Czytaj książkę: «Management by Wunder»

Czcionka:

Gerhard Seidel

MANAGEMENT BY WUNDER

Bedenke wohl, worum du bittest,

es könnte dir gewährt werden!

Engelsdorfer Verlag

Leipzig

2014

Bibliografische Information durch die Deutsche Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;

detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Copyright (2014) Engelsdorfer Verlag Leipzig

Alle Rechte beim Autor

Coverfoto © 2jenn – Fotolia.com

Hergestellt in Leipzig, Germany (EU)

www.engelsdorfer-verlag.de

Inhalt

Cover

Titel

Impressum

Prolog

1. Einleitung

2. Überblick über die einzelnen Kapitel

2.1 Papa, was ist „Management by Wunder“?

2.2 Erfahrungen des Autors

2.3 Um was geht es?

2.4 Für wen wurde das Buch geschrieben?

2.5 Unterschiedliche Sichtweisen

2.6 Zauberei oder Magie?

2.7 Die Idee zu diesem Buch

3. Die innere Wirklichkeit, die äußere Realität

3.1 Ist Realität wirklich so, wie wir sie erleben?

3.2 Realitäten in den Unternehmen

3.3 Die anderen Ebenen

4. Was sind Zufälle und Wunder?

4.1 Was sind Zufälle?

4.2 Was sind Wunder?

4.3 Glück haben – Chance oder Illusion?

5. Spurensuche – wie Bewusstsein Realitäten schafft

5.1 Das Gebet

5.2 Lourdes und Kirche

5.3 Kornkreise

5.4 Emoto und die Wasserkristalle

5.5 Sheldrake und die morphischen Felder

5.6 Dubai – ein Wunder auf tönernen Füßen

5.7 Meine Wunderausstellung

5.8. Psychologische Phänomene

5.8.1 Die sich selbst erfüllende Prophezeiung

5.8.2 Placebo-Effekte

5.8.3 Pygmalion-Effekt

5.8.4 Andere Phänomene

5.8.5 Zusammenfassung der Spurensuche

6. Das menschliche Bewusstsein

6.1 Was ist Bewusstsein?

6.2 Bewusstseinsveränderungen durch Lebenskrisen

6.3 Der Verstand

6.4 Das Ego

6.5 Überzeugungen, Erfahrungen, Glaubenssätze

6.6 Intuition

7. Der Kondratieff-Zyklus

7.1 Was bringt uns dieser Zyklus?

7.2 Konsequenzen für die Unternehmen

8. Das Bewusstsein der Unternehmen

8.1 Die verschiedenen Ebenen

8.2 Einfluss des Bewusstseins im Unternehmen

8.3 Lebensgesetze – universelle Regeln für Unternehmen

9. Wünsche oder Ziele?

9.1 Sind es Wünsche oder Ziele?

9.2 Was ist Erfolg?

9.3 Persönliche Wünsche und Ziele

9.4 Unternehmerische Wünsche und Ziele

10. Quantenphysik – eine kurze Einführung

10.1 Beobachtungseffekt

10.2 Verschränkungen

10.3 Zeitphänomene

10.4 Parallelwelten

11. Management by Wunder

11.1 Führungssysteme

11.2 Voraussetzungen im Unternehmen

11.2.1 Entlernen lernen

11.2.2 Zukunftskompetenz

11.2.3 Zeitqualität

11.2.4 Bedrohungsorientierung oder Chancenorientierung

12. Die „Gebrauchsanweisung“ von „Management by Wunder“

12.1 Was kann man sich wünschen?

12.2 Wie bereite ich mich vor?

12.3 Die innere Haltung

12.4 Der „theoretische“ Ablauf

12.5 Warum es manchmal nicht funktioniert

12.6 „Gute“ und „schlechte“ Wunschformulierungen

13. „Management by Wunder“ – Beispiele

13.1 Erstes Beispiel

13.2 Zweites Beispiel

13.3 Drittes Beispiel

14. Ein mustergültiger Workshop

14.1 Das Unternehmen – der Auftrag

14.2 Der eigentliche Workshop

15. Schlussbemerkungen

Anhang

Sind wir die Schöpfer unserer Realität?

Literaturverzeichnis und interessante Internetseiten

Bücher

Bücher von Gerhard Seidel

Internetseiten

Prolog

Wir sind als Quantenphysiker heute in der Lage, Dinge zu denken, die früher nur die Mystiker denken konnten. Prof. Th. Görnitz

Sind Wunder möglich?

Viele Menschen glauben, Wunder seien etwas Unnatürliches, etwas, das man nicht erklären und erst recht nicht selbst verursachen kann. Diese Einschätzung ist falsch!

Meine Frau ist Diplom-Psychologin und Verhaltenstherapeutin, sie hilft unter anderem Kinderwunschpatienten – bei denen alle medizinischen Möglichkeiten versagt haben –, ihren Wunsch nach einem Kind zu erfüllen. Regelmäßig erhält sie Karten, Fotos und Briefe von solchen Patienten: „Das Wunder ist geschehen, unser Sohn/unsere Tochter ist geboren!“

Sie kann also offensichtlich Wunder bewirken, weil sie die Kenntnisse und Ressourcen hat, um Wünsche zu erfüllen, wo die Medizin versagt.

Ich habe schon mit vielen Menschen über meine Idee der Wunscherfüllung gesprochen, und meistens wird dies ungläubig zur Kenntnis genommen. Wenn ich sie frage: „Haben Sie denn schon mal einen konkreten Wunsch ‚bestellt‘, dessen Erfüllung für Sie ein Wunder wäre?“, dann ist die Antwort: „Nein, das hat doch sowie keinen Sinn“ oder „So einen Quatsch mache ich nicht“.

Hätten die Kinderwunschpatienten eine ähnliche Einschätzung – jenseits der medizinischen Möglichkeiten ist Schluss –, dann würden sie nicht zu meiner Frau kommen und sie um ein Wunder bitten.

Eine Definition von Wundern lautet: Ein Wunder ist ein außergewöhnliches, den Naturgesetzen oder aller Erfahrung widersprechendes und deshalb der unmittelbaren Einwirkung einer göttlichen Macht oder übernatürlichen Kräften zugeschriebenes Geschehen, Ereignis, das Staunen erregt. (http://www.duden.de/rechtschreibung/Wunder)

Richtig ist an dieser Definition, dass es offensichtlich für manche „wunderbaren“ Wünsche höhere, universelle, subatomare oder gar göttliche Kräfte braucht. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns nicht dieser Kräfte gezielt bedienen können. Richtig ist außerdem, dass Wunder aller Erfahrung widersprechen, doch warum ist unsere Erfahrung überhaupt so beschränkt? Verzichten wir vielleicht einfach deshalb auf die Erfahrung von Wundern, weil wir zu wissen glauben, dass es nicht sein kann?

Manche Menschen verfügen offensichtlich über Möglichkeiten, für andere so etwas wie ein Wunder zu bewirken. Doch die meisten können diese Wunder nur initiieren und müssen sich anderer Helfer bedienen, die über übernatürliche, der eigenen Erfahrung widersprechende Ressourcen verfügen.

Doch die Initiative liegt immer bei dem, der den Wunsch hat. Nur er oder sie kann die Bitte vortragen bzw. den Auftrag erteilen. Egal ob es Kinderwunschpatienten sind, eine Mutter, die um die Gesundheit ihres Kindes betet, oder ein Unternehmer, der nicht mehr weiterweiß und den nur noch ein Wunder retten kann.

Genau davon handelt dieses Buch: Was tun, wenn die Probleme größer sind als die zur Verfügung stehenden Lösungsmöglichkeiten und es in unserem Umfeld niemanden gibt, der uns helfen kann? Dann stellt sich vielleicht die Frage, wie wir uns der übergeordneten Kräfte bedienen können, die für uns Möglichkeiten eröffnen, welche den Naturgesetzen oder aller Erfahrung widersprechen.

Dieses Buch ist die Gebrauchsanweisung, wie man Wunder initiiert. Das Wunder selbst zu vollbringen, liegt bei manchen unserer Wünsche nicht in unserer Hand. Es geht um die richtige Formulierung des Auftrags an die richtige Adresse. Denn nur das ist möglich.

Doch wer nichts bestellt, der bekommt auch nichts geliefert. Von nichts kommt nichts! Und nur weil man es noch nicht weiß, gesehen oder erlebt hat, bedeutet es nicht, dass es das nicht gibt!

Lohnt es sich, das Buch zu lesen?

Eine Frage, die sich Leser beim Kauf eines Buches wohl immer stellen, ist: Lohnt sich der finanzielle und zeitliche Aufwand, dieses Buch zu kaufen und es zu lesen? Welchen Nutzen habe ich davon? Dies gilt insbesondere für Sach- und Lehrbücher wie das, das Sie gerade zu lesen beginnen, weil es nicht nur dem Unterhaltungswert und dem Lesevergnügen dient. Oder vielleicht doch?

Die Frage nach Ihrem Nutzen will ich Ihnen gern sofort beantworten.

Mein Anliegen ist, Ihnen bewusst zu machen, dass, wenn Sie Ihr Bewusstsein – Ihre inneren Wirksamkeiten (inneren Bilder und Zielvorstellungen) – verändern, sich auch Ihre äußeren Realitäten bzw. Ihr Umfeld verändern. Der Zusammenhang zwischen Bewusstsein und Realität (wie ich es verstehe) ist: Was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, diese Realität ist das Ergebnis unserer individuellen Bewertung, unserer inneren Wirksamkeit.

Der Unterschied zwischen innerer Wirksamkeit und deren Wirklichkeit besteht darin, dass unsere inneren Bilder und Ziele, unsere Glaubenssätze und Bewertungen, wirksam sind. Sie wirken immer, bewusst oder nicht bewusst! Je konkreter unsere eigenen Vorstellungen von der gewünschten Realität sind, desto wirksamer können wir sie gestalten.

Das bedeutet: Wenn wir überzeugt sind, die reale Situation verändern zu müssen, so ist dies ein Prozess in uns. Damit ist beispielsweise gemeint, dass wir einen Zustand als spannend, lehrreich, bedrohlich oder auch als harmlos interpretieren können. Entsprechend wird dann die Entscheidung aussehen, diesen Zustand zu akzeptieren oder ihn zu verändern.

Diese Unterscheidung – zwischen innerer Wirksamkeit und der Wirkung – ist deshalb wichtig, weil damit die Kausalität zwischen unserem Bewusstsein und der Realität deutlich wird. Anders formuliert: Die Realität entsteht zwangsläufig durch uns selbst, weil wir sie selbst gestalten. Dies geschieht bewusst oder unbewusst, absichtlich oder automatisch – aber auf jeden Fall sind wir die Ursache.

Das bedeutet aber nicht, dass wir – wenn wir Realität mit Materie gleichsetzen – nicht auch Materie mit unserem Bewusstsein verändern können. Diese Erkenntnis ist wichtig, weil Realitäten auch durch Materie bestimmt werden. Mit Realität ist hier all das gemeint, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen: unser Umfeld, die Situation, in der wir leben – einfach alles, was unsere äußere Welt ausmacht.

Oft besteht zwischen unseren inneren Vorstellungen (der gewünschten Realität) und der vorhandenen Ist-Situation (der vorhandenen Realität) ein Spannungsfeld oder eine Mangelsituation, weil Wunsch und Wirklichkeit nicht übereinstimmen. Diese kann man mit entsprechenden Maßnahmen überbrücken bzw. beseitigen, damit unsere Wunschvorstellungen real werden können. Dafür brauchen wir (Be-)Wirkungskräfte, brauchen wir Informationen und Energie – wir müssen schon dafür sorgen, dass der Wunsch sich erfüllen kann. Denn es geschieht leider nicht zwangsläufig – wir müssen uns darum kümmern.

Hinter dieser Erkenntnis und diesem Prozess verbergen sich vier Lebensweisheiten:

 Kein Mangel – kein Grund für Aktivitäten! Ohne eine Mangelsituation wird nichts erfolgen. Denn wir sind mit dem, wie es ist, zufrieden. (Ich habe z. B. in meinem beruflichen Leben nie die englische Sprache benötigt, deshalb gab es auch keinen Grund, sie zu lernen.) Wenn uns aber etwas fehlt, wenn wir mit unserem Leben unzufrieden sind und wir eine neue, andere Realität oder Situation wollen, wenn uns dieser Mangel bewusst wird und wir davon überzeugt sind, dass wir diesen Mangel beseitigen können, sind wir bereit zu handeln. Fazit: Ohne Mangel wird nichts erfolgen!

 Kein Ziel – dann ist kein Weg richtig! Ohne eine konkrete Vorstellung der Zielrealität (wir haben ein klares Bild davon, wie die neue äußere Wirklichkeit sein soll) kann nichts „richtig“ erfolgen. Es kann sich kein Spannungsfeld aufbauen, denn ohne Ziel ist jede Aktion planlos und zufällig oder gar falsch. Fazit: Ohne Ziel kann nichts erfolgen, was uns zufriedenstellt!

 Nur Ziele ermöglichen Maß zu nehmen. Nur an konkreten Zielen können wir Maß nehmen und die Maßnahmen bzw. Aufgaben erkennen und durchführen, die für die Zielerreichung notwendig sind. Fazit: Nur an Zielen (nicht an Wünschen) können wir Maß nehmen und das Ist in das Soll umformen!

 Erfolg ist: Es erfolgen die richtigen Maßnahmen, die erforderlich sind, damit der gewünschte Zustand eintritt. Ob ein Ziel sinnvoll und machbar ist, ergibt sich nicht allein aus der Zielvorstellung, sondern vor allem aus den notwendigen Entscheidungen und Handlungen. Fazit: Erfolg ist die Folge und Umsetzung der vom Ziel abgeleiteten Maßnahmen!

Nach unseren inneren Zielvorstellungen und Überzeugungen treffen wir unsere Entscheidungen, und aus dem Angebot vieler möglicher Alternativen wählen wir dann die Maßnahmen aus, die uns den neuen Zustand mit größter Wahrscheinlich erreichen lassen.

Das sind die Gründe, warum wir selbst für die äußeren Umstände, in denen wir leben, verantwortlich sind, denn sie werden durch unser Bewusstsein und unser Tun, aber auch durch unser Nichtstun bewirkt!

Dies ist vielleicht nicht neu für Sie – man kann diese Wahrheiten auch in anderen Büchern, im Internet oder in sonstigen Medien nachlesen.

Neu an meinen Überlegungen, die ich in diesem Buch beschreibe, ist herauszufinden, ob und wie man solche Prozesse initiieren kann, ohne aktiv zu werden. Sie haben richtig gelesen! Kann man etwas erfolgen lassen, nur dadurch, dass man sich die neue Realität ausdenkt? Ist es möglich, sich neue äußere Wirklichkeiten mit fokussierter Intention zu kreieren, ohne dass man – außer der zielgerichteten Aufmerksamkeit – etwas tun muss? Hat ein Mensch so viel Manifestationskraft, dass er die geplanten Ergebnisse „herbeiwünschen kann“ und alles von allein geschieht?

