Czytaj książkę: «Hilfe, ich bin nicht prominent!»

Czcionka:

Frank Oder

Hilfe, ich bin nicht prominent!

Ein Österreicher erklärt die Welt


© Frank Oder

© 2015 by ANTHEA VERLAG

Hubertusstraße 14

D - 10365 Berlin

TEL: 030 993 93 16

FAX: 030 994 01888

eMail: info@anthea-verlag.de

www.anthea-verlag.de

Umschlaggestaltung: Stefan Zimmermann

Illustrationen: Denise Spöckmoser, Edwin Lasser, Franz Lux

Lektorat: Dr. Susanne Keller, Giulia Manca

Satz: Christoph Burmeister

ISBN 978-3-943583-90-8

Inhalt

Cover

Titel

Impressum

Vorwort

I. Das kann jedem passieren

Der Werkzeugplaner

Hunde sind die besseren Menschen

Gespräch unter Eheleuten

Sex ist nicht wichtig, aber schön muss er sein

Männerküchen

Hausmeister, Blockwart, Kerkermeister

Fernsehtiger I

Fischer, Angler und andere Aufschneider

Die Damenhandtasche, eine unbekannte Welt

Guter Nachbar, schlechter Nachbar

Hai-Alarm im Badezimmer

Wie der Tracht der Knopf aufging

Brauchtum und Unsitten

Fanmutation

Ein Sprichwort sagt mehr als tausend Bücher

„Grüß Gott!“

Vereinsmeier

Fernsehtiger II

Tattoos, Piercings und weitere Katastrophen

Die Pubertät

Berg Heil!

II. Weltreise durch halb Europa

Die Bayern

Frankreich

Kroatien

Hummel, Hafen, Hamburg

Die Affen von Gibraltar

Albanien

Zypern

Der Ire und seine grüne Insel

Prag ist eine Reise wert

Die Schotten

Ländermatch: England gegen Portugal

Die Niederlande (Holland)

Ostfriesen, Schwaben und Franken

Griechenland

So sehen uns die Anderen

III. Politik, Halbstaatliches und andere Glanzleistungen

Angela

Wenn der Postmann nicht mehr klingelt

„Alles auf Schiene oder was?“

Vorwärts Kameraden, wir müssen zurück!

IV. Jetzt wird es persönlich

Hilfe, ich bin nicht prominent!

Klimaerwärmung

Der Mensch, das seltsame Wesen

Eine Meinung haben

Jedes Ding hat zwei Seiten

Wer zufrieden ist, ist selber schuld

Wie ich unter die Poeten kam

Der kleine Teufel in uns

Mein Papa

Nachwort

Aus unserem aktuellen Verlagsprogramm

Vorwort

Hello again! Schön, dass Sie sich Zeit genommen haben, auch diesem Buch Ihre Aufmerksamkeit zu widmen. Wenn Sie mein erstes Buch „Glückliches, armes Schwein“ schon gelesen haben, dann wissen Sie ja schon, wie ich ticke. Mein Motto, „man muss das Leben mit Humor nehmen“, ist wohl durchgehend in allen folgenden Kapiteln zu erkennen. Aber es sind auch einige Kapitel eher zum Nachdenken als zum Lachen dabei. Jetzt müssten Sie dazu natürlich dieses Buch schon gelesen haben. Wenn nicht, dann holen Sie das unbedingt nach (es kostet nur 16,90 Euro). Ich muss Ihnen etwas verraten, ich schreibe für mein Leben gerne. Das Schreiben ist für mich eine ganz gute Hilfestellung, den Frust über alles, was in der Politik und Wirtschaft dieser Welt so in die Hosen geht, gar nicht erst aufkommen zu lassen. Wer es bis auf das Titelblatt der „Bild“, oder für uns Österreicher, des „Wimmerlhofener Boten“, geschafft hat, ist Wer, zumindest glauben das viele.

Nein, das war jetzt nicht die reine Wahrheit, aber ein bisschen Prominenz könnte nicht schaden, wie Sie später noch lesen werden. Eines sollten Sie auch noch wissen: Wer dieses Buch gelesen hat, der darf sich nicht wundern, wenn er plötzlich vom „Verein für gutes Lesen“ für die „Goldene Tapferkeitsmedaille am schwarzen Band“ vorgeschlagen wird.

Scherz nach links, das Schreiben hilft mir, meinem Leben mehr positive Seiten abzugewinnen. Und es ist doch so, wie schon der Lateiner sagte: „Dimidium facti, qui coepit habet“, wer angefangen hat, der hat schon die Hälfte geschafft. Ich bin ja wirklich der Meinung, jeder von uns, der so wie ich auf ein erfülltes Leben zurückblicken darf, könnte wahrscheinlich ein spannendes Buch schreiben.

Liebe Leser, was Sie beim konzentrierten Durchlesen dieses Buches irrtümlicherweise als Sprunghaftigkeit einstufen könnten, das ist von meiner Seite ganz genauso gedacht, nämlich als lustiges Jogging für Ihren Denkapparat. Der langen Rede kurzer Sinn, ich hoffe, nein, ich bin überzeugt, Sie verlieren beim „Inselhüpfen“ trotzdem nie den Faden der Aussage und wissen immer, was ich Ihnen damit eigentlich sagen will. Es ist sozusagen das erste Kompliment meinerseits an meine Leser. Freuen Sie sich auf noch viele weitere! Wer immer mit offenen Augen durchs Leben geht, dem fallen viele Dinge auf. Auch diesem Buch ist der Versuch, wichtige Ereignisse auf satirische Art zu verarbeiten, deutlich anzusehen.

Um sich ein bisschen von den anderen Autoren abzugrenzen, habe ich mich bemüht, in jedem Kapitel einen kleinen Dialog mit Ihnen aufzubauen. Sie dürfen sich deshalb auch mitverantwortlich fühlen. Allerdings beim Honorar kann ich da nicht so großzügig sein und Sie in mein Boot einsteigen lassen, leider. Aber vielleicht klappt es ja beim dritten Buch.

Einmal die Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten und ein wenig amüsant zu sein, doch auch den Ernst dahinter immer im Auge zu behalten.

Wollen wir das gemeinsam versuchen?

Dieses Buch ist dazu auch ein Experiment, den Aufschrei gegen die Ungerechtigkeit auf dieser Welt und das große Harmoniebedürfnis des Autors unter einen Hut zu bringen. Keine Ahnung wie das funktionieren soll, aber ich probiere es trotzdem.

Jedes einzelne Kapitel enthält aber auch nicht nur angenehme Wahrheiten. Gerade einmal so viel Realität, wie ich glaube, dass sie meinen lieben Lesern gerade noch zumutbar ist.

Es kann durchaus passieren, dass Sie ein Kapitel oder einen Satz zweimal lesen müssen, um ihn richtig zu deuten, das ist aber absolut so beabsichtigt. Es wird Ihnen also sicher nicht langweilig beim Lesen werden. Der Vorteil beim Schreiben ist ja der, man kann immer wieder nachschauen, was man gerade gesagt hat.

In der heutigen Zeit wird ja das Wort „Nachhaltigkeit“ gerne in den Mund genommen. Dieses Buch ist wirklich sehr nachhaltig (ca. ein halbes Kilo), falls Ihnen beim Diskutieren einmal die geistvollen Argumente ausgehen und Sie Ihre Ansichten mit nonverbalen Mitteln verteidigen möchten.

Das Leben ist kurz, der Mensch ist schlecht, aber mit einer gesunden Portion Humor kommt man trotzdem ganz gut durchs Leben. Viel Spaß mit den folgenden Seiten!


Das kann jedem passieren

Der Werkzeugplaner

Ich kenne einen Mann, welcher mehr Werkzeug sein Eigen nennt als zwei kleine Baumärkte zusammen besitzen. Alle Werkzeuge und Werkzeugmaschinen in zweifacher bis zehnfacher Ausfertigung. Und er besitzt von der einfachen Bohrmaschine bis computergesteuerten Drehbank alles. Seine bastelmäßige Jahresleistung beschränkt sich allerdings nur auf das Herstellen eines einfachen Vogelhäuschens, und wenn es hochkommt, wechselt er an seinem Gartenzaun auch noch ein paar morsche Latten aus.

Wer das weiß, dem kommt der Umfang seines Werkzeugparks doch ein bisschen zu übertrieben vor, und das sicher gar nicht zu Unrecht.

Heinz, ein äußerst korrekter Exbeamter, bindet sich sogar für das Zubinden seiner Schuhe eine Schürze um. Die hat er natürlich auch in zehnfacher Ausfertigung. Bei ihm geben sich die Werkzeugvertreter gegenseitig die Klinke in die Hand, so gefragt ist er.

In seinen Träumen baut er die tollsten Dinge, in der rauen Wirklichkeit reicht es gerade einmal für einen Kurzschluss, weil er wieder einmal selber mit der kleinen Trennscheibe das dazu gehörige Kabel durchgeschnitten hat. Er und sein überreichlich vorhandenes Werkzeug leben also in einer sehr unglücklichen Beziehung. Er kann mit dem Maschinenpark genauso viel anfangen wie ein Taubstummer mit einer Stereoanlage.

Sehen Sie, exakt für solche Leute wie Heinz habe ich den „Werkzeugplaner“ erfunden. Natürlich muss man für eine seriöse Planung vorher ein Profil des Hobbybastlers erstellen.

Ich habe also einen umfangreichen Fragenkatalog ausgearbeitet. Hier die wichtigsten Auszüge davon: Wie viele linke Hände haben Sie, welche schweren Verletzungen haben Sie sich bisher beim Basteln zugezogen, ist durch Ihre Bastelei schon einmal eine fremde Person zu Schaden gekommen, planen Sie einen terroristischen Anschlag? Auch vor hochnotpeinlichen Fragen wie: sind Sie vorbestraft, leiden Sie an einer Kaltleimallergie, ist „Obi“ ein Getränk- oder ein Baumarkt, wurden Sie wegen Ihrer Bastelsucht schon einmal von Ihrer Frau auf einem Autobahnparkplatz ausgesetzt, schlagen Sie Ihren Hund, begehren Sie Ihre hübsche Nachbarin, kann ich meine Klienten nicht verschonen.

Sie sehen, ich nehme meinen Job genau. Es folgen die wichtigsten Fragen: Wie viel Geld wollen Sie für Ihre Werkzeugsammlung ausgeben und welche Referenzobjekte können Sie schon vorzeigen, kennen Sie die Nummer des nächsten Notarztes? Auch das kann ich meinen Klienten nicht ersparen. Nach dem Nachweis einer Tetanusimpfung und dem Vorzeigen eines tadellosen Führungszeugnisses seiner Person, ist die Personenkontrolle von meiner Seite her abgeschlossen. Der zukünftige Baumarktbeglücker wird schnell kurz vereidigt und muss noch die Richtigkeit seiner Aussagen unterzeichnen. Natürlich wieder in zehnfacher Ausfertigung.

Wenn das alles erledigt ist, wird alles geradezu akribische ausgewertet: Wer von möglichen 100 Punkten nur 10 bis 15 Punkte erreicht, für den reicht ein einfaches Schweizer Taschenmesser locker aus, das ist für ihn (und auch für uns) schon gefährlich genug. Ab 25 Punkten gibt es dann schon einen kompletten Schraubenzieher- und Schraubenschlüsselsatz und sogar eine handbetriebene Bohrmaschine. Auch einfache Laubsägearbeiten (die jedes Schulkind zu Tode langweilen würden), dürfen schon probiert werden. Ab 45 Punkten darf jeder sich so Hochqualifizierte eine Heckenschere kaufen, muss dafür aber eine Probearbeit abliefern, um eine letztgültige Berechtigung zu erstehen. Dafür stelle ich, gutmütig wie ich bin, immer meine eigene Hecke völlig kostenlos zur Verfügung.

So geht es sukzessiv hoch bis zu einer erreichten Quote von mindestens 90 Punkten. Ab dieser Punktezahl darf jeder Bewerber, vorausgesetzt er kann es sich leisten, alles kaufen, was ihm in den Sinn kommt.

Bei solchen Einkaufsfahrten bin ich natürlich selber dabei und berate vor Ort. Ich traue zwar einem Verkäufer alles Mögliche zu, aber nicht mehr Kompetenz als ich sie haben sollte. Außerdem, aber das bleibt jetzt unter uns, bekomme ich meistens eine saftige Provision. Natürlich wird es dann immer nur eine Bohrmaschine, aber es soll ja auch andere Bastler (Heinz z. B.) geben, die 14 Bohrmaschinen ihr Eigen nennen. Sobald der Kauf abgeschlossen ist, muss nur noch ein genügend großer Kleinlaster gefunden werden, und schon geht es ab nach Hause in den Hobbykeller. Selbstverständlich habe ich darauf geachtet, dass mein Klient neben dem Werkzeug auch die nötigen Arbeitstische, Lochwände, Bohrständer, etc. nicht vergessen hat.

