin mietet er sich in kleinen Pensionen ein, isst gut, schwimmt in Weihern, wandert, erkundet die Gegend und lässt die Seele baumeln. »Und dann seh ich auch wieder klarer«, beschreibt Paul den Ausklink-Effekt. Mehr noch: Er trifft auch Entscheidungen. Etwa den Ausstieg aus einer Band, die der Gitarrist mitbegründet und gepusht hat, doch nach reiflichen Überlegungen und Überdenkungen als nicht zukunftsträchtig einstuft hat. »Da gehen zwei Pole nicht zusammen und viele Kleinigkeiten passen nicht«, lautet das nüchterne Urteil nach einem langen Wochenende in den bayerischen Voralpen. Ohne Groll und Gram berichtet Paul von seiner Entscheidung. Im Gegenteil: »Ich fühle mich jetzt erleichtert und kann ein neues Band-Projekt angehen bzw. ausbauen.«

Respekt gegenüber den Bandkollegen, dem Chef, dem Kunden oder der Nachbarin – auch wenn sie noch so nerven. Nur wer bei sich ist, in einer neutralen Position, ist in der Lage, seine Mitmenschen in allen Facetten zu sehen und sich nicht sofort ein Urteil zu bilden und den anderen zu bewerten und in eine Schublade zu stecken. Die Fähigkeiten, Kompetenzen und das Positive anzuerkennen, ist keine einfache Sache. Doch es ist ungemein hilfreich, schont Kraft und Energie und macht das Leben leichter.

Kleiner Flügelschlag, großer Effekt

Vor über 40 Jahren, nämlich 1972, beflügelte ein US-Amerikaner die Erforschung chaotischer Systeme: Edward N. Lorenz fasste sein keckes Gedankenspiel in die Frage: »Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen?« Der Meteorologe wollte am Beispiel des Wetters zeigen, dass kleine Abweichungen langfristig ein ganzes System vollständig und unvorhersagbar verändern können. Seither bezeichnet der Schmetterlingseffekt (butterfly effect) folgendes Szenario: Verändert man in einem komplexen, dynamischen System die Anfangsbedingungen nur geringfügig, können diese im langfristigen Verlauf zu einer völlig anderen Entwicklung führen. Konkret heißt das: Kleine Unterschiede in der Ausgangssituation führen möglicherweise später zu starken Änderungen in einem System. Oder ganz einfach, populärwissenschaftlich ausgedrückt: kleine Ursache, große Wirkung.

Auf das Wetter übertragen bedeutet dies: Meteorologen können das Wetter für einen Tag mit Hilfe von zigtausend Werten aus Satellitendaten, Wetterstationen und leistungsstarken Computern inzwischen sehr genau vorhersagen. Auch für drei, vier Tage schaffen sie noch eine recht zuverlässige Trefferquote, doch für einen Monat ist eine Prognose so sicher wie der Blick in eine Kristallkugel. Weil eben die Anfangsbedingungen so unterschiedlich sind wie die Wolkenformationen am Himmel. Das musste auch der »Erfinder« des Schmetterlings-Effekts akzeptieren: Weder Lorenz noch sonst ein menschliches Wesen weiß, wie viele Schmetterlinge es auf der Welt gibt, geschweige denn, welche wo genau mit den Flügeln schlagen oder regungslos auf einer Blüte sitzen und genüsslich Nektar schlürfen.

Im Coaching ist der Schmetterlings-Effekt schön zu beobachten: Ein Satz, eine Idee, ein Gedanke oder ein anderer Blickwinkel reicht oft aus, um beim Klienten etwas zu bewegen und neuen Schwung in eingefahrene Verhaltensmuster zu bringen. Und den Blick auf Lösungen und Handlungsvarianten zu lenken, die vorher unmöglich, undenkbar erschienen. Sascha Stiefel, rechte Hand eines Bürgermeisters in einer bayerischen Kleinstadt, wollte zu Beginn seiner neuen Tätigkeit schnell einen Überblick bekommen und erledigte daher viele Kleinigkeiten selbst. Da ein Anruf, dort eine kleine Notiz und dann noch kurz den ausfindig machen, der die Vertretung von Frau Müller macht. »Das geht ganz gut nebenbei«, erklärte er mir, »und außerdem schneller, als wenn ich es an meine Sekretärin weiterleite. Die hat eh so viel zu tun.« Einige Wochen funktionierte diese Strategie gut, doch immer öfter bemerkte Stiefel, dass er Überstunden machen musste, um seine Hauptaufgaben zu erledigen wie etwa eine Rede für seinen Chef, den Bürgermeister zu schreiben. Er kam immer öfter zeitlich in die Bredouille und daher irgendwann zu mir ins Coaching. Allein kam er aus diesem Wirrwarr nicht mehr heraus. Hilfe von außen war angesagt. Allein das zu akzeptieren, war für Sascha Stiefel schon ein großer Schritt hin zu einer Veränderung, zu einer Lösung und Verbesserung.