Das ist die zentrale Frage, um die es in diesem Buch geht. Dabei – und dies wird durch meine berufliche Erfahrung und meinen heutigen Beruf als Unternehmensberater bestimmt – ist mein Fokus auf das Management, auf die Gestaltung wirtschaftlicher Prozesse ausgerichtet.

Wenn wir als Manager planen, dann wünschen wir uns, wie es in Zukunft sein soll. Wir legen sehr konkret und detailliert fest, welchen Zustand wir erreichen wollen, und glauben daran, dass es auch so passiert (wer diesen Glauben als Manager nicht aufbringt, wird zumeist keinen Erfolg haben und hat vermutlich seinen Beruf verfehlt). Mit dem Ergebnis unserer Planungen überzeugen wir Banken, uns Kredite zu geben, beruhigen die Gesellschafter, treffen Zielvereinbarungen mit den Mitarbeitern und kümmern uns um die Ressourcen, damit wir am Ende des Planungszeitraums das Planziel erreicht haben. Als Beobachter des Ganzen setzen wir Controller ein, damit das geschieht, was gewollt und vereinbart wurde.

Doch da gibt es ein Problem! Wenn es stimmt, dass das Bewusstsein auch unternehmerische Realitäten in Form von Gewinnen und Verlusten schafft, was passiert, wenn in einem Unternehmen unterschiedliche „Bewusstseine“ existieren? Und man muss nicht lange darüber diskutieren, dass es vielfältige – teilweise konträre – Vorstellungen, Wünsche und Überzeugungen bei den Beteiligten und Mitarbeitern gibt.

Das bedeutet nichts anderes, als dass die unterschiedlichen Vorstellungen und Entscheidungsmöglichkeiten der einzelnen Mitarbeiter im System Unternehmen zu Ergebnissen führen können, die nicht gewollt sind. Die fokussierte Aufmerksamkeit der Führung reicht nicht aus bzw. wird durch andere Intentionen sabotiert.

Die entscheidenden Erfolgsfaktoren, um bei den Mitarbeitern ein gewolltes Bewusstsein und die notwendigen Verhaltensveränderungen herbeizuführen, sind klare Ziele, verbindliche Regeln und insbesondere die Vorbildfunktion der Manager, d. h. deren Charakter, ihre Geisteshaltung, ihre Eigenarten und vor allem ihr Handeln.

Als Unternehmensberater konzentrieren sich meine Überlegungen und Interpretationen auf die Möglichkeit, ob erdachte und als konkrete Wunschvorstellungen formulierte Zielerreichungsstrategien auch in Unternehmen anwendbar sind. Ich möchte aufspüren bzw. beweisen, dass man mit seiner inneren Wirklichkeit als Chef, Manager oder Mitarbeiter unternehmerische Erfolge bewusst steigern und damit die Gewinnsituation entscheidend verbessern kann. Doch dies nicht durch mehr Arbeit, mehr Mitarbeiter, bessere Planung oder mehr Geld, sondern nur durch die Kraft unserer inneren Wirklichkeit, mit fokussiertem Bewusstsein, mit einer gerichteten Manifestationskraft.

Außerdem ist zu klären, was zu tun ist, damit die unterschiedlichen „Bewusstseine“ im Unternehmen sich nicht gegenseitig behindern, sondern die zielgerichtete Intention des Managements unterstützen. Diese Problematik scheint mir einer der Hauptgründe zu sein, warum „Bestellungen ans Universum“ bei Einzelpersonen offensichtlich besser funktionieren als bei Managern, wo mehrere Menschen in die Wunscherfüllung involviert sind. Ich werde später noch konkret darauf eingehen, was zu tun ist, um den Prozess so zu initiieren und zu gestalten, dass dieses Problem nicht auftritt.

Dieses Buch macht konkrete Vorschläge, wie erdachte Aktivitäten zur Zielerreichung und zur Veränderung ungünstiger Situationen sehr wohl möglich sind, wie man übergeordnete Kräfte mobilisiert, die nur mithilfe der Quantenphysik und anderer Phänomene erklärbar sind. Dabei geht es bei dieser Erfolgsstrategie nicht um Glauben oder Hoffen, sondern um bekannte Wirkungsregeln, die in anderen Lebensbereichen schon längst praktiziert werden, die Sie vielleicht kennen und über die noch zu sprechen sein wird.

Der Nutzen, den ich Ihnen versprechen kann, besteht also darin, dass Sie lernen werden, wie Sie mit Ihrer inneren Haltung in Zukunft nützliche „Zufälle“ und günstige Gelegenheiten und Ereignisse in Ihrem Unternehmen initiieren. Wie Sie es vielleicht sogar schaffen, kleine Wunder zu vollbringen – für sich und für andere. Nicht nur als Empfänger solcher glücklichen „Zufälle“, sondern auch als jemand, der sie zum Wohle anderer veranlasst. Und Sie wissen, was zu tun ist, damit es funktioniert, und Sie können einschätzen, warum es manchmal nicht geklappt hat.

Fest steht doch: Sie haben als Chef oder Führungskraft Einfluss im Unternehmen, deshalb werden Ihre Bewusstseinsveränderungen – egal ob gewollt oder nicht – für Veränderungen der betrieblichen Realitäten sorgen, die letztlich in den erwirtschafteten Betriebsergebnissen zum Ausdruck kommen. Ich möchte Ihnen helfen, dass diese inneren Bilder – die wir alle haben, egal ob als Privatperson oder als Manager – Ihren Wünschen optimal entsprechen, sodass sich diese auch tatsächlich realisieren.

Um es noch einmal deutlich zu machen: Wäre es nicht ein Quantensprung in der Führung, wenn Sie es lernen könnten, mithilfe gezielter Intention und spiritueller Kraft die Effizienz und die Ergebnisse in Ihrer Firma zu optimieren? Auch dadurch, dass Sie bewusst negative Gedanken und destruktive Ansichten durch positive und nährende Ideen und Pläne ersetzen, weil solche hinderlichen Fantasien ebenso die Tendenz haben, sich zu verwirklichen, und unternehmerische Erfolge verhindern.

Bei der von mir vorgeschlagenen Erfolgsstrategie beziehe ich mich unter anderem auch auf subatomare Wahrscheinlichkeitsfelder als Quelle und Ursache möglicher Wunscherfüllung. Diese Theorie ist sehr umstritten. Es gibt einige Wissenschaftler, die das im begrenzten Rahmen für möglich halten, andere lehnen es grundsätzlich als Unsinn ab.

In den Gesprächen mit Unternehmerkollegen und Führungskräften fiel mir auf, dass immer dann, wenn ich von universellen bzw. übersinnlichen Phänomenen als Möglichkeit für eine Wunscherfüllung sprach, diese die Augen verdrehten und innerlich abwinkten. Wenn ich aber argumentierte, diese Chance sei mit den quantischen Wahrscheinlichkeiten sehr wohl möglich, dann wurde mir mit großem Interesse zugehört.

Ein Axiom des Neurolinguistischen Programmierens lautet: „Die Bedeutung einer Kommunikation ergibt sich aus der Reaktion, die sie hervorruft – nicht aus der Absicht des Senders!“ Und ein anderes Axiom: „Wenn das, was du tust, nicht funktioniert, dann tue etwas anderes!“

Es bleibt Ihnen als Leser überlassen, für welche Variante Sie sich entscheiden, welchen Weg Sie gehen wollen. Dass Glaube Berge versetzen kann, steht schon in der Bibel. Meine Erfahrung ist: Es ist egal, woran Sie glauben – Hauptsache ist, dass Sie davon überzeugt sind, dass es möglich ist und funktioniert.

Der konkrete Nutzen des Buches ist, dass Sie das alles lernen. Sie müssen – und das ist die gute Nachricht – nur ein eindeutiges Bild der neuen, gewünschten Realität haben und dann Ihre inneren Überzeugungen (er)leben bzw. bewirken (lassen).

Das ist alles – mehr „Nützlichkeiten“ kann ich nicht versprechen.

Aber es gibt auch Grenzen, wie die folgende Geschichte zeigt:

Ein Mensch versucht, den Wundern durch Opferkerzen nachzuhelfen. Ein Freund trifft ihn in der Kirche und fragt: „Warum machst du denn so ein trauriges Gesicht? Fühlst du dich nicht wohl?“

„Es geht bergab mit mir und den Wundern!“, seufzt der Mann traurig.

„Aber du hast doch noch vor ein paar Monaten gesagt, du bist ein Glückspilz. Nachdem du voriges Jahr mit deinem letzten Geld Opferkerzen in der Kirche aufgestellt hast, kam eine Woche später die Nachricht, dass dein verstorbener Onkel dir 60.000 Euro vererbt hat!“

Der Freund winkt nur müde ab: „Ich habe auch weiter Kerzen aufgestellt und Glück gehabt: Im letzten Sommer habe ich 40.000 Euro von meiner Großmutter geerbt, und vor zwei Monaten habe ich noch 4.000 Euro im Lotto gewonnen, aber seitdem ist es wie abgeschnitten!“

1. Einleitung

Alles, was wir sind, ist das Ergebnis unserer Gedanken. Der Geist ist alles. Was wir denken, dazu werden wir. Buddha

Wer sich mit den Wirtschaftszyklen des sowjetischen Wirtschaftswissenschaftlers Nikolai Kondratieff auskennt, weiß, dass wir nach dem Informationszeitalter in den 6. Zyklus überwechseln (ich werde später noch detailliert darauf eingehen), und in diesem geht es u. a. um die Dominanz von psychosozialer Gesundheit, Sinnhaftigkeit (auch in den Unternehmen) und um Spiritualität in Wirtschaft und Gesellschaft.

Meine Ausführungen beschäftigen sich allerdings nur mit einem besonderen Aspekt dieser neuen Periode. Dabei habe ich – zugegeben – einen zunächst ungewöhnlichen Blickwinkel von übergeordneten geistigen Haltungen, und vielleicht habe ich auch eine für Sie erstaunliche Interpretation davon, was uns zukünftig erwartet und in der Wirtschaft von Bedeutung sein wird. Denn dieses Buch handelt von den Phänomenen der Zufälle und Wunder, von diesen unvorhersehbaren Ereignissen und Tatsachen, wie wir sie täglich erleben und wie sie auch in den Unternehmen passieren.

Es geht um unvorhersehbare Ereignisse und Situationen, die uns manchmal Freude bringen, uns in Staunen versetzen, oft aber auch Krisen verursachen, weil wir – so unterstellen wir – keine Möglichkeiten haben, diese Zustände zu beeinflussen.

Ich behaupte: Man kann durchaus annehmen, dass die scheinbaren Zufälle (Wunder sind einzigartige, großartige Zufälle) deshalb geschehen, weil wir sie unbewusst verursachen und sie uns deshalb zwangsläufig „zufallen“! Da wir uns der eigenen Verursachung des Zufalls nicht bewusst sind, kommt es uns (wenn überhaupt) seltsam und erstaunlich vor, wenn uns unverhofftes Glück oder unerklärliches Unheil widerfährt.

Auf gar keinen Fall kommen wir auf die Idee, dass man solche glücklichen Zufälle gezielt initiieren kann. Ja, es kommt uns noch nicht einmal in den Sinn, dass wir etwas damit zu tun haben, selbst wenn sich die Zufälle häufen – dann haben wir eben eine Glückssträhne – das war’s. Unsere innere Überzeugung ist, dass wir nur Empfänger und nicht Ursprung dieser zufälligen Ereignisse sind.

Wenn ich von Wundern spreche, dann meine ich den Prozess, durch den ein Wunder entsteht. Ich meine nicht das Wunder als Sache bzw. als Situation selbst. Ein Beispiel für Letzteres wären die sieben Weltwunder, deren Erbauung sicher für die damalige Zeit ein Wunder war. Der Zufall und das Wunder, das ich meine, ist das bewusste Verursachen, die Entstehung von ungewöhnlichen Situationen, Ergebnissen und Dingen. Auf diesen Prozess sollten wir uns konzentrieren, der Rest – der Zufall oder das Wunder – ist dann zwangsläufig.

Fazit: Ich kann Wunder vollbringen! Das kann ich am besten verständlich machen, wenn ich von einem Vorfall erzähle, um den ich mich selbst gekümmert habe und der für den Betroffenen ein Wunder (Situation) war.

In jungen Jahren war ich als Leiter des Rechnungswesens in der pharmazeutischen Industrie tätig. Dabei übernahm ich einmal die Aufgabe, eine neue Lagerhalle zu suchen. Dies gelang mir zur Zufriedenheit aller Beteiligten, und der Vermieter – der die Halle nach unseren Bedürfnissen umbauen ließ – gab mir am Ende der Verhandlungen als Dankeschön ein privates Geldgeschenk von 3000 DM, das ich mit Genehmigung meines Chefs behalten durfte.

Fünfzehn Jahre später – ich war inzwischen selbst Unternehmer geworden – sah ich diesen Vermieter durch die Stadt schlurfen, eine Plastiktüte in der Hand – ein gebrochener Mann. Er war inzwischen in Konkurs gegangen, war geschieden und lebte von der Fürsorge.

Mir kam die Idee, ihm sein Geldgeschenk von damals zurückzugeben, und ich beauftragte meine Sekretärin, ihn zu besuchen und das Geld zu überbringen. Sie erzählte mir hinterher, es wäre für Herrn K. aus Andernach ein Wunder gewesen, dass sich jemand an ihn erinnerte und ihm – dem vollkommen Mittellosen – Geld schenkte.

Herr K. hatte mit diesem Wunder sehr wohl etwas zu tun. Er hatte es selbst initiiert, wenn auch viel Zeit vergangen war und er sich kaum noch an seine damalige Großzügigkeit erinnern konnte.

Ja, wir können selbst Zufälle und Wunder bewusst veranlassen. Sie werden noch andere „zufällige“ und wundersame Geschichten lesen.

Doch zurück zum eigentlichen Thema. Es wäre ein Quantensprung in den Überzeugungsparadigmen des Managements, wenn es gelänge zu beweisen, dass Zufälle und Wunder eine funktionierende Erfolgsstrategie sein können, die durch den Einsatz von Manifestationskräften gezielt möglich sind. Ich versuche diese unvorhersehbaren „Wirklichkeiten“ auch mithilfe der Quantenphysik zu ergründen und zu erklären. Das ist ein anderer, ein erweiterter Aspekt, der darüber hinausgeht, wie üblicherweise die Spiritualität in dem von mir erwähnten Kondratieff-Zyklus interpretiert wird.

Eine gedankliche Grundlage des Buches, die ich in einem besonderen Kapitel noch detailliert erklären werde, ist die folgende: Ein subatomares Quantenfeld – um es etwas unwissenschaftlich auszudrücken – besteht aus Energie und Information. Es ist ein Potenzial von Möglichkeiten, und durch das Bewusstsein des Beobachters wird die Auswahl dadurch getroffen, dass wir dem subatomaren Wahrscheinlichkeitsfeld (vielleicht ist es ja auch die „himmlische, universale Chancenabteilung“) unsere eigene kompatible Energie und ein ergänzendes Informationsfeld hinzufügen.

