Czytaj książkę: «Problemfall "Haut"»
Haut-Probleme & kein Ende in Sicht …
Wenn die Haut zum Problemfall wird …
Akne – Psoriasis – Neurodermitis – Allergische Dermatosen – chron. Ekzeme – Hautentzündungen durch Medikamenten-Nebenwirkungen und Umweltgifte – bösartige Hauttumoren – u.v.a.m. …
Millionen Menschen in Gesamt-Mitteleuropa – aber auch in der übrigen Welt – leiden unter und an den verschiedensten Haut-Krankheiten. Seit Jahren mit steigenden Erkrankungszahlen.
Die Ursachen sind vielfältig und vielschichtig: sie reichen von Ursachen im eigenen Körper (z.B. Autoimmunkrankheiten) bis hin zu Umwelt-Belastungen/-Giften (z.B. Kontaktdermatitis) und vielmals als multi-kausale Erkrankung.
Ein zunehmendes Problem stellen dabei Haut-Erkrankungen dar wie Akne, Psoriasis- Neurodermitis, allergische Dermatitis und bösartige Haut-Tumoren.
Wenngleich der „Schulmedizin“ in der Therapie (weit) überwiegend das Primat zukommt, so hat sich immer wieder als effektiv bewährt der Einbezug von kompetenten wie seriösen Optionen der biologischen Medizin i.S.e. „ganzheitlichen, multi-modalen, individuellen = passgenauen Behandlungskonzeptes“, wobei ein Eigenleistungs-Beitrag des Kranken die 3. Behandlungssäule darstellt.
Dieses Buch Problemfall „Haut“ Akne – Psoriasis – Neurodermitis – Allergische Dermatosen – bösartige Hauttumoren will insbesondere Sie - als Betroffene/-n, allgemein an der eigenen Gesundheit interessierten Menschen und ganz besonders aber auch alle biologisch-naturheilkundlich (insbesondere ganzheitlich) orientierte Therapeuten - informieren und beraten.
Alle Angaben sind nach bestem Wissen zusammengestellt.
Jedoch kann eine Verbindlichkeit aus ihnen nicht hergeleitet werden.
Problemfall „Haut“
Akne – Psoriasis – Neurodermitis – Allergische Dermatosen – bösartige Hauttumoren
Verfasser:
Dr. med. Hanspeter Hemgesberg
Wissenschaftliche Recherchen:
Andrea Hemgesberg
Claudia Hemgesberg
Sandra Hemgesberg
Redaktionelle Mitarbeit:
Rosemarie Hemgesberg
© Copyright 2021
Für die im Buchtext vorgestellten originären ganzheitlichen multi-modalen Behandlungskonzepte und das gesamte Procedere liegen ausschließlich bei
Dr. med. Hanspeter Hemgesberg.
Nutzung - auch auszugs- und teilweise - in Wort, Schrift und allen elektronischen (auch zukünftigen) Kommunikationssystemen und in irgendeiner sonstigen Form (Fotokopie, Mikrofilm und andere Dokumentations- und Archivierungsverfahren) sowie die Weitergabe an Dritte und/oder die Vervielfältigung und sonstige Verbreitung ist verboten und strafbewehrt!
Gerichtsstand: Jeweiliger Wohnort Dr. Hanspeter Hemgesberg
© Copyright 2021
für die Gestaltung des Covers liegt bei Andrea Hemgesberg, Miesbach.
Die missbräuchliche Verwendung ist strafbewehrt!
Gerichtsstand: jeweiliger Wohnort von Andrea Hemgesberg
Hinweis:
Bei der farblichen Gestaltung des Covers, des Äskulab-Stabes sowie der Abb. im Buchtext handelt es sich um „Lizenz-freie“ Vorlagen.
ISBN: 978-2-7485-9323-2
Haut-Probleme und kein Ende in Sicht …
Wenn die Haut zum Problemfall wird …
Akne – Psoriasis – Neurodermitis – Allergische Dermatosen – chron. Ekzeme – Hautentzündungen durch Medikamenten-Nebenwirkungen und Umweltgifte – bösartige Haut-Tumoren – u.v.a.m. …
Millionen Menschen in Gesamt-Mitteleuropa – aber auch in der übrigen Welt – leiden unter und an den verschiedensten Haut-Krankheiten. Und seit Jahren mit steigenden Erkrankungszahlen.
Die Ursachen sind vielfältig & vielschichtig: sie reichen von Ursachen im eigenen Körper (z.B. Autoimmunkrankheiten) bis hin zu Umwelt-Belastungen/-Giften (z.B. Kontaktdermatitis) und vielmals als multi-kausale Erkrankung.
Ein zunehmendes Problem stellen dabei Haut-Erkrankungen dar wie Akne, Psoriasis-Neurodermitis, allergische Dermatosen und nicht zuletzt bösartige Haut-Tumoren.
Wenngleich der „Schulmedizin“ in der Therapie (weit) überwiegend das Primat zukommt, so hat sich immer wieder als effektiv bewährt den Einbezug von kompetenten wie seriösen Optionen der biologisch-naturheilkundlichen Medizin i.S.e. „ganzheitlichen, multi-modalen, individuellen = passgenauen Behandlungs-Konzeptes“, wobei ein Eigenleistungs-Beitrag des Kranken die 3. Behandlungssäule darstellt.
Vorwort zur Neuauflage
Hautkrankheiten sind seit Jahren stetig „auf dem Vormarsch“ und nicht nur bei uns hierzulande.
Diese Krankheiten spielen sich nicht einzig auf und in der Haut ab, sondern auch die Talg- & Schweißdrüsen, die Haare und die Nägel können betroffen sein.
Wenn der/die Betroffene nichts bzw. nur wenig dagegen tun können, wenn sie/er an und unter einer Autoimmunkrankheit der Haut wie z.B. der Schuppenflechte leidet, so kann definitiv „etwas“ unternommen werden, wenn die Haut Außenreizen wie Krankheits-Erreger, Kälte, Hitze, Strahlen, Umwelt-Schadstoffe und -Gifte ausgesetzt ist/wird; auch sollte bei Einnahme - insbesondere in der Langzeit - von Arzneimitteln stets nachgehakt werden, ob diese Wirkstoffe sich nicht schädigend auf die Haut auswirken können.
Inzwischen kann man eine „regelrechte Hitliste an Hautkrankheiten“ aufstellen, die immer mehr zur Plage werden. Diese ‚Negativ-Liste‘ reicht von Akne bis zu Feigwarzen.
Diese Hitliste soll in dieser aktualisierten Neuauflage Rechnung getragen werden.
Miesbach, im Sommer 2021
Dr. med. Hanspeter Hemgesberg
„Haut auf Haut“ Gedichte
Haut auf Haut
Haut auf Haut – so vertraut
fühlen wir die tiefste Liebe in uns
mit dem Herzen und mit der Seele vereint
mit jedem Atemzug schmecken wir, das Salz auf unserer Haut
in der Finsternis der Nacht,
schenken wir uns sanfte Zuneigung
und liebevolle, verstohlene Blicke
kurze Berührungen, sowie lodernde Blitze
fühlen wir die größte Lust und heißes Verlangen in uns
zu ertrinken in prickelnder Liebeslust
deine Lippen nur ein Hauchen,
komm, erfüll mir meine Wünsche
stille meine brennende Lust und Gier nach dir
Haut auf Haut, will ich deinen Körper erforschen
Haut auf Haut, will ich dich fühlen,
mich verlieren, will dich ganz tief in mir spüren
Haut auf Haut, will ich dich zum Beben bringen,
dir meine Lust schenken, mit dir erleben,
dieses unbeschreiblich schöne Feuerwerk
die Explosion unser beider Körper
die zusammenschmelzen,
in einem Meer aus tausenden von Liebeswonnen,
in prickelnder Ektase vereint
Haut auf Haut, will ich mit dir,
in andere Welten entfliehen, mit dir vereint sein,
so lange die Zeit uns gemeinsam trägt
Haut auf Haut, immer wieder mit dir,
zu den Sternen fliegen,
im köstlichen Saft der Liebe, total den Halt verlieren
Haut auf Haut, mich mit dir treiben lassen,
total versinken, mich mit dir verlieren
wir beide ganz eng vereint,
Haut auf Haut, im hemmungslosen Liebesrausch
[Quelle:Bärbel‘s Liebesoase]
Psoriasis
Die Haut ganz dünn
nach all den Jahren,
erfühlt sie schneller
die Gefahren.
Sie ist ein promptes
Warnsystem,
nicht immer
schön dann anzuseh´n.
Sie zeigt,
Du hast Dich überstrapaziert
schau genau, was da passiert.
Hör auf das Signal
erspar Dir zusätzliche Qual.
Nimm ihre Warnung an,
tritt kürzer dann.
Schenk´ Dir selber wieder Zeit,
auf dass Deine Seele heilt.
©Elke Lüder – gest. 2017 –in e-Stories.de)
Hinweis
Wichtige Fachbegriffe bzw. ‚medizinische‘ Fremdwörter in diesem Buch sind gekennzeichnet mit einem (). Im Glossar werden diese unter
„Lexikon: Fachbegriffe – Diagnostik – Therapie“
in alphabetischer Reihenfolge erklärt/erläutert.
Ihr
Dr. Hanspeter Hemgesberg
Hautkrankheiten
Hautkrankheiten: Auf dem Vormarsch
Der Bogen an Hautkrankheiten (entzündlich wie nicht-entzündlich) ist sehr weit gespannt und die Palette breit gefächert.
Grob gesagt:
Von A wie Akne bis X wie Xeroderma pigmentosum (Melanosis lenticularis progressiva = Lichtschrumpfhaut/Mondscheinkrankheit) reicht der Haut-Leidenskatalog.
Das ist die eine Seite der Medaille „Hautkrankheiten“, nämlich die vielfältigen und vielschichtigen Erkrankungsarten.
Und die zweite Seite ist der Fakt, dass die Erkrankungszahlen für viele dieser Hautkrankheiten – weltweit und insbesondere in den sogen. ‚Industrie-Nationen‘ – seit Jahren stetig und unaufhaltsam steigen und, dass zunehmend immer mehr Kinder und Jugendliche davon betroffen sind und werden.
Dieses Buch soll beileibe nicht ‚ausarten‘ zu einem dermatologischen Lehrbuch, vielmehr soll es einzig ein Ratgeber sein für Betroffene. Es soll – neben und zu den vielfach unverzichtbaren Möglichkeiten der wissenschaftlichen (Schul-)Medizin – auch und besonders die Behandlungsoptionen einer ‚seriösen‘ biologisch-naturheilkundlichen Medizin, wobei die Betonung auf „seriös“ liegt, aufzeigen und knapp erklären.
Was das Buch nicht soll, ist, Sie, verehrte/-r Leserin/Leser und besonders all jene, die unter einer und zumal chronischen Hautkrankheit zu leiden haben (noch weiter) zu verunsichern und womöglich Ängste bei Ihnen (noch weiter und mehr) aufkommen zu lassen!
Weit davon entfernt!
Zunächst einmal die Definition von Hautkrankheiten.
Als Hauterkrankung/Hautkrankheit = Dermatose bezeichnet man Erkrankungen der Haut und ihrer Anhangsgebilde –: Haare, Nägel, Talgdrüsen, Schweißdrüsen –.
Bei den Dermatosen handelt es sich zumeist um sichtbare klinische Veränderungen der Haut – wie Rötung, Schuppung –.
Ich will zunächst nachstehend einen kurzen Abriss geben zum Thema „Haut-Krankheiten“.
Folgende Hautkrankheiten – korrekter: Erkrankungen der Haut – will ich namentlich benennen:
- Allergische Dermatosen
- Atopische Dermatitis (Neurodermitis)
- Seborrhoische Dermatitis
- Nummuläre Dermatitis
- Chronische Dermatitis der Hände und Füße
- Generalisierte exfoliative Dermatitis
- Stauungs-Dermatitis
- umschriebene Neurodermitis
- Bakteriell bedingte Hautinfektionen
[Staphylokokken-Infektion der Haut - Staphylogenes Syndrom der verbrühten Haut - Erysipel - Follikulitis, Furunkel, Karbunkel - Hydradenitis suppurativa - Paronychien - Erythrasma]
- Oberflächliche Pilz-Infektionen
[Epidermophytien - Hefepilz-Infektionen (Candidosis / Pityriasis versicolor)]
- Parasitäre Haut-Infektionen
[Skabies - Pediculosis - Creeping Eruption]
- Virus-Erkrankungen der Haut
[Warzen - Molluscum contagiosum]
- Erkrankungen der Haarfollikel und der Talgdrüsen
[Akne - Rosacea - Periorale Dermatitis - Hypertrichosis - Alopecie - Pseudo-Folliculitis barbae - Kerartin-Zysten]
- Papulo-squamöser Hauterkrankungen
[Psoriasis - Ptyriasis rosea - Lichen ruber planus]
- Entzündungsreaktionen der Haut
[Arzneimittel-Exanthem - Toxische epidermale Nekrolyse - Erythema exsudativum multiforme - Erythema nodosum - Granuloma anulare]
- Blasen-bildene Hauterkrankungen
[Pemphigus - Bullöses Pemphigoid - Dermatitis herpetiformis]
- Verhornungsstörungen der Haut
[Ichthyosis - Keratoris pilaris - Callus, Clavus]
- Dekubitus
- Pigment-Störungen
[Hypo- bzw. Hyperpigmentierung]
- Störungen der Schweißproduktion
[Miliaria - Hyperhidrosis]
- Gutartige (benigne) Tumoren
[Naevi - Fibroma pendulans - Angiome - Granuloma pyogenicum - Verruca seborrhoica - Histiozytom - Keratokanthom - Keloid]
- Bösartige (maligne) Tumoren
[Basaliom - Spinozelluläres Karzinom - Malignes Melanom - Morbus Paget (= Sonderform des ductalen Carcinoma in situ der Brustwarze/Mamille) - Sarcoma haemorrhagicum Kaposi]
Von diesen Hautkrankheiten werde ich nunmehr eingehender besprechen:
1. Akne
2. Rosacea
3. Psoriasis
4. Neurodermitis
5. Allergische Dermatosen
6. Bösartige Haut-Tumoren
Ein Rat zu allen diesen Hautkrankheiten:
Einmal abgesehen von „Bagatell-Hauterkrankungen“ – z.B. Sonnenbrand, geringfügiger Warzen-Bildung usw. – sollte neben dem Hausarzt bes. bei längerem Bestehen unbedingt und immer ein Dermatologe zu Rate gezogen werden.
Aber:
Die …
„Alarmglocken“
- oder wie es im angloamerikanischen Sprachraum heißt, die „Yellow oder Red Flags“ müssen bzw. sollten unbedingt (aller-)spätestens dann schrillen, wenn z.B. ein „Muttermal“ (Leberfleck – Naevus) sich auffallend verändert (hat).
Diese Alarm-Zeichen gelten natürlich für weitere Hautkrankheiten wie z.B. für die nachgehend beschriebenen. Jetzt ist es allerhöchste Zeit, umgehend einen Facharzt für Hautkrankheiten aufzusuchen.
Meine Bitte, mein Rat …
… bes. an alle unter Ihnen, die unter und an einer Hautkrankheit – insbesondere, wenn dies schon länger besteht und/oder die in der Intensität zunimmt/zugenommen hat –:
Lassen Sie sich nicht zu einem
„Versuchs-Kaninchen“
machen!
Das gilt ganz besonders für die Therapie – nach dem Motto „Versuchen wir es einmal damit“ … –.
Bestehen Sie auf einer eingehenden Befund-Abklärung, sprich Diagnostik, und dann einer adäquaten befund-angepassten und individuellen, sprich ‚maßgeschneiderten bzw. passgenauen, Behandlung!
Das ist Ihr gutes Recht!
Akne
Zu Beginn ein Gedicht
Der Pickel
'Nen Pickel hab ich, mitten im Gesicht,
ich sage Euch, ich will ihn nicht!
Doch er ist da und sehr präsent,
ich hoff' er bleibt nicht permanent!
Er wächst so schnell, wie 'n zweiter Kopf
und ist unnütze wie ein Kropf!
Er kommt genau, wenn's gar nicht paßt,
ist auch deswegen so gehaßt,
Vorstellungsgespräch,erstes Date,
mit so 'nem Freund ist alles „too late".
Er wird groß und auch noch gelb,
liebes Clerasil, - bitte ,help‘!
Verschwind' du ungeliebtes Ungetüm,
ohne dich bin ich öfter ungestüm.
Mit dir bin ich recht gehemmt,
benehme mich auch mal verklemmt.
Die Erlösung naht! - Du gehst zurück!
Was habe ich doch für ein Glück!!!
An deiner Stelle allerdings,
sind Kumpel erschienen, rechts und links!
[©Birgit Gers – in: e-Stories.de – Autorin von Gedichten & Kurzgeschichten]
Zusammenfassung zu Beginn
Akne (vulgaris) ist weit mehr als „Pickel, Papeln und Pusteln im Gesicht“ bei Heranwachsenden!
Weiter:
Akne ist bei weitem nicht gleich Akne!
Bei Akne – in den verschiedenen Manifestationsformen – handelt es sich um die bei uns in Mitteleuropa mit am häufigsten vorkommenden Hautkrankheiten; korrekt um entzündliche Erkrankungen der Haar-Follikel („Haarbälge“) und der Talgdrüsen, also der „Haut-Anhangsgebilde“.
Rund 85% der Bevölkerung waren oder sind in irgendeiner Form und Weise von einer Akne zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens betroffen. Die Krankheit macht keinen Unterschied zwischen arm und reich, gebildet wie weniger gebildet, bekannt und unbekannt – auch sogen. VIP’s und Stars machen dabei keine Ausnahme –; auch keinen Unterschied in den Altersklassen und auch nicht in den verschiedenen ethnischen Gruppen.
Was die Ursache für diese Erkrankung angeht, so macht man es sich sicherlich zu leicht und zu einfach, wenn alles auf die „Hormon-Schiene“ abgeschoben wird.
Fakt ist, dass die Wechselbeziehung zwischen Hormonen, Störung der Verhornung, Fehlfunktion der Talgdrüsen, eine Überbesiedelung der Haut mit Bakterien und zuletzt noch eine Entzündungs-Reaktion für das Zustandekommen, für den Verlauf und die Schwere der Erkrankung „Akne“ entscheidend sind.
Außer den vier Haupt-Akne (vulgaris)-Verlaufsformen sind noch zu unterscheiden acht „Sonderformen“.
Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung, der Ausgedehntheit der Akne und nach der Akne-Form.
Definition
Akne vulgaris steht als Sammelbezeichnung für eine mit Knötchenbildung einhergehende entzündliche Erkrankung der Haut-Anhangsgebilde – Haarfollikel und Talgdrüsen der Haut –.
Der deutsche Name lautet:
Hautfinnen-Ausschlag.
Synonyme sind:
Hautfinne, Acne
Akne „Gestern und Heute“
Akne ist keinesfalls eine Erkrankung der Moderne.
Weit gefehlt!
Akne war bereits in der Antike bekannt und wurde mit verschiedenen Maßnahmen zu behandeln versucht.
Bereits im berühmten Papyrus der Antike, dem „Papyrus Eber“ (d.i. ein ‚medizinischer Papyrus aus dem alten Ägypten. Er gehört neben dem Papyrus Edwin Smith zu den ältesten noch erhaltenen Texten überhaupt und ist zudem einer der ältesten bekannten Texte mit medizinischen Themen, wobei er unter anderem ein großes Spektrum an Beschreibungen von Krankheiten und deren Symptomen und Diagnosen beinhaltet. Des Weiteren enthält der Papyrus Anweisungen für Behandlungen sowie für die Zubereitung von Heilmitteln, zum Beispiel gegen Verletzung, Parasiten und Zahnbeschwerden, aber auch gynäkologische Tipps, wie beispielsweise für die Empfängnisverhütung. Dazu werden Zaubersprüche zur Unterstützung des Heilerfolges angegeben), war diese Erkrankung festgehalten worden als „akut“.
Das wurde zu späteren Zeiten übersetzt als Pustel, Papel oder Wunde oder allgemein als entzündliche Schwellung. Damals bestand die Therapie aus nicht näher bezeichneten Heilmitteln und Honig.
Die alten Ägypter glaubten, dass sich Akne bei Menschen bildet, die lügen. Auch der wohl berühmteste Pharao – Tutanchamon (er war ein alt-ägyptischer König = Pharao der 18. Dynastie, der etwa von 1332 bis 1323 v.Chr. regierte) – litt an Akne. In seinem Grab wurden Reste von Medikamenten gefunden, mit denen er sein Akne und seine Akne-Narben behandelte.
Akne war auch bei den alten Griechen bekannt.
In seinen Schriften wurde diese Krankheit auch von Hippokrates von Kos (480-370 v.Chr. – er gilt als der berühmteste Arzt des Alterums; er gilt als Begründer der Medizin als Wissenschaft) beschrieben.
Auch der Gelehrte Aristoteles (384-322 v.Chr. – er zählt zu den bekanntesten und einflussreichsten Philosophen und Naturforschern bzw. Naturphilosophen des Altertums) beschrieb die Krankheit.
Der Begriff ,,Akne” hat seinen Ursprung in der griechischen Sprache – wahrscheinlich hat er sich aus der griechischen Begriff ,,akme”, also Gipfel oder Höhepunkt entwickelt –; neu-griechisch heute ‚aκμή’ (gesprochen: akmi).
Die alten Griechen haben diese Erkrankung der Haut mit der Pubertät in Verbindung gebracht.
Paulos von Aigina (ca. 625-650 n.Chr. / auch Paulus Aegineta; er stammte von der Insel Aigina und lebte in Alexandria)) war ein bedeutender früh-byzantinischer Arzt. Er behandelte die leichteren Formen von Akne mit Honig und schwerwiegendere Formen mit einem Gemisch, welches auf Seife basierte.
Auch die alten Römer assoziierten Pickel mit Pubertät. Sie haben Akne mit Schwefel-Bädern behandelt, welche die Hautporen säubern sollten. Die Hofarzt des Kaisers Theodosius I. – des Großen – empfahl, die Pickel mit einem Stück Stoff zu reiben und dabei auf Sternschnuppen am Himmel zu achten, weil er glaubte, dass dann die Pickel vom Körper ,,wegfallen”.
Im 16. und 17.Jahrhundert wurde dem Aussehen einer Frau immer mehr Beachtung geschenkt. Ein Zeichen von Vornehmheit war eine sehr blasse Haut, deswegen haben viele Frauen angefangen, Make-up auf ihre Haut aufzutragen, Schichten der sogen. „venezianischen Weißschminke“. Es handelt sich hierbei um einen stark deckenden, bleihaltigen Farbstoff, welcher jedoch einen guten Nährboden für Akne bildete. Dieses wurde sogar mit ,,Mitteln” aus Quecksilber ,,behandelt”, mit denen die Haut verätzt wurde. Die Menschen kehrten aber zu bewährten Methoden aus dem Mittelalter zurück und verwendeten wieder Schwefel.
Schwefel hat allerdings Nachteile:
Einmal riecht er recht streng und beißend, dann reizt er vielmals die eh schon lädierte Haut noch mehr und oft kommt es zu Unverträglichkeits-Reaktionen.
Hierzu (m)ein TIPP:
Wenn Schwefel-enthaltende Arzneimittel – für interne wie externe/lokale Behandlung – zur Anwendung kommen sollen, dann sollte unbedingt bei Verdacht auf eine „Schwefel-Unverträglichkeit“ vor Therapiebeginn eine ‚Austestung‘ vorgenommen werden; so z.B. mit der Angewandten Kinesiologie oder mit einem Verfahren der Bioresonaz, optimalerweise mit standardisiertem Testsatz!
So wurde dann in den 1920er Jahren die Anwendung von Schwefel-Mixturen ersetzt durch Benzolperoxid (BPO).
BPO hat eine anti-mikrobielle, anti-seborrhoische, komedolytische, bleichende, entzündungs-hemmende und keratolytische Wirkung.
Die Wirkung beruht auf die Freisetzung von reaktivem Sauerstoff.
So ab Mitte der 1950er Jahre sind dann immer mehr Antibiotika – die Tetracycline – in den Vordergrund in der Therapie bei Akne getreten. Und diese Therapie hat bis heute Bestand.
