Czytaj książkę: «Selbstcoaching für Frauen»
Cornelia Topf
Selbstcoaching für Frauen
Cornelia Topf
Selbstcoaching
für Frauen
Stark, sympathisch und erfolgreich
in Beruf und Privatleben

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
ISBN Buchausgabe: 978-3-86936-442-1
ISBN epub: 978-3-95623-230-5
Lektorat: Dr. Sandra Krebs, GABAL Verlag GmbH
Umschlaggestaltung: Martin Zech Design, Bremen | www.martinzech.de Umschlagfoto: Yuri Arcurs/shutterstock Satz und Layout: typopoint GbR, Ostfildern
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit
schriftlicher Genehmigung des Verlages.
© 2015 GABAL Verlag GmbH, Offenbach
Das E-Book basiert auf dem Buch „Selbstcoaching für Frauen“ von Cornelia Topf, ©2012 GABAL Verlag GmbH, Offenbach.
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Inhalt
Vorwort für Dornröschen
»These women are employing
but a small part of their strength,
because they are ignorant that the Goddess’ strength is their own.
Let each woman find in herself her own Goddess.«
THORNTON WILDER, THE IDES OF MARCH
Coaching? Für Frauen?
Vor fünf Jahren saßen in meiner Coaching-Praxis praktisch nur Männer: Vorstandsmitglieder, Topmanager, Architekten, Rechtsanwälte und Ingenieure. Seither hat sich mächtig viel geändert!
Frauen haben Coaching für sich entdeckt. Sie haben das meiner Ansicht nach beste Instrument der beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung für sich in Anspruch genommen. Und das zu Recht.
Coaching: das Beste für Ihre Entwicklung
Was ich mit Coaching schon alles erlebt habe! Nach dem Prinzip: Mit Coaching in nur sechs Wochen von der grauen Maus zur Vorstandsvorsitzenden! Im Ernst: Die Chancen, die Coaching bietet, sind unvergleichlich. Deshalb fand ich es immer schade, dass nur jene in den Genuss dieser Chancen kommen, die den Weg in eine (gute) Coaching-Praxis finden. Ich wollte immer schon eine Coaching-Praxis in jedem Wohn- und Esszimmer, jedem Schlafzimmer und jeder Küche aufmachen. Und natürlich in jedem Büro und an jedem Arbeitsplatz. Auch an Ihrem! Das war meine erste Motivation, dieses Buch zu schreiben.
Meine zweite: Nach über 20 Jahren als Trainerin, Coachin und Beraterin für beide Geschlechter und nachdem ich viele Bücher für Männer und Frauen über Themen wie Durchsetzungsfähigkeit, Schweigen, Verhandlungsführung und Rhetorik geschrieben hatte, wurde mir klar, dass Frauen in der heutigen Zeit nicht nur Fachkompetenz und persönliche Ausstrahlung benötigen. Sie brauchen auch ein besonderes Instrument, um ihre eigenen Stärken besser zu entwickeln. Denn die Welt dreht sich immer schneller. Leider rennen wir immer noch im selben alten Trott den Entwicklungen in Wirtschaft, Gesellschaft, Beziehung und Familie hinterher. Das kann, das darf nicht sein! Wir müssen uns intelligenter entwickeln, schneller besser werden. Denn Hinterherrennen macht keinen Spaß!
Der dritte Anlass: Viele weibliche Angestellte, Projekt- und Medienmanagerinnen, Ingenieurinnen, Verlegerinnen, Juristinnen, Grafikerinnen, Studentinnen, Azubinen, Web-Designerinnen, Einzelhändlerinnen, Geschäftsführerinnen, Unternehmerinnen, Handwerkerinnen, alleinerziehende Mütter, Verbandssekretärinnen und Uni-Absolventinnen fragten mich nach dem Coaching: »Haben Sie nicht etwas für die Zeit nach dem Coaching? Quasi eine Fern-Coachin zum Aufklappen?« Et voilà! Hier ist sie.
Sie machen es sich unnötig schwer
Allein kann das eine Frau zwar auch schaffen: Beruf, Karriere, Beziehung, Familie, Haus, Kinder, Freunde, gesellschaftliche Verpflichtungen und persönliches Glück – alles unter einem Hut! Doch ganz allein macht das einsam, frustriert, irgendwann ausgebrannt, auf jeden Fall unattraktiv und unsympathisch, auf Dauer nicht wirklich viel Spaß und es wird vor allem auf keinem dieser vielen Felder mit großem Erfolg belohnt. Ganz abgesehen davon, dass es allein ziemlich schwerfällt. Das ist der Grund, warum Frauen die Doppelbelastung Beruf und Familie oft so quält: nicht nur, weil sie per se sehr schwer wäre – sie ist es! – sondern auch, weil wir es uns unnötig schwer machen.
Deshalb braucht jede Frau eine Verbündete, eine Mentorin, eine Coachin, die sie unterstützt. Die immer für Sie da ist und Sie nie im Stich lässt. Die stärkt, stützt, tröstet, beflügelt, absolut verschwiegen ist und immer eine Lösung parat hat. Die Sie besser kennt als Ihre eigene Mutter. Die immer zu Ihnen hält. Die Sie bremst, bevor Sie was Dummes machen, die Sie zum ganz großen Erfolg befähigt und doch immer schön auf dem Teppich, immer freundlich und sympathisch hält. So eine Wonder Woman gibt es nicht? Gibt es wohl. Diese Coachin, die immer für Sie da ist und die Sie besser kennt als jeder andere Mensch, sind – natürlich! – Sie selbst. So kennen Sie sich gar nicht? Natürlich nicht. Jetzt noch nicht. Aber am Ende dieses Buches. Das verspreche ich Ihnen.
Es steckt so viel mehr in Ihnen
Sie werden Kräfte in sich entdecken und vor allem wecken, die Sie nie in sich vermutet hätten. Sie werden eine Klarheit im Denken erwerben, die Sie jede Komplexität des Lebens und des Berufs schneller und leichter bewältigen lässt. Sie werden einen Mut und eine Tatkraft entwickeln, die Sie in großen Schritten voranbringen. Sie werden Selbstvertrauen und Ausdauer stärken, damit Sie auch größere Aufgaben gut und sicher zum Ziel führen. Sie werden besser werden, sich besser fühlen, besser denken, stärker handeln, eine stärkere Ausstrahlung auf andere entfalten, sympathischer wirken und die Menschen in Ihrem beruflichen, privaten und familiären Umfeld begeistern, mitreißen und zu gemeinsamen Zielen führen. Und für all das müssen Sie noch nicht einmal viel Neues lernen. Das meiste davon schlummert bereits in Ihnen, sehnlich darauf wartend, wachgeküsst zu werden.
Spitz die Lippen, Darling!
Denk dich stark! 1
»Einstellungen sind wichtiger als Tatsachen.«
DR. KARL MENNINGER
Du bist Coachin
»Zu blöd, dass ich Sie heute Morgen nicht aus dem Meeting heraus anrufen konnte!«, klagte mir die Leiterin des Firmenkundengeschäfts einer Bank. Sie kommt regelmäßig alle paar Wochen ins Coaching und meinte: »Am nötigsten hätte ich Sie, wenn bei uns wieder der Bär steppt. Wie heute Morgen im Meeting. Wenn es hart auf hart kommt, wer coacht mich dann?« Das werde ich häufig gefragt. Die Antwort ist ganz einfach.
Wer steht zu Ihnen?
Wer ist immer in Ihrer Nähe? Wer kennt Sie besser als Ihre beste Freundin? Sie selbst! Es ist super, wenn Sie eine beste Freundin haben, einen verlässlichen Partner oder eine gute Coachin. Doch selbst diese drei können nicht immer bei Ihnen sein. Nicht immer dann, wenn es darauf ankommt. Dann sollten Sie allein Ihre Frau stehen (können). Ja, ich weiß, das machen Sie doch sowieso ständig! Aber wie?
Leider oft mit dem unguten Gefühl, nicht gut genug zu sein, Ihre Sache nicht ganz richtig zu machen, es doch viel besser machen zu müssen, machen zu sollen, machen zu wollen und eigentlich auch machen zu können. Und in genau diesen Situationen wird künftig Ihre persönliche Coachin für Sie da sein. Damit es Ihnen besser geht. Damit Sie es besser machen. Damit Sie zufrieden auf sich blicken und aus vollem Herzen sagen können: »Gut gemacht!« Wie fühlt sich diese Aussicht an?

Coach yourself
Spüren Sie dieser Aussicht nach. Wie fühlt es sich an, wenn Sie in kritischen Situationen besser drauf sind, sich besser fühlen, klarer denken und entscheiden, souveräner agieren können? Atmen Sie dieses Gefühl. Spüren Sie es in allen Facetten. Erinnern Sie sich gut daran. Es ist Ihr persönliches Leitgefühl. Diesem guten Gefühl wollen Sie mit jeder Buchzeile, jeder Übung und jedem Merksatz näher kommen.

