Czytaj książkę: «Mut zu dir»

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© 2021 Claudia Homberg

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Bibliografische Information der Deutschen National bibliothek

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Für Fragen und Anregungen: info@remote-verlag.de

ISBN Print: 978-1-955655-20-0

ISBN E-Book: 978-1-955655-21-7

Originalausgabe

Erste Auflage 2021

© 2021 by Remote Verlag, ein Imprint der Remote Life LLC, Oakland Park, US

Projektleitung: Nico Hullmanna

Manuskriptbearbeitung: Annika Hülshoff

Umschlaggestaltung: Wolkenart–Marie-Katharina Becker, www.wolkenart.com Abbildungen im Innenteil: © Claudia Homberg Satz und Layout: Melvyn Paulino

Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages.

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Inhalt

Einleitung: Hinfallen, Krone liegen lassen, Haare zerzausen und das Leben rocken

Kapitel 1 Vom Fallen und Aufstehen

1.1. Flamenco–das war mein Leben!

1.2. Vom Fallen

1.3. Vom Aufstehen

Kapitel 2 Aus der Krise in die innere Stärke

2.1. Krise, Trauma oder Depression? Die Unterschiede

2.2 Innere Stärke: Die Fähigkeit, wieder aufzustehen

Kapitel 3 Die sieben Schritte in deine innere Stärke

3.1. Schritt 1–Vertrag mit dir selbst

3.1.1. Klarheit finden

3.1.2. Das Rad des Lebens

3.2. Schritt 2–Deine Vision

3.2.1. Erlaube dir, groß zu denken!

3.2.2. Für jeden Lebensbereich eine Vision

3.2.3. Füttere Dein Unterbewusstsein: Dein Visionboard

3.2.4. Schreibe dein eigenes Drehbuch

3.3. Schritt 3–Dein Ziel

3.3.1. Warum ein Ziel Dich nach vorne bringt

3.3.2. Die SMART-Formel–Lass es rocken!

3.4. Schritt 4–Dein Masterplan

3.4.1. Jetzt geht es an die Umsetzung

3.4.2. Deine Gewohnheiten bestimmen deine Zukunft

3.4.3. Erschaffe deine Erfolgsroutine

3.4.4. Der Weg zum Ziel–Rendezvous mit dem Gipfel

3.5. Schritt 5–Du schaffst das! Deine Ressourcen

3.5.1. Erinnere dich! Deine Stärken und Fähigkeiten

3.5.2. Deine Werte

3.5.3. Dein starkes Warum

3.5.4. Liebesbrief an dich selbst

3.5.5. Folge der Freude

3.6. Schritt 6–Dein Morgenritual

3.6.1. Die ersten zehn Minuten gehören dir

3.6.2. Den Schweinehund überwinden

3.6.3. Komm in Bewegung!

3.6.4. Deine starke Intention

3.7. Schritt 7–Widerstände überwinden

3.7.1. Loslassen, was dich beschwert

3.7.2. Opferitis

3.7.3. Aufschieberitis

3.7.4. Triff deine starke Wahl

Kapitel 4 Extras für dich

4.1. Materialien zum Download

4.2. Mit mir arbeiten

Über die Autorin

Danksagung

Haftungsausschluss:

Die Verwendung der Informationen in diesem Buch und die Umsetzung derselben erfolgt ausdrücklich auf eigenes Risiko. Verlag und Autor können für etwaige Unfälle und Schäden jeder Art, die sich bei der Verwendung der Informationen ergeben (z. B. aufgrund fehlender Sicherheitshinweise), aus keinerlei Rechtsgrund die Haftung übernehmen. Haftungsansprüche gegen Verlag und Autor für Schäden jeglicher Art, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und/oder unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind ausgeschlossen. Folglich sind auch Rechts- und Schadenersatzansprüche ausgeschlossen. Der Inhalt dieses Werkes wurde mit größter Sorgfalt erstellt und überprüft. Verlag und Autor übernehmen keine Haftung für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte des Buches, ebenso nicht für Druckfehler. Es kann keine juristische Verantwortung sowie Haftung in irgendeiner Form für fehlerhafte Angaben und daraus entstandenen Folgen vom Verlag bzw. Autor übernommen werden.

Der Inhalt darf nicht mit medizinischer oder psychologischer Hilfe verwechselt werden. Bei Vorliegen von schweren Krankheiten sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

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Einleitung: Hinfallen, Krone liegen lassen, Haare zerzausen und das Leben rocken

„Mitten im Winter habe ich erfahren, dass es einen unbesiegbaren Sommer in mir gibt.“

—Albert Camus

Dieses Buch ist für dich, wenn du gerade in ein schwarzes Loch gefallen bist. Wenn du dich schwach, klein und wertlos fühlst und nicht mehr weiterweißt.

Wenn dir eine Krise, ein Schicksalsschlag oder eine Krankheit den Boden unter den Füßen weggezogen hat. In solchen Phasen stellst du von einer Minute auf die andere dein ganzes Leben infrage. Kein Stein steht mehr auf dem anderen und vermutlich fehlen dir Zuversicht und Kraft für neue Wege. Jeder Schritt ist bleischwer und die Sicht auf deine Welt ist verdunkelt.

Hinfallen, Krone richten, weitergehen? NEIN!

Wie wäre es, wenn in jeder Krise etwas Gutes für dich verborgen wäre? Auch wenn du es im Moment nicht erkennst, birgt jede Krise, jede Krankheit und jeder Schicksalsschlag die Chance, dich weiterzuentwickeln und deine eigene innere Stärke zu entdecken.