Bei meiner ersten Beratungsfahrt ging dann doch einiges schief. Bei ihm zuhause angekommen, wartet auch schon das erste Problem. Ich hatte auf dem Fragebogen doch leider eine nicht unwichtige Frage vergessen, nämlich, besitzen Sie einen Hobbyraum oder wohin sonst mit dem ganzen Werkzeug. In welchem Raum sollen die zukünftigen Verstümmelungen bzw. das Herstellen der kommenden Bausünden stattfinden. Mein erster Klient hatte leider keinen. Es eröffneten sich also mehrere Möglichkeiten. Die erste, der Idealfall, er besitzt tatsächlich einen eigenen Hobbykeller, fiel schon mal aus. Macht nichts, sagte ich zu ihm, jetzt kommt Möglichkeit zwei in Betracht. Deine Frau gibt das Bügelzimmer auf und bügelt ab sofort nur noch am Balkon. Das geht mit einer entsprechend warmen Daunenjacke auch im Winter ganz gut. Weil aber seine Frau plötzlich mit der Flutung des Bügelzimmers drohte und von Haus aus stärker ist als ihr Mann, kam nur noch Variante Drei in Frage. Ich riet ihm, stelle statt dem Bügelbrett und Wäschekorb den Schlafzimmerschrank auf den Balkon und bastele für deine Liebe und dich selbst ein Doppelstockbett. Dann noch eine Zwischenwand eingezogen, die Frisierkommode samt Spiegel auf den Flur rausgeschoben und schon habt ihr nicht nur eine Schlafkoje, nein, auch einen Hobbyraum. Auch wenn ab jetzt, wegen der übereinander angebrachten Betten, eure zwischenmenschlichen Beziehungen auf der Waschmaschine wahrgenommen werden müssen, das Vibrieren dieser, bei eingeschaltetem Modus, gibt euch vielleicht sogar den zusätzlichen Kick, auf den ihr schon immer gewartet habt. Toll, was?

Zur Not könnt ihr euch noch ab und zu ein Hotelzimmer nehmen, wenn die Kinder zu neugierig werden.

Leider hat seine Frau das Ganze aber doch nicht so gut gefunden und ließ ziemlich deutlich anklingen, sie werde ihrerseits den Scheidungsplaner zu Rate ziehen und drohte ihm gleichzeitig damit, die Kinder und den Kanarienvogel mitzunehmen. Ich blieb cool, sagte nur, ertrage es mit Humor, endlich hast du wirklich genug Platz.

Mein Klient hat sich trotzdem anders entschieden. Der Laster wurde gar nicht abgeladen, sondern das Ganze (inklusive Bohrmaschine Nr. 15) in den Baumarkt zurückgebracht. Ich gab auf.

Das Ergebnis meiner Geschäftsidee: Ich besitze nach wie vor nur vierzehn Bohrmaschinen, einen Klienten weniger, dafür einen Feind mehr. Ich glaube, ich muss den Fragenkatalog noch einmal gründlich überarbeiten.

Hunde sind die besseren Menschen

Der beste Freund des Menschen ist der Hund. Sagen die einen. Die anderen wiederum behaupten dasselbe vom Alkohol. Beide Theorien sind leider nicht wissenschaftlich abgesichert. Sie entspringen dem Bauchgefühl. Wenn man jetzt etwas schräg über das Bauchgefühl nachdenkt, dann müsste jeder dicke Mensch eigentlich ein Wahrsager sein, oder? Egal, Tatsache ist nur, der Alkohol kann besser lügen als ein Hund. Wenn dich ein Hund anlächelt, dann meint dieser das immer ehrlich. Die Flasche mit dem Sliwowitz lächelt dich nicht an, sondern aus, weil sie schon genau weiß, wie es dem ergeht, der sie austrinkt. Und die intensive Bekanntschaft mit „Kollege Hochprozentig“ geht immer zu Ungunsten des Homo Sapiens aus. Denn nach drei Maß Bier muss man auch ohne Hund einmal Gassi gehen. Man kann heutzutage nicht mehr alles, was der Alkohol auf dem Weg vom Gasthof ins traute Heim nicht über die Blase, sondern meistens über die Speiseröhre wieder zurückschickt, einfach irgendwo deponieren. Der aufmerksame Leser ahnt es schon, die Sorgen und Probleme kommen beim Entsorgen der Probleme.

Viele Personen, die vom Alkohol und seinen scheinbaren Versprechungen schon zu oft enttäuscht wurden, wenden deshalb ihre ganze Aufmerksamkeit nur noch dem Hund zu. Das ist fast immer die richtige Entscheidung. Zumindest aus der Sicht des Menschen. Hunde sind bei weitem dankbarer als die eigenen, lieben Kinder, treuer als die meisten Partner und klüger als man selbst. Aber auch wieder dumm genug, sich dem Menschen unterzuordnen. Da haben sie aus der Sicht des Mannes, den Frauen doch einiges voraus. Trotzdem spalten sie die Menschheit in zwei große Lager, die eine Hälfte kann ohne Hund nicht leben und die anderen 70 Prozent (Sie merken schon, rechnen dürfte in meiner Schulzeit kein Lieblingsfach von mir gewesen sein) nicht mit ihm. Diese Menschen sehen in ihm nur den Parkscheißer, Sabberer und Kläffer.

Man muss stets auf der Hut sein, wenn man auf einen Hundebesitzer trifft. Manche verzeihen es weder ihrem Hund noch sonst jemandem, dass sie von ihrem Bello bereits um fünf Uhr früh schon aus dem Bett geworfen und in den bitterkalten Morgen gezerrt werden. Denen ist es egal, wo er sein Geschäft macht, wichtiger ist, dass er es so schnell wie möglich verrichtet und wenn es vor der Haustür des nächsten Nachbarn ist. Wenn sich der Hund aber auf seinen eigenen Anstand besinnt und nicht den des Herrn verwendet, kann das dauern. Da kann man leicht zum Opfer ihrer Wut werden. Nicht alles was einen Hund hat, liebt diesen auch. Meist wurde der vom Partner angeschafft, um den anderen wenigstens für ein paar Minuten von der Couch herunter zu bringen. Schon wieder ein Motiv, welches mit Tierliebe weniger zu tun hat als mit geschickter Taktik.

Aber auch bei einem Chinesen, der behauptet, er habe Hunde zum Fressen gerne, ist Vorsicht geboten. Der meint das so, wie er es gesagt hat. Ein Hund, der auf ein ausgehungertes Tigerweibchen statt einem esslustigen Chinesen trifft, hat bessere Chancen, den nächsten Sonnenaufgang noch zu erleben. In vielen Straßen von Shanghai hängen die Hunde an der Leine, aber mit dem Kopf nach unten und mit abgezogenem Fell. Der chinesische Speiseplan weicht doch beträchtlich von unserer Vorstellung eines gesunden Essens ab.

Die lieben Chinesen haben noch nicht kapiert, was der Hund alles für den Menschen leistet. Er hilft dem Blinden über die Straße, dem Sonntagsjäger (noch ein Blinder) wieder aus dem Wald heraus, und den Einbrechern zeigt er den Weg in die Zelle. Er bewacht das Haus und die Kinder, unterstützt die Katze bei ihrem Weg auf den Baum. Die wiederum würde ohne ihn gar nicht auf den Baum flüchten müssen.

Noch eine gute Eigenschaft hat er: Er stellt für sein Frauchen das Herrchen in der Stammkneipe und eskortiert es nach Hause. Ein echter Freund eben.

Warum er gerade die Briefträger nicht mag, dazu gibt es viele Theorien. Früher schrieb man das der Lederkleidung zu. Ich glaube, er riecht nur die anderen Hunde, welche dem Postboten schon vorher ans Bein gepinkelt haben. Vielleicht hat der neugierige Bello aber auch nur gesehen, wie der Briefträger im Schlafzimmer seinem Frauchen die Kleider weggenommen hat.

Wenn Sie abends nach Hause kommen und der Hund vor Ihrer Frau steht und mit dem Schwanz wedelt, dann will er Ihnen damit was sagen.

Hunde sind, wie wir Menschen, unheimlich kindische Wesen. Sie können einem Hund tausendmal den Stock wegnehmen und in den Teich schmeißen, er wird ihn immer wieder holen und Sie dabei freundlich anlächeln. Probieren Sie das einmal mit Ihrer Katze, es wird nicht so gut klappen, glauben Sie es mir. Es gibt deshalb Ehepaare, die streiten bei der Scheidung mehr um den Hund als um alles andere. Wen wundert das wirklich. Meistens bekommt der Mann im Falle der Trennung ohnehin nur das Einzige, was ihm je gehorcht hat, den Hund, hat aber dafür bei der Finanzierung der Kinder und des Hauses das Alleinrecht.

Die Frau sorgt für die Kinder und entsorgt das dem Exmann abgeknöpfte Geld völlig uneigennützig. Dafür beansprucht sie zum Ausgleich Haus, Auto und Hausfreund für sich alleine.

Man kennt unzählige reinrassige Hundearten und noch mehr, keinem Stammbaum zuordenbare Straßenköter. Hunde lassen sich aber auch so unterscheiden: Kampfhunde, Jagdhunde, Schoßhunde, Flughunde (hoppla, jetzt hakt es aber gewaltig) und Taschenhunde. Taschenhunde sind für Frauen gedacht, die sich vor Ratten und Mäusen fürchten, aber trotz allem immer etwas Lebendiges in der Handtasche haben wollen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die Taschenhunde bei so manchem Ansinnen ihres Frauchens doch leicht überfordert sind. Nämlich, zuerst so klein zu sein, um in die Tasche zu passen und im nächsten Moment groß genug, um den anstürmenden Sexunhold mit Haut und Haar zu fressen.

Flughunde heißen nur so, gehören aber eigentlich zur Gattung der Fledertiere. Weil gerade von den Flughunden die Rede war, man kann Hunde auch noch anders klassifizieren: In schöne Hunde und hässliche Hunde. Bei einem Boxerhund oder Mops ist das Gesicht immer ein Geburtsmerkmal und nicht die Folge eines Auffahrunfalles. Manche Hunde sabbern unheimlich, auch das ist angeboren. Wenn allerdings Ihr Schäferhund sabbert, hat das andere Gründe. Überprüfen Sie in so einem Fall schleunigst seine Wasserschüssel auf Spülmittelrückstände.

Wussten Sie, dass Hunde mit der Zeit ihrem Herrchen oder Frauchen immer ähnlicher werden. Joe Frazier hat sich vor vielen Jahren einen Beagle gekauft, der ist im Laufe der Zeit vollständig zu einem Boxer mutiert. Dafür könnte aber durchaus der ehemalige Broterwerb von Joe die Ursache sein. Jeder Hund, den sich Niki Lauda anlacht, schaut nach spätestens zwei Jahren aus wie ein Schottischer Terrier, bellt nicht mehr, sondern knurrt immer nur den einen Satz: „Ich hab ja nichts zu verschenken“. Irgendein Spaßvogel (ich, nicht Niki Lauda) hat unlängst probeweise im Internet ein Bild vom Exregierungschef des Irans, Mahmud Ahmadinedschad, eingegeben, und der Computer hat ohne zu zögern einen „Clownfisch“ als Partner vorgeschlagen. Die Hunde haben sich alle geschlossen geweigert, mit ihm eine Lebensgemeinschaft einzugehen, und ich kann sie gut verstehen.

Es schaffen sowieso nicht alle Hunde bis ins Schlafzimmer. Das könnte damit zusammenhängen, dass manche von ihnen dann auf den Briefträger losgehen würden und zweitens, allergisch auf das Schnarchen des Herrchens reagieren. Taschenhunde fürchten sich wieder vor dem Meerschweinchen und „müssen“ deshalb immer ins Schlafzimmer mitgenommen werden. Richtige Hunde, also Schäferhunde, Dogge, Bull Terrier, Rottweiler und andere Kampfhunde wissen sowieso, Herrchen dürfen sie nicht beißen, also bleiben sie draußen und warten auf geeignete Passanten. Manche geben sich damit zufrieden, diese nur ordentlich zu verbellen, egal wie oft man an ihnen schon vorbeigekommen ist. Andere verspüren doch ab und zu die Lust, ihre Bisskraft wieder einmal an echtem Fleisch zu testen. Tragen Sie deshalb immer ein Stück guter Wurst bei sich, um solche Hunde ein wenig vom eigenen Körper abzulenken. Hunde nehmen nicht nur die Form des Herrchens an, sondern leider auch dessen Intelligenz. Es hat also keinen Sinn, mit solchen Hunden zu diskutieren. Wenn Sie wirklich einmal die Wurst daheim vergessen haben, ist es daher besser, Sie opfern ein paar Finger und gehen dann, so unauffällig wie möglich Ihrer Wege. Wer einen Rottweiler in seiner Nachbarschaft kennt, sollte deshalb immer die Hausapotheke in Augenweite haben. Hundehalter sind ziemlich uneinsichtig, selbst wenn Sie der Hund grundlos angefallen und halb tot gebissen hat, wird ein solcher Hundebesitzer dafür immer noch Ihrem scheußlichen Hemd die Schuld geben. Da ist nichts mit Erster Hilfe, glauben Sie es mir. Seien Sie aber deshalb dem Hund nicht böse, Kommissar Rex ist eben auch nur ein Mensch.

Mein Freund und Nachbar Herbert hat einen „Portugiesischen Wasserhund“ als besten Kumpel, ein leicht wirrer Typ, der schaut nicht nur so aus, nein, der ist echt gestört. Er muss irgendwie aus der Linie Berlusconi abstammen, denn er markiert, wo er nur kann und geht jeder Dame sofort an die Wäsche. Auch die Kühe des Nachbarn baggerter stundenlang an, solange sie weit genug entfernt sind, aber flüchtet sofort ins Haus, wenn im Umkreis von zwei Metern eine Fledermaus auftaucht. Außerdem hat er eine manische Vorliebe für Beatles-Frisuren und Beatles-Songs. Leider hat er auch keine bessere Stimme als Ringo Starr. Bei der Suche nach einem geeigneten Vornamen für seinen Hund müssen auch bei Herbert kurzzeitig einige, oder was eher wahrscheinlich ist, alle Gehirnwindungen ausgefallen sein. Er hat seinen Flokati nämlich „Morgenpost“ getauft, obwohl ihm sein Bello höchstens die Zeitung zerreißen kann. „Apportieren“ kann er nicht, nicht einmal ordentlich „abortieren“. Er macht seinen beachtlichen Hundehaufen mit bewundernswerter Ausdauer immer vor dem Briefkasten, und der Briefträger tritt ebenso regelmäßig in die von ihm produzierten Haufen hinein. Liebe Leser, bitte merken Sie sich diesen Satz, Sie werden ihn am Ende dieses Buches noch einmal brauchen.