Wir analysierten seine Situation, seine Aufgaben, die Abläufe in der Abteilung und natürlich auch verschiedene Möglichkeiten, die ihn entlasten könnten. Der Satz von mir »Schnell ist schnell gedacht und zieht dann aber einen Rattenschwanz hinter sich her«, brachte den sympathischen Mann Anfang 30 ins Grübeln. Er hatte zwei Dinge vergessen bzw. einfach seine gut gemeinten Gedanken nicht zu Ende gedacht: Einmal hätte er die tatsächlich anfallenden Zeiten, auch wenn es nur wenige Minuten pro Kleinigkeit waren, zusammenzählen müssen. Da kommt dann nämlich am Ende des Tages einiges zusammen. Und zweitens hatte er nicht bedacht, dass er, wenn er seiner Sekretärin einmal eine Aufgabe erläutert hatte, sich das künftig sparen konnte, um nur noch die Aufgabe weiterzureichen. Delegieren heißt das Zauberwort. »Ja, aber das kostet mich doch auch Zeit!«, versuchte er dagegen zu argumentieren. Stimmt. Aber eben nur einmal und nicht ständig. »So hab ich das noch gar nicht gesehen. Hmm, das werde ich dann wohl mal angehen müssen.«

Sensibel, aber dennoch hart im Nehmen

Weltweit gibt es schätzungsweise 180.000 Arten von Schmetterlingen. Biologen haben sie aufgeteilt in 130 Familien und 44 Überfamilien. Etwa 3700 Schmetterlingsarten leben in Deutschland, die meisten davon sind Nachtfalter. Inzwischen sind viele Arten vom Aussterben bedroht. Die Überlebens- und Umgebungsbedingungen haben sich für die filigranen und sensiblen Wesen verschlechtert. So bedroht etwa Lichtverschmutzung die Nachtfalter. Zudem mangelt es den Pflanzenfressern teilweise an artgerechter Nahrung und Rückzugsräumen durch Trockenlegung von Feuchtgebieten, Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzflächen oder Einsatz von Pestiziden. Diese vernichten Futterpflanzen und Nektarquellen. Schmetterlinge sind nämlich richtige Feinschmecker: Sie haben ganz spezielle Ansprüche an ihre Nahrungspflanzen, deren Wachstum an Vegetationsperioden und spezielle Böden gebunden sind. Doch trotz der widrigen Umgebungsbedingungen flattern die sensiblen Wesen durch die Lüfte und lassen sich nicht unterkriegen.

Genau wie der Österreicher Andreas Holzer, geboren 1966 im österreichischen Lienz. »Mir hat das Leben Rahmenbedingungen gegeben, mit denen ich einpacken könnte«, sagte er in einem Interview mit der Welt (3. Juni 2016). Denn Holzer ist von Geburt an blind, arbeitet jedoch seit 2010 als Motivationsredner, Testimonial und Profibergsteiger. Ja, Holzner ist Profibergsteiger, obwohl er noch nie einen Berg gesehen hat. Als Kind hat der Buchautor (»Balanceakt. Blind auf die Gipfel der Welt«) seine Eltern gebeten, nirgends zu erzählen, dass er blind ist. Warum? »Das hätte mich einfach gebremst.« Ein Bekannter hatte sich damals getraut, den Jungen mit in die Südtiroler Dolomiten zu nehmen und ihn ans Bergsteigen heranzuführen. Inzwischen verdient er mit seinem früheren Hobby Geld. Er hat, man könnte das salopp vielleicht so sagen, das Beste aus seiner Lage gemacht und sogar sein Geschäftsmodell darauf gegründet. »Ich habe meine Rahmenbedingungen so umgemodelt, dass ich derzeit ohne sie nicht arbeiten kann«, erklärt der Heilmasseur, der jahrelang in diesem Beruf gearbeitet hat. Manch andere hätten sich das nicht getraut, das Risiko Profisportler gescheut und mit der Situation gehadert. Oder eben wie Holzer das Positive im Handicap gesucht und sich daran orientiert. Am 21. Mail 2017 erreichte der Osttiroler als erster blinder Bergsteiger auf der Mallory-Route (Nordseite) den Mount Everest.

