Czytaj książkę: «Polsprung»

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Das Buch

Kosmische Einflüsse werden die Umlaufbahn und das Gesicht der Erde in naher Zukunft drastisch verändern. Prophezeiungen und Wissenschaftler gleichermaßen sagen gewaltige Umwälzungen voraus, wie mögliches Taumeln, Kippen und Aufbäumen der Erde.

Es hat immer wieder Polsprünge, Polwenden und Sintfluten gegeben. Der Autor belegt in diesem Werk seine Forschungsergebnisse mit vielen Tabellen, Abbildungen und Zeittafeln. Neben naturwissenschaftlichen Perspektiven lässt Hans J. Andersen auch den "heutigen" Nostradamus aus höheren Dimensionen zu Wort kommen. Er übermittelt in seiner Zukunftsschau Sensationelles, u.a. die "Geburt" eines neuen Planeten aus der Sonne in sehr naher Zukunft. Dieses Standardwerk gehört in die Hand eines jeden Lesers, der nach der Zukunft von Erde und Menschheit fragt und der die außergewöhnlichen globalen Ereignisse verstehen will, die in den nächsten Jahren auf uns zukommen. "Polsprung" ist die mit neusten Erkenntnissen ausgestattete Erweiterung von Andersens "Polsprung und Sintflut", das in 8 Auflagen erschienen ist und jetzt durch das vorliegende Buch ersetzt wird.

Der Autor

Hans J. Andersen, Jahrgang 1922, studierte in Hamburg Psychologie und zusätzlich Astronomie, Ägyptologie und Astrologie. Seine Interessen auf diesen Gebieten führten zu Forschungen über Erdveränderungen wie Polsprünge im frühen Altertum, PSI und Präkognition.

Hans J. Andersen

Polsprung

Prophezeiungen für Europa


Inhaltsverzeichnis

Umschlag

Das Buch / Der Autor

Titel

Inhaltsverzeichnis

Über den Autor

Einführung

Teil 1: Vergangenheit 1 Diagnose früherer Umbruchkrisen

1.1 Polsprung als geologische Tatsache

1.2 Polsprung und Flutsagen

1.3 Bibel und Gilgamesch-Epos: meinen sie dieselbe Flut?

1.4 Wie die Flut geschildert wird

1.5 Die Flutberichte im Lichte der Polsprung-Theorie

1.6 Zwei Flutkatastrophen - zwei Polwenden

1.7 Erinnerungen an ältere Flutkatastrophen

2 Kommt es wieder zu einem Polsprung?

2.1 „Kippen der Erde“ - unmöglich?

2.2 Das Erdkippen nach Suball und Warlow

2.3 Umpolungen des Magnetfeldes der Erde

2.4 Energien von der Sonne?

2.5 Erdkruste verrutscht „wie auf Schmierseife“

2.6 Neuordnung der Himmelsrichtungen

2.7 Kreuz des Südens antiken Völkern bekannt

3 Platos Lehre von den Umkehrungen des Alls

3.1 Merkwürdige antike Quellen über die Sonnenbewegung

3.2 Die „Umkehrungen des Alls“ bei Plato

3.3 Alle Polwenden erst nach der Eiszeit

3.4 Platos Lehre im Vergleich mit nachatlantischer Kultur­entwicklung

3.5 Die Vertreibung aus dem Paradiese

3.6 Die Klimaverschlechterung

3.7 Wie kam es zur Klimaverschlechterung?

3.8 Schlussfolgerungen

4 Polwende und Archäologie 4.1 Westlicher Sonnenaufgang in Archäo-Astronomie, Kunst und Literatur

4.1.1. Lochsteine in Österreich

4.1.2 Das altiranische Weltrad

4.1.3 Deckengemälde im Grab Senmuts

4.1.4 Weitere Deckenzeichnung aus Ägypten

4.1.5 Die Sonnenwarte von Tiahuanaku

4.2 Magnetfeldkurve zeigt Polwenden an

4.3 Polwende-Fluten in Sumer

4.3.1 Ein Vergleich mit archäologischen Ausgrabungen

4.3.2 Fluthorizonte in Mesopotamien

4.3.3 Meine Methode der Datierungen

4.4 Die sumerischen Fluten im Vergleich

4.4.1 Flutablagerungen der 2. Polwende

4.4.2 Zur Kultur im 4. Jahrtausend

4.4.3 Flutablagerungen der 3. Polwende

4.4.4 Flutablagerungen der 4. Polwende

5 Der Untergang von Poseidonis

5.1 Beweise für die Existenz der Insel

5.2 Warum Poseidonis unterging

5.3 Schwachstellen in der Kurve des Erdmagnetfeldes

5.4 Die Regensturzflut

5.5 Die sumerischen Könige vor der älteren Flut

5.6 Neuoffenbarung über eine ältere Sintflut

5.7 Eine Flutwelle aus dem Gobi-Meer

5.8 Die erste Polwende

5.9 Warum Untergang durch Polwende?

5.10 Eine Flut fern vom Meer

6 Polsprünge in der letzten Eiszeit

6.1 Unterscheidung von Polsprung und Polwende

6.2 Polsprung-Überlieferungen der Hopi-Indianer

6.3 Nachweis von Polsprüngen im Klima Nord- und Südamerikas

6.4 Warum Südamerika sank

6.5 Beweisen Mammutfunde eiszeitliche Polsprünge?

6.6 Der letzte Polsprung: Grönland

6.6.1 Vorzeit-Landvermessung an der Nordseeküste: Die Nordfriesland-Linie

6.6.2 Die Tiahuanaku-Linie

6.6.3 Die Dänemark-Linie

6.6.4 Die Limes-Linie

7 Die Sonnenzeitalter

7.1 Kurzinformation über das Sonnenjahr der Vorzeit und Erdbahnänderungen

7.2 Beginn der Sonnenzeitalter: Die Erde kam der Sonne näher!

7.3 Chronologie der Sonnenzeitalter

7.3.1 Die Epoche der ersten sumerischen Könige

7.3.2. Sonnenzeitalter Eden

7.3.3 Sonnenzeitalter der Langjahre

7.3.4 Sonnenzeitalter der Kurzjahre

7.3.5 Sonnen-Eruption beendete Zeitalter der Kurzjahre

7.4 Letzte Änderung der Erdbahn

7.5 Wann hat sich die Erdbahn stabilisiert?

7.6 Die Titius-Bodesche Reihe

Teil 2: Gegenwart und Zukunft

Vorwort zu Teil 2

8 Vorereignisse der Wende

8.1 Nicht nur ein einziger Tag X

8.2 Auswertung von Seherzeugnissen

8.3 Vorzeichen der Umpolung

8.3.1 Mutter Erde ist krank!

8.3.2 Schwächung des Erdmagnetfeldes

8.3.3 Meteore häufen sich

8.3.4 Kriege brechen aus

8.4 Erdkippen durch Atom?

8.5 Übersicht für die Wendejahre

8.5.1 Etappen eines Wende-Prozesses

8.5.2 Erdveränderungen im ersten Jahr:

9 Nostradamus über Polwende und Sintflut

9.1 Zeiten und Zyklen bei Nostradamus verstehen

9.2 Sieben Jahrtausende der Menschheit

9.2.1 Wann begann der Zyklus der Jahrtausende?

9.2.2 Neuschöpfungs-Zyklus

9.2.3 Wann beginnt der siebenten Tausendzahl?

9.3 Der Zyklus, der 1999 wechselt

9.3.1 Der erste Entdecker des Zyklus war Chr. Wöllner

9.3.2 Der Steinkreis von Sarmizegetusa in Dacien

9.3.3 Die Ordnung des Zyklus

9.3.4 Erläuterungen zu meiner Bearbeitung der Tabelle von Wöllner

9.3.5 Der 207-jährige Zyklus bei Nostradamus

9.3.6 Prophetie für den 30. Zyklus

9.3.7 Definition des Zyklus

10 Die Nostradamus-Interviews

10.1 Wie alles begann

10.2 Was Nostradamus uns heute sagt

10.3 Vorzeit der Planeten

10.4 Über Sintflut, Venus und Polwenden der Vorzeit

11 Sonnenstern Colison

11.1 Allgemeine Angaben, astronomische Bedingungen

11.2 Andere Prophezeiungen über den Sonnenstern

11.3 Vulkanus (Intra-Merkur) wird zu Colison

11.4 Der Stern von Bethlehem

11.5 Das Sonnensystem bei der Geburt von Colison

11.6 Wenn Colison näher kommt

11.7 Wieweit entfernt sich Colison von der Erde?

11.8 Colison in Erdnähe

12 Taumeln der Erde

12.1 Aus Offenbarungen und Visionen

12.2 Taumeln und Kippen in geistiger Sicht

12.3 Völkerkarma verursacht Naturkatastrophen

12.4 Schaukel-Vorsorge

12.5 Nostradamus über Zeichen an Sonne und Mond

12.6 Wenn die Vulkane ausbrechen

12.7 Die Erde im Staubnebel

13 Das POLWENDE-Ereignis

13.1 Johannes-Offenbarung: Das 6. Siegel

13.2 Polsprung folgt auf Polwende

13.3 Energie der Umpolung

13.4 Wirtschaftliche und politische Krisen

13.5 Norden wird zu Süden

13.6 Sommer wird zu Winter

13.7 Die drei Etappen der Polwende

14 Kentern und Aufbäumen der Erde

14.1 Kosmische und irdische Gefahren

14.2 Die zwei Weltorkane

14.3 Edward Korkowski über ein zweimaliges Erdkippen

14.4 Marianische Visionen vom Erdkippen durch Impakt

14.5 Die unvollständige Polwende

15 Der Polsprung und die Folgen

15.1 Pol und Äquator der neuen Erde

15.2 Geologische Folgen des Polsprungs

15.3. Eine neue Sintflut: Land versinkt

15.4 Landhebungen

15.5 Lage der neuen Pole in einem Gitternetz

15.6 Der Untergang von Kalifornien

15.7 Die Kosmische Vision von G. M. Scallion

15.8 Die zweite Korkowski-Vision

15.9 Wenn Merkur ein Mond von Colison wird

15.10 Zeitprogramme

16 Das Oktober-Ereignis

16.1 Eine lange Verfinsterung der Sonne

16.2 Erdbahnänderung und ihre möglichen Ursachen

16.3 Der Oktober als Frühlings-Monat

16.4 Die panarabische Bewegung und Saudi-Arabien

16.5 Die Hauptereignisse nach Nostradamus

16.6 Der Riss im Pazifik

16.7 Antichrist contra Heiliger Geist

17 Der Polsprung nach der Polwende

17.1 Vision über den Mars und seinen Mond

17.2 Phöbos in früheren Visionen

17.3 Polsprung durch Phöbos

17.4 Ausblick zum Neuen Zeitalter

18 Anhang 18.1 Die doppelte Chronologie von Nostradamus

18.1.1 Das Jahr der Zukunft nach Nostradamus

18.2 Die Menscheit entscheidet über ihre Katastrophen

18.2.1 Die Stufen der Reinigung und Wandlung

18.2.2 Zeitliche Bedingungen vor der Wende

18.3 Was sollen wir tun?

19 Quellen

Fußnoten

Impressum

Über den Autor

Als der Autor aus dem zweiten Weltkrieg in das zivile Leben heimkehrte, begann er ein Psychologiestudium, um Menschenschicksale besser zu verstehen. Jahrzehntelang war er für die Bundesanstalt für Arbeit, Hauptstelle Nürnberg, mit Sonderaufträgen tätig mit Beratung und Begutachtung von Behinderten im Rahmen der beruflichen Rehabilitation durch die Arbeitsverwaltung. Das war seinerzeit das, was er sich als eine sinnvolle berufliche Aufgabe vorgestellt hatte.

Seine vielseitigen Interessen veranlassten ihn seit Jahrzehnten auf mehreren Gebieten zu weiteren Studien: Altertumskunde, Astronomie und PSI-Forschung. Als Psychologe beschäftigte er sich mit den Sinnbildern der frühen Menschheit, und natürlich interessierte er sich auch für Esoterik, speziell für Hellsehen in die Zukunft, Präkognition genannt. Ursprünglich hatte er den Wunsch, Wissenschaftler zu werden. Später war er zufrieden, dass die Nachkriegszeit dies nicht zugelassen hatte, denn dann hätte er sich auf ein bestimmtes Forschungsgebiet beschränken müssen. Gerade aus der Integration mehrerer Wissensgebiete ergaben sich aber stets neue Erkenntnisse.

Entdeckungen über die Vergangenheit und Zukunft dieser Menschheit faszinierten ihn besonders stark. Alles, was mindestens drei Jahrtausende alt war, fand sein größtes Interesse. So war er beeindruckt von dem, was die Menschheit vor Beginn der historischen Zeit erlebt hatte - worüber aber die Archäologie uns nur wenig berichtet, weil man bisher mit zahlreichen Funden nichts anzufangen wusste. Gerade aber die Erforschung des Polsprung-Problems machte vieles begreifbar, wenn auch noch längst nicht alles, was die Menschheit einst wusste.

Die Symboldeutung von Kalendern aus Jahrtausenden vor Erfindung der Schrift ermöglichte ihm ein besseres astronomisches und chronologisches Verständnis der Vorzeit­Überlieferungen, wobei ihn die Anwendung dieses Wissens auf unsere Zukunft besonders beschäftigte. Durch diese „Zukunftsforschung aus der Perspektive der Vorzeit“ vermögen wir zu erkennen, dass ähnliches sich wieder ereignen kann. Ja, es muss sich ereignen, um der Menschheit einen neuen Anfang zu ermöglichen, nachdem sie schuldig wurde durch die Vergiftung und Zerstörung ihrer Umwelt. Sie hat auch nicht rechtzeitig gelernt, den Völkerfrieden auf den inneren Frieden der Seele zu begründen. Katastrophen sind so unausweichlich geworden. Das lehren viele Prophezeiungen ebenso wie außerirdische „Wächter des Universums“. Leider sind wir nur ungern bereit, die Existenz überlegener Intelligenzen zu akzeptieren.

In unseren verkrusteten Gesellschaften ergeht es uns wie einer Schlange, die sich häutet, um wachsen zu können. Dennoch brauchen wir die unvermeidlichen Umbrüche nicht als Katastrophen zu fürchten - der Mensch hat es in der Hand, sie zu verschlimmern durch seine Aggressionen und die sich steigernden Machtkämpfe und Kriege, oder zu mildern durch Friedenswillen und geistige Vorbereitung auf das kommende Zeitalter, das siebente Jahrtausend - so nennt es Nostradamus.

Dies alles veranlasste den Autor, den „Arbeitspsychologen“ baldmöglichst zu pensionieren - was ihm durch die Vorruhestandsbestimmungen möglich wurde -, damit er sich ganz diesen aufregenden Forschungen widmen konnte. Die Herausgabe dieses Buches in seiner Erstfassung verdankte er zunächst seinem früheren Verleger Wilhelm Moestel, der weitblickend die Bedeutung seines Vorhabens erkannte und sich dafür einsetzte. Bereits 1986 gründete er dann seinen eigenen Verlag, um neue Forschungen publizieren zu können. Zunehmend kam er auch in Kontakt mit PSI-begabten Personen, auch „zeitgenössische Seher“ genannt, deren Zukunftsschauungen er auswertete und veröffentlichte.

So drückte ihm z. B. nach einem Vortrag in München über sein Polsprungthema ein Zuhörer mit folgenden Worten einige beschriebene Blätter in die Hand: „Was Sie da erzählt haben über die kommenden Umwälzungen der Erde, das habe ich alles auch schon erlebt. Ich habe auch schon gesehen, wie die Sonne im Westen aufgeht!“ Er bat ihn, alles gut aufzuschreiben, was er weiter zu sehen bekäme; und daraus sind zwei Bücher entstanden mit dem Titel „Kampf der Dimensionen“, wo die für uns sichtbare materielle Welt nur eine Dimension neben anderen darstellt. Dieser Edward Korkowski, ein Deutscher aus der Gegend von Danzig, der nun schon lange in der Nähe von Köln lebt, ist derzeit einer der bedeutendsten Visionäre, ein Seher aus der Arbeitnehmerschaft unserer Generation, mit dem den Autor eine Freundschaft verbindet.