Wenn Sie also unter den Hunden einen Freund suchen, nehmen Sie lieber einen Pit Bull oder zwei niedliche Rottweiler, Sie werden weniger enttäuscht werden.

Dafür retten viele Hunde oft Menschenleben. Egal, ob sie als Lawinen- oder Erdbebensuchhund unterwegs sind. Sie spüren Drogen und Sprengstoff auf, holen uns die Zeitung (es geht also doch) und entfernen regelmäßig das Unkraut im Garten. Leider halten sie auch den Rasen selbst, auch wenn er noch so schön ist, für eine Pflanze, die es zu exekutieren gilt. Das Wichtigste aber ist, sie verstehen uns Menschen, oder sie versuchen es wenigstens. Da spielt der Hund die meisten Psychiatern locker an die Wand. Man muss nur seine Sprache richtig deuten. Bello ist viel ehrlicher als jeder Franziskanermönch. Und wem würde nicht das Herz aufgehen, wenn ein Schweizer Bernhardiner mit dem Schnapsfässchen um den Hals vor ihm auftaucht.

Die Hunde glauben an uns, also glauben wir auch an sie. Dass Hunde sehr tolerant sind, zeigt sich nicht nur dadurch, dass sie uns Menschen mögen, nein, auch durch die Auswahl ihrer Sexualpartner. Da „rudelt“ der riesige Schäferhund mit dem Zwergrattler genauso gerne wie ein Dackel mit der dreimal so großen Dobermannfrau.

Wir können was daraus lernen, und dieser Satz geht jetzt an Sie, liebe Damenwelt: Wenn zwei wirklich wollen, geht alles. „Yes we can“ sagte schon Barack Obama. Es muss ja nicht immer nur Obama sein, wenn Sie also in nächster Zeit Nachwuchs planen, wenden Sie sich vertrauensvoll an mich.

P.S. Meine Nummer erfahren Sie vom Verlag.

Gespräch unter Eheleuten

(Dualer Monolog)

Es gibt viele Dinge auf unserer Welt, die wesentlich friedlicher ablaufen als das ständige Zusammenleben von Mann und Frau. Dazu sind die zwei Geschlechter einfach viel zu verschieden. Im Telegrammstil umrissen sieht das ganze ungefähr so aus: Frauen, so viele Wörter und nur ein Mund. Männer: So viel Hirn und trotzdem den ganzen Tag nur eines im Sinn.

Noch ein Antagonismus: Schwache Männer suchen immerzu Unterstützung bei starken Frauen, die sind aber mit ihren Kindern schon genug beschäftigt, da bleibt der schwache Mann auf der Strecke, zumindest, wenn er keine Mutter mehr hat. Schwache Männer glauben aber dummerweise trotzdem, sie müssten ihr Selbstbewusstsein mit Hilfe solcher Frauen stärken. Das klappt meist genauso wenig, wie ihr Versuch auf intellektueller Ebene bei solchen Frauen zu punkten. Die logische Folge davon, er betrinkt sich daher jeden Tag und weint sich bei der Barfrau aus. Sie schnappt sich einen richtigen Mann, gibt ihm den Laufpass, und er ist jetzt noch kleiner als vorher.

Die Zeiten, wo die körperliche Überlegenheit des Mannes solche Mängel irgendwie verschleiern konnte, sind vorbei. Die Frau von heute ist selbstbewusst, weiß was sie will und setzt das genauso rücksichtslos um, wie es früher die Machos selber taten. Eine ganz neue Konstellation für die armen Würstchen im Anzug. Deswegen haben Männer auch viel mehr Komplexe wegen ihrer sozialen Stellung als die Frauen. Sie wissen wohl was sie wollen, aber nicht, wie sie das hinbringen könnten. Oder sie wollen alles auf einmal: Eine anschmiegsame Frau, die zu ihnen aufschaut, aber gleichzeitig intelligent, erfolgreich, verführerisch im Bett und letztendlich wieder devot hinter dem Putzfetzen her ist und bedingungslos für sie sorgt. Es gibt zwar solche Frauen, die aber brauchen Helden als Gegenpol und keine Waschlappen.

Da wartet jetzt ein echtes Problem auf Rudi Ratlos. Männer besprechen aber ihre Probleme nicht mit einem Seelenklempner oder der Partnerin. Solche heiklen Gespräche führen sie am liebsten mit ihrem Bier. Bier hat gegenüber dem Partner viele Vorteile: Es redet nicht zurück, lässt die eigene Meinung immer gelten und ist auch nicht gleich beleidigt wenn man(n) es stehen lässt. Auch wenn ein Mann mehrere Biere nebeneinander hat, regt sich auch niemand auf und noch ein wesentlicher Vorteil des Gerstensaftes: Bier macht keine Rotweinflecken.

Frauen wiederum bereden alle noch so kleinen Probleme mit ihrer Freundin oder mit Dr. Aurelia Ratsam von der Frauenzeitschrift „Der dressierte Mann“. Die aber versucht erst gar nicht die Dinge aus der Sicht des männlichen Geschlechtes zu sehen. Im Gegenteil, Aurelia ist nur daran interessiert, die Frau als Stammkundin zu gewinnen und weist der um Rat suchenden den Weg immer nur so weit, dass diese beim nächsten Konflikt mit ihrem Partner wieder sicher in ihre Praxis zurückfindet. Jetzt reden in ganz seltenen Fällen Mann und Frau sogar miteinander, aber auch wieder aneinander vorbei. Sie glauben mir nicht, also hier so ein Fall eines „dualen Monologes“.

Haben Sie schon einmal ein seit ewiger Zeit miteinander verheiratetes Ehepaar, das sich unterhält, beobachtet oder belauscht. Zum Beispiel nach dem Frühstück.

Folgende Szene:

Er: liest die Zeitung

Sie: bügelt lustlos seine Hemden

Sie: „Scha-a-atz!“

Er: „Ja-a?“

Sie: „Schatz, die Klingelhubers vom 2. Stock fliegen morgen nach Mallorca! Schon das zweite Mal heuer!“

Er: „Und? Was geht mich Mallorca an, bin ich ein Thunfisch oder spielt Bayern München dort Fußball?“

Sie: „Ich möchte auch einmal weiter fort, als immer nur in dein Stammlokal!“

Er: „Dann kauf dir eine Netzkarte für die Straßenbahn!“

Sie: „Ich will aber auch einmal Meeresluft schnuppern!“

Er: „Dann schmeiß dir einen toten Fisch ins Badewasser oder steck den Kopf ins Aquarium das schmeckt genauso grauslich!“

Sie: „Du bist so unsensibel!“

Er: „Ich bin nicht unsensibel, ich bin beschäftigt!“

Sie (etwas lauter): „Mit was bist du beschäftigt?“

Er: schweigt

Sie (etwas lauter): „Mit was bis du beschäftigt?“

Er: schweigt noch immer, beutelt aber mit der Zeitung

Sie. „Andere Männer bringen ihren Frauen wenigstens öfter Blumen mit.“

Er: „Keine Ahnung was die angestellt haben, aber wir müssen sparen!“

Sie: „Sparen, sparen, sparen! Wenn ich das schon höre. Du fährst jedes Jahr mit deinen Freunden ein Monat lang angeln nach Irland, verprasst dort ein halbes Haus, und ich darf zu Hause bleiben und sparen!“

Er: „Du fährst dafür regelmäßig zu deiner Mutter ins rhetorische Trainingslager! Ich fahr nicht mit dir nach Mallorca, Schluss, aus, basta! Wir können genauso gut daheim streiten!“

Sie: „Dann fahr ich halt mit meiner Mutter nach Mallorca!“

Er: „Von mir bekommst du kein Geld für so einen Blödsinn, aber im Vorhaus stehen zwei Besen, ihr zwei Hexen könnt ja damit hin fliegen.“

Sie: „Das ist nicht dein Ernst Hasimann! Meine besten Jahre habe ich für dich geopfert, dich mit meiner Kochkunst verwöhnt und dir jahrzehntelang die Putzfrau gemacht, und was hab ich davon?“

Er: „A) was die besten Jahre anbelangt, da geht es mir auch nicht besser, b) mit deinem Putzfimmel nervst du mich schon seit Jahren und c) wegen deiner Kochkunst brauchst du dich nicht entschuldigen, ich lebe ja noch.“

Sie: „Eines Tages werde ich dich verlassen, dann kannst du deinen Dreck selber wegräumen. Und du - und kochen? Dir brennt ja sogar das Wasser an!“

Er: „Ich hätte den Papagei heiraten sollen, der redet nicht so viel, du nervst!“

Sie: „Du bist so gemein, du bist ein Sadist, Sadist, Sadist, du!“ – sie fängt zu weinen an.

Er (schon völlig genervt ob der Länge des Monologes, kürzt ab): „Ich Sadist, du Statist, kapiert!“

Sie: „Ich könnte dich umbringen du … Ignorant!“

Er: Schweigt schon wieder.

Sie: „Hast du gehört, u-u-umbri-i-i-ingen!“

Er: „Dann tu es doch!“

Sie: Schlägt etwas zu fest mit dem Bügeleisen zu.

Er: Schweigt für immer.

Zum Glück geht nicht jeder Streit so tragisch aus. Und ich darf noch was verraten. Meine liebe Frau, die Beste unter der Sonne und ich selbst, gehören zu den beneidenswerten Menschen, die so einen Streit erfinden müssten, weil wir noch nie so eine Situation erlebt haben.

Ein erfahrener Ehestreiter (Mein Freund Herbert, er ist bereits zum 6. Mal verheiratet) sagte einmal folgendes: Die Ehe ist eine Gemeinschaft, um Probleme zu lösen, die einem allein niemals passiert wären. Im Schnitt hält sich die Konversation zwischen zwei Eheleuten, die schon ein paar Jahre nebeneinander her leben, eben sowieso in Grenzen. Sie wechseln nicht mehr als 10 Sätze pro Tag miteinander. Davon kommen neun allein von der Frau, der Mann sagt ja nur „ah“, „hmm“, „schau, schau“ und das sind selbst in meinen nicht sehr objektiven (männlichen) Augen keine wirklichen Sätze.

Es drängt sich deshalb folgende Erkenntnis auf: Frauen suchen sich irgendeinen Partner, weil sie auch Frau Aurelia nicht immer versteht und der coole Typ vom Fitnessstudio sie überhaupt ignoriert. Männer suchen Frauen eher deshalb, weil ein Diener zu teuer kommt und auch nur in den seltensten Fällen zu ihnen unter die Decke schlüpft.


Sex ist nicht wichtig, aber schön muss er sein

Dass der Mensch wirklich vom Affen abstammt, zeigt sich am deutlichsten beim Sexualverhalten der beiden Arten. Außer uns praktizieren nur die Bonobos Homosexualität, lesbisches Verhalten, Oralverkehr und Cunnilingus. Wobei zur Ehre der Menschheit sei gesagt, im Gegensatz zu einem Bonobo-Männchen hält der durchschnittliche Mann doch um einige Sekunden länger durch. Manche dem Koitus verfallene Männer verplempern sogar mit dem Andeuten eines Vorspieles noch eine zusätzliche Minute. Aber allein am Balzverhalten der verschiedenen Männchen gesehen ist, auch bei noch so genauem Hinsehen, kein Unterschied zu den Bonobos zu bemerken. So ist das auch bei vielen anderen Tieren.

Nicht wenige doofe Spinnenmännchen baggern ein Weibchen an, obwohl sie genau wissen, eine Sekunde nach durchgeführter Begattung werden sie mit hundertprozentiger Sicherheit vom selben Weibchen abgeworfen und ratzfatz gefressen.

Die Männchen einer bestimmten Art von Fangschrecken kopulieren sogar noch mit dem Weibchen stundenlang weiter, obwohl ihnen diese schon lange den Kopf abgebissen hat. Aber auch hier wieder kein allzu großer Unterschied. Uns Männern wird die Rübe zwar nicht abgebissen, aber so wie die meisten von uns agieren, das kommt der Kopflosigkeit doch sehr nahe.

Löwenmännchen fürchten nichts auf der Welt, außer „die Löwin danach“. Obwohl sie vorher dafür sicher ein halbes Löwenleben gebettelt haben, um diese besteigen zu dürfen. Und auch viele andere Tiere sind nicht weniger triebgesteuert als der Mensch.

Wenn zum Beispiel der Ameisenbär, speziell der Tamandua, seine Gene an das Weibchen seiner Wahl weitergeben will, so muss er sich vorher drei Tage lang aufblasen wie ein Pfau, lächerlich machen wie der Gemahl der britischen Königin Prinz Philipp es bei jedem Staatsbesuch praktiziert, und mindestens ein Kilogramm Termiten oder Ameisen als Brautgeschenk mitbringen. Zusätzlich darf er noch mit unzähligen Mitrivalen kämpfen, um sie zu bekommen. Er riskiert dabei nicht selten sein Leben. Der eigentliche Geschlechtsakt dauert dann vielleicht 15 Sekunden, wenn es hochkommt. Und wenn er sich dabei vor lauter aufgestauter Geilheit noch ein bisschen zu blöd anstellt, geht alles in die Pampas und seine Gene somit den Bach hinunter.