Diese Intention und das adäquate Verhalten treffen mit solchen offenen subatomaren Wahrscheinlichkeitsfeldern zusammen, und etwas passiert, das dann der „Newtonschen“ Kausalität scheinbar widerspricht. Was auf dieser subatomaren Ebene verursacht wird und sich als neue Realität zeigt, nennen wir vielleicht einen Zufall. Wenn dieser Zufall gar fantastisch und unwahrscheinlich ist, dann bezeichnen wir das Ereignis als Wunder.

So könnte man es laienhaft erklären, doch es gibt – wie bereits erwähnt – einige wissenschaftliche Einwände, die dagegen sprechen und die ich später noch darstellen werde. Fest steht jedoch: Es gibt auch andere Erkenntnisse und Erfahrungen von Wissenschaftlern, die einen Zusammenhang zwischen Bewusstsein, Quantenfeld und Realität bejahen.

Entschließt man sich dazu, als Ursache für Zufälle und Wunder meine Prämisse zu unterstellen, dann kann man durchaus annehmen, dass so durch uns (un)bewusst initiierte neue, übergeordnete Energie- und Informationsfelder entstehen, die zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort, mit der entsprechenden Geisteshaltung für uns eine neue Realität entstehen lassen.

Konsequent weitergedacht stellt sich also die Frage: Ist es deshalb möglich, neue Realitäten einfach zu erdenken? Und wenn sie dann geschehen, sind es überhaupt noch Zufälle und Wunder oder vielmehr unbeabsichtigt initiierte Erfolge? Denn eine wichtige Charakteristik von Zufällen und Wundern ist doch gerade, dass sie uns ohne erkennbare Ursache einfach „zufallen“.

Vielleicht kann man also postulieren: Solche Zufälle haben immer mit uns zu tun, selbst wenn wir davon überzeugt sind, nicht der Ursprung zu sein, sondern die „zufällig“ Betroffenen.

Nun gibt es aber auch noch andere „Wege“, damit unsere Wünsche und Ziele in Erfüllung gehen. Die Quantenphysik ist nur eine Möglichkeit, dieses Phänomen zu erklären.

Deshalb werde ich neben den Möglichkeiten, die uns die subatomaren Wahrscheinlichkeitsfelder bieten, auch über Placebo-Effekte, sich selbst erfüllende Prophezeiungen, morphische Felder und vor allem über das Gebet sprechen.

Es sind also unterschiedliche Wege möglich, die Zufälle und Wunder bewirken können. Nicht zuletzt – wenn wir um das Resonanzgesetz (auch als „Gesetz der Anziehung“ bezeichnet, was bedeutet, dass Gleiches Gleiches anzieht) wissen und es als hilfreiche Regel akzeptieren – kann auch dort der Vater des Erfolges vermutet werden. Denn wenn ich mein Chef-Bewusstsein verändere oder mit meiner verbalen und nonverbalen Kommunikation das Bewusstsein meiner Mitarbeiter auf bestimmte Haltungen und Ziele beeinflusse, können auch die gewünschten Ergebnisse entstehen.

Vielleicht ist es sogar egal, wie sich unsere Wünsche erfüllen und wir unsere Ziele erreichen – ob wir nun im Gebet darauf hoffen, ein quantisches Wahrscheinlichkeitsfeld zu treffen, oder einfach nur höhere Instanzen ansprechen wollen, oder ob wir durch die Selbstprogrammierung zum Ziel kommen möchten.

Fassen wir zusammen und interpretieren den Titel des Buches wie folgt: „Management by Wunder“ ist ein neues Führungskonzept, das auf den Erkenntnissen der Quantenphysik und anderen, wissenschaftlich nicht erklärbaren Wirkungsmechanismen basiert und die bereits praktizierten Management-Regeln ergänzt.

Gemeinsam wollen wir den folgenden Fragen nachgehen:

 Ist es denkbar, dass wir in einen neuen Zyklus eintreten, in dem wir Zufälle und Wunder mehr als bisher nutzen werden?

 Können wir bewusst Zufälle oder gar Wunder initiieren, was den von uns erlernten „wissenschaftlichen“ Regeln widerspricht?

 Kann man mit fokussierter Aufmerksamkeit bessere unternehmerische Ergebnisse erschaffen, ohne dass man sich anschließend konkret darum kümmern muss?

 Ist es möglich, neue Unternehmens-Realitäten durch gezielte Intention nur zu „erdenken“, und es geschieht, wie erdacht, von selbst?

 Wie stark müsste die Manifestationskraft einer Führungskraft sein, damit durch fokussierte Absichten neue, erfolgversprechende Realitäten entstehen können?

 Gibt es andere Dimensionen dieser Phänomene, die wir als Placebo-Effekt, sich selbst erfüllende Prophezeiung oder Selbstheilungsprozesse bezeichnen und die man als Manager ebenfalls nutzen kann?

 Ist die gezielte, initiierte Wunscherfüllung eine konkrete Chance oder nur eine Illusion realitätsfremder Utopisten?

Dafür begeben wir uns auf Spurensuche, auch um zu klären, ob es schon immer ähnliche menschliche „Spielfelder“ gab, wo solche nicht erklärbaren (un)glücklichen Ereignisse als normal angesehen werden. Geben sie uns Hinweise darauf, dass es sehr wohl übergeordnete „helfende Hände“ gibt, die wir bisher nicht bewusst beachtet haben, die uns jedoch zur Verfügung stehen, wenn unser unternehmerischer Wunschzettel entsprechend ausgefüllt ist?

Wie schon kurz dargestellt, ist es Ziel meines Buches, dass die Leser von einer Methode erfahren, wie man Zufälle und Wunder bewusst für eigene Ziele einsetzen kann und wo die Grenzen dieser Erfolgsstrategie sind. Dabei werden von mir nicht nur die theoretischen Hintergründe erläutert, sondern es wird mit vielen Praxisbeispielen deutlich gemacht, wie man diese Erfolgsmethode auch im täglichen Berufsleben nutzen kann.

Dass sich ein Wunder häufig bei näherer Betrachtung für die einzelnen Akteure unterschiedlich darstellt, zeigt die folgende kleine Geschichte:

Ein Bettler saß an der Straßenecke und schaute traurig auf die wenigen Münzen in seiner alten Messingschale vor sich.

Im stummen Gebet schaute er zum Himmel – wenn kein Wunder geschah, dann musste seine Familie die nächsten zwei Tage hungern. Denn am Wochenende war das Betteln in der Stadt verboten.

„Alter Mann“, sprach ihn da ein Mensch an, „du dauerst mich, ich möchte dir helfen. Tauschst du mit mir deine Münzen und die Schale gegen dieses Goldstück?“

Verwundert und dankbar nahm der Bettler das Geschenk an – seine Gebete waren erhört worden.

Als er nach Hause ging, kam er an dem Geschäft eines Goldschmieds vorbei, in dessen Schaufenster seine angebliche Messingschale für 10 Goldstücke feilgeboten wurde. Doch er sah sie nicht, denn seine Augen waren noch feucht und in Dankbarkeit zum Himmel gerichtet.

2. Überblick über die einzelnen Kapitel

Wofür ein Mensch auch beten mag – er betet um Wunder. I. S. Turgenew

Weil es schwierig war, für dieses Buch eine folgerichtige Gliederung aufzubauen, erschien es mir sinnvoll, dass ich Ihnen zunächst einen Überblick gebe, was Sie erwartet. Dann können Sie schon zu Beginn entscheiden, welchen Lesestoff Sie sich wann „einverleiben“ wollen.

 Als Erstes folgt eine grobe Darstellung: „Um was geht es in diesem Buch?“ Dieser Überblick hilft Ihnen zu erkennen, auf welcher Ebene und in welchem Kontext meine Ausführungen stehen. Um dies zu verdeutlichen, erzähle ich Ihnen als Erstes, wie ich meinen beiden Söhnen „Management by Wunder“ erklärt habe.

 Damit Sie wissen, mit wem Sie es zu tun haben, werde ich kurz auf meinen beruflichen Werdegang eingehen und meine Erfahrungen und Ansichten als Unternehmer und Berater erläutern. Denn wer über unsichtbare Wirklichkeiten hinter Unternehmenserfolgen und übergeordnete energetische Prozesse und Wahrscheinlichkeitsfelder in Firmen schreibt und Bewusstseinsveränderungen als Erfolgsstrategie propagiert, wird schnell als esoterischer Spinner abgetan. Das bin ich wahrlich nicht, wie mein beruflicher Werdegang und hoffentlich auch meine Praxisbeispiele in diesem Buch zeigen.

 Wenn Ihnen auf der einen Seite die Sichtweise und Darstellung der möglichen Strategien gegeben wird, muss zwangsläufig auf der anderen Seite der Waagschale die Frage beantwortet werden, für welche Unternehmer, Führungskräfte und Mitarbeiter diese Handlungsmöglichkeiten sinnvoll und nützlich sind. Kurz: Für wen ist das Buch bestimmt? Wer hat, wenn er seine inneren Wirklichkeiten ändert, wirksame Einflüsse in einem Unternehmen, damit etwas „Unerklärliches“ geschehen kann?

 Und weil das mit den individuellen Sichtweisen und unterschiedlichen Wertungen überhaupt so eine schwierige Sache ist und immer wieder Missverständnisse verursacht, werde ich auch darauf eingehen. Anhand einiger Beispiele möchte ich aufzeigen, warum jeder seine Wahrheiten hat und weshalb alle diese Sichtweisen wahr sind: weil es ganz einfach auf den Standpunkt ankommt, und in diesem Buch berichte ich von meinen Sichtweisen und Wahrheiten.

 Im nächsten Teil werden Sie erfahren, warum das Wünschen nicht so einfach ist. Jeder Wunsch fokussiert unsere innere Haltung nach außen, oft kommen diese Botschaften aber anders an, als sie gemeint sind. Außerdem lernen Sie zu unterscheiden zwischen Wünschen und Zielen, denn nur an Zielen lässt sich, wie bereits erwähnt, „Maß nehmen“, lassen sich also die Maßnahmen ableiten, die erfolgen müssen, um den gewünschten neuen Zustand zu erreichen.

 Warum gibt es überhaupt Zufälle und Wunder – was bedeutet es, Glück zu haben? Es folgt eine kurze Erläuterung dieser Phänomene, die auch eine der Grundlagen meiner Überlegungen in diesem Buch sind. Diese Ausführungen sollen Sie befähigen und überzeugen, die vorgeschlagenen Methoden und Strategien richtig einzuordnen und vor allem, sie auch anzuwenden. Denn die größte Herausforderung, die ich zu lösen habe, ist, Sie dazu zu bewegen, es nicht nur zu wollen, sondern es auch auszuprobieren – es zu tun!

 Danach begeben wir uns auf Spurensuche, um zu klären, ob es schon in anderen Bereichen Zufälle und Wunder gibt. Wir werden gemeinsam untersuchen, warum in einigen „Spielfeldern“ des Lebens solche glücklichen Ereignisse als normal angesehen werden. Können wir aus den Erfahrungen des Betens, dem Praktizieren der sich selbst erfüllenden Prophezeiung oder den unerklärlichen Heilungserfolgen des Placebo-Effekts Erkenntnisse, Grundsätze und Regeln für das „Management by Wunder“ ableiten? Geben sie uns Hinweise darauf, dass es sehr wohl übergeordnete energetische Prozesse gibt, die wir bisher nicht bewusst beachtet haben, die uns jedoch zur Verfügung stehen?

 Im nächsten Abschnitt des Buches will ich die Bestimmungsgrößen unserer eigenen inneren Welt erläutern, weil es wichtig ist, deren Bedeutung und Konsequenz einschätzen zu können. Offensichtlich hat das menschliche Bewusstsein in unserem Leben mehr Bedeutung, als wir erkennen. Was das Bewusstsein an Energie und Informationen „produziert“ und wie dadurch unsere Realitäten entstehen, soll im darauf folgenden Kapitel erklärt werden, und ebenso, welche Schwierigkeiten uns unser Wissen und unsere Überzeugungen beim Beschreiten neuer Wege bereiten, welche Rolle unser Unterbewusstsein spielt und warum unser Verstand und unser Ego uns bei der Anwendung neuer Erkenntnisse, z. B. auch beim Einsatz des „Management by Wunder“, oft einen Strich durch die Rechnung machen.

 Wir beschäftigen uns auch mit der Theorie der langen Weltwirtschaftswellen, die der russische Wirtschaftswissenschaftler Nikolai Kondratieff beschrieben hat, und definieren die Innovationskandidaten des 6. Zyklus, die in Zukunft für unsere Gesellschaft und Wirtschaft von Bedeutung sein werden. Wir wechseln zurzeit in den nächsten Zyklus, und dort – so prognostiziert der Wirtschaftstheoretiker und Zukunftsforscher Leo Nefiodow – geht es unter anderem auch um ein vollkommen neues Miteinander in der Gesellschaft, den Unternehmen und der Politik. Psychosoziale Gesundheit, Spiritualität, Lebensqualität, Wohlgefühl und ein störungsfreies soziales Umfeld sind Innovationskandidaten dieser wahrscheinlich 30 bis 50 Jahre andauernden Periode. Zu erfahren, welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die unterschiedlichen Ebenen der Unternehmen haben werden, soll Ihnen helfen, den neuen Zyklus in seiner Bedeutung und in seinen möglichen Auswirkungen zu begreifen.

 Wenn es stimmt, dass die Quantenphysik die Naturgesetze unserer „natürlichen“ Welt auf den Kopf stellt und unter Umständen auch erklärt, warum dieses subatomare Universum die Idee des „Management by Wunder“ möglich erscheinen lässt, dann muss zwangsläufig ein Exkurs in diesen wissenschaftlichen Bereich erfolgen. Ziel dieses Kapitels ist es, deutlich zu machen, dass es sehr wohl die Chance für unser Bewusstsein gibt, auf der subatomaren Ebene mithilfe der Wahrscheinlichkeitsfelder unsere inneren Wirklichkeiten und äußeren Realitäten zu verändern – auch wenn die traditionelle Wissenschaft (noch) nicht so weit ist, dies zu bestätigen.

 Managementregeln dienen dazu, einheitliche Führungsmethoden zu praktizieren. Diesem Buch liegt der entscheidungstheoretische Ansatz von Edmund Heinen zugrunde, der die Ansicht vertrat, Betriebswirtschaftslehre sei nichts anderes, als Grundlagen für die richtigen Entscheidungen in den Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Wie die richtigen Entscheidungen für die Anwendung von „Management by Wunder“ vorbereitet und umgesetzt werden, davon handelt dieser Teil des Buches. Es geht mir darum, die Entscheidungskompetenz der Führungsebene um eine weitere Dimension zu erweitern, wobei vor allem der Frage nachgegangen wird, ob die gezielte Intention zur Wunscherfüllung eine konkrete Chance oder nur eine Illusion ist.