Auf diesem Weg weiß er im Wesentlichen recht gut, was in den nächsten Jahren auf uns zukommt. Dazu gehören mehrere Hauptereignisse globalen Ausmaßes: Polsprung und Polwende, sowie Erschütterungen unserer Erde durch zwei Sterne der Endzeit, welche die Bahn der Erde um die Sonne verändern werden: einer aus dem Weltraum, der wiederkehrende Typhon der Antike; und ein neuer als Neugeburt aus der Sonne!

Auf so was Unglaubliches wäre er von sich aus gewiss nicht gekommen, wäre ihm nicht Hilfe zuteil geworden durch Frau Siegried M. Harbig und ihre Fähigkeit zum automatischen Schreiben. Wie sich herausstellte, wird sie von Nostradamus geführt, und so empfing der Autor wichtige Belehrungen zu seinem Thema.

Entscheidend für das Begreifen von derartigen Erdumwälzungen, die gewöhnlich nur nach etlichen Jahrtausenden geschehen, war die neueste Entdeckung, dass es nicht nur Naturgesetze der Kausalität gibt - mit denen Naturwissenschaftler bisher ausschließlich arbeiten - sondern auch Gesetze der Finalität, genannt Zeitprogramme. Die Erde, das Sonnensystem einem Computer vergleichbar? Eine gänzlich neuartige, erregende Perspektive, dennoch nur neu für uns, da offenbar schon frühe Pharaonen davon etwas wussten, wie er in „Am Anfang war die Zahl“ beschrieben hat.

Einführung

Unter Polsprung versteht man eine plötzliche Verlagerung der geographischen Pole der Erde. Die Pole „springen“ sozusagen in eine neue Lage. dass solche Umwälzungen in der Erdvergangenheit öfters vorgekommen sind, wird zunehmend als geologische Tatsache anerkannt, wenn auch die Ursachen umstritten sind. Warum ist es heute für alle Menschen, die sich geistig neu orientieren und die wesentlichen Zukunftsperspektiven erkennen wollen, so wichtig geworden, mehr über das Polsprungproblem zu erfahren?

Die neuesten wissenschaftlichen Forschungen gerade auch aus der Weltraumtechnik und der Astronomie ebenso wie die eindringlichen Zeugnisse aus dem Bereich der Präkognition besagen, dass es sich hier um ein gerade für unsere Zeit wichtiges Problem handelt und dass es keineswegs abwegig ist, sich mit solch einem Thema zu beschäftigen.

Große Umwälzungen bereiten sich auf unserem Planeten vor, wie man aus vielerlei Anzeichen in der Natur erahnen kann. Unser Planet ist keine feste Größe mehr, auf dem sich seine Bewohner sicher geborgen fühlen können. Seit einer Reihe von Jahren sind die Störungen des natürlichen Gleichgewichts immer offenkundiger geworden: Wirbelstürme und Unwetterkatastrophen nehmen immer mehr zu, Klimaschwankungen verstärken sich, viele Länder leiden unter anhaltender Dürre und die Wüsten breiten sich ständig weiter aus. Das alles kann nicht nur auf Umweltverschmutzung und andere Eingriffe des Menschen in die Naturordnung zurückzuführen sein, wenn auch und vor allem die Auswirkungen von Atomversuchen nicht zu unterschätzen sind. Auch nimmt das erdmagnetische Feld deutlich ab, was ein Vorzeichen des nahenden Polsprungs sein kann, den die Wissenschaftler im Augenblick eines völligen Zusammenbruches des Magnetfeldes erwarten. Die feste Erde selbst gerät zunehmend in Unruhe. Die Erdbeben haben besorgniserregend zugenommen, so dass noch schlimmere tellurische Erschütterungen für die nahe Zukunft befürchtet werden müssen.

Warum geschieht das alles? Wegen unserer Eingriffe in die Schöpfungsgesetze durch Spaltung des Atoms und Auslösung gefährlicher Kräfte? Wegen der Verseuchung des Planeten in der Luft, in den Gewässern und im Erdboden? Wegen einer zunehmenden Auflösung sittlicher und religiöser Werte, so dass die Menschheit im Übermaß dem Materialismus und Egoismus verfällt und einem „Krieg Aller gegen Alles“ entgegensteuert? Weil sich Völkerkarma angehäuft hat, das in einer Endzeit negative Energien entfesselt? Meine neuesten Forschungen über Völkerkarma scheinen dies tatsächlich zu bestätigen.

So steuern wir nach kosmischer Gesetzmäßigkeit in eine Periode von Umwälzungen hinein, ähnlich wie schon einmal vor fünf Jahrtausenden, als große Zyklen einander abwechselten.

Deshalb könnte unser Planet in einen Umbruch hineintaumeln, der die Naturordnung ebenso ergreift wie das Geistesleben, und darum könnte es auch wieder zu einem Polsprung kommen!

Genau das scheint der Punkt zu sein. Wir haben es gleichsam mit zahlreichen Anzeichen einer schleichenden Krankheit zu tun, welche Menschheit und Erdenwelt befallen hat. Zweimal - in den beiden Weltkriegen - kam die Krankheit schon zum akuten Ausbruch, und inzwischen wurde die Gefahr einer Selbstzerstörung unseres Planeten erschreckend groß. Nun aber kommen die Krankheitssymptome in der Natur, von denen bereits die Rede war, hinzu. Wie soll das einmal enden? Steht der Inbegriff endzeitlicher Schreckensbilder, der „Weltuntergang“, vor der Tür?

Das wird von mir entschieden verneint. Aber jede Krankheit bedarf des Arztes und einer Therapie. Ehe an Heilung gedacht werden kann, muss eine gute Diagnose gestellt werden. Was ist das für eine Krankheit, die Menschheit und Erde befallen hat, nach welchen Gesetzmäßigkeiten läuft sie ab? Wie äußert sich die zu erwartende Krise, welche naturgesetzlichen Prozesse laufen dann ab? Was wird in entscheidungsvoller Zeit zu tun sein, um den vom Fieber geschüttelten Patienten zu retten? dass eine „Reinigung“ der Erde notwendig ist, hat sich herumgesprochen. Dazu gehören die erwähnten Erdumwälzungen.

Auf viele solcher aktuellen Fragen vermag eine rein naturwissenschaftliche Betrachtungsweise natürlich keine befriedigende Antwort zu geben. Der Stand der wissenschaftlichen Forschung reicht noch nicht aus, um eindeutige Zukunftsprognosen über einen kommenden Polsprung machen zu können.

„Polsprung“ ist ein anerkannter Begriff der Geowissenschaft. Den Begriff „Polwende“ habe ich geprägt und in die Diskussion gebracht, seit vor genau zwei Jahrzehnten die erste Auflage von „Polsprung und Sintflut“ erschienen ist. Was das Besondere an einer Polwende ist, lesen Sie hier - aber schon Plato wusste darum, er hat nur diesen Ausdruck noch nicht gebraucht.

Meine Forschung über „Naturgeschichte von Atlantis“ hat langfristig die Krisenpunkte offenbart, die solche Erdumwälzungen begünstigen können, und so bin ich in der Lage, Zeitbestimmungen zu treffen. Aber zum Auslösen eines Erdkippens gehören andere Kräfte und vor allem Ursachen, die außerhalb der Erde zu suchen sind. Nicht im Erdinnern liegt der Schlüssel, das alles zu begreifen.

Hier, wo die Naturwissenschaft trotz großartiger Erfolge der Raumfahrt und leistungsfähiger Teleskope im All noch immer an ihre Grenzen stößt, kann uns die Geisteswissenschaft weiterhelfen, um brauchbare Informationen über die Zukunft zu gewinnen. Das ist einer der Gründe, warum ich als Psychologe mich so eingehend mit diesem Problem auseinandergesetzt habe. Seit Jahrzehnten beschäftige ich mich mit der Frage des Hellsehens, der Präkognition, also der Zukunftsschau. Ich muss hier als bekannt und erwiesen voraussetzen, dass dieses Phänomen existiert, zumal eine Reihe hervorragender Forscher darüber grundlegende Erkenntnisse vermittelt haben und seit einiger Zeit eine Vielzahl von Kongressen im In- und Ausland darüber abgehalten werden.

Mein eigener Forschungsbeitrag beruht nun auf folgender Methode: Zunächst habe ich die mir erreichbare Literatur gesichtet auf Aussagen über zukünftige Ereignisse von allgemeiner und überpersönlicher Bedeutung. Zu einem Teil geht es dabei um Völkerschicksale und kommende geschichtliche Entwicklungen. Ein Maßstab zur Beurteilung der Glaubwürdigkeit der Personen mit PSI-Begabung ist bekanntlich, wie gut deren Voraussagen auf bereits eingetretene Ereignisse zutrafen. Seher wie Nostradamus und Edgar Cayce sind dadurch berühmt geworden.

Kurzfristige Sensationsmacherei der letzten Jahre widerlegt sich meistens selbst dadurch, dass die Ereignisse nicht eingetroffen sind. Ich habe auch bei Datierungsversuchen mehrfach Schiffbruch erlitten - aber es waren Hypothesen, die ich inzwischen verbessern konnte. Mein Motto: Erkenntnisfortschritt ist ein mühsamer Weg vom gröberen zum geringeren Irrtum. Falls Sie frühere Auflagen von „Polsprung und Sintflut“ lasen, werden Sie meine Fortschritte zu würdigen wissen - so hoffe ich. Niemals habe ich aber die drei finsteren Tage datenmäßig angekündigt, vielmehr ging es mir darum, Vorereignisse zu den Hauptereignissen der Wende aufzudecken. Was alles dabei herausgekommen ist, und was alles danach noch folgt, lesen Sie in auf den folgenden Seiten.

Darüber hinaus gibt es aber auch eine größere Anzahl von Zukunftsaussagen auf medialer Basis, die sich auf kommende Naturereignisse außergewöhnlicher Art beziehen. Weil hier die Vergleichsmöglichkeiten mit ähnlichen Ereignissen früherer Zeiten weitgehend fehlen, habe ich die Methode benutzt, die Angaben verschiedener Seher miteinander zu vergleichen, ob und wieweit sie miteinander übereinstimmen. Die Schau eines Einzelnen kann durch unbewusste Erwartungen verfälscht sein. Wenn aber mehrere Seher über ein konkretes Zukunftsgeschehen dasselbe aussagen, dann sollte man solche Hinweise auf unsere Zukunft ernst nehmen und prüfen, wie solche Geschehnisse wissenschaftlich erklärt werden können - z. B. durch eine Polsprung-Theorie.

Überwiegend handelt es sich dabei nach meinen Feststellungen um Visionen über Erdbeben, Sturmkatastrophen, Überflutungen größerer Gebiete, sogar geologische Veränderungen größeren Ausmaßes. Besonders häufig wird eine große Finsternis erwähnt, die drei bis vier Tage andauern soll. Als sich dazu verschiedene Jahreszeiten herauskristallisierten, erkannte ich, dass es sich um zwei verschiedene Finsternisse handeln müsse. Dies ist für mich ein Beispiel, wie leicht man ähnliche Ereignisse in einen Topf wirft. So sind auch verschiedene „Sintfluten“ zu unterscheiden.

Bei der kritischen Beurteilung solcher Schilderungen bin ich zu dem Ergebnis gelangt, dass die meisten Phänomene dieser Art im Zusammenhang mit einem Erdkippen auftreten dürften. Daraus ergibt sich einleuchtend, dass ein zukünftiger Polsprung nicht nur eine Denkmöglichkeit darstellt, nicht nur eine spekulative Theorie ist, sondern dass wir konkret damit zu rechnen haben.

Das ist das Thema dieser Schrift. Die Diagnose muss aber ausgehen von der Anamnese, d. h. von der Erhebung der Vorgeschichte des Patienten Menschheit. Das Stichwort „Vorgeschichte“ führt in die Vergangenheit hinein, die den ersten Teil der Untersuchung ausmacht. Als Einführung in die Vorgeschichte der Menschheit unter dem Aspekt der Zukunftskrisis knüpfe ich an das prophetische Wort an:

„Es wird sein wie zu Zeiten Noahs!“

Nimmt man dieses Wort, das vor fast zwei Jahrtausenden gesprochen wurde, für bare Münze, dann kann gefolgert werden, dass der Patient an der Krankheit unserer Zeit nicht sterben wird.

Es wird also keinen Weltuntergang geben - wenn es auch in den Tagen der kosmisch-tellurischen Erschütterung so scheinen mag, zum Schrecken der Menschheit, die weder von der Wissenschaft noch von ihren Regierungen darauf vorbereitet worden ist.

Sachliche Information über das zu erwartende Naturgeschehen verspricht den besten Schutz gegen die zu befürchtende Panik, die dann droht, nachdem man allzu lange nichts hat verlauten lassen. Man will die Öffentlichkeit nicht beunruhigen.

In diesem Sinne hoffe ich als Verfasser der nunmehr vorliegenden Schrift, die die Ergebnisse langjähriger Forschungen konzentriert darbietet, einen nützlichen Beitrag leisten zu können.

Danksagung

Abschließend sei allen Freunden, Lesern und Mittlern gedankt, die mir viele Anregungen zukommen ließen, Beiträge auf meinem Wege zu neuen geistigen Ufern.

Besonderen Dank möchte ich aber den beiden Frauen abstatten, die es mir durch ihre unermüdliche geistige und praktische Hilfe ermöglicht haben, dieses Buch zu vollenden: Siegried Harbig und Erika Blumstengel.

Außerdem gedenke ich immer wieder des hohen Geistes, dessen Gegenwart wir bei vielen Gelegenheiten verspüren, und der in diesem Werk sich mit neuen Erkenntnissen kundgibt: Michael Nostradamus

Hans J. Andersen

Teil 1: Vergangenheit

1 Diagnose früherer Umbruchkrisen

Die Vergangenheit unseres Planeten und die Vorzeit des Menschengeschlechts bergen in sich immer noch viele Geheimnisse. Wesentliches blieb unverstanden, weil uns bisher noch bestimmte Begriffe und Erkenntnisse gefehlt haben, die ein rechtes Verständnis früherer Umbruchkrisen erst ermöglichen.

Indessen hat die Naturwissenschaft in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte erzielt. Ein Umdenken ist in Gang gekommen. Neue Theorien sichern neue bisher unbeachtete Fakten. So wird sich unser Wissen um die Vorzeit in mancher Hinsicht grundlegend wandeln. Dieser Prozess wäre schon weiter fortgeschritten, wenn wichtige neue Forschungen schon besser bekannt wären.

In dieser Situation sehe ich es als ein großes Verdienst des österreichischen Journalisten Peter Kaiser an, bedeutsame Forschungsergebnisse publiziert und kritisch diskutiert zu haben. Mit seinen beiden Büchern1 hat er entscheidend dazu beigetragen, dass die Vorzeitkrisen unseres Planeten besser begriffen werden können. Kaiser hat auch den Begriff „Polsprung“ vor einer breiteren Leserschaft eingeführt. Diese neue Theorie vom Polsprung wird von mir in dieser Schrift weiterentwickelt und auf mögliche zukünftige Fälle angewendet.