Sehen Sie, genauso läuft es auch bei uns Menschen. Verursacher dieser triebgesteuerten Handlungen ist das Hormon Testosteron. Solange das Männchen mit Testosteron vollgepumpt ist, tut es alles, um seinen Samen verschleudern zu können. Nur mit vielleicht einem Unterschied, nein, eigentlich müsste es Nachteil heißen: gehen bei uns die Gene nicht den Bach hinunter, tut das im Laufe der nächsten 18 Jahre mit Sicherheit unser ab jetzt alimentiertes Vermögen. Testosteron ist also ein Hormon, welches zwar bei beiden Geschlechtern vorkommt, aber meistens den Sex nur für den Mann erträglich macht. Man kann sagen, je mehr der Mann von dem Zeugs im Blut hat, desto weniger hat das Weibchen davon. Ob jetzt die Frauen sich deswegen mit verführerischer Unterwäsche so aufbrezeln, um uns Männer verrückt zu machen, damit das Ganze wenigstens so schnell wie möglich wieder vorbei ist? Es könnte durchaus so sein. Aber vielleicht tun sie es auch nur deswegen, weil sie allein beim Anprobieren solcher Teile einen richtigen Orgasmus bekommen. Dieser Punkt ist noch ein weithin ungeklärter Gegenstand unzähliger Sexualforschungsprojekte. Der Autor wird sich also hüten, hier vorschnell ein Urteil abzugeben. Eines kann ich Ihnen aber schon verraten, es gibt nicht wenige Männer, die jedes Wort ihrer Frau mehr aufregt als ihre Reizwäsche. Es gibt aber auch Frauen, die Spaß am Sex haben, wenn er nur gut gemacht oder wenigstens gut bezahlt wird.

Der Zeitpunkt für Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht geht auch immer mehr in Richtung Schulalter. In meiner Jugendzeit bekam man zur Firmung eine Armbanduhr, heute geht’s samt den Firmpaten ins Freudenhaus für die Jungs, die Mädchen bekommen als Ausgleich einen Gutschein zur Brustvergrößerung. Was daran klug sein soll, ich weiß es nicht. Im Verkehr gilt noch immer der Grundsatz, wer hier nicht aufpasst, dem helfen auch größere Hupen nicht. Doch auch schon erwachsene Frauen machen bei der Busenretusche nur zu gerne mit.

Und auch sonst gibt’s beim Schönheitschirurgen, Beate Uhse und Orion, das, was man(n) nicht hat oder nicht bieten kann. Es ist auch nicht alles, was von älteren Frauen in den Mund oder sonst wo hingenommen wird, eine Zahnprothese. Frauen haben in diesem Fall weit mehr Auswahlmöglichkeiten, Männer machen oft schon nach dem ersten missglückten Versuch mit ihrer Latex-Lola sofort wieder mit ihr Schluss.

Und noch eine gut gemeinte Warnung, meine Damen. Lassen Sie Ihren testosterongesteuerten Liebling nie allzu aufgekratzt aus dem Haus raus, sonst landet er wirklich noch im Freudenhaus. Die Frauen dort sind zwar nicht schöner als die Hausmannskost daheim, aber sie haben einen entscheidenden Vorteil: Sie kritisieren nicht!

Natürlich wissen Männer, dass sie viel zu schnell kommen, nachher zu früh gehen und zu wenig zärtlich sind, aber sie hören es trotzdem nicht gerne. Andererseits können Frauen normalerweise zwar gut lügen, aber sich selber anlügen und sich aus dem Versager im Bett einen Märchenprinz schön zu reden, gelingt nicht jeder.

Dabei sind wir Männer einfach gestrickt und denken nur zweimal am Tag an Sex. Nämlich die ersten zwölf Stunden vor Mitternacht und dann nur noch die zwölf Stunden nach Null Uhr. Wir sind, man muss es sagen, daheim nur penisgesteuerte Haushaltshilfen. Und die Frauen haben leider auch etwas ganz Wichtiges nie begriffen. Es schaffen es nur ganz wenige Männer ein Haus zu bauen, immer den tollsten Wagen zu fahren, Karriere zu machen, ein dickes Bankkonto zu besitzen und gleichzeitig daheim auch noch ein guter Liebhaber zu sein. Verglichen werden sie von ihren Weibchen ungerechterweise immer gleich mit mehreren Männern und da aber nur mit einer einzigen guten Eigenschaft dieser Herren. Denn bei fremden Männern übersehen die eigenen Frauen ganz gerne alle ihre Fehler und die anderen schwach ausgebildeten Attribute, mit denen ihr eigener Mann locker konkurrieren könnte.

Jemand, der es nicht so gut wie ich mit solchen Frauen meint, könnte jetzt zum bösen Schluss kommen, hier wird nur versucht, ein bisschen unfair von den eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Nein, das kann ich mit fast zehn prozentiger Sicherheit zurückweisen, aber es ist leider so: solange Dildos scheinbar besser zuhören können als Männer, werden die Herren weiterhin beim Orgasmus der Frau genauso wenig mithelfen können wie in derer Küche. Männer stehen beim Liebesakt viel zu nah am Wald, um den noch wahrnehmen zu können. Frauen betrachten die Vereinigung als Langstreckenlauf mit vielen Genussstationen. Sie nehmen die Umgebung, die Erotik, welche in der Luft liegt, die Romantik und Magie einer Beziehung ganz intensiv gewahr. Männer sehen in der Vereinigung zum Sex nur eine gute Gelegenheit, einen 60-Meter-Lauf so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. Männer haben selbst immer einen Orgasmus, also nehmen sie das Gleiche automatisch von den Frauen an, sie denken, alles was stöhnt ist glücklich.

Das betrifft natürlich nicht alle Männer, es gibt auch solche mit durchaus romantischer Ader, die auch wirklich an einer echten Beziehung interessiert sind. Sie wissen, wenn dieses kleine Wunder funktioniert, können alle physikalischen Gesetze aufgehoben werden. Es bekommen nämlich beide mehr positive Energie und Glück zurück, als sie geben. Das sind in der Regel Männer mit dem Sternzeichen Fische. Ich verrate Ihnen jetzt aber nicht mein Sternzeichen, nur so viel, ich bin am 4. März geboren.

In ihrer Fantasie träumen viele Männer davon, mit mehreren Frauen gleichzeitig Sex zu haben. Dass sie mit einer Partnerin meist schon heillos überfordert sind, verdrängen sie dabei ganz locker. Das ist so, als würde ein Bauarbeiter sagen, einen Zementsack kann ich unmöglich schultern, gescheiter wäre es, ich probiere es mit Zweien.

Das Fazit aus diesen geschilderten Situationen ist also folgendes:

Würde man alle, die sich beim Sex wie die Bonobos aufführen in den Urwald schicken, dann wäre der 10 Mal überfüllter mit Männern als ein Outlet Center mit shoppingsüchtigen Frauen beim Sommerschlussverkauf.

Genug ist nicht genug und verrückt ist nicht verrückt genug. Ich versuche in diesem Kapitel aber trotzdem, verrückt genug zu sein. Noch ein Hinweis im Sinne des Lebensmittelgesetzes: Bitte nicht nachmachen.

Männerküchen

Mein Freund Herbert pflegt immer zu sagen: „Am besten schmeckt mir mein Mittagessen, wenn es gut ist“. Er könnte gleich ehrlich sein und hinzufügen, also wenn ich es nicht selber koche. Er ist nämlich ein Kochmuffel.

Deshalb stellen Sie das Sprichwort: „Hunger ist der beste Koch“ nicht mit einem von Herbert auf den Tisch gestellten Essen auf die Probe. Soviel Hunger können Sie gar nicht haben, um aus ihm einen Koch zu machen. Bei Herbert brennt sogar die Milch, während sie noch im Kühlschrank steht, schon an. Scheinbar hat keine seiner sechs verflossenen Frauen es geschafft, in ihm den Eckhard Witzigmann zu erwecken.

Das hindert ihn aber nicht im Gespräch über das Kochen seine fachmännischen Einwürfe vor dir hinzuschmeißen. Einer der ihn dafür bestimmt nicht kritisieren darf, bin ich selbst. Ich tue ja in meiner Eigenschaft als Bandleader von KCR (Rockband die sich im Speziellen den Liedern von John Fogerty verschrieben hat) im Prinzip genau dasselbe. Bei jedem Konzert halte ich den Männern vor, tanzfaul zu sein und animiere sie mit den miesesten Tricks dazu, doch tanzen zu gehen. Selber tanze ich schon seit Jahren nicht mehr und kann ganz schön kreativ sein, wenn es darum geht, eine Ausrede dafür zu finden.

Doch wir beide, Herbert und meine Kleinigkeit, können den Trend der Zeit „Männer hinter die Schürze“ nicht aufhalten. Im Fernsehen haben schon lange die männlichen Köche das Ruder in die Hand genommen. Johann Lafer, Tim Mälzer, Jamie Oliver, Alfons Schuhbeck und wie die Damen alle heißen. Wenn dieser Trend aber auf Otto Normalverbraucher überschwappt, dann gute Nacht, Küche! Ich meine jetzt aber nicht die Memmen, die Zuhause kochen, während ihr dominantes Weibchen auf Shoppingtour ist, nein, ich denke da an die richtigen Männer, aus der Zeit des Wilden Westens, denen noch der Geruch des Bisons und der Prärie anhaftet. Die wollen Lagerfeuerromantik in der Küche. Da muss jetzt natürlich radikal umgebaut werden. Dabei darf aber auch auf die Technikfreaks unter den Küchencowboys nicht vergessen werden.

In einer Küche, wo der Mann regiert, muss zu allererst einmal eine schicke vollautomatische „Geschirr-abräumspül-trocken-und-einräum-Maschine“ her. Damit aber diese die Küchenromantik nicht wieder zerstört, wird sie gut versteckt in die Theke eingebaut.

In der Mitte der Küche gehört unbedingt ein riesiger Hackklotz hin, aufgesetzt auf die Karosserie einer Harley Davidson. Die beiden Auspuffe nach oben gezogen und zum Fleischerwerkzeughalter umfunktioniert. Alle Gewürzspender müssen die Form eines 45-er Colts haben und sollten nur durch Abdrücken des Abzugsbügels zu betätigen sein. Ebenso wenig darf ein kleiner Minibagger mit Saugschlauch und Anhänger zum problemlosen Entfernen des sicher anfallenden kaputten Geschirrs und diverser Küchenabfälle nicht fehlen. Eine elektrische Knochensäge, tunlichst so effizient wie ein Sägewerksgatter, gehört genauso dazu.

Auch eine oder besser gleich mehrere Bratpfannen im Ausmaß eines Kinderplanschbeckens braucht der John Wayne der Küche, auf alle Fälle als nötiges Equipment. Dazu „für ein paar Dollar mehr“ eine stilgerechte Küchenuhr eingebaut in einen Longhornschädel, die uns alle dreißig Minuten daran erinnert, das Bier ja nicht warm werden zu lassen.

Alles was gegen die gefährliche Dehydrierung am Lagerfeuer hilft, darf erst recht nicht fehlen. Ganz wichtig ist aus diesem einleuchtenden Grund auch ein zweiter Kühlschrank mit genügend inspirierenden Getränken für die von der Kochkunst verschonten Ableger Johann Lafers. Der deshalb nötige gleich große Verbandskasten ist darum sozusagen die logische Pflicht. Richtige Männer brauchen keinen Schnitzelhammer, das erledigen sie mit der bloßen Faust am Sandsack, der natürlich auch irgendwo herunterhängen muss. Dabei darf er aber dem überdimensionierten Spieß nicht im Wege stehen. Der sollte ja zumindest so groß sein, dass ein halber Bison mühelos darauf gegrillt werden kann.

Männerküchen sind Erlebnisküchen, um hier einmal ein Wort aus der Touristenwerbung zu missbrauchen, und deshalb müssen die Pferde vom Koch und Hilfskoch auch noch irgendwo, am besten am Flur vor der Küche untergebracht werden. Richtige Männer denken überdimensional, ihre T-Bone-Steaks sind dementsprechend groß, eine kleine Seilwinde zum Hochhieven in die Pfanne (jetzt wissen Sie, warum auch die Pfanne leicht überdimensioniert sein muss) ist deswegen auch ein unbedingtes Muss.

Dafür kann bei den Gewürzständern gespart werden, Chili und Salz, Hopfen und Malz, etwas Rot- und Weißwein, mehr braucht der Mann nicht. Damit der Salat richtig sauer wird, legt man eine CD von den „Lustigen Hinterbichler Buam“ auf, um das Chili con Carne angemessen scharf zu machen, eignet sich am besten ein Nacktfoto von Lady Gaga. Tunlichst fein zerreiben und vorsichtig einrühren.

Wer es lieber ein wenig fad hat, einfach das Bild eines Kandidaten von „Bauer sucht Frau“ vor das Essen stellen. Das Essen braucht ohnehin nicht schmecken, es muss nur scharf und pikant sein. Der nötige Whiskey (oder auch achtzigprozentige Rum) zum Desinfizieren nach dem Verschlingen der Portion ist ohnehin schon im Getränkekühlschrank gelagert. Ganz wichtig ist noch das Schild auf der Außenseite der Küchentür. „Achtung Baustelle“ und die Zusatztafel „Für Frauen verboten“ (ausgenommen die Abwäscherinnen).