Hört sich gut an? Sicher. Wo ist der Haken? Wahrscheinlich liegt es Ihnen auf der Zunge. Wie es der Leiterin des Firmenkundengeschäfts auf der Zunge lag, die wir eben kennengelernt haben. Sie sagte: »Aber wenn ich mich in solchen Situationen total mies fühle! Und wenn mich im Meeting die Männer anblaffen und ich einen Kloß im Hals habe – da soll ich mich auch noch selbst coachen?« Na klar! Wann denn sonst? Und vor allem: Wer denn sonst?
Schön, wenn der Märchenprinz vorbeireitet und Sie rettet. Noch schöner allerdings wäre, wenn Sie nicht auf den Prinzen warten würden: Dornröschen rettet sich selbst! Denn Frauen sind etwas zuverlässiger als zufällig vorbeireitende Prinzen.
Wenn es Ihnen gut geht, brauchen Sie keine Coachin. Wenn nicht, wenn Sie in der Bredouille stecken, unscharf denken oder von Emotionen überwältigt werden, wenn Sie es also am nötigsten haben, dann sind Sie für sich da. Das eröffnet eine tiefe Erkenntnis:
Selbstcoaching ist kein Luxus, sondern Ausdruck einer selbstständigen Persönlichkeit. Das eine bedingt das andere.
Schreiben Sie Ihr Drehbuch selbst!
Intellektuell und emotional selbstständige Frauen coachen sich selbst. Und je mehr und je lieber sie das tun, umso stärker wächst ihr Selbstwertgefühl. Selbst ist die Frau! Opfer dagegen coachen sich nicht selbst. Die warten, bis sie jemand rettet. Das ist ihre Einstellung zum Leben, ihr geheimes Drehbuch; die Psychologin nennt das deshalb auch: Skript. Wollen Sie mit diesem Drehbuch leben? Ich bin mir sicher: Nein. Sonst wären Sie nicht hier. Opfer lesen keine Ratgeber für die geistige und emotionale Selbstständigkeit. Sie warten auf den Ratgeber. Nicht weil sie ungeschickt und dumm wären. Sondern weil sie ahnungslos sind. Sie ahnen oft nicht einmal, wie wirksam sie sich selbst helfen könnten. Denn: Selbstcoaching funktioniert.
Selbstcoaching funktioniert
Führungsfrauen in allen Branchen setzen Selbstcoaching seit Jahren, wahrscheinlich seit Jahrhunderten ein. Schon von historischen Führungsfrauen wie Cleopatra sind Aussprüche überliefert, die darauf schließen lassen. Und Sie machen das längst auch schon.
Sie tun es bereits
In wie vielen Situationen haben Sie sich nicht schon Dinge gesagt wie »Kopf hoch, das kriegst du hin!«, »Kinderkriegen ist schlimmer!«, »Trau dich einfach!«, »Mach doch nicht immer alles so kompliziert!«, »Andere haben das doch auch geschafft!«, »Sei nicht immer so perfekt!«? Wo haben Sie überall zustimmend genickt? Sehen Sie, Sie können das doch! Wie bitte? Das war’s schon? Natürlich!
Selbstcoaching ist einfach
So einfach ist Selbstcoaching. Sie brauchen dafür im Prinzip nur zweierlei: Ihre Gedanken und Ihre Gefühle. Und die haben Sie ja schon! Mehr als genug davon! Je mehr Sie davon haben, umso besser.
Intelligente Menschen machen sich mit ihrer Fülle von Gedanken zwar oft das Leben unnötig schwer. Eine Eigenschaft, die im Deutschen auch als »Charakter« bezeichnet wird. Doch diese Fülle an Gedanken macht ihnen das Selbstcoaching gleichzeitig leichter. So birgt jede Schwäche eine Stärke in sich.
Selbstcoaching ist im Prinzip nichts anderes als die Kunst, sich mit seinen Gedanken und Gefühlen selbst zu helfen. Das machen Sie schon. Täglich dutzendfach. Davon merken Sie nicht viel? Natürlich nicht! Weil Sie es meist unbewusst machen. Deshalb nützt es Ihnen noch nicht so viel, wie es nutzen könnte. Wir machen in diesem Buch gemeinsam das Unbewusste bewusst. Das ist die ganze Kunst.
Das Unbewusste wird bewusst – und damit hundertfach wirksamer.
Möglicherweise hatten Sie zu Beginn des Buches Gedanken im Kopf wie: »Wenn ich mir selbst gut zurede, dann bringt das nichts!« Vielleicht hat sich dieser Gedanke aufgrund unserer gemeinsamen Überlegungen geändert in etwas wie: »Ich möchte mir selbst helfen können! Ich probiere Selbstcoaching aus. Im Grunde mache ich das ja schon längst!« Wenn Sie beide Gedanken vergleichen: Was fällt Ihnen auf?
Einstellungen sind Gedanken, die uns leiten
Richtig: Beides sind Einstellungen. Die erste Aussage drückt eine skeptische, die zweite eine konstruktive Einstellung aus. Sehen Sie? Sie kennen schon ein zentrales Element des Selbstcoachings: Einstellungen sind die Segel des Lebens. Je besser wir unser Segel setzen können, desto schneller fahren wir auf den Wellen unserem Zielhafen entgegen.
Einstellungen sind wichtiger als Tatsachen
Andrea ist stellvertretende Abteilungsleiterin und mit großen Schritten auf der Karriereleiter unterwegs. Eines Tages untersagt ihr Chef ihr den Besuch eines Turnus-Meetings, das sie von Amts wegen schon über ein Jahr lang jeden Monat besucht hat. Es ist klar, was dahinter steckt: »Dem steige ich zu schnell auf! Der fürchtet eine Kronprinzessin!« Andrea ist zu Recht sauer: »Das ist typisch Old Boys Network! Die wollen mich von den wichtigen Informationen abschneiden! Dann sollen sie ihren Mist eben allein machen.« Was ist das? Erst einmal eine Tatsache: Andrea sagt, wie es ist. Ach ja?
Wie viele Seiten hat ein Ding?
Hildegard Palm, die Protagonistin in Ulla Hahns Roman Das verborgene Wort fragt ihren Großvater: »Großvater, wie viele Seiten hat ein Ding?« Er sagt: »So viele Seiten, wie man Blicke darauf werfen kann.« Ein weises Wort und eine perfekte Anleitung zum Selbstcoaching:
Werfen Sie einen anderen Blick darauf! Wenn Sie künftig Menschen, auch sich, über Dinge reden hören, dann fragen Sie sich: »Die Worte hör’ ich wohl. Welche Einstellung steckt dahinter?« Und dann werfen Sie einen anderen Blick darauf und finden noch andere Einstellungen dazu.

Coach yourself
Setzen Sie die Einstellungsbrille auf und betrachten Sie Andreas Klage: »Das ist typisch Old Boys Network! Die wollen mich von den wichtigen Informationen abschneiden! Dann sollen sie ihren Mist eben allein machen.« Wie würden Sie die Einstellung dahinter beschreiben? Vertrauen Sie Ihrer spontanen Wahrnehmung.

Im Seminar nennen Teilnehmerinnen Eindrücke zu Andreas Einstellung wie: beleidigt, klein, mädchenhaft, trotzig, traurig, eingeschnappt, frustriert, defätistisch … Was war Ihr Eindruck von Andreas Einstellung? Und nun machen Sie es wie Hildegards Großvater:

Coach yourself
Wenn Sie hinter einer Aussage die Einstellung wahrgenommen haben: Werfen Sie einen anderen Blick auf die Situation! Und noch einen anderen! Fragen Sie andere Menschen nach deren Blickwinkel!

Im Seminar sagen viele Teilnehmerinnen: »Die Old Boys wollen mich ausschließen? Denen werd’ ich’s zeigen!« Oder: »Ach, das wird nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Ich muss dann eben mal mit meinem Vorgesetzten darüber reden.« Sie furchen die Stirn?
Einwände sind Wegweiser
Das tun viele an dieser Stelle. Warum? Darum: »Aber so kann man das doch nicht sehen!« Haben Sie auch gedacht? Wunderbar! Die Einstellungen, gegen die wir uns am vehementesten wehren, sind die wichtigsten für uns. Warum reagiert Andrea als immerhin stellvertretende Abteilungsleiterin immer noch wie eine Zwölfjährige, der der Papa das Beyoncé-Konzert verbietet? Eingeschnappt und kleinmädchenhaft? Warum reagiert sie nicht wie Theresa mit »Jetzt erst recht!« und »Den krieg ich auch noch rum!«?

Coach yourself
Begrüßen Sie Ihre Einwände gegen andere, neue, ungedachte Einstellungen mit Freude! Sagen Sie: »Willkommen, alte Freundin!« Dann fragen Sie sie: »Was möchtest du mir sagen? Was steckt dahinter? Warum möchte ich das nicht anders sehen? Was bringt mir meine alte Perspektive?«

