Czytaj książkę: «Geheimnisvolles Tibet»
Daniela Mattes
Geheimnisvolles Tibet
Der mysteriöse Fall des
Lobsang Rampa
„Geheimnisvolles Tibet“ Printausgabe Juni 2021
Ancient Mail Verlag Werner Betz
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Covergestaltung: Werner Betz
Lobsang Rampa (oder Dr. Tuesday Lobsang Rampa) veröffentlichte sein erstes Buch „The Third Eye“ („Das dritte Auge“) bereits im Jahr 1956 und erregte damit viel Aufmerksamkeit. Noch mehr Furore um seine Person gab es allerdings, als er als „Betrüger“ entlarvt wurde.
Denn es stellte sich heraus, dass er nicht, wie er behauptet hatte, ein hochrangiger tibetischer Lama war, sondern in Wirklichkeit Cyril Henry Hoskin hieß, und die Berichte „aus erster Hand“, die er von sich gegeben hatte, einer Prüfung durch Fachleute nicht standhielten.
Kurios allerdings: jeder seiner Kritiker entdeckte unterschiedliche Schwachpunkte in den Berichten, sodass – wie Rampa/Hoskin feststellte – sich keine zwei Experten darüber einig waren, wo er nun angeblich gelogen hatte …
Doch wer war dieser Mann und was genau hat er in seinen 19 Büchern verbreitet, was die Menschen so sehr berührte, dass sie auch noch lange nach seinem Tod (1981) seine Erlebnisse für bare Münze nehmen? Und: besteht die Möglichkeit, dass an seiner Geschichte irgendetwas Wahres dran ist?
Inhalt
Vorwort
Teil 1
Zur Einstimmung auf Tibet
Teil 2
Der Fall Lobsang Rampa
Teil 3
Weitere Personen äußern sich zu Lobsang Rampa
Teil 4
Alle seine Bücher
Teil 5
Mystisches Tibet
Teil 6
Ausklang
Quellen
Über die Autorin
Vorwort
Wenn man sich mit einem solchen Fall genau befassen möchte, dann kann man entweder nur die Information übernehmen, dass ein Betrüger sich für einen Lama ausgegeben hat und aufgeflogen ist. Oder man beschäftigt sich eingehender mit der Sache, wofür man allerdings mit sehr vielen spannenden Themen in Berührung kommt, über die man möglicherweise bislang wenig gelesen hat.
Als ich über das Thema gestolpert bin, das sich interessant anhörte, habe ich zunächst wieder Abstand davon genommen, mich näher damit zu beschäftigen, da es sich ja offenbar, wenn man der Presse glauben konnte (und das kann man nicht immer), um den Fall eines Schwindlers handelte, der schon lange geklärt ist.
Doch andererseits erwähnt eben dieser Schwindler sehr viele esoterische Punkte und viele östliche Weisheiten, die für sich allein genommen keinen Schwindel darstellen – wie beispielsweise die Astrologie, die auch in China bereits seit über 5.000 Jahren praktiziert wird.
Auch Themen wie das Ouija-Brett, Seelenwanderungen, Astralreisen oder Ähnliches sind mir aus vielen Jahren der interessierten Verfolgung aller esoterischer Themen nicht unbekannt. Daher habe ich mich entschieden, mich in den Fall einzulesen, um zu prüfen, ob nicht doch etwas an der Sache dran sein könnte.
Da nicht jeder Leser mit diesen Themen oder der Geografie, Topografie oder Geschichte Tibets vertraut ist (was Tibet betrifft: damit kenne ich mich auch nicht gründlich aus) – wie soll er da feststellen können, ob die von Rampa beschriebenen Orte existieren oder wo sie liegen?
Kleiner Spoiler: Da er von geheimen Dingen berichtet, die auch geheim bleiben sollen, hat er in seinen Berichten viele Orte absichtlich nicht oder falsch beschrieben, um ihre Lage zu verschleiern. Insofern ist es vollkommen richtig, wenn die Kritiker bemängeln, dass hier Fehler vorliegen.
Er beschreibt viele Punkte des täglichen Lebens eines Lamas oder wie die Mönche bestimmter Orden sich verhalten. Da er hier einer Art innerem Zirkel angehört, kennt er auch in diesem Fall Informationen, die Außenstehenden nicht geläufig sind und auch nicht bekannt sein sollen.
Wer wäre also in der Lage, tatsächlich genau zu beurteilen, wie konkret Rampa diese Fakten beschrieben hat? Wer kennt schon aus erster Hand die Geheimnisse und Rituale der Klostergesellschaften Tibets?
Sofern seine Kritiker also nicht denselben Orden angehören, wie konnten sie da beurteilen, ob diese Beschreibungen korrekt wiedergegeben sind? Das können sie vermutlich nicht. Und daher wiegt die Kritik auch nicht ganz so schwer – so sehen es zumindest Rampas Fans.
Und ob alle Tibet-Profis gleichzeitig auch die esoterischen Praktiken korrekt beurteilen können, bleibt einmal dahingestellt. Es sei denn, dass Heinrich Harrer vielleicht auch des Öfteren das Ouija-Brett benutzt und ausreichend Erfahrungen damit gesammelt hat …
Fakt ist allerdings auch, dass viele der Themen, die Rampa aufgreift, nicht neu sind und er sie tatsächlich, wie seine Kritiker behaupten, aus anderen Quellen übernommen haben könnte. Nur: Hat er das wirklich? …
Übrigens werden den tibetischen Mönchen sowie den indischen heiligen Männern sehr viele übernatürliche Fähigkeiten zugeschrieben, die uns verblüffen, die aber bereits mehrfach untersucht und als existent bewiesen wurden.
Dabei geht es nicht um Dinge wie den indischen Seiltrick, sondern darum, dass die Mönche Kraft ihres Geistes levitieren können oder in der Lage sind, ihre Körperfunktionen so zu steuern, dass sie teilweise für tot erklärt werden, da das Herz nicht mehr schlägt. Sie können sich nackt in den Schnee des Himalaya setzen und dort über Stunden problemlos in Meditation verharren, während sie ihre Körpertemperatur aufrecht erhalten.
Wenn Rampa also über faszinierende, aber ungewöhnliche Dinge berichtet, so sind diese nicht komplett erfunden.
Er greift viele Weisheiten aus der östlichen Kultur in seinen Erzählungen auf, mit denen die westliche Welt nur im Rahmen der Esoterik oder Grenzwissenschaften vertraut ist. Astralwanderungen sind im Westen eher etwas für „Spinner“, doch für Mönche, die willentlich ihren Körper verlassen und andere Dimensionen durchstreifen können, sind diese „normal“.
So wissen sie über Energiezentren des Körpers (Chakren) oder die Aura Bescheid und auch, dass die Seele über eine silberne Schnur am Körper „befestigt“ ist. So kann die Seele jederzeit von ihrer Wanderung in den anderen Welten zurückkehren. Wird die Schnur durchtrennt, stirbt der Mensch.
Rampas Kritiker greifen meist generell alle Themen, über die er berichtet, als esoterisches oder theosophisches Geschwafel an. Leser, die sich in diesen Bereichen bereits auskennen, werden sich sehr viel einfacher tun mit der Lektüre dieses Buches, als jemand, der sich damit bislang noch nicht beschäftigt hat.
Dazu kommt, dass Rampa auch über andere Dimensionen sowie UFOS und Außerirdische berichtet. Dem Leser sind möglicherweise auch hier nicht alle angeschnittenen Themen bekannt. Deshalb werden viele dieser Punkte im Text auch begleitend erläutert und außerdem umfassender im Abschnitt über das mystische Tibet besprochen.
So sollte sich am Ende jeder Leser ein genaueres Bild dieses Mannes machen können, der Lobsang Rampa war, und für sich selbst entscheiden, ob und wie viel an seinen Behauptungen tatsächlich dran ist.
Teil 1
Zur Einstimmung auf Tibet
Einige grundlegende Fakten über Tibets Lage, Kultur,
Geschichte, Religion, Medizin und den Tourismus
Die Geschichte Tibets
Im Rahmen dieses Buches ist es nicht möglich, sehr ausführlich die spannende Geschichte Tibets in all ihren Facetten darzustellen. Deshalb soll der Leser aufgrund einiger kurzen Informationen einen Eindruck von der Lage des Landes sowie wenige Fakten über seine Kultur und Rahmenbedingungen erhalten.
Lage und Bevölkerung
Tibet ist ein faszinierendes und besonders abgeschiedenes Land im südlichen Himalayagebirge. Mit seiner Höhenlage von rund 4.500 Metern wird es auch als „Dach der Welt“ bezeichnet. Hier finden wir beispielsweise den berühmten höchsten Berg der Welt, den Mount Everest, sowie den heiligen Berg Kailash.
Im Hochland, oder besser gesagt auf dem Hochplateau, ist es sehr trocken und wüstenhaft, es gibt im Norden auch Steppen. Das Klima ist in Tibet recht unterschiedlich und schwankt je nach Lage (Norden/Süden) und Tageszeit beträchtlich.
Im Sommer gibt es im Südosten allerdings Temperaturen um die 28° C. Am kältesten wird es im Winter im Norden mit bis zu -15° C.
In Lhasa herrscht eine durchschnittliche Temperatur von lediglich 8° C. Und im nördlichen Permafrostgebiet sind es nur 0° C. Daher sind auch der Westen, der Zentralbereich und der Norden unbewohnt.
Im gesamten Autonomen Gebiet Tibet leben über 2,6 Mio. Menschen, davon ungefähr eine halbe Million allein in Lhasa. Darunter überwiegend Tibeter (mehr als 80 %) und Han-Chinesen (ungefähr 17 %). Viele Tibeter leben im Exil in Indien, Nepal, Kanada und den USA, aber auch in der Schweiz, Bhutan und anderen Ländern.
Die Zeitverschiebung von Tibet im Vergleich zu Deutschland liegt bei 7 Stunden (Winterzeit) bzw. 6 Stunden (Sommerzeit). Tibet ist Deutschland zeitlich voraus.

Abb. 1: Der Mount Everest 1
Kultur und Alltag in Tibet
In Tibet herrschte zunächst die Bön-Religion vor, die später vom Buddhismus beeinflusst wurde. Der Dalai Lama repräsentiert eine der vier großen buddhistischen Schulen (Gelugpa) und wird von der Mitgliedern der Exilregierung immer noch als Staatsoberhaupt anerkannt.
In Tibet haben mündliche Überlieferungen Tradition, eine Schrift entwickelte sich erst im 7. Jahrhundert und die daraus entstehende Literatur war zunächst religiös. Erst im 13. Jahrhundert wandelte sich das und die Poesie hielt Einzug.
Es heißt, dass König Songtsen Gampo einen tibetischen Gelehrten namens Tönmie Sambhota sowie einige Studenten nach Indien geschickt habe, damit sie dort ein Tibetisches Alphabet auf der Basis des Sanskrit-Alphabets entwickeln könnten. Die Entwicklung eines eige-nen Schriftsystems samt Grammatik war die Basis für einen kulturellen Aufschwung.
Musikalisch dominieren volkstümliche Lieder und religiöse Ritualmusik. Es gibt Saiten-, Blas- und Perkussionsinstrumente und bei den religiösen Liedern sind diese mit dem monotonen Mönchgesang verbunden.
Andere künstlerische Ausdrucksweisen sind hauptsächlich die Wandmalereien sowie die Fertigung verschiedener Kulturschätze aus einer ganz besonderen Legierung namens Dzekshim. Diese besteht aus mindestens 7 unterschiedlichen Metallen, deren Basis Gold, Silber und Kupfer bilden. Durch das Hinzufügen weiterer Metalle kann die Farbgebung beeinflusst werden. Die Gegenstände aus diesem Material werden nie zusätzlich vergoldet, um die Farbe nicht zu verändern.