Von solchen Menschen kann man einiges lernen. Sie als Modell, als Vorbild nehmen. Holzer hat sich was getraut und für sich selbst und sein Glück Verantwortung übernommen. Während andere sich mit dem gleichen Handicap sicher nicht ans Bergsteigen gewagt hätten, sondern die sicherere Variante wählen würden – etwa Tandem-Radfahren. Alles hat eben verschiedene Aspekte, verschiedene Seiten und auch seinen Preis.

Kennen Sie auch Menschen, wo Sie von der ersten Minute an gespürt haben, dass die Chemie stimmt und Sie stundenlang reden, diskutieren und lachen können? Und andere Menschen, die auf Sie erst einmal einschüchternd, vielleicht sogar bedrohlich wirken und Sie nicht genau wissen, warum Sie so empfinden und Sie sich so klein fühlen? Mir erging es so mit einigen großen Namen aus der Trainer- und Coachszene. Wo ich erst dachte, upps, da bin ich wohl in der falschen Liga gelandet. Später habe ich dann meine Analysebrille aufgesetzt und mir aus der Adlerperspektive angeschaut, was die Kollegen genau machen und wie sie strategisch vorgehen. Sehr interessant und lehrreich. Ich habe mir einige Dinge bei den Kolleginnen abgeschaut, die mir gefallen haben und sie für meine berufliche Situation umgemodelt und weiterentwickelt. Das gelingt, wenn man sich nicht ins Bockshorn jagen lässt, sondern ohne Vorurteile, »Schubladendenken« und vorschnelle Einschätzungen Menschen und Dinge betrachtet. Mal die Perspektive wechselt.

Anderer Blick, neue Erkenntnisse

Ein kleines Experiment hilft Ihnen, die Perspektive zu wechseln und neue Erkenntnisse zu gewinnen: Stellen Sie doch Ihre Lieblingstasse auf einen Hocker und drehen Sie eine Runde um den Hocker. Schritt für Schritt. Was stellen sie fest? Genau: Je nachdem, wo Sie stehen und aus welchem Winkel Sie auf die Tasse schauen, ändert auch die Tasse ihr Aussehen. Und Sie gewinnen ungewöhnliche An- und Draufsichten. Ein Hinweis: Beschreiben Sie immer nur exakt das, was Sie sehen! Etwa »Nur noch oberer Rand des Henkels ist sichtbar«, »Henkel ist zu einem weißem Rechteck geworden« oder »Blumenmuster unsichtbar«. Wenn Sie denken, »das sieht jetzt aber komisch aus« oder »diese Seite mit dem Sprung gefällt mir nicht«, sind Sie vom beschreibenden Modus in eine bewertende Haltung gewechselt. Konzentrieren Sie sich dann noch einmal und beschreiben Sie stattdessen lediglich, was Sie sehen. Als neutraler Beobachter. Diese Rolle ist besonders wichtig, wenn wir uns später unseren Mitmenschen zuwenden und einen Blick in deren Kokons werfen.

Offen bleiben, Überleben sichern

Schmetterlinge gibt es seit rund 135 Millionen Jahren. In der Zeit haben sie sich zu wahren Überlebenskünstlern gemausert: So leben bei uns in Mitteleuropa Raupen von Bläulingen in Symbiose mit Ameisen und machen sich so das Leben gegenseitig leichter. Die Schmetterlingsraupen spenden den Ameisen Nektar, während die Ameisen wiederum als eine Art Abwehrtruppe fungieren und die Raupen vor ihren größten Feinden, den Brackwespen und Raupenfliegen, schützen. Auf Eichen, Pappeln oder Weiden, also auf ihren Nahrungspflanzen, tummeln sich manchmal Raupen von über 100 Arten. Manche Pflanzenarten können nur von Schmetterlingen bestäubt werden, weil nur sie so einen langen Saugrüssel haben, der in die tiefen Blütenkelche reicht. Apropos Nahrung: Nur Flüssiges wie Blütennektar, Pflanzensäfte, Honigtau von Läusen, Tränenflüssigkeit oder Blut von Säugetieren und Menschen können Schmetterlinge mit ihrem Saugrohr aufnehmen. Ja, Sie haben richtig gelesen, Blut vom Menschen. Doch das können nur subtropische Arten wie der Eulenfalter. Bei uns können die Vampire unter den Schmetterlingen nicht leben, es ist einfach zu kalt und ungemütlich.