Andrea zum Beispiel sah sofort: »Meine Frust-Einstellung macht mich klein und ganz jung. Ich darf auf Papa warten, der mich retten soll. Außerdem erspare ich mir so eine nervenaufreibende Auseinandersetzung mit meinem Vorgesetzten.« Aha:
Hinderliche Einstellungen nutzen uns! Deshalb pflegen wir sie.
Was dieser heimliche Nutzen ist, ist uns oft jahrelang unbekannt. Wir kennen uns leider selbst nicht besonders gut hinsichtlich der wirklich wichtigen Punkte unserer Persönlichkeit. Andrea war lange Jahre nicht ganz klar, warum sie regelmäßig sauer auf die Old Boys war: Je older der Boy, desto jünger und dümmer fühlte sie sich. Das war so lange so, bis Andrea sich selbst auf die Schliche kam:
Kommen Sie sich selbst auf die Schliche! Schauen Sie sich Ihre Einstellungen an und fühlen Sie ihrem heimlichen Nutzen nach.
Und dann: Machen Sie sich zur Sau! Sagen Sie sich: »Blöde Kuh! Wie kannst du nur!« Ach ja? Nein. Und an diesem Punkt möchte ich Ihnen ein Versprechen abnehmen:
Bitte versprechen Sie mir und sich selbst hier und jetzt: »Egal, wie mich andere Menschen behandeln – ich werde mich ab sofort und bis an mein seliges Ende mit Hochachtung und Aufmerksamkeit behandeln.«
Behandeln Sie sich selbst mit Achtung!
Diese zentrale Einstellung sollte eigentlich selbstverständlich sein. Dass sie alles andere als das ist, wissen wir nur zu gut. Deshalb die Notwendigkeit des Versprechens: Gemacht wird, was versprochen wird. Wir sollten uns ernsthaft vornehmen, uns stets gut zu behandeln. Nicht nur wegen des offensichtlichen Nutzens, sondern auch wegen der tiefer liegenden Bedeutung: Einstellungen regieren die Welt.
Einstellungen regieren die Welt
Wir Wohlstandskinder sind in einer materialistischen Welt aufgewachsen. Deshalb vergessen wir oft und gern die entscheidende Bedeutung von Einstellungen. Auch und gerade, wenn es um so zentrale Fragen geht wie: Warum machen Männer schneller Karriere als Frauen und verdienen immer noch mehr? Sogar nach Abzug des Kinderfaktors?
Der kleine Unterschied steckt im Kopf
Studien und auch meine eigene empirische Erfahrung aus Training und Coaching zeigen, dass es den kleinen Unterschied zwischen Mann und Frau tatsächlich gibt. Er sitzt nur nicht da, wo ihn die meisten vermuten, sondern weiter oben. Er sitzt im Kopf: Männer und Frauen leben mit radikal unterschiedlichen Einstellungen.
Männer pflegen meist ganz unbewusst die Einstellung: Macht, Geld, Status, Karriere und Prestige zeigen der Welt und mir, was ich wert bin – und Leistungsdruck, Hierarchie und Konkurrenzkampf gehören zu den Spielregeln. Frauen pflegen ebenfalls meist unbewusst die Einstellung: Gute Arbeit, gute Inhalte, gute Leistung, Sinnhaftigkeit des Handelns und ein gutes Klima sind wichtig – und Kooperation und zirkuläre Organisation sind die Spielregeln. Wenn Sie mal beide Einstellungen vergleichen, wird es Sie wundern, dass es überhaupt Frauen gibt, die Karriere machen und gutes Geld verdienen. Männer haben karriereförderliche Einstellungen übernommen, Frauen eher karrierehinderliche. Leider wird das Thema »Einstellungen« weder in Schule noch Elternhaus und schon gar nicht in den Medien oder am Arbeitsplatz diskutiert. Wie gut, dass Sie hier sind! Wenigstens hier können wir darüber reden, was die Welt und die Persönlichkeit im Innersten zusammenhält: Einstellungen.
Sie müssen nicht zum Mann mutieren
Heißt das jetzt, Sie müssen die Einstellungen von Männern übernehmen, wenn Sie es in der realen Welt zu etwas bringen wollen? Diesen Schluss ziehen viele Frauen und seltsamerweise manchmal auch Ratgeber und Redakteurinnen. Das ist natürlich Unfug. Schon rein logisch! ändern in “Wir hatten doch eben gesagt, dass jedes Ding so viele Seiten hat, wie man Blicke darauf werfen kann.” Warum sollte also die Chauvinisierung oder die Maskulinisierung von Frauen der einzig mögliche Karriereweg sein? Fällt Ihnen eine Antwort darauf ein? Mir auch nicht. Es gibt nicht nur männliche Einstellungen. Es gibt Hunderte anderer, besserer. Picken wir uns ein paar heraus.
Ein wunderbarer Katalog: konstruktive Einstellungen
Sie sind einzigartig. Niemand ist so wie Sie. Wenn Sie also mit Ihrem Einstellungs-Radar in der Hand hinter vielen Ihrer Gedanken hinderliche Einstellungen erkennen, dann sind diese so hoch persönlich, dass Sie auch eine hoch persönliche und spezifische konstruktive Einstellung dafür finden sollten. Nicht jede Frau kann zum Beispiel mit der konstruktiven Einstellung etwas anfangen: »Du packst das, Baby!« Wem das zu burschikos ist, die findet vielleicht Gefallen an: »Das traue ich mir zu!« Mit der Einstellung ist es wie mit der Kleidung: Nicht die modische Bluse ist entscheidend, sondern ob sie (zu) Ihnen passt.
Wenn Sie zu einer hinderlichen die passende konstruktive Einstellung suchen, probieren und modifizieren Sie bitte so lange, bis Inhalt, Anmutung und Wortlaut Ihnen sagen: »Genau das ist es! Das passt! Das gibt mir und mir allein ein gutes Gefühl!«
Die Einstellung muss zu Ihnen passen
Damit Sie bei den ersten Suchanläufen nicht ganz verloren im Wald stehen, gibt es eine Reihe von Rahmen-Einstellungen, die vielen Frauen täglich von Nutzen sind. Machen Sie es wie mit dem Modekatalog: Schauen Sie rein, picken Sie etwas Passendes heraus und passen Sie es für sich an. Ergänzen Sie den Katalog mit eigenen konstruktiven Einstellungen, die Ihnen spontan einfallen:
Das ist ein Problem? Nein! Das ist eine Aufgabe!
Das ist ein Problem. Was ist mein Problemanteil? Mein Aspekt der Angelegenheit, den ich beeinflussen kann?
Ich kann das vielleicht nicht lösen. Aber wie kann ich es beeinflussen?
Warum passiert mir so etwas? Nein: Was kann ich tun?
Ich kann nicht beeinflussen, was mir passiert. Aber ich kann beeinflussen, wie ich darauf reagiere!
Niemand kann mich zwingen, mich mies zu fühlen. Ich wähle meine Gefühle selbst.
Ich kann mir nicht alles im Leben aussuchen – aber meine Einstellung immer. Welche wähle ich für diese Situation?
Oh, was für eine wunderbare negative Einstellung! Bestimmt finde ich eine genauso wunderbare konstruktive dazu!
Welche Einstellungen habe ich denn zur Verfügung?
Bringt diese Einstellung mich meinen Wünschen und Zielen näher? Wenn nicht, welche schafft das eher?
Ist das, was ich gerade denke, noch eine Tatsache? Oder ist es schon eine Einstellung?
Was könnte ich jetzt in diesem Augenblick tun, um mich meinen Wünschen auch nur ein kleines Stück näher zu bringen?
Wenn ich das mache, was ich immer mache, bekomme ich das, was ich immer bekomme. Also was könnte ich Neues ausprobieren?
Welche Optionen habe ich? Welche wähle ich?
Ihr persönlicher Fühl-dich-gut-Katalog
Ist das nicht ein allerliebster Fühl-dich-gut-Katalog? Eine Seminarteilnehmerin sagte mir mal dazu: »Ich habe mir den Katalog auf blaues Briefpapier kopiert und neben den Badspiegel gehängt. Seither habe ich immer einen guten Start in den Tag!« Sie würden sich so was nicht ins Bad hängen? Ja, genau das wollte ich damit sagen!