 Etwas zu verstehen und zu glauben bedeutet noch nicht, es auch zu tun. Deshalb beschäftigt sich das Buch auch mit dem Phänomen des „Entlernens“ – dem absichtlichen Vergessen unbrauchbarer Erfahrungen, hinderlicher Überzeugungen, die sich – egal aus welchen Gründen – im Bewusstsein eingenistet haben und die Anwendung nicht nur dieser Methode verhindern.

 Ein weiterer Aspekt für ein „managementtaugliches“ Bewusstsein ist die Zukunftskompetenz, also die Fähigkeit von Führungskräften, mögliche Auswirkungen unterschiedlicher Zukunftsszenarien zu antizipieren und sie im Bewusstsein zu verankern, damit es überhaupt möglich ist, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Denn wenn dem unternehmerischen Wunschzettel falsche Annahmen über die zukünftigen Entwicklungen für das Unternehmen zugrunde liegen und wir deshalb unsere Manifestationskraft falsch fokussieren, dann schadet diese Erfolgsstrategie mehr, als dass sie nutzt. Dann kann es sein, dass wir bedrohliche und nicht fördernde Zufälle initiieren und ein „blaues Wunder“ erleben.

 Daneben wird auch noch auf das Thema „Qualität der Zeit“ eingegangen, weil erfolgreichen Unternehmern nachgesagt wird, sie wüssten, was wann „dran“ ist, ob also die Zeiten günstig für bestimmte Entscheidungen sind. Die Bedeutung des richtigen Zeitpunkts (wann den Wunschzettel ausfüllen – z. B. kurz vor Weihnachten und nicht im April) wird häufig unterschätzt – deshalb dieser Exkurs.

 Im letzten Teil des Buches – es ist der wichtigste – werden konkrete Umsetzungsstrategien, Anwendungsbeispiele und Erfahrungen mit der Arbeit von „Management by Wunder“ vorgestellt.

 Außerdem werde ich einen fiktiven, mustergültigen Workshop beschreiben, bei dem „Management by Wunder“ zur Anwendung kommt.

Mir ist wichtig, noch folgende grundsätzliche Anmerkungen zu machen: Mit diesem Buch habe ich nicht vor, eine wissenschaftlich fundierte Arbeit über Zufälle und Wunder zu schreiben und die Erfolgsstrategie „Management by Wunder“ unter allen möglichen wissenschaftlich fundierten Aspekten zu erklären bzw. zu rechtfertigen. Das haben andere Autoren schon getan – im Literaturverzeichnis finden Sie entsprechende Hinweise.

Vielmehr liegt mir daran, ein unterhaltsames und erstaunliches Buch zu schreiben, das irritiert und neue Denkweisen initiiert. Meine Idee ist, dass ich Sie anrege, Ihre inneren Wirklichkeiten, Ihre wirksamen Sichtweisen zu überdenken, und dass ich Sie davon überzeugen kann, neue Verhaltensweisen auszuprobieren.

Dabei fällt mir ein, dass auch ich selbst ein erfüllter Wunsch bin:

Ich bin zum dritten Mal verheiratet, beim letzten Mal hat es richtig geschnackelt, ich habe meine Traumfrau gefunden.

Das mit dem Finden stimmt allerdings nicht ganz, denn ich wurde von meiner Frau bestellt. Sie hatte wohl ein Buch über Bestellungen beim Universum gelesen und sich entschlossen, sich einen neuen Partner zu bestellen.

Damit er auch – die Erfahrungen der Vergangenheit waren lehrreich gewesen – über alle gewünschten Eigenschaften verfügte, waren auf ihrer schriftlichen Bestellung mehr als zwanzig charakterliche Bedingungen und Verhaltensweisen aufgelistet.

Nun gut, irgendwann – zwei Jahre später – trafen wir uns auf einem Seminar, und die große Liebe begann.

Sie selbst hatte die Bestellung vergessen und wurde erst durch eine Freundin, der sie seinerzeit davon erzählt hatte, wieder darauf aufmerksam. Sie kramte den Zettel heraus, und tatsächlich – darauf stand mehr oder weniger alles, was mich ausmacht.

Als ich davon erfuhr, war meine Reaktion etwas heftig, weil ich es unmöglich fand, dass ich einfach bestellt worden war, ohne gefragt zu werden. Meine Missbilligung, dass dies ja eine Art von Zwangsbeglückung sei und mich viel Geld gekostet habe (ich hatte mir eine Junggesellenwohnung eingerichtet und musste – weil ihr Haus komplett war – alles zu Schleuderpreisen verkaufen), wurde mit weiblicher Logik widerlegt: „Du hättest dich ja auch mal früher melden können, und außerdem warst du noch nicht dran. Sei froh, dass ich dich überhaupt bestellt habe, sonst wärst du immer noch Junggeselle.“

Eine kleine Genugtuung bleibt mir allerdings: Sie hatte vergessen aufzuschreiben, dass ich auch ein ordentlicher (nach meinem Maßstab: penibler) Mensch sein sollte. Sie war deshalb nicht auf die Idee gekommen, weil sie selbst „sehr ordentlich“ ist und eine solche Eigenschaft für selbstverständlich hielt.

Unser einziger Streitpunkt ist meine angebliche Unordentlichkeit. Und obwohl sie als Psychologin mit mir eine Form von Dauertherapie macht, um das zu verändern, habe ich bis jetzt durchgehalten.

Zunächst aber will ich von einem Gespräch mit meinen beiden Söhnen berichten, die ebenfalls wissen wollten, was denn eigentlich „Management by Wunder“ ist. Mir scheint, dass dies ein guter Einstieg in das Thema ist.

2.1 Papa, was ist „Management by Wunder“?

Die Fragen eines Kindes sind schwerer zu beantworten als die Fragen eines Wissenschaftlers. Alice Miller, Psychoanalytikerin

Meine Söhne – damals fünfzehn und sechzehn Jahre alt – hatten mich gefragt, worüber ich denn ein Buch schreibe. Meine Antwort lautete ungefähr so:

Ihr wisst ja, was ein Wunschzettel ist. Den schreibt ihr zu Weihnachten oder zum Geburtstag – na gut, heute ist euer Wunschzettel eine Mail oder die beiläufige Bemerkung, dass euer Laptop keinen ausreichenden Speicherplatz mehr hat.

Mal egal wie, ich weiß dann Bescheid, was ihr wollt und womit ich euch eine Freude machen kann. Etwas abgehoben formuliert bedeutet das: Ihr konkretisiert einen gewünschten Zustand und freut euch, wenn du, Max, das Fahrrad bekommst oder du, Felix, endlich das Handy.

(Beide grinsten und hoben ihre Daumen.)


Manchmal gehen die Wünsche in Erfüllung, vor allem wenn man eure Vorfreude sieht, manchmal aber auch nicht. Na ja, es können ja nicht alle Wünsche wahr werden. Aber eure konkreten Wünsche sind sehr wichtig, vor allem deshalb, weil das eine klare Anleitung für mich ist. Wenn ich nicht weiß, was ihr wollt, schenke ich womöglich das falsche Rad, oder der gekaufte Laptop hat ein unerwünschtes Betriebssystem.

Es gibt Menschen, die schreiben keine Wunschzettel, sondern sie beten, dass etwas passiert, dass sich etwas erfüllt, was sie aus eigener Kraft nicht erreichen können.


Könnt ihr euch noch an unsere Englandreise erinnern? Da hingen in fast allen Kirchen solche Wunschzettel, oder das Erhoffte wurde in ein Buch geschrieben. Die Menschen dort bitten darum, dass sie eine neue Arbeit bekommen, dass ein krankes Kind wieder gesund wird, oder sie bedanken sich, weil das geschehen ist, wofür sie vor einiger Zeit gebetet haben.

Diese Form der „Bestellung nach oben“ scheint eine effiziente Wunschmethode zu sein. Dass das Beten gut funktioniert, das zeigen auch die vielen Votivtafeln, die sich in Kirchen oder in Kapellen befinden. Habt ihr ja auch schon gesehen.

Auch beim Beten scheint es wichtig zu sein, eine klare Vorstellung davon zu haben, was „die da oben“ machen sollen, sonst kann es nicht funktionieren.

Es geschehen aber auch oft ohne das Beten ungewöhnliche Zufälle oder manchmal sogar Wunder, die man sich nicht erklären kann.

Wie ihr wisst, habe ich neulich zufällig meinen Autoschlüssel im Keller wiedergefunden, obwohl ich ihn dort gar nicht verloren hatte – so habe ich zumindest geglaubt.

Und war es nicht ein toller Zufall, dass uns bei unserer letzten Wanderung mitten im Wald jemand den Weg erklären konnte und wir nach zwei Stunden des Herumirrens endlich wieder zum Auto zurückfanden?

Die Steigerung von Zufällen sind die Wunder. Wunder sind außerordentliche Zufälle, großartige Ereignisse, unmögliche Wirklichkeiten oder undenkbare Dinge. Ich meine damit nicht das „Sehr gut“ in deiner letzten Mathearbeit, Felix, obwohl du kaum gelernt hast, oder dass dein Freund Carsten zufällig genau das Computerspiel besitzt, das du auch haben willst.


Nein, ich spreche von solchen Wundern wie den Kornkreisen in England, die wir letzten Sommer besucht haben. Oder erinnert ihr euch an die spontane Heilung, die vor drei Jahren bei Onkel Herbert geschah? Die Ärzte gaben ihm damals nur noch drei Monate, und er erfreut sich immer noch bester Gesundheit. Ein kleines Wunder war sicher auch das, was wir bei unserer letzten Radtour erlebt haben. Eine Woche gutes Wetter, obwohl Regen angesagt war. Das sind die Zufälle und Wunder, von denen ich in diesem Buch schreibe.

(Erwartungsvoll schauten mich meine Söhne an, es schien sie zu interessieren.)

Vor ein paar Monaten hatte ich davon gehört, dass, wenn man richtig wünscht, dieser Wunsch in Erfüllung gehen würde – wobei es aber offensichtlich darauf ankommt, überzeugend und regelgerecht zu wünschen. Also nicht einfach was daherplappern, sondern eine klare und eindeutige Vorstellung, wie es in Zukunft sein soll – genau wie beim Beten.

Meine erste Reaktion war: Das kann ja gar nicht sein; einfach zu wünschen und dann passiert das, was man will. Doch ich habe es trotzdem ausprobiert, und zu meinem großen Erstaunen, was soll ich euch sagen, hat es meistens funktioniert.

Es gab eine Menge glücklicher Zufälle in meiner Arbeit, und manchmal geschahen Dinge, das waren echt wunderliche Ereignisse. Es klappte zwar nicht immer mit dem Wünschen – doch ungewöhnlich häufig. Warum das so ist, also warum es oft funktioniert und manchmal nicht, erkläre ich auch in meinem Buch.

Und jetzt wird es spannend und vielleicht etwas zu kompliziert für euch. Denn warum es Zufälle und Wunder gibt, kann die Quantenphysik teilweise erklären. Wissenschaftler haben nämlich herausgefunden, dass unsere Welt, so wie wir sie sehen, fühlen und wahrnehmen, eigentlich aus nichts besteht.

(Die beiden grinsten etwas ungläubig.)

Ja, wenn man die Dinge immer weiter teilt und die Teilchen von den Teilchen untersucht, dann bleibt am Ende nichts übrig als Informationen und Energie, die in Quanten bzw. Quarks gebunden sind. Diese bilden sogenannte Wahrscheinlichkeitsfelder – und je nachdem, wer sie mit welcher Intention untersucht, reagieren sie unterschiedlich, so sagen die Wissenschaftler. Dadurch können sich die Wahrscheinlichkeitsfelder verändern, wenn auch in einem sehr kleinen System, doch – wie ich schon sagte – das subatomare Universum ist die Grundlage unserer Welt.

Übrigens: Eines der wichtigsten Lebensgesetze – das Gesetz der Analogie bzw. Entsprechung – lautet: Wie im Kleinen, so auch im Großen. Wie im Mikrokosmos, so im Makrokosmos. Wie im Innen, so im Außen. Wie im Materiellen, so im Immateriellen. So könnte man das auch etwas anders erklären.

(Max und Felix schüttelten den Kopf und schauten mich ungläubig und verständnislos an.)

Dass sich durch Beobachten Situationen blitzschnell verändern können, kennt ihr ja. Wenn ihr bei einer Klassenarbeit heimlich abschreibt oder einen Spickzettel benutzt, und der Lehrer schaut von seinem Buch auf, was passiert dann? Richtig, ihr erstarrt mitten in der Bewegung, schaut gelangweilt aus dem Fenster oder tut so, als ob euch was ganz Wichtiges eingefallen ist. Schaut der Beobachter wieder weg, dann macht ihr weiter, ihr blinzelt zum Nachbarn oder lest euren Zettel.

In den Firmen kennen wir das auch. Da heißt der Beobachter Controller, der ist der Kundschafter der Geschäftsführung, er beobachtet, was so passiert, und sorgt rechtzeitig dafür, dass sich die Verhältnisse in den einzelnen Verantwortungsbereichen so wie geplant und vereinbart verändern, wenn sie nicht mehr mit den Vorstellungen der Führung übereinstimmen. Werden die Entscheidungen nicht beobachtet, kann alles aus dem Ruder laufen und es passieren Dinge, die nicht gewollt sind. Ich will damit sagen, dass schon allein das Beobachten ausreicht, um die Dinge so geschehen zu lassen, wie man es möchte.

Um es kurz zu machen: Unsere Gedanken sind auch Energien und Informationen und entstehen in unserem Bewusstsein. Mit solchen Ideen und Vorstellungen schaffen wir unsere Realität, egal ob das die Eins oder die Fünf in der Klassenarbeit ist, ob du, Max, nächsten Sonntag deine Oma besuchst oder du, Felix, dich mit Bernd oder Klara anfreundest. Immer bist du derjenige, der die neue Situation erdacht und verursacht hat.

Treffen – so behaupten zumindest einige Wissenschaftler – unsere konkreten Gedankenwünsche mit diesen subatomaren Wahrscheinlichkeitsfeldern zusammen, dann kann es passieren, dass daraus neue Realitäten bzw. Situationen entstehen. Das Erstaunliche ist: Man muss gar nichts dafür tun – es geschieht von ganz allein, es ist wie ein Wunder. Es ist wie bei eurem Wunschzettel, nur bin ich da das Wahrscheinlichkeitsfeld!

(Max klopfte mir anerkennend auf die Schulter.)

Gibt es eine Methode, Wünsche, Zufälle und Wunder zu verursachen? Davon handelt mein Buch. Es soll darüber aufklären, wie man sich etwas wünschen und dafür sorgen kann, dass es passiert – einfach nur so, ohne weiteres eigenes Zutun. Da stellt sich natürlich die Frage: Geschieht es sowieso oder nur deshalb, weil man darum gebeten hat? Wie kann das sein, weil doch von nichts – nichts kommt? Wir erleben doch jeden Tag – in den Unternehmen und auch in der Schule –, dass wir uns kümmern und dafür arbeiten müssen, damit wir Erfolg haben.