Mit Beginn des 21. Jahrhunderts sind neue Behandlungsverfahren und -methoden hinzugekommen, nämlich die Anwendung von Licht, Laser oder chemischem Peeling.
Eine neue Methode für die Behandlung von Akne stellt seit wenigen Jahren eine Behandlung mit einem der beiden neu entwickelten Geräte dar:
„Face Up“ – hierbei kommt eine Kombination von flächigem pulsierendem Magnetfeld + flächiges pulsierendes Lichtfeld + und flächige Wärme-Strahlung (vereint in einem ‚handlichen‘ Gerät zur Selbst-Anwendung) zur Anwendung –. Diese drei Eigenschaften sollen den Stoffwechsel und die Regeneration der Haut beschleunigen. Allerdings ist es keine dauerhafte Heilung, daher muss man es regelmäßig anwenden.
Das zweite Gerät ist „Silk’n Blue“ – das ist eine Behandlung mit blau-leuchtendem Magnetfeld; mit diesem Gerät soll eine leicht-gradige bis mittelschwere Akne effektiv bekämpft werden können –.
Was die arzneiliche Therapie anbetrifft, so sind in den letzten Jahren – zur bisherigen Option mit den beiden Antibiotika (AB) Chloramphenicol und Tetracyclin – als Antibiotika hinzugekommen Erythromycin, Clindamycin, Nadifloxacin und Miconazol und auch anstelle Benzoylperoxid (BPO) Substanzen wie Propylenglycol, Natrium-Bituminosulfonat, Isotretinoin, Paraffinum, weiße Vaseline und Zinkacetat.
Soviel zur Therapie „Gestern und heute“.
Abschließen möchte ich diese Revue mit der Aussage, dass es zu allen Zeiten und ganz besonders auch in der Gegenwart zur lokalen/ äußerlichen Behandlung von Pickeln, Mitessern, Papeln und Pusteln „nichts gegeben hat und es nichts gibt, was da nicht alles versucht wurde und wird!“
Nennen will ich einzig, dass sich ein US-Filmstar wegen seiner Akne regelmäßig „Vogelkot“ auf die entsprechenden Hautstellen aufträgt.
So vielfältig die Therapie-Möglichkeiten sind, so ellenlang ist die Namensliste von „Akne-Betroffenen“.
Diese Liste liest sich wie das „who is who“ der VIP‘; so z.B.
Victoria Beckham, Scarlett Johansson, Rihanna, Sandra Bullock, Gisela Bündchen, Cameron Diaz, Miley Cyrus, Kim Kardashian, Lindsay Lohan, Britney Spears, Jennifer Lopez oder Tom Felton, Harry Styles, Oliver Sanne, Jude Law, Toni Kroos, Leonardo Dicaprio …
Bevor wir tiefer in die Materie eintauchen wollen, noch ein kurzer Blick auf die schier unausrottbaren „Mythen rund um Akne“:
Mythen rund um Akne
Das fatale bei Akne, Pickeln und Mitessern:
Fast jeder weiß einen guten Rat – denn nichts hält sich hartnäckiger in den Köpfen der Menschen als Vorurteile.
Einige Aussagen und dahinterliegende Thematiken sollen hier genauer unter die Lupe genommen werden.
(Quelle: akne-blog.de – ein Projekt von meentix Internet- und IT-Dienstleistungen, Bernau bei Berlin)
Akne Mythos 1
Wer Pickel hat, wäscht sich nicht
Akne hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun.
Die Ursachen der Akne, allen voran eine erhöhte Talgproduktion und eine Verhornungsstörung im Ausgang des Talgdrüsenfollikels, können nicht durch besonders gründliche Reinigung beseitigt werden.
Doch Vorsicht:
Übermäßiges Waschen (mehr als 2x am Tag) zerstört den natürlichen Säureschutzmantel der Haut und kann Akne somit begünstigen!
Akne Mythos 2
Selbstbefriedigung lässt Pickel sprießen
Hier kocht die Gerüchteküche mit Ideen aus dem tiefsten Mittelalter. Viel Sex, wenig Sex, Selbstbefriedigung – dies sind zwar sehr interessante Themen – aber der Einfluss auf die Akne ist mehr als umstritten.
Hier gilt es den Hintergrund dieses Mythos zu verstehen.
Androgene, der Sammelbegriff für die männlichen Geschlechtshormone, sind mitentscheidend für die Entstehung der Akne. Man hat aber nicht zu viel oder zu wenig Androgene, vielmehr ist der Sachverhalt entscheidend, wie sie sich verhalten.
Tatsache ist, dass sich bei vielen jungen Mädchen die Akne oft eine Woche vor ihrer Periode verstärkt, da sich der weibliche Zyklus, um das weibliche Sexualhormon Östrogen, umstellt.
Akne Mythos 3
Pickel sind ansteckend
Nein, Pickel sind nicht ansteckend.
Sie werden nicht von einem Menschen auf den anderen übertragen, es handelt sich bei Akne also nicht um eine Infektionskrankheit.
Vielmehr kommt es an talgdrüsenreichen Haustellen durch überschüssige Talgproduktion und Verhornungsstörung zu einer Verstopfung der Ausführungsgänge. Propionibacterium acnes, das „Akne-Bakterium“, spielt zwar bei der folgenden Entzündung eine Rolle, kommt aber quasi auf jeder Haut vor und ist nach aktuellen Forschungsergebnissen auch nicht ausschlaggebende Ursache für die Akne.
Akne Mythos 4
Zahnpasta
Ein uralter vermeintlicher „sicherer“ Tipp.
Kurzfristig kann Zahnpasta vielleicht einen Pickel austrocknen, aber auf Dauer kommen eher neue Pickel.
Manche Zahnpasta enthält Zink, das Entzündungen hemmt, sagt der Dermatologe Dieter Haarhaus (Hamburg-Bergedorf). Dennoch rät er von diesem Hausmittel ab: Zahncremes enthalten darüber hinaus Fluor, das die Entzündungen anheizt. Auch Menthol kann in Kombination mit UV-Licht Entzündungen anregen.
Akne Mythos 5
Ab in die Sonne
Dass Sonne bei Akne ausschließlich positive Effekte erzielt, ist leider ein Mythos.
Zwar wirkt die UV-Strahlung antibakteriell, doch drohen neben dem bekannten Sonnenbrand auch erhöhte Talgproduktion und weitere Verhornungsstörungen, die wiederum zur Bildung neuer Komedonen beitragen. Das böse Erwachen kommt meist nicht sofort, aber ein paar Tage nach dem Sonnenbad. Gleiche Effekte treten im Übrigen auch bei Solarienbesuchen auf.
Doch die UV-Strahlung hat noch weitere Effekte. Insbesondere der Hautalterungsprozess schreitet schneller voran, schrumplige Haut und Falten können einen auch dann noch begleiten, wenn sich die Akne schon längst wieder verabschiedet hat. Pigmentstörungen sind ebenso lästig, insbesondere (frische Akne-)Narben sind dafür anfällig.
Ein weiteres Thema ist in dem Zusammenhang die sogen. Mallorca-Akne. Bei ihr entstehen meist juckende Pusteln und Bläschen infolge des Zusammenwirkens der UV-Strahlen und einem fetthaltigen Sonnenschutz-Mittel.
Akne Mythos 6
Ernährung beeinflusst die Haut
Der Zusammenhang zwischen Akne und Ernährung hält sich schon eine ganze Weile. Immer wieder hört und liest man von einer „Ernährungsakne“.
Fakt ist:
Die Ernährung spielt in Bezug auf Akne eine größere Rolle, als bisher angenommen; das scheint inzwischen wissenschaftlich sehr wahrscheinlich.
Ganz besonders trifft dies zu auf den Konsum von Genussmitteln (Alkohol, Kaffee, Süßigkeiten).
Durch eine Ernährungsumstellung konnten schon positive Veränderungen des Hautbilds erzielt werden.
Eine Zusatz-Anmerkung:
Besondere Vorsicht ist geboten gegenüber der Zufuhr – bes. als Langzeit-Maßnahme – von Vitaminen B6 und B12; diese können eine Akne begünstigen
Besondere Vorsicht birgt die Einnahme von Vitaminpräparaten mit zu viel Vitamin B6 und B12, da diese die Akne begünstigen können.
Akne Mythos 7
Stress und psychische Belastungen
Stress begünstigt Pickel!
Das ist inzwischen wissenschaftlich belegt und gesichert.
Aber:
Die Studien besagen aber keineswegs, dass allein durch Stress unreine Haut hervorgerufen wird.
Akne Mythos 8
Fettige Haare = fettige Haut
Eine Gleichung, die nicht aufgeht.
Es ist aber auf jeden Fall sinnvoll, sich bei fettigen Haaren öfter mit einem milden Shampoo zu waschen.
Akne Mythos 9
Die Hormone sind ausschließlich schuld
Die gewöhnliche Akne „acne vulgaris“ betrifft vor allem Jugendliche in der Pubertät, bei denen die Hormonumstellung gerade stattfindet. Die männlichen Hormone, Androgene (dazu gehört auch Testosteron) genannt, sorgen für eine erhöhte Talgproduktion während der Pubertät.
Auch Mädchen produzieren männliche Geschlechts-Hormone, im Gegensatz zu den Jungs kann man hier aber mit der Anti-Babypille (Ovulationshemmer) behandeln. Diese geben mehr weibliche Hormone an den Körper ab (Östrogene) und beinhalten sogen. Anti-Androgene.
Bei unreiner Haut ist die Pille daher oftmals das Mittel der Wahl.
Fakt:
Hormone sind aber keineswegs alleine Schuld, denn man hat als Akne Betroffener nicht mehr oder weniger Androgene als jemand anders.
Vielmehr das Zusammenwirken der Hormone und weiterer Faktoren führen dazu, dass man an Akne stärker erkrankt.
Akne Mythos 10
Akne haben nur Jugendliche
Auch das muss nicht stimmen.
Sicherlich ist die acne vulgaris sehr oft anzutreffen unter allen Akne-Patienten, aber auch Ernährungsakne, Erwachsenenakne oder Babyakne treten immer wieder auf.
Akne Mythos 11
Akne wird vererbt
Die Tatsache, dass Akne vererbt werden kann, konnte bis heute noch nicht bewiesen werden.
Man geht jedoch davon aus, dass es Informationen im Erbgut gibt, die über eine Schwere der Akne entscheiden.
Genug der Mythen und Irrungen und Wirrungen.
Die geläufigen Akne Mythen zeigen vor allem eines:
Unwissen über die wahren Ursachen der Akne bei vielen „Außenstehenden“.
Zahlreiche Vorurteile sitzen tief in den Köpfen der Menschen und ist man selbst betroffen, geht es an die psychische Substanz. Zudem wird damit unnötige Verunsicherung im Umgang mit der Erkrankung erzeugt. Ein Wundermittel gegen die Unkenntnis anderer gibt es leider nicht, außer vielleicht den Leuten diese Seite einmal zu zeigen…
Fakten
Akne ist bei Jugendlichen die häufigste Hautkrankheit.
Die meisten älteren Kinder bzw. Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen bekommen irgendwann in bzw. nach der Pubertät eine mehr oder weniger starke Akne.
Etwa 15 bis 20 von 100 Jugendlichen haben eine mittelschwere bis schwere Akne.
Jungen sind wesentlich häufiger betroffen als Mädchen.
Gerade bei Heranwachsenden stellt eine Erkrankung an Akne ein „psychisches Problem“ und letztlich auch ein „sozial-gesellschaftliches“ dar:
Fakt ist:
Das Selbstwertgefühl wird gemindert, Kontakte zu anderen werden reduziert, es findet in vielen Fällen ein Rückzug aus dem geselllschaftlichen Leben statt.
Dadurch leiden insgesamt Lebensqualität und Lebensfreude.
Bei rund 30% der Akne-Patienten in allen Kulturkreisen sind psychische Co-Morbiditäten wie Angststörungen, Depressionen und suizidale Tendenzen zu finden.
Bei schwerer Akne hat jeder fünfte Junge und jedes vierte Mädchen sogar schon an Selbstmord gedacht.
Akne ist aber bei weitem kein Problem der Jugendlichen und jungen Erwachsenen!
Denn eine spezielle Gruppe von Patienten wächst.
Und zwar die der Erwachsenen, meist Frauen ab 25 Jahren, die in ihrer Jugend zum Teil, aber nicht zwingend Probleme mit der Haut hatten. Erst im Berufsleben oder noch später holen die Pickel sie ein. Diese Acne tarda oder post-adoleszente Akne plagt derzeit rund 10 bis 15 Prozent der Frauen, mit steigender Tendenz.
Aber auch im späteren Alter – bis hin zu Senioren – kommt es zur Ausbildung einer Akne.
Die Ursachen für die Akne im Erwachsenenalter können vielseitig sein. An erster Stelle stehen dabei hormonelle Schwankungen. Bei Frauen kommt dies vor, sobald sie die „Pille“ (Ovulationshemmer) absetzen oder aber eine Schwangerschaft einsetzt. Weiterhin kann eine Medikamenteneinnahme Ursache für Hormon-Schwankungen und damit für das Auftreten von Akne im Erwachsenenalter sein.
Zudem stehen Bakterien stark im Zusammenhang mit der Entstehung von Pickeln.
Gerade Personen, die zu fettiger Haut neigen, sind davon oft betroffen. Die ölige Haut bietet den idealen Boden für die Ansiedlung und Vermehrung von Bakterien. Dann können sich Pickel sogar zu Zysten ausweiten.
Vielfach ist die Akne aber auch genetisch vorprogrammiert.
Wenn in der Familie bereits mehrere Personen aus der Familie an Pickeln im Erwachsenenalter leiden, ist die Auftretens-Wahrscheinlichkeit umso höher.
Aber auch die „Umwelt“ mit deren Belastungen (u.a. Gifte & Schadstoffe) entscheidet über den Hautzustand und nicht zuletzt der Lebenswandel (Ernährung, Konsum von Genussmitteln) kann das Vorkommen von Pickel und Co. im Erwachsenenalter bis hin zum Seniorenalter beeinflussen.
Pathogenese
Fakt:
Die Pathogenese [die Pathogenese beschreibt die Entstehung einer physischen oder psychischen Erkrankung oder den Verlauf eines krankhaften Prozesses bis zu einer manifesten Erkrankung] ist komplex!
Mitentscheidend ist das Wechsel- und Zusammenspiel zwischen Hormonen, Störung der Verhornung, Fehlfunktion der Talgdrüsen, eine Überbesiedelung der Haut mit Bakterien und zuletzt noch eine Entzündungs-Reaktion für das Zustandekommen, für den Verlauf und die Schwere der Erkrankung „Akne“ entscheidend sind.
Die Entstehung der Acne vulgaris wird durch eine erhöhte Sekretion der Talgdrüsen (Glandulae sebaceae – d.s. epitheliale Hautanhangsgebilde, die dazu dienen, Talg auszuscheiden, der seinerseits gegen Hautz-Austrocknung schützt. Es handelt sich um holokrine Drüsen, die aus mehreren kleinen Drüsenläppchen aufgebaut sind) und eine Hyperkeratose [= die verstärkte Verhornung eines Plattenepithels, insbesondere des Plattenepithels der Haut] der Haarfollikel gefördert.
Die erhöhte Sekretion der Talgdrüsen beruht auf einer gesteigerten Empfindlichkeit gegenüber Androgenen [= natürliche und auch chemisch-definierte Hormone, welche die Ent-wicklung der männlichen Geschlechts-Merkmale steuern].
Diese Empfindlichkeit ist individuell unterschiedlich ausgeprägt und genetisch bedingt. Es besteht kein Zusammenhang zwischen der Serum-Konzentration des Testosterons und dem Ausmaß der Seborrhoe.
In Zusammenhang mit einer Hyperkeratose des Haarfollikels kommt es durch die Seborrhoe zur Verklebung der Hornzellen und folglich zur Ausbildung eines Komedo {Plural: Komedonen} („Mitesser“).
Der zunächst geschlossene Komedo wird bakteriell besiedelt (Propionibacterium acnes u.a.), dadurch kommt es zur Chemotaxis von Leukozyten [= eine durch Ausschüttung bzw. Bildung von Botenstoffen (Chemokine) hervorgerufene Anlockung von Zellen des Immunsystems (z.B. Leukozyten) an den Ort einer entzündlichen Reaktion], durch Bildung von Eiter und Erhöhung des Druckes bricht die Wandung des Haar-Follikels auf; durch die Entleerung von freien Fettsäuren, Bakterien und Keratin-Substanzen wird eine entzündliche Reaktion in Gang gesetzt: ein sekundär entzündeter Komedo („Eiterpickel“) entsteht.
Bliebt festzuhalten, dass diese entzündliche Reaktion in schweren Fällen narbig abheilt.
Akne-„Formen“
Außer den vier „Akne-Hauptformen“ sind noch zu unterscheiden acht „Akne-Sonderformen“.
I. Akne-Hauptformen
a. Acne comedonica
[es kommt zur Ausbildung von Komedonen („Mitessern“) - es handelt sich nicht um eine Entzündung i.e.S.
b. Acne papulo-pustulosa
[= Entzündung mit Bildung von Pusteln und Papeln = schwere Verlaufsform der Acne vulgaris]
c. Acne conglobata
[starke und tief-gehende Entzündung mit Ausbildung von Knoten - mit zum Teil einer Größe bis zu 2 cm, welche einschmelzen und sich zu „Pseudo-Zysten“ umwandeln können = schwerste Akne-Verlaufsform]
d. Acne fulminans
[im Prinzip wie Acne conglobata, jedoch auch mit „systemischer Beteiligung“ (Fieber, Vermehrung der weißen Blutkörperchen (Leukozytose) und auch Polyarthritis usw. = schwerste Akne-Verlaufsform]]
II. Akne-Sonderformen
a. Acne inversa (Pyodermia fistulans sinifica, Acne tetrade)
[= chronische Hauterkrankung, der eine Entzündung der Talgdrüsen und äußeren Wurzelscheiden der Terminalhaarfollikel zugrunde liegt]
b. Acne infantum (Acne juvenilis – Säuglingsakne – Kleinkinderakne)
[= Akne im vorpubertären Kindealter. Die regelmäßig von Knoten, Pseudozysten und Narben begleitete, besonders schwere Verlaufsform wird auch noch genannt „Acne conglobate infantum“]
c. Acne medicamentosa
[= diese Form der Akne wird durch bestimmte Medikamente ausgelöst. Es treten die typischen Symptome einer Akne wie Pustelbildung und erweiterte Talgdrüsen auf. Ausgelöst werden kann eine Acne medicamentosa z.B. durch: kortison-haltige Medikamente/Lithium/Antiepileptika/Hormon-Präparate/Chinin/Tetrazykline /Tuberkulostatika/Thyreostatika oder Schlaf- und Beruhigungsmittel (Barbiturate)]
d. Acne neonatorum (Neugeborenenakne, Baby-Akne, Säuglingsakne)[= eine überwiegend männliche Neugeborene betreffende leichte Erkrankung der Talgdrüsenfollikel mit Knötchen und Pustelbildung sowie nicht entzündlichen geschlossenen Komedonen, die spontan abheilt. Tritt die Erkrankung ohne Komedone auf, spricht man von neonataler zephaler Pustulose]
e. Acne venenata (Kontakt-Akne)
[= eine besondere Form von Akne. Sie wird durch den Hautkontakt mit bestimmten Stoffen hervorgerufen; seltener entsteht diese Akne auch durch das Einatmen von Dämpfen. Zu unter-scheiden sind: a) Chlor-Akne / b) Teer-Akne / c) Öl-Akne]
f. Acne cosmetica
[= eine ‚Unterform‘ der Acne venenata. Sie entsteht durch den Haut-Kontakte mit bestimmten Substanzen, die in Kosmetik-Produkten enthalten sind]
g. Acne aestivalis (sogen. „Mallorca-Akne“, Sommer- oder auch Frühjahrs-Akne)
[= eine Erkrankung der Talgdrüsenfollikel der Haut. Sie führt zur Bildung von Knötchen und Pusteln in sonnenexponierten Hautarealen und betrifft überwiegend Frauen]
h. Acne excoritée des jeunes filles (Skin Picking Disorder – Dermatillomanie – neurotische bzw. psychogene Exkoriation)
[= eine Erkrankung, die durch ein wiederholtes Berühren, Quetschen und Kratzen von bestimmten Hautstellen aufgrund eines unwiderstehlichen Drangs gekennzeichnet ist. Das Bearbeiten der Haut kann zu erheblichen Gewebe-Schäden führen. Die Folge sind Scham und Schuldgefühle sowie eine wachsende soziale Isolation]
i. Acne tarda („Alters-Akne“, Spät-Akne)
[= Akne, die im - auch höheren und hohen - Alter sich entwickelt; davon betroffen ist jede 4. Frau! Ursachen sind im Prinzip identisch zu denen bei Acne vulgaris, also: Hormone bzw. Hormon-Ver-schiebungen, erhöhter Stress, Arbeiten im Büro (künstliches Licht, Klimaanlage, trockene Heizungs-Luft), enge Arbeitskleidung (Schweißhemmung, Druck), Kosmetika, Medikamente]
Eigentlich nicht zum Formenkreis gehörend, wird sie dennoch vielmals den Akne-Sonderformen zugerechnet, die
j. Acne rosacea („Rosacea – “Kupfer-Rose“ – “Kupfer-Finnen”)
[= eine chronisch verlaufende, entzündliche Hauterkrankung vornehmlich des Gesichts (Stirn, Nase, Kinn und Wangen) und betrifft rund vier Millionen Deutsche.. Entzündungserscheinungen der Haut wie anhaltende Rötungen, Papeln (Knötchen) und Pusteln (Bläschen), sichtbare Äderchen und/oder Schwellungen im Gesicht können Anzeichen von Rosacea sein. Häufig werden sie jedoch mit den Symptomen einer Allergie oder Akne verwechselt.
(s. eigenes Kapitel nachfolgend)
Akne-Schweregrade
Vereinfacht kann nach den Richtlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft e.V. (DDG) – nach Prof. Dr. Harald Gollnick (Magdeburg) und Prof. Dr. Constantin E. Orfanos (FU Berlin), aus 1993 – eingeteilt werden in folgende „Akne-Schweregrade“:
Schweregrad I
= Acne comedonica
[Charakteristika: Pickel +
Komedonen]
Schweregrad II
= leichte Form der Acne papulo-pustulosa
[Charakteristika: zusätzlich Bildung von Knötchen]
Schweregrad III
= schwere Form der Acne papulo-pustulosa
[Charakteristika: Hyperkeratose/starke Verhornung]
Schweregrad IV
= Acne conglobata
[Charakteristika:Nebeneinander von Pusteln, Papeln, Komedonen, Zysten, Abszessen und ausge-prägter Entzündung]
Akne-Effloreszenzen
Charakteristisch für die diversen Akne-Formen sind die unterschiedlichen Effloreszenzen (Hautveränderungen).
1. Komedonen (Mitesser) sind die primäre Effloreszenz der Acne
vulgaris.
2. Papeln und Pusteln entwickeln sich durch sekundäre Entzündung.
3. Schmerzhafte Knoten (Nodi) und Abszesse entstehen durch
Umkapselung von Follikel-Resten.
4. Narben und (Psuedo-)Zysten können entstehen durch
Manipulationen an den Komedonen (Ausdrücken, Kratzen, Stechen); bei besonders schweren Verläufen einer Acne conglobata können Narben, Zysten und Fistelbildungen auch ohne Manipulation entstehen.
Akne-Symptome
Die für Akne typischen Symptome sind:
1. Pickel und Mitesser (Komedonen - entweder als „offene“ Komedonen =
schwarze Komedonen / oder als „geschlossene“ Komedonen = weiße Komedonen)
2. Papeln und Pusteln (eitergefüllte Bläschen)
3. Knoten (bes. bei „tiefer“ Akne / einhergehend mit ausgeprägter Entzündung,
die ihrerseits (Pseudo-)Zysten hervorrufen, die sich z.T. an der Hautoberfläche entleeren und zu Narben-Bildung führen)
4. fettige und unreine Haut.
Weiter:
Akne-bedingte Entzündungen können mit Rötung, Schwellung, Juckreiz und Druck-schmerz einhergehen.