Einstellungen sind wie ein Ackerboden: Ohne Arbeit liegt er brach. Steckt die Öko-Landwirtin aber ehrliche Arbeit rein, bringt er tausendfache Frucht und nährt die Welt. Das heißt: Es ist egal, wo Sie sich Ihre Kerneinstellungen hinhängen! Hauptsache, Sie arbeiten damit auch und gerade dann, wenn Sie sie nicht brauchen. Denn wenn Sie Kartoffelsalat machen wollen, ist es zu spät, Kartoffeln zu pflanzen.
Wir Frauen sind jede Arbeit gewohnt. Nur nicht die wichtigste, fruchtbarste: die an unseren eigenen Einstellungen. Deshalb arbeiten wir jetzt mal gemeinsam.
Mach deine Einstellungen fit!
Amerikanische Selbsthilfe-Bücher sollten europäische Frauen eigentlich nicht lesen. Denn immer wieder finden sich darin Passagen wie: »Denk nicht: Alles ist Mist! Denk lieber: Alles ist super!« Das Witzige: In Amerika funktioniert diese verbale Switch-Technik tatsächlich überraschend oft. Scheinbar können viele Amerikanerinnen ihre hinderlichen Gedanken einfach per Fingerschnipsen ins Gegenteil verkehren. Unglaublich! Die Europäerin dagegen tippt sich tendenziell an die Stirn. Wenn sie Glück hat.
Wenn nicht, reagiert sie genervt und mit Selbstvorwürfen darauf: »Ich kann das nicht! Ich krieg das einfach nicht hin. Bin ich blöd? Fehlt es mir an Disziplin? Stimmt etwas mit meinem Kopf nicht?« Ich möchte keiner Amerikanerin zu nahe treten, aber:
Ein intelligenter Mensch kann nicht einfach einen hinderlichen Gedanken durch einen konstruktiven ersetzen. Allein den Versuch wertet Ihr Unterbewusstsein mit: »Willst du mich verscheißern? Hältst du mich für so schlicht gestrickt? Ich bin eine komplexe, vielschichtige, multidimensionale Persönlichkeit! Also behandle mich gefälligst so!«
Zu einfache Rezepte befriedigen Sie nicht
Kommt Ihnen bekannt vor? Ja, das Gefühl haben wir alle, wenn die Rezepte zu einfach für unser anspruchsvolles Innenleben sind. Deshalb:
Versuchen Sie nicht öfter als zweimal, das halb leere Glas halb voll zu sehen. Wenn das bei Ihnen nicht funktioniert, funktioniert es eben nicht. Gehen Sie nicht so radikal vor! Sondern iterativ. Behutsam. Schritt für Schritt.
Andrea zum Beispiel sagt sich nicht: »Das Old Boys Network will mich von Informationen abschneiden? Denen geig’ ich aber jetzt mal so was von die Meinung!« In nur einer einzigen Sekunde einstellungsmäßig vom verängstigten Mädchen zur supertoughen Amazone? Da hätte Andrea das Gefühl, sich selbst Gewalt anzutun. Und das ist das zweite Versprechen, das Sie mir und sich geben:
Bitte versprechen Sie sich und mir, dass Sie sich niemals Gewalt antun werden, sich zwingen werden, sich verbiegen oder auf »Disziplin « setzen werden. Wenn Ihnen ein Rat wehtut, ist es ein Ratschlag! Auch Ratschläge sind Schläge. Das heißt nicht, dass Sie den Rat verwerfen sollten. Das wäre ein Fehler im anderen Extrem! Es heißt vielmehr, dass Sie sich fragen mögen: Wie kann ich das Ziel dieses Rates auf eine Weise erreichen, die mir entspricht?
Kosten Sie, welche Einstellung Ihnen »schmeckt«!
Andrea zum Beispiel sagt sich: »Ich tret’ meinem Vorgesetzten in den Arsch – das würde ich nie sagen oder denken.« Aber ein guter Anfang ist doch: »Das muss ich mir nicht bieten lassen!« Ich schaue sie im Coaching an. Andrea verkostet diese neue Einstellung wie einen guten Wein. Sie lässt sie auf der Zunge rollen, überlegt, schmeckt nach. Dann lächelt sie: Passt! Okay, weiter! Sie sagt: »Ich könnte mir danach auch sagen: Ich kann mich wehren!« Ich frage: »Indem Sie mit der Faust auf den Tisch hauen?« Sie erschrickt: »Muss ich das denn?« Ich antworte: »Nicht, wenn Ihnen das nicht passt. Übernehmen Sie nicht meine Einstellungen. Finden Sie Ihre eigenen. Die beste Einstellung, die Sie finden können, ist Ihre eigene.« Sie überlegt eine Weile, probiert dies und das und sagt dann: »Mit der Faust auf den Tisch mache ich nicht. Aber ich habe einen guten Draht zum Vorstand. Ich ziehe an meinen Fäden!« Oh, was für eine wunderbare, tolle, konstruktive Einstellung! Spüren Sie, wie sie Kraft gibt? Und weder Sie noch ich wären auf diese schöne Einstellung gekommen. Das konnte nur Andrea. Weil nur sie sich gut genug dafür kennt. Wer kennt Sie am besten? Richtig: Sie selbst. Also fragen Sie diese kluge Frau doch einfach.
Der schönste Schmuck einer Frau
Das Maßgeschneiderte von Einstellungen beeindruckt viele Frauen. Eine Coachee sagte mir mal: »Eine gute Einstellung ist wie Unikat-Schmuck – gibt es so nicht mehr auf der Welt. Er ist der einzige seiner Art. Unvergleichlich.« Und das macht Sie unvergleichlich! Ich wage mal die Hypothese:
Je mehr handgefertigte Einstellungen eine Frau besitzt, desto schöner wird sie, desto weniger äußere Krücken wie Schmuck, Kleidung oder Statussymbole benötigt sie. Obwohl ich nichts gegen eine schöne Halskette habe …
Das ist ein komplett neues Verständnis von Schönheit? Ja. Auch ich lege Wert auf ein gepflegtes Äußeres. Aber je mehr ich an meinen Einstellungen arbeite, desto deutlicher wird mir, was die Philosophen und Dichter der Jahrhunderte unter »wahrer« oder »innerer Schönheit « verstanden. Eine unvergleichliche Schönheit. Eine Schönheit, die nie verblasst. Im Gegenteil: Sie wächst mit dem Alter. Sofern das Alter nicht als panisch-nutzlose Flucht vor Fältchen verstanden wird, sondern als Chance zum inneren Wachstum. Das ist wahre Schönheitspflege!
Wie pflegen Sie Ihre innere Schönheit? Und wie oft? Mindestens so oft wie Ihre äußere? Warum (nicht)?
Einstellungen bestimmen über unsere Schönheit. Sie bringen Zufriedenheit, Ansehen, Erfolg und Glück – oder Unzufriedenheit, Missgunst und Misserfolg. Je nachdem, welche Einstellung Sie wählen.
Welche Einstellung wählst du?
Seit 40 000 Jahren strebt der Mensch nach Glück, Zufriedenheit, Ansehen und Erfolg. Deshalb sind diese schönen Dinge sehr gut erforscht. Wie inzwischen jede(r) weiß:
Es gibt einen direkten und starken Zusammenhang zwischen Einstellungen und Glück, Zufriedenheit, Ansehen und Erfolg.
Was das Leben Ihnen schenkt, hängt stärker von Ihren Einstellungen ab als von Ihrem Aussehen, Ihren Genen, Ihrer Intelligenz, Fachkompetenz, Gesundheit, Ihrem Partner oder Vermögen. Die Wissenschaft weiß heute auch, welche Einstellungen den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen.
Um die Erforschung dieses entscheidenden Unterschieds verdient gemacht hat sich Dr. Martin Seligman. Er fand heraus, dass Menschen, die bekommen, was sie wollen, zunächst eine andere Einstellung zur Dauer von Ereignissen haben. Sie halten Erfolge für dauerhaft: »Das mache ich jetzt immer so!« Vom Leben enttäuschte Menschen dagegen halten Erfolge für vorübergehend: »Morgen kann das schon ganz anders sein!« Spiegelbildlich verhält sich das für Misserfolge. Die Optimistin – so nennt Seligman Frauen mit konstruktiven Einstellungen (Attributionen) – denkt dabei: »Bloß ein Fehlgriff!« Die Pessimistin dagegen pflegt die Einstellung: »Das ging ja schon wieder daneben!«