Die Tibetische Küche
Aufgrund des rauen Klimas können die Bauern hauptsächlich Gerste anbauen, die auch in diesen Verhältnissen gedeiht. Daraus wird eine Art Getreidebrei zubereitet, der sich Tsampa nennt. Er kann nach Belieben mit Dörrfleisch oder auch mit Quark und Honig angereichert werden.
(„Wenn in den tibetanischen Klöstern eine Menükarte gedruckt würde, dann gäbe es nur ein einziges Wort zu drucken: nämlich Tsampa!“ (Rampa in „Cave of the Ancients”))
Daneben gibt es auch Hirse, Hülsenfrüchte und Gemüse wie Bohnen, Karotten, Tomaten, Paprika, Mais oder Zwiebeln.
Aufgrund der beliebten Tierhaltung steht auch das Fleisch von Yaks, Schafen oder Ziegen zur Verfügung sowie Milchprodukte.
Praktisch ist beispielsweise die vielseitige Verwendung von Yakbutter, der sowohl im Buttertee (Nationalgetränk!) als auch in den Butterlampen zum Einsatz kommt.
Touristen finden darüber hinaus auch die Teigtaschen namens „Momo“ sehr lecker. Diese können gebraten oder auch in der Suppe gekocht werden.
Suppen und Eintöpfe sind ebenfalls sehr beliebt und werden gerne als Nudelsuppe oder Nudeleintopf mit Fleisch und/oder Gemüse gegessen.
Bei der Ernährung achten die Tibeter besonders auf Tipps, die aus der Traditionellen Tibetischen Medizin stammen. Nach der dort verankerten Konstitutionslehre kann jeder sein inneres Gleichgewicht und die Harmonie von Körper und Geist durch eine typengerechte Ernährung erreichen. Vorrangig kommen daher pflanzliche Nahrungsmittel zum Einsatz.
Wirtschaft und Industrie
Groß im Kommen ist der Bergbau, denn in Tibet lagern verschiedene wichtige Bodenschätze, darunter viele Metalle (Kupfer, Chrom, Gold, Blei, eisen, Zink, Aluminium) sowie Erdöl.
Daneben gibt es auch Industriezweige, die handwerkliche Produkte wie selbst hergestellte Teppiche oder Wollstoffe sowie verschiedene Kunstgegenstände herstellen und vertreiben.
Natur und Umwelt
Es gibt in Tibet auf dem Hochplateau sehr viel Schnee, in den Steppen leben die Nomadenvölker mit ihren Yak-Herden. Dazu kommen viele Hochgebirgsseen, der heilige Berg Kailash, der berühmte Mount Everest sowie Almen.
Darüber hinaus befinden sich in Tibet sehr viele Klöster, das älteste Kloster Tibets („Samye“) wurde bereits um 770 n. Chr. von König Trisong Detsen gegründet, der auch den Buddhismus als Staatsreligion einführte.
Durch die großen Kahlschläge der Wälder kommt es verstärkt zu Erdrutschen, Steinschlag und Überschwemmungen. Durch die stark gestiegene Bevölkerungszahl muss das Nahrungsangebot erhöht werden, besonders die Fleischproduktion. Doch die vielen Viehhirten sorgen leider dafür, dass die Steppen unter der Anzahl der Tiere leiden (Überweidung).

Abb. 2: Ein Yak 2
Traditionelle tibetische Medizin
Die tibetische Heilkunst oder Traditionelle Tibetische Medizin (TTM) ähnelt der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und bezieht auch religiöse, philosophische und kulturelle Aspekte mit ein.
Beide Heilkünste legen Wert auf eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen und sehen Körper und Geist als Einheit. Darüber hinaus ist es speziell in Tibet wichtig, dass auch der Buddhismus bei der Hei-lung von Krankheiten berücksichtigt wird. Daher werden dem Geist und den Gefühlen hohe Stellenwerte eingeräumt.
Schlecht für die Gesundheit sind die „Geistesgifte“ Gier, Hass und Verblendung, die sich negativ auf die drei Körpersäfte Wind, Galle und Schleim auswirken. In Tibet ist es daher notwendig für einen gesunden Menschen, dass er einen ausgewogenen Geist besitzt und eine gesunde Lebensführung hat.
Der Körper wird mit traditionellen Medikamenten behandelt, für die Ausgeglichenheit des Geistes wird Meditation empfohlen. Erkrankungen lassen sich beispielsweise auf negative Einstellungen sowie falsche Ernährung oder Viren zurückführen.
Für die Diagnose stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, darunter eine Typenbestimmung des Erkrankten sowie eine Abtastung von Haut und Haaren sowie eine Urin- und Pulsdiagnose. Auch die Befragung zur Krankengeschichte und den Symptomen gehört selbstverständlich dazu.
Für die Behandlung steht neben der Meditation oder der Verabreichung von bekannten Mitteln aus der Naturheilkunde auch eine Ernährungs- und Verhaltensberatung auf dem Programm. Aber Patienten erhalten auch Aderlass, Massagen oder medizinische Bäder.
Insofern ähneln sich TCM und TTM, bis auf die vorrangige Bewertung der richtigen Geisteshaltung und der buddhistischen Sichtweise, dass keine Krankheit ohne Grund entsteht.
In seinem Buch „Doctor from Lhasa“ beschreibt Lobsang Rampa zwei beliebte Behandlungsmethoden: Die Akupunktur und die Therapie mit Moxapaste:
„Akupunktur ist eine bestimmte Methode, bei der äußerst dünne Nadeln in verschiedene Stellen des Körpers eingeführt werden. Die Nadeln sind so dünn, daß man keine Schmerzen verspürt. Sie werden eingeführt und rufen die verschiedensten Heilungsreaktionen hervor. Im Westen werden Radiumnadeln benutzt, und die Leute behaupten, daß sie wunderbare Heilerfolge damit erzielen, aber wir im Osten haben Akupunktur seit Jahrhunderten mit gleichem Erfolg durchgeführt.
Wir wenden auch eine Therapie mit Moxapaste an. Bei dieser Methode werden verschiedene Kräuter zubereitet, in Röhren abgefüllt und an einem Ende so entzündet, daß sie rot glühen. Das glühende Ende wird dann nahe an die erkrankte Haut oder erkranktes Gewebe herangeführt, und durch die Erhitzung dieser Stellen können die Wirkstoffe der Kräuter direkt mit einer heilenden Wirkung in das Gewebe eindringen. Die Wirksamkeit dieser beiden Methoden hat sich immer wieder erwiesen, aber noch ist nicht festgestellt worden, wie sie genau funktionieren.“
Zudem ist es möglich, den Körper zu heilen, indem man sich mit dem Auralesen beschäftigte, wie er in „The Rampa Story“ erklärt.
„Untersucht man, was der Aura fehlt, und ersetzt dies durch besondere Strahlen, dann kann man die Krankheit des Menschen heilen. Weil ich besser als andere über die Kräfte des Hellsehens verfügte, wurde ich fast regelmäßig zum Allerhöchsten, der großen dreizehnten Inkarnation des Dalai Lama gerufen, um mir die Aura seiner Besucher zu besehen, die »in Freundschaft« kamen.
Und Rampa berichtet auch davon, dass Gebete helfen, eine Heilung zu vollbringen. In „The Rampa Story“ sagt er:
„Ich werde später noch einmal darauf zurückkommen, aber laßt mich zuerst nochmals betonen: wiederholt euer Gebet, solange es nötig ist, und wenn ihr wirklich daran glaubt, dann wird sich die Heilung vollziehen.
Nun dazu, ob und wie sich eine Heilung vollzieht. Wenn einer Person ein Bein amputiert worden ist, wird auch kein Gebet dieses Bein wieder zurückbringen. Aber wenn jemand Krebs hat oder ein anderes schweres Leiden, dann kann dieses aufgehalten werden. Ganz deutlich gesagt: Je geringer die Krankheit, desto leichter ist diese zu heilen.
Ganz gleich wann in der Geschichte, immer schon gab es Wunderheilungen, und jeder hat schon einmal davon gehört. Lourdes und viele andere Orte sind für diese Heilungen berühmt. Auch diese Heilungen wurden durch das Höhere Selbst bewirkt, durch den Schutzengel der betreffenden Person, nur eben in Verbindung mit diesem Ort.“
Tourismus
Lange war es überhaupt nicht möglich, Tibet offiziell zu bereisen, doch die Zahl der Touristen steigt seit der „Öffnung“ des Landes stetig an. Daher wird auch der Tourismus ganz gezielt ausgebaut.
Die Einreise nach Tibet ist mit dem Flugzeug, dem Zug oder Überland möglich. Der Zugang erfolgt entweder über China oder Nepal. Direktflüge von Deutschland gibt es keine. Fliegen ist im Himalaya ohnehin problematisch. Reguläre Verkehrsflugzeuge können nicht so hoch fliegen und es wären extreme Turbulenzen zu erwarten.
Bisher sind rund 80% der Touristen Chinesen, gefolgt von einer großen Anzahl interessierter Japaner. Doch auch bei den Europäern ist das Land ein zunehmend beliebtes Reiseziel.
Tibet besitzt die Lhasa-Bahn (seit 2006) mit Panoramafenstern, die an beliebten Aussichtspunkten anhält und hat auch verschiedene Fluglinien eingerichtet. Rund 45 km von der Stadt Lhasa befindet sich beispielsweise der Flughafen Lhasa-Gonggar. Insgesamt gibt es in Tibet 5 Flughäfen.
Aber auch die Fernverkehrsstraßen werden ausgebaut. Besonders die Straßen zum Flughafen, die bisher durch das unwegsame Gebirge geführt haben, profitieren von der Optimierung, da sich die Fahrzeit zwischen dem Flughafen und der Stadt Lhasa mit ihren berühmten Sehenswürdigkeiten extrem verkürzt.
Sehenswürdigkeiten sind selbstverständlich der Heilige Berg Kailash, der Mount Everest und in Lhasa selbst der berühmte Potala-Palast und das Jokhang-Kloster, welche beide zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen.
Der Tourismus bietet den Tibetern große Chancen auf neue Arbeitsplätze. Diese sind leider für die meisten nur wenig gebildeten Tibeter oder für die Exiltibeter unerreichbar.

Abb. 3: Der Potala-Palast in Lhasa 3
Hinweis:
Problematisch für Touristen ist die extreme Höhenluft, an die man sich erst gewöhnen muss. Daher ist jede Anstrengung zunächst tabu. Auch sollten nur leichte Gerichte gegessen und kein Alkohol getrunken werden. Kopfweh und Abgeschlagenheit oder Schlaflosigkeit sind zunächst normal. Doch die Reaktionen sind individuell unterschiedlich und es kann auch zu Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall kommen. In diesem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Die Akklimatisierung ist meist nach etwa 3 Tagen abgeschlossen. Medikamente gegen die Höhenkrankheit werden nicht empfohlen, da man eventuell auftretende Lungenödeme ansonsten vielleicht nicht rechtzeitig bemerken könnte.
Außerdem sollten Kinder, Schwangere oder Menschen mit schweren Lungenkrankheiten oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht in solch hoch gelegene Regionen reisen!
Umgekehrt ist es auch für Personen, die die Höhenluft gewöhnt sind, schwierig, sich an einen anderen Luftdruck in den niederen Lagen zu gewöhnen. Das berichtet auch Lobsang Rampa in seinem Buch „Doctor from Lhasa“, als er auf dem Weg nach China in einer wesentlich geringeren Höhe von nur 300 m über dem Meeresspiegel unterwegs ist:
„Die Schwierigkeiten, die uns das Atmen bereitete, und der Luftdruck, der sich uns auf Lunge und Brust legte, machten uns ernsthafte Sorgen. Anfangs dachten wir, der Grund bestünde in einer gefühlsmäßigen Unruhe, weil wir unser geliebtes Tibet verlassen hatten, doch später fanden wir heraus, daß wir beinahe an der Luft ertranken. Keiner von uns war jemals bis auf eine Höhe von nur 300 Metern über dem Meeresspiegel hinuntergekommen.