Bei großflächigeren Entzündungen kommt es vielmals außerdem zusätzlich zu Lymphknoten-Schwellungen, Kopfschmerz, Fieber und Sepsis (‚Blutvergiftung‘).
Auf dem Wege der Schmier-Infektion kann der Ausbruch einer Follikulitis/Furunkulose begünstigt werden.
Schwere, d.h. stark entzündliche Akne-Formen sind mit Narben-Bildung verbunden.
Des Weiteren kann die Akne zu psychischen/psychosomatischen und sozialen Problemen beim Betroffenen führen, da sie als stigmatisierend empfunden wird. Phobische Störungen, Neurosen, Beziehungsstörungen, Mobbing des Betroffenen durch seine soziale Umwelt; Depressionen und Suizidalität sind nicht selten eine Folge der Erkrankung.
Akne-Prädilektionsstellen
Akne ist und bleibt nicht beschränkt auf das Gesicht!
Wenngleich sich die Akne überwiegend ausbildet im Gesicht – hier insbesondere in der sogen. „T-Zone“ (= Stirn-Kinn-Nase) –; so findet sie sich aber auch vielmals im Nacken, im Bereich des Dekolletés und am gesamten Rücken; das sind allesamt Regionen mit vielen Talgdrüsen.
Besonders belastend für den Betroffenen wird es, wenn es zur Entwicklung einer Acne inversa (Pyodermia fistulans sinifica, Acne tetrade) gekommen ist; dann sind betroffen die Achsel-Region, die Leisten-Region, die Genital-Region (bes. oft nach ‚Intim-Rasur‘) & Anal-Region, am Gesäß und die die Brust-Region.
Ein Wort zur Ätiologie der Acne inversa:
Die Ätiologie der Acne inversa ist nicht vollständig geklärt.
Genetische Faktoren spielen eine Rolle, da die Erkrankung familiär gehäuft auftritt. Dabei scheint es sich um einen autosomal-dominanten Erbgang mit hoher Penetranz zu handeln. Der zugrunde liegende genetische Defekt soll sich in der Region von Chromosom 1p21.1-1q25.3 befinden.
Darüber hinaus gibt eine Reihe von Faktoren, die den Krankheitsverlauf begünstigen bzw. zum Ausbruch der Krankheit führen: Rauchen, Übergewicht, Hyperhidrosis, Diabetes mellitus, Hormonelle Einflüsse auf die Talgproduktion (Androgene) und Stress.
Akne-Folgen
Je nach Schweregrad und Dauer kann eine Akne nicht nur körperliche Symptome auslösen, sondern auch eine seelische Belastung darstellen:
Zu den möglichen seelischen (psychischen) Folgen einer ausgeprägten Akne gehören zum Beispiel:
a. beeinträchtigte Lebensqualität,
b. Angstgefühle bis hin zu Panik-Attacken
c. depressive Verstimmungszustände bis hin zu manifesten
Depressionen, auch mit psychotischen Syndromen
Und außerdem:
d. Immunabwehr-Schädigung (bes. bei schweren Verlaufsformen)
e. soziale Verwerfungen
Aber auch:
f. Akne-Narben-Bildung
1) atrophe Narben
[= Ursache ist eine nicht richtig abgeheilte Wunde, bei der sich zu wenig Bindegewebe bildet]
2) hypertrophe Narben
[= Ursache ist eine schwere Akne an Brust/Rücken/Schultern, wenn sich bei der Wundheilung zu viel Bindegewebe bildet]
3) Narben-Keloide
[= Ursache ist die überreichliche Bildung von Bindegewebe und zwar über das ursprünglich entzün-dete Gebiet hinaus = eine seltene „Spätfolge“ von Akne]
Mein Rat:
Eine möglichst frühzeitige Diagnose und eine sich anschließende gezielte wie befund-adäquate Behandlung können dazu beitragen, den weiteren Krankheitsverlauf von Akne, die Lebensqualität insgesamt zu verbessern und die seelische Verfassung zu stabilisieren.
Außerdem können dadurch oft schwere Verlaufsformen mit Narben-Bildung und Komplikationen verhindert werden.
Akne-Diagnostik
Die Diagnose der Akne beruht in erster Linie auf …
a) einer eingehenden und gründlichen Anamnese (insbes. bei schweren Akne-Formen mit Familien-Anamnese),
b) einer gründlichen körperlichen Untersuchung.
Diese beiden ‚Maßnahmen‘ reichen in aller Regel für leichtgradige Verlaufsformen hinlänglich aus.
Anders stellt sich das Thema dar, wenn entweder eine schwer- bis schwerstgradige Verlaufsform vorliegt – insbes. eine ausgeprägte Acne conglobata oder eine Acne inversa –. Das gilt insbes. auch für Erkrankungen mit Akne in der Familie, zumal an Acne inversa.
Hinweis:
Aufgrund von Studien ist bekannt, dass genetisch bedingt eine unterschiedliche Anfälligkeit für das Auftreten von Akne besteht.
Für die typischen Akne-Veränderungen fällt dem Insulin-ähnlichen Wachstumsfaktor-1 (IGF-1 – Insulin like Growth Factor-1) eine zentrale Rolle zu.
Aktiviert wird dieser zum einen durch steigende Androgen-Spiegel () während der Pubertät, zum anderen kommt auch der Ernährung eine bedeutende Rolle zu. Insbesondere ein (zu) hoher Konsum von Milchprodukten und Nahrungsmitteln mit einem hohen glykämischen Index (GLYX) fördert die IGF-1-Bildung. Deshalb sollten sich Akne-Patienten auf jeden Fall bewusst ernähren und darüber informieren, welche Lebensmittel aufgrund einer Erzeugung kurzzeitig sehr hoher Blutzuckerwerte zu meiden sind.
Zurück zur Diagnostik.
Für alle diese Fälle gilt/sollte gelten:
Dann muss der Diagnostik-Katalog erweitert werden durch folgende ‚Maßnahmen‘:
c) Labor (Schulmedizin)
1. Serologie
[Großes Differentialblutbild, allgemeine, unspezifische Entzündungs-Parameter (BSG/BKS, CRP), Blutzucker nüchtern (bei Werten im „Graubereich“ anschließend oraler Glucose-Toleranz-Test em-pfohlen), Blutfette, Leber-Enzyme (GOT, GPT, Gamma-GT, Gesamt-Bilirubin) Nierenretentionswerte (Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure), Schilddrüsen-Screening (TSH basal – ggfls. nachgehend zum Ausschluss einer SD-Unterfunktion noch FT3 und FT4), Hormon-Screening (insbes. Androgene), Immun-Screening, Elektrolyte: Zink, Selen, Kupfer, Kieselsäure, Calcium, Magnesium – sowie bei schwersten Verläufen einer Acne inversa: Bestimmung von IGF-1]
2. Mikrobielle Diagnostik
[d.h. Untersuchung nach sogen. „Akne-Marker-Keimen“, z.B. Propionibacterium acnes]
3. Stuhl-Diagnostik („Intestinales Ökogramm“)
[empfehlenswert bei schweren Akne-Verläufen und beiAcne inversa]
4. Gen-Analyse
[vorbehalten ausschließlich schweren Formen der Acne inversa und wenn Familienmitglieder ebenfalls daran erkrankt waren/sind]
d) Psychische/Psychosomatische Exploration
m.M.n. unbedingt erforderlich bei allen Akne-Verläufen, die bereits zu psychischen/ psychosomatisch-en Verwerfungen und Störungen geführt haben.
Bedarfsweise auch unter Zuhilfenahme von standardisierten Testen + Fragebögen
e) Diagnostik (biologische Medizin)
Vorbemerkung:
Insbes. zum Aufspüren von Herden und Störfeldern, dem Vorliegen von Freien Radikalen/Oxidativem, Status des Säure-Basen-Haushaltes (SBH), Stress (-Faktoren), Leistungsfähigkeit der Mitochondrien aber auch komplementär zur Beurteilung der psychischen/psychosomatischen Stabilität.
1. Verfahren der Regulationsmedizin
[u.a. Bioresonanz-Verfahren wie z.B. Oberon®-NLS-Analyse – Kirlian-Fotografie (Koronar-Entladungs-Fotografie) – BICOM® – test expert plus von wegamed – u.a.m. / ferner: Akupunktur der TCM – Elektro-Akupunktur nach Voll (EAV)]
2. Verfahren zur psychischen/psychosomatischen Diagnostik
[ANSA = Autonomes Nerven-System-Analyse – Farb-Test nach Prof. Dr. Max Lüscher (computer-gestützt)]
Akne-Therapie
Die Behandlung einer Erkrankung an den verschiedenen Akne-Formen sollte (möglichst) nach den aktuellen Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft e.V. (DDG) erfolgen.
Oben auf der Behandlungs-Agenda sollte stets eine umfassende Information des Kranken über die Art und Schwere der vorliegenden Akne-Form stehen und mögliche Folgen sollten benannt werden.
Außerdem sollten mit dem Patient die Möglichkeiten der Therapie – sowohl aus Sicht der Schulmedizin wie der der seriösen und kompetenten biologisch-naturheilkundlichen Medizin – umfassend und (das geht ausdrücklich an die ausschließlichen Schulmediziner) objektiv und wertneutral besprochen werden.
Ziel ist dabei, dass der Patient „seine“ Krankheit akzeptiert bzw. akzeptieren kann.
Ferner muss dem Patient deutlich vor Augen geführt werden, dass er für den best-möglichen Behandlungserfolg gewisse Eigenleistungen erbringen muss und, dass der Betroffene bereit sein muss, die vorgesehene Behandlung konsequent und bestmöglich einzuhalten (d.i. Compliance = Therapie-Treue).
Das ist der erste „Therapie-Schritt“.
Der nächste Schritt besteht darin, dass vom Behandler und dem Patienten (soweit das möglich ist) das therapeutische Vorgehen gemeinsam festgelegt wird.
Die Therapie – also Anzahl & Art der Medikation – richtet sich dabei einmal nach der Art/Form & Schweregrad der Akne, dann nach evtl. weiter bestehenden und behandlungsbedürftigen Krankheiten (z.B. Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Schilddrüsen-Unterfunktion).
Die Akne-Therapie aus schulmedizinischer Sicht in der Übersicht:
Bei leichten und mittlerem Schweregrad kann die Acne vulgaris durch lokale Therapie – oft eine Kombination von Keratolytikum (= Mittel zum Auflösen von Verhornungen) und lokalem Antibiotikum – behandelt werden.
Bei schweren Formen ist dies gewöhnlich nicht ausreichend, so dass eine systemische Therapie notwendig ist.
I. Topische Therapie
a. Entzündungshemmende, Vorhornungen + Komedonen lösenden Lokal-
Therapie
mit folgenden Substanzen, also Mono-Präparat wie als Kombi-Präparat (Fixkombination, als Gel, Salbe, Creme, Tinktur):
1. Benzolperoxid
2. Adapalen
3. Azelainsäure
4. Isotretinoin und Tretinoin
5. Salicylsäure 5%, 10%
b. Antibiotische Lokaltherapie mit und ohne Wirkstoffkombination
mit folgenden Substanzen, also Mono-Präparat wie als Kombi-Präparat (Fixkombination, als Gel, Salbe, Creme, Tinktur):
1. Chloramphenicol mit und ohne Prophylenglycol, mit und ohne Ethanol
2. Chloramphenicol mit Natriumbituminosulfonat
3. Erythromycin mit und ohne Isotretinoin bzw. mit und ohne Tretinoin
4. Erythromycin mit und ohne Zinkacetat
5. Clindamycin mit und ohne Benzoylperoxid
6. Miconazol mit und ohnen Benzoylperoxid
7. Nadifloxacin
8. Tetracyclin mit und ohne Paraffin
Pflege-TIPP:
Zur Hautreinigung sollen unparfümierte pH-neutrale Waschlotionen oder Syndets (z.B. sebamat oder Beiersdorf) verwendet werden.
II. Systemische Therapie
d.h. die orale Therapie mit chemisch-definierten Wirkstoffen, so z.B.:
a. Therapie mit Retinoiden
[= chemische Substanzen, die dem Retinol (Vitamin A) sehr ähnlich sind und zur Behandlung ver-schiedener Hautkrankheiten entweder systemisch oder topisch eingesetzt werden. Vor allem bei systemischer Anwendung muss die Teratogenität (= Entstehung von Missbildungen) bedacht und bei Frauen in gebärfähigem Alter zusätzlich eine Kontrazeption überlegt werden]
Wichtig zu beachten:
01 Bei Frauen im „gebärfähigen Alter“ sollte vor Therapiebeginn eine Gravidität
(Schwangerschaft) ausgeschlossen werden.
02 Während der Therapie sollte bei Frauen im gebärfähigen Alter eine „sichere Kontrazeption“ erfolgen, die noch bis zu 3 Monate nach Therapie-Ende weitergeführt werden sollte.
03 Systemische Retinoide sollten nicht mit Tetracyclinen kombiniert werden.
04 Bei Personen mit depressiven Störungen ist die Therapie mit Isotretinoin
kontraindiziert, da es unter der Therapie mit Isotretinoin bei depressiven Patienten vermehrt zu suizidalen Verhaltensweisen kommen kann!
05 Isotretinoin.
06 Tretinoin
07 Systemische Antibiotika-Therapie
mit:
- Doxycyclin
- Minocyclin
- Tetracyclin
Wichtig zu beachten:
Tetrazykline haben eine phototoxische {phototoxisch nennt man Substanzen, die unter dem Einfluss von Sonnenlicht oder auch künstlichem UV-Licht auf der Haut giftig wirken} Wirkung. Sie sollten nicht mit systemischen Retinoiden kombiniert werden. Bei einer langfristigen systemischen Antibiotika-Therapie besteht die Gefahr einer Resistenzentwicklung. Ebenso kann es zu einer gram-negativen Follikulitis und zum erneuten Aufblühen von Papulopusteln kommen
b. Anti-seborrhoische Therapie
[Antiseborrhoisch = „die übermäßige Talgproduktion (Seborrhoe) hemmend“]
01 Anti-Androgene wie z.B. Cyproteronacetat
02 Östrogene wie z.B. Mestranol bei Frauen!
Zuletzt bleibt noch zu erwähnen, dass bei Narbenbildungen infolge einer Acne conglobata quasi als ‚ultima ratio‘ operative Korrekturen – aesthetisch-kosmetisch-chirurgische Interventionen – bleiben.
Kurz eingehen möchte ich noch auf Behandlungsoptionen, wenn es infolge einer gravierenden Akne zur Bildung von Keloiden und Narben gekommen ist (ich zitiere auszugsweise aus einem Referat von Prof. Dr. Ulrich Mrowietz, Abteilung Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Uni Kiel in „Pharmazeutiische Zeitung“):
…„Krankhafte Narben durch Akne bedürfen i.d.R. einer medizinischen Therapie. Zur Behandlung krankhafter Narbenbildung gibt es jedoch keine Patentrezepte. Die Therapie richtet sich individuell am Patienten aus. Dennoch gibt es internationale Empfehlungen, mit welchen Verfahren zu welchem Zeitpunkt behandelt werden soll. Grundsätzlich gilt, dass die besten Ergebnisse durch eine kombinierte Anwendung verschiedener Verfahren erzielt werden. …
… So früh wie möglich sollte bei klinischem Verdacht auf die Entstehung pathologischer Narben eine Therapie mit Druckbandagen oder Miedern angestrebt werden. Meist sind solche Bandagen Anfertigungen nach Maß und sollten mindestens Kompressionsklasse 2 sein. Diese Druckbandagen werden meist mehr als ein halbes Jahr getragen und haben sich besonders bei Verbrennungspatienten bewährt.
Eine wichtige Basistherapie stellen Silikongelfolien oder Silikongele dar, die auf die Narben aufgelegt oder aufgetragen werden. Es wird empfohlen, die Folien ganztägig zu tragen, die Gele zweimal täglich aufzutragen. Die Therapie dauert Monate und länger. …
… Häufig werden Corticoidkristalle in das Narbengewebe eingespritzt. Dabei kommt es langsam zu einer Verminderung der Narbendicke, Juckreiz wird unterdrückt. Diese Therapie sollte aber nicht mehr als drei- bis fünfmal in größeren zeitlichen Abständen durchgeführt werden.
Durch Anwendung von großer Kälte (meist Flüssigstickstoff, -196 °C) kommt es zu einem langsamen Umbau der Narbe, sie wird flacher und weicher. Allerdings kann es durch eine solche Vereisungsbehandlung (Kryotherapie) auch zu Krusten und Wunden kommen, die dann wieder das Narben-Wachstum aktivieren können.
Verschiedene nicht-abtragende Lasersysteme haben sich bei der Therapie pathologischer Narben bewährt. Vor allem mit dem Farbstofflaser lassen sich gute Ergebnisse hinsichtlich einer Minderung von Schmerz und Juckreiz erzielen.
Die Röntgenbestrahlung frischer Narben zur Verhinderung von Keloiden wird heute nur noch in ausgewählten Einzelfällen durchgeführt, ist aber eine gut dokumentierte und wirksame Therapie. …
… Bei allen plastisch-operativen Verfahren wird keine Entfernung der Keloide angestrebt, sondern versucht, mit der Keloidbildung einhergehende Probleme zu beseitigen. So können Narbenstränge bei Verbrennungs-Narben oder Keloiden, die zu Bewegungseinschränkungen oder starken Schmerzen führen, durch Techniken wie die „Z“-Plastik behandelt werden.
Da starker Narbenzug das aktive Wachstum von Keloiden fördert, kann durch derartige Maßnahmen häufig ein Wachstumsstillstand erreicht werden. In Einzelfällen kann auch eine chirurgische Reduktion der Größe des Keloids erzielt werden, wobei die Entfernung von Narbengewebe innerhalb der Grenzen des Keloids durchgeführt wird. Eine Heilung lässt sich durch diese Maßnahmen allerdings nicht erzielen.
Da Keloide auf dem Boden einer angeboren genetischen Disposition entstehen, kommt es bei jeder Verletzung der Haut zur erneuten Bildung von Keloiden. Daher führt eine normale chirurgische Entfernung zwangsläufig zur Entstehung eines neuen, größeren Keloids. Das vielfach durchgeführte Einbringen von Corticoidkristallen in die Wunde unmittelbar vor der abschließenden Naht ist ohne jeden Effekt.
Werden hypertrophe Narben oder Keloide mit Lasern abgetragen (z.B. Beispiel CO2-Laser, Er-YAG-Laser) Entfernung zwangsläufig zu einem Rezidiv.
Oberflächlich aufgetragene Narbencremes oder -gele haben keinen nachweisbaren Einfluss auf hypertrophe Narben und Keloide. Da der Krankheitsprozess tief in der Haut liegt, erreichen die in diesen Zubereitungen enthaltenen Substanzen nicht das Zielgewebe. Es wird vermutet, dass das bei der Anwendung empfohlene Einmassieren subjektiv als angenehm empfunden wird.“ …
… Neue Entwicklungen
Eine für andere Hauterkrankungen entwickelte Creme mit dem Wirkstoff Imiquimod kann auch off-label zu einer Art Prävention der Keloid-Entstehung verwendet werden. Jedoch existieren hierzu nur wenige Berichte in der wissenschaftlichen Literatur. Unmittelbar nach Abschluss der Wundheilung (z.B. nach Entfernung der Fäden) wird Imiquimod-haltige Creme so oft aufgetragen, dass es immer zu einer leichten Rötung/ Entzündungsreaktion kommt. Die Therapie muss mindestens über ein Jahr durchgeführt werden. …
… In der Entwicklung auf dem Gebiet der biotechnologischen Substanzen befinden sich unter anderem Antikörper gegen einen Wachstumsfaktor (TGF-beta 1-transformierender Wachstumsfaktor beta 1), dem eine große Bedeutung bei der Entstehung pathologischer Narben zugeschrieben wird. Auch der Botenstoff Interleukin-10 kann die Bildung von Keloiden unterdrücken. Ein entsprechendes Medikament ist ebenfalls in der klinischen Entwicklung.“ (Ende Zitat)
!Aktuelle Wissenschaft!
Impfstoff gegen Akne
Wissenschaftler der US-amerikanischen University of California in San Diego forschen bereits seit 2008 daran, einen Impfstoff gegen Akne zu entwickeln. Die Forscher um Dr. Chun-Ming Huang schlossen im September 2016 eine Kooperation mit einem Pharmaunternehmen und arbeiten in den kommenden zwei Jahren im Rahmen einer Testphase an der Herstellung des Impfstoffes.
Bislang führten die Wissenschaftler Versuche an Mäusen durch und testeten einen experimentellen Impfstoff, der P. acnes nicht zerstört, sondern nur außer Gefecht setzt. Nachdem die Mäuse Antikörper entwickelt hatten, untersuchten die Forscher die Wirkung des Serums mit den Antikörpern auf menschliche Talgzellen (Sebozyten)
Das Ergebnis:
Die schädliche, Akne hervorrufende Wirkung von P. acnes wurde verhindert. Als anschließend immunisierte Mäuse eine Injektion mit P. acnes erhielten, zeigte sich, dass die Schwellungen (beim Menschen wären das die Akne-Pickel) deutlich geringer ausfielen. Die Wissenschaftler folgerten daraus: Das Bakterium wurde nicht zerstört, sondern tatsächlich nur außer Gefecht gesetzt.
Die Akne verursachende Wirkung von P. acnes mit einem Impfstoff zu unterdrücken, scheint also guter Ansatz zu sein. Vor allem für die entzündliche Form der Akne könnte der Impfstoff ein hilfreicher Therapieansatz sein.
[Quelle: https://www.t-online.de/.../wissenschaftler-entwickeln-einen-impfstoff-gegen-akne.html]
Die Akne-Therapie aus Sicht der seriösen biologisch-naturheilkundlichen Medizin in der Übersicht.
Hier muss mehrgleisig – weitestgehend zu Therapiebeginn simultan – vorgegangen werden.
A. Optimierung des Säure-Basen-Haushaltes (SBH)
[aufgrund der entzündlichen Prozesse bei einer Akne, aber auch infolge der Nebenwirkungen von oralen chemisch-definierten Wirkstoffen, findet sich bei den Akne-Patienten, insbesondere bei schwereren Verläufen, eine Schieflage des Säure-Basen-Haushaltes hin zur Übersäuerung (Acidose) – hier muss gegengesteuert werden]
a. Basentabs pH-Balance Pascoe® (Pascoe)
Tbl
[Ergänzungsmittel mit basischen Mineralstoffen + Zink]
Ds individuell, je nach Urin-pH-Wert – i.d.R. Therapie über 4-6 Wochen
b. Verfahren der Regulationsmedizin
[z.B. Bioresonanz-Verfahren wie Oberon®, BICOM® u.a.]
B. Minderung der Freien Radikalen ()/Oxidativer Stress ()
(bei allen Krankheitsprozessen, bes. intensiv bei chronischen und/oder entzündlichen wie z.B. Akne kommt es zum kaskaden-artigen Anfluten von schädigenden Freien (Sauerstoff-)Radikalen/FR; was dann unweigerlich zum „Oxidativen Stress“ führt – hier muss gegengesteuert werden]
a. Antioxidans plus (Kyberg Vital)
Kps
[mehrere antioxidativ wirkende Substanzen u.a. reduz. Glutathion + Mineralstoffe]
Ds: je nach Klinik 1xtgl 1 Kps über 60 Tage
Bei schwerem Krankheitsstatus zusätzlich
b OPC Traubenkern-Extrakt (GloryFeel / Internet)
Kps
[Traubenkernextrakt mit 190mg OPC (Oligomere Proanthocyanidine) + 60mg Vitamin C]
Ds: i.d.R. 2xtgl 1 Kps über 60 Tage
c. Verfahren der Regulationsmedizin
[z.B. Bioresonanz-Verfahren, s.o.]