1.1 Polsprung als geologische Tatsache

Kaiser referierte seinerseits ausführlich über den Stand der Forschung auf dem Gebiet des Paläomagnetismus in ihrer Bedeutung für erdmagnetische Umpolungen; über die Spaltensysteme in den Weltmeeren, die bei Polsprüngen aufbrechen können, und was damit zusammenhängt. Dabei erscheint mir u. a. seine kritische Auseinandersetzung mit der noch herrschenden Auffassung von einer kontinuierlichen Kontinentaldrift beachtenswert. Beim geologischen Nachweis der Polsprungtheorie geht Kaiser von den Ergebnissen amerikanischer Forschungen aus, wonach sich das erdmagnetische Feld in den letzten 76 Millionen Jahren mindestens 171 Mal vollständig umgepolt hat, womit Vulkanausbrüche an den Spaltensystemen der Weltmeere verbunden gewesen waren. Er geht aber auch auf die Polverschiebungen der letzten Jahrzehntausende ein, die plötzlich erfolgten und als Polsprünge begriffen werden müssen.

1.2 Polsprung und Flutsagen

Kaiser ist meines Wissens der erste, der die weit verbreiteten Sintflutsagen mit einem Erdkippen in Verbindung gebracht hat.

Für Mesopotamien ist es eine archäologisch nachgewiesene Tatsache, dass es dort vor rund fünf Jahrtausenden eine große Flutkatastrophe gegeben hat. In dem Buch von H. H. Hofstätter „Vergleichende Weltgeschichte“, Band 12, werden wir wie folgt informiert:

„Sintflut: Gegen Ende des 4. Jahrtausends ereignete sich in Mesopotamien wahrscheinlich die Sintflut, d. h. eine katastrophenartige Überschwemmung eines großen Gebietes. Bei Ausgrabungen stieß man auf angeschwemmte Ablagerungsschichten, die zeitlich fixierbar sind. Diese Naturkatastrophe wird von den Babyloniern als historischer Einschnitt empfunden. Das geht deutlich aus den uns überlieferten Texten hervor. Die XI. Tafel des Gilgamesch-Epos enthält einen genauen Bericht von der Flut, der dem der Bibel entspricht. Aber noch vor der akkadischen Fassung des Gilgamesch-Epos ist eine ältere sumerische Fassung des Sintflutberichtes entstanden.“

Die als Sintflut in die Geschichte eingegangene Überschwemmung war in Mesopotamien sicher die größte, aber nicht die einzige. Mehrere Katastrophen dieser Art suchten das Land heim, was an den freigelegten, verschieden dicken und verschieden datierten Ablagerungsschichten abgelesen werden kann.

Über die große Flut und ähnliche Ereignisse der Frühzeit möchte ich hier nur das Notwendigste bemerken. Man begann, die große Flut als historische Tatsache ernst zu nehmen, seit durch die Ausgrabungen Woolleys in Mesopotamien nachgewiesen wurde, dass bei der sumerischen Stadt Ur die frühgeschichtlichen Kulturschichten durch eine meterdicke Lehmschicht unterbrochen sind. Das kann nur durch eine mehrere Monate andauernde Überschwemmung des Landes hervorgerufen worden sein, und zwar vor rund fünf Jahrtausenden. Weitere Grabungen anderer Forscher zeigten dann, dass diese Schlammschicht im oberen Mesopotamien fehlt, also nur in den meeresnahen Gebieten zu finden ist. Es war also keine Flut, die alles Land bedeckte (wie die Bibel es darstellt), sondern wahrscheinlich eine vom Meere ausgehende Überflutung des Tieflandes. Solche Meeresbewegungen, wie immer sie zustandegekommen sein mögen, dürften sich aber über den ganzen Erdball erstreckt haben. Darum kann diese Flut ein globales Ereignis gewesen sein. Die Wissenschaft meint allerdings, es sei ein regionales Ereignis gewesen. Erst meine vergleichende Untersuchung lässt den Schluss zu, dass es ein globales Ereignis war, ausgelöst durch ein Erdkippen beim Vorübergang eines anderen Himmelskörpers.

Eine kritisch unterscheidende Untersuchung der zahlreichen Flutsagen, an der es m.E. trotz der umfangreichen Sintflut-Literatur bis heute fehlt, würde deutlich machen, dass es drei grundverschiedene Arten von Flutkatastrophen gegeben hat:

1 Überflutung durch allmähliches Steigen des Meeres, das später ebenso wieder zurückgeht, also von längerer Dauer ist. Dies trifft z. B. für die biblische Sintflut zu. Mögliche Ursache: Naher Vorübergang eines anderen Planeten.

2 Sturzflut durch plötzliches Auftreten gewaltiger Flutwellen in Verbindung mit Zyklonen und Erdbeben (Erdbeben-Zyklon-Flut). Dauer: einige Tage. Dieser Typ wird u. a. im Gilgamesch-Epos beschrieben. Mögliche Ursache: Extreme Wetterlagen oder (wenn global) ein Erdkippen.

3 Regensturzflut (ebenfalls Genesis). Dauer: Wochen. Die Ursache der Genesis-Regensturzflut wurde erstmals von Otto Muck bei seiner Atlantis-Forschung aufgedeckt: Vulkanische Großkatastrophe im Weltmeer.

Mit dieser phänomenologischen Unterscheidung der drei Fluttypen bin ich an die Analyse der Sintflutberichte herangegangen. Es sollen nun die Aussagen im Buche Genesis und im Gilgamesch-Epos kritisch miteinander verglichen werden. Daraus soll sich eine bessere Erkenntnis der eigentlichen Ursachen jenes Naturgeschehens ergeben, das sich so tief in das Gedächtnis der Menschheit eingegraben hat.

1.3 Bibel und Gilgamesch-Epos: meinen sie dieselbe Flut?

Diese Frage mag provozierend klingen, da doch allenthalben als selbstverständlich angenommen wird, dass in beiden Quellen die Sintflut überliefert sei. Viele Autoren erwecken den Eindruck, als gehe der biblische Sintflutbericht im Buche Genesis einfach auf die babylonische Darstellung im Gilgamesch-Epos zurück. Aber so einfach verhält es sich doch nicht, wenn man die Texte genauer vergleicht. Nach dem ersten Eindruck müsste man die beiden Berichte durchaus verschiedenen Fluttypen zurechnen.

Beide Überlieferungen können sich auf archäologische Befunde berufen. dass in Mesopotamien kurz vor 3.000 v. Chr. eine große Überflutung stattfand, wurde bereits erwähnt. Aber auch die biblische Version fand eine Stütze durch Funde auf dem Berge Ararat, wo ein Schiff mit den Größenmaßen der Arche Noah entdeckt wurde. Holzproben davon ergaben nach der C14-Methode ebenfalls ein Alter von mindestens 5.000 Jahren. Soweit scheint Übereinstimmung zu bestehen.

Wenn man die Überlieferungen auf ihren realen Gehalt prüfen will, muss man aber auch einige kritische Fragen stellen. Wie soll denn eigentlich die Arche auf den hohen Berg gekommen sein, wenn das Wasser nachweislich nur das Tiefland überflutete? Das bleibt doch völlig rätselhaft. über dieses Problem ist noch zu wenig nachgedacht worden.

Ist die auf dem Ararat gefundene Arche überhaupt jemals auf dem Wasser geschwommen? Die biblische Überlieferung unterstellt dies einfach immer, aber es ist schlechthin unmöglich. Geht man unbefangen an dieses Problem heran, bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, dass die Arche dort erbaut wurde, wo sie aufgefunden wurde. Sie ist dann niemals in den Fluten der Sintflut geschwommen, weil die Wasser nicht so hoch stiegen, wie von den Erbauern befürchtet. Es ist gut vorstellbar, dass Prophezeiungen über eine bevorstehende Weltflut damals diejenigen, die an Offenbarungen glaubten, veranlasst haben, beizeiten Zuflucht im Gebirge zu suchen. Auch heute gibt es ja Sekten, die bei ihren verfehlten Weltuntergangsterminen von Zeit zu Zeit auf die Berge steigen.

Außerdem stellt sich die Frage, ob es womöglich mehrere Empfänger der Sintflut-Offenbarung gab.

Die Parallele zwischen der biblischen Erzählung von Noah und andererseits der Überlieferung im Gilgamesch-Epos, wo der Erbauer der Arche Utnapischtim heißt, ist allgemein bekannt. Aber ist damit erwiesen, dass beide identisch sind? Im Buche Genesis findet man ja nicht einfach eine Abschrift aus dem Gilgamesch-Epos, sondern weitgehend eigenständige Partien. Darum sollte man die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass mehrere Empfänger an verschiedenen, vielleicht sogar weit voneinander entfernten Orten die Offenbarung über eine bevorstehende Weltflut und die Anweisung, ein Rettungsschiff zu bauen, vernommen hatten und nichts voneinander wussten.

Wir haben es also mit zwei Überlieferungen zu tun, die zwar beide demselben vorderasiatischen Kulturkreis entstammen, aber dennoch nicht vom gleichen Kulturbewusstsein getragen sind. Schon in vorsintflutlicher Zeit - also im vierten Jahrtausend v. Chr. oder noch früher - gab es in Vorderasien offenbar wesentliche religiöse und gesellschaftliche Unterschiede zwischen den Bewohnern des Tieflandes und denen des Berglandes. Das Gilgamesch-Epos bezieht sich eindeutig auf die Tieflandkultur in Mesopotamien.

Weniger klar erscheint bisher, dass die biblischen Patriarchen vor der Flut im Gegensatz dazu Berglandbewohner waren. Die Funde und Inschriften am Ararat weisen aber in diese Richtung.

Der religiöse Unterschied kommt im Gegensatz Monotheismus - Polytheismus zum Ausdruck. Vom alten Sumer wissen wir aus den archäologischen Funden, dass dort in jeder Stadt eine andere Gottheit verehrt wurde. Der Monotheismus hatte im Tiefland keine Stätte. Aber das bedeutet nicht, dass er damals überhaupt gefehlt hätte. Die kargen Lebensverhältnisse in den Bergländern waren und sind - man denke an den Himalaja - für die Verinnerlichung und vertiefte geistig-religiöse Erlebnisfähigkeit günstiger.

Es gibt auch eine Quelle, die über den fundamentalen Unterschied zwischen Bergland- und Tieflandbewohnern ein klares Zeugnis abgelegt. Das geht aus der „Haushaltung Gottes“3 hervor, einer Lorber-Schrift, die sich eingehend mit den Lebensverhältnissen vor der Sintflut befasst. Danach herrschte seinerzeit ein bedeutungsvoller Gegensatz zwischen den Kindern „der Höhe“ und den Bewohnern „der Tiefe“. Erstere (die Nachkommen des Seth) lebten auf Bergeshöhen in äußerlich ärmlichen Umständen, sie bewahrten aber den wahren Glauben an den einen Gott. Letztere (als die Nachkommen Kains angesehen) bevölkerten zahlreich das Tiefland, bauten Städte und Paläste und beteten vielerlei Götter an.

Als nun die Zeit des großen Umbruchs für den Planeten Erde nahte, wurden - so sehe ich es - die Prophezeiungen über eine bevorstehende Flutkatastrophe in vielen Weltgegenden in irgendeiner Form den Wissenden zuteil. Sowohl die Bergbewohner als auch die Tieflandbewohner Vorderasiens erhielten die Offenbarung von der Sintflut. Daraufhin kam es in Mesopotamien und ebenso am Ararat zum Bau von Rettungsschiffen - möglicherweise nach denselben Anweisungen. Aber nur die Arche des Utnapischtim in Mesopotamien schwamm dann wirklich auf den Wassern der großen Flut. Das Gilgamesch-Epos gibt dafür auch einen Landungsort an, der im Bereich der Überschwemmung gelegen haben kann: im nördlichen Irak, wo das flache Land in die Berge Kurdistans übergeht.

Das Buch Genesis zieht freilich das damalige Rettungswerk in einen einzigen Vorgang zusammen - warum auch nicht, denn es kam ja nicht darauf an, eine umfassende Berichterstattung über alle Archenbauer an Moses zu vermitteln, sondern die Errettung aus dem Glauben zu überliefern.

1.4 Wie die Flut geschildert wird

Wendet man sich der Schilderung des eigentlichen Naturgeschehens bei der Flutkatastrophe zu, so reduziert sich die Gemeinsamkeit von Genesis und Gilgamesch-Epos ganz erheblich. Was da im Einzelnen geschah, trägt recht verschiedenartige, teilweise sogar gegensätzliche Züge.

Im Buche Genesis heißt es:


7,11 In dem 600. Jahr des Alters Noahs, am 17. Tage des zweiten Monats, das ist der Tag, da aufbrachen alle Brunnen der großen Tiefe, und taten sich auf die Fenster des Himmels,
7,12 und kam ein Regen auf Erden 40 Tage und 40 Nächte.
7,24 Und das Gewässer stand auf Erden 150 Tage.
8,1 Da gedachte Gott an Noah ... und ließ Wind auf Erden kommen, und die Wasser fielen;
8,2 Und die Brunnen der Tiefe wurden verstopft samt den Fenstern des Himmels, und dem Regen vom Himmel ward gewehret,
8,3 und das Gewässer verlief sich von der Erde immer mehr und nahm ab nach 150 Tagen.
8,4 Am 17. Tage des 7. Monats ließ sich der Kasten nieder auf das Gebirge Ararat.

Die Datierungen wurden offensichtlich wichtig genommen, dagegen die Naturbeschreibung vernachlässigt und die Ursachen primitiv erklärt (Brunnen der Tiefe, Fenster des Himmels). Soviel wird aber deutlich, dass ein gewaltiger Regen niedergeht, der jedoch das rapide Ansteigen der Gewässer allein nicht erklärt. Darum die Verlegenheitsdeutung, dass die Brunnen aufgetan würden. Die Überflutung dauert volle fünf Monate.

Gegenüber diesen recht dürftigen Angaben über das Naturgeschehen bietet das Gilgamesch-Epos eine anschauliche Schilderung:

Sobald ein Schimmer des Morgens erglänzte, stieg vom Fundament des Himmels schwarzes Gewölk auf. Ramman (der Gewittergott) donnert darin.

Rammans Wüten dringt bis zum Himmel, alles Helle in Finsternis verwandelnd ...

Einen Tag lang wütet der Südsturm. Eilends braust er dahin und lässt das Wasser das Gebirge erreichen. Es fallen die Wasser über die Leute wie eine Schlacht.

Hier wird konkret wiedergegeben, wie zunächst völlige Finsternis eintrat, begleitet von gewaltigem Donner; wie dann erst ein gewaltiger Orkan losbrach, von Süden her. Ihm wird zugeschrieben, dass die Meeresfluten an einem einzigen Tag das ganze Flachland überschwemmten. Aber wir wissen, dass ein gewöhnlicher Zyklon das nicht bewirken kann. Es muss sich schon um ein sog. „Erdkippen“ gehandelt haben, das eine ungeheure Flutwelle auslöste. Aber weiter im Text:

Sechs Tage und Nächte geht der Zyklon, wirft der Südsturm das Land nieder.

Als der siebente Tag herbeikam, ließ ab der Südsturm im Kampfe, den er gekämpft gleich einem Heere.

Ich blickte nach dem Wetter:

Da war Stille eingetreten, und alle Menschheit war zu Lehmerde geworden.

Wie ein Söller war ebenmäßig das Gefilde.

Hiernach ließ das Toben der Elemente bereits nach 6 Tagen nach, das Meer beruhigte sich, und die Wasser gingen zurück. Vom Kulturland, den Menschen und ihren Behausungen war nichts mehr übrig geblieben. Alles war eingeebnet und von einer dicken Lehmschicht bedeckt, welche die Flut als ihr Zeugnis für unsere Tage hinterließ.

Genesis spricht von einer Regenflut, Gilgamesch-Epos dagegen von einer Sturzflut bei Orkan aus dem Süden, wie es geschieht, wenn die Erde von Nord nach Süd kippt. Genesis lässt die Flut 5 Monate andauern, Gilgamesch-Epos dagegen nur 7 Tage. Das sind sehr verschiedene, erheblich voneinander abweichende Angaben. Genesis erweckt den Eindruck, dass die Wasser 40 Tage lang immer weiter angestiegen seien - im Gilgamesch-Epos wird stattdessen eine plötzlich hereinbrechende Katastrophe geschildert, die bereits in einem Tag ihren Höhepunkt erreicht.