Lhasa selbst liegt fast 4.000 Meter hoch. Wir hatten sogar regelmäßig in noch größeren Höhen gelebt, zum Beispiel bei unserem Besuch im Chang Tang Hochland, wo wir uns in einer Höhe von bis zu 7.000 Metern aufgehalten hatten.
Wir hatten früher viele Geschichten von Tibetern gehört, die Lhasa verlassen hatten, um ihr Glück in den tiefer gelegenen Ländern zu suchen. Die Gerüchte wollten wissen, daß sie nach Monaten des Leidens mit zerstörten Lungen gestorben seien. Das Altweibergeschwätz in der Heiligen Stadt hatte zweifellos viel Lärm um die Behauptung gemacht, daß diejenigen, die Lhasa verließen und in das Tiefland zögen, auch einem schmerzvollem Tod entgegengingen. (…)
Doch jetzt war ich durch die spürbaren Erfahrungen ernsthaft beunruhigt; unsere Lungen brannten, wir hatten das Gefühl, als würden Eisenbänder die Brust einschnüren und uns am Atmen hindern. Jeder Atemzug bedeutete eine Anstrengung, die uns erzittern ließ, und wenn wir uns zu schnell bewegten, durchschossen uns feurige Schmerzen.“
Politische Entwicklung des Landes
Frühe Regierungsformen
Im Königreich Tibet herrschte die Tibetische Monarchie. Das Königreich entstand zu Beginn des 7. Jahrhunderts und galt als stark und kriegerisch.
Erst im 10. Jahrhundert bildete sich eine neue feudale Gesellschaftsform heraus. Das Land gehörte wenigen Bauern, die dafür Frondienste leisteten und Steuern bezahlten. Die restliche Bevölkerung bestand aus Leibeigenen, die entweder an den Adel oder an eines der Klöster gebunden waren. Denn die Klöster hatten den größten Grundbesitz im Königreich. Diese Form hatte allerdings nur Bestand bis zum Ende der 1950er Jahre.
Tibet lag zwar abgeschieden, geriet aber immer wieder unter fremde Kontrolle, da es zuerst von den Mongolen erobert wurde (1240), die tibetische Buddhisten als Vizekönige einsetzten und dann (1368) von den Han-Chinesen übernommen wurde, die ein unabhängiges und souveränes China etablierten. Ende des 17. Jahrhunderts übernahmen zwar die Mandschu die Herrschaft und errichteten die Quing-Dynastie, doch Tibet blieb dennoch unter der mongolischen Herrschaft und autonom.
Erst 1727 setzen die Mandschu einen „Amban“ ein, der die tibetischen Regierungsgeschäfte überwachen und beeinflussen sollte. 1751 waren die Mandschu damit einverstanden, dass der Dalai Lama die politische Macht in Tibet erhielt.
Verträge mit Russland und Großbritannien
Anschließend versuchte Russland die Herrschaft über Tibet zu erlangen, was die Briten im Jahr 1903 mit einem Feldzug beantworteten. Sie besetzten Lhasa, der 13. Dalai Lama floh und die Briten vereinbarten mit Tibet und dem Amban, dass die Grenzen für einen Handel mit Britisch-Indien geöffnet werden sollten. Die Briten würden in diesem Zuge außerdem Militärstützpunkte erreichten. Dieser Deal wurde 1906 eingetütet.
Mit den Russen konnten die Briten im Vertrag von Sankt Petersburg ein Jahr später ebenfalls ein Abkommen vereinbaren. Dieser sollte den Anspruch der Mandschu über Tibet festigen. Doch als aufgrund der chinesischen Revolution 1911 die Qin-Dynastie gestürzt wurde, zogen die chinesischen Truppen aus Tibet ab.
Die Unabhängigkeit Tibets (1913)
1912 kehrte der Dalai Lama zurück und verkündete 1913 die tibetische Unabhängigkeit. China hatte keine Einwände. Erst 1919, als Mao Zedong die Volksrepublik China verkündete und Anspruch auf Tibet (zur Eingliederung) erhob, wurde es wieder ernst für die Tibeter. Die chinesische Armee marschierte ein, um Tibet von den Briten zu befreien.
Die tibetische Armee kapitulierte und der 14. Dalai Lama übernahm im zarten Alter von 15 Jahren die Regierung. Hilfsaufrufe an die Vereinten Nationen scheiterten hauptsächlich wegen der Ablehnung Indiens und Großbritanniens, weil der politische und rechtliche Status Tibets unklar war.
Eingliederung in die Volksrepublik China (1951)
Tibet und China verhandelten daher die Angelegenheit untereinander und unterschrieben 1951 ein Abkommen, das die Eingliederung Tibets in die Volksrepublik China bestätigte. Das Problem war allerdings, dass die Unterzeichner dazu gar nicht die Befugnis hatten. Nur weil die Position des Dalai Lamas darin nicht infrage gestellt wurde, war die tibetische Regierung schließlich einverstanden.
(Aus diesem Grund bestreitet Tibet auch bis heute seine Zugehörigkeit zu China, da das Zustandekommen der Vereinbarung nur unter Druck und durch nicht befugte Personen erfolgte!)
Kurz darauf tauchte die chinesische Volksbefreiungsarmee in Tibet auf und errichtete Militärstützpunkte. Doch noch immer versuchten die Chinesen nicht, das religiöse oder soziale Gefüge Tibets zu verändern.
Erst 1959 begann China den Dalai Lama zu drangsalieren, was in einem Aufstand (dem „Tibetaufstand“) in Lhasa gipfelte. Der Dalai Lama floh nach Indien und der Aufstand wurde brutal beendet. Einige Jahre später (1966-69) wurden durch die Han-Chinesen im Laufe der „Kulturrevolution“ fast alle Klöster, Kulturdenkmäler und wichtige religiöse Einrichtungen zerstört.
Aktuelle Lage
Die Lage ist heute immer noch sehr schwierig, denn China kontrolliert und unterdrückt die Tibeter. Es kam zwar in den 1980er Jahren zu Protesten und 2008 zu weiteren Unruhen, doch China behielt stets die Oberhand.
Tibet besitzt seit 1959 eine Exilregierung, die zwar weltweit nicht offiziell anerkannt, aber von vielen Ländern dennoch unterstützt wird.
Durch die Eingliederung zu China gibt es daher offiziell ein Autonomes Gebiet Tibet, in dem die Hauptstadt Lhasa mit dem berühmten Potala-Palast liegt, sowie zehn autonome Bezirke und zwei weitere autonome Kreise. Viele Tibeter siedelten allerdings auch außerhalb dieses Gebiets in Nepal, Bhutan, Myanmar sowie Indien und Pakistan.
Menschenrechtsorganisationen bemängeln die fehlende Religions- und Pressefreiheit sowie die strenge Geburtenkontrolle sowie die außergerichtliche Hinrichtungen. Es ist strikt untersagt, den Dalai Lama zu erwähnen oder Bilder von ihm zu zeigen.
Der tibetische Buddhismus
In Tibet war bis zur Einführung des Buddhismus als Staatsreligion im 8. Jahrhundert eine Naturreligion namens Bön verbreitet.
Die Verbreitung begann bereits unter Könog Songtsen Gampo, dessen zwei Ehefrauen (aus China und Nepal) Buddhistinnen waren. Doch erst unter König Trisong Detsen wurde der Buddhismus – gegen einige Widerstände – zur Staatsreligion.
Dieser König lud extra zur Verbreitung einen indischen Mönch namens Acarya Shantarakshita sowie einen indischen Tantrameister namens Padmasambhava ein. Letzterer soll magische Fähigkeiten besessen haben und hatte einen exzellenten Ruf als Dämonen-Bezwinger. Durch ihn gelang es letztlich, Buddhistische Lehren in die Bön-Religion zu integrieren und die Bevölkerung dafür zu begeistern.
Diese beiden indischen Gelehrten waren es auch, die schließlich das erste tibetische Kloster in Samye gründeten. Dieses Kloster war ein Kloster buddhistischen Lernens, in dem zunächst sieben Mönche nur auf Probe ordiniert wurden. Damit war der Grundstein für das Mönchstum in Tibet gelegt.
König Trisong Detsen (740 – 798) trieb außerdem die Übersetzung verschiedener buddhistischer Schriften ins Tibetische voran. Es kamen dafür extra Übersetzer aus Indien, China und Kashmir, aber er sandte auch junge Tibeter nach Indien, um sie dort ausbilden zu lassen. Auch König Senalek und König Relbachen unterstützten diese buddhistischen Bemühungen.
Dieser König unterstützte und förderte den Buddhismus allerdings so stark, dass er der Regierung ein Dorn im Auge war. Er wurde von zwei Ministern ermordet und König Lang Darma übernahm die Herrschaft (838 – 842). Dieser stärkte allerdings erneut die Bön-Religion, und zwar so vehement, dass die Buddhisten sich sogar verstecken mussten.
Der Buddhismus blühte erst viel später unter König Tsenpo Khore wieder auf, der freiwillig den Thron aufgab und zum buddhistischen Mönch Yeshe Ö wurde. Er sorgte dafür, dass ausgewählte, gute tibetische Mönche nach Indien und Kashmir geschickt wurden, um dort zu lernen. Nur zwei von ihnen kehrten mit einigen indischen Gelehrten nach Tibet zurück und sorgten dafür, dass der Buddhismus sich erneut stark ausbreitete.
Doch es gibt nicht DEN tibetischen Buddhismus, sondern gleich vier unterschiedliche Hauptlinien namens Nyingmapa (durch Padmasambhava), dann im 11. und 12. Jahrhundert Sakyapa und Kagyüpa, und erst im 14. Jahrhundert Gelugpa.
Der Gelug-Orden folgt der Tradition des Mahayana-Buddhismus und ihm steht aktuell der 14. Dalai Lama als Oberhaupt vor.
Der Dalai Lama
So, wie es nicht nur einen Buddhismus gibt, gibt es auch nicht nur einen Dalai Lama. Obwohl auch das nicht ganz richtig ist, denn hier wird die Sache kompliziert. Aber fangen wir von vorne an …
Der Dalai Lama (dabei handelt es sich um einen Titel, nicht um einen Namen) gilt als religiöses und politisches Oberhaupt Tibets. Aktuell ist der 14. Dalai Lama an der Macht, regiert jedoch das Land aus dem Exil und wird auch nicht überall als Herrscher anerkannt.
Vor allem bei anderen tibetischen Buddhisten einer anderen Richtung gilt er nicht automatisch als Herrscher. Er ist auch kein Gott, sondern gilt als „Manifestationen des Bodhissattva des Mitgefühls“.
Wenn der amtierende Dalai Lama stirbt, dann wird er wiedergeboren und der Körper, in dem er erneut inkarniert, muss von den zuständigen hochrangigen Mönchen gefunden werden. Es handelt sich also eigentlich beim Dalai Lama immer um dieselbe Seele, die stets in einem neuen Körper inkarniert und ihre religiöse und politische Position dann erneut einnimmt.
Der aktuelle 14. Dalai Lama wurde beispielsweise in einer Vision des Regenten Jampel Yeshe Gyeltshen gesehen und anschließend von den Mönchen gefunden und überprüft, bevor das Kind als Reinkarnation des vorigen Dalai Lama bestätigt werden konnte. Dem folgte eine traditionelle klösterliche Ausbildung, die Bereiche wie den tibetischen Buddhismus und die tibetische Kultur, aber auch Allgemeinwissen enthält.