C. Eliminierung von Herden und Störfeldern + energetischen/elektro-
magnetischen Blockaden ()
[Krankheiten, auch latente und maskierte, stellen Herde & Störfelder im Organismus dar. Bei einer Akne sind Herde nachweisbar, auch, wenn noch keine Komedonen usw. an der Hautoberfläche zu sehen sind; hier muss gegengesteuert werden]
a. Derivatio®/-H (Pflüger)
Amp/Tbl
[= homöopathisches Komplexmittel]
Ind: umfassende Entgiftung & Ausleitung ()
TIPP:
Wirkungsverstärkung der Amp. durch Kombination mit (0,5 ml) Eigenblut! ()
TIPP:
auch als Akupunktur: MP 6 - BL 234 - KG 6 - LG 14 - LG 20 - HE 7 - LE 13
Ds: i.d.R. reicht eine orale Therapie über 60 Tage mit je Klinik 2-3xtgl 1 Tbl
Zusammen einzunehmen mit:
b. Lymphomyosot® N (HEEL)
Amp/Tbl
[= homöopath. Komplexmittel]
Ind: umfassende Ausleitung über das Lymphsystem
TIPP:
bd. Präp. als Mischspritze mit 0,5 ml Eigenblut tief-i.-m.!
Ds: i.d.R. reicht eine orale Therapie über 60 Tage mit 2-3xtgl 1 Tbl
c. Blutiges Schröpfen / Baunscheidtieren / Blutegel / Canthariden-Pflaster
d. Verfahren der Regulationsmedizin
[z.B. Bioresonanz-Verfahren; s.o.]
D. Stabilisierung des gesamten Immunsystems
[eine jede Krankheit hat negative Einwirkung auf die Leistungsfähigkeit des gesamten Immunsystems (IS); in besonderem Ausmaß chronische und entzündliche Krankheitsprozesse / hier muss gegengesteuert werden]
a. Thym Uvocal® plus (Strathmann)
Kps
[standardisierte Thymuspeptide (vom Kalb) + Selen + Zink]
Ds: bei leichtgradiger Akne reicht i.d.R. eine Therapie mit 1xtgl 1 Kps über 30 Tage; ggfls. Wiederholung nach 6 Monaten / bei mittelschwerer Akne sollte eine Therapie über mindestens 2-3 Monate erfolgen mit 2xtgl 1 Kps; ggfls. Wiederholung nach 6 Monaten / bei schweren Akne-Erkrankungen, bes. Akne conglobata & inversa sollte die Therapie entsprechend der Klinik als Langzeit-Therapie (bis weitgehender Abheilung) mit 2xtgl 1 Kps erfolgen.
Empfehlung:
Bei Fällen einer schwer- und bes. einer schwerst-gradigen Akne sollte zur Stabilisierung des gesamten IS 1-2x/Jahr und immer nach gravierenden Befundv--Verschlechterungen eine parenterale Therapie mit Präparaten der Organtherapie (OT) vorgenommen werden.
{hier beispielhaft mit homöopathisierten „suis-Injeel-Organ-Präparaten“ (HEEL) vom Schwein}
b. parenterale Organ-Therapie (OT) ()
mit:
Funiculus umbilicalis suis-Injeel (Nabelschnur)
Sanguis suis-Injeel (Zellen der drei Blut-bildenden Systeme)
Glandula thymi suis-Injeel (Thymus)
Splen suis-Injeel (Milz)
TIPP:
Alle zur Gesamt-Therapie bei den verschiedenen Akne-Formen und -Schwere-Graden infrage kommende HEEL-Organpräparate können gleichzeitig als „Misch-Injektion“ – zur Anwendung i.v. oder als Kurzinfusion (100ml) – kommen.
Ds: je nach Schweregrad Serie mit 5-10 Injekt. (alle 2-3-4 Tage) / Wiederholung je nach Klinik nach 4-6 Monaten
b. orale Therapie mit Präparaten der Mikro-Immun-Therapie (MIT)
[d.i. eine Behandlung mit homöopathisierten „Allopathika“ (= chemisch-synthetische oder humane Wirkstoffe)]
mit:
- LABO’LIFE-2L INFLAM (Labo’Life / Internet)
Kps mit darin enthaltenen Globuli
[Interleukine 1-1 Ra- 2-4-6-8-10-13 / Ciliäre neurotrophischer Faktor / Leukämie-hemmender Faktor / Onkostatin M / Plättchen-abgeleiteter Wachstumsfaktor / Prostaglandin E2 / Rantes (= chemotaktischer + aktivierender Faktor für menschl. Eosinophile) / Transformierender Wachstums-faktor-beta / Tumornekrosefaktor-alpha / Spezifische Nukleinsäuren]
Ds: bei leicht- bis mittelgradiger Akne genügt i.d.R. eine Therapie mit 1x1 OP mit 1xtgl 1 Kps über 30 Tage / ggfls. Wiederholung nach 6 Monaten
c. Verfahren der Regulationsmedizin
[z.B. Bioresonanz-Verfahren, s.o.]
d. Blutiges Schröpfen / Baunscheidtieren / Blutegel / Canthariden-Pflaster
Bleiben noch die Optionen zur spezifischen Akne-Therapie.
Eine Voranmerkung:
Bei leichtgradigen Akne-Fällen ist zumeist keine orale biologisch-naturheilkundliche Therapie erforderlich. Dennoch meine
Empfehlung:
e. Eigenblut-Nosoden (Auto-Sanguis-Nosode) ()
Glob
C-/D-Potenzen nach speziellem Einnahme-Schema entsprechend „akut“ bzw. „chronisch“ (s.u.)
{versch. Hersteller – u.a. Odilien-Apotheke, Eschweiler – Internet: Apodil.de oder Engel-Apotheke Freiburg/Br}
Einnahme-Schema „Eigenblut-Nosoden“ bei akuter Krankheits-Phase
(Einnahme-Dauer 4-5 Wochen)
C5/D5-Potenz: Montag bis Freitag jeweils 3xtgl. morgens nüchtern, Samstag + Sonntag pausieren, dann
C7/D7-Potenz: Montag bis Freitag jeweils 2xtgl. morgens nüchtern, Samstag + Sonntag pausieren, dann
C9/D9-Potenz: Montag bis Freitag jeweils 2xtgl. morgens nüchtern, Samstag + Sonntag pausieren, dann
C12/D12-Potenz: Montag bis Freitag jeweils 2xtgl. morgens nüchtern, Samstag + Sonntag pausieren, dann (sofern erforderlich)
C15/D15-Potenz: Montag bis Freitag jeweils 2xtgl. morgens nüchtern, Samstag + Sonntag pausieren
Einnahme-Schema „Eigenblut-Nosoden“ bei chronischem Krankheits-Verlauf
(Einnahme-Dauer 4-5 Monate)
C5/D5-Potenz: Montag, Mittwoch und Freitag jeweils morgens nüchtern über 4 Wochen,
danach
C7/D7-Potenz: Montag, Mittwoch und Freitag jeweils morgens nüchtern über 4 Wochen,
danach
C9/D9-Potenz: Montag, Mittwoch und Freitag jeweils morgens nüchtern über 4 Wochen,
danach
C12/D12-Potenz: Montag, Mittwoch und Freitag jeweils morgens nüchtern über 4 Wochen
danach (sofern erforderlich)
C15/D15-Potenz: Montag, Mittwoch und Freitag jeweils morgens nüchtern über 4 Wochen
Ab einer mittelschweren Akne hat sich – komplementär/additiv zur chemisch-definierten lokalen (externen) wie oralen (internen) Therapie – bewährt.
Empfehlung:
01 Eigenblut-Nosoden (Auto-Sanguis-Nosode)
Glob
(s.o.)
02 Acne-Nosode 2 (Remedia Homöopathie / Internet)
Glob
[Propionibacterium acnes Nosode]
Ds: zur Initialtherapie und nach signifikanter Progredienz Therapie über zumindest 1x1 OP (zu 10g Glob) mit 3xtgl 5 Glob D6 / Weiterbehandlung ggfls. mit 1xtgl 5 Glob D15
Bei schweren und schwersten Akne-Verläufen zusätzlich parenterale Therapie empfohlen:
03 MSM (Activalue® / Internet)
Vegane Kps
[1200 mg MSM = Methyl-Sulfon-Methan = organischer Scdhwefel + 80 mg natürliches Vitamin C, nach Dr. med. Wagner]
Ds: je nach Akne-Schweregrad und Verlauf individuell i.d.R. 1x1 Kps tgl
04 Akne Kps WALA® (WALA)
Kps
[Amethyst = Varietät von Quarz, Sandbirke/Hängebirke, Holzkohle, Kümmel-Öl, echtes Löffelkraut, Früchte des bitteren Fenchels, Blasentang, gewöhnlicher Erdrauch, Reisblei, Wachholder, Waldsauer-klee, Faulbaum-Rinde, Rosen-Blüten, große Kapuzinerkresse, große Brennesse, Feld-Stiefmütterchen]
Ds: i.d.R. 1x1 Kps morgens und 2 Kps abends
Empfehlung:
Bei Fällen einer schwer- und bes. einer schwerstgradigen Akne sollte zusätzlich zur oralen Therapie 1-2x/Jahr und immer nach gravierenden Befund-Verschlechterungen eine parenterale Therapie mit Präparaten der Organtherapie (OT) vorgenommen werden.
[hier beispielhaft mit „Regeneresen®-Organpräparate (Dyckerhoff)“ – biologisch aktive RNA/RNS vom Rind + Hefe –]
05 Akne-Plex® (VitaBasix)
Kps
= ausgewogene Kombiunation von Nährstoffen, Vitaminen, Enzymen und Spurenelementen für eine „gesunde“ Haut
[mit: Vit. A, C, Niacin, B6, B12, Pantothensäure, Calcium, Magnesium, Zink, Kalium, Schwefel, Bromelain, Thymus-Extrakt, RNA-Pulver, Klettenwurzel-Extrakt]
Ds: i.d.R. je nach Klinik zum Frühstück 2 Kps
06 Gammaglobulin (Remedia-Homöopathie, s.o.)
Glob
[homöopathisiertes humanes Immunglobulin G]
Ds: initial und bei signifikanter Befundverschlechterung über 1x1 OP (zu 10g) 3xtgl 5-7-10 Glob C5 * Langzeit-Therapie mit 1xtgl 5-7 Glob C15
07 parenterale Organ-Therapie (OT)
Akne-Therapie
Rezeptur nach Dr. med. Hanspeter Hemgesberg©
mit:
- Regeneresen®-Bindegewebe (Mesenchym) (3 Rezeptur-Einheiten/RE)
- Regeneresen®-Haut (3 RE)
- Regeneresen®-Hypophyse (Hirnanhangdrüse) (1 RE)
- Regeneresen®-Placenta masc./fem. (1 RE)
- Regeneresen®-Testes bzw. Ovar (1 RE)
- Regeneresen®-Hypothalamus (1 RE)
- Regeneresen®-Leber (2 RE)
- Regeneresen®-Nebennieren-Rinde (2 RE)
Und dazu:
- 175 mg Na-RNA Hefe
TIPP:
die Regeneresen®-Präparate über die örtliche Apotheke bei einem autorisierten Apotheker (Infos Hersteller) als ‚Sonderanfertigung‘ herstellen lassen in Amp zu 5 ml zur i.m.-/i.v.-Injektion
Ds: Starttherapie mit je Schweregrad der Akne mit 5-10 Inj. (i.v. / alle 3-4 Tage) – Wiederholung nach jeweils 6 Monaten mit 5 Injekt.
Hinweis:
Alternativ suis-Injeel-Organpräparate HEEL
Weitere Behandlungs-Optionen:
08 SEBOFOLLINERG (EBMA, Colmar/Frrankreich)
Präparat Nr. 903
(EMBA = European Bio Immun(G)ene Medicine Association)
[Bestellung über Pharmacie Hildegard / 45, rue August de Boeck – B-1140 Bruxelles / Fax: 0032 2242 7555 – Mail: hildegard@hildegard.info]
Kps mit darin enthaltenen Glob
= homöopathisiertes Arzneimittel „BI(G)MED“ mit rein natürlichen, humanen und chemisch-definierten Wirkstoffen und in einigen Arzneimitteln auch Mineralstoffe/ Spurenelemente, Vitamine und/oder Wirkstoffe von Pflanzen
[enthält: Zink-Gluconat, Androgen Rezeptor, Interleukin (IL) 1-beta 6, Tumor-Nekrosefaktor (TNF)-alpha, Desoxyribonukleinsäure, Ribonukleinsäure, Östradiol, Dihydro-Testosteron (DHT)]
Ind: zu empfehlen komplementär ab mittelschwerer bis schwerer Akne
Ds: i.d.R. 1xtgl 1 Kps / angfangs mindestens je nach Schwergrad über 3-6 Monate
09 OROPROCICA/MIR (EBMA, Colmar/Frrankreich)
Präparat Nr. 904
(Bestellung s.o.)
Kps mit darin enthaltenen Glob
= homöopathisiertes Arzneimittel „BI(G)MED“ mit rein natürlichen, humanen und chemisch-definierten Wirkstoffen und in einigen Arzneimitteln auch Mineralstoffe/ Spurenelemente, Vitamine und/oder Wirkstoffe von Pflanzen
[enthält: Fibroblasten Wachstums-Faktor/FGF, Insulin-like-Growth-Factor/IGF-1, Arginin, Epidermaler Wachstums-Faktor/EGF, Desorxyribonukleinsäure, Ribonukleinsäure]
Ind: zu empfehlen komplementär ab mittelschwerer bis schwerer Akne und ganz besonders bei „Akne-Narbenbildung“ und „Akne-Keloiden“
Ds: wie oben
TIPP:
Beide Präparate können auch gleichzeitig – das eine morgens, das zweite abends -. Eingenommen werden / insbes. zu empfehlen bei gravierender Akne
10 PROCICA Gel (EBMA, Colmar/Frrankreich)
Präparat Nr. 906
(Bestellung s.o.)
Gel
= homöopathisiertes Arzneimittel „BI(G)MED“ mit rein natürlichen, humanen und chemisch-definierten Wirkstoffen und in einigen Arzneimitteln auch Mineralstoffe/ Spurenelemente, Vitamine und/oder Wirkstoffe von Pflanzen
[enthält: Vom Gehirn stammender neurotropher Wachstumsfaktor/BNDF, Epidermaler Wachstumsfaktor/EGF, Desoxyribonukleinsäure, Ribonukleinsäure, N-Acetylglucosamin, Ringelblume, Gelbwurz-Wurzel, Arginin]
Ind: lokale Therapie bei Akne
Ds: je nach Klinik mewhrmals tgl. auf die betroffenen Areale auftragen
11 Akne-Wasser (WALA)
Mischung zum äußerlichen Gebrauch
[mit u.a. Kastanie, Gänseblümchen, echter Wundklee, Ringelblume, blasser Sonnenhut, große Kapuzinerkresse + foetale Haut + Nabelschnur + Plazenta + Nebenniere (alle Organpräparate homöopathisiert vom Rind)]
Ds: individuell
12 Akne-Gesichtsdampfbad (WALA)
Mischung zum äußerlichen Gebrauch
[mit Gänseblümchen + große Kapuzinerkresse]
Als Gesichtsdampfbad - auch in einem Verdampfer - anzuwenden!
Ds: je nach Schwergrad der Gesichtsakne 1-3x/Woche bis 1xtgl – dazu 2 Esslöffel der Tinktur auf ½ Liter Wasser (bei Gesichtsdampfbäder muss das Wasser sehr heiß sein) geben; nach dem Gesichts-dampfbad die Haut mit kaltem Wasser abspülen und vorsichtig abtrocknen.
13 Organic Acne Lotio (Biovera®)
Lotion
[mit u.a. echte Aloe, Guargummi, Laurinsäure aus Kokosnuss, Karitébaum/ Schibutterbaum, Ölpalme, Kakaobutter, Traubenkern-Öl, Jojoba-Öl, Apfelsäure, Färberdistel-Öl, Reiskleie-Extrakt, Zitronensäure, Rosmarin-Extrakt, Oregano-Öl, Thymian-Öl]
Zur äußerlichen Anwendung
14 Verfahren der Regulationsmedizin
[z.B. Bioresonanz-Verfahren, s.o.]
Zuletzt noch die unerlässlichen „Eigenleistungen“ des Akne-Patienten.
Das sind:
a) Selbst- und Stress-Management
b) Genussmittel-Konsum
c) Ernährung
d) Hygiene, Körperpflege und Abhärtung
A. Selbst- und Stress-Management
a. Respiratorisches Biofeedback („Atemfeedback“) nach Prof. HansCarl Leuner
b. Farbtherapie nach Prof. Max Lüscher
c. Musiktherapie nach Getrud Orff
d. Atemtherapie („Erfahrbarer Atem“) nach Prof. Ilse Middendorf
e. Entspannungstherapie/Entspannungsverfahren
(bes. geeignet: Autogenes Training/AT und Yoga)
Hinweis zur „arzneilichen“ Therapie:
Bei manifesten psychischen/psychosomatischen Störungen und Erkrankungen – insbes. bei Panikstörungen, affektiven Störungen, Depressionen mit psychotischen Syndromen – sollte immer eine fachärztliche Untersuchung und Behandlung (Psychiater, Psychologen, Arzt für Psychosomatische Medizin) erfolgen.
Dabei stehen im Vordergrund der Therapie psychotherapeutische Interventionen {u.a. Stress-Bewältigungs-Strategien und mit verhaltens-therapeutischem Ansatz} und erforderlichenfalls auch unter Kontrolle der Einsatz von chemisch-definierten Psychotherapeutika, Anxiolytika & Neuroleptika.
M.M.n. hat eine biologisch-naturheilkundliche seriöse Therapie ihre Berechtigung einmal bei geringgradigen und temporären psycho-somatischen und psychischen Störungen und dann komplementär zur schulmedizinischen Behandlung!
So können – je nach Beschwerdebild – eingesetzt werden:
1. biolog.-naturheilkundliche Arzneimittel
[Hopfen – Hafer – Melisse – Rosenwurz-Wurzel – Lavendel – Passionsblume - Samen der Afrikan. Schwarzbohne - metall. Zink, Gold u.a.m. – sowohl als Monopräparate wie als Komplexmittel und als Fixkombinationen – ich präferiere ‚standardisierte Phytotherapeutika‘]
B. Genussmittel-Konsum
Unstrittig:
Rauchen ist ganz generell ein Risiko-Faktor für die Gesundheit.
Das gilt auch für die Akne!
Tabakwaren enthalten etliche entzündungs-fördernde Substanzen und außerdem werden durch das Rauchen die Blutgefäße und bes. die kleinen Arterien und die Kapillaren eng-gestellt und dadurch wird die Haut wird vermindert bzw. unzureichend mit essentiellen Vitalstoffen (Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine) und mit Sauerstoff versorgt! Mit dem Ergebnis, dass einerseits durch das Rauchen die Entstehung einer Akne als auch deren verlauf gefördert wird.
[eine großangelegte Studie der Universitäten von Hamburg + München hatte u.a. zum Ergebnis, dass signifikant mehr Raucher Probleme hatten mit Akne als Nichtraucher]
Fazit:
Akne-Patienten sollten möglichst sofort und für immer das Rauchen beenden!
Beim Alkohol-Konsum ist das nicht so klar wie beim Rauchen.
Fakt ist heute, dass Alkohol keinen direkten = unmittelbaren negativen Einfluss auf die Haut und somit auch keinen Risikofaktor für Akne-Erkrankung darstellt.
Aber:
Alkohol hat einen indirekten = mittelbaren negativen Einfluss und zwar dergestalt, dass durch Alkohol die Leber – sie ist unser „zentrales Stoffwechsel- und Entgiftung-Organ“ mit außerdem wichtiger Funktion für das Immunsystem – belastet wird und so insbesondere die Entgiftungsfunktion (d.h. die Unschädlichmachung von Schad- & Giftstoffen, Stoffwechselendprodukten = Stoff-wechselschlacken u.a. von der Haut und den Haut-Anhangsgebilden) und die Stoffwechselfunktion (d.h. die bedarfsgerechte Versorgung z.B. von Haut und Anhangsgebilden mit lebens-notwendigen Vitalstoffen + Nährstoffen) nicht mehr gewährleistet ist. Das wiederum begünstigt Erkrankungen von/an Haut und Anhangsgebilden.
Großangelegte wissenschaftliche Studien haben es inzwischen eindeutig belegt – was vielfach schon früher vermutet worden war –, dass Süßigkeiten aller Arten – fest und flüssig – nicht nur eine bestehende Akne verstärken (können), oder die Akne in der Heilung einbremsen (können), sondern sogar eine Akne auslösen (können). Heute kann als gesichert gelten, dass Nahrungsmittel – hier die „Hoch-Glykämischen Kohlenhydrate“ – die ‚Ursache‘ sind (s. Ernährung, unten).
Fazit:
‚Harte Alkoholika‘ sollten gänzlich weggelassen werden und die übrigen Alkoholika nur gelegentlich und limitiert getrunken = „genossen“ werden!
Was für und zu Süßigkeiten gesagt ist, das gilt ebenso für Fett-Gebackenes + Salziges (z.B. Chips, Erdnüsse geröstet & gesalzen usw. aber auch süßes Fettgebackenes wie Krapfen).
Fazit:
Fettgebackenes und Salziges sollte bei einer akuten „aufgeblühten“ Akne vollends weggelassen werden; ansonsten nur gelegentlich und limitiert gegessen werden!
C. Ernährung
Bis zur großangelegten Studie der renommierten US-Wissenschaftlerin Dr. Loren Cordain (Colorado State University, Fort Collins/USA / Spezialgebiete: Ernährungs- und Übungs-Psychiologie – Er ist renommierter Verfechter der sogen. „Paläolithinischen Diät“) war die Medizin auf Mutmaßungen angewiesen, dass die in den westlichen und zumal Industrie-Nationen bevorzugte Ernährung ein gewichtiger Risikofaktor für eine Akne sei.
Ausgegangen wurde dabei von der Tatsache, dass Akne in den sogen. ‚Nicht-industriellen Ländern‘ nicht oder nur selten vorkommt. In diesen Ländern ist es zu einer auffallenden Zunahme an Akne gekommen, seit der ‚westliche Lebensstil‘ übernommen worden war. Mit der Studie von Cordain ist gesichertes Wissen:
„Hoch-Glykämische Kohlenhydrate – d.s. Kohlenhydrate (KH) mit einem hohen bis sehr hohen Glykämischen Index (GLYX) wie Getreideprodukte, Brot & Backwaren, Kuchen, Fettgebackenes und Salziges und Süßigkeiten aller Arten – verursachen und unterhalten gerade jene hormonellen Veränderungen und Verschiebungen, die in Korrelation zu einer Erkrankung an Akne stehen! Denn diese KH erhöhen den Blutzucker-Spiegel mit der unausweichlichen Folge, dass der Organismus vermehrt Insulin produzieren muss.
Die nächste Folge:
Durch diesen Prozess werden weitere Hormone und besonders ein Wachstumsfaktor – Insulin-like Growth-Factor-1 (IGF-1) – beeinflusst, wodurch letztlich eine erhöhte Produktion von Fetten (Fettsäuren) in der Haut ausgelöst wird, die ihrerseits dann zur ‚Verstopfung‘ von Hautporen führt. In diesen verstopften Poren finden Bakterien allerbeste Vermehrungsorte; dies trägt dann zur Entwicklung einer Akne bei. Damit schließt sich der „negative Kreislauf“!
Außer und neben KH und Zuckerwaren sind aber auch weitere Nahrungsmittel bzw. deren Bestandteile vielmals für eine Akne förderlich, so Milch und Milchprodukte (insbes. mit einem hohen Fettanteil) und tier. Eiweiß.
Diese Nährstoffe ‚verstecken‘ sich wiederum unterschiedlich konzentriert in verschiedensten Nahrungsmitteln. Schokolade enthält viel Zucker, Joghurt viel Milch, Narhrungsergänzungen für Body-Building viel Eiweiß.
Galt vor wenigen Jahren noch, dass Kohlenhydrat-haltige Nahrungsmittel die Basis der Ernährung bilden sollten, ist diese Empfehlung inzwischen überholt.
Als Grundlage optimaler moderner Ernährung gelten heute Obst und Gemüse. Tierische Proteine sollten von Geflügel und Fisch kommen. Nahrungsmittel mit „langsamen Kohlenhydraten“ wie Vollkornbrot, Kartoffeln, Nudeln und Reis ergänzen lediglich diese Ernährung, sollten aber nicht die Basis bilden.
Eine gewisse Menge „langsamer Kohlenhydrate“ – d.s. KH, die nur zu einem langsamen Anstieg des Blutzuckerspiegels führen und außerdem regelmäßig frisches Obst – um den Hunger nach Süßem zu stillen, sind genau das Richtige, um die Haut-Gesundheit zu fördern.