Coach yourself
Schauen Sie sich die Einstellungen von Pessimistinnen und Optimistinnen an. Wohin tendieren Sie? Wann? Wo? Wie kommen Sie vom Pessimismus zum Optimismus? ändern in “Benutzen Sie dafür die schrittweise Veränderung Ihrer hinderlichen Einstellungen wie oben beschrieben.”
Pessimistinnen globalisieren
Auch die Auswirkungen von Ereignissen schätzen Frauen ganz unterschiedlich ein. Die Optimistin hält Rückschläge für eher geringfügig: »Das ist doch keine große Sache!« Die Pessimistin dagegen dramatisiert: »Dachte ich’s mir doch – das funktioniert nicht!« Dasselbe passiert mit Erfolgen. Die Optimistin übertreibt Erfolge gern: »Das ist ja absolut fantastisch!« Richtig erkannt: Auch Männer machen das mit Vorliebe – aus jeder Mücke einen Elefanten – wenn es ein Erfolg ist. Deshalb sind sie so gut im Selbstmarketing. Denn die meisten Frauen sind diesbezüglich Pessimistinnen, weil sie die Einstellung pflegen: »Ach, so besonders war das jetzt doch nicht!« Damit behindert frau sich massiv selbst – ohne dass die »bösen Männer« irgendetwas dafür tun müssten.
Optimistinnen überschätzen ihren Einfluss
Eine dritte Klasse Einstellungen bezieht sich auf die Einschätzung des eigenen Einflusses. Optimistinnen überschätzen ihren Einfluss eher: »Das schaffe ich doch!« Pessimistinnen sind da, tja, eher pessimistisch: »Kann ich das überhaupt?«
Kommt Ihnen alles sehr bekannt vor? Ja, natürlich kennen wir alle diese de- und konstruktiven Einstellungen! Aber wir machen zu wenig daraus! Deshalb werde ich Ihnen gleich noch einige weitere zentrale und durchaus bekannte Einstellungen aufzeigen. Wenn Sie Ihr Leben zum Besseren ändern wollen, dann versuchen Sie ernsthaft, behutsam und schrittweise, von der jeweiligen Abwärts-Einstellung zur entsprechenden Aufwärts-Einstellung zu kommen. Das ist der kleine Unterschied, der den großen Unterschied macht: Sie ändern »bloß« Ihre Gedanken – und Ihr ganzes Leben ändert sich.
Fünf Aufwärts-Einstellungen
Betrachten wir die Transformation von Einstellungen anschaulich anhand zweier Schwestern, Anna und Lena. Beide sind attraktiv, sympathisch, im Beruf erfolgreich, haben Familie. Beide möchten für den 70. Geburtstag von Papa in ein tolles Kleid passen. Anna sagt: »Wenn mein Männe im Haushalt auch mal anpacken würde, könnte ich abends öfters joggen gehen und die fünf Kilo abnehmen!«
Aufwärts-Einstellung: Eigenverantwortung. »Ich kann! Ich will! Ich werde! Was ist mein Einfluss? Was ist mein Problemanteil? Was kann ich zur Lösung beitragen?«
Abwärts-Einstellung: Entantwortung. »Kann ich doch nichts dafür! Das müssen andere machen! Warum sehen die das nicht?«
Folgerichtig sagt sich Lena: »Wie kriege ich meinen Männe dazu, dass er etwas mehr Hausarbeit übernimmt, damit ich dreimal die Woche abends eine Stunde zum Sport komme?« Raten Sie mal, wer zu Papas rundem Geburtstag in das tolle Kleid passte.
Zwei Schwestern, zwei Einstellungen
Begleiten wir beide Schwestern weiter. Da sie Schwestern sind, fassen sie ziemlich oft dieselben Entschlüsse. So wollten zum Beispiel beide auch nach dem großen Familienfest etwas für Figur und Fitness tun. Mit unterschiedlichem Erfolg. Lena kam in den ersten fünf Wochen nach dem Freudentag viel öfter dazu als Anna. Warum?
Anna denkt sich: »Schon wieder nicht zum … (Joggen, Aufräumen, Diät halten …) gekommen. Ich schaffe das einfach nicht! Also kann ich es auch gleich bleiben lassen!« Lena dagegen sagt: »Heute Abend reicht es nicht zum Joggen. Was kann ich stattdessen machen? Im Büro zehnmal die Treppe nehmen statt des Lifts? Oder einfach morgen wieder einsteigen und ein bisschen länger laufen?« Anna und Lena haben beide fast identische Wünsche. Doch viele von Annas Einstellungen sind rigide:
Abwärts-Einstellung: Rigidität, Perfektionismus. »Entweder schwarz oder weiß, null oder hundert. Wenn es nicht 100 Prozent sind, ist es nichts! Schon ein Fehler bedeutet totales Versagen.«
Aufwärts-Einstellung: Flexibilität. »Wenn es auf diese Weise nicht klappt, dann klappt es eben auf andere Weise. Und 80 Prozent sind besser als nichts! Zehn mal zehn Prozent hintereinander ergeben auch 100 Prozent.«
Dann trifft es die Schwestern hart: Anna wird von ihrem Mann verlassen, Lena wird gekündigt.
Abwärts-Einstellung: Realitätsabwehr. »Das darf doch nicht wahr sein! Wie können Menschen so … sein? Ich verstehe die Welt nicht mehr!«
Aufwärts-Einstellung: Realismus. »Es ist, wie es ist. Man muss die Dinge nehmen, wie sie sind – aber nicht so lassen!«
Ist es Ihnen aufgefallen? Viele Aufwärts-Einstellungen animieren zum Handeln, während die meisten Abwärts-Einstellungen zu opferhafter Passivität verdammen. Logisch, dass die Aufwärts-Einstellungen Sie zur Erfüllung Ihrer Wünsche tragen: Wer macht, wird belohnt. Wer nur dasitzt und auf den Ritter wartet, wartet oft bis zum Schwarzwerden.
Abwärts-Einstellung: Dramatisierung. »Das halte ich nicht aus! Immer ich! Warum passiert immer ausgerechnet mir so was? Ende, aus, alles kaputt!« Aufwärts-Einstellung: Frustrationstoleranz. »Das ist ein Rückschlag/Fehler, aber keine Katastrophe! Das steck ich doch weg!«
Und noch eine ganz wichtige Unterscheidung:
Abwärts-Einstellung: Selbstkritik. »Das ist nicht gut genug! Du machst das nicht richtig. Du lernst das nie!«
Aufwärts-Einstellung: Selbstempathie. »Sei geduldig mit dir. Was hast du dabei gelernt? Mach es beim nächsten Mal einfach besser.«
Haben Sie gemerkt, wie der Hase läuft? Dann können wir die weiteren Einstellungen in kurzer, übersichtlicher Form wiedergeben.
| Abwärts-Einstellung | Aufwärts-Einstellung |
|---|---|
| »Was sollen die von mir denken? Immer denkst du nur an dich!« | »Meine Bedürfnisse sind genauso wichtig wie die anderer.« |
| »Bestimmt hat da jemand was dagegen.« | »Ich stehe zu meinen Wünschen. Ich stehe für mich ein. Wenn nicht ich, wer dann?« |
| »Das nehme ich mir vor, wenn ich mal mehr Zeit habe.« | »Es muss nicht perfekt sein! Mach erst mal so viel, wie du in der kurzen Zeit schaff st.« |
| »Immer muss ich alles machen!« | »Wer könnte mir helfen?« |
| »Die helfen mir sicher nicht!« | »Fragen kostet nichts.« |
| »Aber wenn die Nein sagen?« | »Ich bin nicht mehr fünf Jahre alt. Mit Ablehnung kann ich umgehen.« |
| Abwärts-Einstellung | Aufwärts-Einstellung |
|---|---|
| »Aber wenn die mir kündigen!« | »Mit meiner Qualifikation und Erfahrung bekomme ich einen anderen Job. Am besten ich schaue mich jetzt schon mal nebenher um.« |
| »Sei doch nicht immer so … (niedergeschlagen, frustriert, zornig …)!« | »Ich habe ein Recht darauf, alle meine Gefühle zu spüren.« |
| »Das ging zu leicht! Das kann nicht richtig sein! Ich muss mich mehr anstrengen!« | »Es kommt aufs Ergebnis an und nicht darauf, dass ich nach einer Arbeit fix und fertig bin.« |
| »Das schaffe ich nur, wenn ich fünf Dinge gleichzeitig mache!« | »Ich setze Prioritäten und arbeite eine nach der anderen ab.« |
| »Aber er/sie sagt …!« | »Was ist meine Meinung dazu?« |
| »Ich kann ohne dich nicht leben!« | »Wie? Ich sterbe dann? Wieso das denn?« |
| »Och, der/die Arme. Komm gib her, das erledige ich für dich.« | »Du hilfst gern Menschen? Dann denk auch mal an dich. Du bist nämlich auch einer.« |
| »Der/die hat was gegen mich!« | »Der/die hat einen schlechten Tag. Wenn er/sie was gegen mich hat, dann sagt er/sie das – oder ich finde das heraus.« |
| »Die ist immer so gemein zu mir!« | »Was hat die für ein Problem? Egal, es ist ihres, nicht meines.« |
| »Das schaffe ich nie! Das habe ich schon mal probiert und es hat nicht funktioniert.« | »Dieses Mal bleibe ich so lange dran, bis es klappt. Beharrlichkeit ist die Mutter des Erfolgs.« |
| »Das klappt nie!« | »Wo hat es schon mal ein kleines bisschen geklappt? Wie kann ich dieses bisschen größer machen?« |
Was denkst du gerade?
Inzwischen haben Sie das Muster wahrscheinlich verinnerlicht: Das Leben ist eine Tabelle. Entweder wir bleiben in der linken Spalte stecken und machen uns das Leben unnötig schwer (und schieben es auf die anderen) oder wir schaffen den Sprung von links nach rechts. ändern in “Je öfter Sie diese Transformation in kleinen Schritten machen (siehe »Mach deine Einstellungen fit!«),…”, desto schneller gelingt Ihnen das tatsächlich bald in einem großen, freudigen Sprung: von links nach rechts, von hinderlich zu förderlich, von destruktiv zu konstruktiv, von passiv zu aktiv, von leidendem Opfer zu aktiver Gestalterin des eigenen Lebens. Es wird Ihnen einiges abverlangen – wenn Sie es richtig machen.
Negativeinstellungen nutzen, deshalb kleben sie
ändern in “Wenn wir im Seminar diese Tabelle geistig durchgehen, bin ich manchmal schockiert, wie sehr Frauen mit Zähnen und Klauen ihr Negativdenken verteidigen:” »Aber der hat wirklich was gegen mich! Das weiß ich! Und Susanne sagt das auch!« Die Springreiterin würde sagen: Pferd verweigert Sprung. Dieses Rechthabenwollen um jeden Preis beim Schwarzsehen hat einen Hintergrund: Jede geistig normale Frau verteidigt ihre Fußfesseln. Weil sie ihr nutzen.
Fußfesseln fesseln, machen passiv und Passivität ist sehr angenehm. Eine Bereichsleiterin eines Schweizer Konzerns, eine gestandene Frau, drückte das mal drastisch aus: »Selbst wenn meine Mitarbeiter bis zum Hals in der Sch… stecken, bewegen die sich nicht! Denn in der Sch… ist es schön warm und gemütlich.« Anrüchiges Bild, aber zutreffend.
Was hält Sie in Abwärts-Einstellungen fest? Was haben Sie davon? Bitte nicht verurteilen! Im Gegenteil: Würdigen Sie diesen sogenannten Sekundärnutzen. Denn er ist ein Nutzen.
Lösen Sie sich von gewohnten Denkmustern!
Und dann fragen Sie sich: Brauche ich das heute noch? Denn viele Abwärts-Einstellungen haben wir unbewusst aus der Kindheit übernommen und nie verwandelt, obwohl wir ihren Sekundärnutzen längst nicht mehr brauchen. Selbst wenn Sie ihn noch brauchen, können Sie sich fragen: Wie kann ich diesen Nutzen auf andere Art und Weise erreichen? Auf eine, die mich nicht so sehr behindert?
Kleinigkeiten bewirken große Veränderungen
Anna zum Beispiel hat sich nach ihrer Scheidung über ein Jahr geweigert, auf Männerjagd zu gehen: »Ich bin zu alt für so was.« Das war ihre Einstellung. Sie ist 34. Lena sagte irgendwann zu ihr: »Lass mich raten: Diese bescheuerte Einstellung schützt dich vor Zurückweisung beim Dating.« Anna schluckte und nickte stumm. Und weil sie damals schon eine Weile mit Einstellungen arbeitete, sagte sie darauf selbst: »Ich kann mich auch davor schützen, dass mir eine Zurückweisung zu sehr wehtut, wenn du mir versprichst, dass wir nach einem schiefgelaufenen Date zusammen fürchterlich über den Typ ablästern!« Lena grinste und sagte: »Au, Klasse! Wie damals, als wir 15 waren! Super! Wann hast du dein erstes Date? Ich kann es kaum erwarten.« Seit Anna für ihren Sekundärnutzen »Schutz vor Herzschmerz« nicht mehr die totale Abstinenz braucht, verabredet sie sich, als ob morgen die Kerle ausgingen.
Vom verzweifelten Scheidungsopfer zur Dating-Amazone. Und nichts hat sich geändert. Weder die Männer noch die Welt. Nicht mal Anna. Nur eine kleine Einstellung in Annas Kopf. So mächtig sind Einstellungen.
Nutzen Sie diese Kraft!
Sei so klar! 2
»Ein einziger klarer Gedanke
kann die Welt bewegen.«
LAOTSE
Was wünschst du dir vom Leben?
Eine tolle Figur, einen besseren Job, mehr Gehalt, nettere KollegInnen, einen besseren Partner, ein größeres Haus, nettere Kinder …?