Muss man sich da nicht fragen, ob hier wirklich dasselbe Ereignis behandelt wird? Scheint es nicht so, dass die Bibel die Überlieferung von Noah mit einer anderen Flutkatastrophe verbunden hat? Tatsächlich hat es mehrere Überschwemmungen gegeben, wie mehrere Lehmschichten zeigen, wenn auch keine andere so mächtige Ablagerungen hinterließ (siehe Kapitel 1.4).

Für die Verschiedenheit beider Naturereignisse scheint zunächst auch zu sprechen, dass nach der Bibel die Wasser sogar über die höchsten Berge hinweggegangen sein sollen. So wird die Sintflut als Weltflut geschildert, während das Gilgamesch-Epos nur von einer Überschwemmung des mesopotamischen Tieflandes berichtet. Nun ist es zwar logisch, dass die Sintflut eine weltweite Flut war, wenn man die Erdverlagerung als Ursache erkennt, aber hohe Gebirge werden dabei nicht überflutet. Hier kann freilich die Erinnerung an eine ganz andere Großflut in viel früherer Zeit mitspielen. Irrt hier die Bibel? Das kann man wahrscheinlich nicht einmal sagen, wenn man in Betracht zieht, dass in Genesis 5,20 davon gesprochen wird, dass die Gewässer der Flut ganze 15 Ellen über die Berge gingen. Das sind aber nur sechs Meter - ein lächerlich geringes Maß für Gebirgsverhältnisse. Das ist eine Angabe, die sich ursprünglich sicherlich nur auf die Hügel im Tiefland bezogen haben dürfte und nicht auf Gebirgshöhen. So hat die Zahlenangabe durchaus einen Sinn. Sie besagte dann, dass auch die höchsten Erhebungen im mesopotamischen Tiefland überflutet waren, indem der Meeresspiegel bis zu sechs Meter darüber anstieg.

1.5 Die Flutberichte im Lichte der Polsprung-Theorie

An dieser Stelle wird deutlich, dass die Genesis-Flut und die Gilgamesch-Flut trotz der scheinbaren Verschiedenartigkeit der geschilderten Flut doch gemeinsame Züge aufzuweisen haben. Aber ein tieferes Verständnis für die Zusammengehörigkeit beider Darstellungen erschließt sich uns erst, wenn wir auf die wahren Ursachen jener Naturkatastrophe zurückgehen. Darum müssen wir also von der Polsprung-Theorie ausgehen.

Stellen wir uns vor, was geschieht, wenn es zu einer plötzlichen Verlagerung der Erde kommt, wenn die Erde kippt. Gewaltige Kräfte müssen da wirksam werden, um die Erde unter einer außerordentlichen Erschütterung kippen zu lassen. Die Meere auf der Erde jedoch, als bewegliches Element, werden wegen ihrer Trägheit der neuen Bewegungsrichtung nicht sogleich folgen können. So bleiben die Wassermassen gegenüber dem Erdkörper zunächst zurück. Wenn die Erde sich beim Kippen in einer bestimmten geographischen Region nordsüdlich dreht, wird das Meer gegen die Südküsten anbranden. So entstehen gewaltige Flutwellen, die das Tiefland überschwemmen, und zwar in unvergleichlich stärkerem Grade als bei irgendeinem Zyklon oder Seebeben, wie wir es kennen.

So muss man sich das Zustandekommen der Sintflutkatastrophe in Mesopotamien vorstellen. Der Persische Golf reichte in der frühen Antike noch erheblich weiter in das Mündungsgebiet von Euphrat und Tigris hinein als heute. So lag das Kulturland des alten Sumer in unmittelbarer Meeresnähe.

Alle Umstände, die im Gilgamesch-Epos angegeben sind, sprechen dafür, dass die Überschwemmungskatastrophe von einer solchen Erdverlagerung ausgelöst wurde.

1.6 Zwei Flutkatastrophen - zwei Polwenden

Die Gemeinsamkeiten der beiden Flutberichte dürften darauf beruhen, dass es sich um Polwende-Ereignisse handelte. Die erheblichen Verschiedenheiten ergaben sich aber deswegen, weil es dennoch zwei verschiedene Katastrophen waren, die aber beide ziemlich kurz aufeinander folgten, und zwar - nach meiner Rekonstruktion der biblischen Chronologie - im ersten Viertel des 3. Jahrtausends v. Chr. In einem späteren Kapitel komme ich darauf noch zurück und zeige auf, dass erstaunlicherweise schon Nostradamus die Frist zwischen beiden Ereignissen auf den Tag genau gekannt und überliefert hat.

Die Analyse der Flutberichte legt allerdings nur bei der Gilgamesch-Flut nahe, dass ein Erdkippen stattfand. Denn bei der Genesisflut wird ja über keine plötzlich hereinbrechende Sturzflut berichtet. Das schließt indes eine solche nicht aus. Wenn die Kipprichtung seitlich geht, d. h. Sumer nahe dem Drehpunkt lag, dann wird es dort keine Sturzflut und keinen Südsturm geben. Am besten veranschaulichen Sie sich das einmal an einem Globus, indem Sie ihn nach verschiedenen Seiten kippen lassen.

Bei beiden Ereignissen kann auch die Nähe eines anderen Himmelskörpers eine entscheidende Rolle gespielt haben. Das erscheint zunächst wiederum nur für die Genesis-Flut gesichert wegen der langen Überflutungsdauer, die mit der Anziehungskraft eines anderen Planeten zu erklären ist, der langsam an unserer Erde vorbeizog. Wie sich mir herausstellte, war es die Venus. Aus Südamerika ist übrigens überliefert, dass bei einer Erdkatastrophe die Wasser des Amazonas rückwärts liefen, d. h. das Meer drängte in das Amazonasbecken hinein, was wieder nur von derselben Venus-Nähe verursacht sein konnte.

Dem Venus-Problem habe ich spezielle Untersuchungen gewidmet, die in Studienheften niedergelegt sind.

Die Gilgamesch-Flut dauerte dagegen nur wenige Tage, und wenn dabei ebenfalls ein anderer Himmelskörper in der Nähe war, dann müsste er schnell vorübergezogen sein. Das trifft auf Typhon zu, auch Nibiru genannt, der wegen seiner stark elliptischen Bahn die Erdbahn schnell überquert. In einem besonderen Buch über Typhon werde ich beweisen, dass es tatsächlich mit den Typhon-Umläufen so ist. Soviel zur Einordnung und Orientierung über die astronomischen Bedingungen.

Typhon ist der Name eines Sterns, der nicht nur ein mythologisches Ungeheuer der Griechen bezeichnet, sondern einen Planeten, der auf einer Kometenbahn läuft; den die Chaldäer durchaus schon kannten, der aber von der modernen Astronomie bisher nicht wiederentdeckt werden konnte, weil er noch nicht wieder in Sicht kam. In meinem Typhon-Nibiru-Buch werde ich die Geschichte dieses Störers in unserem Sonnensystem erzählen, der als „Stern der Endzeit“ wiederkehren soll.

Schließlich konnte ich durch Forschungen, die noch weiter in die Vorzeit zurückgreifen, begründen, dass beim biblischen Sintflutbericht auch Überlieferungen einer viel älteren Polwende eingearbeitet worden sind. Die Erkenntnis ist ja nicht neu, dass da zwei Flutberichte zusammengefasst wurden. Aber man wusste nicht, was das für Ereignisse waren. Ich habe erstmals im 5. Kapitel geschildert, was da zwei Jahrtausende vorher geschehen ist beim Untergang von Poseidonis. So darf ich für mich in Anspruch nehmen, die verschiedenen Flutkatastrophen unterschieden und sogar zuverlässig datiert zu haben.

Eine derartige Flutkatastrophe kann niemals nur ein lokales Ereignis des Zweistromlandes gewesen sein. Diese Flut muss an vielen Küsten der Erde zu gleicher Zeit aufgetreten sein. Dementsprechend gibt es auch tatsächlich Überlieferungen bei vielen weit voneinander entfernt lebenden Völkern mehrerer Kontinente, die man in diesem Sinne interpretieren kann.

Ebenso, wie es in allen Weltteilen Flutsagen gibt, findet man vielfach Berichte von kosmischen Orkanen wie in den indischen Veden, im persischen Avesta, in altamerikanischen Texten. „Diluvium venti“, die „Windes-Sintflut“, ist ein von alten Schriftstellern des abendländischen Kulturkreises oft gebrauchter Ausdruck. Es wäre indessen falsch, alle diese Berichte von Orkanen mit Fluten auf ein und dasselbe kosmische Ereignis beziehen zu wollen.

Nach dem heutigen Stand der Forschung ist es sicher, dass es mehrere solcher Umwälzungen und verschiedene Flutkatastrophen gegeben hat. Man muss also die biblische Sintflut von anderen, in mancher Hinsicht ähnlichen Ereignissen unterscheiden.

1.7 Erinnerungen an ältere Flutkatastrophen

Die ältere Sintflutliteratur machte allerdings noch gar nicht den Versuch, zwischen verschiedenen Flutkatastrophen zu differenzieren, obgleich es doch auffallen musste, dass ganz verschiedene Fluttypen überliefert sind, wie von mir schon beschrieben.

Ob es auch einmal eine extreme Hochflut gab, die sogar über hohe Gebirge hinwegging, möchte ich hier offenlassen. Das müsste noch wesentlich früher geschehen sein und auf andere Ursachen zurückzuführen sein, als es eine Polwende bzw. ein Polsprung zu erklären vermag. Aber in einer Studie über „Geheimnisvolles Südamerika“ kann ich mehr dazu aussagen.4

2 Kommt es wieder zu einem Polsprung?

Hat man sich erst einmal davon überzeugt, dass in der Vorzeit Erdverlagerungen - Polsprünge - stattgefunden haben, die sogar überliefert sind, dann wird man sich fragen, ob auch in unserer näheren Zukunft mit einer Wiederholung derartiger Katastrophen zu rechnen wäre.

Von Kaiser wurde das grundsätzlich bejaht, und er entwickelte auch theoretische Modelle, wie sich so etwas abspielen würde und mit welchen Folgen. Als Anzeichen dafür, dass derartiges in einer nicht allzu fernen Zukunft eintreten könnte, wies Kaiser auf die Abnahme des erdmagnetischen Feldes hin.

Geophysiker beruhigen sich allerdings mit dem Hinweis darauf, dass bei gleichbleibender Größenordnung dieser Abnahme es noch ca. ein Jahrtausend dauern könnte, bis das Feld ganz abgebaut ist und sich gegenpolig wieder aufbaut.

Dagegen wird wiederum geltend gemacht, dass die Abnahme sich beschleunigen könnte, bis es plötzlich ganz zusammenbricht. Weil man bisher aber nicht begründen konnte, warum eine Beschleunigung eintreten sollte und warum vor allem eine magnetische Umpolung dann auch eine geographische Umpolung nach sich ziehen müsse, wird kein Naturwissenschaftler glauben, dass ein Polsprung nahe bevorsteht.

Diese Skepsis halte ich auch für sinnvoll, solange man die Ursachen der Magnetfeld-änderungen allein mit dynamischen Prozessen im Innern der Erde erklärt. Die eigentliche Auslösung wird dagegen von außen kommen, womit bisher aber kaum jemand gerechnet hat. Erst die Impaktforschung hat ein gewisses Umdenken eingeleitet.

Impakt ist die Bezeichnung für das Auftreffen eines Meteoriten, Asteroiden oder sonstigen Körpers auf die Erde. Das Sauriersterben vor 70 Mill. Jahren wird dadurch erklärt, dass damals ein Impakt zur Großkatastrophe führte.

Dabei könnte es wohl zu einem Polsprung kommen, aber eine derart massive Katastrophe würde leicht für uns zu einem richtigen Weltuntergang führen; und ob kleinere Meteoriten für einen Polsprung ausreichen, bleibt wiederum zweifelhaft.

Mein eigener Beitrag zur wissenschaftlichen Polsprungforschung geht von einer Bestandsaufnahme vorzeitlicher Polsprünge aus, soweit diese aus Überlieferungen datierbar sind, wie ich im Kapitel über die Naturgeschichte von Atlantis zusammengestellt habe. Eine Voraussetzung zur Auslösung eines Polsprungs fand ich in bestimmten Konstellationen der Präzession des Frühlingspunktes.

Das dürfte nur eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung sein. Außerdem wäre zu diskutieren, ob der nahe Vorübergang eines anderen größeren Himmelskörpers an der Erde einen Polsprung auslösen kann. Diese Diskussion knüpft an die Überlieferungen von Erdkatastrophen an, die durch den Planeten Venus verursacht wurden. Die Venus wurde in der frühen Antike deswegen gefürchtet - so bei den Mayas, die deshalb alle 52 Jahre eine Art Weltuntergang befürchteten. Aber da die Erforschung des Venusproblems immer noch in den Kinderschuhen steckt, möchten die Astronomen nicht akzeptieren, dass die Venus früher auf einer völlig anderen Bahn lief. Computer-Rückrechnungen, die von heutigen Bahnbedingungen ausgehen, lassen das nicht zu, und von dem Störer Typhon weiß man (angeblich) noch nichts.

Als Ergebnis meiner Venusforschungen möchte ich dazu sagen, dass ich mehrere Nahvorübergänge der Venus zu datieren vermag - wie z. B. den Zeitpunkt der biblischen Sintflut, die ich mit der Venus in Verbindung bringe. Aber Polsprünge hat es dabei niemals gegeben. Bei meiner Analyse der zukünftigen Polsprünge wird sich indes zeigen, dass dabei wahrscheinlich noch ein ganz anderer Faktor mitspielt, an den noch niemand gedacht hat. Ich bitte den Leser, sich zu gedulden, das Buch aber auch nicht von hinten zu lesen, denn es ist ziemlich kompliziert.

Bei nahen Vorübergängen anderer Planeten in der Vorzeit sind totale Umkehrungen des Erdkörpers vorgekommen, und zwar derart, dass die Nordhalbkugel unter den Südhimmel und die Südhalbkugel unter den Nordhimmel gelangte. Da dabei der Äquator seine Lage behält und keine Klimazonenverschiebung entsteht, ist nachträglich geologisch von einem solchen Polsprung um 180 Grad nichts mehr zu bemerken. Die Diskussion konzentriert sich dann darauf, was mit dem Erdmagnetfeld passiert, worauf ich noch zu sprechen komme.

Solche Umkehrungen sind vom Geologen Suball und vom Geophysiker P. Warlow theoretisch begründet worden, worauf ich mich im Folgenden beziehe.

In der Antike philosophierte Plato schon über die „Umkehrungen des Alls“, wie er es nannte. Ich habe für solche Totalumkehrungen erstmals die Bezeichnung „Polwende“ eingeführt.

Zunächst aber einige Überlegungen zum Problem, ob solche Totalumkehrungen physikalisch überhaupt möglich erscheinen.

2.1 „Kippen der Erde“ - unmöglich?

Nicht von der Wissenschaft, aber von zeitgenössischen Sehern wird eine Erdumwälzung vorausgesagt, und zwar unter verschiedenen Bezeichnungen. Es werde zu einem „Erdkippen“ oder einem „Kentern der Erde“ kommen. Das wird auch als Polsprung gedeutet, oft wird auch von einer angeblichen „Erdachsenverlagerung“ gesprochen.

Was mit einem Kentern gemeint ist, kann man sich vorstellen: ein Umkippen der Erde infolge gestörten Gleichgewichts. Gewöhnlich denkt man dabei, dass die Erdachse sich verlagert. Aber ist das überhaupt möglich?

Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus wird dagegen eingewandt, dies könne es gar nicht geben, denn wegen der Rotation der Erde um ihre Achse verhält sich die Erde wie ein großer Kreisel im Weltraum, d. h. die Achse wird in ihrer Ausrichtung stabilisiert. Es gehört bekanntlich eine starke Kraft dazu, um einen Kreisel aus seiner Achslage zu bewegen; wenn Sie z.B. das Vorderrad Ihres Fahrrades in schnelle Drehung versetzen und dann den Lenker drehen wollen, spüren Sie den starken Widerstand dagegen.

In Übereinstimmung damit hat die Erdachse wahrscheinlich schon seit sehr langer Zeit ihre Ausrichtung im Raum beibehalten, und nur eine sehr langsame Kreiselbewegung bedingt in rund 26.000 Jahren einen Umlauf des Frühlingspunktes (Platonisches Jahr).

Es ist nicht einzusehen, warum sich daran zukünftig etwas ändern sollte - wenn auch nichts völlig unmöglich ist, sollten außergewöhnliche kosmische Bedingungen eintreten.

2.2 Das Erdkippen nach Suball und Warlow

Wenn dennoch ein Kentern der Erde, ein Erdkippen, eintreten sollte, dann müsste es so geschehen, dass dabei die Ausrichtung der Rotationsachse unverändert bleibt. So hat es auch schon der Geologe Suball5 mit seinem Hinweis auf die Umlegung eines Spielkreisels angenommen.


Bild 1: Die 5 Stufen der „Kreiselumkehr“ nach L. Suball

1. Umkehr nach der Kreiseltheorie von L. Suball

Senkrechte Linie: Unverrückbare Rotationsachse

1 Der Spielkreisel ruht in Ruhelage auf seinem runden (schweren) Ende in stabiler Form. Wird er in Drehung versetzt, geht ihm dieses stabile Gleichgewicht durch auftretende Zentrifugalkräfte sofort verloren und er wird gezwungen, sich umzulegen, um auf die (leichtere) Spitze zu kommen, auf welcher er in stabiler Form kreisen kann.

2 Der Kreisel ist in der Umlegung begriffen und befindet sich in diesem Moment ungefähr 45° geneigt, ohne dass seine Drehachse mit der Umlegung mitgeht. Diese bleibt während der ganzen Umlegung um 180° unverrückbar in senkrechte Lage.

3 Die Umlegung hat 90° erreicht.

4 Der Kreisel hat in seiner Umlegung 135° erreicht und ist kurz vor dem Sprung auf die Spitze.

5 Der Kreisel ist auf die Spitze gelangt, auf der er in stabilem Gleichgewicht kreisen kann, solange der Impuls anhält, welcher ihn in Drehung versetzte.

Das bedeutet: In Wirklichkeit verlagert sich die Erdachse selbst überhaupt nicht! Sie behält ihre Ausrichtung auf den Polarstern. Nur die Erdkugel wird umgelegt.

Der Zeitablauf für den Umlegungsprozess muss aber von geologischen Maßstäben ganz gelöst werden. Der über viele Jahrmillionen sich hinziehende Umlegungsprozess, an den Suball dachte, dürfte in etlichen Etappen einzelner Polsprünge aufzulösen sein. Denn nach den antiken Zeugnissen - und ebenso beim Kreisel - vollzieht sich die Polwende in einem ununterbrochenen Zug.

2. Umkehr nach der Kreiseltheorie von P. Warlow6

Die Theorie von Warlow begründet besser, wie eine Umlegung in einem einzigen Prozess der Umlegung vorzustellen ist, den er auch mathematisch durchgerechnet hat. Da kann man schon von einer richtigen Polwende sprechen, wenn auch Warlow diesen Ausdruck noch nicht benutzte.


Bild 2: Die 4-stufige Kreiselumkehr nach P. Warlow

Warlow erklärte 1978 in einer englischen Fachzeitschrift die Nord-Süd-Umkehr der Erde mit dem nahen Vorübergang eines anderen Himmelskörpers. Er dachte dabei an die Venus in frühgeschichtlicher Zeit, was ich bestätigen kann. Er veranschaulichte den Vorgang mit einer Kreiselumlegung ähnlich wie Suball:

 1. Anfängliches Stadium, erstes Drehstadium mit Rotation P um die senkrechte Achse

 2. und 3. Übergangsstadium während der Umkehrung, wobei sich die primäre Drehbewegung P fortsetzt, bei gleichzeitiger Rotation S um eine Achse in der Äquatorebene der Erde.

 4. Endstadium mit vollkommen umgedrehter Spitze.

Die Richtung der P-Rotation bleibt für einen äußeren Beobachter während aller Phasen unverändert.7

Die Erde wird als ein großer Kreisel angesehen - das ist im Prinzip sicherlich richtig. Aber die Umstände sind verschieden:

1 Ein Spielkreisel dreht sich auf der Tischplatte, die Erde frei im Raum.

2 Der Spielkreisel kippt nach Auslaufen seines Drehimpulses wieder zurück - die Erde bleibt polgewendet stehen.

3 Ein Spielkreisel muss erst in Drehung versetzt werden - die Erde nicht.

Die Erde benötigt stattdessen die von außen einwirkenden Kräfte durch den nahen Vorübergang eines anderen Himmelskörpers. Dieser muss etwa die Größe eines Planeten haben, weil Kleinkörper nicht die nötige Masse besitzen, um stark genug auf die Erde einwirken zu können.

Suball hat genaue physikalische Berechnungen durchgeführt, wie viel Masse der Himmelskörper haben müsste bei größerer oder geringerer Entfernung, um die Polwende auszulösen. Diese Formeln muss ich hier nicht erörtern, ich übernehme als Nichtphysiker seine Erkenntnisse.

Es ist das Verdienst von Warlow, die Aufmerksamkeit in der Wissenschaft erstmals auf Kräfte gelenkt zu haben, die nicht die Erde selbst produziert, sondern die von außen auf die Erde einwirken müssen. Heute kann die Venus nicht mehr in eine kritische Erdnähe gelangen. Dennoch wird es eine Polwende geben: weil zwei andere große Himmelskörper sich der Erde nähern werden, die ich als Sterne der Endzeit bezeichne. Darüber wird in diesem Buch ausführlich diskutiert.

Nach Nostradamus sollen sogar noch drei Polwenden kommen.

2.3 Umpolungen des Magnetfeldes der Erde

Der nahe Vorübergang eines anderen Himmelskörpers ist aber nur das eine Modell für eine Polwende. Eine zweite Theorie geht vom Erdmagnetismus aus.

In der Geowissenschaft wird die Diskussion um Erdumkehrungen von Forschungen über das Magnetfeld der Erde beherrscht, die in diesem Jahrhundert einen großen Aufschwung genommen haben.

Heute weiß man zuverlässig, dass sich in geologischen Zeiträumen der Erdmagnetismus viele Male vollständig umgekehrt hat. In den letzten 76 Mill. Jahren kam es zu 171 Umpolungen. Das hat man an magnetischen Mustern des Meeresbodens aller Ozeane ermittelt. Da der Boden durch das Auseinanderdriften der Kontinente sich von den „Ridges“ her vulkanisch neu bildet, hält er die jeweilige Polung bei seiner Entstehung fest.

Die Ursachen der Umpolungen sind schwer deutbar. Von Zeit zu Zeit sinkt der Mag­netismus ab, bricht zusammen und baut sich wieder neu auf. Die Ursache wird durch Bewegungen des Erdinnern angenommen. Immer wieder wird abgeschrieben, die letzte Umpolung sei vor 700.000 Jahren erfolgt, aber Forschungen an Lavagesteinen an Land haben ergeben, dass noch vor 30.000 und 20.000 Jahren je eine Umpolung stattfand. Bei den Meeresbodenanalysen lassen sich indes Umpolungen in kürzeren Abständen als 50.000 Jahre gar nicht messen.

Für die Erforschung der Polwenden, die erst in den letzten zehn Jahrtausenden aufgetreten sind, bringen solche Langzeitprozesse natürlich gar nichts. Wir werden sehen, warum man so auch gar nicht weiterkommen kann.

Konkret wird gegen Polwenden in dieser geologischen Spätzeit argumentiert: Es hat so spät doch überhaupt keine magnetische Umpolung gegeben - darum sei auch eine geographische Polumkehr indiskutabel.

Die Geophysiker selbst haben jedoch schon kritisch geltend gemacht, dass eine magnetische Umpolung nicht auch eine geographische Umkehrung (Polwende) nach sich ziehen müsse. Das sei nicht einzusehen.

Ich habe mir diese Argumente zu eigen gemacht und daraus den Schluss gezogen, dass bei allen erdmagnetischen Umpolungen, die messbar wurden, eben keine geographische Polvertauschung stattfand. Aber auch umgekehrt: Wenn sich eine Polwende ereignete, dann hat sie nicht zu einer bleibenden erdmagnetischen Umpolung geführt, die man anschließend messen könnte.

Das wäre logisch gedacht - aber wie soll das denn vor sich gehen? Ich bitte um Geduld.

2.4 Energien von der Sonne?

Beschränkt man die Betrachtungsweise auf ein Magnetfeld, das die Erde selbst erzeugt, so wird eine Umpolung desselben - auch nach meiner Ansicht - keine Drehung der Erde, also des Magneten selbst zur Folge haben. Dazu gehört die Wechselwirkung mit einem anderen übergeordneten Feld. Jeder Elektriker weiß, dass der Anker eines Elektromotors sich nur dreht, wenn ein zweites Feld aktiv wird.

Woher kann aber ein zweites, übergeordnetes Feld kommen? Meine Antwort: von der Sonne!

Der vermeintlich leere Weltraum hindert nicht Energieübertragungen von der Sonne zur Erde, denn der Sonnenwind und die Eruptionswolken transportieren Energie und Magnetfelder, welche die Sonne erzeugt!

Sonnenaktivität, die als Kleingeschehen laufend beobachtet wird, vermag im allgemeinen nur geringfügige Feldwirkungen hervorzubringen. Aber das schwankt mit dem bekannten Sonnenfleckenrhythmus, und irgendwann kommt es auch mal zu erheblich größeren Ausbrüchen von Sonnenenergie. Wie würde sich eine Großexplosion der Sonne auf die Erde auswirken? Wie man im Januar 1997 bei einer größeren Explosion beobachtet hat, braucht die Energiewolke 4 bis 5 Tage, um die Erde zu erreichen. Dann treten Nordlichter auf, Störungen an elektronischen Anlagen und Satelliten usw. Um das Erdfeld stark zu beeinflussen, bedarf es allerdings noch wesentlich größerer Energien.

Wäre so etwas wie ein „Sonnenblitz“ denkbar, der die Erde trifft? Was könnte dann mit dem Erdmagnetfeld geschehen? Velikovsky8 hatte diese Idee, und er schrieb:

Schlägt ein Blitz in einen Magneten, so kehren sich dessen Pole um. Die Erdkugel ist ein riesiger Magnet. Ein Kurzschluss zwischen ihm und einem anderen Himmelskörper könnte dazu führen, dass der magnetische Nordpol und der magnetische Südpol vertauscht werden.

So kann eine magnetische Umpolung von außen ganz plötzlich verursacht werden; theoretisch müsste es nicht nur die Sonne sein, wenn sie eine hinreichend starke Energiemenge abstößt. Auch eine kosmische Wolke, die unser Sonnensystem durchzieht, könnte sehr starke Energiefelder transportieren und die Erde umpolen, wenn sie uns erreicht.

2.5 Erdkruste verrutscht „wie auf Schmierseife“

Eine danach folgende geographische Polvertauschung, also eine Polwende, kann man nur begreifen, wenn man sich folgendes klarmacht:

Geophysiker wissen um eine bestimmte Schicht, in der sich die Kontinentalverschiebung ohnehin vollzieht. Im Zustande der plötzlichen Abstoßung verrutscht nun die gesamte Erdkruste mit Vehemenz solange, bis die beiden Magnetfelder wieder übereinstimmen. Der nahe Vorübergang eines anderen Himmelskörpers kann das Rutschen auslösen.

Die Nordkontinente rutschen also unter den Südhimmel und die Südkontinente unter den Nordhimmel - solange, bis eine Verlagerung um 180 Grad perfekt erreicht ist. Und damit ist die Polwende vollzogen.

Lavagestein, das anschließend erkaltet, wird nun keine andere Magnetisierung aufweisen können als Lava, die sich vorher bildete! Denn durch das Verrutschen, durch die noch vollzogene geographische Umpolung, wurde ja der vorausgegangenen magnetischen Umpolung Rechnung getragen, und beide Felder stimmen wieder bestens überein.

Ich fasse zusammen: Magnetisch umgepolt kann nur das Erdinnere werden, nicht aber die feste Erdkruste. Denn diese behält ihren gegenwärtigen Magnetismus auf ewig fest. Dadurch entstehen zwei irdische Magnetfelder: ein äußeres gleichgebliebenes der Erdrinde, und das des Erdinneren, das umgepolt wurde. Dadurch entsteht eine Abstoßung, denn + trifft auf + und - auf -. Die Erdkruste wird dadurch gleitfähig. Sie kann verrutschen - viel schneller als bei der Kontinentalverschiebung. Ein Physiker, der mich darauf aufmerksam machte, verglich die gleitfähige Schicht mit einer Art Schmierseife.

So verrutscht denn die Erdkruste wie auf Schmierseife so lange, bis die beiden Mag­netfelder wieder zueinander passen, d. h. + auf - und - auf + zu liegen kommen. Das ist der Fall, wenn die Verlagerung 180° erreicht, wenn die Polwende komplett ist.

Wenn diese Theorie richtig ist, dann kippt die Erde gar nicht im Ganzen, nicht als Vollkörper, sondern das Erdinnere bleibt unbewegt, nur die Hülle, die Erdrinde gleitet wie geschmiert herum.

Nachträglich, wenn man die Lava ausbrechender Vulkane analysiert, wird man natürlich keine magnetische Umpolung feststellen können. Denn durch das Verrutschen hat sich das ja wieder ausgeglichen. Es kann aber eine Schwächung des Erdmagnetfeldes zu verzeichnen sein.

Was sich geändert hat, ist nur die Nord-Süd-Vertauschung des Sternenhimmels. Und das können die Geophysiker nicht messen. Das kann man nur aus den Überlieferungen schließen!

Dies ist der Grund, warum man bei einer rein naturwissenschaftlichen Betrachtungsweise eine Polwende nachträglich nicht messen kann, es also keine Polwende in der strengen Bedeutung des Wortes geben kann. Sie, lieber Leser, wissen jetzt, warum das so ist - aber auch, wie man es besser erklären kann.

2.6 Neuordnung der Himmelsrichtungen

Durch eine Polwende wird die Erde sozusagen auf den Kopf gestellt. Die Bewohner der vormaligen Nordhalbkugel sehen dann den südlichen Sternenhimmel über sich mit dem Kreuz des Südens, und die Bewohner der ehemaligen Südhalbkugel den nördlichen Sternenhimmel mit dem großen Bären und dem Polarstern.

Wie nehmen die Menschen diese Neuigkeit auf? Verschieden - je nachdem, ob sie den Sternenhimmel gerne betrachten oder ob er ihnen gleichgültig ist.

Für den astronomisch nicht Gebildeten, der von einem südlichen Sternenhimmel gar nichts weiß, erscheint am Himmel alles neu. Er erblickt nun Sternbilder, die er vorher nie gesehen und nie gekannt hat. Deshalb wird er glauben: Gott hat einen neuen Himmel erschaffen! So wird es sich auch der Visionär der Johannes-Offenbarung nach der Polwende erklärt haben.

Der astronomisch Ungebildete wird auch an den bisherigen Himmelsrichtungen festhalten. Norden bleibt für ihn Norden, obgleich sich dort der südliche Sternenhimmel wölbt. So muss es auch ein Sonnenwunder für ihn sein, die Sonne nun im Westen anstatt im Osten aufgehen zu sehen.