Die Bedeutung der Dalai Lamas wird von Jan-Ulrich Sobisch in seinem Werk „Lamakratie – Das Scheitern einer Regierungsform“ nicht so hoch eingeschätzt. Das lag daran, dass viele überhaupt nicht regierten, weil sie nicht das notwendige, regierungsfähige Alter erreichten.
Beispielsweise regierten Nr. 6, 9, 10, 11 und 12 gar nicht. Nr. 7 war lediglich drei Jahre an der Macht und Nr. 8 wollte nicht herrschen. Lediglich Nr. 5 und Nr. 13 waren Alleinregenten. Der aktuelle Dalai Lama, Nr. 14, der 1940 als „Tenzin Gyatso“ geboren wurde, befindet sich seit 1959 im Exil.
Im tibetischen Buddhismus sind besonders wichtig: das Große Mitgefühl, das Streben nach Erleuchtung zum Wohle aller Lebewesen sowie die Weisheit, die die Buddhisten dazu befähigen soll, den Geist von Täuschungen zu befreien. Außerdem integriert der tibetische Buddhismus auch Tantra- und Sutra-Übungen. Diese Übungen helfen dabei, die Wahrnehmungen zu stärken.
Welche Eigenschaften und Fähigkeiten gut ausgebildete Mönche besitzen, wird im späteren Kapitel über das Mystische Tibet und die „übernatürlichen“ Fähigkeiten der Mönche detaillierter besprochen.

Abb. 4: Der Dalai Lama 4
Teil 2
Der Fall Lobsang Rampa
Wer war Lobsang Rampa, wie kam es zur
Veröffentlichung des umstrittenen Bestsellers
und wie reagierten die Kritiker?
1. Die Eckdaten seines Falles
Schauen wir uns zunächst die groben Eckdaten seines Lebens bzw. seines Falles an. Wer war der Mann? Wo lebte er? Und wann trat er das erste Mal ins Rampenlicht?
Viele Punkte werden in diesem Abschnitt lediglich grob angeschnitten, da sie im nächsten größeren Teil nochmals ausführlicher zur Sprache kommen, wenn wir die Aussagen über diesen Mann von Freunden und Kritikern näher beleuchten.
Wer war Lobsang Rampa?
Lobsang Rampa alias Cyril Henry Hoskin wurde am 8. April 1910 in Plympton, Devonshire (England) geboren.
In seinen Büchern berichtet er jedoch davon, dass er aus einer tibetischen Familie stammt und dort die Ausbildung zum Arzt und Lama durchlaufen hat, wie es ihm an seinem 7. Lebensjahr von einem Astrologenpriester vorhergesagt wurde. („Doctor from Lhasa“ Seite 8)
Das dritte Auge
Sein geheimes und „seherisches“ Wissen, über das er in seinen Büchern berichtet, wurde ihm angeblich durch eine Öffnung des „Dritten Auges“ (das sich nach spiritueller Ansicht des Hinduismus in der Stirnmitte befindet) zuteil. Danach konnte er seine esoterischen Erkenntnisse in verschiedenen Büchern niederschreiben.
Das dritte Auge oder auch das innere Auge wird mit dem feinstofflichen Stirnchakra, einem der Energiezentren im menschlichen Körper, gleichgesetzt. In der Theosophie wird das dritte Auge mit der Zirbeldrüse gleichgesetzt. Mit diesem dritten Auge sind für „erwachte“ oder spirituell offene Personen Wahrnehmungen außerhalb des normalen Sehens (oder Hörens) möglich. Personen, deren drittes Auge „geöffnet“ ist, besitzen daher „seherische“ oder wahrsagende Fähigkeiten.

Abb. 5: Das dritte Auge 5
Info: Eine Öffnung des dritten Auges und die damit verbundenen Fähigkeiten sind also zumindest nach Ansicht vieler gläubiger Asiaten aus religiöser Sicht durchaus möglich und wären für diese auch nicht ungewöhnlich. Auch für spirituelle Menschen anderer Glaubensrichtungen ist die Erlangung dieser Fähigkeiten nicht abwegig. Allein deshalb, weil Hoskin behauptet, dass er seine Eingebungen seinem geöffneten dritten Auge verdankt, wäre er also noch nicht automatisch als Betrüger zu bezeichnen. Der Ablauf der Öffnung ist allerdings vielen suspekt …
Seine schriftstellerischen Fähigkeiten
Immerhin schien er ein Talent fürs Schreiben zu besitzen, da es ihm gelang, 19 Bücher auf den Markt zu bringen, die von einem Verlag veröffentlicht wurden und sich auch sofort zu Bestsellern mauserten.
Sein erstes, millionenfach verkauftes Buch „The Third Eye“ wurde ihm angeblich vom Geist eines tibetischen Lamas (Tuesday Lobsang Rampa) eingegeben. „Tuesday“ deshalb, weil er an einem Dienstag geboren wurde. Darin beschreibt er seine Kindheit in Chakpori, Tibet und auch die Ereignisse, die zur Öffnung des dritten Auges geführt haben.
Info: Das Diktieren von Büchern oder Mitteilungen aus dem Jenseits wird heute noch von sogenannten „Schreibmedien“ praktiziert. Diese können sich im entspannten Zustand auf die fragende Person einstellen und bekommen dann „aus dem Jenseits“ von einem Helfer die Antworten diktiert, die sie rasch niederschreiben und später dem Klienten präsentieren.
Ob jedes Schreibmedium auch tatsächlich etwas kann oder ein schwarzes Schaf ist, können im Einzelfall nur die Klienten entscheiden, je nachdem, wie gut die gegebene Antwort zur Frage passt. Rein theoretisch ist es jedoch möglich, dass Hoskin ein Schreibmedium war. Er selbst lehnt diese Erklärung jedoch aufs Schärfste ab.
Die Prüfung seiner Geschichte durch den Verlag
Als Lobsang Rampa, der sich zur Zeit der Verlagssuche „Dr. Carl Kuon Suo“ nannte (die Schreibweisen des Namens variieren je nach Quelle), sein Manuskript den großen britischen Verlagen anbot, erfuhr er eine Absage nach der anderen.
Erst Frederic Warburg von „Secker and Warburg“ war bereit, dem Buch eine Chance zu geben, da er fasziniert von dessen Autor war.
Trotzdem schien er der Sache nicht ganz zu trauen, denn er schickte das Manuskript an verschiedene Fachleute, die er um ihre Meinung bat. Diese war leider nicht gut, denn sie meldeten ihre Zweifel an der Echtheit der Geschichte an. (Allerdings nicht alle; dazu später mehr.) Warburg hatte wohl dennoch den richtigen Riecher, denn dem Urteil der Fachleute zum Trotz veröffentlichte er 1956 das Buch und es wurde prompt zum Bestseller. Und zwar nicht nur in England, sondern weltweit.
In anderer Quelle ist zu lesen, dass der erste angefragte Verleger
(E. P. Dutton) diese Prüfung veranlasste und aufgrund der negativen Rückinfo der Experten von der Veröffentlichung Abstand nahm. Dann erst kam der Verlag Secker & Warburg ins Spiel.
Heinrich Harrer brachte den Stein ins Rollen
Unter den befragten Experten befand sich auch der österreichische Tibetologe und Forscher Heinrich Harrer, Autor des Buches „Sieben Jahre in Tibet“ (den meisten bekannt in der Verfilmung mit Brad Pitt). Ihm kam das Werk äußerst suspekt vor, da die Erlebnisse, die Hoskin alias Lobsang Rampa berichtete, so gar nicht mit dem übereinstimmten, was Harrer persönlich in und über Tibet erfahren hatte.
Harrer ging sogar so weit, einen renommierten Privatdetektiv (Clifford Burgess aus Liverpool), damit zu beauftragen, Lobsang Rampa näher zu beleuchten. (Nach anderen Quellen war es nicht Harrer oder zumindest nicht er allein, dazu auch später mehr.) Das tat er auch und war wenig überrascht, dass Burgess ihm als Ergebnis keinen erleuchteten Lama, sondern einen „einfachen englischen Klempner“ präsentierte. Der darüber hinaus nachweislich noch nie in Tibet gewesen war.
[Achtung: In seinem Buch „Candlelight“ stellt Rampa klar:
„Ob Sie es nun glauben oder nicht (und es ist mir völlig egal), nein – ich war nie Klempner. Wenn ich es gewesen wäre, wäre ich viel reicher, als ich es jetzt bin, denn ich glaube, dass Klempner extrem gut bezahlt werden. Denn gewiss berechnen sie genug!“]
Nun, wäre Hoskin tatsächlich in Kontakt mit einem tibetischen Lama, der durch ihn das Buch übermittelt hatte, wäre seine eigene Anwesenheit in Tibet auch nicht nötig gewesen. Ungünstig in diesem Fall ist allerdings, dass der tibetische Lama offenbar selbst nie in Tibet war, da er viele falsche Informationen übermittelt hatte. Unnötig zu erwähnen, dass Hoskin auch kein Tibetisch sprach … Zumindest dafür hat er aber eine Erklärung parat, die man glauben kann oder auch nicht – dazu ebenfalls später weitere Details.
Die Ergebnisse der Untersuchung
Diese Aufdeckung allein war aber noch nicht das Ende der Fahnenstange. Denn nun trat Scotland Yard auf den Plan und bat den Lama höflich, ihnen seinen tibetischen Pass oder wenigstens seine Aufenthaltsgenehmigung zu zeigen. (Warum ausgerechnet Scotland Yard sich damit beschäftigte, wird später im Buch auch noch klar). Natürlich besaß Hoskin beides nicht, doch anstatt klein beizugeben und einfach zuzugeben, dass er gelogen hatte, zog er nach Irland.
Wie Clifford Burgess am Ende seiner Nachforschungen herausfand (die im Februar 1958 in der Daily Mail veröffentlicht wurden), war Hoskin ein einfacher Schulabbrecher aus Plympton und der Sohn des Dorfklempners. Wie sich herausstellte, hatte Hoskin bereits 1948 seinen Namen ganz offiziell und auch legal in Carl Kuon Suo geändert und später in Lobsang Rampa.
Nach der Veröffentlichung des Betrugs in der Daily Mail hatte die Presse Blut geleckt und spürte Hoskin in Irland auf. Tatsächlich gab er zu, dass er zwar Cyril Hoskin sei, aber dass der Geist von Lobsang Rampa seinen Körper übernommen hätte.
Wie das vonstattengegangen war, berichtete er später in seinem dritten Buch „The Rampa Story“. Darin beschreibt er, dass er versucht hatte, in seinem Garten in Surrey eine Eule zu fotografieren und dabei von der Tanne gefallen sei. Dabei zog er sich eine Gehirnerschütterung zu. Als er nach dem Sturz wieder zu sich kam, trat ein Mönch in den typischen gelben Gewändern der Buddhisten auf ihn zu und fragte, ihn, ob er Hoskins Körper übernehmen könnte. Hoskin war einverstanden – mit der Begründung, dass sein aktuelles Leben ohnehin nicht zufriedenstellend sei.
Info: Die Übernahme anderer Körper im Rahmen einer sogenannten „Seelenwanderung“ sind tatsächlich bei Yogis bekannt. Ob eine solche aber auch wirklich bei Hoskin stattgefunden hat, ist nicht beweisbar.
Er sagt dazu in seinem Buch „Candlelight“:
„Die Seelenwanderung wird als die Bewegung einer Seele von einem Körper in einen anderen Körper erklärt. Es gibt viele, viele aufgezeichnete Fälle in der Weltgeschichte, in denen die Seele einer Person einen Körper verlassen hat, aber bevor der Tod dieses Körpers eintrat, wurde ein anderer Körper übernommen. So einfach ist das.“
Kritiker Donald S. Lopez prüft den Fall
Nicht nur Heinrich Harrer, sondern auch der amerikanische Tibetologe Donald S. Lopez (Autor des Werkes „Prisoners of Shangri-La“ (1998)) war mit den angeblichen Fakten in Hoskins Büchern nicht einverstanden. Er diskutierte den Fall mit verschiedenen europäischen Fachleuten aus dem Bereich Tibetologie und Buddhismuskunde und war vom Ergebnis überrascht.