Coach yourself
Notieren Sie drei noch (teilweise) unerfüllte Wünsche:
1)______________________________
2)______________________________
3)______________________________

Was empfinden Sie beim Anblick dieser kleinen Liste? Frust? Vorwürfe? Das ist lustig. Denn eigentlich könnten und sollten Sie stolz auf sich sein: Sie sind hier! Das bedeutet einiges.
Eigenlob stimmt
Es bedeutet zum Beispiel, dass Sie nicht wie Millionen Menschen still resigniert haben, sondern zu Ihren Wünschen und Träumen stehen. Das spricht für ein starkes Selbstwertgefühl. Es bedeutet außerdem, dass Sie die Schuld für die noch nicht erfüllten Wünsche nicht auf »die anderen« oder die Umstände schieben, sondern selbst etwas für deren Erfüllung tun möchten – sonst würden Sie kein Buch über Selbstcoaching lesen. Sie erweisen sich also bereits nach 18 Zeilen in diesem Kapitel als überdurchschnittlich selbstbewusst, eigenständig und aktiv. Ich wollte das nur mal gesagt haben. Nicht unbedingt, weil ich Ihnen ein Kompliment machen möchte. Sondern vor allem, weil es stimmt. Aber noch viel mehr: weil es nötig und gesund ist. Viel gesünder als fünf Portionen Obst am Tag:
Sie haben eben zwei Stärken gezeigt. Ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht. Das war Coaching. Bitte versprechen Sie mir und sich: Sie werden das künftig selbst für sich tun! Sie werden sich loben, wann immer Sie eine Stärke an sich entdecken und wann immer Sie etwas gut machen. Das ist Selbstcoaching. Und nein: Eigenlob stinkt nicht. Richtig heißt es: Eigenlob stimmt.
Schuld haben immer die anderen
Zurück zu Ihren Wünschen: Warum sind sie noch nicht wahr geworden? Die häufigsten Antworten darauf lauten in Stichworten: »keine Zeit«, »ungünstige Umstände«, »Ich wollte ja schon, aber … (Partner, Kinder, Staat, Gott …) machen nicht mit!«. Erkennen Sie das? Gut, dass wir mit Kapitel 1 angefangen haben: Dahinter steht Blaming (englisch: die Schuld auf andere(s) schieben). Das ist die Einstellung: Ich kann ja nichts dafür, denn ich bin perfekt – aber alle anderen sind es nicht! Wer mit dieser Selbstsabotage-Einstellung im Kopf durchs Leben geht, wird sich viele Wünsche versagen müssen. Denn diejenige verleugnet das Gesetz des Handelns:
Selbst wenn 90 Prozent Ihrer Wünsche von anderen, den Umständen und der bösen Welt abhängig wären (was für keinen realistischen Wunsch der Fall ist), bleiben immer noch zehn Prozent, die Sie selbst gestalten könn(t)en.
Aber das tun Sie doch? Sie mühen sich redlich ab, strengen sich an, hängen sich rein und kommen trotzdem auf keinen grünen Zweig? Dann machen Sie wohl etwas falsch. Falsch? Nein: ohne Klarheit.
Die innere Auftragsklärung
Neulich im Coaching regte sich eine Managerin fürchterlich auf. Sie war befördert worden, hatte geschickt verhandelt, verdiente jetzt rund 1000 Euro mehr im Monat und tobte: »Davon gehen über 60 Prozent an Steuern und Abgaben weg! Das ist Raub!«
Was wollen Sie eigentlich?
Etwas pikiert dachte ich: »Über dein Gehalt möchte ich mich auch mal aufregen dürfen!« Vielleicht hat sie es mir an der Nasenspitze angesehen. Denn sie schob nach: »Na ja, es hat mich ja keiner gezwungen, die 1000 Euro zu nehmen.« Da saßen wir beiden Hübschen, schauten uns an und hatten das Gefühl: »Was soll der Aufstand? Worüber beklagst du dich? Was willst du eigentlich von deinem Beruf?«
Ich sagte: »Wenn Sie geschickt heiraten, zahlen Sie mit Ehegatten-Splitting weniger. Oder Sie könnten nach Litauen auswandern. Soviel ich weiß, zahlt man da lediglich 25 Prozent pauschal.« Sie kniff die Augen zusammen und meinte: »Sie wollen mir damit sagen, dass es nicht die 1000 Euro sind, über die ich mich aufrege. Sondern eher darüber, dass ich nicht weiß, was ich will.« Gut erkannt. Wenn Ihre Wünsche nicht so schnell und umfänglich wahr werden, wie Sie sich das wünschen, sollten Sie nicht schimpfen oder jammern, sondern erst mal für die nötige Klarheit sorgen:
Wie kann das Leben Ihnen geben, was Sie sich wünschen, wenn Sie es nicht mal selbst genau wissen?
20 Prozent mehr Umsatz, aber wie?
Die meisten Menschen wissen ganz genau, was sie nicht wollen. Was sie wollen, ist ihnen, ihrer Umwelt und dem Universum weit weniger klar. Daran ändern auch die in Ratgebern viel beschworenen Ziele nichts wesentlich. Svenja zum Beispiel hat einen wunderhübschen kleinen Laden. Aber wenn sie im nächsten Quartal nicht 20 Prozent mehr Umsatz macht, kann sie ihn dichtmachen. 20 Prozent sind ein strammes, klares und für einen neuen Laden im Aufbau durchaus realistisches Ziel. Wir können das auch mit Abnehmen durchdeklinieren: fünf Kilo weniger. Tolles Ziel. Und nun? Was passiert? Erst mal gar nichts. Denn woher sollen die 20 Prozent kommen und wohin die fünf Kilo gehen? Aus diesem Grund fühlen sich viele Menschen unwohl mit Zielen, manche hassen sie nachgerade: Ziele machen Druck. Das liegt nicht an den Zielen. Das liegt daran, dass den Zielen etwas fehlt:
Ziele ohne Auftrag sind nutzlos!
Svenja zum Beispiel gibt sich den Auftrag: »Ich telefoniere ab sofort jeden Tag mit mindestens fünf meiner besten Kunden und biete ihnen unsere neuen Produkte an.« Was geht dabei in Svenja vor? Ziel - und Erfolgsdruck lassen sofort nach und sie greift entschlossen zum Telefon. Dito Abnehmen: »Ich radle jeden Abend 20 Kilometer.« Das ist ein klarer Auftrag. Die fünf Kilo, die ich abnehmen will, drücken mich damit schon viel weniger.

Coach yourself
Denken Sie an einen Ihrer zu Beginn dieses Kapitels notierten Wünsche. Wählen Sie für den Anfang den leichtesten. Fragen Sie sich: Was ist für diesen Wunsch meine Aufgabe? Wenn Ihnen mehrere Aufgaben einfallen: umso besser! Ordnen Sie sie: die leichten zuerst.