Das mag schon sein, wenn es eben nicht auch die Zufälle und Wunder gäbe. Die funktionieren offensichtlich etwas anders. Hier kommt sehr wohl etwas aus dem Nichts! Sieht zumindest so aus.

Wie ihr wisst, bin ich Unternehmensberater, und meine Idee ist, ob man diese ungewöhnlichen Möglichkeiten nicht Managern näherbringen kann, damit sie diese Methode in ihrer Führungsarbeit nutzen. Denn soweit ich weiß, fühlt sich niemand in den Unternehmen für die glücklichen Zufälle und hilfreichen Wunder zuständig – was ziemlich erstaunlich ist, weil doch mehr als die Hälfte der Menschen an Wunder glaubt und sie ständig erlebt, wie Umfragen zeigen. Es gibt also eine mysteriöse Ressource, die bisher niemand in den Unternehmen beachtet hat und erst recht nicht nutzt.

Um eure Frage also zu beantworten: Ich schreibe ein Buch für Manager und will sie davon überzeugen, einmal auszuprobieren, ob es tatsächlich übergeordnete Kräfte gibt, die ihnen dabei helfen, noch besser als bisher ihre unternehmerischen Aufgaben zu bewältigen. Anders formuliert, dass sie mehr als bisher mit zielorientiertem Bewusstsein die unternehmerischen Erfolge verbessern können, ohne sich ständig darum zu kümmern und zu kontrollieren, ob alles so abläuft wie geplant.

Da meinte Max, der Ältere: „Ich stelle mal eine neue Wunschliste zusammen, dann bringst du mir bei, wie ich ohne zu lernen mein Abitur machen kann, wie ich zu mehr Taschengeld komme und welches Bewusstsein ich haben muss, damit meine Freundin mit mir in den Urlaub fährt.“

Mein Jüngster meinte: „Papa, kannst du nicht mal in unserer Schule einen Vortrag über Wunder und so was halten? Das wird bestimmt eine Mordsgaudi!“

Ich hatte das Gefühl, dass sie mich nicht so richtig verstanden hatten, aber es ist ja auch alles sehr unwahrscheinlich, kompliziert und wirr, vor allem für pubertierende Teenager. Meine Hoffnung ist, dass dies bei den Managern anders sein wird.

2.2 Erfahrungen des Autors

Nichts ist unnütz – es kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen.

Wenn man als Autor über Zufälle, Wunder oder unsichtbare Wirkkräfte schreibt, dann wird man sehr schnell in die „Eso-Ecke“ befördert. Einmal davon abgesehen, dass die Esoterik meistens falsch verstanden wird, ist das, was hier vorgestellt wird, nichts Geheimnisvolles, hat nichts mit Esoterik oder New Age zu tun, sondern es sind zu Ende gedachte, neue und mögliche Erfolgsstrategien.


Schon Albert Einstein meinte, dass man Probleme nicht auf der gleichen Ebene lösen kann, auf der sie existieren. Wenn ich also Zustände (z. B. unternehmerische Verluste) verändern will, dann muss ich mich auf die darüber liegende Bewegungsebene begeben und dafür sorgen, dass sich bei Einnahmen und Ausgaben, bei Kosten und Erträgen etwas positiv verändert. Um auf dieser Ebene etwas zu bewegen, braucht man Potenziale, Informationen, Beziehungen und Energien – das macht die Stufe darüber aus. Wer erdenkt und steuert diese „unsichtbaren, nicht verbuchungsfähigen Wirkfaktoren“? Richtig, das Bewusstsein aller Mitarbeiter, deren Gedanken, die Geschäftsidee, die Vision oder Mission des Unternehmers, womit wir das Thema dieses Buches wieder eingegrenzt hätten. Auf dieser letzten Ebene bewegen wir uns, hier ist „Management by Wunder“ angesiedelt.

Obwohl ich inzwischen schon längst das Rentenalter erreicht habe, bin ich noch als Unternehmensberater tätig, schreibe Artikel für Fachzeitschriften und kümmere mich als eine Art „Business Angel“ um Jungmanager, die Firmen gründen oder bestehende zukunftsfähig machen wollen. Das gibt mir die Möglichkeit, mein Wissen und meine Erfahrungen zur Verfügung zu stellen, und es macht mir sehr viel Freude.

In jungen Jahren war ich als Industriekaufmann, Bilanzbuchhalter, Direktionsassistent, Personalleiter und viele Jahre als Controller tätig und habe nach dem Studium der Betriebswirtschaft reichlich berufliche Erfahrungen gesammelt, um auf die Herausforderungen als Unternehmer angemessen zu reagieren.

Innerhalb von fünfzehn Jahren habe ich nach dem Angestelltendasein ein eigenes internationales Unternehmen aufgebaut (mit 1.200 Mitarbeitern in acht europäischen Ländern), dessen Zweck es war, Menschen zu persönlichen und beruflichen Erfolgen zu verhelfen.

Einerseits sehr erfolgreich, gab es wohl kaum einen Fehler, den ich als Chef und Manager nicht gemacht habe oder ertragen musste. Vielleicht sind diese „negativen“ Erfahrungen die wichtigsten gewesen, denn nichts ist unnütz – es kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen.

Als Unternehmensberater habe ich weitere Erkenntnisse darüber gesammelt, was Firmen erfolgreich macht und was nicht. Anders formuliert: Es gibt wohl kaum ein unternehmerisches Problem, das ich nicht kennengelernt, und keinen Managementfehler, den ich nicht selbst erlebt habe. Doch noch mehr, als Managern und angehenden Unternehmern mit Rat zur Seite zu stehen, interessieren mich heute die übergeordneten Gesetzmäßigkeiten und Regeln, nach denen unsere Welt – und damit auch die Welt der Unternehmen – funktioniert.

(Über diese Erfahrungen habe ich einige Bücher geschrieben, die im Literaturverzeichnis aufgelistet sind.)

Wie der „Zufall“ es wollte, habe ich einige Filme gesehen und Bücher gelesen, die mich in dieses Thema einführten und mich animierten, mehr darüber erfahren zu wollen. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass ich mich unter anderem mit dem nächsten, dem 6. Kondratieff-Zyklus auseinandergesetzt habe, in dem – wie schon erwähnt – zukünftig dem Aspekt der Spiritualität und der psychosozialen Kompetenz mehr Bedeutung zukommen soll.

Im Kontext des kommenden Zyklus kann man unter Spiritualität auch die menschliche Bewusstseins-, Energie- und Informationsebene verstehen, die sich im betrieblichen Geschehen als Produkte und Dienstleistungen materialisieren kann. Diesen Aspekt finde ich spannend, und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten für die Unternehmen sind es sicher wert, sich einmal näher damit zu beschäftigen.

Sie erinnern sich: Wenn man etwas (z. B. Gewinne oder Verluste) ändern will, dann muss man sich auf die darüber liegende Ebene begeben – letztlich landen wir in diesem Prozess immer auf der höchsten Ebene, denn dort sind Veränderungen auch am wirksamsten. Gibt diese Gesetzmäßigkeit uns doch die Chance, dass, wenn sich „oben“ etwas ändert, sich dies automatisch auch nach „unten“ ausbreitet.

Mit Sicherheit hätte ich aber dieses Buch nicht geschrieben, wenn ich nicht in den letzten Monaten Situationen erlebt hätte, die ich zuvor für unmöglich gehalten hätte. Wahrscheinlich sind mir ähnliche Zufälle auch früher passiert, doch habe ich die Erlebnisse als zufällig abgetan und mich nicht weiter darum gekümmert. Erst als ich mich mit diesem Thema auseinandergesetzt habe, habe ich meine eigene Wahrnehmung neu ausgerichtet, und deshalb fallen mir solche Zufälle heute auf.

Ein Zufall, wenn nicht gar ein Wunder, ist auch, dass ich dieses Buch überhaupt schreibe. Hätte mir dies jemand vor einem Jahr prophezeit, ich hätte ihn für einen Spinner gehalten.

Diese vielen ungewöhnlichen Erlebnisse der letzten Monate – ich wollte ja nur wissen, ob es tatsächlich funktioniert – kann man durchaus als undenkbare Zufälle, mysteriöse Unwahrscheinlichkeiten oder gar als Wunder bezeichnen. Weil ich mich selbst als Realist einschätze, habe ich mich auf die Suche begeben, was sich hinter diesen Phänomenen verbirgt – warum mein großer Wunsch nach attraktiven Beratungsaufträgen so plötzlich in Erfüllung geht, mir offensichtlich das Wetter gehorcht, ich mir freie Parkplätze bestellen kann, auf wunderbare Weise verschwundene Bilanzunterlagen aus dem Jahr 1986 wieder auftauchen und ich als Berater Erfolge habe, die sich nicht erklären lassen.

Was ich deutlich machen möchte: Ich glaube, dass ich mich recht gut in der Welt der Unternehmensführung auskenne, und ich bin kein Spinner oder ein Mensch, der jeder neuen Heilslehre hinterherläuft. Diese unerklärlichen Erlebnisse und rätselhaften Ereignisse haben mich als nüchternen Betriebswirtschaftler sehr irritiert und mir gezeigt, dass es offensichtlich übergeordnete Energie- und Informationsprozesse gibt, die entscheidend in unser Leben eingreifen, von denen zumindest ich und wahrscheinlich auch die meisten Führungskräfte keine Ahnung hatten.

Ich vermute, dass diese scheinbaren Zufälle und Wunder (wie schon erwähnt, sind Wunder einzigartige, großartige Zufälle, egal ob als Prozess, Ereignis oder Wunderwerk) deshalb geschehen, weil wir sie unbewusst verursachen und sie uns deshalb auch zwangsläufig „zufallen“!

Was mir bei meinen Recherchen außerdem auffiel, war, dass auch die sich selbst erfüllende Prophezeiung und der Placebo-Effekt in der Unternehmensführung eine wichtige Funktion haben und Ursache für so manche Glücksfälle (oder Pechsträhnen) sind, ohne dass man sie bewusst verursacht und wahrnimmt.

Viele Manager wenden diese Methoden – oft unbewusst – als Erfolgsstrategie (auch das Gegenteil funktioniert allerdings) an, um Selbstheilungskräfte im System Unternehmen zu initiieren. Als Unternehmensberater nutze ich diese Methode übrigens ebenfalls.

Zufälle und Wunder sind auch in Unternehmen nicht schicksalhafte Zufälligkeiten. Wenn zum Managen das Planen und Kontrollieren von Aktivitäten zur Zielerreichung in einem Unternehmen gehört, dann sollte man auch diese unwahrscheinlichen Ereignisse „einbauen“ und managen. Denn sie sind so zahlreich, dass es sich lohnt, sie in das Führungsrepertoire aufzunehmen.

Was nicht erklärbar und erst recht nicht in Geldeinheiten verbuchungsfähig ist, wird häufig ignoriert. Führungskräfte wollen entscheiden und umsetzen, ihre Aufmerksamkeit und Energie fokussiert sich mehr auf Bedrohungen und unliebsame Überraschungen, die man rechtzeitig erkennen und bekämpfen kann. Denn das sind die Schwierigkeiten, die unsere Pläne in Frage stellen, deshalb verbringen wir die meiste Zeit damit, diese Mangelsituationen wieder in Ordnung zu bringen.

Sie werden noch erfahren, warum die Konzentration auf Probleme uns nicht nur davon abhält, uns um das Fördernde zu kümmern, sondern auch für Misserfolge verantwortlich ist.

Die Ergebnisse meiner ersten Eigenversuche habe ich schon kurz erwähnt, und ich werde noch von weiteren Erfahrungen berichten. Diese wurden ergänzt durch die Erfahrungen von Freunden und Bekannten, denen ich von meinem Vorhaben, dieses Buch zu schreiben, erzählte. Lassen Sie sich also überraschen von den Erkenntnissen, wie wir mit unserem Bewusstsein Realitäten nicht nur erschaffen, sondern auch ohne direkten Kontakt beeinflussen können, und wie es möglich ist, die unsichtbaren Wirkfaktoren zu nutzen.

Ob Sie diese so erreichten Ergebnisse dann „Zufälle“ oder „Wunder“ nennen, bleibt Ihrer subjektiven Beurteilung überlassen. Ob subatomare Wahrscheinlichkeitsfelder, höhere universelle Mächte, unsere Manifestationskraft oder nur die günstige Zeitqualität die Ursache sind, ist vielleicht egal. Wichtig ist, dass das geschieht, was gewollt ist oder was man sich bewusst oder unbewusst wünscht.

Frau Rothmann, Bereichsleiterin eines Weiterbildungsinstituts, das ich über längere Zeit beraten habe, interessierte sich sehr für meine Überlegungen zur „professionellen Wunscherfüllung“, die damals noch in den Kinderschuhen steckten.

Auf der Fahrt zu einem Kunden erzählte sie mir von einer schwierigen Aufgabe und dass sie Angst habe, diesen wichtigen Auftrag zu „vermasseln“. Da klingelte ihr Handy, und eine Kollegin erzählte ihr, sie habe vergessen, ihr Bescheid zu geben, dass der Chef mit ihr gemeinsam den Kundenbesuch machen wolle, damit er erfolgreich wird.

„Sehen Sie“, sagte ich, „genau das meine ich! Wenn man einen konkreten Wunsch hat und um Unterstützung bittet, dann besteht eine gute Möglichkeit, dass man erhört wird!“

2.3 Um was geht es?

Ein Wunder passiert nicht gegen die Natur, sondern gegen unser Wissen von der Natur. Aurelius Augustinus

Dreh- und Angelpunkt von unvorhersehbaren Ereignissen ist also offensichtlich unser Bewusstsein. Es ist die Ursache von allem, was mit uns und durch uns geschieht. Bewusstsein und Realität sind stärker miteinander verbunden, als wir möglicherweise glauben.

Mit fokussiertem Bewusstsein schaffen oder beeinflussen wir unsere Realität. Dabei wird unter „Realität“ zunächst – später werden wir diesen Begriff noch näher untersuchen – die Wirklichkeit verstanden, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können. Um die gewünschten Realitäten zu schaffen, ist zielgerichtete Intention des Bewusstseins notwendig, damit das geschieht, was gewollt ist, und nicht irgendetwas.

Egal ob ein Kind eine Sandburg baut, ein Koch eine Mahlzeit zubereitet, ein Sänger ein Lied komponiert oder ein Unternehmer eine Firma gründet, wir benötigen zum Gelingen des Vorhabens absichtliche und zweckbestimmte innere Vorstellungen, damit die erforderlichen Informationen und Energien in uns entstehen – Informationen z. B. darüber, welche Ressourcen benötigt werden, welche Aufgaben zu erledigen sind und vor allem, was entstehen soll. Das Wichtigste aber ist die Energie, die Kraft zum Tun, damit durch Transformation etwas Neues oder anderes entstehen kann.