Viele von ihnen kannten das Buch von Lobsang Rampa und nicht nur das: es war sogar der Auslöser dafür gewesen, dass sie selbst beschlossen hatten, sich mit dem Thema Tibet näher zu beschäftigen.
Eine Art Test, den Lopez mit seinen Studenten der Uni Michigan durchführte, endete für ihn ebenfalls mit einem überraschenden Ergebnis: Seine Studenten, obwohl sie mit den Fakten rund um das Thema Tibet vertraut waren, fanden das Buch sehr überzeugend und realitätsnah. Sogar besser, als vieles, was sie zuvor darüber gelesen hatten.
Dies war sicherlich ein harter Schlag für Lopez, doch spricht das Ergebnis für eine spannende und anschauliche Schilderung und die schriftstellerischen Fähigkeiten von Hoskin.
Auch der Dalai Lama äußert sich
Wie berichtet wird, hat Hoskins französischer Agent Alain Stanké den Dalai Lama um eine Stellungnahme zur Person des Autors gebeten. (Alain Stanké (Aloyzas-Vytas Stankevicius), Jahrgang 1934 ist ein litauischer Journalist, Verleger, Schriftsteller und Fernsehmoderator aus Quebec.)
Die Antwort war höflich aber eindeutig: „I wish to inform you that we do not place credence in the books written by the so-called Dr. T. Lobsang Rampa. His works are highly imaginative and fictional in nature.“
Da der Dalai Lama wirklich als oberste Instanz angesehen werden muss, wenn es um Tibet geht, ist seine Meinung auch entsprechend wichtig.
Er hält die Werke Hoskins für phantasievoll und fiktional. Dennoch hatten sie einen positiven Effekt für Tibet. Denn Lobsang Rampa unterstützte in seinen Büchern die tibetischen Angelegenheiten und zog somit die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf Tibet.
Erneute Flucht
Hoskin konnte natürlich nicht begeistert davon sein, dass die Presse ihn verfolgte und laufend neue (angebliche) Beweise dafür auftauchten, dass er ein Betrüger war. Dennoch erfreuten sich seine Bücher mit ihrem okkulten und religiösen Inhalt großer Beliebtheit. Auch wenn die Geschichten über ihre Entstehung weitere Fragen aufwarfen. Denn sein Buch „Leben mit dem Lama“ soll ihm von seiner siamesischen Katze „Fifi Greywhiskers“ diktiert worden sein …
[Heute ist das kein Problem, da es viele „Tierflüsterer“ gibt und sogar Bücher auf dem Markt sind, in dem Menschen berichten, was ihnen ihre Haustiere zu sagen haben. Ein Buch wurde sogar von einer Henne geschrieben … („Von Hühnern und Menschen“ – Tatjana Adams.) Heute finden wir so etwas amüsant oder interessant. Damals, zu Rampas Zeiten, war das sicherlich grob unglaubwürdig und die Leute waren solche Informationen nicht gewohnt.]
Hoskin zog sich schließlich unter dem Druck der englischen Presse ziemlich rasch nach dem Erscheinen seines Bestsellers (bereits in den 1960er Jahren) aus England zurück und lebte mit seiner Frau San Ra’ab, auch „Mama San Ra-ab Rampa“ genannt (bürgerlicher Name: Sarah Anne Pattison) und seiner Sekretärin und Adoptivtochter Sheelagh Rouse („Buttercup“) in Kanada. Dort starb er (in Calgary, Alberta) am 25.01.1981.
2. Wer sind die Personen, die ihn
unterstützten oder kritisierten?
Fraglos wurde Lobsang Rampa von seiner Frau und seiner Adoptivtochter maßgeblich unterstützt. Aber auch sein Verlag glaubte an ihn. Experten, die ihn als Betrüger betitelten, waren seine erbittertsten Gegner. Einige von ihnen sollen in diesem Abschnitt näher beleuchtet werden. Und selbstverständlich kommt auch Sheelagh Rouse zu Wort.
Zur Info: Jede dieser Personen hatte ihre eigenen Erfahrungen mit Rampa und einen eigenen Blick auf die Angelegenheit. Alle Eindrücke aller Personen, die sich zu ihm äußerten in ein Kapitel zu quetschen wäre unübersichtlich. Der Gesamteindruck, wie ihn seine Kritiker sehen und darstellen, kommt am besten zur Geltung, wenn man die Personen einzeln betrachtet – auch auf die Gefahr hin, dass dann Informationen doppelt genannt werden.
Außerdem sehen die Betroffenen dieselben Ereignisse (beispielsweise wie er an seinen Buchvertrag kam) aus anderen Blickwinkeln und können unterschiedliche Details dazu berichten.
Daher habe ich mich dafür entschieden, die Eindrücke der berichtenden Personen einzeln darzustellen, um zu zeigen, wie verschieden und vielschichtig Lobsang Rampa in den Augen seiner Zeitgenossen und Forscher abgebildet wird.
Wo angebracht, sind auch Querverweise zu anderen Autoren enthalten, alle Informationen in diesem Buch sind jedoch aus den in den Quellangaben aufgeführten Büchern, Artikeln und Links entnommen.
Heinrich Harrer
Der Österreicher wurde am 6. Juli 1912 in Kärnten geboren, wo er am 07.01.2006 auch starb. Er war nicht nur Bergsteiger und Forschungsreisender, sondern auch Geograf und Autor.
Zwar wurde er vor allem mit seinen Erlebnissen in Indien und Tibet berühmt, aber er bestieg auch als Erster die Carstensz-Pyramide in Neu-Guinea, Australien. Der sportliche Heinrich Josef Harrer studierte in Graz Geografie und Sport (auf Lehramt) und legte erfolgreich seine Prüfung zum Bergführer und Skilehrer ab.
Heimlich trat er 1933 der SA bei und war ab 1938 auch Mitglied der SS und NSDAP und fand in Heinrich Himmler einen Förderer und Bewunderer. Nach seiner erfolgreichen Erstbesteigung der Eiger-Nordwand, an der zuvor viele Bergsteiger gescheitert waren, erhielten er und seine drei Begleiter ein Foto von Adolf Hitler mit persönlicher Widmung.
(In diesem Zusammenhang müssen wir uns später noch damit beschäftigen, dass Adolf Hitler großes Interesse an okkulten Dingen zeigte und auch eine Expedition nach Tibet sandte. Was versuchte er, dort zu finden? Hatte ihm Heinrich Harrer irgendwelche Tipps gegeben?)
Im Sommer 1939 nahm Harrer an einer Erkundungsexpedition zum Nanga Parbat teil, bei der er jedoch wegen des Zweiten Weltkriegs im britischen Internierungslager landete, von wo er erst 1944 nach vier erfolglosen Versuchen ausbrechen konnte. Zusammen mit zwei Mitflüchtlingen landete er schließlich in Nepal, von wo aus einer nach Indien abgeschoben wurde. So blieben nur Heinrich Harrer und Peter Aufschnaiter übrig, die schließlich im Januar 1946 Lhasa erreichten, wo Aufschnaiter als Berater der Regierung tätig wurde und Harrer als Fotograf und Lehrer. Hier befreundete er sich mit dem 14. Dalai Lama.
Wegen des ständig schwelenden Konfliktes mit China musste Harrer 1951 nach Indien fliehen und kehrte 1952 wieder nach Hause zurück. In Kitzbühel schrieb er das erste von rund 20 Büchern, das be-rühmte und auch verfilmte „Sieben Jahre in Tibet“. Aufgrund seiner intensiven Freundschaft mit dem Dalai Lama befand er sich mit diesem in regem Austausch. Der Dalai Lama besuchte Harrer sogar in Kärnten, wo es seit 2008 in Knappenberg auch ein Tibetzentrum Institut gibt.
Harrers Erlebnisse und Berichte über Tibet brachten den westlichen Ländern eine ganz neue Einsicht in Kultur und Religion des Landes. Kein Wunder zählte er zu denjenigen, die die Berichte von Lobsang Rampa am besten bewerten konnten!
Was hat Harrer an Lobsang Rampas Buch so sehr gestört?
Heinrich Harrer war mit dem Dalai Lama befreundet und nahm regen Anteil an der kritischen Situation zwischen China und Tibet. Er trug dazu bei, den Menschen im Westen das „echte“ Tibet nahezubringen und mit Missverständnissen und falschen Vorstellungen aufzuräumen.
Als „The Third Eye“ erschien, so berichtet Mike Selby von der Cranbrook Public Library, empfand Harrer dieses fiktive Buch als einen enormen Rückschritt für die tibetische Bevölkerung. Denn Lobsang Rampa hatte offenbar keine Ahnung von Tibet! Die geografischen Beschreibungen darin waren genauso falsch wie die Informationen über den tibetischen Buddhismus.
Auch der angesprochene Okkultismus, Berichte über die Yetis und viele andere Punkte stießen Harrer sauer auf. Nachdem er, Harrer, mit seinem Buch endlich über das wahre Tibet berichten konnte, machte Lobsang Rampa mit seinen erfundenen Erzählungen alles wieder zu-nichte und sorgte mit seinem Bestseller dafür, dass die Menschen erneut ein falsche Bild von Tibet bekamen!
Dabei stimmte es, dass die tibetischen Mönche tatsächlich über gewisse ungewöhnliche Fähigkeiten verfügten, wie beispielsweise die Trennung von Körper und Seele, und dass sie Schamanen und Orakel nutzten, um Regierungsentscheidungen festzulegen.
Deshalb versuchte Harrer auch, Lobsang Rampa zur Rede zu stellen, doch er konnte ihn nicht ausfindig machen. Daher beauftragte er einen Privatdetektiv, der ihn schließlich aufspürte und herausfand, dass Lobsang Rampa kein Lama, sondern der Sohn ein Klempners aus Liverpool war und in Wirklichkeit Cyril Hoskin hieß.
Daraufhin veröffentlichte er seine Erkenntnisse umgehend in der Daily Mail vom Februar 1958. In einem Interview äußerte sich Harrer ebenfalls negativ darüber, dass Hoskin seine erfundenen Berichte dazu nutzte, viel Geld zu machen.6

Abb. 6: Heinrich Harrer signiert auf der Frankfurter Buchmesse sein Buch „Wiedersehen mit Tibet“ (1997) 7
Donald Sewell Lopez, Jr.
Donald Sewell Lopez Jr. wurde 1952 in Washington D.C. geboren und schloss mit seinem Ph.D. (Doctor of Philosophy) im Jahr 1982 sein Studium an der Universität Virginia ab. Er unterrichtet als Professor für Buddhistische und Tibetische Studien an der Universität Michigan. Er ist Autor und Mitglied der American Academy of Arts and Sciences.
Sein vermutlich bekanntestes Werk ist das 1999 erschienene „Prisoners of Shangri-La: Tibetan Buddhism and the West“. Darüber hinaus veröffentlichte er diverse andere Bücher über Buddhismus und das Tibetische Totenbuch, das es übrigens unter dieser Bezeichnung in Tibet überhaupt nicht gibt. Genauso wie auch andere angebliche Fakten über Tibet falsch sind, was er in einem Artikel zurechtrückt.
Darüber hinaus hat er sich ausführlich mit dem falschen Lama beschäftigt. Von ihm erfahren wir daher die wichtigsten Enthüllungen, die es über Lobsang Rampa gibt.