Bleibt die Frage:
Wie sollte sich eine Ernährung gestalten bei Akne?
Vorweg:
Kein Akne-Patient muss unablässig leben wie ein Asket!
D.h.
Gelegentliche „Ernährungssünden“ sind nicht nur gestattet, sondern vielmehr erwünscht. Das steigert einmal die Lebensfreude und anderseits wird so leichter die empfohlene Ernährung eingehalten.
Die Ernährung sollte basieren auf einer stets frischen, basen-überschüssigen bedarfs-gerechten Vollwertkost mit einem „Niederen Glykämischen Index“ – das sind insbesondere reichlicher Verzehr von Obst, Gemüse & Salaten, nach der Regel „Five-a-Day“ („5x am Tag“) –! Dazu regelmäßig frischen Fisch, bes. Seefisch.
Zusatzfrage:
Kann und sollte ein Akne-Patient (heil-)fasten?
Uneingeschränkt „JA“!
Ein 6-8-tägiges Heilfasten ist sogar sehr zu empfehlen, besonders für schwerere Krankheitsverläufe (allerdings sollte ein Fragen von Fasten und Heilfasten erfahrener Arzt den Heilfastenden begleiten).
Ganz gleich, ob ein Heilfasten nach Franz-Xayer Mayr, nach Otto Buchinger oder Hellmuth Lützner oder Johann Schroth, wichtig ist, dass einmal das Heilfasten beendet wird mit einem sogen. „Fastenbrechen“ und danach der „Kostaufbau“ erfolgt und während der Zeit des Heilfastens eine äußere und innere Entschleunigung mit Reizabschirmung erfolgt.
Um gleich mit einem Irrtum aufzuräumen:
Heilfasten hat absolut nichts zu tun mit Abnehmen!
Aber:
Heilfasten ist ein umfassendes Revirement für den gesamten Organismus auf allen seinen Ebenen, eine „General-Katharsis“.
Heilfasten eröffnet die Chance, das Hautbild entscheidend zu verbessern. Der Verzicht auf Alkohol und Nikotin sowie eine verminderte Aufnahme sogen. „schneller Kohlenhydrate“ wie sie in Weißbrot und Süßigkeiten enthalten sind, zeigen rasch Wirkung.
„Ganz allgemein gesprochen geht es bei einem solchen Heilfasten = „heilendem Fasten“ um das Niedrighalten des Blutzuckerspiegels. Und damit um der fatalen Reaktionskette, an deren Ende die Ausbildung einer Akne oder deren Potenzierung steht!
Fazit:
Heilfasten – ein Versuch ist’s auf jeden Fall wert!
D. Hygiene, Körperpflege und Abhärtung
Hier kann ich mich kurz + knapp fassen.
Beginnen wir mit der Hygiene bzw. den Hygienemaßnahmen:
Gründlich aber in keinem Falle übertrieben und zu penibel!
Zur gesamten Körperpflege nur so viel:
Keine chemischen, parfümierten Reinigungs- und Körperpflege-Mittel!
An deren Stelle die umfangreiche Palette an Pflege- und Reinigungs-Mittel der Firma sebamat® – sebamed® Produkte bes. auch für die „empfindliche“ Haut –, die Reinigungs- und Pflegeprodukte und die Produkte für die Haut-Regeneration von Dr. Hauschka, um nur diese beiden Hersteller zu nennen.
Unabhängig von den verwendeten Produkten sollte unbedingt eingehalten sein:
Der Akne-Patient sollte sich für die regelmäßige und gründliche – aber nicht übertriebene! – Körperpflege genügend Zeit nehmen und lassen!
Abhärtung tut not!
Ganz generell und allgemein und speziell bei Akne.
Fakt ist, dass durch Abhärtung das Immunsystem gestärkt wird und der Mensch weniger anfällig wird gegenüber Krankheiten bes. Infekten.
Der Katalog an Maßnahmen ist groß, viele Anwendungen sind ohne sonderlichen Aufwand zuhause auszuführen, so u.a. Güsse, Wassertreten (in der Badewanne), kaltes (Nach-)Duschen, kalte Abreibungen, Trockenbürsten, Wechselduschen aber auch Sauna. Und nicht zu vergessen:
Regelmäßige, moderate körperliche Aktivität (vom schlichten Spaziergang bis zur Wanderung, aber auch Sportarten Outdoor).
Das soll genügen.
Akne-Therapie-Ziel
Hier reicht der Slogan:
„Nie wieder Akne!“
Akne Prognose
Bei vielen Akne-Betroffenen heilt die Akne „ohne bleibende Folgen“ ab.
Wichtig und unerläßlich ist allerdings, dass die/der Betroffene seine Lebensweise konsequent umstellt. D.h.:
1.a Nie an den Akine-„Pusteln“ herum-manipulieren und in keinem Falle diese „ausquetschen“
2. Richtige Haut-Hygiene und Hautpflege
3. Meidung von zuviel an Sonnenbestrahlung
4. Alkohol soweit als möglich meiden, insbes. ‚harte Alkohoholika‘
5. Rauchen gänzlich einstellen
Außerdem
6. (übermäßigen) Stress meiden
Last not least
6. Damit keine Narben zurückbleiben, die Akne konsequent und
„geduldig“ (aus-)behandeln.
Leider aber auch:
Insbesondere bei den höher-/schwerergradigen Akne-Verläufen
Rosacea
Definition
Bei der Rosacea - auch Rosazea – handelt es sich um eine chronisch verlaufende entzündliche und nicht-ansteckende Haut-Erkrankung mit bleibenden und anfallsartig auftretender entzündlicher Rötung der Haut infolge verstärkter Durchblutung durch Gefäß-Erweiterung und Teleangiektasien sowie entzündlichen Episoden (d.s. durch Verschlechterung/ Verschlimmerung der Symptome = Exazerbation gekennzeichnete Verläufe der Grunderkrankung) mit Papeln und Pusteln im Gesicht.
Synonyme:
Kupferrose, Winzernase, Knollennase, Kupferfinne
Mit Fachnamen: Acne rosacea
Vorkommen (Epidemiologie)
Im Gegensatz zur Acne vulgaris – sie kommt ab der Pubertät bis zum frühen Erwachsenenalter vor – tritt die Rosacea bei Männern bevorzugt ab dem 50. Lebensjahr auf. Frauen erkranken daran zumeist früher ab einem Alter von ca. 35-40 Jahren.
Charakteristisch ist ein zumeist beginnender schleichender Verlauf. Erste Anzeichen finden sich oftmals bereits ab dem dritten. Lebens-Jahrzehnt.
Circa 10 Millionen Deutsche leiden an/unter Rosacea. Damit ist diese Hauterkrankung nach Akne die zweithäufigste Hauterkrankung. 60% aller Betroffenen sind Frauen.
Aber:
Viele an Roacea-Erkrankte wissen nicht, dass sie daran erkrankt sind bzw. die Hautkrankheit ist nicht als Rosacea diagnostiziert.
Bei Männern tritt die Krankheit vielmals verstärkt auf, so z.B. als „Winzer- oder Knollen-Nase“ (Rhinophym) – die Haut der Nase verformt sich dabei knollig, es entstehen Wucherungen des Bindegewebes und der Talgdrüsen - auch genannt „Kartoffel-Nase“.
Im Kindes- und Jugenlichen-Alter ist Rosacea äußerst selten.
Hellhäufige Menschen - z.B. so in den ‚Nordischen Ländern‘, aber auch in England – sind mit ca. 10-12% der Bevölkerung mit am häufigsten betroffen. In Ländern mit dunklerhäufigen Menschen wie z.B. in Spanien und Portugal sowie in Nordafrika liegt die Rosacea-Häufigkeit nur bei ca. 2%.
Ursache(n) (Ätiologie)
Gegenwärtig (Stand Sommer 2021) sind die Ursache(n) der Rosacea immer noch nicht genau aufgeklärt. Das gilt auch für die Tatsache, warum hellhäutig(er)e Menschen häufiger betroffen sind gegenüber dunkelhäutig(er)en.
Gegenwärtig wird davon ausgegangen, dass dem Auftreten der Erkrankung ein „Vererbungsproblem“ - bisher nicht näher definiert - zugrunde liegen kann/könnte oder es sich um eine „Autoimmun-Krankheit“ handeln könnte.
Als potentielle Co-Faktoren, die eine Rosacea begünstigen bzw. aktivieren können, gelten heute:
01. überstarke Sonnen-Exposition („lange Sonnenbäder“ z.B. im Urlaub)
02. starke UV-Strahlung
03. Hitze, Kälte und starker Wind
04. trockene Heizungswärme
05. (zu) heißes Baden, Duschen, Sauna
06. Alkohol (bes. Langzeit und erhöhter Konsum)
07. Tabakkonsum (bes. Langzeit und erhöhter Konsum)
08. scharf-gewürzte Speisen
09. sehr heiße Getränke
10. Haut-reizende Gesichts-Pflegemittel
11. Gefäß-erweiternde Arzneiwirkstoffe
12. Psychische Faktoren wie u.a. Stress
Pathomechanismen und Verlauf
Eine Rosacea nimmt ihren Beginn mit einer entzündlichen Rötung der Haut infolge verstärkter Durchblutung durch Gefäßerweiterung („Erythem“). Diese Erytheme sind anfangs nur zeitweise auftretend, im weiteren Verlauf bleiben sie bestehen.
Der weitere Verlauf erfolgt in Schüben.
Während eines Schubs kommt es im Bereich der Erytheme zur Ausbildung von Teleangiektasien (d.s. sichtbare Erweiterungen oberflächlich gelegener kleinster Blutgefäße - z.B. Kapillaren - von Haut und Schleimhaut) mit Schädigung des Gefäßendothels. Die Endothelschädigung bewirkt letztendlich das Erythem.
Durch Flüssigkeitsaustritt aus den erweiterten Gesichtskapillaren werden Entzündungsmediatoren (d.s. körpereigene Stoffe, die eine Entzündungsreaktion des Körpers einleiten oder aufrechterhalten) in das Interstitium (d.i. in medizinische Begriff für den Raum zwischen Gewebe, Organen oder Zellen. Auch das Bindegewebe rund um Organe kann als Interstitium bezeichnet werden) freigesetzt, die Entzündungszellen wie Granulozyten anlocken.
An diesen entzündeten, ödematösen Stellen bilden sich Papeln. Durch bakterielle Superinfektion können sich aus den Papeln eitrige Pusteln bilden. Auch wurden Demodex folliculorum-Milben in den Pustelherden aufgefunden. Unklar ist, ob die Besiedlung der Pusteln durch diese Milben die Ursache der Rosazea, oder lediglich ein Begleitphänomen ist.
Charakteristisch ist die tiefrote kupferartige Farbe der krankhaften Hautveränderungen.
Auch wird der Zusammenhang mit Helicobacter pylori diskutiert. Fakt ist:
Nach Eradikation (= komplette Auslöschung eines Krankheitskeimes aus dem Körper) dieses Bakteriums aus dem Magen kommt es zur Verbesserung der Rosazea.
Bei Rosacea-Patienten konnte eine erhöhte Aktivität reaktiver Sauerstoffradikale, die zu Gefäßdilatation und Schädigung führen, gezeigt werden. Darauf aufbauend folgt eine chronische Entzündungsreaktion, welche das klinische Bild des Erythems mit Papeln und Pusteln bestimmt. Die Lymphgefäße können mitbeteiligt sein, woraus eine ödematöse Schwellung resultiert.
Die Rosazea beginnt immer im zentralen Gesichtsbereich - „um die Nase herum"- und breitet sich von dort auf Stirn und Kinn aus.
Wie lange ein Rosacea-Schub andauert, lässt sich nicht mit Sicherheit vorhersagen und hängt stark von der Therapie und der Behandlung ab und nicht zuletzt von der Compliance des Patienten.
Rosacea-Verlaufsstadien
Im Krankheitsverlauf einer Rosacea sind insgesamt 4 Verlaufs-Stadien zu unterscheiden:
Vorstadium
Rosacea-Diathese
[Disposition für die Erkrankung]
Typisch für diese erste Phase der Rosacea sind flüchtige und plötzlich auftretende Hautrötungen (Erytheme), die auch als Flush bezeichnet werden. Diese Rötungen gehen meist so schnell wie sie gekommen sind und betreffen hauptsächlich Wange, Nase, Kinn und den mittleren Stirnbereich. Selten reichen die Rötungen bis an den Hals, zur Brust oder in den Nacken.
Stadium I
Rosacea erythematosa teleangiectatica
Die flüchtigen Hautrötungen stabilisieren sich und verschwinden nicht einfach wieder, sondern bleiben dauerhaft bestehen. Es bilden sich Äderchen auf den Wangen aus, die abhängig vom Patienten unterschiedlich stark sichtbar sind. Ein Brennen, Jucken und Stechen der Haut sind ebenfalls Symptome dieses ersten Schweregrades. Sie können mit trockener und schuppender Haut einhergehen.
Stadium II
Rosacea papulopustulosa
Zusätzlich zur andauernden Rötung, zum Juckreiz und zum Brennen treten nun entzündliche Bläschen (Pusteln) und Knötchen (Papeln) auf, die sich in einigen Fällen zu Lymphödemen im Gewebe des Gesichts weiterentwickeln können. Das sind Ansammlungen von Flüssigkeiten in der Gesichtshaut. Die Symptome verschwinden erst nach mehreren Wochen wieder und können leicht mit einer Akne verwechselt werden. Allerdings bilden sich bei der Rosacea im Unterschied zur Akne keine Komedone (Mitesser) aus.
Stadium III
Glandulär-Hyperplastische Rosacea
Beim schwersten Grad der Rosacea entstehen knollenartige Wucherungen an den Talgdrüsen und dem Bindegewebe. Diese sind im Volksmund auch als Knollen- oder Kartoffelnase (Rhinophym) bekannt. Ausschließlich Männer sind von diesen Wucherungen an der Nase betroffen. Dieser starken Ausprägung folgt eine besonders starke psychische Belastung.
Sonderformen:
Rosacea nach einer Schwangerschaft
Eine Sonderform der Rosacea betrifft ausschließlich junge Frauen nach einer Schwangerschaft und entwickelt sich äußerst schnell. Die Ursache ist noch unbekannt. Auf Stirn, Wangen und Kinn befinden sich bei der Rosacea fulminans erhöhte miteinander verbackene Knoten und viele Pusteln, die sich aufgrund einer erhöhten Talgproduktion ausbilden.
Rosacea conglobata
Bei dieser Rosacea-Manifestation liegen große inflammatorische Knoten, Plaques mit Infiltration und Induration vor. Sie tritt nur im Gesicht auf.
Rosacea fulminans
Die Rosacea fulminans ist die Maximal-Variante dieser Erkrankung. Sie tritt ausschließlich bei jungen Frauen und gehäuft in und nach einer Schwangerschaft auf. Klinisch ist sie gekennzeichnet von einer Seborrhoe, großen elevierten, verbackenen Knoten und zahlreichen Pusteln.
Granulomatöse Rosacea
Diese schwer zu therapierende Rosaceaform ist charakterisiert von bräunlich-rötlichen Papeln und Knötchen.
Persistierende Ödeme bei Rosacea (Morbus Morbihan)
Bei dieser Rosaceaform kommt es zu einer verstärkten Beteiligung der Lymphgefäße. Daher ist die Klinik geprägt von derben kaum eindrückbaren Ödemen, die besonders an Wangen, Nase und Stirn auftreten.
Steroid-Rosacea
Eine länger andauernde topische oder systemische Kortikosteroidtherapie kann zur Entstehung einer Steroidrosacea führen. Bei dieser Erkrankung sieht man regelmäßig ein massives Vorliegen von Demodex-Milben.
Nach Absetzen der Glukokortikoide erfolgt in der Regel nach einer anfänglichen Exazerbation eine Abheilung.
Rosacea Komplikationen
Bei schweren Verlaufsformen kann es im Rahmen akuter Schübe zur Ausbildung derber Knoten kommen, die zur Auftreibung der Haut führen. Eine bevorzugt bei Männern auftretende schwere Komplikation ist die Ausbildung eines Rhinophyms, die durch eine Hypertrophie der Talgdrüsen im Bereich der Nase bedingt ist.
Bei einem kleinen Teil der Betroffenen kann das Auge in Form einer Konjunktivitis, Blepharitis und/oder Keratitis mitbeteiligt sein; es handelt sich um eine Ophthalmo-Rosazea.
Unerkannt bzw. unbehandelt kann sie zu Hornhaut-Ulzerationen, Narbenbildung auf der Hornhaut und Erblindung führen.
Die okuläre Rosazea kann vor oder auch zeitgleich mit der kutanen Manifestation auftreten.
Hinweis:
Die Zusammenarbeit mit einem Augenarzt ist in der Frühphase dieser Krankheitsform unbedingt notwendig!
Rosacea Differentialdiagnose
Zu allererst abzugrenzen ist eine Rosacea gegenüber einer Acne vulgaris. Unterscheidungskriterien sind das höhere Alter beim Auftreten der Krankheit, das Fehlen von Komedonen („Mitessern“) und die geringer ausgeprägte Seborrhoe (die Überproduktion von Fetten durch die Talgdrüsen der Haut).
Eine weitere zu unterscheidende Krankheit ist die sogen. „Couperose“. Bei einer Couperose (franz. für „Kupferrose“ oder „Kupferfinne“) handelt es sich um eine genetisch bedingte Erweiterung der kleinen oberflächlichen Blutgefäße in der Haut. Zu Couperose neigende Haut geht einher mit Rötungen, Trockenheit und hoher Empfindsamkeit. Typisch sind einzelne sichtbare kleine Äderchen bis hin zu diffusen Rötungen im Gesicht - hier vor allem im Bereich der Nase und der Wangen - und im Dekolleté.
Couperose gilt als mögliche Frühform von Rosacea.
Eine weitere sehr wichtige Differentialdiagnose ist die Autoimmun-Krankheit „Lupus erythematodes/LE“ - die ‚Schmettlingsflechte‘ -. Sie verläuft ebenfalls schubförmig; es kommt jedoch außer den entzündlichen Veränderungen im Gesicht v.a. zu Entzündungen an der haut generell, sowie an Gelenken, Organen und dem nervensystem.
Weitere auszuschließende Hauterkrankungen – in den Rosacea-Stadien – sind:
Stadium I
Dermatomyositis, Mastozytose, allergisches Kontaktekzem
Stadium II
Akne papulo-pustulosa, periorale Dermatitis, allergisches und/oder toxisches Kontaktekzem
Stadium III
Lupus pernio, eosinophiles Granulom
Rosacea Symptomatologie
Folgende Symptome treten bei einer Rosacea auf:
Hautrötungen im Gesicht
Empfindliche Gesichts-Haut
Juckreiz, Brennen, Stechen der Gesichts-Haut
Entzündliche Bläschen im Gesicht
Schmerzende Knötchen im Gesicht
Lymphödeme
(d.s. sicht- und tastbare Flüssigkeits-Ansammlungen im Zellzwischenraum. Hervorgerufen durch mechanische Insuffizienz des Lymphgefäß-Systems, das die interstitielle Flüssigkeit nicht mehr ausreichend über die Lymphgefäße abtgransportieren kann)
knollenartige Wucherungen z.B. Nase
Rosacea Diagnostik
Eine eingehende Anamnese einhergehend mit einer klinischen Inspektion des Kranken sicvhert zumeist bereits die Diagnosem „Rosacea“.
Bei Augen-Symptomen ist eine umgehende Untersuchung beim Augenarzt erforderlich.
Bei Verdacht auf Lupus erythematodes sind weitergehende Untersuchungen - z.B. Labor - angezeigt.
Rosacea Therapie
Zunächst einmal gibt es kein „primäres Heilmittel“ für Rosacea im Gesicht.
Aber:
Die verschiedenen Stadien und Sonderformen lassen sich aber mit spezifischen Therapie-Strategien gut kontrollieren. Wichtig ist, dass Betroffene frühzeitig gemeinsam mit ihrem Hautarzt - optimalerweise mit einem Dermatologen - einen „individuellen Behandlungsplan“ erarbeiten und sich daran halten.
Der erste Behandlungsschritt:
D.h.: soweit als nur möglich die Vermeidung von Rosacea-auslösenden bzw. -begünstigenden Faktoren wie z.B. zuviel Sonnen-Aussetzung, Rauchen & Alkohol-Konsum, Haut-reizende Kosmetika, Essen von spezifischen Lebensmitteln.
Ein TIPP für Männer:
Um unnötige Hautreizungen zu verhindern, sollten Sie sich lieber trocken als nass rasieren und scharfe Klingen an der Gesichtshaut vermeiden.
Die weiteren Behandlungsschritte:
Hier muss individuell und je Schweregrad/Stadium bzw. Sonderform der Rosacea behandelt werden.
So reicht es z.B. völlig aus bei einer Rosacea-Vorstufe bzw. einer leichten Form von Rosacea diese mit einer „Gesichts-Intensivpflege“ zu behandeln.
Dazu werden medizinische Präparate in aller Regel nicht benötigt.
Empfehlung:
Antirougeurs Pflegelinie (Eau Thermale Avène)
Ab Rosacea-Stadium I/II kommen verschreibungspflichtige, entzündungs-hemmende Präparate zur internen wie externen Anwendung.
Speziell die Wirkstoffe Metronidazol, Azelainsäure, Tetracyclin und Clindamycin bringen gute Ergebnisse in der Bekämpfung von Rosacea.
Neben arzneilichen Therapien können individuell zum Einsatz kommen:
Laser- und Licht-Behandlungen
Hartnäckige Rötungen, bedingt durch die Rosacea, können mit Laser- und Licht-Strahlen behandelt werden. Vor allem lang anhaltende Rötungen und Gefäß-Erweiterungen lassen sich durch diese Form der Therapie gut beseitigen.
Die betroffene Haut wird mit gebündelten Lichtstrahlen therapiert.
Ansonsten kommen noch IPL-Laser (Intense Pulsed Light) zum Einsatz.
In diesem Verfahren werden Lichtimpulse abgegeben, welche die Blutgefäße zusammenschweißen. Roscacea-Symtome wie Hautrötungen können auf diese Weise gelindert werden.
Besonders in frühen Stadien einer Rosacea können „Hausmittel“ wirkungsvoll angewendet werden.
In späteren Stadien dann adjuvant/komplementär.
Wer bei einer leichten Rosacea auf eine möglichst milde Behandlung setzen möchte, kann verschiedene Hausmittel anwenden. Gesichtsmasken mit Kamille, Honig, Aloe Vera oder grünem Tee können direkt auf den Rötungen angewendet werden und zur Linderung von Juckreiz und Brennen beitragen - ergänzend zur ärztlichen Behandlung auch bei schwereren Rosacea-Symptomen -.
Grüner Tee
Die im Grünen Tee enthaltenen Sekundären Pflanzenstoffe/SPS wirken egen die schädlichen Freien (Sauerstoff-)Radikale, verringern Rötungen und beschleunigen den Heilungsprozess. Außerdem unterstützen die Inhaltsstoffe den Schutz der Haut vor Sonnenlicht.
Anwendung:
2 Tassen grünen Tee zubereiten, abkühlen lassen und mindestens 30 Minuten im Kühlschrank abkühlen
Ein Baumwolltuch mit grünem Tee tränken und für 5 Minuten auf Rosacea-Stellen legen
für lindernde Ergebnisse 2x täglich anwenden
Kamille
Die zahlreichen Inhaltsstoffe der Kamille bewirken eine starke Entzündungs-Hemmung, zudem wirken sie Haut-beruhigend.
Anwendung:
4 Bio-Kamille-Teebeutel – optimal ist die Anwendung von frischen Kamillenblüten - auf 3 Tassen aufteilen und mit heißem Wasser aufbrühen – 10 Minuten ziehen lassen
Teebeutel entnehmen und am besten im Kühlschrank mindestens 30 Minuten abkühlen lassen
kalte Kamille-Teebeutel zur Anwendung auf die mit Rosacea betroffenen Hautstellen legen und etwa 15 bis 20 Minuten wirken lassen
morgens und abends anwenden, bei Bedarf bis zu 4x täglich
Honig
Schon im alten Ägypten wurde Honig zur therapeutischen Anwendung von Hautproblemen genutzt. Als Hausmittel gegen Rosacea wirkt das flüssige Gold desinfizierend und hat eine antibakterielle Wirkung, die Entzündungen lindern kann. Es verschafft ein behagliches Hautgefühl ohne einen unangenehmen Film aus Öl zu hinterlassen.