Ziel ist gut, Auftrag ist besser
Die zentralen Fragen bei der internen Auftragsklärung sind:
Was kann ich tun?
Was möchte ich tun?
Was werde ich tun?
Wenn Sie scharf mitgedacht haben, erkennen Sie hinter den Fragen zwei zentrale Aufwärts-Einstellungen (s. Kapitel 1): Ich schiebe nicht immer alles auf die anderen, sondern übernehme Eigenverantwortung für die Dinge, die ich beeinflussen kann. Und: Ich handle, indem ich mir einen Auftrag gebe! Alles wird leichter, einfacher, schneller mit einem klaren Auftrag. Das Problem ist lediglich: Das Leben hat etwas dagegen.
Das Leben klären
Nichts wirklich Wichtiges im Leben ist klar. Es ist vielmehr komplex. Ich vergleiche das Leben gern mit einem Garten, den man zusammen mit einem neuen Haus erwirbt. Der Garten ist riesig, doch völlig verwildert. Ich will aber einen schönen Garten! Das ist mein Wunsch. Damit er Wirklichkeit wird, muss ich mir einen Auftrag geben. Ich kläre diesen Auftrag, indem ich mir Fragen stelle: Wie lege ich meinen Garten an? Bäume oder Gemüse? Oder lieber Blumen und Rasen? Teich, Heckenlabyrinth? Und schon haben wir den Salat.
Wer die Wahl hat, die hat die Qual
So wie mit dem Garten ist das mit dem ganzen Leben, mit sämtlichen komplexen, nicht linearen, nicht trivialen Problemen, Wünschen, Aufgaben, Herausforderungen und Zielen: Es ist alles so komplex und unklar! Sogar im Supermarkt! Bitte nicht lachen: Das passierte mir tatsächlich. Ich stand vor einiger Zeit wie versteinert vor dem Supermarktregal. Ich wollte eine Marmelade. Eine! Die gute Frau Edeka aber offerierte mir gefühlte 75 zur Auswahl. Ich hatte nur ein Ziel: Marmelade zum Frühstück. Doch das Ziel war unerreichbar. Ich konnte mich einfach nicht entscheiden. Dann erinnerte ich mich an die Auftragsklärung :
Unklar? Konfus? Hin- und hergerissen? Betreiben Sie Auftragsklärung: Konkretisieren Sie! Spezifizieren Sie! Differenzieren Sie! Grenzen Sie ein!
Also sagte ich mir: »Eine Marmelade? Viel zu unklar. Was genau willst du? Welche Eigenschaften soll die Marmelade haben?« Das wusste ich sofort: mit viel Frucht- und möglichst wenig Zuckeranteil! Das schränkte das Angebot schon um die Hälfte ein. Dann fiel mir ein: möglichst aus regionalem Anbau! Zehn Produkte blieben übrig. Die Aufgabe war lösbar geworden. Weil ich sie geklärt und mir einen klaren Auftrag gegeben hatte.
Die Welt ist unklar. Klären Sie sie!
Wann immer Sie in Ihrem Leben in eine Situation geraten, in der Sie sich verunsichert, konfus, unentschlossen, desorientiert, gelähmt, antriebslos oder unzufrieden fühlen: Sie können das auf die Situation und »die anderen« schieben. Oder – und das ist reine Einstellungssache (s. Kapitel 1) – Sie können sich folgende Frage stellen:
Die Frage fürs Leben: Habe ich einen klaren Auftrag?
Haben Sie?
Was ist dein Auftrag?
Manche Leserin wird protestieren: »Aber wo bleibt denn die Spontaneität, wenn man nur noch nach Auftrag lebt?« Wer hat denn etwas von »nur noch« gesagt? Leben Sie Ihr Leben, wie Sie wollen! Spontan, flexibel, variabel, offen.
Klarer Auftrag, gute Arbeit
Aber wenn es darauf ankommt, wenn es schwierig oder kompliziert wird oder Sie schneller das bekommen wollen, was Sie sich wünschen – dann und immer dann bringt ein klarer innerer Auftrag Sie weiter –, ohne übrigens Ihre Flexibilität zu beschneiden. Denn wenn Sie dem Auftrag folgen und Erfolg haben, erhöht sich dadurch die Bandbreite Ihrer Möglichkeiten, richtig? Also kehren wir in unseren Garten zurück.
Nehmen wir an, Sie haben sich für Rasen, Sträucher und Blumen entschieden. Der Garten ist zusammengerechnet ein Fußballfeld groß. Au weia! Der wird ja nie fertig! Tatsächlich ist das die erste Reaktion bei großen Aufgaben: Pffft! Wir verlieren die Zuversicht.
Wenn eine Situation Sie mutlos macht, liegt das nicht an der Situation, sondern an der Auftragserteilung: Sie ist zu groß!
Schritt für Schritt ans Ziel kommen
Das Rezept dagegen: Zerlegen Sie den ursprünglichen Auftrag in viele kleine Teilaufgaben. Dieses Rezept haben Sie schon hundertmal gehört, gelesen oder sich selbst vorgenommen! Warum machen Sie es dann immer noch nicht in ausreichendem Maße? Weil in unserem Kopf eine kleine Stimme sagt: »Erst mal nur ein paar Sträucher pflanzen? Aber das reicht doch nicht! So wirst du nie fertig!« Was ist das? Was raten Sie?
Richtig, das ist die Perfektionistin, die aus uns spricht. Sehen Sie, wie die einzelnen Tools des Selbstcoachings ineinandergreifen? Perfektionismus ist auch »nur« eine Einstellung. Und Einstellungen können Sie ändern (s. Kapitel 1). Auch für die Auftragsklärung benötigen wir die richtige Einstellung. Das wird besonders deutlich beim nächsten Schritt der Auftragsklärung: Struktur.
Die Struktur der Welt
Alles Gute, Schöne und Wahre auf der Welt hat eine Struktur. Die Struktur allen Lebens, die DNS, ist sowohl in konstruktiver als auch ästhetischer Hinsicht von geradezu atemberaubender Schönheit. Betrachten Sie eine Schneeflocke unter der Lupe oder ein Ährenfeld im Sommerwind: Struktur ist Ästhetik – und offensichtlich beliebtestes Organisationsprinzip von Mutter Natur. Daher:
Sie kommen mit einer Aufgabe nicht so recht voran? Bringen Sie Struktur in Ihren Auftrag!
Einfaches Beispiel: Keller aufräumen. Die meisten von uns verzweifeln daran. Jene wenigen, die auch diese Aufgabe anscheinend mit links erledigen, sagen sich Dinge wie: »Ich mach’ einfach von links nach rechts (von vorn nach hinten, jeden Tag ein kleines Stück, erst mal alle kleinen Kisten, …).« Das ist Strukturierung. Deshalb klappt’s auch. Warum ist Struktur so nützlich und wichtig?
Struktur reduziert Komplexität
Weil Struktur Komplexität reduziert und die moderne Welt dadurch erst zu bewältigen ist. Jetzt schrecken bestimmt die Freigeister auf: Struktur! Huch! Das klingt nach Eingrenzung und Korsett. Das meine ich damit nicht. Ich meine die natürliche Struktur: Jede Gartenbesitzerin muss vor dem Säen den Boden umgraben und nach dem Säen gießen. Wer diese naturgegebene Struktur der Arbeitsprozesse missachtet, bleibt auf Brachland sitzen. Wer nur den ganzen unaufgeräumten Speicher sieht, bringt nie Ordnung ins Chaos. Aber wer eine vernünftige und verträgliche Struktur reinbringt und erst mal die kleinen Kisten aufräumt, behält den Überblick und kommt so allmählich zum Ziel.
Verfolgen Sie immer beides: Struktur und Flexibilität. Wählen Sie die für Sie beste Struktur! Jene, die Ihnen genug Freiraum gibt und gleichzeitig das Chaos der Welt ordnet.
Das kommt Ihnen bekannt und gleichzeitig fremd vor? Das ist es – beides. Sie haben sicher schon oft gelesen oder gehört, dass man Aufträge strukturieren, große Ziele in kleine herunterbrechen soll. Das wissen heutzutage schon 14-Jährige, das lernt man inzwischen sogar schon an der Schule, die damit lediglich 50 Jahre hinter der Ratgeberliteratur herhinkt. Aber um es in Anlehnung an die alten Lateiner zu formulieren: Nicht von der Schule, sondern vom Leben lernen wir – und die Schule. Deshalb kommt der Struktur-Tipp Ihnen bekannt vor. Gleichzeitig setzen Sie ihn, wenn Sie ehrlich sind, nicht wirklich umfassend ein. Eben weil das zweite Element fehlt. Flexibilität? Nein: Verhandlung.
Verhandle – mit dir!
»Zerlegen Sie große Aufgaben in kleine!« Wie gesagt: Das haben Sie schon oft gehört. Als ob damit etwas gewonnen wäre! Macht frau das tatsächlich mal, geht es ihr oft wie Goethes Faust: Sie ist hinterher so klug als wie zuvor. Im Coaching erlebe ich das immer wieder: »Jetzt habe ich die große Aufgabe in viele kleine zerlegt und bin immer noch so wenig motiviert wie zuvor!« Das ist eher die Regel als die Ausnahme. Warum? Weil vergessen wurde zu verhandeln: Welche Struktur ist Ihnen genehm? Welche passt (zu) Ihnen?
Welche Struktur passt zu Ihnen?
Wenn zehn Coachees eine Liste von zehn Teilaufgaben vor sich haben, dann sagt eine: »Ich fange bei den kleinsten an, um mich warmzulaufen!« Die andere sagt: »Ich beginne bei den schwersten – was weg ist, ist weg!« Eine dritte sagt: »Ich beginne mit dem, was ich jeweils in einer halben Stunde schaffen kann, weil ich selten mehr Zeit habe.« Und alle drei machen es dann tatsächlich auch. Warum? Weil sie nicht irgendeine x-beliebige Struktur genommen haben, die ihnen irgendein Buch vorschlägt, sondern weil sie so lange mit sich selbst verhandelt haben, bis sie eine Struktur gewonnen haben, die ihnen voll und ganz entspricht. Was ist das Ziel solcher Verhandlungen mit sich selbst?
Machen Sie nicht, was man eben machen muss. Geben Sie sich nicht den nötigen Auftrag. Folgen Sie keinen Rezepten. Verhandeln Sie vielmehr so lange mit sich selbst, bis das Rezept, die Struktur und der Auftrag zu Ihnen passen.
Den Perfect Fit finden
Das ist der große Unterschied zwischen Ratgeberbüchern und Selbstcoaching. Der Ratgeber sagt: »Gib deinem Auftrag eine Struktur!« Das Selbstcoaching dagegen ermittelt genau jene Struktur, die zu Ihnen passt. Das kann kein Buch. Das können nur Sie. Deshalb ist Selbstcoaching so wirkungsvoll, wenn Sie es mal beherrschen: Sie erreichen eine perfekte Passung zwischen den Anforderungen der Welt und Ihren eigenen Kompetenzen, Fähigkeiten und Interessen. Diese Passung, dieser Perfect Fit macht erfolgreich – und glücklich. Klar: Wenn es passt, ist frau glücklich.
Aus diesem Grund scheitern auch die meisten guten Vorsätze zu Neujahr: Sie sind sinnvoll, manchmal nötig, oft dringend. Aber sie sind nicht attraktiv. Sie entsprechen Ihnen nicht. Deshalb haben wir Kapitel 1 vor Kapitel 2 gelesen:
Bringen Sie Ihren Auftrag in Einklang mit Ihren Einstellungen!
Manchmal auch andersherum: Manchmal muss frau auch eine Einstellung ändern, um einen Auftrag zu erfüllen. Das ist ein schönes Wechselspiel. Mal ändert sich das eine, mal das andere. Ein guter Auftrag ist also einer, der ganz zu Ihnen und Ihren Einstellungen passt. Ein Auftrag, den Sie so lange mithilfe Ihrer inneren Verhandlung verändert, restrukturiert und reformuliert haben, bis Sie ihn attraktiv finden. Jede gute Köchin oder Modeschöpferin macht das so: Das Gericht oder das Kleid wird so lange verändert, bis es hundertprozentig passt. Besonders erfolgreiche Frauen machen das intuitiv. Sie passen die Aufgabenstruktur ihrer Motivstruktur an. Viele andere dagegen machen das gar nicht: Sie stülpen sich stattdessen eine Struktur über, die nicht passt. Die Struktur passt zur Aufgabe, aber nicht zu ihnen. Kein Wunder, dass sie die Aufgabe dann mit viel Überwindung, Frust und Missmut erfüllen – auf Deutsch: mit Disziplin.
Disziplin ist ein schwacher Ersatz für einen attraktiven Auftrag.
Für einen attraktiven Auftrag braucht frau keine Disziplin – er ist attraktiv genug.