Anders der astronomisch Gebildete. Wenn er das Kreuz des Südens erblickt, weiß er, dass das nun der südliche Sternenhimmel ist, und deshalb sieht er sich genötigt, die Nordrichtung in Süden umzubenennen. Zugleich wird er auch Osten in Westen umbenennen, und die Sonne geht für ihn im neuen Osten auf. Dann ist für ihn die Himmelswelt wieder in Ordnung.

Um ein Chaos von Himmelsrichtungen in den Köpfen der Menschen zu vermeiden, ließ nach der letzten Polwende z. B. der Kaiser von China die Himmelsrichtungen für sein Reich neu festlegen. So ähnlich wird man sich nach einer künftigen Polwende auf einer internationalen Konferenz einigen müssen, wie die Himmelsrichtungen dann benannt werden sollen.

Wenn Sie dies gelesen haben, wird Ihnen der Schädel brummen vor lauter Himmelsrichtungen. Darum nehmen Sie am besten Anschauungsunterricht an Ihrem Globus. Stellen Sie rechts vom Globus eine Lampe auf, die die Sonne sein soll. Dann drehen sie die Erdkugel so, dass der Lampenschein als Sonne im Osten aufgeht, also über Asien hinweg nach Europa scheint.

Diese Drehrichtung - von links nach rechts - muss wieder dieselbe sein, nachdem Sie den Globus auf den Kopf gestellt haben, um die Polwende zu imitieren. Europa ist nun nicht mehr oben am Globus, sondern unten. Das Lampenlicht scheint, wenn die Sonne aufgeht, jetzt vom Atlantik her auf Europa. Sie sehen, die Sonne geht tatsächlich im Westen auf!

Wollen Sie es dabei belassen, oder sollen die Himmelsrichtungen umbenannt werden?

2.7 Kreuz des Südens antiken Völkern bekannt

In Zeiten, wo die Sonne im Westen aufging, haben wir unter dem südlichen Sternenhimmel gelebt. Existieren Überlieferungen von Sternbildern des Südens? Ich habe die Literatur über antike Sternbilder nicht daraufhin gesichtet, aber ein markantes Sternbild zumindest scheint überliefert zu sein: das Kreuz des Südens.

Hierzu fand ich eine bildliche Darstellung auf einem Keramikgefäß, das sich im Stuttgarter Lindenmuseum befindet. Da wird anscheinend von drei Priestern eine Kulthandlung durchgeführt. Was uns hier interessiert, ist nicht die Bedeutung der vielen Sonnenscheiben am Himmel, in denen eine Kalendersymbolik enthalten ist, deren Gehalt sich z. T. mit dem Kalender auf dem Sonnentor von Tiahuanaku deckt. Bemerkenswert ist für uns, was der linke Priester vor sich hat: Eine Stange, die auf einen Stern gerichtet ist - möglicherweise der Polarstern? Die Stange steht schräg, etwa 20 Grad, und könnte die Schrägstellung der Erdachse gegenüber der Ekliptik meinen. Auf dieser Achse ist aber nicht nur der Polarstern befestigt, sondern auch ein Kreis mit einem Kreuz. Das könnte das Kreuz des Südens bedeuten. Unten an der Stange befindet sich eine Drehvorrichtung, einer Flügelschraube ähnlich. Es geht hier offenbar um die Erddrehung. Der Priester dreht jetzt gerade nicht die Erdachse. Seine Aufgabe scheint zu sein, dafür zu sorgen, dass am Himmel entweder der Polarstern oder das Kreuz des Südens steht. Er beschwört anscheinend das Zustandekommen der Polwende und dabei korrigiert er den Kalender um zwei Tage.


Bild 3: Malerei mit Himmelsschlange auf einem Keramikgefäß aus Peru

Nun, das mag Ihnen zu spekulativ sein. Als Polwende-Beweis brauchen wir das nicht. Aber es sollte Ihren Blick schärfen, was alte Symboliken bedeuten können.

Noch ein Seitenblick auf den linken Bildteil. Der Himmel wird überspannt von einer riesigen Schlange mit zwei Köpfen. Dieses Ungeheuer ist auch auf anderen mythologischen Abbildungen Altamerikas zu finden. Ich deute es als Symbol der Wolkenschlange am Himmel, die von einem sich auflösenden ehemaligen Kleinmond der Erde entstand. Sie ist mit der Schlange Tiamat der Sumerer identisch - vielleicht auch mit der Schlange im biblischen Paradiese, die Eva verführte. Sie hat hier als Besonderheit zwei Köpfe: das gibt korrekt wieder, dass der Kleinmond schon seit einigen Jahrtausenden in zwei Teile gespalten war, die dann getrennt voneinander die Erde umkreisten. Die Polwenden haben sich ereignet, bevor diese Himmelsschlange sich um 2.800 bis 2.790 auflöste und der harte Kern ihrer beiden Köpfe als Steintrümmer auf die Erde prasselte. In Tiahuanaku hat man auch Unterstände gefunden, die wohl dazu gedient haben, sich vor solchen Gesteinsschauern zu retten. Das war in der Tropenzone lebenswichtig in jener Katastrophenzeit.

Ich möchte das Mondthema nicht weiter vertiefen - es würde ein anderes Buch erfordern, das ich als Manuskript auch schon entworfen habe. Hier nur so viel darüber hinaus:

Mit dieser Katastrophe war nämlich praktisch Schluss mit dem Erdkippen, den Polwenden und den Erdbahnstörungen. Die Schlange war besiegt. Unser Planet stabilisierte sich. Jahrtausende der Ruhe ließen das alles in Vergessenheit geraten. Erst in der Gegenwart lebt diese Unruhe der Erde wieder auf. Denn Mutter Erde ist schon lange chronisch krank. Erdkippen, Polsprünge, Polwenden, Sintfluten, Bahnstörungen und eine Mondkatastrophe stehen wieder auf dem Programm der Zeiten. Es wird wieder sein wie zu Zeiten Noahs. Die Probleme der Vorzeit erwachen wieder aus ihrem Tiefschlaf im Unterbewusstsein unser Erde. Das Karma dieser Menschheit lässt sie nicht mehr ruhen. Sie bedarf des göttlichen Arztes!

3 Platos Lehre von den Umkehrungen des Alls
3.1 Merkwürdige antike Quellen über die Sonnenbewegung

Jetzt werden Sie vielleicht denken: Das klingt doch sehr seltsam, und sollte sich so etwas tatsächlich jemals ereignet haben, dann müsste es gewiss überliefert worden sein. Wir haben aber nie etwas ähnliches gehört oder gelesen.

Das war anfangs auch meine Meinung. Bei näherer Nachforschung fanden sich dann aber doch solche Überlieferungen. Es zeigte sich, dass das Wissen um die „Umkehrungen“ des Sonnenlaufes nur verlorengegangen ist, da sich die fraglichen Ereignisse schon vor mehreren Jahrtausenden in frühgeschichtlicher Zeit zugetragen haben.

In der griechisch-römischen Antike war man immerhin noch im Besitz der alten Überlieferungen. Einen der wichtigsten Berichte über Sonnenbewegungen lieferte der griechische Geschichtsschreiber Herodot, der im 5. Jahrhundert v. Chr. lebte und auf seinen ausgedehnten Reisen u. a. Ägypten besuchte. Dort erfuhr er etwas sehr Merkwürdiges. Die ägyptischen Priester versicherten ihm nämlich, dass in historischer Zeit, seit Ägypten Königreich war, viermal die Sonne entgegengesetzt wie gewöhnlich aufgegangen sei: zweimal ging sie auf, wo sie jetzt untergeht, und zweimal ging sie unter, wo sie jetzt (auch) untergeht.

Viele gelehrte Leute haben diese bemerkenswerte Stelle im 2. Buche Herodots gelesen, aber sie haben sie nicht verstanden, und so ist man darüber hinweggegangen.

Ganz ähnlich schrieb auch Pomponius Mela, ein Schriftsteller des 1. Jahrhunderts im De situ orbis I, 9, 8:

Die Ägypter sind stolz darauf, das älteste Volk der Welt zu sein. In ihren verbürgten Annalen ... steht zu lesen, dass seit ihrem Bestehen der Lauf der Sterne viermal seine Richtung geändert hat, und dass die Sonne zweimal in dem Teil des Himmels untergegangen ist, wo sie heute aufgeht.

Geophysiker werden sich einig sein, dass die Erklärung für eine scheinbare Umkehr der Sonnenbewegung, von der in diesen Quellen die Rede sein dürfte, nicht in einer Umkehr der Erdrotation gefunden werden kann. Es ist unmöglich, dass die Erdumdrehung tatsächlich zum Stillstand kam, um anschließend in umgekehrter Richtung wieder einzusetzen. Das würde eine übergroße Zerreißprobe und Erhitzung für den Erdball bedeuten, wobei alles Leben ausgelöscht worden wäre. Man kann die antiken Texte, die von einer Umkehr der Sonnenbewegung oder von einem westlichen Sonnenaufgang sprechen, nur so erklären, dass in der Frühzeit der Menschheit, ja im frühen Ägypten noch, wiederholt eine kosmische Erdumkehrung vorgekommen sein muss.

Die einschlägigen Quellen sind nicht nur in Ägypten, nicht nur in der alten Welt zu finden, sondern auch in Altamerika. Verschiedene Quellen sprechen auch ausdrücklich davon, dass in einem früheren Zeitalter die Sonne im Westen anstatt im Osten aufgegangen sei.

TEVEL ist der hebräische Name der Welt, in welcher die Sonne im Westen aufging (nach Steinschneider), und es ist von 7 Zeitaltern das vorletzte gewesen (Ginzberg).

In der Neuen Welt hieß die Sonne, welche sich im Gegensatz zur heutigen Sonne von Westen nach Osten bewegte, TEOTL LIXCO (Seler). Der ägyptische Name für die westliche Sonne ist HARACHTE, und in Inschriften heißt es: „Harachte, sie geht im Westen auf“.9

3.2 Die „Umkehrungen des Alls“ bei Plato

Auch der griechische Philosoph Plato wusste von der wiederholten Umkehrung der Himmelsbewegung und er hat sich - wohl als einziger - darum bemüht, die tiefere Bedeutung dieser Umwälzungen zu ergründen. Er war der erste und zugleich der letzte Polwende-Philosoph, denn nach ihm ging das alte Wissen darüber verloren.

Die Griechen, die wir gern die „alten Griechen“ nennen, waren im Altertum gleichwohl noch ein junges Volk. Die letzte Umkehr in der scheinbaren Bewegung der Himmelskörper war aber auch von den Vorfahren der Griechen schon miterlebt worden. Ihre Überlieferung verbindet das Ereignis mit der Herrschaft des argivischen Tyrannen Atreus. Es ging bei ihnen nämlich die Sage um, dass Zeus, als Thyestes dem Atreus die Herrschaft durch üblen Betrug zu entreißen suchte, den Lauf der Sonne und der Gestirne umkehrte, „um der Welt zu zeigen, dass auf arge Weise das Recht verkehrt sei“.

Mehrere antike Schriftsteller haben sich dieses Stoffes angenommen - zu nennen ist Euripides (in seinen Tragödien Orestes und Elektra), Sophokles (Fragment Atreus) und Seneca (Thyestes) - und sie haben geschildert, wie die Sonne an dem Morgen jenes Streites ihre Bahn verließ, sich rückwärts wendete und den Tag schon zur Mittagszeit verlöschen ließ. An die bekannte Erzählung von diesem Sonnenwunder anknüpfend, stellte Plato in seiner Schrift „Der Staatsmann“ fest, dass die Sonne und die Gestirne

... nämlich dahin, von wo sie jetzt aufgehen, damals untergingen und dagegen von der entgegengesetzten Stelle her aufgingen; damals aber veränderte ja der Gott, indem er für den Atreus ein Zeugnis ablegen wollte, es in seine jetzige Gestalt.

Daraus geht klar hervor, dass Plato den Tatsachengehalt der alten Überlieferung richtig erkannte. Er führte ergänzend fort:

Dieses All nämlich leitet bald der Gott selbst auf seiner Bahn und fördert seinen Kreislauf, bald lässt er es los, sobald die Umläufe das ihnen zukommende Zeitmaß erfüllt haben (!), jenes (das All) aber wiederum aus freien Stücken nach der entgegengesetzten Richtung sich herumbewegt.

Plato kennt natürlich nicht den heutigen Begriff einer Polwende, aber er meint dasselbe Naturgeschehen, wenn er bemerkt:

Es treten also alsdann die größten Vernichtungen der übrigen lebenden Geschöpfe ein, als auch von dem Geschlechte der Menschen nur ein kleiner Teil übrig bleibt ...

Dann machte Plato die Tragweite seines philosophischen Grundgedankens klar, indem er die Entwicklung des Menschengeschlechtes seit der Urzeit im Sinne seines Gedankens zu begreifen versucht. (Bei der gekürzten Wiedergabe lasse ich jetzt das meiste von dem weg, was mir nebensächlich erscheint.)

Wie aus dem Zusammenhang hervorgeht, beginnt Plato seinen urgeschichtlichen überblicke mit der Zeit, wo die Sonne zum ersten Mal im Westen aufzugehen pflegte.

Damals leitete der Gott zuerst durch seine Fürsorge die gesamte Umkreisung selbst.

Die Menschen kannten keinen Krieg.

...ein Gott hütete sie, indem er selbst die Aufsicht führte ... Während seiner Hut aber gab es keine Staatsverbände ... dagegen hatten sie Früchte in reichem Maße, von Bäumen sowohl wie von vielen Gewächsen, welche nicht Ackerbau hervorbrachte, sondern welche die Erde von freien Stücken hervorwachsen ließ.

In den eiszeitlichen Klimabedingungen gab es noch keinen Ackerbau. Das begann erst mit der sog. „neolithischen Revolution“.

Danach kam die Epoche, wo die Sonne erstmals im Osten aufging.

Nachdem nämlich die Zeit für alles dies zu Ende gegangen war und eine Veränderung eintreten musste ..., damals nun entfernte sich der Steuermann des Alls, nachdem er gewissermaßen den Griff des Steuerruders losgelassen, in seine Warte, das Schicksal aber und eine angeborene Begierde (hierzu) drehte die Welt wieder zurück. Die Welt aber, welche sich herumdrehte und zugleich in der umgekehrten Richtung des Anfangs und des Endes (!) fortgetrieben wurde und eine große Erschütterung in sich hervorrief, bewirkte gleichfalls einen anderen Untergang von mannigfachen lebenden Wesen; hierauf aber ging sie nach Verlauf eines hinreichenden Zeitraumes, als Stürme und Verwirrung nachließen und sie zur Ruhe von den Erschütterungen gelangt war, wohlgeordnet in ihrer eigenen gewohnten Bahn, selbst Fürsorge und Gewalt sowohl über das in ihr Befindliche als über sich selbst ausübend, indem sie nach Möglichkeit die Belehrung des Schöpfers und Vaters sich ins Gedächtnis rief. Zu Anfang nun vollführte sie dies genauer, zuletzt aber lässiger ...

Wenn ich Plato so ausführlich zitiere, so deshalb, weil es sich meines Wissens um den ersten und letzten ernsthaften Erklärungsversuch handelt. Die Nachwelt hat bisher wenig damit anzufangen gewusst; mir scheint jedoch, dass manches darin enthalten ist, was auch heute noch - oder wieder - der Beachtung wert ist.