„7 Things You Didn't Know about Tibet”
In seinem Artikel „7 Things You Didn’t Know about Tibet“ räumt Lopez mit einigen Vorurteilen über Tibet auf, die er versucht klarzustellen. Beispielhaft wollen wir drei davon aufzeigen:
Zunächst weist er darauf hin, dass der Name „Shangri-La“ kein realer Name für Tibet ist, sondern reine Fiktion. Verwendet wurde er von dem Autor James Hilton in seinem Werk „Lost Horizon“ von 1933. Die Verwendung des Namens ist womöglich an Shambala angelehnt, einem mystischen Buddhistischen Königreich im Himalaya.
Weiter ist es ihm wichtig, zu verdeutlichen, dass es kein Buch der Toten (The Tibetan Book of the Dead) gibt, sondern lediglich das „Bardo Thodol“, was so viel bedeutet wie „Befreiung durch Hören im Zwischenzustand“, das einem Sterbenden vorgelesen wird, um ihm vom Prozess der Wiedergeburt zu befreien.
Außerdem geht es hier auch explizit auf „The Third Eye“ ein und erwähnt, dass Lobsang Rampa eigentlich Cyril Hoskin, arbeitsloser Sohn eines Klempners, ist, der nie in Tibet war und auch kein Wort Tibetisch sprach. Lopez erwähnt, dass die Prozedur der Trepanation, durch die Lobsang angeblich seine besonderen Fähigkeiten erlangt haben soll, in Tibet überhaupt nicht bekannt ist und auch nicht angewendet wird.
„Lobsang Rampa: The Mystery of the Three-Eyed Lama”
In diesem Artikel von 1998 beschäftigt sich Lopez ausführlicher mit der Geschichte des falschen Lamas. Positiv hervorzuheben ist, wie er auch eingangs erwähnt, dass das Bestsellerbuch „The Third Eye“ die Aufmerksamkeit auf das von China unterdrückte Tibet lenkte und viele spätere Tibetologen dazu inspirierte, sich mit der Thematik näher zu befassen.
The Third Eye – Inhalt
Dann geht er auf den Inhalt des Buches näher ein. Lobsang Rampa war der Sohn eines Regierungsmitgliedes unter dem 13. Dalai Lama. Er studierte Tibetisch und Chinesisch und beschäftigte sich mit der Holzschnitzerei sowie dem Kite-Fliegen, dem Nationalsport Tibets.
Er durfte später im „Temple of Tibetan Medicine“ studieren, wozu für ihn als einem guten Schüler auch esoterische Lektionen gehörten. Unter Lama Mingyar Dondup trainierte er einige Jahre lang seine hellsichtigen Fähigkeiten, die durch einen chirurgischen Eingriff zum Öffnen des Dritten Auges, an seinem 8. Geburtstag verbessert werden sollten.
Kurz nach seinem 12. Geburtstag wurde er zum Medizinischen Priester und stieg an seinem 16. Geburtstag in den Rang eines Lamas auf.
Begeisterung bei seinen Studenten
In dem Artikel erwähnt Lopez auch, dass er „The Third Eye“ in einem Unterricht für Erstsemester nutzte, die voll des Lobes über das Buch waren. Obwohl bei genauerer Betrachtung viele der von Rampa erwähnten Fakten nicht der Wahrheit entsprachen!
Er schreibt: „Aber gab es wirklich Kites, die einen Menschen tragen konnten, in Tibet? Ritten die Priester wirklich nur weiße Pferde? Bewachten Katzen wirklich die Tempeljuwelen? Sind die Priester in Tibet Vegetarier? Haben sie wirklich die Operation des Dritten Auges durchgeführt? Leider (vielleicht) ist die Antwort auf jede dieser Fragen Nein.“
Details zur Verlagssuche und Expertenprüfung
Lopez hat auch weitergehende Informationen über den Ablauf der Verlagssuche und die Prüfung durch die tibetischen Experten. Denn er berichtet, dass Lobsang Rampa mit kahlgeschorenem Schädel und Bart beim Verleger Frederic J. Warburg vorsprach und ihm aus der Hand las.
Dort stand anscheinend neben Warburgs korrektem Alter auch die Information, dass der Verlag karmisch dazu bestimmt war, Lobsangs Buch herauszubringen. Warburg verschickte 20 Exemplare des Manuskripts an verschiedene Tibet-Experten, die alle bisher weder von Lobsang Rampa noch seinem Lama Mingyar Dondup gehört hatten.
Sprachtest – durchgefallen
Einmal grüßte Warburg Lobsang mit einem tibetischen Satz, auf den hin der selbsternannte Lama zu Boden fiel und sich wand, während er erklärte, dass er zum Selbstschutz während des Krieges durch eine hypnotische Blockade die tibetische Sprache blockiert hätte, damit er nicht in der Lage wäre, den Japanern irgendwelche Geheimnisse zu verraten. Und allein das Hören dieser Sprache würde ihm Qualen bereiten.
Veröffentlichung unter Vorbehalt
Warburg erkannte offenbar das Potenzial des Manuskripts, wollte es aber hinsichtlich der Ablehnung der Experten lediglich als Fiktion und nicht als realen Bericht vermarkten. Rampa lehnte ab und bestand darauf, dass jedes Wort darin echt wäre.
Schließlich erschien es mit dem zusätzlichen Hinweis „The autobiographical account of the experiences of a Tibetan lama is such an exceptional document that it is difficult to establish its authenticity” („Der autobiographische Bericht über die Erfahrungen eines tibetischen Lamas ist ein so außergewöhnliches Dokument, dass es schwierig ist, seine Authentizität nachzuweisen“).
Trotz dieser Vorbemerkung schrieben Experten wie David Snell-grove oder Heinrich Harrer vernichtende Rezensionen und Tibetologe Hugh Richardson weist gegenüber dem Daily Telegraph darauf hin, dass es unzählige Unstimmigkeiten bezüglich des tibetischen Lebens und Verhaltens gäbe und dass auch die Tibetische Sprache falsch wiedergegeben wird.
Das gesamte Buch sei nur eine unreife Fiktion voller publikumswirksamer Elemente wie Magie und Mysterien, der chirurgischen Öffnung des Dritten Auges, den menschlichen Kite-Fliegern, dem schrecklichen Schneemenschen und dem Tal von Shangri-La.
Viele Wissenschaftler hätten gerne mit Lobsang Rampa persönlich gesprochen, doch Warburg lehnte stets alle Anfragen ab.
Der Bericht des Privatdetektivs
Als schließlich Clifford Burgess auf Lobsang Rampa angesetzt wurde, kam er mit ernüchternden Neuigkeiten zurück. Nicht nur, dass es sich bei dem Lama um einen einfachen englischen Arbeitslosen handelte, nein, auch Details zu seinem Verhalten waren schockierend.
Hoskin fand Arbeit bei einem Hersteller von chirurgischem Zubehör (was vielleicht seine Fantasien über die Trepanation erklärte) und ar-beitete später als Angestellter einer Fernschule. Zu der Zeit begann er, seine Katze an einer Leine Gassi zu führen und änderte seinen Namen in Kuan Suo. Außerdem rasierte er sich den Schädel.
Offenbar hatte er auch bis zu seinem Umzug nach Dublin das Land nie verlassen. Ein Besuch in Tibet gilt daher als ausgeschlossen (vor allem, da er keinen Reisepass besaß und daher faktisch gar nicht reisen konnte).
Daily Express
„The Full truth about the Bogus Lama”
Über den entlarvten Lama berichten sowohl die Scottish Daily Mail (01.02.1958), der Daily Express (03.02.1958) als auch der Daily Telegraph (30.11.1958). Die Sensationsstory wurde im Februar in der gesamten Britischen Presse breitgetreten.
Als die Presse ihn in Dublin gefunden hatte und ihn sprechen wollte, lehnte er – angeblich auf Anweisung seines Arztes – ab, weil sein Herz zu schwach war. Dafür ließ er über seine Frau ausrichten, dass er das Buch für den tibetischen Arzt Dr. Kuan geschrieben hätte, der sich mitsamt seiner Familie vor den chinesischen Kommunisten versteckte. Daher könnte er dessen Aufenthaltsort nicht verraten.
[Anhand der Formulierungen, die Lopez nutzt, erkennt man, dass er annimmt, Rampa würde sich hinter erfundenen Krankheiten verstecken. Tatsächlich ist Hoskin aber gesundheitlich stark eingeschränkt und kämpft mit verschiedenen Krankheiten, wie wir später noch sehen werden.]
Später jedoch findet sich in einer Neuauflage des Buches „The Third Eye“ der Hinweis des Autors, dass es in Asien allgemein bekannt sei, dass ein stärkerer Geist einen anderen Körper übernehmen könnte.
Und dann berichtet Hoskin, dass er sich Ende 1947 plötzlich stark zur östlichen Lebensweise hingezogen fühlte und er seinen Name än-derte und den Job kündigte. Zwei Jahre später hatte er ein seltsames Erlebnis, als er beim Versuch, einen Vogel zu fotografieren, vom Baum fiel. Nachdem er zu sich kam, sei er nicht mehr er selbst gewesen, sondern sein Kopf war plötzlich angefüllt mit Erinnerungen an ein Leben in Tibet.
Wie die Übernahme jedoch stattgefunden hatte, erläuterte Lobsang Rampa während der nächsten vier Jahre in zwei weiteren Büchern. So stellt sich beispielsweise heraus, dass er eine telepathische Verbindung mit Lamas in Tibet hat, mit denen er in regem Austausch steht. So konnte Lobsang Rampa mit seinem künftigen englischen Körper (Hoskin) bereits vor der Übernahme kommunizieren. Und die Lamas, die weiterhin mit ihm in Verbindung standen, konnten ihn auch 1960 (als er bereits in Kanada war) telepathisch dazu veranlassen, die „Rampa Story“ zu schreiben.
Auch wenn Fachleute bestätigen, dass seine Berichte mit dem realen Leben, Verhalten, Religion und der Sprache in Tibet nichts zu tun haben, bestand er bis zu seinem Tod darauf, dass jedes Wort in seinen Büchern die reine Wahrheit sei.
Seine Fans zweifeln bis heute nicht daran, dass seine Berichte der Wahrheit entsprechen. Und wer ihn näher kennt, bestätigt, lt. Lopez, sogar, dass er eine Vertiefung in der Mitte seiner Stirn hatte – dort, wo angeblich die Prozedur zur Öffnung des Dritten Auges stattgefunden hatte. (Wie diese ablief, sehen wir später noch in einem anderen Kapitel).
Die australische Presse
Abgesehen von der britischen Presse berichtete auch der „Sydney Morning Herald“ in Australien in seiner Sonntagsausgabe vom 09.02.1958 (S. 78) über den „heiligen“ Mann.
Er sei einer der wenigen Tibeter, die die seltsame westliche Welt erreicht hätten, hatte der Lama seinen erstaunten Zuhörern in einem West Country-Akzent erklärt. Den Akzent selbst begründete er mit seinen Sprachkenntnissen, die er von seinen Mitgefangenen in Japan erlernt habe. Durch seinen Bestseller „The Third Eye“, der in 12 Spra-chen übersetzt wurde und sich auf Anhieb 250.000 Mal verkauft hatte, kam der in ärmlichen Verhältnissen lebende Mann zu viel Geld.
Leider war er zu schwach und krank, um vor die Presse zu treten, doch seine Gattin berichtete – nachdem Kritiker Zweifel angemeldet und Clifford Burgess die wahre Identität des Mannes enthüllt hatte – dass das Buch die wahre Lebensgeschichte eines Tibetischen Lamas wäre, der jedoch in der Händen der Kommunisten war und dessen Name daher nicht enthüllt werden konnte.