Anwendung:
2 Esslöffel Bio-Honig sanft auf die betroffenen Hautstellen auftragen
20 bis 30 Minuten einwirken lassen und anschließend mit lauwarmem Wasser abspülen
Aloe vera
Aloe verfügt über eine entzündungshemmende und zugleich pflegende und beruhigende Wirkung auf die Haut.
Anwendung:
Die beste Wirkung ist zu erzielen, wenn der Saft (das Gel) aus der Aloe-Pflanze unmittelbar auf die Rosacea-Areale aufgetragen wird.
Alternativ kann eine „Aloe-vera-Gelpräparat“ zur Anwendung kommen.
Das Gell bzw, den Direkt-Saft auftragen und einziehen lassen.
Ca. 20 min einwirken lassen.
Dann das Gel/den Direktsaft mit lauwarmem Wasser sanft abspülen.
Empfehlung:
2xtgl anzuwenden.
Apfelessig
Durch die Gärprozesse entstehen zahlreiche Stoffe, die Entzündungen hemmen, die zur Desinfektion beitragen. Zudem bringt Apfelessig den haut-pH-Wert ins Gleichgewicht und wirkt auch noch anti-bakteriell.+
Anwendung:
2 Esslöffel Apfelessig mit 8 großen Esslöffeln Wasser mischen
Apfelessig-Mischung mit einem Wattepad auf die Haut auftupfen
10 Minuten nach Anwendung den Essig gründlich von der Haut abspülen
1x tägliche Anwendung
Psoriasis
Fakt
Psoriasis (Schuppenflechte) stellt in vielen Fällen eine schwere, lebenslange Belastung für Körper und Seele des Kranken dar!
Und:
Psoriasis ist als Autoimmunkrankheit (Stand Sommer 2021) nicht heilbar!
Welt-Psoriasis-Tag
Jedes Jahr wir national wie international begangen der
„Welt-Psoriasis-Tag“
[world psoriais day]
am
29. September
Das Motto für 2020 lautete:
„Be informed“
[mach Dich schlau]
Die „Psoriasis-Schleife“
Die „Psoriasis-Schleife“ - im anglo-amerikanischen Sprachraum als „Psoriasis-Ribbon“ bezeichnet - wurde von der International Federation of Psoriasis Associations (IFPA) bereits Ende der 1990er Jahre als sichtbares Erkennungszeichen für Psoriasis-Kranke ins Leben gerufen mit dem Ziel, mehr Aufmerksamkeit für die Krankheit Schuppenflechte an sich und an die darunter leidenden Menschen in der breiten bzw. breiteren Öffentlichkeit zu erreichen.
Ein kleines Gedicht
Psoriasis
Die Haut ganz dünn
nach all den Jahren,
erfühlt sie schneller
die Gefahren.
Sie ist ein promptes
Warnsystem,
nicht immer
schön dann anzuseh´n.
Sie zeigt,
Du hast Dich überstrapaziert
schau genau, was da passiert.
Hör auf das Signal
erspar Dir zusätzliche Qual.
Nimm ihre Warnung an,
tritt kürzer dann.
Schenk´ Dir selber wieder Zeit,
auf dass Deine Seele heilt.
(Elke Lüder – e-Stories.de)
Ein erstes Wort!
Die Schuppenflechte (Psoriasis) kennt keine (Länder- & Kontinent-) Grenzen und sie betrifft jedermann/-frau – gleich, ob arm, ob reich, ob hochgebildete Oberschicht oder schlecht gebildete Unterschicht (Präkariat) –.
In unseren Breiten (Mitteleuropa) sind etwa 2% aller Menschen betroffen. Wobei die Tendenz eindeutig hingeht zu 3%!
Fakt:
Psoriasis ist eine Autoimmunkrankheit! ()
Psoriasis ist aber nicht gleich(zusetzen) mit Psoriasis!
Es gilt einige Verlaufs- & Vorkommens-Formen zu unterscheiden.
Die Krankheit hat ihre Auswirkungen nicht einzig auf das körperlich-äußerliche Befinden, sondern sie hat auch Auswirkungen auf die Körperorgane und sie bringt als chronische und in Schüben verlaufende Krankheit insbesondere auch die Psyche des Betroffenen in Schieflage bis hin zu Lebensmüdigkeit und -verdruss.
Leider bleibt es – gottseidank nur in wenigen Fällen mit einem fulminanten Krankheitsverlauf und dann stets auch einhergehend mit einer schwer-/höhergradigen psychischen Erkrankung [von Depressionen mit und ohne psychotische Syndrome bis hin zu manifesten Psychosen u.a.m.] – nicht bei den Suizid-Gedanken:
Dann ist es vom Gedanken bis zur Tat, dem Selbstmord(versuch) nicht mehr weit!
Leider!
Nicht zuletzt bleibt vielmals das gesamte soziale Leben der Psoriasis-Kranken „auf der Strecke“ – das geht bis zur totalen Isolierung – und zuletzt gehen (auch noch) private Bindungen in die Brüche.
Fakt ist, dass – wie für und bei den anderen Autoimmunkrankheiten (von der Multiplen Sklerose über die Rheumatoide Arthritis bis zum M. Crohn und all den anderen) – es bis zum heutigen Tage keine primäre Therapieoption für die Psoriasis gibt:
Autoimmunkrankheiten sind per se nicht heilbar!
Ausgehend von dieser Tatsache kann und darf das nur heißen für eine Psoriasis-Therapie, dass sich der Arzt/Therapeut der gesamten Bandenbreite namens „Medizin“ bedient und, dass der Psoriasis-Kranke seine Krankheit „annimmt und akzeptiert“, ohne dabei zu resignieren und vor der Um- und Mitwelt regelrecht versteckt und immer – ganz gleich, wie die Krankheit gerade auch immer verläuft – voller Optimismus nach vorne blickt, seinen Eigenbeitrag leistet und er – gemäß dem Motto des 2014er Welt-Psoriasis-Tages – „sich traut“ als wertvolles Mitglied der Solidargemeinschaft zu leben.
Die nachhaltigsten Therapie-Erfolge sind nach meinen langjährigen Erfahrungen in der Behandlung von Psoriasis-Kranken – nebenbei: zwei meiner Familienangehörigen leiden selbst an Psoriasis und haben mit diesem Konzept sehr gute Erfahrungen gemacht – zu erreichen mit einem „individuellen, multi-modalen ganzheitlichen und somit einem ‚passgenauen‘ Behandlungs-Konzept“, das alle Ebenen des Kranken integrativ erfasst: die körperliche (physische), die kognitive (neuro-mentale, geistige), die seelische (psychische) und nicht zuletzt auch die gesellschaftliche (soziale) Ebene.
Dieses Konzept umfasst bzw. beinhaltet drei Säulen:
Einmal die unabdingbaren Eigenleistungen des Kranken – von der Ernährung, dem Umgang mit Genussmitteln, der Kleidung und Bewegung u.a.m. –, dazu als Säulen 2 + 3 der befund-adaptierte Einbezug von wissenschaftlicher Schulmedizin mit seriöser biologisch-naturheilkundlicher Medizin zu einem symbiotischen Synergismus oder zu einer synergistischen Symbiose.
Definition + Nomenklatur
Bei der Psoriasis – Synonym: Schuppenflechte – handelt es sich um eine nicht-ansteckende, chronische und schubweise verlaufende, entzündliche aber immer gutartige Dermatose (Hautkrankheit), die einhergeht mit verstärkter Schuppung der Haut.
Sie wird den papulösen (Papel = Knötchen / Psoriasis zählt zu den Primär-Effloreszenzen – gelegen in der Haut) und erythemato-squamösen (das beschreibt, dass eine Haut-Veränderung gerötet ist {Erythem} und auf ihrer Oberfläche Schuppen {Squamae} aufweist) Dermatosen zugerechnet.
Darüber hinaus handelt es sich zudem um eine auch andere Organe betreffende „Systemerkrankung“ – insbes. Gelenke mit zugehörigen Bändern und Sehnen und angrenzenden Weichteilen, ferner die Augen, das gesamte Gefäß-System, die Nieren und das Herz sowie das Immunsystem und ferner kommt es bei einer Psoriasis vermehrt zum Auftreten/Vorkommen von Diabetes mellitus und von Hirninfarkten/Schlaganfällen –.
Weitere Fakten:
1. Psoriasis ist keine Erbkrankheit im engeren Sinne; jedoch kann die Veranlagung zur Psoriasis durchaus erblich sein!
2. Schuppenflechte wird den Autoimmunkrankheiten zugerechnet.
3. Die Ätiologie einer Psoriasis ist höchst wahrscheinlich eine multi-
faktorielle – u.a. erbliche Disposition, Autoimmunreaktion –.
Ein „Zwischenstop“ …
Autoimmunkrankheiten
Plakativ: Autoimmunkrankheiten sind Krankheiten, bei denen sich der Körper gegen den eigenen Körper richtet; also seinen eigenen Körper „bekämpft“!
Bei einer Autoimmunkrankheit – Synonyme: Autoimmunerkrankung, Autoimmunopathie, Autoaggressionskrankheit, Auto-Antikörper-Krankheit – handelt es sich um eine Krankheit, bei der sich das körpereigene Immunsystem gegen körpereigene Strukturen – z.B. Zellen, Gewebe und Organe – richtet.
Es handelt sich also um eine „nicht-umkehrbare Fehlsteuerung des eigenen Immunsystems“.
Der medizinische Begriff ist ein „Gattungsbegriff“ für eine Vielzahl autoimmuner Krankheiten – derzeit spricht man von ca. 60 Auto-Immunopathien –.
[einige wichtige Autoimmunopathien: Dermatomyositis („Lila-Krankheit“) / Guillain-Barré-Syndrom (Idiopathische Polyradikuloneuritis) / Hashimoto-Thyreoiditis (Lymphozytäre Thyreoiditis) / Lupus Erythematodes („Schmetterlings-Erythem“) / Myasthenia gravis (Muskel-Lähmung) / Rheumatoide Arthritis (RA / Primär Chronische Polyarthritis) / Psoriasis / Neurodermitis (atophisches Ekzem) / Sklerodermie (systemische Sklerose) / Morbus Crohn & Colitis ulcerosa (= CED’s = chronisch entzündliche Darm-Erkrankungen) / Narkolepsie („Schlaf-Krankheit“) / Vitiligo (Weißflecken-Krankheit) / Zöliakie (Gluten-induzierte Enteropathie/Gluten-Unverträglichkeit)]
Wichtig zu wissen und zu kennen:
Autoimmunkrankheiten sind keine Immunschwächen!
Das Gegenteil ist der Fall:
Das Immunsystem bei Autoimmunkrankheiten ist mehr als aktiv, es ist permanent überaktiv!
Das Fatale daran:
Es ist ‚irrtümlicherweise‘ und „unumkehrbar“ gegen seinen eigenen Körper gerichtet!
Psoriasis-Vorkommen
In Deutschland leiden derzeit ca. 2,5 Mio Menschen [zuletzt geschätzt 2-3% aller Deutschen] aller Altersstufen an einer Form der Psoriasis.
In den gemäßigten Zonen Europas sind durchschnittlich zwei Prozent der Bevölkerung betroffen. In den nördlichen Ländern Europas kommt Psoriasis dagegen viel häufiger vor. Möglicherweise hängt dies mit der geringen Intensität der Sonnenstrahlen und der Luftfeuchtigkeit in diesen Regionen zusammen.
Weltweit (so letzte Angaben) sind über 100 Mio daran erkrankt.
Gleich häufig sind Frauen und Männer betroffen.
Bei 30% der Patienten zeigt sich die Erkrankung vor dem 20. Lebensjahr, bei 60-70% vor dem 40. Lebensjahr (sog. Typ I).
Mehr als die Hälfte aller Betroffenen erkrankt vor dem 40. Lebensjahr erstmals an Typ1-Psoriasis.
Der seltenere Spät-Typ (Typ2-Psoriasis) bricht erst im fünften bis sechsten Lebens-Jahrzehnt aus.
Im Kindesalter ist die Schuppenflechte – im Vergleich zur Neurodermitis (Atopisches Ekzem) – zwar recht selten, doch es gibt sie.
Bei HLA-B27-positiven [HLA-B-27 s. ()] Patienten mit Psoriasis besteht auch eine erhöhte Disposition, eine Spondylarthritis (Psoriasis-Arthritis) zu entwickeln.
Bei der Erkrankung besteht eine erhebliche erbliche Komponente, sie tritt daher familiär gehäuft auf.
Bei einem betroffenen Elternteil erkranken die Kinder 5 bis 7-mal häufiger als der Bevölkerungs-Durchschnitt. Oft ist der Verlauf hier schwerwiegend. Bei eineiigen Zwillingen leiden mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit beide daran, ein deutliches Zeichen für die hohe erbliche Komponente. Dabei ist sicher nicht ein Gen, sondern eine ganze Reihe von Gen-Orten beteiligt.
Wegen des besonders häufigen Vorkommens der Psoriasis bei „weiß-häutigen“ Menschen – dunkelhäutige Menschen aus Afrika, Süd-Amerika, Asien, ferner die Inuit und Indianer erkranken höchst selten daran – wird die Psoriasis als „typische Hautkrankheit der Weißen“ bezeichnet.
Psoriasis: Medizin-Historie
Die Schuppenflechte war bereits im Altertum bekannt (griechisch Psora = Krätze, vor allem wegen des Jucken und der Schuppenbildung).
Wissenschaftlich erstmalig beschrieben wurde die Schuppenflechte von Robert Vilan (alias Willan – 1757-1812 – engl. Arzt, gilt als Begründer der Dermatologie als medizinisches Fachgebiet) in England anfangs des 19. Jahrhunderts.
Damals wurden noch zwei getrennte Formen auseinander gehalten, welche endgültig von Dr. Ferdinand von Hebra (1816-1880 – österr. Dermatologe – gilt als Begründer der wissenschaftlichen Dermatologie) zu einem einheitlichen Krankheitsbild zusammengefasst wurden.
Aussatz, Lepra, Psora (Psoriasis), Leuke, Lichen, Pustulae ...
Hinter diesen Namen finden sich seit dem Alten Testament und der griechisch-römischen Antike sehr unterschiedliche Krankheitsbilder, auf der einen Seite Formen der Lepra, auf der anderen Haut-Krankheiten wie die Schuppenflechte:
„Und der Herr redete mit Mose und Aaron und sprach: Wenn bei einem Menschen an seiner Haut eine Erhöhung oder ein Ausschlag oder ein weißer Flecken entsteht und zu einer aussätzigen Stelle an der Haut wird, soll man ihn zum Priester Aaron führen...“
(3. Mose 13,1f.).
Weiter:
In den Hippokratischen Schriften – „Corpus Hippocraticum“ (d.i. eine Sammlung von über 60 medizinischen Texten, die zwischen dem 6. Jahrhundert v.Chr. und dem 2. Jahrhundert n.Chr. entstanden sind und ab dem 3. Jahrhundert v.Chr. vor allem in Alexandrien zu einem Gesamtwerk zusammengetragen worden sind. Die Textsammlung ist nach dem berühmten griechischen Arzt Hippokrates von Kos benannt, jedoch war bereits in der Antike bekannt, dass die wenigsten Texte des Corpus von ihm selbst verfasst wurden) – wird von einem Mann berichtet, der „an einem Juckreiz litt, von dem der ganze Körper ergriffen war, vor allem aber der Hoden und das Gesicht. Die Krankheit war sehr heftig, überall am Körper war die Haut stark verdickt, vom Aussehen her wie Lepra ... Diesem Kranken konnte niemand helfen“.
Vor dem Hintergrund der unklaren medizinischen Situation war der „diagnostische Spruch“ für die Betroffenen von immenser Bedeutung. Der Spruch „rein oder unrein“ – im medizinischen Sinn: also ansteckend oder nicht – war entscheidend für ihr weiteres Leben! Denn das Sicherheitsbedürfnis und die Angst der Mitmenschen musste dazu führen, dass die „Unreinen“ ausgegrenzt wurden.
Wer aber traf diese Entscheidung?
Im Alten Testament war die Aussatz-Diagnostik eine religiöse Angelegenheit:
Man solle den Kranken „mit aussätziger Stelle an der Haut zum (Hohe-)Priester Aaron führen, oder zu einem unter seinen Söhnen, den Priestern“, heißt es dort.
Nach dem profanen Intermezzo in griechisch-römischer Zeit wurde die Zuständigkeit für Psoriasis und chronische Hautkrankheiten – bes. Aussatz – im Mittelalter geteilt:
„Es ist nur den Würdenträgern der Kirche erlaubt, diejenigen, die auf Grund des rätselhaften Urteils Gottes mit dem Aussatz geschlagen sind, nach einer ärztlichen Prüfung aus der Gemeinschaft der Menschen auszugrenzen“.
Entweder waren die Betroffenen als sogen. Feldsiechen in die Umgebung der Siedlungen verbannt oder sie wurden in Leprosorien, also Aussätzigen-Häuser, eingewiesen.
Im dritten Buch Mose hatte es noch geheißen:
„Wer nun aussätzig ist, soll zerrissene Kleider tragen und das Haar lose und den Bart verhüllt und soll rufen: unrein, unrein!“
Zweitausend Jahre später war der Ruf durch die Lepra-Klapper abgelöst worden:
Die Ausgegrenzten mussten damit ihr Kommen ankündigen!
Dass die katholische Kirche an der Diagnostik maßgeblich beteiligt war, lag natürlich auch daran, dass man die Krankheit als von Gott gesandt interpretierte. Fleischliche Begierde, Zorn und Unmäßigkeit im Essen und Trinken galten als Auslöser für die Gottesstrafe.
Franz von Assisi (Geburtsdatum nicht eindeutig belegt; gest. 1226 in Assisi – er war Begründer des Ordens der Minderen Brüder. Er wird in der römisch-katholischen Kirche als Heiliger verehrt. Der hl. Franziskus lebte nach dem Vorbild Jesu Christi, wie er selbst sagte, das Evangelium „sine glossa“; d.h. „ohne Hinzufügungen oder Veränderungen des Textes“) dagegen verstand den Aussatz als Prüfung: für die Betroffenen, aber auch für die Mitmenschen, die durch die Pflege der Ausgegrenzten besonders gottgefällig handeln konnten.
Die griechisch-römischen Ärzte des Altertums hatten hingegen natürliche Erklärungen herangezogen. So drohten Krankheiten immer dann, wenn die Körpersäfte – Blut, Schleim, schwarze und gelbe Galle – aus dem Gleichgewicht geraten waren: Die Psora entstehe aus „schwarz-galligen Säften“ heißt es etwa bei dem zu seiner Zeit berühmtesten Arzt und Natur„forscher“ Hippocrates von Kos.
Das Krankheitskonzept der sogen. „Viersäfte-Lehre“ [= beruht auf der Theorie, dass Gesundheit + Krankheit auf die 4 Kardinalsäfte des Körpers zurückzuführen sind: Blut, Schleim, gelbe + schwarze Galle. Diese Lehre wurde erstmals beschrieben im Corpus Hippocraticum {= Sammlung von medizinischen Abhandlungen aus der Zeit 5. Jahrhundert vor bis 2. Jahrhundert nach Christus – zum größten Teil von Hippocrates von Kos publiziert] war übrigens bis ins 19. Jahrhundert hinein weitgehend akzeptiert. Erst als man mit immer besseren Mikroskopen die Zellen entdeckte und Bakterien isolierte, änderte sich das medizinische Weltbild.
In den Jahren 1873-1880 wurde die Lepra als ansteckende Krankheit erkannt und Mycobacterium leprae als Erreger nachgewiesen.
Und die Entstehung der Psoriasis?
Hier tat man sich noch schwerer.
Der Verlauf der Psoriasis, der Einfluss äußerer Faktoren, die Vorgänge in den Hautzellen selbst und Fragen der Erblichkeit gerieten ins Zentrum der „Ermittlungen“.
Auf der Basis neuer Erkenntnisse in der Gen-Forschung, der Immunologie und der Stoffwechselprozesse der Zellen kristallisierte sich das heutige Verständnis heraus.
Durch genetische Veranlagung und durch Umweltfaktoren (z.B. Stress) kommt es zur Entzündung der Haut, zu einer massiven Steigerung der Zellteilung von Oberhaut-Zellen und zum Entstehen von schuppenden, entzündlichen Hautveränderungen, den Plaques.
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts blieb das Bild der Psoriasis extrem diffus.
Erst mit der sogen. Effloreszenzen-Lehre, die die Hautkrankheiten nach dem äußeren Erscheinungsbild, nach den „Hautblüten“, ordnete, wurden die Abgrenzungen etwas genauer.
So beschrieb der englische Arzt Robert Willan (1757-1812 – er gilt als „Begründer der Dermatologie“ als medizinisches Fachgebiet – nach dem Beispiel des berühmtesn Botanikers Carl von Linné – er führte die Botanische Nomenklaur mit den Doppelnamen ein – führte er eine Klassifikation von hautkrankheiten ein – Impetigo, Lupus, Psoriasis, Sklerodermie, Ichthyosis, Sykosis, Pemphigus –. 1808 erschien sein wichtigstes Buch „On Cutanous Diseases“; 1798 beschrieb Willan die Berufskrankheit Psoriasis diffusa, die die Hände und Arme der Bäcker betrifft, und im Jahre 1799 zuerst beschrieben die exanthematous Hautausschlag der Kindheit als Erythem Infectiosum bekannt) das Erscheinungsbild der Psoriasis mit „dünnen weißen Schuppen“, in „der Größe eines Silberpfennigs“, von „scheibenrunder oder ovaler Gestalt“, „mit trockenen Schuppen bedeckt und mit einem roten Rande umgeben“.
Der Name, den Willan wählte, „Lepra vulgaris“, war freilich weniger hilfreich, er beschrieb vielmehr erneut die Nähe zur Lepra
Um das Jahr 1860 kritisierte denn auch der Österreicher Ferdinand Karl-Franz Ritter von Hebra (geboren als Ferdinand Karl Franz Schwarzmann; 1816-1880; österr. Dermatologe; er gilt als Begründer der wissenschaftlichen Lehre von Hautkrankheiten) seinen englischen Kollegen:
... „wird es jedem Sachkundigen wohl klar werden, dass es Willan mit der Charakteristik seiner Psoriasis nicht gar genau genommen hat“.
Hebra fährt dann fort:
… „Die einzelnen Effloreszenzen stehen im Beginne der Erkrankung stets isoliert und treten erst im weiteren Verlauf näher aneinander oder sie verschmelzen ganz miteinander. Bei der Psoriasis ist zwar meistens die ganze Haut an verschiedenen Punkten Sitz der Erkrankung mit besonderer Prädilektion [Bevorzugung] der Ellbogen und Knie, aber gewöhnlich sind die inselförmig zerstreuten Effloreszenzen durch größere oder kleinere gesunde Hautpartien voneinander getrennt...“.
Die vom österr. F. von Hebra vorgeschlagenen Klassifikation der Hautkrankheiten setzte sich rasch durch.
Sein Kollege E. Wilson schrieb in seiner Publikation aus 1863 „Diseases oft he skin“ enthusiastisch:
Er „löst den gordischen Knoten. Das Ekzem nennt er Ekzem, die Lepra, Lepra, und die sehr verbreitete Krankheit, die wir bis heute als Lepra bezeichnen, nennt er Psoriasis. Dieser Begriffswechsel ist einfach der Grund dafür aber bedeutend. Wir können nichts Besseres tun, als ihn zu akzeptieren“.
Das zum Thema „Schuppenflechte im Wandel der Zeit“.
[Quelle: www.psorinfo.de/..]
Psoriasis: Einteilung/Formen
Die Psoriasis wird in zwei Formen – entsprechend dem Auftreten – unterteilt:
Psoriasis-Typ I
Früher Krankheitsbeginn vor dem 40. Lebensjahr, familiär gehäuftes Auftreten (Assoziation mit den HLA’s [Human Leukocyte Antigen / s.() HLA-Cw6, HLA-B13, HLA-B57 und HLA-DR7].