Weil die Umweltbedingungen teilweise so widerwärtig sind und es in manchen Gegenden kein Wasser gibt, haben manche Schmetterlinge ungewöhnliche Trinkgewohnheiten entwickelt: Einige Falter in Brasilien, Ostasien und Afrika trinken Tränenflüssigkeit von Schildkröten oder Krokodilen, um ihren Flüssigkeitsbedarf zu decken. Wie die Tiere, so die Menschen: Auch Völker, die in Wüstengegenden in Afrika oder Australien leben, wissen, wie man einen Kaktus anschneiden muss, um ein paar Tropfen Saft zu gewinnen oder bei welchen Pflanzen man graben muss, um an Wasser zu gelangen.

Auch was die Nahrung anbelangt, haben sich die Fluginsekten spezialisiert: Die einen lieben Orchideennektar, und die Yuccamotte, wie der Name schon sagt, bevorzugt Yuccapflanzen. Bienenwaben aussaugen kann der darauf spezialisierte Totenkopfschwärmer, und manche Falter ernähren sich ausschließlich von Tierexkrementen, Urin oder Schweiß. Sie ernähren sich eben von dem, was verfügbar ist, um zu überleben. Mit ihren Fühlern – vergleichbar mit der menschlichen Nase – können sie riechen, schmecken, tasten und Temperaturen erspüren. Extrem sensibel reagieren die Insekten auf Bewegungen. Daher eignen sie sich nicht als Streicheltiere, und wer das Glück hat, einen Schmetterling auf seinem Arm zu haben, sollte ganz ruhig sitzen bleiben, die Luft anhalten und den Moment genießen.

Manchmal leichter gesagt als getan. Vor allem in Zeiten, wo man das Gefühl hat, die Welt dreht sich schneller und man ständig damit beschäftigt ist, irgendwelchen Dingen oder Zielen hinterherzuhecheln. Perfekter zu werden, schneller und leistungsfähiger. Da ist schon eine gehörige Portion Stärke oder seelische Widerstandskraft gefragt (Resilienz oder die Toleranz eines Systems gegenüber Störungen), um auf dem eigenen Weg zu bleiben. Dennoch benötigen Menschen zugleich eine gewisse Aufgeschlossenheit für neue Dinge, Pläne oder Wege. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Leute, die offen sind für Neues und nicht an Bewährtem kleben bleiben, leichter durchs Leben kommen. Sie switchen – wenn Plan A, warum auch immer, nicht funktioniert – auf Plan B um. Ihre optimistische Einstellung lautet: Es gibt immer eine Lösung! Der Postkarten-Spruch »Umwege fördern die Ortskenntnis« bringt diese Flexibilität und Offenheit auf den Punkt.

In jeder Stellenanzeige werden von Bewerberinnen diese Eigenschaften gefordert. Auch wenn meist nicht näher umrissen wird, was genau darunter zu verstehen ist. Erwartet der neue Chef, dass Sie sich schnell in neue Themengebiete und Aufgaben einarbeiten können? Oder wird das Unternehmen gerade umstrukturiert, Abteilungen neu aufgeteilt und damit auch die Zuständigkeiten sowie Vorgesetzte? Es könnte aber auch sein, dass Flexibilität meint, dass sich die Angestellten ihr Büro nicht mit zwei oder drei Kollegen teilen, sondern im Großraumbüro sitzen mit 50 anderen. Das spart nicht nur Platz, sondern senkt auch die Fixkosten. Dank des technologischen Fortschritts sind feste Büroarbeitsplätze nicht mehr zwingend notwendig: Arbeiten ist mit der richtigen und sicheren Computertechnik problemlos im Homeoffice, im Café, im Park, am See, im Zug oder am Flughafen möglich. Besonders jüngere Arbeitnehmer oder Eltern mit kleinen Kindern sind an solchen modernen Lösungen interessiert.