Auch wenn Bewusstsein bis heute unser größtes ungelöstes Mysterium ist, seit wir Menschen über uns selbst nachdenken, nimmt es in unserem Leben eine überragende Schlüsselrolle ein. Es ist Ursprung dessen, wie wir leben, denn unser Leben ist die Summe unserer Entscheidungen, und deren Quelle ist das Bewusstsein, unsere innere Gewissheit, unsere Glaubenssätze und Überzeugungen, unser Wissen und unsere Gefühle – alles, was uns als Mensch ausmacht.

Mit der gerichteten Absicht unseres Bewusstseins können wir uns selbst ändern und damit neu und anders entscheiden und handeln. Diese Veränderungen von Geist und Verstand haben zwangsläufig zur Folge, dass sich in Zukunft die eigene Realität verändert – egal ob uns dies bewusst ist oder wir uns intuitiv und gedankenlos für andere Alternativen entscheiden und anders handeln als bisher.

Der amerikanische Psychologe William James erkannte: Die größte Revolution unserer Generation ist die Entdeckung, dass die Menschen die äußere Lage ihres Lebens verändern können, wenn sie ihre innere Geisteshaltung ändern. Das ist Problem und Chance zugleich, denn damit liegt die Verantwortung bei jedem Menschen selbst.

Wir können aber mit unserem Bewusstsein auch andere Menschen beeinflussen, damit diese sich anders als bisher verhalten. Dabei gilt es allerdings zu berücksichtigen, dass die anderen ebenso ein Bewusstsein mit vielleicht vollkommen anderen Wünschen und Vorstellungen haben, was ihre zukünftige Realität angeht. Damit kommen wir zu der spannenden Frage: Ist es einfacher, sich selbst oder andere zu beeinflussen, um die inneren Überzeugungen und Einstellungen zu verändern?

Um diese Frage gleich zu beantworten: Natürlich ist es einfacher, bei sich selbst Korrekturen im zukünftigen Verhalten herbeizuführen, weil man dazu nicht die Akzeptanz der anderen braucht. Diese müssen bewusst zulassen: Jawohl, ich sehe es ein, die Argumente meines Partners, meines Freundes oder meines Vorgesetzten haben mich überzeugt, ich werde mein Verhalten nicht nur überdenken, ich werde mich ändern.

Wenn wir als Manager planen, dann haben wir sehr eindeutige Vorstellungen davon, wie es in Zukunft sein soll. Wir definieren sehr konkret und detailliert, welchen Zustand wir erreichen wollen, und hoffen, dass es auch so passiert.

Doch haben wir mit der Planung und den sich daraus ergebenden Konsequenzen auch das Bewusstsein aller Beteiligten verändert? Ich hatte es bereits erwähnt: Wenn es stimmt, dass das Bewusstsein auch Gewinne und Verluste verursacht, was ist dann zu tun, da doch in einem Unternehmen unterschiedliche „Bewusstseine“ existieren?

Wie lässt sich die notwendige fokussierte Aufmerksamkeit von Informationen und Energien der Mitarbeiter erreichen, damit die geschaffenen Wirklichkeiten nicht auseinanderdriften, sich blockieren, vielleicht zwangsläufig sabotieren oder sich gar aufheben? Es braucht offensichtlich mehr bei den Mitarbeitern als nur eine schriftliche Zielvereinbarung verbunden mit einer Prämie, wenn das Vereinbarte erreicht wurde. Es ist vor allem dafür Sorge zu tragen, dass die vorhandenen individuellen Wünsche und Vorstellungen die gewollten Resultate verursachen oder zumindest damit kompatibel sind.

Das gesamte unternehmerische Bewusstsein ist kein „Ding“, keine Sache, die sich „einfach so“ managen lässt, sondern ein Prozess, der von Emotionen, Erinnerungen, Gedanken aller Art sowie von Wahrnehmungen und den dabei empfundenen Gefühlen geprägt wird. Wie kann also die Brücke von den geplanten Zuständen zum Bewusstsein der Betroffenen gebaut werden, damit die beabsichtigten Zielzustände sich fast von selbst realisieren?

Der entscheidende Erfolgsfaktor, um bei den Mitarbeitern eine Verhaltensveränderung herbeizuführen, ist die Vorbildfunktion der Manager, ihre Geisteshaltung und vor allem ihr Handeln. Auch dies wird vom Bewusstsein geprägt, und somit besteht die Chance, sich auf der übergeordneten, mentalen Ebene zu treffen und dort die Brücke zu bauen.

Was sich ein wenig abgehoben liest, ist nichts anderes, als was wir auch in Unternehmen erleben, wenn ein neuer Chef das Sagen hat („neue Besen kehren gut“) oder wenn Unternehmen fusionieren und „nicht miteinander können“. Dann ändern sich die Energie- bzw. Informationsfelder, und man kann erleben, wie sich die energetischen Verhältnisse (Anziehungs- und Abstoßungskräfte) verändern. Oft herrscht dann Orientierungslosigkeit, bis sich die unterschiedlichen „Frequenzen“ angeglichen haben.

Wir gehen gemeinhin davon aus, dass Zeit, Arbeitskraft, Geld und andere Ressourcen notwendig sind, um neue Zustände und Werke zu schaffen. Aber entspricht diese Annahme den Tatsachen?

Es gibt auch noch andere Phänomene, die im Wirtschaftsleben eine entscheidende Rolle spielen, zum Beispiel die sich selbst erfüllende Prophezeiung. Wie sich dies in der Führung ausdrücken kann, zeigt die nachfolgende Grafik.


Die „self-fulfilling prophecy“ hat auch in den Unternehmen eine enorme Bedeutung. Gerade in Krisenzeiten ist eine hoffnungsvolle und zielgerichtete Haltung der Führungsmannschaft wichtig. Ist das Klima von Schock, Panik und Ohnmacht geprägt („Die oben machen Stress“), dann sind die Chancen gering, durch die schwere See den rettenden Hafen zu erreichen – ein Leben nach der Krise wird es nicht geben. Wird die wirtschaftliche Notlage als eine Möglichkeit begriffen, dass es jetzt eindeutige Hinweise auf Erneuerungszwänge gibt, dann hat man gute Aussichten, die prekäre Situation erfolgreich zu meistern.

Ein Beispiel aus meiner Beratungspraxis: Dem Unternehmen ging es schlecht. Der Kunde klagt, die öffentlichen Aufträge erhalte immer ein anderes Unternehmen.

Seine Erklärung: Die anderen haben einen guten Kontakt oder „irgendwas“ zu den Entscheidern. Wir haben schon alles versucht – die wollen keine Konkurrenz! Wir bewerben uns nicht mehr auf Ausschreibungen.

Die neue „Realität“ nach der Beratung: Die Entscheider waren durchaus bereit. Sie wollten nur nicht als „bestechliche“ Beamte behandelt werden. Es gab ein klärendes Gespräch, danach einen Probeauftrag. Jetzt teilt man sich die Aufträge mit der Konkurrenz.

Dann gibt es noch andere hilfreiche Zufälle und merkwürdige Überraschungen, so z. B. den Placebo-Effekt mit einem Heilungserfolg von 70 bis 80 Prozent, doch ist die Wirkung an die Erwartungen der Patienten gebunden. Placebos in Unternehmen sind z. B. zu erwartende Aufträge.

Was ist mit den morphischen Feldern, dem Wissenstransfer auf höherer Ebene? Vielleicht haben Sie schon den Begriff „Gedankenfelder“ oder „Unternehmensspirit“ gehört? Damit sind z. B. kollektive Erfahrungen, Gedanken und Wissen der Mitarbeiter in einem Unternehmen gemeint. Die „Kruppianer“ und die „Opelaner“ haben ein solches Feld, die Mitarbeiter von Bosch, Siemens und Google ebenfalls – sie sind nicht nur stolz, in ihrem Unternehmen zu arbeiten, sie verbindet auch eine unsichtbare Struktur, die vom Unternehmensgründer bis heute Wirkung zeigt. Solche Felder – man nennt sie auch den Unternehmensgeist – verfügen über ein großes Informations- und Energiepotenzial und helfen, die Intentionen der Mitarbeiter zu bündeln, zu fokussieren und sie auf die unternehmerischen Ziele auszurichten.

Zusammengefasst bedeutet dies: Gedanken erzeugen Energien und Informationen, und diese haben die Tendenz, sich zu verwirklichen. Negative Gedanken erschaffen Schwierigkeiten und Probleme, positive Gedanken bewirken Verhältnisse, die Gewinnchancen initiieren. Die logische Konsequenz ist also, dass in einem Unternehmen Gewinne und Verluste erdacht werden – letztlich bedeutet Führung damit nichts anderes als Energie- und Informationsmanagement.

Wenn Sie dieses Buch gelesen haben, dann werden Sie erkennen, welche Bedeutung das Bewusstsein der Unternehmensleitung und der Mitarbeiter hat. Wenn es stimmt, dass Bewusstsein Realitäten erschafft, dann werden Sie wissen, was es zu beachten gilt, damit die Wirklichkeiten entstehen, die wir uns als Unternehmensverantwortliche „wirklich“ wünschen.

Man kann als Manager sehr gut prüfen, was bewirkt wurde. Unternehmen gehören zu den künstlichen Systemen, in denen einmal im Jahr – gesetzlich vorgeschrieben – Bilanz gezogen wird. In der Regel nach zwölf Monaten wird ausgerechnet: Waren wir gut (Gewinn) oder haben wir schlecht (Verluste) entschieden und gewirtschaftet? Oder anders formuliert: Mit welchem Bewusstsein haben sich unsere geplanten Wünsche bzw. die angestrebten Ziele erfüllt?

Vielleicht sollten wir uns mehr um unsere Wünsche kümmern und sie mit den notwendigen Informationen und der erforderlichen Energie versorgen, damit aus unseren Absichten erst Ziele und danach Tatsachen werden. Vermutlich ist es wichtig, nicht nur der Organisation, dem Controlling, dem Marketing oder den Finanzen, sondern vor allem den Einstellungen und Zielvorstellungen der Mitarbeiter mehr als bisher Beachtung zu schenken. Denn auf dieser Ebene wird der Unternehmenserfolg „produziert“ – der geldwerte Prozess ist dann mehr oder weniger zwangsläufig.

Der Begriff „Management by Wunder“ wurde deshalb gewählt, weil meine Recherchen ergaben, dass zwar die meisten Führungskräfte schon mit den Phänomenen der sich selbst erfüllenden Prophezeiung, glücklichen Zufällen, dem Placebo-Effekt oder sogar mit Wundern in Berührung gekommen sind (nicht nur im privaten Bereich), doch diese Zufälligkeiten als einmalig und nicht fassbar bewertet und abgespeichert haben.

Viele Führungskräfte erleben ständig Zufälle und Wunder, doch nehmen sie diese nicht wahr, weil sie nicht in ihr betriebswirtschaftliches Regelwerk passen. Was nicht erklärbar und erst recht nicht in Geldeinheiten verbuchungsfähig ist, wird ignoriert.

Doch machen wir uns nichts vor: Eingefahrene, bewährte Verhaltensweisen und Überzeugungen (die unsere Innenwelt ebenfalls bestimmen) infrage zu stellen, ist nicht einfach. Die Erfahrung lehrt: Bevor sich in den Unternehmen neue Denkweisen und Führungsstrukturen etablieren, müssen sie – wie schon Arthur Schopenhauer feststellte – drei Stufen durchlaufen. Im ersten Stadium werden sie ignoriert oder lächerlich gemacht, im zweiten werden sie verworfen bzw. bekämpft und im dritten werden sie als selbstverständlich angesehen.

Es besteht kein Zweifel, dass wir uns – was meine gesamten Ausführungen betrifft – in der ersten Phase befinden. Doch das soll mich nicht daran hindern, „Management by Wunder“ den interessierten Lesern trotzdem vorzustellen. Jemand muss schließlich den Anfang machen, wenn wir irgendwann das dritte Stadium erreichen wollen.

2.4 Für wen wurde das Buch geschrieben?

Auf den Zufall zu bauen ist dumm, den Zufall zu nutzen ist schlau.

Dieses Buch wurde für Unternehmer und Führungskräfte geschrieben, die noch einen direkten Einfluss auf das betriebliche Geschehen haben. Damit sind vor allem KMU (kleine und mittlere Unternehmen) gemeint, die immerhin 99 Prozent alle Firmen in Deutschland ausmachen. In diesen Firmen haben die Manager noch die Chance (ohne mehrere Führungsinstanzen und Bedenkenträgerstrukturen zu durchlaufen), die als gut und richtig erkannten Strategien und Methoden umzusetzen. Sie tragen nicht nur die direkte Verantwortung für ihr Tun oder Unterlassen, sondern haben auch das Recht und die Pflicht des unternehmerischen Handelns, und dies ohne große Einschränkungen von innen und außen.

Als Kaufleute sind wir dem Ökonomischen Prinzip verpflichtet, das auch das Ratio- bzw. Vernunftprinzip genannt wird. Das bedeutet, dass wir mit den gegebenen Mitteln oder Ressourcen einen größtmöglichen Nutzen erzielen – oder umgekehrt ein bestimmtes Ziel mit möglichst geringem Aufwand erreichen sollen. Aus diesem Prinzip folgt, dass es unvernünftig ist, wenn man mit den vorhandenen Ressourcen und Möglichkeiten nicht effizient bzw. zweckmäßig umgeht.

Ich beschreibe hier Ressourcen und Chancen, Möglichkeiten und Bedrohungen, Informationen und energetische Prozesse sowie Wahrscheinlichkeiten und Wirkkräfte, die nicht in Geldeinheiten berechnet werden können. Sie sind nicht verbuchungsfähige, sondern übergeordnete, universelle Potenziale, deren Nutzung nur durch die geistige Haltung, durch ein entsprechendes Bewusstsein möglich wird. Was sich zunächst vielleicht noch etwas abgehoben liest, wird Ihnen, nachdem Sie alles gelesen haben, logisch, einfach und eindeutig erscheinen.

Weil wir aber alle Lebens-Unternehmer sind und als Führungskraft auch unser eigenes Leben managen müssen, ist das Buch letztlich für alle Menschen geschrieben, die Sehnsucht nach Erfolg, Gesundheit, Glück und Zufriedenheit haben. Was ich auf jeden Fall versprechen kann: Wenn Sie „Management by Wunder“ anwenden, werden Sie sich und wird sich Ihre Welt dramatisch verändern.

Ohne zu übertreiben, kann ich behaupten, dass Sie nicht werden verhindern können, ein noch erfolgreicherer Chef Ihres Lebens und Ihres Unternehmens zu werden – egal ob Ihnen das Unternehmen gehört oder Sie als Manager entscheidenden Einfluss auf das betriebliche Geschehen haben.