Meist eher schwerer Verlauf und hohe Rate an Rezidiven.
Psoriasis-Typ II
Später Krankheitsbeginn nach dem 40. Lebensjahr, meist eher mildere Verlaufsform.
Eine weitere Klassifikation der Psoriasis kann anhand der klinischen Symptomatik erfolgen.
Häufig nehmen verschiedene innere und äußere Trigger-Faktoren (s.u. Ätiologie) Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung.
Psoriasis-„Arten“
Psoriasis ist nicht gleich Psoriasis!
Das Erscheinungsbild einer Psoriasis ist variabel; es gilt folgende „Formen“ zu unterscheiden.
Es gibt mehrere „Arten“ der Schuppenflechte, die optisch relativ gut unterscheidbar sind.
Der Krankheitsverlauf von Psoriasis unterscheidet sich von Patient zu Patient.
Einige Betroffene leiden jahrelang unter dem Krankheitsbild, andere haben lange Perioden völliger Erscheinungsfreiheit.
Nebenbei:
Bei mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte konnte in Studien nachgewiesen werden, dass die Schuppenflechte eine Verkürzung der Lebenserwartung von zumindest drei bis vier Jahren nach sich ziehen kann.
Folgende „Arten“ oder besser „Auftretensformen“ sind bei einer Psoriasis-Erkrankung zu unterscheiden - in Kurzform -:
1. Psoriasis der Nägel
Bei rund der Hälfte aller Patienten sind (auch) die Nägel an Händen und Füßen von Psoriasis betroffen. Dies kann in sehr schweren Fällen dazu führen, dass die Betroffenen ihre Hände nur eingeschränkt verwenden können, da die Nagelerkrankung auch zum Verlust des Nagels führen kann. Durch die Nagelpsoriasis kann es auch zu Pilz- oder Bakterien-Infektionen kommen.
Diese Ausprägung der Schuppenflechte kann einen Nagel, aber auch alle Nägel betreffen und führt oftmals zur Arbeitsunfähigkeit, welche die Lebensqualität der Patienten noch weiter einschränkt.
2. Psoriasis in Körperfalten
Diese Form der Schuppenflechte betrifft ausschließlich Stellen des Körpers, die beugbar sind, das heißt Achselhöhlen, Ellenbeugen, Bauchfalten, den Genitalbereich, Gesäßfalten, Kniekehlen usw. An diesen Stellen entstehen meist keine Schuppen, sondern es sind tiefrote oder weiße Hautveränderungen beobachtbar, die aufgrund der Lage meist auch leicht feucht sind.
3. Tropfenförmige Psoriasis
Diese Art der Schuppenflechte wird auch Psoriasis guttata genannt.
Die tropfenförmige Schuppenflechte tritt meist bei Kindern oder Jugendlichen auf, die eine Streptokokken-Infektion der Atemwege hinter sich haben.
Gut erkennbar ist diese Form der Psoriasis an den rötlichen, tropfenförmigen Hautveränderungen, die in Knötchenform hauptsächlich an Rumpf, Armen und Beinen auftreten.
4. Psoriasis pustulosa
Die pustelförmige Schuppenflechte ist eine Sonderform, da es hier nicht zur Bildung von Schuppen kommt, sondern vielmehr entzündete Hautstellen entstehen, die von eitrigen Pusteln übersäht sind.
Häufig sind nur kleine Areale des Körpers betroffen, wie die Handflächen, Fingerspitzen oder Fußsohlen. Nachdem die Psoriasis pustulosa zunächst kleinflächig auftritt, kann es in weiterer Folge zu einer Episode kommen, bei welcher große Teile des Körpers eitrige Pusteln aufweisen.
5. Psoriatische Erythrodermie
Die Psoriasis erythrodermica ist die seltenste, aber zugleich auch schwerste Form der Schuppenflechte.
Hier kommt es zu einem feuerroten und sehr großflächigen Abschuppen des Großteils der Haut am ganzen Körper. Diese Form der Psoriasis ist potenziell lebensbedrohlich, da sie z.B. eine Herzinsuffizienz zur Folge haben kann und muss daher im Krankenhaus behandelt werden.
6. Psoriasis-Arthritis (Psoriasis arthropathica)
Rund 20 bis 30 Prozent der Psoriasis-Patienten leiden neben der Schuppenflechte auch an einer chronischen Entzündung der Gelenke, einem Subtyp der Rheumatoiden Arthritis.
= von der Psoriasis geprägte Form des chronischen Rheumafaktor-negativen poly-arthritischen Syndroms mit Befall der DIP (Finger-/Zehen-Endgelenk) und PIP (Gelenk zwischen den Gliedern) an Händen und Füßen. Die Psoriasis-Arthritis verläuft in 25% als destruierende Arthritis und verursacht eine bleibende Behinderung.
Wichtig:
Die Arthritis kann den Haut-Erscheinungen um Jahre vorausgehen und umgekehrt.
Assoziationen mit den HLA-Genen () CW6, B13, B17, B27, DR7 sind bekannt.
Die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, ist für Verwandte I° um das 50-fache gesteigert.
Möglicherweise sind auch Bakterien (Streptokokken, Staphylokokken, Yersinien) bei der Entstehung verantwortlich.
Manifestation:
Bei Patienten mit Psoriasis vulgaris bzw. Psoriasis pustulosa generalisata auftretend.
Häufigkeit: bei Patienten mit Psoriasis 5-15% (in der Gesamtbevölkerung: 0,1-0,2%).
Männer wie Frauen erkranken gleich häufig.
Und dann noch die …
7. Psoriasis vulgaris
Zu der häufigsten Form der Schuppenflechte zählt die Psoriasis vulgaris, auch Plaque-Psoriasis genannt, da ihr eindeutigstes Anzeichen die starke silbrig-weiße Schuppenbildung auf den rot-entzündeten Haut-Veränderungen ist.
= Schuppenflechte im eigentlichen Sinne
= häufigste aller Formen mit ca. 85-95%
Charakteristika:
erhabene, scharf und unregelmäßig begrenzte, rötliche Plaques (= flächenhafter Primär-Fleck im Haut-Niveau = „Psoriasis-Herde“) mit silbriger Schuppung – bes. oft vorkommend (= Prädilektionsstellen) an den Streckseiten der Extremitäten und hier insbes. an den Gelenken (Knie, Ellenbogen), dann am Rücken, der Thorax-Vorderseite und am behaarten Kopf – die Herde können unterschiedliche Form und Größe annehmen, einzeln auftreten oder konfluieren.
Dazu gehören:
a. Psoriasis punctata (punktförmige Herde/Plaques)
b. Psoriasis guttata (tropfenförmige Herde)
c. Psoriasis nummularis (münzen-große Herde)
d. Psoriasis anularis (ringförmige Herde)
e. Psoriasis gyrata (girlandenartige Herde)
f. Psoriasis geographica (landkarten-ähnlich aussehende Herde)
g. Psoriasis inversa (atypische Lokalisation der Herde)
h. Psoriasis capitilliti (nur behaarte Kopfhaut betroffen)
i. Psoriasis intertriginosa (Schuppenflechte in Hautfalten)
Psoriasis: Ätiologie
Der Grund bzw. die Ursache(n) für die Entstehung der Psoriasis ist auch heute im Sommer 2021 nicht vollständig geklärt.
Die Krankheit tritt vielmals familiär gehäuft auf.
Sie wird polygen (Polygenie = die Tatsache, dass die Ausprägung eines Merkmals nicht durch ein einzelnes Gen = Monogenie, sondern durch mehrere Gene bestimmt wird) bzw. multi-faktoriell vererbt.
Gegenwärtig geht die Mehrzahl der ‚Psoriasis-Forscher‘ davon aus, dass etwa 25% der Psoriasis-Kranken an einer vererbbaren Form der Krankheit leiden.
Fakt ist aber auch, dass es ein speziell-spezifisches „Psoriasis-Gen“ nicht gibt!
Hingegen sind mehrere Gene bzw. Gen-Abschnitte beteiligt, die sich in verschiedenen Chromosomen-Regionen befinden.
Diskutiert werden auch Gen-Varianten oder Gen-Mutationen in weiteren Bereichen der menschlichen DNS [Desoxyribonucleinsäure / internationale Bezeichnung: Desoxyribonucleid acid = DNA ()].
Weitere „Psoriasis-Gene“ entdeckt!
[Quelle: Christian-Albrechts-Universität Kiel – Klinik für Dermatologie Prof. Dr. Michael Weichenthal und Institut für klinische Molekularbiologie Dr. Andreas Rüther – Studie deutscher & amerikanischer Forscher der Universität von Michigan in Ann Arbor – publiziert Presseinformation 10/2009]
Fazit:
Gene aus der „Interleukin-Gruppe“ [Interleukine [IL] () zählen zu den Zytokinen () – d.s. vom menschl. Körper produzierte „regulatorische“ Eiweiße (Peptide), die der Steuerung der Immunantwort dienen; sie werden gebildet von Makrophagen, B-Lymphozyten = B-Zellen, T-Lymphozyten = T-Zellen, natürlichen Killerzellen und Fibroblasten], insbesondere das Interleukin 23 (IL-23) und sogen. ‚Überträger-Moleküle‘ für den Tumornekrose-Faktor-alpha [TNF-alpha – die TNF zählen ebenfalls zu den Zytokinen ()] finden sich bei Psoriatikern verändert – bisher waren vor allem Gene der HLA-Gruppe (s.o.) bekannt, die eindeutig für diese entzündliche Hautkrankheit verantwortlich sind –.
Prof. Weichenthal führte u.a. aus …
… „Die Entzündungsregulierung im menschlichen Körper ist ein kompliziertes Netzwerk. Die Ergebnisse der Studie sind ein entscheidender Baustein zu verstehen, warum manche Menschen eine Fehlregulierung des Immun-Systems haben, die eine Schuppenflechte begünstigt".
Die identifizierten Gene betreffen Botenstoffe des Immun-Systems, die für die Aktivierung und Deaktivierung von weißen Blutkörperchen zuständig sind. Sie sorgen für die subtile Balance zwischen notwendiger Abwehr, beispielsweise gegenüber Bakterien, und der damit verbundenen Entzündung. Ist das Kommunikationsnetz des fein regulierten Immun-Systems gestört, so können beispielsweise Autoimmunerkrankungen entstehen:
Der Körper reagiert auf eigene Zellen mit Entzündung.
Dr. Andreas Rüther weiter: …
… „An dieser Stelle sind weitere, intensive Forschungen nötig. Wir wissen jetzt, welche zusätzlichen Gene bei der Schuppenflechte eine Rolle spielen, nun gilt es, die verantwortlichen Mutationen zu identifizieren und ihren Einfluss bei der Krankheitsentstehung zu verstehen".
Derzeit gehen die Wissenschaftler hinsichtlich der Ätiologie einer Psoriasis von einem Zusammenspiel zweier Faktoren aus:
1. einer genetischen Veranlagung
i.S.e. Autoimmunkrankheit
2. bestimmten Auslösern
wie u.a. Stress, Infekte, mechanische Reize auf der Haut.
Aber:
Die Krankheit tritt allerdings nicht bei jedem auf, der die Veranlagung hat.
Psoriasis: Trigger-Faktoren + Pathomechanismen
Fakt ist:
„Der“ Grund, „die“ Ursache, der/die die Autoimmunkrankheit ‚Psoriasis‘ quasi auslöst, ist - wie auch bei den anderen Autoimmunopathien (Autoimmunkrankheiten) - (noch) nicht vollständig geklärt.
Heute wird die Psoriasis als „multi-faktorielle auto-immune Entzündungskrankheit verstanden, bei deren Entstehen sowohl genetische Faktoren wie auch Umwelteinflüsse (Infekte, Rauchen, Einnahme bestimmter Arzneiwirkstoffe u.a.m.) zusammenwirken.
Aktuell wird davon ausgegangen, dass der Tumornekrose-Faktor alpha [TNF-alpha / s.o.()] – d.i. ein pro-inflammatorisches Zytokin [s.o. ()] – eine – wenn nicht sogar „die“ – ‚zentrale Rolle in der Pathogenese (= Entstehungsprozess) einnimmt:
Das Modell nach Prof. Dr. Brian J. Nickoloff.
(Prof. Dr. Nickoloff ist zurzeit Prof. und Direktor der Niholas V. Perricone MD Abteilung für Dermatologie des Michigan State Univerity College of Human Medicine und gleichzeitig Direktor der Dermatopathologie am Lack Cancer Center, St. Mary’s Hospital and Trinity Health System in Grand Rapids, Michigan)
Ursache der Hautveränderungen bei Psoriasis ist eine übermäßige Proliferation der Keratinozyten (= spezialisierte Zellen der menschlichen Epidermis/Oberhaut, die die Hornsubstanz Keratin produzieren) in der Epidermis.
Diese teilen sich bis zu achtmal schneller als Keratinozyten gesunder Haut. Die Erneuerung der Epidermis, die sonst etwa vier Wochen in Anspruch nimmt, wird so auf wenige Tage verkürzt.
Die entstehenden Keratinozyten (d.s. spezialisierte Zellen der menschlichen Epidermis, welche die Hornsubstanz Keratin produzieren. Keratin wirkt Wasser-abweisend und verleiht der Haut Schutz und Stabilität. Es ist auch die Bausubstanz der Hautanhangsgebilde {Haare, Nägel}).sind jedoch vielfach noch nicht ausdifferenziert, so dass der geordnete Aufbau der Epidermis-Schichten gestört wird.
Zum Psoriasis-Modell nach Brian J. Nickoloff:
[vorgestellt 2007 „Cracking the cytikine code in psoriasis“ / Nature Med 2007; 13:242-244]
Ausgangspunkt:
Der TNF (Tumor-Nekrose-Faktor) spielt eine zentrale Rolle im
Entzündungs-Geschehen der Psoriasis.
TNF [Tumor-Nekrose-Faktor ()] triggert die Keratinozyten-Proliferation, stimuliert die Expression weiterer Entzündungsmediatoren wie IL-1 (Interleukin-1 = wichtiger Botenstoff des Immunsystems und gilt als pro-inflammatorisches Zytokin, d.h. es stimuliert Immunreaktionen. Die IL-1-Freisetzung ist bei einigen Autoimmun-Erkrankungen bes. gesteigert, so bei Psoriasis und Rheumatoider Arthritis) und IL-6 (Interleukin-6 / beeinflusst die Entzündungsreaktionen im Körper. Es wird nach Stimulation durch TNF-alpha gebildet und verweilt nur kurz im Blut (Halbwertszeit im Minutenbereich). Durch IL-6 wird die Bildung von CRP (CRP = Chrom-Reaktives Protein) in der Leber angeregt, welches als akuter Entzündungsparameter häufig genutzt wird) und induziert die Akutphasen-Reaktion in der Leber.
Über die Hochregulierung des Wachstumsfaktors VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor = vasculärer endothelialer Wachstumsfaktor) stimuliert TNF die Angioneogenese (= Neubildung von Blutgefäßen) und erleichtert durch die Induktion von Adhäsions-Molekülen am Gefäßendothel die Einwanderung weiterer Immun-Zellen.
Fazit:
Die Hemmung von TNF ist heute als ein wichtiges Therapieprinzip für die systemische Therapie der Plaque-Psoriasis klinisch etabliert.
Der Entstehungsprozess zur Psoriasis ist demnach das Resultat eines komplexen Zusammenspiels von Zytokinen und Immunzellen (Immunozyten), wobei das Zusammenspiel durch einen antigenen Stimulus (Hauttrauma, Infektion u.a.) in Gang gesetzt wird.
Was die starke Verkürzung des Zell-Zyklus der Keratinozyten bei der Psoriasis anbelangt, so nimmt man heute an, dass eine von T-Helferzellen vermittelte Entzündungsreaktion dafür verantwortlich ist.
[Die Keratinozyten, die normalerweise ca. 28 Tage zur Reifung und Wanderung von der Basalschicht in die Hornschicht der Haut benötigen, tun dies bei der Psoriasis in nur ca. 4 Tagen. Die Produktion der epidermalen Zellen kann sogar bis aufs 30-fache erhöht sein. Es kommt also zu einer rasanten Neubildung der Epidermis]
Eine wichtige Rolle in der Auslösung einer Psoriasis spielen die „Trigger-Faktoren“ (d.s. Auslöser, also Mechanismen, welche eine Reaktion oder einen Vorgang auslösen = „triggern“ / bei zahlreichen Krankheiten bestehen solche Trigger, so u.a. bei Neurodermitis, Rosacea, Migräne, Rheumatoider Arthritis, M. Crohn) – sie werden auch als „Exazerbations-Faktoren“ – bezeichnet.
Solche Trigger für die Psoriasis sind (vielmals auch multipel auftretend):
1. physikalische, chemische bzw. entzündliche Haut-Irritationen
[Verletzungen, Druck, Reibung, Kratzeffekte, Sonnenbrand usw.]
2. Infektionen der Haut
[bes. durch Streptokokken und Staphylokokken]
3. Hormonelle Veränderungen
[Menstruation, Wechseljahre, Schwangerschaft, Schilddrüsenerkrankungen usw.]
4. Arzneimittel-Wirkstoffe
[Beta-Blocker, ACE-Hemmer, diverse Antibiotika, NSAR (Nicht-Steroidale Anti-Rheumatika/-Antiphlogistika/-Analgetika), Chloroquin, Debrisoquin, Lithium, Mecaprin, Oxprenolol, Pindolol, Practolol, Amiodaron u.a.m.]
5. Alkohol-Abusus
6. chron. Stress/Distress
7. Immunschwäche
[z.B. AIDS = humane Immundefizienz-Krankheit / IgA-Defizienz / Common Variable Immune Defiziency = Variables Immundefekt-Syndrom / IgG-Subklassen-Mangel]
Interessant auch die Beobachtung, dass Psoriasis oft mit der Entwicklung eines Übergewichts erstmals auftritt (nach der „Nurses Health Study II“ aus den USA).
Fettgewebe zeigt viele Charakteristika von entzündetem Gewebe. So produziert es aktiv entzündliche Botenstoffe. Daher besteht hier eine erhöhte Tendenz, dass die Entzündung auf andere Organe übergreift, wie eben die Haut, Gelenke oder die Adern. Es entwickelt sich eine Arteriosklerose mit einer Neigung zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Psoriasis: Auslöser + Verlauf
Der Befall – d.h. das neuerliche Auftreten von Herden – erfolgt in der Regel in den sogen. „Psoriasis-Schüben“.
Der „typische“ Verlauf besteht aus einem Wechsel von Phasen der Remission (teilweise oder total) mit Phasen der Rezidive (= Schübe).
Dazu können dann auch noch kommen akute Verschlimmerungen.
Diese Phasen variieren dabei bzgl. Dauer, Häufigkeit und Lokalisation/Ausbreitung.
Fakt ist:
Die Psoriasis-Schübe sind in der Intensität, der Dauer, der Häufigkeit und einer evtl. weiteren Ausdehnung der Psoriasis-Plaques individuell unterschiedlich ausgeprägt!
Die Schuppenflechte verläuft in Schüben – wenngleich es auch Verlaufsformen gibt, die anscheinend „stationär“ sind –.
Dabei können viele „Faktoren und Reize“ einen neuerlichen Schub auslösen und gleichzeitig im Ausmaß unterhalten.
Fakt ist:
„Viele Psoriasis-Kranke kennen ihre persönlichen Auslöser“.
Die auslösenden Faktoren sind individuell sehr unterschiedlich.
Deshalb ist es wichtig, dass Betroffene die für sie entscheidenden Faktoren kennen, um einem erneuten Schub vorzubeugen. Zwar kennen mehr als zwei Drittel der Betroffenen ihre Auslöser, dennoch treten auch dann immer wieder Schübe auf. Vermutlich liegt das an der komplexen psychischen Komponente von Psoriasis, die bei einer Therapie berücksichtigt werden muss.
Insgesamt kann man die auslösenden Faktoren in drei große Gruppen einteilen:
1.) Infektionen [z.B. systemische Streptokokken-Infektionen, HIV-I]
2.) Arzneimittel [Beta-Blocker, Malaria-Medikamente, Lithium und
wahrscheinlich ACE-Hemmer, NSAR (Nicht-Steroidale Anti-Rheumatika/ Analgetika/Antiphlogistika), Interferone, einige Antibiotika wie Tetracycline und evtl. auch Amiodoron, einige Antibiotika wie Amoxicillin und Penicilline, ferner Carbamazepin, Digoxin, Gold-Präparate, Calcium-Antagonisten, Morphine, Procain, Progesteron, Serotonin, Valpropionsäure u.a. {Quelle: Christophers, Mrowietz, Sterry in: „Psoriasis auf einen Blick“]
3.) Physikalische Einflüsse.
Vielfältige mechanische Reize können das „Köbner-Phänomen“ auslösen [dabei entstehen neue Plaques an Stellen, die mechanisch gereizt wurden – z.B. entlang einer Kratzspur oder als Folge einer Reizung auf vorgeschädigter Haut –. Das Köbner-Phänomen oder Köbner-Effekt ist in der Dermatologie vielleicht eine der bekanntesten Erscheinungen. Es wurde erstmals im Jahre 1872 durch Heinrich Köbner (1838-1904 / deutscher Dermatologe, er zählt zu den Begründern der Dermatologie in Deutschland) beschrieben. Einige seiner Patienten waren im Bereich einer Hautabschürfung durch Kratzen, einen Pferdebiss oder eine Tätowierung an Schuppenflechte erkrankt.].
Psoriasis: Folgen und Komplikationen
Die (relativ) „gute“ Nachricht:
Folgen und Komplikationen infolge der Erkrankung an Psoriasis müssen sich nicht einstellen!
Sie finden sich aber insbes. bei ausgeprägten und schweren Krankheitsverläufen.
Fakt ist, …
… dass, wer viele Jahre (auch Jahrzehnte) an und unter Psoriasis leidet, oft auch von anderen/weiteren Krankheiten betroffen ist/ werden kann. Diese zusätzlichen Krankheiten nennt man
„Co-Morbiditäten der Psoriasis“.
Das Fatale ist:
Bei Psoriasis-Kranken ist per se die Lebenserwartung im Prinzip nicht verringert im Vergleich zu Gesunden; allenfalls geringfügig.
Wegen der Begleit-Krankheiten ist die Lebenserwartung bei Psoriatikern vielmals verkürzt; in Fachkreisen schätzt man sie je nach Begleitkrankheiten ein um etwa 3-5 Jahre.
Infolge einer Psoriasis kann es zu folgenden Co-Krankheiten kommen:
01 Diabetes mellitus Typ-2, Insulin-Resistenz/IR
02 Fettstoffwechselstörungen (Dyslipoproteinämie)
03 M. Crohn (eine Form einer CED/chron.-entzündliche Darmerkrankung)
04 Arteriosklerose
05 Kardio-Vaskuläre Erkrankungen (u.a. Hypertonie, Koronare
Herzkrankheit, Herzinfarkt, Schlaganfall)
06 Niereninsuffizienz (das Risiko einer fortschreitenden Niereninsuffizienz ist
umso größer/höher je höher der Schweregrad der Psoriasis ist]
07 Augenerkrankungen [bes. häufig bei Psoriasis-Arthritis / Katarakt {Grauer
Star / Trübung der Augenlinse} / Uveitis {Entzündung der mittleren Augenhaut = Aderhaut} / Sehstörungen / Einschränkung des Gesichtsfeldes / Ektropium {Auswärtsstellung eines Augenlids, wodurch die Bindehaut austrocknet}]
08 Psychiatrische Erkrankungen [Depressionen / Bipolare Störung
(manisch-depressive Erkrankung) / Angststörung / Sucht {v.a. Alkohol}]
Diese potentiellen Psoriasis-Folgen/Folgekrankheiten sollten - nein, müssten! – für alle Psoriatiker Grund genug sein, die Krankheit ‚Psoriasis‘ von Anbeginn an ernst zu nehmen und eine befund-angepasste Therapie zu Beginnen. Und nicht die verschiedensten 'Hautmittel‘ auszuprobieren!
Psoriasis: Symptomatik
Einheitlich bei allen Psoriasis-Formen ist:
Die Patienten leiden unter einer trockenen Haut (insgesamt) mit verschieden stark ausgeprägten Schuppungen.
D.h.