Wenn zu guter Letzt ein Grill so groß wie der einer Müllverbrennungsanlage eingebaut ist und genügend verschiedene Dressings und Saucen zum Überdecken des Männerschweißgeruches im Regal stehen, kann es losgehen. Noch ganz kurz brutzeln lassen, Männer, es ist geschafft, ran an die blutigen Steaks.

„Prooost!“ (sehr wichtig), „Mahlzeit“ (eher vernachlässigbar) und nun wird der Bison so schnell weggeputzt wie Obelix ein Wildschwein. Einmal rülpsen und dann alle Mann an die Bar. Den Rest überlassen wir der Emanzipation. Noch während unsere lieben Frauen die Küche wieder renovieren, sind wir samt Pferd schon wieder in der Prärie auf Bisonsuche. Es darf gewiehert werden, horridoo!

Der österreichische Wohnungsnehmer sagt zu der Person, die ihm an jedem Tag die Hausordnung aufs Neue erklärt, Hausmeister. Meine lieben Freunde aus Deutschland und hier bevorzugt die Mieter aus den neuen Bundesländern, nennen diesen Herrn, es kann aber durchaus auch eine Frau sein, Blockwart. So weit so gut, es sei ihnen gegönnt, nur es bringt keinen wesentlichen Unterschied in die Beschreibung dieses Berufstandes. Ich persönlich bevorzuge drei verschiedene Bezeichnungen für solche Personen und zwar …

Hausmeister, Blockwart, Kerkermeister

Wer in der heutigen Zeit keinen Chef hat, der ihn schikaniert, zur Zeit auch keine Frau, die das dominante Weibchen heraushängen lässt, sein Eigen nennt, der kann jetzt seine masochistischen Neigungen nur noch in einer Mietwohnung mit integriertem Kerkermeister, im Volksmund etwas verschönert Hausmeister oder eben auch Blockwart genannt, ausleben.

Überall auf der Welt, wo die NSA einen Funkschatten vermutet, hat sie ihre zweite Geheimwaffe, den Hausmeister, installiert.

Wichtigste Aufgabe des Hausmeisters ist es, als verlängerter Arm des Hausbesitzers auszuspionieren, wer was, wann und warum in die Mülltonne wirft. Am späten Abend, nachdem er notiert hat, ob das hübsche Fräulein Uschi ihre Gurkenscheiben für die Gesichtsmaske in die Biotonne oder in die Gelbe Tonnen entsorgt hat, lässt er die Roten Schnecken rund um die Biotonne noch wie ein General „habt acht“ stehen und ausrichten, bevor er seinen ersten Spionageeinsatz beendet. Danach schreibt er alle Nichthausbewohner, die vor „seinem Block“ parken auf. Anschließend lauscht er ausgiebig an den verschiedenen Wohnungstüren, um herauszufinden, ob sich seine Mieter den „Musikantenstadel“, den „Trödeltrupp“ oder gar die Sendung „Französisch für Anfänger“ auf Super RTL im Fernsehen hineinziehen. Das notiert er sich dann alles penibel und verwahrt es in seinem Stahltresor auf, um es bei passender Gelegenheit gegen seine renitenten Mieter oder auch die Anrainer zu verwenden. Er verrichtet also im Dienste seiner Eigenschaft als Kerkermeister von oft über 100 Zellen, vom Hauseigentümer großzügig auch Wohnungen genannt, eine sehr verantwortungsirrelevante Aufgabe.

Ein Detektiv mit beschränktem Wirkungskreis eben, was allerdings seinem genauso stark eingeengten Auffassungsvermögen doch wieder sehr entgegen kommt. Zusätzlich recherchiert er, auf welch perfide Weise man ein altes Ehepaar aus der viel zu billigen Wohnung hinaus ekeln könnte, um diese dann an eine junge Familie mit unverschämt erhöhter Miete wieder weiterzuvermieten. Dazu benutzt er allerhand raffinierte Methoden. Er schickt zum Beispiel seine Frau mit einem selbstgebackenen Kuchen zu jenem Paar auf Besuch. Wenn sie das ohne Krankenhausaufenthalt überstehen, setzt er für ein paar Tage den Lift außer Betrieb und bohnert zweimal am Tag das Treppenhaus. Sollte auch das nicht zum gewünschten Erfolg führen, vergiftet er die Katze und entführt den Hund. Danach verteilt er im Namen der Organisation „Schach dem Herztod“ Flugzettel mit blau angelaufenen, atemlosen Seniorengesichtern und schreibt den alten Leutchen zwingend die Teilnahme am 30-minütigen Frühsport vor. Wenn auch diese Maßnahmen nicht den gewünschten Effekt zeigen, hängt er ein Bild seiner Schwiegermutter im Stiegenhaus auf und beleuchtet es bei Nacht. Der zusätzlich angebrachte Bewegungssensor lässt dann das Bild beim Vorbeigehen mit den Wimpern klimpern und Lieder von Heino singen, die noch hässlicher klingen als das Bild an der Wand auf die Passanten herabschaut. Sogar der Hausmeister selbst traut sich ab jetzt bei Nacht nicht mehr ins Stiegenhaus. Er resigniert, ruft seinen Hausherrn und Arbeitgeber an und bietet ihm seine Hausmeisterwohnung für die neuen Mieter an. Anschließend verleiht er seine Frau samt Hund an die Wach- und Schließgesellschaft und fährt auf die Malediven auf Erholungsurlaub.

Leider geht nicht jedes Mal die Geschichte letzten Endes so angenehm für die Mieter aus. Manchen wurden schon das Wasser, das Gas und der Strom abgedreht.

In Wien hat man, und das ist jetzt kein Scherz, aus Deutschland importierte Punks in so ein Haus einquartiert, um die Mieter hinaus zu ekeln. Der Schuss ging leider nach hinten los. Diese verbrüderten sich mit den Hausbewohnern. Es waren, sage und schreibe 1.700 Polizisten einer Spezialeinheit nötig, um diese 40 Berufschaoten nach zwei Jahren massiven Widerstand wieder los zu werden.

Das war jetzt die schlechte Seite des Hausmeisters oder in diesem Fall besser treffender als Scherge oder Kerkermeister bezeichnet. Jetzt zum guten Nebeneffekt: Wer sich halbwegs gut mit der Hausmeistersgattin stellt, hat einige Vorteile. Er spart sich das Abonnieren der Kronenzeitung oder für meine deutschen Freunde, das der Bild Zeitung. Er braucht auch nicht mehr „Österreich Heute“ oder „Hessen in 15 Minuten“ schauen, da gibt es nichts, was er nicht schon längst vom Hausmeisterweibchen erfahren hätte. Er ist sozusagen auch im Stiegenhaus online. Und nicht nur von der großen weiten Welt erfährt er alles. Nein, auch von der hübschen alleinstehenden Nachbarin (Sie wissen es schon, die Uschi) und den vielen jungen Männern, die regelmäßig zu ihr auf Besuch kommen. Die natürliche, angeborene Neugier der Weiblichkeit bekommt in ihrer Funktion als Hausmeisterin sozusagen eine Abhörlizenz. Wenn aber die Informationen über das Sexualleben dieser hübschen Mieterin auf einmal schlagartig verstummen, dann hat mit Sicherheit Frau Hausmeisterin, Herrn Hausmeister in flagranti mit ihr erwischt. Wir sehen, Hausmeisterinnen bringen nicht nur bei Senioren, die in den Gulag abgeschoben werden sollen, einen Kuchen vorbei. Das hat aber weniger mit Nächstenliebe als mit verdeckter Ermittlung zu tun. Vielleicht wollen sie auch nur ein paar neue Tipps zur Wiederbelebung ihres in die Garage gefahrenen Sexuallebens abkupfern. Doch was lernen wir daraus: Hausmeister wiederum kümmern sich bei hübschen Wohnungsnehmerinnen am liebsten um Dinge wie einen tropfenden Hahn, ihren eigenen Pipihahn nicht ausgenommen.

Mein Freund Herbert ist auch schon einmal das Opfer eines solchen Hauscasanovas geworden. Er hat ihm vertrauensselig wie er ist erzählt, er habe beim Fräulein Uschi die Steckdose repariert. Irgendwie muss der eifersüchtige Hausmeister das in den falschen Hals bekommen haben. Dem armen Herbert hat seine uneigennützige Tat leider kein bisschen Dank, aber ein stattliches blaues Auge eingebracht.

Wir notieren:

Wer sich keine eigene Straßenkreuzung leisten kann, um sich auf dieser als Verkehrsdirigent wichtig zu machen, als Folterknecht keine Stelle findet, aber im Schleimen und Kriechen schon immer ein Ass war, der braucht nur noch eine Hausmeisterwohnung und einen grauen Arbeitsmantel, um glücklich zu werden.

Fernsehtiger I

Jeder Mann weiß sofort, was die Maße 98/​66/​98 cm bedeuten. Es handelt sich hier um die durchschnittlichen Attribute einer Sexbombe aus den 80er Jahren. Die Maßangabe Sony 3D 84 Zoll/​HDD LED ist wieder für viele Hausfrauen kein schwer lösbares Rätsel. Sie wissen auch hier genau, es handelt sich nicht um eine Universal Küchenmaschine, sondern um einen Fernseher der neuesten Generation.

Bei einem echten Küchenherd könnten aber die meisten direkt davorstehen und würden ihn trotzdem nicht erkennen. Eigentlich ziemlich unverständlich, denn sosehr unterscheiden sich die beiden Geräte gar nicht. Wer seiner Bratröhre beim Herstellen von Popcorns zuschaut, der sieht oft mehr Action als es Markus Lanz mit seiner Sendung „Wetten Dass“ neuerdings bieten kann. Ja, und trotzdem sitzen die meisten von uns in ihrer Freizeit vor dem Fernseher, egal was gerade gesendet wird. Das Motto heißt, wir zahlen (bei manchen auch nur, wir sollten zahlen), also schauen wir auch.

Ein Kaninchen entkommt der Schlange tausendmal leichter, als wir dem Fernseher. Sie können in einer Familie mit sieben Kindern, die vor dem Bildschirm sitzt, jede Stunde ein Kind verschleppen, es wird erst auffallen, wenn Sie das Kind mit der Fernbedienung erwischen. Aber meistens sind die Geschmäcker der verschiedenen Generationen so different, dass es beim Streit von welcher Sendung man sich langweilen lässt, oft zu Mord und Totschlag kommt.

Die moderne Familie von heute hat deshalb nicht einen, sondern „für jeden einen“ Fernseher angeschafft. So lässt sich ein Krieg zwischen den Großeltern (Generation Ohnesorg-Theater), den Eltern (Helene-Fischer-Show) und den Kids (Hannah Montana, Mörder-essen-keine-Möhren) am besten vermeiden.


Es gibt seit der Erfindung der Politikerrede kein besseres Mittel, um das Volk in die Verblödung zu treiben. So mancher Dödel hockt den ganzen Tag vor der Glotze, lässt sich dabei von einer Kiste Bier und einigen Packungen Kartoffelchips inspirieren und wundert sich, dass er zugenommen hat, obwohl er 8 Stunden lange ununterbrochen nur Sport gesehen hat. Aber wie will einer, der sich regelmäßig Sendungen wie „Sturm der Liebe“ oder „Messer, Gabel, Herz“ hineinzieht, verhindern, dass sich sein Intelligenzquotient nicht endgültig in die Gehirnunterversorgung verabschiedet. Manche Hausfrauen sind durch die vielen Kochsendungen schon so verwirrt, das sie jedes Mal nach Ende so einer Sendung hinter den Fernseher gucken, ob der Koch nicht doch etwas vom Tagesgericht übrig gelassen hat.

Auch mein Freund Herbert, der ja eigentlich auf der oberen Stufe des Intellekts angesiedelt ist, lässt sich regelmäßig von seinem Fernseher vergewaltigen. Sein Wohnzimmer (4,0 x 3,5 Meter), sein Fernseher, Flachbild HDD, Stereo, 3D, mit einer Bildschirmgröße von 214 cm in der Diagonale. Er hat seinen Flachbildschirm deshalb so angebracht, dass er vom Zimmer gegenüber durch die offene Wohnzimmertür fernsehen kann. Dazu hat er das einzige Wohnzimmerfenster zugemauert, die Tür des Wohnzimmers von 90 cm auf 1,80 m verbreitert und seine Fernbedienung mit einer Autobatterie etwas aufgemotzt. Seine Nachbarn sind nicht gerade begeistert darüber, denn sie dürfen jetzt immer das gleiche Programm wie er schauen. Da hat er bei der Frequenzverstärkung doch ein klein wenig übertrieben. Aber er als Technikfreak ist total selig mit seinem neuen Fernseher. Aus einer Entfernung von nun gut achteinhalb Metern wirkt das Bild so echt, dass Herbert bei einer Fußballübertragung regelmäßig aufsteht, um den Ball zu holen, wenn dieser ins Out geht.

Aber am liebsten sieht Herbert Tiersendungen, ich meine jetzt nicht die Sendung mit der Maus, obwohl das eine der wenigen Sendungen, die ein bisschen Niveau hat, ist. Doch auch ansonsten ist Herbert sehr kritisch bei der Auswahl seiner Sendungen. Er schaut immer nur das, was gerade gesendet wird.