Die Konsequenz daraus: Immer mehr Firmen sparen an der Zahl der Büros und Arbeitsplätze. Willkommen neue Arbeitswelt! Man teilt sich also nicht nur das Zimmer mit bekannten und fremden Kollegen, sondern auch noch den Schreibtisch. Konkret bedeutet dies, dass morgens die Suche nach einem freien Platz beginnt und abends die Platte wieder leer sein muss – für den nächsten Morgen und den nächsten Schreibtischsuchenden. Also heißt es nach getaner Arbeit, sein gesamtes Zeug einpacken, im Schrank verstauen oder mit nach Hause nehmen. Mit dem Programm »Clean Desk« kommen viele Arbeitnehmer nicht zurecht. Als Gewohnheitsmenschen mit festen Ritualen und Abläufen sollen sie jetzt plötzlich täglich Arbeitsplatz-Flexibilität beweisen. Mehr noch: Es gibt keine angestammten Territorien mehr und damit fehlt auch der Platz für die allseits beliebten und gängigen Büroaccessoires, die individuelle Gestaltung des Arbeitsplatzes. Denn wohin mit Pflanzen, Lieblingstasse, Wandkalender, Kaffeemaschine und Fotos von den Liebsten?

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Manche Arbeitgeber haben Verständnis für ihre Angestellten und lassen sie beim Dekorieren walten und gestalten. Etwa die Stadt München. Die Wartezeit im Großraum-Bürgerbüro beim Buchstaben S bis W lässt sich wunderbar überbrücken mit der Analyse von Postkarten, vergilbten Postern, Post-its am Computer, Motiven der Kaffeetassen, Pflanzen, Plüschtieren und Nippes aller Art. Da ist geschmackliche Flexibilität gefragt! Freiberuflerinnen und Selbstständige haben es in dieser Hinsicht gut: Sie können ihren Arbeitsplatz einrichten, gestalten wie sie wollen und so oft neu und den aktuellen Trends bzw. Jahreszeiten entsprechend dekorieren und verändern, wie ihnen der Sinn danach steht.

Strategen mit ausgeklügelten Sinnen

Um Kraft und Energie zu sparen, lassen sich Schmetterlinge vom Wind tragen. Sie sind deshalb ausdauernde Flieger, die Wanderfalter etwa legen lange Strecken zurück. In unseren Regionen fliegen Distelfalter, Taubenschwänzchen und Admiral locker mal über die Alpen von ihren Winterquartieren in Nordafrika in hiesige Gefilde und zurück. In den Alpen ansässig – und zwar in Höhen bis zu 3000 Meter – sind der Matterhornbär und der Gletscherfalter. Bestes Flugwetter für Falter: sonnig und trocken. Denn ihr Sehsinn ist nicht so dolle ausgeprägt. Schmetterlinge sind kurzsichtig und mit ihren Facettenaugen, die aus Tausenden Einzelaugen bestehen, sehen sie sehr pixelig. Einen einigermaßen scharfen Blick haben Falter nur auf drei bis maximal fünf Meter. Ein 200 Meter entferntes Ziel – wie etwa eine Blüte – können sie jedoch problemlos ansteuern. Ihre Nase, die sogar einzelne Duftmoleküle erkennt, hilft beim Aufspüren von Nektarquellen. Der Totenkopfschwärmer beherrscht sogar noch ein weiteres Kunststück: Aufgrund eines Mechanismus in der Mundhöhle kann er pfeifende Geräusche machen. Und seine Artgenossen können das auch hören – obwohl sie keine Ohren haben, sondern eine mit einer Membran überzogene Grube, die ähnlich funktioniert wie unser Trommelfell. Während wir Menschen mit unseren Geschmackszellen auf der Zunge süß, salzig, bitter, sauer und umami schmecken, finden sich die Geschmackszellen bei den Schmetterlingen an den Beinen. Damit finden sie die richtigen Futterpflanzen. Faszinierend, solch ausgeklügelten Sinnesorgane, oder?