In dem Bericht wurde auch seine Adoptivtochter Sheelagh Rouse zitiert, die sich nach der Trennung von ihrem Mann bei dem Lama und seiner Frau aufhielt: „Jemand hat einen Privatdetektiv engagiert, um den Lama zu diskreditieren und mich zurückzugewinnen, aber es gibt keine Hoffnung auf eine Versöhnung mit meinem Mann. Es ist alles vorbei. Nichts wird mich dazu bringen, den Lama zu verlassen. Hier habe ich endlich meinen Frieden gefunden.“
Auch nach den ganzen Enthüllungen lautete das allgemeine Urteil seiner Leserschaft jedoch, dass die Geschichte in dem Buch gut geschrieben und fesselnd war. Daran konnte auch die wahre Identität des Lamas nichts ändern. Diese Faszination hatte auch der Verleger empfunden, wie die Presse berichtet, sonst hätte er das Buch gar nicht herausgebracht.
Allerdings mehrten sich seine Zweifel, nachdem sich Experten kritisch über das Werk geäußert hatten. Besonders Tibeter glaubten die Geschichte ganz oder zumindest teilweise nicht. Als die Zweifel „überwältigend“ wurden, wie der Verleger sagte, beschuldigte er den Lama ein Schwindler zu sein. Doch dieser wehrte sich energisch und beharrte darauf, dass die Geschichte echt sei. Lediglich hätte er seine tibetischen Sprachkenntnisse (in Schrift und Wort) während der japanischen Gefangenschaft durch Hypnose blockiert. Danach hätte er „seine Muttersprache nie wieder vollständig beherrscht.“
Der Verleger stand nur vor einem Problem. Denn die Leute liebten die lebendigen und anschaulichen Erlebnisse des Lamas, die im Buch geschildert wurden. Und nicht alle Informationen darin waren erfunden. Das Buch wurde künftig mit einem entsprechenden Verweis gedruckt, dass der Leser sich eine eigene Meinung darüber bilden sollte, ob die Geschichte wahr oder falsch sei.
Doch die Frage blieb: wie konnte ein Cyril Henry Hoskin (oder Dr. Kuan) ein derartig spannendes Buch schreiben? Woher hatte er die Informationen und die schriftstellerischen Fähigkeiten? Und wieso hatte er gerade dieses Thema gewählt?
Die Fragen konnte der Verleger leider nicht klären und sein Autor bestand darauf, dass jedes Wort im Buch wahr sei. Dennoch stand er hinter ihm: „Auch wenn wir unsere Streitigkeiten hatten, mag ich ihn. Ich bewundere seine Tapferkeit. Es ist keine Kleinigkeit, die Welt 15 Monate lang getäuscht zu haben. Als Autor finde ich ihn erstklassig, und kein Verleger kann ein größeres Lob aussprechen.“
Swāmī Agehānanda Bhāratī
Dieser Professor für Anthropologie ist eigentlich ein Österreicher namens Leopold Fischer (1923 – 1991), der unter den Experten war, die Rampas Buchmanuskript beurteilen sollten. Auch Fischer alias Agehananda Bharati kritisiert „Das dritte Auge“ und Rampa als Person nicht gerade zimperlich.
Agehananda Bharati bezeichnet die von Cyril Hoskin alias Lobsang Rampa ausgelöste „Bewegung“ als den „Rampaismus“. In seinem Artikel „Das fiktive Tibet: Der Ursprung und das Fortbestehen des Rampaismus“ erklärt er, dass viele Schriftsteller und Redner kurz vor der Jahrhundertwende dazu beigetragen haben, Geschichten über tibetische Mystiker in ihren esoterischen Schriften zu verbreiten.
Aber der Höhepunkt dieser Sache war Lobsang Rampas „Das dritte Auge“ und dessen weitere Werke zum selben Thema. Bharati bezeichnet die Werke offen als betrügerisch und findet die Menge seiner Fans „deprimierend“, die offenbar uninformiert und auch „uninformierbar“ sind und daran festhalten, dass es im Himalaya eine versteckte mysti-sche Bruderschaft gibt, die alle Mysterien der Welt kennen und „die Lehren des Buddhismus, Hinduismus und Christentums in sich vereinen und transzendieren“ und die „auch alle okkulten Künste beherrschen“. Denn sie können extrem schnell durch die Luft fliegen, Strecken von 400 Meilen ohne Pause an einem Stück laufen, überall auftauchen und sie sind außerdem die Hauptberater aller Weisen und Großen. Dazu kommt, dass sie all ihre bisherigen Inkarnationen kennen und auch allen anderen Menschen darüber Auskunft erteilen können, wer sie in ihren früheren Leben waren oder in ihren nächsten Leben sein werden.
Bharati ist also offenbar nicht von den Fähigkeiten der Mönche überzeugt, zumindest nicht von denen, die Rampa in seinen Werken beschreibt. Aber er hat auch ein Problem mit der Geografie des fiktiven Tibets. Denn Rampas Tibet und Himalaya schließt oft auch Indien und den Ganges mit ein. Insofern entbehrt die geografische Beschreibung einer gewissen Genauigkeit und lässt sich schwer nachprüfen.
Im weiteren Verlauf seiner Kritik macht Bharati zunächst einen Rundumschlag und bezichtigt die berühmten Theosophen Helena Blavatsky und Oberst Olcott (die ebenfalls über das mystische Tibet berichten) als Betrüger. Dann kommt er konkret auf Hoskins „Rampaismus“ zu sprechen, der am Ende dieser „Faszination Tibet“-Entwicklung steht.
Bharati war einer der Experten, der Rampas Manuskript vom Verlag zur Prüfung und Stellungnahme erhalten hatte. Er beschreibt, dass er sofort skeptisch war, als er den Titel sah, da „Das dritte Auge“ ihn unmittelbar an Blavatskys „Mumpitz“ erinnerte. Sein Urteil fällt hart aus: „Die ersten zwei Seiten überzeugten mich davon, dass der Autor kein Tibeter war, die nächsten zehn, dass er nie in Tibet oder Indien gewesen ist und dass er absolut nichts über den Buddhismus (den tibetischen oder einen anderen) wusste.“
Das macht er vor allem an dem Satz „Denn wir wissen dass es einen Gott gibt“ fest, den Rampa in seinem Werk äußert. Laut Bharati würde dieser Satz einem echten Buddhisten nie über die Lippen kommen, da es nicht dem Kern des Buddhismus entspricht. Aber er findet noch viele weitere Beispiele dafür, dass Lobsang Rampa nicht weiß wovon er schreibt: „Jede Seite zeugt von der völligen Unkenntnis des Autors von allem, was mit dem Buddhismus zu tun hat, wie er praktiziert wird und mit dem Buddhismus als Glaubenssystem in Tibet oder anderswo.“
Er weist aber auch darauf hin, dass Rampa den Geschmack der Massen befriedigen kann mit den mysteriösen Geschichten über Mönchen, die Drachen fliegen und chirurgische Eingriffe, die das dritte Auge öffnen können. Die Menschen im Westen lieben diese Dinge! Sogar Leser, die diese Dinge nicht glauben, sondern zum Vergnügen lesen, beäugt Bharati kritisch. Er findet es nicht gut, wenn die Menschen ihren Trost oder ihre Inspiration aus erfundenen Geschichten ziehen. Denn „esoterisches Wissen kann nicht aus esoterischen Lügen gewonnen werden.“
Bharati weiß auch von anderen Tibetologen wie Hugh Richardson, Marco Pallis oder Heinrich Harrer, die ebenfalls zu dem Ergebnis gekommen sind, „dass das Buch ein Betrug und der Mann ein Schwindler ist.“ Trotzdem ist das Buch erschienen, denn, wie Bharati sagt, „Verlage sind nicht die Vorboten der Authentizität, sondern Geschäftsleute.“ Und hier hatten sie auch den richtigen Riecher, denn das Buch verkaufte sich, wie wir wissen, schnell und in großen Mengen.
Bharati weist auch darauf hin, dass nach Rampas Entlarvung klar war, dass es sich um einen Mr. Hoskin handelte, „einen irischen ex-Klempner, der in verschiedenen Londoner Bibliotheken gesessen hatte und dort Science-Fiction, Pseudo-Orientalisches, zweifellos inklusive Blavatsky, gelesen hatte und sich dann dieses erstaunliche Buch ausdachte.“
Überrascht war Bharati allerdings dann doch davon, dass die Enthüllung anscheinend seine Anhänger und Fans überhaupt nicht zu beeindrucken schien. Entweder, weil sie in der Zeitung nicht davon gelesen hatten oder weil es ihnen egal war. Außerdem berichtet er auch, dass er Anrufe von Fans erhielt, die ihn als einen bösen Menschen be-schimpften, da Rampa „vielleicht den Körper eines irischen Klempners besitze, aber die Seele eines tibetischen Lamas in ihm wohne“.
Noch mehr erstaunte es ihn, dass einer seiner Kollegen, ein Historiker, ihm mit leuchtenden Augen von dem Werk und der darin enthaltenen Weisheit berichtete. Bharati klärte daraufhin seinen Kollegen über einige Fakten auf und dieser war sichtlich erschüttert. Dennoch meinte er „Okay, vielleicht ist er kein Tibeter, aber er hat die Wahrheit des Buddhismus erfasst.“ Und von dieser Einstellung konnte ihn auch Bharati nicht abbringen.
[Ich frage mich an der Stelle: Konnte es tatsächlich sein, dass Cyril Hoskin eine tiefe Wahrheit in den Werken gefunden hatte, die er sich in der Bibliothek angelesen hatte? Und dass er über die Fähigkeit verfügte, diese Wahrheit in einfachen Worten, eingehüllt in eine mystische Geschichte, seinen Lesern nahezubringen? War das das Geheimnis seines Erfolges?]
Bharati stellt jedenfalls nüchtern fest, dass er sich mit seiner kritischen Ansicht über Lobsang Rampa mehr Feinde als Freunde gemacht hat, weil die Menschen gerne an der Idee festhalten wollen, dass es im Himalaya eine geheime Bruderschaft und einen Schneemenschen gibt. „Sie können die Vorstellung nicht ertragen, dass die religiösen Spezialisten in Tibet Gelehrte sind, knallharte Theologen und bodenständige Klosterführer mit viel handfestem politischen Wissen und demselben Maß an Grausamkeit und Strategie, welches allen kirchlichen Führern zu eigen sein scheint, die auch weltliche Macht besitzen …“
Für Rampa hat er auch einen abschließenden Tipp. Er könnte mit seinen erworbenen Fähigkeiten als Heiler arbeiten oder als Meditationslehrer – „aber bitte nicht für tibetische Meditation“, denn „Hoskin muss nicht notwendigerweise tibetisch sein, wenn er etwas Wichtiges zu lehren hat.“
Sheelagh Rouse
Sheelagh Rouse war die Sekretärin und Adoptivtochter von Lobsang Rampa, die ihre Eindrücke und ihr Leben mit dem Lama in ihrem Buch „25 Years with Lobsang Rampa“ festgehalten hat. Als sie ihm begeg-nete, nannte er sich noch Dr. Kuan. Sie war ein Mädchen aus einer reichen Familie, war verheiratet und hatte zwei Kinder und eine Haushaltshilfe. Ihr Gatte John war Rampa damals behilflich, einen Job in einem Museum zu ergattern, denn der zuständige Mann, Charles, war ein Freund der Familie.
Dieser Charles interessierte sich für Luftfahrt und Flugzeuge und war auch sehr interessiert an Rampas Geschichten über das Kite-Fliegen in Tibet. Er fand es sogar so spannend, dass er Rampa dazu drängte, ein Buch über seine spannenden Erlebnisse zu schreiben.
Die Idee dahinter war die, dass Rampa für ein gutes Buch Geld bekommen würde, was somit einfacher wäre, als einen Job zu erhalten. Rampa lehnte zunächst ab, doch Charles brachte ihn trotzdem in Kontakt mit einem Verleger.
Die ersten Aufschriebe über Tibet brachte Rampa zu Sheelagh und John, die sich in ihren Memoiren noch genau an den Ablauf erinnern kann.