Sogar der Vatikan hat schon geschnallt, dass man an die Menschen mittels Bibel TV leichter herankommt, als den mühsamen Gang über den Gottesdienst. Fernsehen und Kirche haben doch einiges gemeinsam. Auch die Kirche verwöhnt uns genauso wie das Fernsehen schon seit 2.000 Jahren mit ununterbrochenen Wiederholungen, verspricht uns viel und kassiert dafür noch viel mehr. Eine Predigt auf Kanal „Vatikan“ ist für viele ein mindestens genauso gutes Schlafmittel wie eine Übertragung einer Belangsendung irgendeiner politischen Partei. Und das ist nicht nur in Österreich so, das weiß ich. Aber die Kirche geht halt mit der Technik, und wer will ihr das verwehren. Und die heutigen Prediger im Fernsehen leben auch wesentlich ungefährlicher als die damaligen Missionare, die den Glauben noch Mann gegen Mann verbreiten mussten. Einzig und allein die Zeugen Jehovas gehen noch den konventionellen Weg über die Sonntagstürschnalle, um sich eine Abfuhr zu holen.

Eigentlich ist es aber beim Fernsehen genauso wie beim Handy. Es gibt auch ein Leben ohne diese segensreichen Geräte. Ein Buch lesen, Familienspiele, sich der Erzeugung des Nachwuchses zu widmen, hier nur ein paar Alternativen.

In meiner Jugendzeit gab es nur ein Programm, das nur von 18 Uhr abends bis Mitternacht gesendet wurde, und wir haben trotzdem überlebt. Das Bild war noch schwarzweiß, der Fernsehapparat ein Röhrengerät mit 5 Minuten Vorlaufzeit bis das Bild kam. Es gab noch keine Sendungen, wo die Menschen ihr hingekotztes Leben vor der ganzen Nation ausbreiteten, die Akteure damals konnten sich noch ein ordentliches Gewand leisten und mussten nicht so wie heute halbnackt oder gar nackt vor der Kamera posieren. Sogar die Österreichische Nationalelf hat zu dieser Zeit noch ab und zu ein Ländermatch gewonnen.

Unser erster Fernseher war von „Ingelen“, ein verlässliches Gerät. Das System funktionierte noch „analog“. Heute ist es digital, aber gelogen wird noch mehr wie vorher, besonders was die Bildqualität angeht. Es genügt schon, dass in Chile der Blitz in einen Strommast einschlägt, um ein Bild wie vor der Erfindung der Antenne auf den Fernseher zu zaubern. Es soll gewieften Indianern schon des Öfteren gelungen sein, mittels Rauchzeichen ein schöneres Bild auf das Firmament zu projektieren. Andererseits, wenn Quasselstrippen wie Oliver Pocher und Mario Barth sich gegenseitig ihre Weisheiten an den Kopf schmeißen, ist so eine Bildstörung eigentlich noch das einzig Erträgliche an der gerade laufenden Sendung.

Liebe Leser, dieses Kapitel, ist mir leider nicht viel lustiger wie das derzeitige Fernsehprogramm gelungen. Wenn Sie sich also heute noch halb totlachen wollen, ich mache es immer so: Ich gehe ins Bad, ziehe mich nackt aus und stelle mich vor den Spiegel.

Fischer, Angler und andere Aufschneider

Angler und Werbetexter haben eine Gemeinsamkeit. Was sie erzählen hat meistens mit der Wahrheit so wenig am Hut, wie ein Veganer und ein Schweinebraten. Angeln ist neben der Jagd, das einzige Hobby wo man die meiste Zeit Latein spricht. Latein sprechen wiederum, ist bei diesen beiden Hobbys nur der Versuch die ausgesprochenen Lügen irgendwie unauffällig zu verstecken.

Es gibt Flussangler, Teichangler und Hochseeangler etc., und noch eine gar nicht zu unterschätzende Anzahl von „Fischgeschäfteanglern“. Die sagen zur Verkäuferin: Schmeißen sie mir doch mal den Barsch rüber. So können sie zu Hause der Frau in die Augen schauen und stolz sagen, den habe ich „selbst“ gefangen. Ein Angler braucht darum neben einer guten Kondition, viel Fantasie und auch noch überlange Arme zur Demonstration ihrer Beute.

Mir hat einmal ein passionierter Angler (mein Freund Herbert) verraten, Angler lügen gar nicht, sie zeigen lediglich die Größe ihres Fanges immer im Maßstab 3 : 1 an. Herbert ist ein begeisterter Hobbyfischer. Er steckt unheimlich viel Geld in sein Hobby, setzt jedes Jahr unzählige Fische in seinem Teich ein, fängt aber fast nie einen. Ich habe ihm schon geraten den Teich sein zu lassen, die Angeln samt Zubehör zu verbrennen und dem Fischotter und den diebischen Kormoranen beim Verhungern zuzuschauen. Mit dem ersparten Geld könnte er sich dann jedes Jahr eine Menü-Jahreskarte im besten Fischrestaurant der Welt leisten.

Aber Herbert will weiterhin seinen Wurm Gassi führen, und er findet fischen ohne Fische erstens tierlieb und zweitens, jetzt lachen sie bitte nicht: „Romantisch“.

Ganz anders sind da die echten Fischer. Fischer, das sind Berufsangler die der Anglerromantik schon lange Adé gesagt haben. Sie müssen hart im Nehmen sein, bei jedem Wind und Wetter rausfahren, wo andere nicht mal ihren Hund vor die Tür lassen. Und das oft wochenlang. Der einzige kleine Vorteil dabei ist, sie brauchen sich in dieser Zeit nicht mit Fernsehsendungen wie „Bauer sucht Frau“, oder gar der „Lindenstraße“ herumärgern. Da nimmt man so kleine Widrigkeiten wie Windstärke 12 oder 10 Grad minus gerne in Kauf.

Eine sehr heikle Angelegenheit ist die Frage des Beifanges. Auf Grund der Überfischung gibt es immer weniger Fische, deshalb setzen die Fischer dann Grundnetze ein, die aber wieder alles einsammeln, was dort unten kreucht und fleucht.

Die meisten kleinen Fische, der Beifang also, werden zwar wieder ins Meer zurückgeworfen, überleben diesen Vorgang aber nicht immer. Sie fischen sich deshalb, sozusagen den nächsten Fang, schon vorher selbst vor der Nase weg.

Während die Fischer mit solchen Grundnetzen dadurch am Meeresgrund und am Fischbestand gleichzeitig großen Schaden anrichten, richten die Hobbyfischer ihren Schaden meist an Land an. Wer nach einem mittleren Preisfischen an irgendeinem See schon einmal danach rund um diesen gegangen ist, weiß was ich meine. Nach dem Hamburger Hafengeburtstag schaut es auf den Landungsbrücken auch nicht versauter aus, wie jetzt rund um diesen See. Ich habe sogar schon ein Damenhöschen gefunden, es gibt also nicht nur Petrijünger, die einen Wurm suchen.

Ein routinierter Fisch, der schon länger im See schwimmt, fällt natürlich nicht mehr auf die billigen Tricks der meisten Angler herein. Die Gefahr, dass er sich ob der Ungeschicklichkeit der Häscher mit dem Kescher zu Tode lacht, ist viel größer als in einer Bratpfanne zu landen. Dabei sind die meisten Hobbyangler besser ausgerüstet wie ein Vollprofi: Zig verschiedene Angelruten, Koffer voll mit Fliegen, Würmern und anderen Ködern. Grill, Grillkohle und Grillwurst, nur für den unmöglichen Fall, dass keiner anbeißt (also, für jedes Mal). Ein Zelt, Campingliege, Rutenhalter, Kondome, falls ihr Wurm doch wen an den Haken kriegt, und das Wichtigste, Bier in rauen Mengen zur Frustbekämpfung. Die Bierhändler der Umgebung sind nach so einem Event immer ausverkauft.

Viele Angler nutzen die Chance, ihre Enttäuschung über die mangelnde Ausbeute zu verdreifachen, indem sie gleichzeitig mehrere Angeln benutzen.

Noch eine gute Möglichkeit sich beim Angeln bis auf die Knochen zu blamieren, ist sich dafür einen Standplatz auf der Galata-Brücke in Istanbul zu suchen. Dort kommen an schwach besuchten Tagen schon drei Angler auf einen Laufmeter Brücke. Links und rechts der Fahrbahnen. Wenn nicht ab und zu ein mitleidiger Matrose eines unter der Brücke durchfahrenden Schiffes einen Fisch an die Angeln hängen würde, wäre die Ausbeute gleich null. Aber vielleicht bestellen diese listigen Angler ihren Fisch auch in den darunterliegenden Geschäften der zweigeschossigen Brücke. Ich vermute ja eher, an den Angelschnüren hängt nur das Bier (nein, Tee, wir sind ja in der Türkei), das sie zum Kühlen im Wasser halten. Die meiste Zeit sind diese Petrijünger ohnehin damit beschäftigt, ihre verhedderten Angelschnüre irgendwie zu lösen.

Wenn Sie also unter der Brücke einen Menschen an einer Leine baumeln sehen, das ist kein Selbstmörder, nur ein Angler, der es nicht geschafft hat, sich aus dem Gewirr von Angelschnüren zu befreien.

Die Hauptbeschäftigung des Anglers besteht ja eindeutig im Warten. Man könnte jetzt meinen, jeder Angler müsste eigentlich ein kleiner Philosoph sein. Weit gefehlt. Kein Angler denkt in der Zeit übers Leben nach, sondern nur, welche Ausrede er diesmal wieder erfinden soll, um daheim den kümmerlichen Erfolg als positiv zu verkaufen.

Dass die Angelerfolge so oft ausbleiben, liegt an zwei Fischfangkollegen, welche meist auch noch viel geschickter als ihre Kameraden am Ende der Angelrute sind, nämlich dem Fischotter und dem Kormoran. Einer, der es nicht so gut mit den Angelmasochisten meint, hätte frei nach Wilhelm Busch gereimt:

Der Angler wirft den Köder aus

und denkt heut‘ endlich, bring‘ ich einen Fisch ins Haus

doch was im Teich er fängt, ist nur ein Schuh

und wie zum Hohn eine Konservendose noch dazu.

Er denkt scharf nach und kommt so drauf

am besten ist`s, ich gebe auf,

was nutzt mir Blinker, Angel, und Gebrabbel,

wenn nie ein Fisch an meiner Rute zappelt.

Der Otter braucht nie einen Blinker,

denn er ist früher dran und flinker,

der Angler Fangerfolg bleibt stets ein dünner,

schon Max und Moritz fischten deshalb lieber Hühner.

Aber auch der Kormoran macht seinen Job so gründlich, dass ein Fischer oft vorher fünf Fische ins Wasser schmeißen muss, damit wenigstens noch einer drinnen ist. Das Nachsetzen des Fischbestandes überlassen die beiden aber wieder ganz allein den Petri Jüngern. Sie beglücken derweilen ein anders Gewässer. Aber, und darauf kann sich jeder Fischteichbesitzer verlassen, sie kommen sicher wieder.

Deshalb weichen viele Angler vom Fischteich auf die hohe See aus. Dort sind die Fische ja auch viel größer. Um aber einen blauen Merlin zu fangen, heißt jetzt, die ohnehin schon aufwendige Ausrüstung nochmals um 100 Prozent aufzupeppen. Mein Freund Herbert hat sich um die Platzprobleme, verursacht durch die leicht übertriebene Anglerausrüstung, in Griff zu bekommen, jetzt einfach ein Lagerhaus so groß wie ein Flugzeughangar, gebaut. Seinem Baumeister und dem Stammgeschäft für seinen Angelbedarf war das gar nicht so unrecht. Da hat er ohne es zu wollen, zumindest vorläufig, wieder wen vor dem Konkurs gerettet.

Hat ein Angler aber so einen Fisch gefangen, so braucht er ihn nur noch an der Katze und dem Hund vorbei in den Kochtopf schmuggeln und kann damit wieder ein „Monat“ lang gut leben. Viele Petrijünger lassen ihren Fisch aber ausstopfen, das ist noch schlauer. So können sie mit ihm in der Stammkneipe „jahrelang“ angeben. Wer den Fisch wirklich verzehrt, gibt aber trotzdem in der Kneipe damit an und schon ist der Fisch wieder mindestens doppelt so groß wie in Wirklichkeit.

Es gibt aber noch schlimmere Zeitgenossen, nämlich die ausrangierten Fußballer. Ich habe, ungelogen, einen gekannt, der im Wirtshaus immer nur von seinem Traumtor aus 50 Metern Entfernung erzählt und das jeden Tag und auch jedes Mal denselben Stammtischbrüdern.

Da ist mir jeder Angler lieber. Denn ab und zu, wenn das Glück es will, lädt mich mein Freund Herbert sogar zum Fischessen ein.

Angeln beruhigt die Nerven, entlastet die Brieftasche optimal, man lernt viele neue Menschen und Biersorten kennen und das Beste daran: Es eignet sich auch hervorragend als Alibi, wenn man sich wieder einmal heimlich mit der Freundin treffen will. „Petri Heil!“

Die Damenhandtasche, eine unbekannte Welt

Der Mensch ist ein stetiger Forscher. Er will immer alles genau wissen und verstehen. Deshalb gibt es ganz wenige Dinge auf dieser Erde, die ihm noch ein Rätsel sind. Jetzt mal von den Problemen der Männer, wie im Kapitel Sex … (nicht wichtig) vorhin beschrieben, abgesehen ein Mysterium, wird wohl immer bestehen bleiben, nämlich der Inhalt einer Damenhandtasche. Es gibt keine logische Erklärung dazu, warum Frau all diese Dinge mit sich herumschleppt. Ich meine jetzt aber nicht das Pfefferspray und die Gaspistole, welche weibliche Wesen vor hinterhältigen Sexstrolchen schützen sollen. Die Bilder aller Familienangehörigen, der Katze und des Hundes sind auch kein Grund zur Verwunderung. Warum aber Frau manchmal die Fotos von zukünftigen, möglichen Heiratskandidaten samt deren Frau mit sich herumschleppt, lässt doch ein paar Fragen offen. Ein weiteres Rätsel geben auch oft unzählige darin verstaute, angebrauchte Schokoladetafeln auf. Der Grund dazu könnte darin liegen, dass Frau ihr ganzes Leben mit dem Problem zu naschen und trotzdem in den neuen, sexy Bikini hineinzupassen kämpft.