Alles, was ich Ihnen vorschlage, kann nur funktionieren, wenn man es nicht nur erlernt, sondern vor allem auch ausprobiert. Zugegeben: Die Methode funktioniert meistens, oft aber auch nicht. Das liegt dann vielleicht daran, dass Sie im methodischen Ablauf etwas übersehen haben, die Zeitqualität ungünstig ist, dass Sie aus Angst falsche Bestellungen aufgeben oder der Wunsch unpräzise ist, man nicht so richtig daran glaubt oder auch, weil er unmoralisch ist und/oder anderen Menschen schadet. Es kann aber auch ganz einfach sein, dass die „helfenden Hände“ beschlossen haben, Ihnen diesen Wunsch nicht zu erfüllen, weil er Ihnen mehr schadet als nützt.

Wie mein eigener Standpunkt zu diesen neuen Erkenntnissen sei, wurde ich neulich nach einem Vortrag gefragt. Nun, alles ist möglich, vieles ist wahrscheinlich, manches geschieht vielleicht oder doch nicht. Das Newtonsche Ursache-Wirkungs-Prinzip der „normalen“ Wissenschaft funktioniert in diesem Bereich nicht so, wie man es vielleicht gewohnt ist.

Gewissheiten gibt es nur dann, wenn man es selbst erlebt. „Anfangen ist die Hälfte vom Ganzen“, meinte schon Goethe. Schwimmen kann man nur im Wasser lernen, und nur ein Narr lebt nach dem Grundsatz: „Ich gehe erst ins Wasser, wenn ich schwimmen kann!“

Inzwischen bin ich davon überzeugt, dass man die Kompetenz, mit seinem Bewusstsein gezielt Realitäten zu beeinflussen, erstens lernen kann und dass diese zweitens in Zukunft auch in der Wirtschaft eine immer größer werdende Bedeutung haben wird.

Fazit: Auch der Zufall und das Wunder haben immer eine Ursache, und wenn sie nicht geschehen, dann ist irgendetwas mit unseren Wünschen und Zielen, mit unserer Intention oder Aufmerksamkeit schiefgelaufen, dann hat sich unsere innere Wirklichkeit verweigert, oder die Methode hat – aus welchen Gründen auch immer – versagt. Letztlich liegt die Beweiskraft der Methode darin, dass die Erfolgsquote erheblich über dem Durchschnitt liegt.

Wir werden später noch gemeinsam im Detail ergründen, wie es funktioniert und warum es manchmal nicht klappt.

2.5 Unterschiedliche Sichtweisen

Es ist leichter, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil. Albert Einstein

Wenn ich Vorträge halte, dann kann ich bei den Zuhörern das Phänomen beobachten, dass einige bei bestimmten Aussagen von mir den Kopf schütteln und damit signalisieren: „Das sehe ich aber ganz anders, mit dieser Ausführung bin ich nicht einverstanden.“ Doch es gibt auch die andere Gruppe, die zustimmend nickt und so deutlich macht: „Das sehe ich auch so – das ist in Ordnung.“

Unter Lernen verstehe ich auch, das vorhandene Wissen infrage zu stellen. An einem guten Lernprozess nimmt man dann teil, wenn möglichst viel vom eigenen Wissen infrage gestellt oder ergänzt wird.

Anders formuliert: Wenn die Teilnehmer mit allen Inhalten meines Vortrages immer einverstanden wären, meine Ausführungen also mit den Ansichten der Zuhörer übereinstimmten, dann wäre die Teilnahme an der Veranstaltung ja beinahe sinnlos – man ist umsonst anwesend. Denn der Zugewinn an neuen Erkenntnissen und Wissen ist minimal oder gar gleich null.


Was glauben Sie, welche Zahl die beiden Herren erkennen können, was ihre „Wahrheit“ ist? Richtig – es kommt darauf an, auf welcher Seite man steht. Was nichts anderes bedeutet, als dass es offensichtlich oftmals für eine Wahrheit mindestens noch eine andere gibt.

Noch ein Beispiel für unterschiedliche Sichtweisen und damit individuelle Interpretationen und Wahrheiten: Ein Auto kann man unter den verschiedensten Aspekten betrachten:

 Die Autowerke fragen sich: Wie viel Material benötigen wir und wie lange werden die Kollegen in der Produktion brauchen, um das Auto fertigzustellen?

 Der Techniker berechnet die Motorleistung, den Neigungswinkel der Windschutzscheibe, den Benzinverbrauch und wie groß der Innenraum sein muss, damit eine Familie Platz hat.

 Der Käufer betrachtet das Auto unter funktionalen Aspekten: Wie weit und wie schnell kann ich damit fahren, passt alles in den Kofferraum, was in den Urlaub mitgenommen wird, und besteht die Möglichkeit, das Auto zu leasen?

 Die Familie legt mehr Wert auf bequemes Sitzen und ob man im Sommer das Dach aufklappen kann.

 Die Mitarbeiter beim TÜV sehen das Auto unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit, und die finanzierende Bank interessiert nicht das Auto an sich, sondern sein Wiederverkaufswert als Sicherheit für den Leasingvertrag.

Alle haben also eine besondere Sichtweise, das Objekt Auto zu beurteilen, und in der Kombination entsteht dann der gewünschte PKW, den ein Familienvater kauft. Je nach Sichtweise wird entschieden, ob es so oder so richtig oder falsch ist. Und was der Käufer für sinnvoll hält, dem TÜV oder der Bank aber missfällt, wird vielleicht vom Ingenieur begrüßt.


Wie viele Quadrate sehen Sie in der nebenstehenden Grafik?

In der Regel werden zunächst sechzehn genannt, irgendwann fällt auf, dass es noch ein großes Quadrat außen herum gibt, und schließlich entdeckt man die Vierer- und Neunerkombinationen.

Da stellt sich zum Schluss die Frage: Wie viele sind es denn nun?

Antwort: Es kommt darauf an, wie man es sieht!

Was wieder auffällt: Jeder hat recht, es kommt eben auf die Betrachtungsweise an. Deshalb gibt es ebenso viele Tatsachen und Realitäten. Was unsere Realität letztlich ausmacht, wird durch unsere Sichtweise und unsere innere Bewertung bestimmt.

Das Gleiche gilt auch für meine Ausführungen in diesem Buch. Es ist ein Vortrag in schriftlicher Form, und auch hier unterstelle ich, dass der eine oder andere Leser meine Ansichten und Wahrheiten nicht teilt. Doch ich kann Ihnen versichern: Alles, was ich schreibe, ist wahr – zugegeben, meine Wahrheit. Und ich kann akzeptieren, dass auch Sie Ihre besondere Sichtweise haben, die mindestens so wahr ist wie meine.

Meine Aufgabe besteht darin, Sie davon zu überzeugen, dass es noch andere Ansichten gibt und dass diese Wahrheiten als mögliche Alternative von Ihnen akzeptiert werden. Wenn es mir gelingt, Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen mit meinen Überlegungen und Schlussfolgerungen infrage zu stellen, und Sie ins Kalkül ziehen, dass es neben Ihren Wahrheiten auch noch andere geben könnte, dann hat sich der Kauf dieses Buches gelohnt.

2.6 Zauberei oder Magie?

So wie aus Dinosauriern nicht über Nacht Vögel wurden, so kann man auch nicht mit einer Ideologie über Nacht das menschliche Bewusstsein verzaubern. Karl Talnop

„Wenn das stimmt, was Sie sagen, dann wäre das ja etwas Magisches, das wäre Zauberei“, meinte eine Zuhörerin in einem meiner Vorträge. Diese Bemerkung schien mir interessant zu sein, denn so hatte ich das Thema noch gar nicht gesehen, und wie ich schon sagte, liegt es mir am Herzen, dass ich nicht als Berater auftrete, der andere animiert, sich mit geheimnisvollen magischen Ritualen unternehmerische Vorteile zu verschaffen. Ich möchte ja nicht „aus Versehen“ in den Verruf kommen, Hexereien oder gar Unmoralisches zu empfehlen.

Also machte ich mich kundig, was unter Zauberei und Magie zu verstehen ist, und mit großer Verwunderung stellte ich fest, dass es tatsächlich einen Zusammenhang gibt.

Dabei ist es wichtig, eine klare Abgrenzung zwischen attraktiven Tricks zur Unterhaltung der Zuschauer und wirklicher Magie zu ziehen. Um Zaubertricks geht es nicht, denn das sind nur Kunststücke, die die Menschen verblüffen und die sie sich nicht erklären können. Deshalb ist es üblich, dass die Zauberer ihre Techniken und Tricks nicht an die „Muggel“ verraten, sonst könnten sie ja nicht mehr „zaubern“.

Was in diesem, unserem Zusammenhang von Bedeutung sein könnte, ist die wirkliche Magie. Im Allgemeinen werden als „schwarze“ Magie Zauber bezeichnet, die anderen Personen Schaden zufügen oder diese manipulieren (z. B. Verwünschung, Liebeszauber). Von „weißer“ Magie spricht man, wenn der Magier Heilung oder glückliche Zustände herbeiführt.

Zugegeben, die Definition im Internet (Wikipedia) irritierte mich ein wenig. Denn dort steht u. a.: Magie ist die Kunst, wissentlich Realitäten von Menschen und Objekten durch Bewusstseinsveränderungen bzw. übernatürliche Art und Weise zu beeinflussen.

Diese Definition von Magie kommt meinen eigenen Überlegungen vom „Management by Wunder“ schon ziemlich nahe.

Wenn es weiter bei Wikipedia heißt: Als Zauberer oder Magier werden Menschen bezeichnet, deren Fähigkeiten aus der Perspektive des Beobachters nicht in Einklang mit dessen bisheriger Interpretation der Umwelt stehen und sich von ihm auch nicht religiös deuten lassen, dann besteht hier sehr wohl eine Verbindung zum „Management by Wunder“ (vielleicht hätte ich die Methode besser „Magic Management“ nennen sollen). Wobei der wesentliche Unterschied darin besteht, dass ich nichts verheimlichen möchte, sondern möglichst umfassend und konkret erkläre, warum und wie die Methode funktioniert.

Wie dem auch sei – vielleicht versetzt es Sie in Erstaunen, wenn Sie die Ergebnisse sehen, unter Umständen ist es auch für Sie ein magisches Wunder, wenn ein Wunsch in Erfüllung geht oder eine fast verlorene Sache sich zum Guten wendet. Was letztlich zählt, ist, dass es funktioniert, selbst wenn es nicht im Einklang mit den allgemein anerkannten Regeln von Ursache und Wirkung steht.

Wenn man ohne Vorurteile akzeptiert (Sie erinnern sich: Ist es eine Sechs oder eine Neun?), dass „Management by Wunder“ auch einen magischen Charme hat, dann finde ich es interessant, und es gibt dem Ganzen eine wunderbare und fast mystische Bedeutung. Und sich ab und zu als Magier zu fühlen, dessen Fähigkeiten aus der Perspektive eines Beobachters (Konkurrenz, Bank, Mitarbeiter usw.) nicht in Einklang mit dessen bisheriger Interpretation der Umwelt stehen, ist ein Abenteuer, auf das ich mich beispielsweise sehr gern einlasse.

Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder. Ich glaube an Letzteres. Albert Einstein

2.7 Die Idee zu diesem Buch

Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.

Alles fing damit an, dass ich ein Seminar besuchte, bei dem durch die angebliche Nutzung subatomarer bzw. quantenphysikalischer Phänomene körperliche Prozesse in mir initiiert wurden, die man mir nicht erklären konnte.

Obwohl ich mich selbst als ziemlich kritischen Zeitgenossen sehe, den so schnell nichts erschüttern kann, konnte ich an diesem Abend und in den nachfolgenden Seminaren, die sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigten, Dinge sehen und Reaktionen der Teilnehmer erfahren, die ich nicht für möglich gehalten hätte und die ich mir auch bis heute nicht erklären kann.

Der Referent demonstrierte mithilfe der von Dr. Richard Bartlett entwickelten „Matrix Energetics®“-Methode, wie er innerhalb von Sekunden Menschen offenbar von körperlichen Problemen „heilte“. Mit dieser „Zwei-Punkt-Methode“ – die übrigens jeder innerhalb kürzester Zeit erlernen kann – wurden die inneren energetischen Prozesse der Probanden manipuliert, was sich regelmäßig darin zeigte, dass diese umfielen. Es gab niemanden, der nicht umfiel und auf dem Boden liegend körperliche Reaktionen zeigte oder hinterher erklärte, was in seinem Inneren passiert war.

Da ich zu sehr mit der Suche nach einer Erklärung für das, was ich sah, beschäftigt war – es ging ja auch Schlag auf Schlag, zum Schluss lagen mehr als zwanzig Personen auf dem Boden –, konnte ich zunächst nicht beurteilen, welche – und ob überhaupt – körperlichen Probleme der Seminarbesucher mit dieser Methode gelöst wurden. Doch es war schon sehr faszinierend.

Zunächst als interessierter Beobachter und etwas amüsierter Zuschauer nahm ich mir vor: „Der Seminarleiter schafft das bei mir nicht, mich nur zu berühren, und schon falle ich um.“ Doch als ich an der Reihe war, dauerte es genau zwei Sekunden und ich fiel in die Arme eines Helfers, dann lag ich auf dem Boden und hatte das Gefühl, zwei unterschiedliche Körperhälften zu besitzen – eine totale „Unwucht“ meines Körpers. Die linke Seite fühlte sich riesengroß an – die rechte normal. Es dauerte einige Minuten, dann hatten sich die beiden Hälften harmonisiert. Ich selbst fühlte mich wie neu geboren – was mich ziemlich irritierte.

Eine ältere Dame – selbst Seminarleiterin und Coach – wurde innerhalb weniger Minuten von ihrem Tinnitus geheilt, der sie zehn Jahre lang geplagt hatte. Ihr Kommentar: „Eigentlich war ich hier, um mir diesen Hokuspokus mal anzusehen. Jetzt bin ich eines Besseren belehrt worden. Das muss ich erst mal verkraften!“

Was mich noch mehr faszinierte, waren die Erfahrungen, von denen andere Teilnehmer berichteten, die schon früher das Seminar besucht hatten. Sie hatten sich mit Hilfe dieser Technik bestimmte Ziele imaginiert und diese durch Matrix Energetics® „auf die Reise geschickt“, wie es jemand ausdrückte. Wie einige berichteten, hatte es auch tatsächlich funktioniert.

Ein Unternehmer hatte mit dieser Methode sein Mitarbeiterteam harmonisiert und berichtete begeistert davon, wie er innerhalb kürzester Zeit das Betriebsklima hatte verbessern können. Ein Arzt – offensichtlich noch nicht so richtig überzeugt, ob tatsächlich diese Methode die Ursache war – erzählte davon, dass er nach jahrelangem Suchen endlich einen Partner gefunden hätte, woraufhin sich seine Praxis stabilisiert und er dadurch neue Klientengruppen gefunden hätte.