Wir Menschen haben fünf Sinne, die schon der griechische Philosoph Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.) beschrieben hat und die im Alltag klassischerweise unterschieden werden: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen bzw. Tasten. Und auch der sechste Sinn, die Intuition gehört dazu. Obwohl dieser Sinn oft vergessen wird und wir ihm im Allgemeinen keine große Bedeutung zumessen. Ich selbst beispielsweise bin ein sehr visueller Typ. Das weiß ich und dementsprechend verhalte ich mich. Weil viele Mitmenschen ebenfalls den Sehsinn bevorzugen, nutze ich bei der Erstellung von Flipcharts und Arbeitsblättern verschiedene Farben und achte auf eine klare Struktur. Sie sollen ein »Hingucker« für die Teilnehmer sein und im Gedächtnis haften bleiben. Meine Unterlagen sind in bunten Ordnern einsortiert, so dass ich nur einen Handgriffbenötige. Bei meinen Outfits kombiniere ich natürlich die farblich passenden Schuhe zu Hose, Rock und Bluse sowie Handtasche, Ringe, Armbänder, Uhr und Ohrringe inklusive. Meine Nichten und Neffen nennen mich daher »Klunkertante«.

Was mir im visuellen Bereich gut gelingt, ist in punkto Intuition noch ausbaubar. Vielleicht kennen Sie die winzigen Momente, in denen Ihnen Ihr Bauchgefühl einen kleinen, dezenten Hinweis gibt – wie bei Facebook, Daumen rauf oder Daumen runter. Ich erinnere mich gut an die Anfangszeiten meiner Selbstständigkeit. Ich hatte nicht so viele Aufträge und eine Kollegin empfahl mir, bei einer Freundin von ihr anzurufen. Das habe ich natürlich sofort gemacht, denn eine Empfehlung ist die beste Visitenkarte. Schon beim ersten Telefonat mit der potenziellen Auftraggeberin hatte ich ein komisches Gefühl, irgendetwas ließ mich aufhorchen. Doch ich ignorierte die Bedenken meines Bauches, verdrängte sie oder hatte sie einfach vergessen. Anyway, jedenfalls nahm ich den Auftrag an. Die Texte für Kinderbücher waren zwar nicht super honoriert, doch Kleinvieh macht auch Mist, sagte ich mir. Nicht dass die Honorare erst Wochen später und nach mehreren Erinnerungen bezahlt wurden, die Texte passten Frau Sommer überhaupt nicht. Auch nicht nach mehrmaligem Überarbeiten. Sie hatte immer etwas zu mäkeln, was sie mir bei einem Telefonat auftrug, war beim nächsten Anruf vergessen. Es war absolut ätzend. Ich schrieb zähneknirschend wie vereinbart 15 Texte und dann war Schluss. Dieser Auftrag hat mich so viel Zeit Energie und Nerven gekostet, dass ich mir geschworen habe, das passiert mir nie wieder!

Ist natürlich wieder passiert – meine Panik vor den roten Zahlen auf meinem Konto war größer als das Vertrauen auf mein Bauchgefühl. So saß ich ein halbes Jahr später wieder am Computer und quälte mich durch Texte, wo mich die Recherche, die Überarbeitung, die Telefonate mit dem zuständigen Redakteur an den Rand eines Nervenzusammenbruchs führten. Noch heute denke ich mit Grausen daran. Erschwerend kam dazu, dass der Redakteur bei dieser Agentur ein guter Freund war und ich natürlich nicht wollte, dass er ein schlechtes Bild von mir bekommt und meine journalistischen Fähigkeiten anzweifelt. Was mich natürlich nur noch mehr unter Druck gesetzt hat.

Diese Situationen waren echt übel. Doch ich habe daraus gelernt, höre seither besser auf meinen Bauch und sage Aufträge nicht mehr sofort zu. Ich mache eigentlich nur das, was mir meine Oma immer schon gesagt hat: »Mädle, schlaf erst eine Nacht drüber!« Seither bin ich mit dieser Strategie gut gefahren. Noch kein Kunde hat mir die gewünschte Bedenkzeit verwehrt. Auch wenn der eine oder andere Auftraggeber erst gemurrt hat, konnte ich ihn mit dem Argument überzeugen, dass es sinnvoll ist, mit etwas zeitlichem Abstand ein Projekt zu betrachten und erst dann zu entscheiden, wenn man ganz sicher ist, dass es passt. Für beide Seiten.

Darmowy fragment się skończył.

Gatunki i tagi

Ograniczenie wiekowe:
0+
Objętość:
226 str. 27 ilustracji
ISBN:
9783897976221
Właściciel praw:
Bookwire
Format pobierania:

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