Durch eine gestörte Proliferation der Epidermis entwickeln sich starke Schuppungen. Diese führen zu scharf begrenzten, erythematösen, teils bis vielfach und permanent juckenden Herden (die mit weißen bis silberfarbenen Schuppen überzogen sind).
Meist sind bei der Psoriasis eines oder mehrere abgegrenzte Hautareale betroffen. Prädilektionsstellen sind v.a. Streckseiten der Extremitäten (Ellenbogen, Knie,...), Kreuzbein und behaarter Kopf.
Des Weiteren treten im Rahmen einer Psoriasis häufig Nagel-Veränderungen auf. Dazu gehören:
1.Tüpfelnägel (stecknadelkopfgroße, napfförmige Einziehungen)
2. Ölflecken (umschriebene, gelbliche Verfärbungen als Folge des
Durchschimmerns der Nagelbettveränderungen)
3. Splitterblutungen (feine, bräunliche Streifen innerhalb der Nagelmatrix)
4. Krümelnagel (hier ist die Nagelplatte völlig zerstört)
Psoriasis: Diagnostik
Fakt ist:
Die Diagnose „Psoriasis“ kann vielfach bis zumeist aufgrund der körperlichen Inspektion gestellt werden!
Also anhand der „Psoriasis-typischen Hautveränderungen“
Weiterhin geben verschiedene Kratzphänomene weiteren Aufschluss zur Diagnose einer Schuppenflechte. Kratzt man an den betroffenen Hautstellen, zeigen sich folgende charakteristische Zeichen:
a) Kerzenfleck-Phänomen
Durch Kratzen an einem Plaque hellt sich die Schuppenschicht an der Kratzspur auf wie bei einem Kerzenwachsfleck.
b) Phänomen des letzten Häutchens
Werden die Schuppen weiter entfernt, tritt ein glänzendes „letztes Häutchen“ zutage.
c) Blutiger Tau (Ausspitz-Phänomen)
Wird noch weiter gekratzt, kommt es zu punktförmigen Blutungen.
Außerdem deuten weitere Fälle von Schuppenflechte in der Familie auf Psoriasis hin.
Bestehen dennoch Zweifel an der Diagnose, entnimmt der Arzt eine Hautprobe (Biopsie) und untersucht, ob die oberste Hautschicht übermäßig verhornt, verdickt oder entzündet ist.
Diese Befunde heißen in der Fachsprache Hyperkeratose, Follikel-Keratose und Epidermis-Hyperplasie.
Außerdem sind unter dem Mikroskop in den oberen Hautschichten (der Epidermis und der Dermis) mehr Abwehrzellen, genauer gesagt weiße Blutkörperchen (sogen. Lymphozyten und Granulozyten) und Fress-Zellen (Makrophagen) sichtbar.
Vielmals finden sich beim Psoriasis-Kranken ein Zink-Mangel und Übersäuerungszustände; diese lassen sich im Blut (Zink, Bicarbonat) bzw. im Urin (Sammelurin: Säure-Basen-Tagesprofil nach Friedrich Sander) nachweisen.
In seltenen Fällen kann eine Psoriasis durch Mangel an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und an Vitaminen der B-Gruppe verstärkt werden (ebenfalls labor-chemisch nachweisbar).
Bei länger bestehender Psoriasis und bei höhergradiger Ausprägung sollten zum möglichst frühzeitigen Erkennen von Folgen durch die Schuppenflechte – z.B. Herzschäden, Stoffwechselstörungen, Nieren-Funktionsstörung – und bes. auch zum Aufspüren von durch Nebenwirkungen der Anti-Psoriatika in regelmäßigen Zeitintervallen untersucht werden:
Großes Differentialblutbild, Leber-Enzyme und Nierenretentionswerte, Blutzucker und auch ein EKG.
Dies alles ist mit Möglichkeiten der Schulmedizin zu erfassen.
Stellt sich die Frage:
Was können naturheilkundliche Diagnose-Maßnahmen erreichen?
Vorweg:
Spezifische naturheilkundliche Psoriasis-Diagnostikverfahren gibt es keine, sind mir jedenfalls bis heute (Stand Sommer 2021) keine bekannt.
Allerdings sind biologisch-naturheilkundliche Möglichkeiten bewährt geeignet, um Herde, Störfelder und energetische/elektro-magnetische Blockaden, Freie (Sauerstoff-)Radikale, Dysbalancen im gesamten Immun-System – überwiegend als überschießende Reaktion – und auch seelische (psychische/psychosomatische) Dysregulationen aufzuspüren.
Im Detail:
Zum Auffinden von Freien (Sauerstoff-)Radikalen, Herden-Störfeldern-Energetischen/Elektro-magnetischen Blockaden und auch zum Aufspüren von Dysbalancen und Schwächen im Immun-System sind „Verfahren der Regulations-Medizin“ [u.a. Bioresonanz-Verfahren wie BICOM®, wegamed®, Oberon®-NLS, Elektro-Neural-Diagnostik nach Croon {EN-D}, Vitafeld®, SCIO® und bes. auch Kirlian-Fotografie u.a.m] hervorragend geeignet.
[Anmerkung:
viele dieser Verfahren können anschließend auch zur Therapie an- und vergewendet werden]
Zur umfassenden Diagnostik von Freien (Sauerstoff-)Radikalen, der Leistungsfähigkeit von Zellen – bes. der Mitochondrien –, des Zustandes des Säure-Basen-Haushaltes bzw. des Säure-Basen-Gleichgewichts und der Abwehrsituation eignet sich eignet sich als bes. aussagefähig die CRS-Methode (Cell-Regulations-Screening nach Sepp Viehbeck und auch die schon oben genannten Bioresonanz-Verfahren).
Mit der Angewandten Kinesiologie (AK / Applied Kinesiology / ggfls. unter Verwendung sogen. ‚standardisierter Testsätze‘) kann zweierlei erreicht werden:
Zuerst einmal die (nicht belastende + nicht-invasive) Abklärung gegenüber Allergenen und Unverträglichkeiten (u.a. Nahrungsmittel) sowie eine Verträglichkeitsprüfung bzgl. der angewandten/vorgesehenen Arzneimittel (chemisch-definierte wie biologisch-naturheilkundliche).
Serologische Parameter (= Blutteste) sind einzig in der Lage, Akut-Zustände hinsichtlich der Belastung mit Toxinen und einem evtl. Mangel (aber auch einem Zuviel) an Vitalstoffen nachzuweisen.
Einzig mit der Haar-Elementar-Analyse (früher Haar-Mineral-Analyse) lassen sich ‚Langzeit-Zustände‘ (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Schwer- und Edelmetalle und – auf spezielle Anforderung – sonstige Toxine) nachweisen.
Zum Screening bei psychischen und/oder psychosomatischen Dysregulationen ist die Anwendung des Farb-Tests nach Prof. Dr. Max Lüscher („Lüscher-Test“) bestens geeignet [ein weiterer Vorteil dieses Tests: anhand des Tests kann nachgehend eine Therapie mit der „Lüscher-Farbtherapie vorgenommen werden / zudem eignet sich der Test sehr gut zur Verlaufskontrolle].
Ebenfalls bewährt hat sich die sogen. ANSA (Autonome-Nerven-System-Analyse) – ein ebenfalls nicht-invasives apparatives Diagnostik-Verfahren –.
Meine Meinung:
Kein „Muss“, aber – bes. bei schwerwiegenderen Krankheitsformen und -verläufen – eine sinnvolle Ergänzung zur schulmedizinischen Diagnostik; also ein „Kann“.
Psoriasis: Schweregrade
Psoriasis ist nicht gleich Psoriasis!
Die Schwere und Ausbreitung der psoriatrischen Hautveränderungen wird mit Hilfe des Psoriasis Area and Severity Index (PASI-Score aus dem Jahre 1978) erfasst.
Der Index beschreibt die Ausdehnung der Erkrankung und beschreibt den Schweregrad anhand der Rötung sowie der Dicke der Plaques und Schuppung.
[Bei der Beurteilung erfolgt eine Einteilung des Körpers in die vier Regionen: Kopf (K) / Arme = obere Extremitäten (oE) / (Körper-)Stamm (St) / Beine = untere Extremitäten (uE).
Für jede der 4 Regionen wird zunächst auf einer ‚7-Punkte-Skala‘ angegeben, wie groß der Anteil der Hautfläche ist, auf der sich die Psoriasis-Herde befinden {0 = keine Beteiligung des Körperabschnitts / 1 = <10% / 2 = 10-30% / 3 = 30-50% / 4 = 50-70% / 5 = 70-90% / 6 = 90-100%}. Betreffen die Veränderungen beispielsweise an den Armen die Hälfte der Haut (50 %), ergibt sich ein Flächen-Wert (A) von AoE = 3; der Rötung (Erythem, E), der Schuppung (Desquamation, D) und der Dicke des Herdes (Induration, I). Dann erfolgt die Beschreibung des Psoriasis-Herdes; d.h. es wird eine Bewertung des Herd-Ausmaßes vorgenommen; diese Bewertung erfolgt auf einer ‚5-Punkte-Skala‘ {0 = nicht vorhanden / 1 = leicht / 2 = mäßig / 3 = stark / 4 = sehr stark}. Beispiel: EK = 2 steht für eine mäßige Rötung im Bereich des Kopfes. Mit diesen Parametern erfolgt die Errechnung des PASI-Wertes mithilfe einer Formel in der die 4 Parameter (A, D, I, E) für jede der Körperregionen (K, oE, St, uE) einfließen. Diese werden mit einem Faktor korrigiert, der den prozentualen Anteil der jeweiligen Körperregion an der Gesamtoberfläche berücksichtigt (Korrekturfaktoren: Kopf: 0,1, obere Extremitäten: 0,2, Stamm: 0,3, untere Extremitäten: 0,4).
Der Regionsindex, also der Index für die einzelnen Körperabschnitte, berechnet sich zunächst wie folgt: K = 0,1 x (EK + IK + DK) x AK // oE = 0,2 x (EoE + IoE + DoE) x AoE // St = 0,3 x (ESt + ISt + DSt) x Ast // uE = 0,4 x (EuE + IuE + DuE) x AuE ** Summiert man diese vier Werte, ergibt sich schließlich der PASI-Wert: PASI-Wert = K + oE + St + uE]
Auswertung PASI:
Der maximale PASI-Score kann bei sehr schweren Erkrankungen 72 Punkte erreichen. Es werden Patienten mit leichter, mittelschwerer und schwerer Erkrankung unterschieden, wobei keine einheitlichen Kriterien vorliegen, die Abgrenzung zwischen mittelschwer und schwer erlauben.
Eine mittelschwere bis schwere Erkrankung liegt vor, wenn der PASI mindestens 10 beträgt. Der Schweregrad der Schuppenflechte kann auch allein über die betroffene Körperober-fläche definiert werden. Dabei gilt als mittelschwere bis schwere Erkrankung, wenn über zehn Prozent der Körperoberfläche betroffen sind.
TIPP:
Berechnung kann auch über „PASI-Calculator“ im Internet vorgenommen werden!
Ein weiterer Psoriasis-Bewertungstest ist der Body Surface Area/ BSA. Mit dem BSA wird der Prozentsatz der erkrankten Körper-Oberfläche ge-/bemessen.
Mit dem Dermatology Life Quality Index/DLQI erhält der Untersucher Auskunft über die psycho-sozialen Auswirkungen der Psoriasis auf verschiedene Lebensbereiche.
[Test:
Die Kranken beantworten 10 Fragen darüber, wie sehr die Psoriasis ihr Leben in den vergangenen sieben Tagen beeinflusst hat. Die Skala reicht von 0 (gar nicht) bis 3 (sehr stark) und der erfragte DLQI ergibt einen Wert zwischen 0 und 30]
Ein weiteres diagnostisches Hilfsmittel stellt zur Bewertung der Schuppenflechte an den Nägeln der „Nail Psoriasis Severity Index“ (NAPSI) dar. Es handelt sich hierbei ebenfalls um einen standardisierten Test.
Eine leichte oder milde Form der Psoriasis vulgaris liegt vor, wenn
BSA <10
PASI <10
DLQI max. = 10.
Bei einem BSA oder PASI 10 und mehr und/oder einem DLQI > 10 spricht man von einer mittelschweren bis schweren Psoriasis.
Psoriasis: Diagnostik
An erster Stelle stehen bei der Psoriasis – wie auch bei anderen Hautkrankheiten – zuerst einmal eine eingehende Anamnese – dabei stets bisheriger Krankheitsverlauf, sonstige/chronische Krankheiten, Exposition gegenüber Giften und auch Fragen nach Vorkommen in der näheren Familie – und dann eine gründliche Ganzkörper-Untersuchung des Patienten.
Vielmals kann der Hautarzt die Schuppenflechte-Diagnose bereits durch die Blickdiagnose stellen.
Wichtig ist auch die Berechnung der Ausdehnung der Psoriasis (PASI-Calculator); s.o.) und die Feststellung des Schweregrades der Schuppenflechte durch den Hautarzt.
In manchen Fällen ist zusätzlich die Untersuchung einer Hautprobe unter dem Mikroskop (Biopsie) nötig.
Treten auch Gelenkbeschwerden auf, sind Blutuntersuchungen und Röntgenaufnahmen der betroffenen Gelenke nötig.
Hinweis:
Einmal abgesehen von einer in nur sehr seltenen Fällen erforderlichen „Gen-Analyse“; gibt es weder in der Schulmedizin noch in der gesamten biologischen Medizin spezifisch-spezielle Untersuchungsparameter für die Schuppenflechte!
Eine Labor-Untersuchung - es wird gesprochen von „Labor-Parametern 2. Ordnung“ - dient weit überwiegend zur differential-diagnostischen Abklärung.
Sie umfasst folgende Untersuchungen im Blut:
Großes Blutbild, Nüchtern-Blutzucker, unspezifische Entzündungswerte: BSG/BKS (Blutsenkung) und CRP (Chrom-Reaktives Protein), Rheuma-Serologie: Rheuma-Faktor/RF, CCP-AK (Cyclisches Citrullin-Peptid-Anti-Körper), ANA (Antinukleäre Antikörper), HLA-B27 (Human Leukozyte Antigen (Histo-Kompatibilitäts-Antigen) B27)
Psoriasis: Differentialdiagnostik
Wenn die Krankheitszeichen nur sehr gering ausgeprägt sind, kann es schwieriger sein, eine Psoriasis zu erkennen.
Erkrankungen, mit denen eine Schuppenflechte verwechselt werden kann und deshalb bei der Diagnose ausgeschlossen werden müssen, sind:
- Ekzeme
- Hautpilzerkrankungen (Mykosen)
- flache Knötchenflechte (Lichen ruber planus)
- Stachelflechte (Pityriasis rubra pilaris)
- Infektionen der Haut, z.B. mit Hefepilzen (Candidose)
- Syphilis (Lues venera) im Sekundärstadium
Die Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung (Psoriasis-Arthritis) ist manchmal nur schwer von anderen akuten oder chronischen Gelenk-Erkrankungen wie der Rheumatoiden Arthritis (RA) oder dem Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans) zu unterscheiden.
Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn keine typischen Haut-Erscheinungen vorhanden sind.
Bei der Psoriasis-Arthritis helfen auch Blut-Untersuchungen (s.v.) – außer den Möglichkeiten der „Bildgebenden Verfahren“ (CT/MRT/ Szintigraphie/Arthroskopie) – zur Diagnose-Sicherung.
Damit kann diese Form der Schuppenflechte, bei denen auch die Gelenke betroffen sind, von anderen entzündlichen Gelenk-Erkrankungen abgegrenzt werden.
Psoriasis: Therapie
Psoriasis ist nicht heilbar!
Und:
Kein Psoriasis-Verlauf ist identisch mit einem anderen!
Das kann/sollte dann auch stets bedeuten:
Bei der Therapie einer Psoriasis sollte es sich stets handeln um ein „befund-angepasstes, individuelles (= personalisiertes), multi-modales, ganzheitliches Behandlung-Konzept“.
Also:
Ein „passgenaues Konzept“!
Dieses Konzept beinhaltet als unverzichtbare Säule 1 die immer erforderlichen Eigenleistungen des Kranken + als Säulen 2 und 3 den symbiotisch-synergistischen Einbezug von Möglichkeiten der wissenschaftlichen (Schul-)Medizin mit denen der seriösen biolog.-naturheilkundlichen Medizin.
Was die Schulmedizin angeht, so empfehle ich (soweit als möglich) ein Vorgehen nach den aktuellen S3-Leitlinien zur Therapie der Psoriasis (Stand März 2021) der Deutschen Dermatologischen Geselllschaft e.V. (DDG).
! Warnung !
Ich warne an dieser Stelle ausdrücklich und eindringlich vor der Anwendung von in den Medien (vielmals lautstark und reißerisch) angepriesenen „Psoriasis-Mitteln“ (oftmals aus nicht nach- und überprüfbaren Quellen) – zumeist mit einem „Gütesiegel“ wie klinisch geprüft usw. deklariert –!
Ich warne weiter davor, Mittel anzuwenden, die von Freunden, Bekannten, Kollegen usw. als wirkungsvoll empfohlen werden.
Und drittens:
Lehnen Sie unbedingt die Therapie mit einem „XY-Mittel“ ab, das Ihnen Ihr Behandler ohne eingehende Untersuchung und Besprechung mit Ihnen verordnet/verordnen will, quasi „versuchsweise“!
Stehen Diagnose, Schweregrad und Verlaufsform fest, dann nicht gleich und sofort mit einer Therapie starten.
Am Anfang sollten stets stehen:
Die umfassende Information des Kranken über diese Krankheit, die Verlaufsform, mögliche (weitere gesundheitliche) Folgen und mögliche Komplikationen und auch über Behandlungsmöglichkeiten – von Eigenleistungen des Kranken bis hin zur arzneilichen und nicht-arzneilichen Therapie; dabei sollten dem Kranken Möglichkeiten der Schulmedizin aber auch bewährte Optionen der naturheilkundlichen Medizin aufgezeigt werden –.
Zugegeben:
Zu Beginn ein recht großer Zeitaufwand, der sich allerdings mehr als bezahlt macht in der Folgezeit!
Zur Therapie:
„Psoriasis-3-Säulen-Therapie“
„Psoriasis-3-Säulen-Therapie“
Wenngleich die „3 Säulen der Psoriasis-Therapie“ hier nacheinander besprochen werden, so kommen diese in der Realität gleichzeitig zur Anwendung.
Ein weiterer Hinweis:
Bei der Besprechung der einzelnen „Therapie-Schritte werden einige Medikamente und sonstige Therapieverfahren mehrmals genannt. Das dient nur der übersichtlicheren Information; d.h. die Verfahren/ Medikamente/Ergänzungsmittel kommen stets nur ein einziges Mal zur Anwendung!
Nach dieser wichtigen „Vorab-Information“ nun zu den einzelnen Therapie-Säulen.
„Psoriasis-3-Säulen-Therapie“ Säule 1: Eigenleistungen des Psoriasis-Patienten
Zuerst in der kurzen Übersicht.
Eigenleistungen sind:
1.1. Compliance
1.2. Selbstmanagement mit Stress-Handling
1.3. Ernährung
1.4. Genussmittel
1.5. Sonstige Eigenleistungen
1.1. Compliance
Die bestmögliche Compliance (früher mit „Therapietreue und Mitarbeit“ bezeichnet) des Psoriasis-Kranken [nebenbei: das gilt ebenso für Patienten mit einer Neurodermitis oder einem Hautkrebs] ist neben dem Selbst-Management (1.2., s.u.) der wichtigste Baustein im Gesamt-Konzept. D.h.
Der Psoriasis-Kranke muss bereit und willens sein, den bestmöglichen Eigenleistungsbeitrag zu seiner gesundheitlichen Stabilisierung zu erbringen.
Und zwar:
„Heute und morgen!“
Darunter sind alle Maßnahmen unter 1.2. bis 1.5. zu verstehen.
1.2. Selbstmanagement mit Stress-Handling
Gleich zu Beginn muss für den Kranken stehen, sein „Confiteor“; d.h. die bisherige Lebensführung, die Ernährung(s-Vorlieben und -Sünden), der Genussmittel-Konsum aber auch der Umgang mit Stress (in jedweder Form) müssen auf den Prüfstand gestellt werden.
Dann gilt es die „Lebensweichen“ neu einzustellen oder besser: umzustellen.
Motto:
„Dem Leben eine neue (vielmals auch eine erstmalige) Struktur
geben!“
Will heißen:
Sein eigenes Leben mit allen Belastungen usw. in den Griff bekommen, also ein kontinuierliches „Selbstmanagement“ zu betreiben und das schließt auch ein bedarfsgerechtes „Stress-Handling“ mit ein.
In vielen Fällen schafft das der Kranke ohne weitere Maßnahmen.
Vielmals reicht auch die regelmäßige Anwendung von ‚Entspannungsverfahren‘ (z.B. Autogenes Training, Yoga) völlig aus.
Von großer Bedeutung für den Krankheitsverlauf ist es, dass der Kranke für einen physiologischen Lebensrhythmus Sorge trägt (also: Schlaf-Wach-Rhythmus, ausreichender Schlaf, entsprechende Ruhepausen tagsüber, Urlaub usw.).
Besonders bei schwer(er)gradiger Psoriasis mit deren Auswirkungen auf die Psyche und besonders auf die „Lebensqualität“ sollte der Kranke sich frühzeitig „professioneller therapeutischer Hilfe“ bedienen – Psychologen, Psychiater, Psychotherapeuten –.
TIPP
Dermatologischer Lebensqualität-Index (DLQI)
Der DLQI kann Aussagen über die Lebensqualität liefern, denn Veränderungen der Haut, wie sie bei der Psoriasis auftreten, können für die Betroffenen eine erhebliche Belastung darstellen. Jeder Patient verarbeitet diese oft sichtbaren Veränderungen ganz individuell und geht damit mehr oder weniger selbstbewusst um. Man weiß, dass die Symptome der Schuppenflechte oft einen negativen Einfluss auf die Lebensqualität des Betroffenen haben Daher ist Ziel der Behandlung nicht nur die Besserung der körperlichen Symptome, sondern auch die Besserung des damit verbundenen Empfindens der persönlichen Lebensqualität. Dazu muss die Lebensqualität auch eigens erfasst werden. Ärzte können diese schwer fassbare Größe mithilfe spezieller Fragebögen ermitteln. Ein solcher Fragebogen ist beispielsweise der Dermatologische Lebensqualitäts-Index (DLQI).
[Hinweis:
Im Internet zum Downloaden]
Neben und zu den psychischen Verwerfungen führt die Krankheit nicht selten ins „soziale Abseits“.
D.h. der Kranke gleitet immer weiter ab in die Isolation.
Andererseits wissen wir, dass soziale Kontakte die Lebensfreude und Lebensqualität erwiesenermaßen erhöhen!
Es hilft dem Psoriasis-Kranken nachweislich weiter, wenn er sich auch diesbezüglich der vorhandenen speziellen Einrichtungen bedient und sich dort integriert:
So z.B. einer „Psoriasis-Selbsthilfegruppe“ (über den Deutschen Psoriasis-Bund e.V.) – hier treffen sich regelmäßig Psoriasis-Kranke; hier findet der Kranke den wichtigen Erfahrungsaustausch und vieles mehr, u.a. gesetzliche und medizinische Neuerungen –. Daneben bestehen – quasi als ‚Auffang-Netze‘ – sogen. Regionale Psoriasis-Netzwerke und u.a. Psoriasis-Foren.
Für den Psoriatiker muss die Devise lauten:
Raus aus der Isolation und den Krankheitsängsten!
Zuletzt noch – auch das gehört zum Selbstmanagement –:
Gesichert ist, dass gehäuftes Kratzen an den Psoriasis-Herden - wiewohl der massive Juckreiz nachvollziehbar und dieses Tun nur allzu verständlich ist - die Krankheit ungünstig beeinflusst und ferner, dass das gehäufte Jucken und Kratzen in einem „fatalen Teufelskreis“ [Jucken Kratzen Entzündung Krankheitsverstärkung Jucken Kratzen usw.!] mündet.
Daher:
„Wehret (so gut es eben geht) den Anfängen“.
Kein leichtes Unterfangen, das reichlich (Selbst-)Disziplin verlangt.
Darmowy fragment się skończył.