Ein frustrierter Unternehmensberater konnte sich plötzlich vor Aufträgen nicht mehr retten, ein Autoverkäufer erzielte trotz Absatzkrise Supergewinne, weil er sich auf ein positives Wunschfeld einstimmte, und eine Frau berichtete davon, wie sie aus einer schwierigen beruflichen Situation zu neuen Ufern gekommen war.

Da diese Menschen auf mich einen durchaus normalen Eindruck machten und auch der Referent selbst sich nicht als allwissender Guru aufführte, war ich sehr erstaunt und zunächst einmal verunsichert.

Vielleicht waren das ja alles Zufälle. Aber es war doch verblüffend, wie sich diese Zufälle mit glücklichem Ende bei diesen Teilnehmern häuften. Zumindest war meine Verblüffung und Irritation so groß, dass ich mich mehr mit dem Thema beschäftigte, vor allem, um die Hintergründe zu erfahren. Ich habe deshalb die Bücher von Dr. Richard Bartlett, Dr. Frank Kinslow und Dr. Eric Pearl gelesen (alle sind Physiopraktiker in Amerika) und ihre Seminare besucht. Abgesehen davon, dass diese Männer auf mich einen durchaus seriösen Eindruck hinterließen, waren die Demonstrationen auf der Bühne faszinierend und deckten sich mit meinen bereits gemachten Erfahrungen.

In meinen Recherchen habe ich mich auch mit kritischen Anmerkungen beschäftigt (www.scienceblogs.de und www.psiram.com), doch hatte ich dabei das Gefühl, dass die Kritiker mit der Methode selbst keine Erfahrungen hatten, sondern nur aufgrund ihrer wissenschaftlichen Bildung und Erfahrung feststellten: „Das kann nicht sein, da wird mal wieder alter Wein in neuen Schläuchen vermarktet, und damit das Ganze seriös wird, packt man einfach die Quantenphysik dazu, und das kann sowieso niemand prüfen, weil man sie nicht versteht.“

Nun, diese mögliche Sichtweise schien mir doch sehr unprofessionell – ich kann zwar gut akzeptieren, dass man das alles auch anders sehen kann, doch es hat mich nicht überzeugt, denn ich hatte es ja selbst anders erlebt. Meine Neugier, was es mit dieser Methode auf sich hatte, ging also weiter, und so vertiefte ich mich immer mehr in das Thema.

Insbesondere beschäftigte mich als Betriebswirtschaftler und Unternehmensberater die Frage, ob man diese Methoden nicht generell für die Erledigung von Managementaufgaben in den Unternehmen einsetzen könnte. Wie ich schon erwähnte, kommen die „Erfinder“ der Quantenheilung allesamt aus dem Bereich der Physiopraktik, beschäftigen sich also normalerweise mit körperlichen Problemen. Die anderen oben beschrieben Erfolge in den Bereichen „Wunscherfüllung“ usw. waren zwar mit der gleichen Methode initiiert worden, fanden aber außerhalb der vorgesehenen körperlichen Sphäre statt. Das war eigentlich gar nicht gewollt – man könnte fast sagen, die Methode wurde für andere Zwecke „missbraucht“.

Es war fast zwangsläufig, dass ich mich zunächst mit dem Thema „Quantenphysik“ beschäftigen musste, um herauszufinden, was die Ursachen, die Hintergründe, die Erkenntnisse, die logisch nachvollziehbaren Wirkungsprinzipien und letztlich die Quellen dieser Methoden waren. Wieso konnten diese Herren behaupten, dass ihren Heilungserfolgen die subatomaren Wirkungswelten zugrunde liegen würden?

Die eigentliche Herausforderung für mich bestand darin herauszufinden, ob diese Erkenntnisse und Techniken, die sich auf die Quantenphysik beriefen, auf die Probleme und Anforderungen der Unternehmensführung transformiert werden konnten. Dabei war es mir wichtig zu klären, ob die Phänomene mit der subatomaren Wirklichkeit zur Gestaltung neuer körperlicher „Realitäten“ tatsächlich kausal oder nur zufällig sind. Um es vorwegzunehmen: Ich konnte es nicht endgültig klären – die Damen und Herren Wissenschaftler aus dem Bereich der Quantenphysik sind sich auch nicht einig, ob auf dieser Ebene eine Wirkung entsteht. Manche sind von der Kausalität überzeugt, dass mit fokussiertem Bewusstsein andere Realitäten erzeugt werden können, andere halten das aus grundsätzlichen Überlegungen für nicht möglich.

Dies macht die Angelegenheit und die Überzeugungsarbeit gegenüber meiner Zielgruppe nicht eben einfacher, denn Unternehmer und Manager sind kritisch und wollen logisch und nachvollziehbar überzeugt werden. Zudem widerspricht das Ganze ihrer verbreiteten Überzeugung: „Von nichts kommt nichts. Glück hat auf die Dauer nur der Tüchtige, und wer es zu etwas bringen will, der muss sich anstrengen und viel arbeiten.“

Je länger ich mich mit diesem Thema beschäftigte, desto häufiger stolperte ich über die Begriffe „Zufälle“, „Wunder“ und „Glück“. Deshalb erhob ich das Phänomen des „zufälligen, glücklichen Wunders“ zu meiner Richtschnur für meine weiteren Nachforschungen.

Meine Arbeitsprämisse war: Wenn man mit Matrix Energetics® Heilungserfolge initiieren kann, die – so zumindest die Behauptung – durch die Quantenphysik möglich sind und die einem Wunder nahekommen, ist es dann mit ähnlichen Methoden möglich, solche Wunder auch in einer Organisation wie z. B. einem Unternehmen zu bewirken?

3. Die innere Wirklichkeit, die äußere Realität

Jeder Mensch ist fest davon überzeugt, dass seine Realität die richtige, die wahre ist.

Es folgen noch einige Ausführungen zum Thema „Realität“ bzw. der äußeren Wirklichkeit, die für das Verständnis von „Management by Wunder“ von Bedeutung sind.

Realität (Wirklichkeit) bezeichnet das, was unabhängig vom Subjektiven, also von Wahrnehmung, Gefühlen und Wünschen objektiv der Fall ist und existiert. Im engeren Sinne ist Realität der philosophischen und wissenschaftlichen Betrachtung und Erforschung zugänglich; Dinge der Realität sind also messbar und können als Basis für Theorienbildung dienen. (wikipedia.org)


Das stimmt jedoch nicht ganz, wie die nebenstehende Grafik zeigt. Die erste Wahrheit, die wir aufgeben müssen, ist, dass es nur die (eine) Realität gibt.

Wie der grafisch dargestellte Ablauf zeigt, wird in einem inneren Prozess aus einer objektiven Realität die subjektive Realität. Dieser Prozess wird durch unsere Überzeugungen und Erfahrungen, unser Wertesystem usw. bestimmt – was nichts anderes bedeutet, als dass es eine objektive Realität für uns Menschen gar nicht gibt.

3.1 Ist Realität wirklich so, wie wir sie erleben?

Ihr Gehirn kennt keinen Unterschied zwischen äußeren und inneren Ereignissen. Joe Dispenza

Doch es geht noch weiter, und nun wird es richtig interessant. Wir kommen zu den ersten grundsätzlichen Annahmen, die das „Management by Wunder“ möglich machen.

Unsere Realität wird nämlich in unserem Kopf konstruiert. Wir glauben an die Existenz von Dingen und Materie, weil wir sie sehen, riechen, schmecken, hören oder berühren können. Tatsache ist jedoch: Unsere Augen empfangen nur Licht-Schwingungen und wir konstruieren in unserem Gehirn daraus ein Bild auf unserer „inneren Leinwand“. Unsere Ohren empfangen nur Schallwellen, und auch die übersetzt das Gehirn in Worte und Geräusche. Das gilt ebenso für das Riechen, Schmecken und Berühren.

In Wirklichkeit „gibt es“ keine Farben, keine Stoffe, keine Gerüche, weder Schönheit noch Hässlichkeit. Es ist eine im Grunde genommen formlose, undefinierbare, fließende Quantensuppe, aus der wir im Akt der Wahrnehmung in unserem Bewusstsein die stoffliche Welt konstruieren. Sir John Eckles, Neurophysiologe und Nobelpreisträger, erklärte dazu: Diese Welt da draußen ist ein Feld unendlicher Möglichkeiten, das wir im Prozess der Wahrnehmung zu unserer vertrauten stofflichen Realität machen, sozusagen kristallisieren.

Wenn wir uns auf die Ebene der subatomaren „Wirklichkeit“ begeben, besteht die Materie im Wesentlichen aus „nichts“! Es existiert nur ein energetisches und informatives Quanten- und Wahrscheinlichkeits-„Gewusel“. Die scheinbare materielle Realität lässt uns aber glauben, sie sei nur mit entsprechender Kraft und nicht allein durch unsere Gedanken oder Wünsche beeinflussbar. So haben wir es im Physikunterricht gelernt, und so erleben wir es auch – offensichtlich.

Doch vielleicht ist diese Annahme ein weit verbreiteter Irrtum! Vielleicht macht diese „Quantensuppe“ ja eine „Distanz“-Beeinflussung überhaupt erst möglich. Unser Bewusstsein hat eine ähnliche „Konsistenz“ – gleiche Energie- und Informationswirklichkeiten – wie dieser formlose Quantenbrei da draußen. Verbinden sich unsere gedanklichen Informationen und Energien durch gezielte Intention (fokussiertes Bewusstsein) mit den subatomaren Möglichkeitsfeldern (Quantensuppe), so können neue Realitäten entstehen, die wir dann mit unseren Sinnen wahrnehmen – so zumindest mein etwas laienhafter Glaube, meine unwissenschaftliche Wahrheit!

Eine Reihe von Autoren mit naturwissenschaftlichem Hintergrund (z. B. Penrose, Eccles, Popper, Arendes, Norretranders, Stapp) haben versucht, die Freiheit individuellen Willens konzeptionell mit Phänomenen der Quantenphysik zu verbinden, und unterstellen eine funktionierende Wechselwirkung zwischen Materie und Geist. Sie entwickelten eine Reihe von Vorschlägen, wie Bewusstsein und Realität über quantenphysikalische Kopplungsmechanismen miteinander wechselwirken könnten. Diese gedanklichen Experimente ermöglichen es unter Berücksichtigung der Quantenphysik, die vorhandenen naturwissenschaftlichen Paradigmen zu erweitern.

Das Ergebnis dieser Überlegungen wäre, dass unser Bewusstsein nicht nur eine Empfängerfunktion ausübt, sondern auch Sender ist und somit gestalten kann.

Diese Aussagen und meine Erkenntnisse machten mir Mut und waren für mich der Anlass, noch tiefer in die denkbare Chance der Veränderung von Realitäten einzusteigen.

Um die Zielrichtung meiner Untersuchungen abzugrenzen, möchte ich zwei Möglichkeiten aufzeigen, wie wir Realitäten verändern können.

 Veränderungen durch Bewusstseinsveränderung: Ich verändere mich und dadurch mein Entscheiden, mein Handeln und meine Kommunikation, was meine (subjektiven) Realitäten beeinflusst. Ich beeinflusse daraufhin die (objektive) Realität durch mein Tun.

 Veränderungen durch gezielte Intention bzw. fokussierte Aufmerksamkeit: Ich verändere mich, jedoch nicht mein Handeln, und ich versende mithilfe meiner Gedanken Energien und Informationen, die Wirkungen auf subatomarer Ebene haben und so (objektive) Realitäten verändern.

Die erste Aussage ist allgemein akzeptiert, das ist nichts Neues, und darüber zu schreiben wäre unsinnig, weil wir dies im täglichen Leben praktizieren und erleben – selbst wenn man unterstellen kann, dass viele Menschen es in der Regel kaum wahrnehmen, wie wir mit unserem Bewusstsein, mit unseren Vorstellungen, Wünschen und Zielen unsere Welt gestalten.

Es geht hier vor allem um die zweite Möglichkeit, Realitäten zu verändern. Dabei wird unterstellt, dass es ausreicht (wie z. B. bei einem Gebet oder den „Bestellungen beim Universum“, welche die Autorin Bärbel Mohr erfolgreich unter die Menschheit brachte), mit eindeutiger Absicht Zustände zu verändern, ohne dass wir dafür etwas tun müssen.

Denn diese Methode, die Realität zu manipulieren, widerspricht der westlichen klassischen Wissenschaft, die eine konsequente Trennung zwischen Geist und Materie gezogen hat. Dieser Dualismus unterstellt, dass Geist und Materie etwas vollkommen Unterschiedliches sind und sich nicht gegenseitig beeinflussen können.

Ich erkläre diese Begriffe auch deshalb so ausführlich, um den Lesern deutlich zu machen, in welcher (Be-)Wirkungswelt wir uns bewegen – ganz davon abgesehen, dass diese Prinzipien und Axiome die theoretische Basis für die Entwicklung des „Management by Wunder“ sind.

Unweigerlich halten wir die persönliche Realität für die physische Realität – wir glauben, in direktem Kontakt mit der Welt „da draußen“ zu stehen. Aber die Farben und Geräusche, die Bilder und Gerüche, die wir wahrnehmen, sind in Wirklichkeit gar nicht „da draußen“; es sind alles Abbilder im Geist, Bilder einer Realität, die wir konstruiert haben.

Eine vibrierende Violinsaite lässt Druckwellen entstehen – sonst nichts. Chemische Moleküle, wie zum Beispiel die von der Schale eines Apfels, sprechen die Rezeptoren der Nase an. Die Zellen der Haut senden Botschaften an das Gehirn, und wenn ich einen Baum sehe, dann deshalb, weil durch das vom Baum reflektierte Licht auf meiner Netzhaut die photoempfindlichen Zellen elektrochemische Impulse auslösen, die über den Sehnerv den optischen Teil des Gehirns ansprechen.

Hier werden die Daten komplexen Prozessen unterzogen und als Formen, Muster, Farben und Bewegungen erkannt. Das Gehirn fügt die Informationen zu einem kohärenten Ganzen zusammen, indem es die externe Welt rekonstruiert. Obwohl wir nach wie vor keine Ahnung davon haben, wie das alles in unserem Gehirn entsteht, geschieht es.

Kurz: All das, was ich wahrnehme – alles, was ich sehe, höre, schmecke, anfasse und rieche –, ist durch Rekonstruktion sensorischer Daten entstanden. Ich denke, ich nehme die Welt um mich herum wahr, aber das Einzige, dessen ich mir bewusst bin, sind die Farben, Formen, Geräusche und Gerüche, wie sie im Geist erscheinen.

(Entnommen aus dem Buch „Quarks, Quanten und Satori“ von Peter Russell)

Auch der Dalai Lama erkannte: Das, was wir für die Wirklichkeit halten, ist ein Produkt unseres Geistes!

Darmowy fragment się skończył.

Ograniczenie wiekowe:
0+
Data wydania na Litres:
22 grudnia 2023
Objętość:
317 str. 29 ilustracji
ISBN:
9783957442390
Właściciel praw:
Автор
Format pobierania:

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