Coach yourself
Denken Sie an einen Ihrer eingangs dieses Kapitels gelisteten Wünsche. Fragen Sie sich: »Was ist hier mein Auftrag? Und wie könnte ich diesen Auftrag für mich ein wenig attraktiver formulieren? Mit welchen meiner Interessen sollte ich verhandeln?«

Sie kommen bei dieser Übung nicht recht voran? Das ist prima. Dann sind Sie auf etwas Wertvolles gestoßen: Ihre inneren Einwände.
Die inneren Abers
Wir alle wissen nur zu gut, was wir tun müssten, um schlank, attraktiv, sympathisch und erfolgreich zu sein. Wir tun es nur so selten. Warum? Die häufigsten Antworten darauf sind: »Mangelnde Disziplin!«, »Keine Zeit!«, »Ich würde ja schon gern, aber man lässt mich ja nicht!«. Nehmen wir zum Beispiel Cecilia. Sie weiß, dass sie mit ihrem Vorgesetzten dringend über eine Personalaufstockung der Abteilung sprechen muss. Das hat sie sich als inneren Auftrag gegeben. Kein besonders attraktiver Auftrag: »Der Boss wird meine Bitte rundheraus abschmettern! Macht er doch immer!« Was raten Sie Cecilia?
»Nun reiß dich mal zusammen!«, ist ein häufiger Rat. Also: Disziplin! Das funktioniert wie der Besuch im Fitnessstudio: die ersten paar Wochen eben. Danach erlischt jede Disziplin. Cecilia ist schon fünf Jahre bei der Firma und hat alle Disziplin aufgebraucht: »Ich bin das blöde Spiel schon lange leid. Ich habe nicht mehr die Kraft dafür.« Wofür genau? Diese Frage bringt Cecilia weiter:
Ein Auftrag ist nicht attraktiv genug? Ergründen Sie Ihren inneren Einwand.
Disziplin ist kein Allheilmittel
Wir erleben uns oft unentschlossen und mit zu wenig »Biss«. Dann geben wir uns »einen Ruck« oder mahnen uns zur Disziplin. Das kostet mit den Jahren unendlich viel Kraft. Bei der Kindererziehung hält man das nicht bis zur Volljährigkeit durch. Die meisten Frauen geben schon auf, bevor das Kleine in der Schule ist. Und machen sich Vorwürfe. Dabei hat nicht mal die stärkste Amazone so viel Kraft! Anstatt wie ein hirnloser Muskelprotz auf reine Kraft zu setzen, sollten wir lieber nachschauen, was uns denn so viel Kraft kostet. Kleiner Tipp: Es ist nicht die Aufgabe.
Es ist das oft jahrelange Anrennen gegen die inneren Einwände. Was ist Cecilias innerer Einwand? Der ist eigentlich offensichtlich. Wenn Sie nicht darauf kommen, ist das aber ganz normal: Wir sind erschreckend untrainiert darin, eigene oder fremde, nicht explizit ausgesprochene Einwände zu erkennen, wenn man sie uns nicht gerade auf dem Silbertablett präsentiert. Auch Cecilia muss ihre Abneigung gegen das Gespräch mit dem Vorgesetzten erst einmal ergründen:
Ergründen Sie unattraktive Aufträge. Fragen Sie sich: »Was stinkt mir daran?«
Bei dieser Selbsterforschung kommt immer eine Menge hoch. Bei Cecilia: »Das ist doch immer dasselbe mit dem Chef! Der sieht das nie ein! Den interessiert doch gar nicht, wie hart wir arbeiten.« Doch Cecilia spürt förmlich, dass das nur oberflächliche Einwände sind. Tief in ihrem Innern steckt der eigentliche Einwand. Letzte Chance: Kommen Sie drauf?
Nehmen Sie Einwände ernst! Auch und gerade Ihre eigenen!
Natürlich: Es ist die Angst vor Ablehnung. Nur zu verständlich. Und menschlich. Cecilia hat einfach keine Lust, ein Gespräch zu suchen, dessen frühes Ende sie schon vor dessen Beginn förmlich riechen kann: grobe, persönlich verletzende Ablehnung. Das ist ihr Einwand gegen das Gespräch. Und solange sie diesen Einwand nicht ernst nimmt, bleibt der Auftrag für sie unattraktiv und die Aufgabe unerledigt.
Damit ist klar, warum Disziplin im herkömmlichen Sinne so ungeheuer ermüdet: Sie setzt sich über einen inneren Einwand hinweg. Es gibt einen Unterschied zwischen Disziplin und Beharrlichkeit. Disziplin ignoriert einen inneren Einwand, Beharrlichkeit überwindet ihn. Wie überwindet man innere Einwände? Indem man sie ernst nimmt. Cecilia sagt sich: »Natürlich habe ich Angst vor einer Abfuhr! Wer hätte die nicht?« Und sofort nimmt die Angst deutlich ab: Jedes belastende Gefühl nimmt ab, sobald Sie es aufrichtig würdigen. Zugegeben: Für Frauen ist diese ehrliche Würdigung meist schwierig (für Männer ist sie scheinbar unmöglich). Man muss schon eine gestandene Frau sein, um sich selbst sagen zu können: »Ja, ich habe Angst vor verletzender Ablehnung!« So ein befreiendes Geständnis würde ich keiner 20-Jährigen zumuten wollen. Aber wer sich mit 30, 40 oder 50 nicht zu seinen ureigensten Einwänden bekennen kann, sollte sich das dringend aneignen – sonst helfen wirklich nur noch zwei Schönheits-OPs im Jahr, um der wachsenden inneren Verzweiflung zu entkommen. Diese Aneignung ist nicht wirklich schwierig.
Fragen Sie sich: Wie kann ich meinem Einwand gerecht werden?
Cecilia zum Beispiel nimmt sich vor, zum Chef zu sagen: »Ich will ja keine Gehaltserhöhung! Ich möchte lediglich eine zusätzliche Stelle für die Abteilung. Und wenn Sie mir das gleich um die Ohren hauen, als ob ich mich persönlich bereichern wollte, nehme ich mir auch die Freiheit, persönlich sauer auf Sie zu sein!« Der Chef ist zwar ein Mann, aber auch er merkt: Hoppla, meine übliche Art, Bitten abzulehnen, kommt in diesem Fall nicht so gut an. Also befleißigt er sich einer bedachteren Wortwahl als sonst üblich.
Gehen Sie achtsam und fürsorglich mit Ihren Einwänden um. Gehen Sie nicht wie eine Dampfwalze darüber!
Ach übrigens: Erinnern Sie sich an die drei Wünsche, die Sie eingangs des Kapitels aufgelistet haben?

Coach yourself
Wie lautet Ihr Auftrag zu einem der drei Wünsche? Welche inneren Einwände erheben sich dagegen? Spüren Sie ihnen nach. Das fällt nur am Anfang etwas schwer. Wir hören so selten auf uns, dass uns das Gespür für uns selbst mitunter abhanden kommt. Aber das bessert sich schnell mit etwas Übung. Artikulieren Sie Ihre Einwände. Würdigen Sie sie: Sie sind alle berechtigt. Also auf keinen Fall entwürdigen: »Nun stell dich nicht so an!« Dann fragen Sie sich: »Wie kann ich diesen Einwänden gerecht werden?« Reformulieren Sie Ihren inneren Auftrag entsprechend.

Ein passender Auftrag motiviert
Machen Sie das so lange, bis der Auftrag »passt«. Bis er Ihnen ein gutes Gefühl gibt. Das Gefühl nennt man auch Motivation. Und genau diese bringt ein guter Auftrag mit sich. Plötzlich müssen Sie die Aufgabe nicht mehr machen. Sie wollen es. Weil Sie merken: »Hey, das macht sogar Spaß!« So geht es auch Cecilia. Ihr Auftrag lautet nicht mehr: »Ich muss dem Chef eine zusätzliche Personalstelle aus dem Kreuz leiern!« Nach Berücksichtigung ihrer Einwände wurde aus dem Auftrag: »Wenn ich es schaffe, dass er nicht wie sonst brüsk ablehnt, sondern die Notwendigkeit einer zusätzlichen Stelle ernst nimmt, sind wir schon einen Schritt weiter!« Mit diesem Auftrag geht sie ins Gespräch – und mit einem guten Gefühl.
Darmowy fragment się skończył.