War die Nötigung zur eigenen Daseinsvorsorge eine zwangsläufige Folge des Wegfalls der göttlichen Fürsorge? Es trat aber - wie ich herausfand - bei der ersten Polwende zugleich eine Verschlechterung des Klimas ein. Plato macht dazu besondere Ausführungen, die recht einleuchtend erscheinen:

Die Menschen waren überdies in den ersten Zeiten ohne Kenntnis von Hilfsmitteln und Künsten, weil die von selbst sich darbietende Nahrung versiegt war, sie aber nicht verstanden, sich dieselbe zu verschaffen, da vorher kein Bedürfnis sie dazu nötigte.

Deshalb nun wurden uns die in alten Sagen erwähnten Geschenke der Götter mit der dazu erforderlichen Lehre und Unterweisung verliehen, das Feuer von Prometheus, die Künste von Hephaistos und seiner Kunstgenossin (Athene), Samenkörner und Pflanzen wieder von anderen. Und alles, was zur Einrichtung des menschlichen Lebens mit gehörte, ging aus diesen hervor.

Heute wird diskutiert, dass diese Götter mit Raumschiffen von anderen Sternen kamen, die eine fortgeschrittene Kultur entwickelt hatten. Nach Atlantis ging es indes um die handwerkliche Begründung einer Zivilisation, welche eine neue Menschheit brauchte, um Selbständigkeit für eine eigene Lebensführung zu erlangen. Die Menschheit war zur Selbständigkeit genötigt, macht uns Plato klar, weil Gott sich vorübergehend von seinem Fürsorgeamt auf dem Planeten Erde zurückzog.

So soll es in der Epoche des östlichen Sonnenaufganges gewesen sein, die nach Plato die erste war (aber vor 5.320 ging die Sonne auch schon im Osten auf). Soweit es sich dabei um den Weg des Menschen zur Selbständigkeit und die Entwicklung seiner Fähigkeiten zur Naturbeherrschung handelt, wird man den positiven Wert, der darin liegt, nicht bestreiten. Insoweit wären die Epochen der vorübergehenden Entfernung von Gott (= östlicher Sonnenaufgang) als notwendige Entwicklungsstufen des Menschengeschlechts zu betrachten. Leider liegt aber in der Natur solcher Entwicklungstendenzen, dass das Gute schließlich übertroffen wird durch das Ungute, das aus der Selbstüberhebung des gottentfremdeten Menschen herrührt. Das hat Plato deutlich gesehen, indem er schrieb:

Mit dem Ende dieser Zeit (des guten Anfangs) aber ging die Blüte zu Ende, und indem sie mit geringem Guten bedeutende Mischung des Gegenteils verband, geriet sie in die Gefahr sowohl ihres eigenen Unterganges als auch des in ihr Befindlichen. Deshalb setzte sich denn auch der Gott, welcher sie einrichtete, gleich damals, als er sie in Nöten erblickte, aus Besorgnis ... wieder an das Steuerruder derselben; und indem er das, was in dem früheren Zeitraume, wo sie sich selbst überlassen war, erkrankt war und sich aufgelöst hatte, umkehrte, ordnete er sie wieder ... Hiermit ist nun das Ende von allem angegeben.

Es begann also nun zum zweiten Male eine Epoche, wo die Sonne im Westen aufging. Plato hält sich, wie man merkt, an die gleiche Anzahl von Umkehrungen, die bei Herodot und Pomponius Mela überliefert sind. Aus dem Text, den ich auszugsweise zitierte, geht klar hervor, dass Plato von den Katastrophen bei jeder Richtungsänderung wusste, denn er erwähnte die große Erschütterung der Erde, die bei einer Erdumkehrung (Polwende) auftritt, die Stürme und den Untergang vieler Lebewesen.

Als Philosoph war Plato nicht daran interessiert, die Tatsächlichkeit jener Umwälzung zu beweisen. Ihm ging es um das geistig-religiöse Verständnis jener Vorgänge der Frühzeit und ihre mögliche Bedeutung für die Entwicklung der Menschheit. Ich finde, dass Platos philosophischer Ansatz - mag er in mancher Hinsicht auch unzulänglich ausgefallen sein - auch heute noch eine wichtige Lektüre darstellt, weil seine weitgespannte Sicht uns auf das Verständnis der prophetischen Zeugnisse einer künftigen Verlagerung besser vorbereitet. Ohne Plato würden wir leicht einer heute verbreiteten Blickverengung erliegen und geneigt sein, das Problem einer Erdverlagerung als ein rein naturwissenschaftlich-physikalisches Geschehen abzuhandeln. Es ist mein Anliegen, unser Bewusstsein zu einer ganzheitlichen Sicht zu erweitern.

3.3 Alle Polwenden erst nach der Eiszeit

Bei unvoreingenommener Vergleichung der antiken Quellen über die wiederholte Umkehr der (scheinbaren) Sonnenbewegung müsste man sich eigentlich davon überzeugen können, dass es in vorgeschichtlicher Zeit mehrere Male zu einer Erdumkehrung im Sinne einer Polwende gekommen sein muss, wobei die scheinbare Himmelsbewegung sich jedes Mal vollständig umkehrte. Wie verhält sich das aber zu unserem bisherigen Wissen über die Vorzeit? Gibt es weitere Tatsachen, die dafür sprechen?

Der überlieferungsfähige Zeitraum ist begrenzt. Das Gedächtnis der antiken Völker reichte kaum über mehrere Jahrzehntausende. Wenn es schon während der letzten Eiszeit eine hohe Kultur gegeben hat - Atlantis! - dann ist mit ihr auch jede weiter zurückreichende Überlieferung untergegangen. Die nachatlantischen Kulturen aber gewannen ihre Ausdehnungs- und Entwicklungsmöglichkeiten erst nach dem Ende der letzten Eiszeit.

Alle Polwenden haben sich nach der Eiszeit ereignet. Wie ich erkannte, kam es vorher - während der Eiszeit - anscheinend nur zu Polsprung-Ereignissen. Das kann langfristig als eine Stufe zu neuer höherer Entwicklung bedeuten - vorausgesetzt, dass wir auch die neue Krise mit der nötigen Hilfe von oben meistern. Erst mit den Sonnen-Zeitaltern kamen auch die Polwenden - vor ca. zwei Jahrtausenden nach dem Ende der letzten Eiszeit.

Die höhere Stufe scheint mit der Sonne und ihrer stärkeren Einwirkung auf unsere Erde verbunden zu sein, die seitdem besteht.

3.4 Platos Lehre im Vergleich mit nachatlantischer Kultur­entwicklung

Mit dem 6. Jahrtausend trat eine Erwärmung ein (Atlanticum), die neue Räume für die Besiedlung freigab. Wie die Archäologie ergraben hat, vollzog sich nach und nach der überging zum Ackerbau, zuerst im Nahen Osten - die „neolithische Revolution“. Das deckt sich mit der ersten Periode der Austrocknung in der Sahara. Diese nacheiszeitliche Wärmeperiode hat sich in der Überlieferung als eine sorgenfreie, glückliche Zeit erhalten, als ein goldenes Zeitalter oder als Paradies der Urväter der heutigen Menschheit. Es dürfte die erste Zeit gewesen sein, wo - nach Plato - die Sonne im Westen aufging; eine Zeit ohne Arbeit und Mühe, weil alles in Fülle gedieh. Dem Menschen waren alle Sorgen durch göttliche Fürsorge abgenommen, wenn wir Plato folgen wollen. Die Menschheit befand sich sozusagen in einem Kindheitsstadium ohne eigene Verantwortung.

Wie im Kapitel 1.5 beschrieben, kam es zu Beginn der Paradieszeit, im 6. Jahrtausend, zur ersten Polwende. Eine ältere große Kultur war in einer Katastrophe untergegangen: Atlantis-Poseidonis! Plato ist im „Staatsmann“ auf das frühere Atlantis überhaupt nicht mehr eingegangen, sondern hat eine andere Kulturgeschichte entworfen, wie die Menschheit sich wie ein junger Mensch unter göttlicher Anleitung entwickelt. In solcher Konzeption steckt tiefe Erkenntnis. Ich habe in meiner Schrift über Präzession und Weltzeitalter diesen Gedanken wieder aufgenommen und bis in die Zukunft, bis in das hohe Alter dieser Menschheit weitergeführt.10

Nach meiner chronologischen Rekonstruktion dauerte das Klimaoptimum nur gut ein Jahrtausend, bis die Menschheit dann einen wesentlichen Fortschritt in ihrer Entwicklung erreichte. Das belegt der überging zur Bronzezeit, die in Vorderasien schon gegen Ende des 5. Jahrtausends v. Chr. einsetzte. Die Bronze bezeugt Metallbearbeitung und damit den Beginn einer höheren Technik. Das dokumentiert eine höhere Eigenständigkeit. Die Menschheit war nun über die frühe Kindheit hinaus, war nicht mehr ein göttlicher Fürsorgefall, begann alsbald auch Keilschrift zu lernen, kam im 4. Jahrtausend sozusagen ins Schulalter.

Zu Beginn der „Schulzeit“ - wenn wir es so nennen wollen - hat sich die zweite Polwende ereignet. Nach Plato zog sich die Gottheit von der kompletten Fürsorge zurück und entließ die Menschheit in die Freiheit, nach eigenem Willen zu lernen. Das geschah etwas vorschnell, könnte man rückblickend feststellen, denn der Versuch sollte ja in einem Niedergang und schließlich in einer Katastrophe enden - der Sintflut! Man könnte das mit einer Pubertätskrise der Menschheit vergleichen. Die Gottheit war genötigt, das Steuer vorübergehend wieder selber in die Hand zu nehmen - 3. Polwende. Nach Begründung neuer Hochkultur, die in der Pyramidenzeit gipfelte, erhielt die Menschheit endgültig die Selbstbestimmung ihres Erwachsenseins

(4. Polwende). Das hat nun fast fünf Jahrtausende vorgehalten. Allerdings wurde nur durch das Leben und Sterben Jesu Christi ein erneuter Niedergang aufgehalten, der jetzt aber nach fast 2.000 Jahren eine fünfte Polwende, d. h. ein abermaliges Eingreifen der Gottheit dringend erforderlich macht.

So möchte ich den Gedanken Platos fortführen, um den Sinn der bevorstehenden Wende als Alterskrise aufzudecken.

3.5 Die Vertreibung aus dem Paradiese

Das mythische Erleben hat auch einige Umstände der damaligen Erdverlagerung in Formen göttlichen Tuns zu verstehen getrachtet. In Genesis 3,8 ist die Rede davon, dass Adam und Eva die Stimme Gottes hörten, der im Garten Eden ging, und sie fürchteten sich. Die Stimme meint offenbar das Donnern, und das Erbeben der Erde beim Erdkippen schien von Schritten Gottes herzurühren. Furcht und Schrecken befiel die Menschen, die unter den Bäumen Schutz suchten.

Zum Schluss des Kapitels kommt dann die eigenartige Stelle, wo Gott fürchtet, Adam könnte sich auch noch am „Baum des Lebens“ vergreifen (Genesis 3,22). Was ist das für ein Baum? Doch sicherlich der Weltenbaum, der in so vielen Mythen vorkommt, unter den verschiedensten Bezeichnungen. Er ist das Symbol der Weltenachse, die gleichsam den Himmel trägt, also der verlängerten Erdachse. In der germanischen Mythologie beispielsweise wird die Weltenachse durch die Weltesche Yggdrasil dargestellt.

In diesem Zusammenhang bedeutet die Erwähnung des Weltenbaumes, dass mit der Himmelsachse irgend etwas besonderes geschah, wofür im Mythos eine Erklärung gesucht wird.

Wenn nach einer Polwende plötzlich ein anderer Sternhimmel erschien - der südliche anstelle des nördlichen - dann war das natürlich ein Ereignis ersten Ranges: Der Baum schien nun eine andere Krone zu tragen, es war scheinbar ein anderer Baum. Hier wurde er als der Baum des Lebens bezeichnet.

Da es eine nördliche und eine südliche Himmelsachse gibt, die eine zum Himmelspol des nördlichen, die andere zu dem des südlichen Sternenhimmels gerichtet, müsste man streng genommen auch im Mythos zwei Weltenbäume unterscheiden. Das kann man allerdings normalerweise nicht erwarten, weil von einem Beobachter auf der Nordhalbkugel ja entweder nur der nördliche Sternenhimmel betrachtet werden kann (bei östlichem Sonnenaufgang) oder der südliche (bei westlichem Sonnenaufgang). Um so bemerkenswerter ist es, dass im Buche Genesis doch von zwei Bäumen die Rede ist (2,9):

„Und Gott der Herr ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, lustig anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten (Eden) und den Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen.“

Die Himmelsmitte ist aber - wie in der heutigen Astronomie - der Himmelspol, wo der Weltenbaum als Symbol der Drehachse wächst. Dort stand der Lebensbaum in der Mitte des göttlichen Gartens, der nichts anderes als den Himmel meint - und zwar den südlichen Sternenhimmel, denn in der Epoche Eden ging die Sonne ja im Westen auf. Der zweite Baum, der Baum der Erkenntnis, muss sich folgerichtig auf die andere Seite des Sternenhimmels beziehen, also auf den nördlichen Sternenhimmel.

Mit den beiden Bäumen hat es also seine astronomische Richtigkeit - wie aber war es möglich, dass damals diese erstaunliche Kenntnis vorhanden war? Kann es sein, dass eine Generation, die eine Polwende miterlebt hat, beide Sternhimmel nacheinander sah?

Was geschieht nun mit den beiden himmlischen Bäumen? Adam isst verbotswidrig vom Baum der Erkenntnis. Das bedeutet, durch eine Polwende war der nördliche Sternhimmel sichtbar geworden, und zugleich ereignete sich eine spürbare Klimaverschlechterung, die als Vertreibung aus dem Paradiese gedeutet wurde. Als Adam den Baum der Erkenntnis vor sich, über sich hatte, war er der Versuchung erlegen.

Als das geschehen war, fürchtete Gott, er könne danach womöglich auch noch vom Baume des Lebens essen und dadurch ewiges Leben, Unsterblichkeit erlangen, also Gott gleich werden. Damit das unmöglich gemacht wurde, erfolgte die Vertreibung Adams aus dem Paradiese, und der Anblick des Baumes des Lebens war ihm für immer genommen.

Das bedeutet: die Erde hatte sich bei einer Polwende im kosmischen Raum total umgedreht. Der Nordpol war unter den Südhimmel gelangt und der Südpol unter den Nordhimmel.

3.6 Die Klimaverschlechterung

Es stellt sich die Frage, warum wurde damals der Schritt zur Grundlegung der antiken Kulturen getan? Was war geschehen?

Nun ist aber durch die Erforschung der Gletscherbewegungen ein Befund gesichert worden, der sich für eine Erklärung anbietet. Nach der postglazialen Warmzeit kam es nämlich ungefähr um 4.200 v. Chr. zu einem erneuten Gletschervorstoß (zumindest in Europa). Die graphische Darstellung zeigt das ganz deutlich. Damals muss also wieder eine Klimaverschlechterung eingetreten sein. Das wirkte sich in der Sahara indessen positiv aus, weil der Prozess der Wüstenausbreitung noch einmal aufgehalten wurde.

Dadurch wurden anderwärts aber die paradiesischen Lebensverhältnisse beendet und der Mensch war nun genötigt, Daseinsvorsorge für die kalte Jahreszeit zu betreiben. Er musste anfangen zu arbeiten und technische Erfindungen zu machen, um das härter gewordene Leben zu meistern. Das deckt sich mit dem Sinn der biblischen Überlieferung der Vertreibung aus dem Paradiese nach dem angeblichen Sündenfall.

Im Sinne von Plato hat zu diesem Zeitpunkt die erste Umkehrung der Bewegung des Alls stattgefunden, also eine Polwende, derzufolge die Sonne nicht mehr im Westen, sondern im Osten aufging. Tatsächlich war es aber schon die zweite Polwende - so weit hatte Plato den Untergang von Poseisdonis allerdings noch nicht in seine neue Konzeption einbeziehen können.