„The World of Rampa“
Den besten Eindruck von den Erlebnissen mit Rampa und auch von seinem Charakter, erhält man aus dem 56 Seiten umfassenden pdf-Dokument „The World of Rampa“ von Sheelagh Rouse, welches auf der Homepage von Lobsang Rampa einsehbar ist.
Hierin berichtet sie über einprägsame Erlebnisse mit Rampa, angefangen von ihrer erste Begegnung mit Dr. Carl Ku’an, wie Rampa zunächst hieß. Er war häufig zu Gast bei Sheelaghs Haushaltshilfe, die in einer Wohnung über der Garage wohnte. Dort sammelte er Spinnen und Insekten in einer Box für sein Haustier, einen Mynah (Vogel), auch Beo genannt.
Ärmliche Lebensverhältnisse
Sheelaghs Gegenbesuch in seinem winzigen Ein-Zimmer-Apartment fand erst statt, als er „Das dritte Auge“ schrieb. Zu dem Zeitpunkt änderte er auch seinen Namen ganz legal von Ku’an in Tuesday Lobsang Rampa. Seine Freunde durften ihn allerdings „Chen“ nennen.
Damals lebte Rampa in äußert ärmlichen Verhältnissen: In einem Zimmer im ersten Stock eines heruntergekommenen viktorianischen Reihenhauses im Baywater District, in dem auch mindestens zwölf weitere Menschen lebten, mit denen sie Bad und Klo teilen mussten.
Rampas Zimmer war kaum möbliert und sehr einfach eingerichtet. Darin standen zwei schmale, durch einen Paravent getrennte Betten, zwei Stühle und ein alter Kartentisch, der als Nachttisch für Rampa diente. Darauf befanden sich ein altes Radio, eine Uhr, ein Räucherstäbchenhalter und eine Taschenlampe.
Dazu gesellte sich eine Kommode, eine alte Schreibmaschine samt Papier (beides auf dem Boden!) sowie ein klappriger Tisch mit einer abgedeckten Kristallkugel, die Rampa zu Wahrsagezwecken verwendete.
Tee gegen Hunger
Darüber hinaus hatten sie nur wenige Nahrungsmittel zur Verfügung. Sie tranken daher sehr viel Tee, da dieser eine Zeitlang den Hunger gut unterdrücken konnte. Dabei erwähnt Sheelagh, dass die Prozedur des Teekochens in Tibet völlig anders verläuft als in der restlichen Welt.
Denn hier werden große Teeblöcke aus Indien und China importiert und dann von den Mönchen in riesigen Kesseln unter Zugabe von Salz und Soda sowie Unmengen von geklärter Butter stundenlang gekocht.
Bei den Rampas gab es nicht, wie in England üblich, separat Milch, Zitrone und Zucker für den Gast, um den Tee nach eigenem Geschmack zu verfeinern. Stattdessen wurde der fertige Tee mit Milch gereicht und nichts weiter dazu angeboten.
Sheelagh mutmaßt, dass er nur deshalb auf den Vorschlag eingegangen war, seine Erlebnisse als tibetischer Lama niederzuschreiben, um angesichts seiner ärmlichen Lebensumstände zu etwas Geld zu kommen. Ein Argument, das auch seine Kritiker, aber im negativen Sinne, aufgreifen. Denn Rampa hatte dem Verlag gegenüber diesen Vorschlag zunächst vehement abgelehnt.
Aber es gab noch einen weiteren Grund: er wollte von dem Geld nicht nur oder nicht hauptsächlich etwas für sich selbst erreichen, sondern die Erfindung und den Bau einer Aurakamera finanzieren. Durch das Geld wurde der Kauf des Materials, der Kamera und der Filme möglich, erklärt Sheelagh.
Rampas Kleidung
Außerhalb des Hauses, beschreibt Sheelagh, war Rampa immer ganz korrekt gekleidet. Er hatte immer einen schwarzen Anzug, ein rosafarbenes oder blaues Hemd und eine schwarze Fliege getragen. Doch beim ersten Besuch, der ihr aufgrund des angenehmen Geruchs eines Räucherstäbchens gut in Erinnerung blieb, empfing er sie in einem dunkelroten Morgenmantel, grauen Socken und Hausschuhen. Draußen hatte er immer bequeme Schuhe ohne Schnürung getragen, da er sich aus gesundheitlichen Gründen kaum bücken konnte. Daher waren bequeme Slipper die beste Lösung für ihn.
Rampas Haustiere
Mit den Rampas lebte damals, bei der ersten Begegnung, auch eine Siamkatze und Sheelagh erinnert sich gut daran, dass in dem Apartment, in dem es nur zwei Stühle gab, einer davon der angestammte Platz der Katze war. Sie berichtet, dass sie häufiger gebeten wurde, von dem guten Stuhl aufzustehen, da die Katze den Platz für sich beanspruchte, auf dem auch extra ein gefalteter blauer Teppich für sie lag. Zu dem Zeitpunkt war der Beo, für den er immer Insekten gesucht hatte, bereits verstorben.
Rampas Persönlichkeit
Sheelagh berichtet, welchen positiven „magischen“ Einfluss der Lama auf sie gehabt hatte. In seiner Gegenwart und durch seine beruhigende oder vielmehr ruhige, langsame und sorgfältig artikulierende Stimme verschwanden ihre Schüchternheit und ihr Stottern, sowie Ängste und Unruhe wie von selbst. Auch andere Menschen fühlten sich in seiner Gegenwart außerordentlich wohl. Dazu kam, dass er ein großzügiger, freundlicher und hilfsbereiter Mann war.
Er half jedem, der ihn darum bat, aber nicht aus reiner Freundlichkeit, sondern Nächstenliebe, sondern als ein Akt der Liebe ohne die Erwartung jeglicher Gegenleistung. Das erlebte auch Sheelagh, als sie 1956 nach einer gescheiterten Ehe bei Rampa und seiner Frau einzog. Was als vorübergehende Lösung als Starthilfe in ein neues Leben gedacht war, entpuppte sich als Dauerlösung.
Was sie zuerst als selbstverständlich betrachtete, hat sie rückblickend vor einer großen Depression gerettet. Denn durch das Zusammenleben mit den Rampas und seiner ausgiebigen und geduldigen Fürsorge, unterstützte er sie enorm bei langen Gesprächen und gemeinsamen Spaziergängen.
Mitleid fand Rampa allerdings falsch und Sheelagh erinnert sich genau an seine Erklärung während einer Busfahrt, bei der sie Mitleid mit einem behinderten Kind hatte – was Rampa an ihren veränderten Aurafarben erkannte.
Er war der Ansicht, dass die Menschen bereits vor ihrer Geburt auf der Astralebene entscheiden, was sie in dem Leben, das vor ihnen lag, lernen müssen. Wenn man dann vor scheinbar nicht zu bewältigenden Hindernissen steht und ein anderer seine Hilfe anbietet, dann mag das zwar eine gute Sache sein, aber für denjenigen, dem geholfen wird, ist es von Nachteil. Denn dann kann er die geplanten Lektionen nicht mehr lernen.
Damit, so Rampa, wird das Leben aber dann sinnlos, denn nach dem Tod, zurück auf der Astralebene, sieht man, dass das Leben „verschwendet“ war und man erneut inkarnieren muss, um dieselben geplanten Hindernisse beim zweiten Versuch zu bewältigen.
Nachdem die Rampas und Sheelagh nach Dublin umgezogen waren, wurde sie dort Zeuge davon, wie sehr er anderen Menschen nicht nur spirituell, sondern auch finanziell behilflich war. Denn er unterstützte die Familie eines armen Schiffers namens Edgar und ging überaus respektvoll mit dem ungebildeten, einfachen Mann um, der diese Art der Aufmerksamkeit und des Respekts bisher nicht gewohnt war. Und so ging er auch mit den anderen neuen Freunden in Irland um, wie beispielsweise dem schweigsamen Taxifahrer, dem er ein neues Auto kaufte. Er machte dabei keine Standesunterschiede.
Und es zeigte deutlich, dass er dem Geld keinen großen Wert beimisst. Außer, wenn es darum geht, anderen, weniger Privilegierten, dadurch behilflich sein zu können. Das viele Geld, das er durch „Das dritte Auge“ einnahm, wurde allerdings auch enorm besteuert, sodass die Einkünfte nicht so hoch waren, wie viele vermuteten.
Er liebte es, anderen Leuten etwas beizubringen, immer mit Geduld und Humor. Und er konnte das Beste in jedem hervorholen, auch wenn es für Außenstehende nicht so aussah, als gäbe es da überhaupt etwas hervorzuholen.
Rampa interessierte sich für alles, was mit Elektronik zu tun hatte. So begann er bereits in den 1950er Jahren, als er noch in London wohnte, den Hilfesuchenden über einen Rekorder seine Nachrichten auf Band zuzusenden. Er begann mit einem „wire recorder“, einem Drahttongerät, welches mithilfe eines Stahldrahtes und eines Elektromagneten funktioniert. Diese Art der Geräte war in den 1940er und 1950er Jahren in den USA noch weit verbreitet.
Erst später stieg er auf die Tonbandgeräte um, die damals noch nicht häufig genutzt wurden. Zunächst waren die Bänder auch sehr groß und das Gerät funktionierte mit zwei Spulen, dann kamen die größeren Geräte und schließlich die Mini-Tapes. Seine Nachrichten sprach er langsam und deutlich auf, ohne sie vorher zu notieren und abzulesen, und immer mit viel Humor.
Darüber hinaus hatte er allerdings nur wenig Besitztümer. Das war auch hilfreich bei den ständigen Umzügen, die die Familie und Sheelagh vornahmen. So mussten sie auch stets nur wenige Habselig-keiten zusammenpacken. Hier bescheinigt ihm seine Adoptivtochter eine gewisse Hektik. Als würde er in aller Eile versuchen, etwas zu erledigen, um dann rasch weiterzuziehen. Ungünstig waren die ständigen Umzüge allerdings für seine Gesundheit, mit der es ohnehin nicht zum Besten stand.
Rampas Fähigkeiten
Leider war er auch beinahe taub, aber dafür mit einem hohen Grad an Hellsichtigkeit gesegnet. So konnte er sich mehr auf seine Fähigkeiten als auf sein Gehör konzentrieren, wenn Menschen mit ihm sprachen. Er kompensierte seine Taubheit außerdem durch Gedanken- und Lippenlesen.
Rampa erklärte Sheelagh: „Ich kann eine Person so sehen, wie sie WIRKLICH ist, nicht nur wie sie oberflächlich zu sein scheint. Sagen wir, dass ich die Seele eines Menschen sehen kann. Das Leben ist eine Bühne (…) und die Menschen sind wie Schauspieler, die erst ein Leben und dann ein anderes leben. In einem Leben könnten sie ein Bettler sein, im nächsten ein Prinz oder eine Prinzessin - ja, wir wechseln sogar die Geschlechter, um das zu erfüllen, was wir in jedem Leben zu lernen haben. Aber ich kann über den Schauspieler in jeder Person hinaus sehen, ich kann ihren wahren Wert sehen - oder den Mangel daran.“
Er konnte jedoch nicht nur die Aura und die Gedanken der Menschen lesen, sondern konnte auch Gefühle und Schwingungen aus Briefen wahrnehmen. So konnte er den Hilfesuchenden besonders gute Tipps für die Lösung ihrer Probleme geben.
Sheelagh hatte sogar selbst den Fall erlebt, bei dem er aufgrund der Schwingungen des Briefes einer Klavierlehrerin dazu riet, Künstlerin zu werden. Sie begann mit der Ölmalerei und wurde innerhalb kürzester Zeit eine erfolgreiche Künstlerin, deren Bilder ausgestellt und verkauft wurden – eins sogar für die königliche Sammlung!
Darmowy fragment się skończył.