Genau so wenig gemeint ist damit das Taschenbuch, welches wie der Name schon sagt, speziell für die Tasche gefertigt wurde. Bei dieser Literatur handelt es sich meist um einen Roman rund um ein Frauenproblem, welches eigens für die Frauen erfunden wurde und daher folgerichtig auch nur von diesen selbst verstanden werden kann.

Eine Damenhandtasche ist für Frauen Vieles: Apotheke, Mediencenter, Mülleimer, Schönheitssalon, Familienarchiv etc. Immer, wenn wir ausgehen und ich zufällig einen Blick in die randvoll gefüllte Handtasche meiner Frau machen darf, wundere ich mich, dass trotz allem, doch noch ein paar Gegenstände in der Wohnung zurückgeblieben sind.

Die zweite Ehefrau von meinem Freund Herbert (6x verheiratet, Sie wissen schon) hatte immer eine Großpackung Kondome mit, wenn sie angeblich zu ihrer „Freundin“ fuhr. Das ist so, als nähme man eine Magnum-Sektflasche mit, wenn man kondolieren geht. Gut, jetzt wo ich genau darüber nachdenke, wenn man das „in“ von der Freundin entfernt, machte das doch Sinn (ich weiß dieses Rätsel ist echt fies, aber diese ungute Eigenschaft habe ich von meinen Kindern vererbt bekommen, sorry). Es dürfte auch der Grund für die Scheidung gewesen sein.

Kommen wir aber jetzt zu den ungelösten Dingen aus dem Inhalt eines Damencontainers. Wissen Sie, warum so manche weibliche Wesen oft auch einen Multifunktionsschraubenschlüssel mit dabei haben? Eine mögliche Erklärung, wenn Frau nicht gerade die Mechanikerlehre absolviert, wäre, dass bei den meisten Männern fast immer mit hundertprozentiger Sicherheit irgendwo eine Schraube locker ist. Wenn man jetzt auch noch weiß, viele Männer kaufen sich ein „Benimmbuch“ und verwenden es aber so gut wie nie, hat man mit etwas gutem Willen schon einen weiteren Grund für den Schraubenschlüssel (zum auf die Finger Klopfen, für die Schwerhörigen) gefunden. Selbst ist die Frau, und wenn man damit allein auch kein Auto und schon gar nicht eine Beziehung reparieren kann, eine echte fanatische Emanze braucht das allein schon für ihr Selbstbewusstsein.

Unlängst hat eine Untersuchung an der Fakultät für Damenhandtaschen und sonstige Umweltsünden einer renommierten Universität folgendes herausgefunden: Auf oder in einer Damenhandtasche sind mehr Bakterien zu finden, als auf einer Klobrille. Das erklärt wieder ganz logisch das Mitführen von zig Medikamenten, oft so viel, dass eine kleinere Landapotheke damit problemlos vollgestopft werden könnte. Nicht wenige findige Damen haben sich deshalb das System eines Trolleys abgeguckt und auch auf ihre Handtasche 4 Räder geschraubt (Herberts 3. Frau z. B.). So eine XXXL-Handtasche, ist also ein „Trolley for Shopping“. So kann Frau nun das zulässige Ladegewicht ihrer Handtasche problemlos auf bis zu 50 kg steigern. Da passen jetzt noch mehr ganz wichtige Dinge rein. Nur die Frauen in der ehemaligen DDR waren da noch ein wenig raffinierter. Ihr Erfolgsmodell, wenn man(n) ehrlich ist, wurde eigentlich die Handtasche des Jahrhunderts. Sie hieß aber nicht „Armanis Krokoglück Nr. 1“, sondern „Trabbi“ und war auch nicht das eleganteste Modell, aber immerhin selbstfahrend. Es ließ sich, wenn Frau das Bedürfnis hatte, sogar zur Not noch ein Mann in so einem bereiften Plastikbeutel unterbringen. Ob diese Benzinmatratze groß genug war, auch die zwischenmenschlichen Beziehungen darin aufzunehmen. Ich denke, wenn man das überflüssige Gewand auf die Straße rauswarf, schon. Die Ossis hatten ja im Vergleich zu den Wessis immer schon ein relativ entspanntes Verhältnis zum Sex. Diese „Trabbi Bag“ ist deshalb im Grunde genommen kein typisches Beispiel für eine der wichtigsten Erkenntnisse in Bezug auf Frauenhandtaschen, nämlich dieser: „Außen hui und innen pfui“. Hier müsste es heißen: „Außen schon hässlich und auch innen nur grässlich“. Es ist ja ohnehin so, eine mittelteure Handtasche von Gucci kostet mehr als ein ganzer Trabbi mit allem möglichen Zubehör.

Frauen könnten, zur Not, ohne Mann leben, aber nicht ohne ihre Handtasche. Die geben sie nur im Extremfall aus der Hand (plötzlicher Herztod, oder wenn sie diese als Wurfgeschoß benötigen, um einen Mann auf sich aufmerksam zu machen). Viele Weibchen reden mit ihrer Handtasche mehr als mit ihrem Mann. Da ja dieser genau das Gleiche mit seinem Auto praktiziert, fällt das gottseidank nicht so ins Gewicht. Aber wir wollen uns jetzt wieder mehr dem Tascheninhalt widmen. Er besteht aus mehreren Schichten. Paradoxerweise befinden sich immer genau die Dinge, die Frau gerade dringend braucht, in der untersten Schicht. Das Handy, der Makeup-Spiegel, die Fahrkarte für die U-Bahn, der Haustorschlüssel, etc. Auf der hektischen Suche nach diesen Dingen gerät die schon vorher nicht vorhandene Ordnung leicht durcheinander, und die Banane für den Hunger zwischendurch rutscht langsam aber sicher tiefer und schließlich bis ganz nach unten, wo sie dann nie wieder gefunden wird und daher auf dem natürlichen biologischen Weg verrottet. Zusammen mit dem angebissenen Müsliriegel, den abgebrochenen Fingernägeln und den dort vergessenen Schokoladetafeln, die das gleiche Schicksal ereilt hat, ergibt dies dann einen äußerst effizienten Humus, der allerhand Pflanzenwuchs hervorbringt. So sind schon einige kleine Kartoffeläcker entstanden, ein Hochbeet im Taschenformat sozusagen. Sie sehen schon, Damenhandtaschen leisten hier schier unglaubliche Dinge. Des Öfteren kommt es auch durch ausgelaufene Flüssigkeiten wie Lip Gloss, dem Inhalt von Parfum Flakons und kaputten Pfefferspraydosen zu einer chemischen Reaktion und so zu nicht ungefährlichen Handtaschenbränden. Die kluge Frau hat aber für solche Extremfälle auch einen kleinen Feuerlöscher mit. Der befindet sich aber auch meistens am Grund der Tasche und hilft deshalb nicht wirklich.

Was Frau fast nie dabei hat, aber eigentlich immer brauchen würde, wäre eine Straßenkarte, um nach dem Einparken und ausgiebigen Shoppen den Wagen wieder zu finden. Die liegt, wenn sie gebraucht wird, immer irgendwo am Rücksitz des Autos und (leider) nicht am Grunde der Handtasche. Diese Logik und der Orientierungssinn der Frauen zusammen ergeben dann regelmäßig Halbtags-Suchaktionen. Nämlich zuerst nach der Karte und dann nach dem Gefährt. Entschuldigen Sie, dieser Satz klingt ein wenig blöd. Aber wenn man scharf darüber nachdenkt, kommt man drauf, er ist sogar ziemlich dumm. Beim Durchfragen der Passanten, wo denn das Auto möglicherweise stehen könnte, lernen sie, wenn sie Fortuna nicht mag, wiederum Männer kennen, die sie besser nicht gefunden hätten. Oft heiraten sie diese Männer dann, das nennt man dann doppeltes Pech. Es gibt aber außer solchen Männern noch viele Dinge (Tascheninhalte, was haben sie schon wieder gedacht), die Frau nicht gerne in der Öffentlichkeit herzeigt. Dafür hat Frau immer die „Aktuelle“ oder irgendeine andere großformatige Frauenzeitschrift ganz obenauf dabei, um auch das Chaos wenigstens auf den ersten Blick ein wenig zu verstecken. Trotzdem kann aber das Einchecken am Flughafen oft zu peinlichen Situationen führen. Wenn der Scanner anschlägt und Frau vor aller Öffentlichkeit den gesamten Inhalt ihrer Handtasche und somit auch ihre Spielzeuge für die Intimregionen ausbreiten muss.

Es ist wie es ist und auch ich kann es nicht ändern, so gerne ich es täte. Unter Frauenkennern gilt deshalb der folgende Spruch als einzige wahre Erkenntnis:

„Zeige mir den Inhalt deiner Handtasche und ich sage dir, wer du bist“.

Guter Nachbar, schlechter Nachbar

(nicht von Dr. Gerner verfasst)

„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“. Ich kenne kein weiteres Sprichwort, das so wahr ist. Wenn Sie also unbedingt einmal in Ihrem Leben eine Klapsmühle von innen sehen wollen, dann nehmen Sie den Posten als Hausmeister in einem von Türken und Wiener zusammen bewohnten Mehrfamilienhaus an. Ich verspreche Ihnen, das klappt bestimmt. Es geht aber mit jeweils zwei anderen Ethnien genauso gut. Das wichtigste, alles was Sie dazu unbedingt benötigen, verrate ich Ihnen als Menschenfreund, wie ich immer schon sein wollte, auch noch. Es sind einige Dinge, die Sie unbedingt für die Ausübung dieses Berufes brauchen: Einen schusssicheren Overall, Ohrenstöpsel, Schutzhelm, einen Karate Kurs und das beste Mikrofon mit ebensolchem Verstärker, welches Sie in der Stadt auftreiben können. Das brauchen Sie, um in dem immer sehr hoch angesiedelten Lärmpegel des Stiegenhauses wenigstens noch ein bisschen gehört zu werden. Noch was sollten Sie sicherstellen: einen guten Draht zur nächsten Polizeistation. Für Gründe, die einen Streit in der Dimension eines mittleren Weltkrieges auslösen, brauchen Sie nicht zu sorgen, das machen die Mieter gerne selber. Es wurden schon Menschen gelyncht, welche versehentlich einen Schritt auf das Nachbargrundstück taten.

Nicht wenige Menschen fangen aber nur deshalb einen Streit an, weil sie sogar von ihrem ärgsten Feind mehr Zustimmung bekommen, als zu Hause vom Partner. Ein geschickter Mediator hat es sogar einmal geschafft, aus zwei solchen Streithähnen beste Freunde zu machen. Ein toller Erfolg, allerdings mit einer kleinen Einschränkung. Beide, in diesem Fall waren es Männer, ließen sich dafür von ihren rechthaberischen Partnerinnen scheiden und zogen danach in eine andere, gemeinsame Wohnung.

Bei vielen Muslimen genügt es schon, einmal einen Blick auf den Hintern eines weiblichen Familienmitgliedes zu werfen, um im Goldenen Buch der Blutrache einen Eintrag zu bekommen. Aber meistens geht es zum Glück nicht gleich um Leben und Tod, sondern nur ein wenig lauter zu. Nürnberger vertragen den penetranten Zwiebel- und Knoblauchgeruch aus der Küche ihrer orientalischen Mitbewohner nicht, diese wiederum verzweifeln am aufreibenden Dialekt eines echten Franken. Ich verstehe beide. Andere Länder, andere Sitten, da macht wirklich nur die Streitlust der Menschen eine Ausnahme, und das weltweit. Es sind aber nicht nur Streitigkeiten zwischen In- und Ausländern. Oft kommt es paradoxerweise sogar wegen einem allzu großen Interesse an dem oder der Nachbarn(in) zu Konflikten.

Stellen wir uns folgende Situation vor: Man wohnt nicht nur im selben Mietshaus, nein, man verbringt die Freizeit, weil man sich einige Zeit ganz gut vertragen hat im selben Kleingartenverein. Es ist ein lauer Sommerabend, der Wein schmeckt etwas zu gut. In dieser entspannten, leicht alkoholverklärten Laune lädt man den Nachbarn von nebenan auf ein Glas Wein ein. Man versteht sich mit Hilfe des Weines immer besser, besonders zwei der vier Anwesenden. Die beiden anderen ahnen noch nichts. Irgendwann werden die körperlichen Zuwendungen immer direkter, den Rest überlasse ich jetzt Ihrer eigenen Fantasie, liebe Leser. Weil ja, außer dem Gehalt eines Bankmanagers, immer alles einmal rauskommt, sind aus den allzu guten Freunden mit einem Schlag beste Feinde geworden. Die beiden Männer prügeln sich halbtot, da kann es dann schon vorkommen, dass ein Großteil der Gebisse vor der Gartenlaube liegt. Ihre Frauen richten währenddessen die jeweilige Rivalin bei irgendeiner anderen Bewohnerin der Schrebergartensiedlung in nicht gerade fairer Art und Weise aus, um nicht zu sagen, sie richten sie zumindest moralisch hin. Man kann zwar überhaupt nicht mehr miteinander, trifft sich aber zwangsläufig immer wieder im Stiegenhaus. Es bleiben nur wenige Möglichkeiten zur Konfliktbereinigung über: Variante a), Partnertausch oder b), eine der zwei Familien zieht in ein anderes Haus. Denn ansonsten bleibt wirklich nur c), Mord als Lösungsmöglichkeit in Aussicht. Dieser Ansatz wird ja leider, und nicht nur von Familien mit Migrationshintergrund, oft genug auch wahrgenommen.