Ich mache darauf aufmerksam, dass der Plato-Text auch auf eine Klimaverschlechterung anspielt, wenn da ausgesagt wird, dass der Mensch nun Kenntnisse von Hilfsmitteln und Künsten nötig hatte, „weil die von selbst sich darbietende Nahrung versiegt war“.

Erst ein härteres Klima erzeugte das existentielle Bedürfnis, sich Nahrungsmittel zu verschaffen und auch in subtropischen Gegenden für wärmende Bekleidung zu sorgen - nicht so sehr wegen eines plötzlich aufkommenden Schamgefühls von Adam und Eva, als sie ihrer Nacktheit inne wurden, wie die Bibel nachträglich gedeutet hat, als man den wahren Grund vergessen hatte und nach einer Erklärung suchte.

Der biblische Sündenfall:

Konsequenzen des „Sündenfalles“, wie sie in Kapitel 3 des Buches Genesis dargestellt werden, laufen auf dasselbe hinaus, indem Gott sprach:

Verflucht sei der Acker um deinetwillen, mit Kummer sollst du dich darauf nähren dein Leben lang.

Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen.

Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen ... (Genesis 3,17 - 19)

Hätte Adam nicht auch anders bestraft werden können als gerade mit einem Fluch gegen die Fruchtbarkeit des Ackers? Aber die Sache verhält sich umgekehrt. Es trat eine Klimaverschlechterung ein, so dass die paradiesischen Zustände mühelosen Erntens plötzlich zu Ende gingen. Das mythische Denken suchte nach einer Erklärung und fand sie in der Sünde Adams, in der Bestrafung durch die Gottheit.

Und Gott der Herr machte Adam und seinem Weibe Röcke von Fellen und kleidete sie. (Genesis 3, 21)

Auch das geschah nicht etwa, um nur die Scham zu bedecken, wozu ja auch ein Lendenschurz gereicht hätte. Vielmehr ergab sich aus dem kälteren Klima nun die Notwendigkeit zu einer kompletten Bekleidung aus Fellen.

3.7 Wie kam es zur Klimaverschlechterung?

Was dabei noch unerklärt bleibt, ist die starke Klimaverschlechterung. Eine mögliche Erklärung könnte ein Polsprung sein, der den Nahen Osten in eine mehr nördliche Breite verschob. Diese Theorie hat schon Peter Kaiser vertreten, als er zu folgendem Genesis-Text schrieb:

Die Symbole sind leicht zu entschlüsseln. Es werden Ereignisse geschildert, die bei einem Polsprung auftreten: Die Schritte des unsichtbaren Gottes bedeuten ein Erdbeben, das die Bewohner des Paradieses in Schrecken versetzt. Das Klima ändert sich. Ihr Blätterputz schützt die Menschen nicht mehr vor der hereinbrechenden Kälte. Deshalb bekleidet sie Gott mit Fellen. Die Tierwelt ist verschwunden, der von der Natur reich gedeckte Tisch ist verloren. Pflanzen, die vor dem Sündenfall nicht beachtet wurden, müssen genossen werden, um den Hunger zu stillen. Die Erzengel, die das Paradies mit zuckenden Flammenschwertern bewachen, sind Symbol für die ausbrechenden Vulkane, für das aus der Erde quellende Feuer. (a.a.O., S. 377)

Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir uns über den Unterschied zwischen einem Polsprung und einer Polwende klar werden müssen.

Polsprung ist in der Geowissenschaft bekannt als eine Verlagerung der geographischen Pole in eine andere Region. Bei einem derartigen Polsprung ändern sich die Nordrichtung jeder geographischen Position und die anderen Himmelsrichtungen um einige Grade. Vor allem verschieben sich zwangsläufig der Äquator und die Klimazonen. In diesem Sinne hat Kaiser wohl angenommen, dass der Vordere Orient durch einen Polsprung in eine mehr nördliche Klimazone gelangte, so dass es kälter wurde.

Das ist aber unmöglich. Denn es kann als erwiesen gelten, dass der letzte Polsprung am Ende der letzten Eiszeit erfolgte. Damals sprang der Nordpol von Grönland in seine heutige Lage. Das geschah aber schon einige Jahrtausende vor dem Ende der Epoche Eden, die mit dem nacheiszeitlichen Klimaoptimum identisch war.

3.8 Schlussfolgerungen

1. Der Polsprung war in Wirklichkeit eine Polwende. Denn bei einer Total-umkehrung der Erde mit Vertauschung von Nord und Süd bleiben die Himmelsrichtungen Nord-Süd und Ost-West praktisch unverändert. Eine Polwende bedeutet ein Erdkippen um volle 180 Grad, so dass die Himmelsrichtungen lediglich vertauscht werden.

Wenn die Archäologen eine alte Tempelanlage ausgraben - z. B. die Sonnenwarte von Tiahuanaku - und feststellen, dass die Seiten des rechteckigen Grundrisses nach den heutigen Haupthimmelsrichtungen orientiert sind, dann ist sicher, dass die Anlage nach dem letzten Polsprung errichtet wurde. Man kann nicht wissen, ob der heutige Norden auch der damalige Norden war und nicht Süden. Eine Abweichung von einigen Graden erst würde beweisen, dass der Bau vor dem letzten Polsprung errichtet wurde. Spätere Polwenden ändern aber nichts mehr an der Grundorientierung.

2. Die Klimaverschlechterung bei der Vertreibung aus dem Paradiese muss daher eine andere Ursache haben. Aber was kommt dann als Ursache einer Klimaverschlechterung in Betracht? Nur eine Änderung der Bahn der Erde um die Sonne, die den Abstand zur Sonne vergrößerte!

Das habe ich mit meinen Kalenderforschungen bestätigt gefunden. Das Sonnenjahr war danach erheblich länger geworden. Das Thema der Erdbahnänderungen in jenen Jahrtausenden erfordert aber vom Umfang her ein weiteres Buch. Zur Grundinformation habe ich im Kapitel 1.7 über die Sonnenzeitalter meine diesbezüglichen Forschungsergebnisse übersichtlich zusammengefasst. Daraus können Sie ersehen, wie viele Veränderungen des Sonnenjahres, bedingt durch veränderten Abstand der Erde um die Sonne, es vom 6. bis zum 3. Jahrtausend gegeben hat. Da besteht noch ein großes Forschungsdefizit.

Ich fand die Ursache der Klimaverschlechterung in einem nahen Vorübergang der Venus, derart, dass sich zugleich die Bahn der Erde um die Sonne vergrößerte, so dass eine Klimaverschlechterung eintrat. Dies ereignete sich wahrscheinlich um -4.209, rund 2 Jahrzehnte nach Beginn des Stier-Zeitalters.

Die folgende Skizze veranschaulicht den Unterschied zwischen Polwende und Polsprung bzw. Polverschiebung:


Polwende Polverschiebung
Nord-Süd-Drehung der Erde um 180 Grad Gleiten der Erdkruste über den Erdkern
Bild 4: Die zwei Formen eines Erdkippens: Polwende und Polverschiebung

Auch die Sintfluten, die in den ersten Kapiteln diskutiert wurden, waren stets Polwende-Ereignisse und keine Polsprünge im herkömmlichen Sinne mit geographischer Polverschiebung, auch wenn ich diesen Begriff einführend noch benutzt habe.

Über echte Polsprünge mit geographischer Poländerung liegen aus der letzten Eiszeit Beweise vor. Darüber lesen Sie einiges im Kapitel 1.6 im Zusammenhang mit Überlieferungen der Hopi-Indianer. Weitere Informationen zu vorgeschichtlichen Erdbahnänderungen finden Sie im Kapitel 1.7 über die Sonnenzeitalter.

Erkenntnisse zur Zeit ab -28.000 können Sie in meinen Schriften über die Etappen der Kultur von Atlantis finden, die mehrere Male von Polsprüngen betroffen war.11

4 Polwende und Archäologie
4.1 Westlicher Sonnenaufgang in Archäo-Astronomie, Kunst und Literatur

Was sagt die Archäologie zu einem Sonnenaufgang im Westen? Vorerst natürlich nichts, denn dieser Gesichtspunkt ist den Archäologen noch nicht geläufig. Es stellt sich aber die Frage: Kann man so etwas überhaupt archäologisch nachweisen?

Die umgekehrte Bewegung der Gestirne am Himmel selbst kann kein archäologischer Befund sein. Aber die Himmelsbeobachtung der Menschheit hat ja schon Jahrtausende vor der geschichtlichen Zeit stattgefunden und zur Errichtung von Anlagen geführt, die dazu dienten, die Wandelsterne anzuvisieren. Als neuer Wissenszweig hat sich die Archäo-Astronomie der Erforschung solcher Visuren angenommen, die an alten Heiligtümern, Menhiren, Steinkreisen usw. vielfach nachgewiesen werden können.

An erster Stelle der Himmelsbeobachtung stand natürlich die Sonne. Wann waren die Tage der Sonnenwenden? Das hat man feststellen können durch Beobachten des Sonnenaufganges: Visierlinien über Steine und zu markanten Punkten am Horizont, wenn die Sonne im Jahreslauf am Höchsten stand - Sommersonnenwende - oder am tiefsten zur Wintersonnenwende.

Nun findet man in der einschlägigen Literatur aber auch etliche Visuren, die auf den Sonnenuntergang ausgerichtet sind. Ich habe noch keinen Autor solcher Publikationen gefunden, der sich darüber irgendwie gewundert hätte, warum man sich denn am Untergang der Sonne orientiert haben sollte - es sei denn bei Gräbern, wenn man an das Totenreich im Westen dachte. Gefeiert wurde doch immer der Sonnenaufgang, wie etwa bei Stonehenge der Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende auch heutzutage durch neuzeitliche Druiden-Gruppen gefeiert wird.

Wenn man auf solche Befunde stößt, dann sollte man künftig in Erwägung ziehen, dass diese Anlage in einer Zeit errichtet wurde, als die Sonne im Westen aufging. Da waren Aufgang und Untergang der Sonne gegenüber heute vertauscht. Die Sonne ging da auf, wo sie heute untergeht! Das ist die Lösung.

4.1.1. Lochsteine in Österreich

Hier ein Beispiel aus der Steiermark. Es ist einem Forschungsbericht über Lochsteine entnommen, den österreichische Felsbildforscher veröffentlicht haben. Darin heißt es u.a. (S. 16):

Fast alle Strallegger Lochsteine sind Torhüter vor alten Gehöften ... Vom Lochstein am Hof (des Kulmbauern), der zwischen abgelagerten Steinplatten steht, kann man den großen menhirartigen Lochstein auf einer Horizontstelle von 22 Grad 40 Min. erkennen, was in etwa dem Untergang zur Wintersonnenwende entspräche. Da uns auch Herr Bauer mitgeteilt hatte, dass der Lochstein vom Kirchberger ebenfalls in dieser Richtung liege, machten wir ... zum gegebenen Datum (Wintersonnenwende) einen Ausflug dorthin.

Um 14 Uhr legte das Licht schon einen scharfen Leuchtstrich hinter den Stein an der Linde. Gegen 16 Uhr bricht sich das untergehende Licht wie eine strahlende Sonne im Lochstein und zeichnet mit den letzten Strahlen einen roten kreisrunden Fleck über das Auge des Betrachters. 12


Bild 5: Lochstein an der Linde Bild 6: Der Lichtfleck auf dem Auge des Betrachters

Bekanntlich wurde zur Wintersonnenwende der Beginn des neuen Jahres gefeiert, da von diesem Tage an die Sonne wieder höher stieg und die Natur aus ihrem Todesschlaf erlöst wurde. Nicht der Tod des alten Jahres wurde gefeiert - in Analogie zum Sonnenuntergang, sondern der Beginn des neuen Jahres im Augenblick des ersten Sonnenstrahles, und nicht des letzten Strahles an diesem Festtag. Das kann doch gar nicht anders gewesen sein - so war es in einer Epoche, die nun schon rund fünf Jahrtausende zurückliegt.

4.1.2 Das altiranische Weltrad

In dem Sonnenzeitalter nach der ersten Polwende gingen Sonne, Mond und Sterne im Westen auf und im Osten unter. Erde und Menschheit fanden damals für über ein Jahrtausend wieder glückliche Entwicklungsbedingungen, nachdem Mutter Erde die „Pestbeule“ Poseidonis beseitigt hatte, wie im nächsten Kapitel berichtet wird.

In die Erinnerung der Menschheit ging sie als Zeit eines Paradieses auf Erden ein: Der Garten EDEN! Man lokalisierte ihn im „fruchtbaren Halbmond“.

Damals hatte das Jahr 360 Tage, wie zahlreiche alte Kalender bezeugen. Offensichtlich hat das babylonische Zahlensystem daher auch seinen Ursprung, ebenso die 360° des Kreises. Der tägliche Weg der Sonne am Himmel war gleich einem Grad - damals viel genauer als heute.

Wenn das Sonnenjahr gegenüber heute also etwas kürzer gewesen war, dann müsste die Erde der Sonne etwas näher gewesen sein und die Sonne etwas wärmer geschienen haben. In der Tat verzeichnet die Forschung ein nacheiszeitliches Klimaoptimum. Dadurch begünstigt entstanden neue Kulturen, vor allem im Bereich der großen Ströme in Mesopotamien (Sumer), am Nil und am Indus (Mohendjo Daro).

In den Überlieferungen gibt es mancherlei Zeugnisse dafür, dass es zugleich eine Periode des westlichen Sonnenaufganges gewesen ist, wenn man nur danach forschen will. Ein Beleg könnte z. B. das altiranische Weltrad sein. Es dient uns hier als ein Beispiel aus der ersten Periode westlichen Sonnenaufganges.

Zu den indoeuropäischen Völkern, die einen Kalender mit 360 Tagen benutzten, gehörten auch die Vorfahren der Perser. Eine wichtige Quelle ist das BUNDAHISCH, das auf uralte avestische Texte zurückgehen dürfte. Im Kapitel 1.5 wird über den Aufbau der Welt ausgesagt, dass um die Mitte der Erde herum 6 Sektoren lägen. Es handelt sich um 6 Kreisausschnitte, die durch die Hauptpunkte des Sonnenjahres bestimmt waren. Dazu gehörten einmal die Himmelsrichtungen Norden und Süden, zum anderen die Auf- und Untergangspositionen der Sonne am längsten Tag und am kürzesten Tag, also bei den Sonnenwenden.

Im Text heißt es nun nach den ursprünglichen Übersetzungen von Nyberg und Widengren:13

Von dem Punkt, wo sie (die Sonne) am kürzesten Tage in die Welt eintritt, bis zu dem Punkt, wo sie am längsten Tag in die Welt eintritt, ist es WESTEN.

Weil wir aber nichts anderes kennen und für möglich halten, als dass die Sonne im Osten aufgeht, darum haben andere Übersetzer (z. B. W. Müller) gemeint, der Text sei „defekt“ und müsse so korrigiert werden, dass die Sonne im Westen untergeht. Aber der Text ist eben nicht defekt!

ALTIRANISCHES WELTRAD,

aus der Zeit, als die Sonne im Westen aufging.

HAGAL-RUNE


Bild 7: Altiranisches Weltrad

Sektoren von genau 60 Grad treffen zu für Standorte auf rund 36 Grad nördlicher Breite. Diese Zone verläuft quer durch den nördlichen Iran. Für den Horizont in Nordiran, Assyrien, Syrien ergibt sich so eine Einteilung in 6 gleichgroße Sektoren je 60 Grad. So lag es nahe, auch das Sonnenjahr in 6 Abschnitte zu je 60 Tagen zu gliedern. Begünstigt wurde das durch den Umstand, dass das Sonnenjahr damals nur rund 360 Tage hatte.

Polwende.

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Ograniczenie wiekowe:
0+
Data wydania na Litres:
23 grudnia 2023
Objętość:
319 str. 32 ilustracji
ISBN:
9783945574799
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Автор
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