Wegen der auf der einen Seite nicht vorhandenen, und auf der anderen Seite zu radikal praktizierten Religion kommt es auch ganz gerne zur Körperverletzung. Leider, ein Arm, welcher einem vorgeblich im Auftrag Gottes abgeschlagen wird, wächst auch nicht schneller wieder an, als ein von einem Atheisten abgeschnittenes Ohr.

Man kann sich seine Nachbarn sowieso in den meisten Fällen nicht aussuchen.

Wer immer ein tadelloses Vorbild sein will, und sich sogar dem gemäß verhält, nicht einmal der schafft es immer, nicht irgendwann in einen Streit hineingezogen zu werden. Er (Sie) wird von dem (der), (es wird schön langsam kompliziert, ich nehme jetzt einfach wieder die ER-Form), ohne es zu ahnen, von der nächstbesten Nachbarin als gutes Beispiel dafür hergenommen, den eigenen Partner zu erziehen. Meinem Freund Herbert ist es so ergangen. Wenn im Zuge eines solchen rigiden Erziehungsprogrammes auch nur einmal der Name des vermeintlichen Vorbildes fällt, so hat der jetzt, ohne es zu wissen einen Todfeind mehr. Falls also die Nachbarin bei einer zufälligen Begegnung im Stiegenhaus voller Bewunderung zu Ihnen aufschaut, während ihr Mann Sie keines Blickes würdigt, jetzt wissen Sie warum. Auch Herbert wohnt jetzt in einem anderen Mietshaus. Wer bis jetzt, für sich, noch keinen brauchbaren Grund um eine Streiterei herbeizuführen gefunden hat, für den hab ich jetzt den todsicheren Rat: Kaufen Sie sich ein Haustier, wenn es irgendwie ins Budget passt, am besten einen Hund. Der sollte wiederum so groß wie möglich, ein Vielfraß sein und Haufen machen können, wie es nur möglich ist. Wenn er noch dazu sein Geschäft regelmäßig auf dem letzten, kleinen Fleckerl Grün im Innenhof verrichtet, das ist schon einmal ein guter Anfang. Sobald er es gleichzeitig noch fertig bringt, auch die letzten dort spärlich angesiedelten Blumen in die ewigen Jagdgründe zu befördern, haben Sie es praktisch schon geschafft, nicht nur einen, nein, alle Hausbewohner (außer den übrigen Hundebesitzern natürlich) als Feind zu haben. Wem das nicht genug ist, der kann die gleiche Methode auch noch ein zweites Mal auf der Matte vor der Nachbarswohnung probieren. Sie werden sehen, es klappt auch hier.

Das Erzeugen und Halten von Kindern, auch das macht das Zusammenleben mit den lieben Nachbarn nicht gerade leichter. Das erste Motiv für einen totalen Stiegenhaus-Krieg entsteht meistens an der Mülltonne, die ja jetzt wegen dem vermehrten Müllaufkommen, verursacht durch die Pampers Windeln des Nachwuchses hoffnungslos überfordert ist. Wenn Ihre Kinder diese fäkale Phase überwunden haben und bereits selbstständig enteilen können und alle Familienmitglieder noch immer am Leben sind, brauchen Sie für die weitere Steigerung des Konfliktes nur noch ein paar Kleinigkeiten. Einen Filzstift für die Stiegenhaus-Wände, und einen Fußball für alles, was mit „Internorm“ zu tun hat.

Sogar verhaltensauffällige Kinder, welche die Leute im Stiegenhaus grüßen, können einen Zwist der Hausbewohner herbeiführen. Das sind jetzt nur ein paar Ideen, welche mir spontan durch den Kopf gegangen sind. Ich bin mir sicher: Ihnen selbst fällt sicherlich noch einiges dazu ein.

Auch das etwas lauter Aufdrehen des Radios, lauter als es allgemein verträglich ist, garantiert Ihnen die lebenslange Abneigung Ihrer Wohnungsnachbarn. Wenn diese nicht gleich reagieren, verlegen Sie diese Aktionen in die Zeit um Mitternacht und nehmen Sie zur Sicherheit eine Musiknummer von Motörhead, das hilft immer.

Zum Glück geht es auch im umgekehrten Sinn ganz gut. Vor allem ältere Menschen sind froh, wenn sie Nachbarn(innen) haben, die ihnen ein wenig zur Hand gehen. Ich will hier nicht als Oberlehrer auftreten, nur so viel dazu sagen: Hier zahlen sich das gute Benehmen und die guten Werke, welche man vorher geleistet hat aus. Wer anderen vorher geholfen hat, dem wird jetzt auch von denen zur Seite gestanden. Denn auch das Sprichwort: „Wie man in den Wald hineinruft schallt es zurück“, ist wieder eines, welches ziemlich wahr ist. Jeder braucht irgendwann einmal den anderen, warum also immer streiten. „Helfen, und helfen lassen“ ist das Motto. „Make love -not war“ (aber Achtung, nur mit der eigenen Frau), ist immer die richtige Devise für ein gutes Auskommen mit allen Hausbewohnern.

Und wenn es nicht gerade so ein Typ von der Sorte der unseriösen Anlageberater, Berufsverbrecher oder Heiratsschwindler ist, dann meint er es wahrscheinlich sogar ehrlicher mit Ihnen wie die eigenen Kinder.

(P.S. weitere gute Möglichkeiten, sich todsicher Todfeinde zu schaffen, können Sie gerne unter der kostenpflichtigen Nummer 0666/​12 34 56 78 DW 910 bei mir abrufen).

Hai-Alarm im Badezimmer

Als der Autor dieser Zeilen im Jahr 1949 zur Welt kam, gab es, zumindest bei ihm zuhause noch kein Bad. Es gab nur die Samstagsgeneralwäsche aller Kinder der Familie. Zuerst wurden die Mädchen abgeschrubbt, dann die Buben, natürlich immer beide Gruppen für sich gemeinsam und im gleichen Badewasser. Unter der Woche diente meist nur die Spüle zur Grobreinigung. Das hat sich doch wesentlich geändert. Waren die ersten Badewannen noch in den Küchenkästen versteckt, wo sie bei Gebrauch einfach herausgezogen wurden (Mundl-Sackbauer-Patent), so hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte das Badezimmer vom schwer begehbaren Waschkämmerchen zur Erlebniswelt, um nicht zu sagen Dschungelcamp, gewandelt.

Leider ist das aber meist auf Kosten der Küchengröße passiert. Doch bei den Kochkünsten der heutigen Generation genügen ohnehin ein Mikrowellenherd, ein Coca-Cola-Automat und ein Geschirrspüler vollkommen, um die kulinarischen Ansprüche der Burger-Connection zu befriedigen.

Aber wieder zurück zum Bad. Es geht aber jetzt nicht um jene Dinge, die zwei Menschen verschiedenen Geschlechtes in ihrem kleinen Paradies ausleben. Nein, es dreht sich mehr um die geheimnisvollen Utensilien, die in einer modernen Wohlfühloase zu finden sind. Ein solches Bad ist heutzutage ein Ersatzteillager für allerlei menschliche Körperteile bzw. Accessoires, zur Vertuschung von Problemzonen. Angefangen von „A“ wie Augenwimpern (künstlich verlängert) bis „Z“ wie Zahnprothese. Die Frau, die morgens ins Bad geht und diejenige die nach zwei Stunden Aufrüstung dann wieder rauskommt, ist meistens nur noch an Hand eines vorher vereinbarten Lösungswortes zu identifizieren.

Doch auch einige Männer praktizieren diesen aufwendigen Vorgang, um sich selbst wenigstens ein bisschen attraktiv zu finden. Mein Freund Herbert zum Beispiel. Der nimmt sein Mittagessen immer im Bad ein, weil er mit seiner Schönheitspflege noch nicht fertig ist. Ich habe ihm schon geraten, er sollte einfach früher aus dem Bett hüpfen. Er hat geantwortet, „ich darf erst aufstehen, wenn meine liebe Frau (Erika die VI.) das Bad frei gibt“. Da sein angeheiratetes Unglück mehrfache Meisterin im Ringen ist, macht es auch für ihn logischerweise wenig Sinn, hier Widerstand zu leisten.

Beide gleichzeitig hätten sowieso nicht Platz in ihrem Badezimmer. Das ist nämlich außer mit Dingen von Armani, Joop & Co auch noch mit allerlei exotischem Grünzeug vollgestopft.

Doch auch in manch anderen Badezimmern schaut es nicht viel anders aus.

Durch den derzeitigen Trend, nicht nur die üblichen Haustiere in der Wohnung zu halten, wird seit einigen Jahren der Badegenuss erheblich eingeschränkt. Früher hatte man höchstens ein Aquarium in der Küche oder im Wohnzimmer zu stehen. Moderne Jungfamilien von heute aber haben zumindest ein Krokodil oder wenigstens eine Königspython im Urwald-Badezimmer. Die doofen Kinder aber wünschen sich blöderweise immer noch lieber ein Kaninchen oder ein Meerschweinchen zum Streicheln. So kann es passieren, dass die Badewanne schon vom Krokodil besetzt ist, in der Dusche die Pythonschlange es sich gemütlich gemacht hat, und im Schmutzwäschekorb das Meerschweinchen seinen Nachwuchs einquartiert hat. Die jetzt nicht mehr durchführbare Reinigung hat aber auch einen großen Vorteil. Man kann sich nicht mehr waschen und stinkt in kürzester Zeit gleich wie die lieben Tiere im Bad. Das schweißt Mensch und Tier doch sehr zusammen. Sie sehen, es gibt nichts Negatives, was nicht auch einen Nachteil aufzuweisen hat. Wenn Sie aber in der Folgezeit jeden dritten Tag ein Meerschweinchen mehr vermissen und schön langsam aber sicher das Gefühl bei Ihnen hochkommt, die Schlange könnte trächtig sein, so kann das auch ganz andere Ursachen haben. Machen Sie sich keine Sorgen um die Python, aber große Sorgen um die restlichen Meerschweinchen. Dabei können Sie noch von Glück reden, dass die kleine krabbelfreudige und hyperaktive Lisa mit ihren acht Monaten nicht durch die kurz offene Badezimmertür ins Bad gekrabbelt ist. Man kann auch auf andere Art und Weise glückliche Krokodile schaffen.

Zum Glück geht diese intensive Art der Tierhaltung schnell wieder in die exzessive Methode der Aussetzung über. Im amerikanischen Bundesstaat Florida, in den „Everglades“ tummeln sich deshalb schon mehr Pythonschlangenals Touristen. Die Wildpark-Ranger dort haben jetzt zum kuriosen Wettbewerb, „Wer fängt die meisten und größten Pythons“, aufgerufen und das, Sie können es mir glauben, das ist kein Scherz. Aber auch in europäischen Gewässern hat man schon solche Schlangen gefunden. So ist zu hoffen, dass diese Phase der exotischen Tiere endgültig vorbei ist, und Sie brauchen nur noch darauf zu achten, dass Ihre kleine Lisa nicht in einem unbeobachteten Moment in die offene Waschmaschinentrommel kraxelt.

Da sind diejenigen Zeitgenossen, welche zwar den Hund oder die Katze, aber niemals den Partner mit in die Badewanne nehmen, doch um vieles harmloser. Aber auch dieser Umstand ist ganz logisch zu erklären. Tiere mokieren sich eben nicht, an dem unansehnlichen Teil Mensch, der übrig bleibt, wenn sämtliche Ersatzteile abgeschraubt sind. Weil sich ja meist das Katzenklo auch im Bad befindet, geht es eigentlich gar anders, als mit der Mieze ins Wasser zu hüpfen. Ein Bad alleine lässt somit dieses schnell in eine Zelle zur Einzelhaft verkommen. Der Trend zum Zweitbad nimmt deshalb rapide zu. Das belastet zwar die Budgetlage des Haushaltes erheblich, löst aber bei allen Installateuren und Badezimmereinrichtern wahre Freudentänze aus. Weil ja die Wohnung deshalb nicht größer wird, opfert man jetzt die Küche gänzlich.

Wir notieren uns also:

Ein Badezimmer ist ein Zoo, die kleine Erlebniswelt im Haus, der mit allen nötigen Teilen ausgestattete Schönheitssalon und der Therapieraum zur Erhaltung des eigenen Selbstbewusstseins. Man darf nur nicht in den Spiegel schauen, und wenn es wieder einmal von den lieben Haustieren blockiert wird, kann man seine Kleinkinder zur Not auch im Aquarium baden.

Darmowy fragment się skończył.

Gatunki i tagi

Ograniczenie wiekowe:
0+
Data wydania na Litres:
22 grudnia 2023
Objętość:
280 str. 17 ilustracji
ISBN:
9783943583908
Wydawca:
Właściciel praw:
Автор
Format pobierania:

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