Also nicht einfach nur „Krone richten und weitergehen“, sondern die Gelegenheit dieser Krise für dich nutzen. Wie wäre es, du würdest die Chance beim Schopf ergreifen, aus der Routine ausbrechen, die Krone liegen lassen, die Haare zerzausen und das Leben auf deine Weise ab jetzt wild rocken?

Klingt das gut für dich? Dann lade ich dich heute zu einem Perspektiven-Wechsel ein. Stell dir vor, das Leben würde dir–wie in einem Parcours–nur die Hürden vor die Füße legen, an denen du wachsen wirst. Also stellt sich vor allem folgende Frage für dich: Wie kannst du an dieser Hürde wachsen? Vielleicht bemerkst du sofort den Unterschied in dieser Haltung. Für gewöhnlich jammern wir nämlich erstmal, dass sich uns überhaupt eine Hürde in den Weg legt. Diese Haltung macht dich zum Opfer. Es bringt dich aber sofort viel weiter, wenn du die Hürde annimmst und dich auf möglichst spielerische Weise dem Problem annäherst.

Dieses Buch zeigt dir, wie du die Krise als Chance für deine persönliche Weiterentwicklung nutzen kannst. Damit du das Leben führst, von dem du bisher nicht mal zu träumen gewagt hast.

Ich weiß genau, wovon ich schreibe, denn ich habe selbst eine tiefe Krise erlebt. Davon handelt dieses Buch. Damals habe ich mir einen Leitfaden wie diesen gewünscht. Meine Geschichte wird dich hoffentlich inspirieren, wie du gute und gesunde Veränderungen in dein Leben bringst und aus der Krise deine innere Stärke findest.

Vor ein paar Jahren hätte ich nie geahnt, mit welcher Leichtigkeit und Freude sich das Leben heute für mich zeigt. Und hätte ich die Inspirationen in diesem Buch schon am Anfang gekannt, dann hätte mir das viele Tränen, viel Kraft und viele dunkle Stunden erspart.

Als LifeBalance-Coach möchte ich meinen Klienten mit meiner Geschichte Mut machen. Positive Veränderungen aus eigener Kraft sind möglich.

Wenn du die Prinzipien aus diesem Buch eine Zeit lang ausprobierst und sie wirklich verinnerlichst, wirst du genau diese positiven Veränderungen erleben.

Du findest in diesem Buch eine Fülle von Impulsen aus Psychologie, Yoga und Coaching. Fallbeispiele aus meiner langjährigen Praxis als Life & Business Coach ergänzen das Thema. Dazu gibt es Übungen, die mir und später auch meinen Klienten geholfen haben, das Leben entspannt UND erfolgreich zu gestalten. Das nötige Material steht als Download zur Verfügung.

In Kapitel 3 erläutere ich dir sieben Schritte, die dich aus dem „schwarzen Loch“ zurück in ein erfülltes, glückliches Leben voller Leichtigkeit führen. Der Schwerpunkt liegt dabei darauf, eine neue Vision zu finden und deinen Weg zuversichtlich und aus eigener Kraft zu gehen. Ich bitte dich, spielerisch und mit offenem Herzen für Inspirationen und neue Impulse zu lesen.

Lies.

Verinnerliche.

Probiere aus.

Du wirst deine eigenen Ressourcen erkennen, in die Selbstwirksamkeit kommen und einen machbaren Schritt-für-Schritt-Plan für dich selbst entwickeln können. Anschließend darfst du über die Ergebnisse und positiven Veränderungen in deinem Leben staunen.

Entfalte dich nach der Krise wie ein Schmetterling, der aus seinem Kokon schlüpft.

Doch bevor es richtig losgeht, möchte ich dir noch einen meiner Lieblingssätze mit an die Hand geben:

Glaube mir kein Wort–probiere es einfach aus!

Kapitel 1
Vom Fallen und Aufstehen
1.1. Flamenco–das war mein Leben!

Anmut, Kraft und Würde–Flamenco ist nicht nur ein Tanz, sondern ein Lebensgefühl.

Hast du jemals Flamenco gesehen? Eine Tänzerin, die stolz und stark das emotionale Lied einer Sängerin oder eines Sängers interpretiert?

Die anmutige Würde ihrer Bewegungen, die Kraft des wilden Stakkatos ihrer Füße, der Rhythmus, die Leidenschaft … Flamenco ist mehr als nur ein Tanz. Eine ganz besondere Lebenshaltung steckt dahinter, die sich in kraftvoller Leidenschaft äußert. Die Feier des Augenblicks, Spontanität, Freiheit und überschäumende Emotionalität sind untrennbar mit Flamenco verbunden.

Der magische Moment, wenn auf der dunklen Bühne der erste Ton der Gitarre erklingt und die raschelnden Kleider der Flamenco-Tänzerin im Lichtkegel erscheinen. Eine Geste ihrer Hand–und das Publikum verstummt. Dann erzählt sie ihre Geschichte mit ihrem Körper, setzt das Lied des Sängers in Tanz um.

Als ich dies zum ersten Mal sah, verschlug es mir den Atem.

Seit meiner ersten Berührung mit Flamenco in meinen frühen Zwanzigern bin ich dieser Kunstform verfallen. Hoffnungslos. Ich habe jahrelang bei großartigen Flamenco-Tänzerinnen und -Tänzern studiert, habe später selbst Hunderte von Frauen unterrichtet, habe auf der Bühne gestanden, Flamenco-Tanztheater inszeniert, meine eigenen Kostüme entworfen. Ich hatte eine eigene Flamenco-Compagnie und habe an renommierten Bühnen gearbeitet und sogar für andere Regisseure choreographiert. Kurzum: Ich habe meine Leidenschaft gelebt.

In dieser Zeit sind mehrere Flamenco-Tanztheater-Stücke entstanden (zum Beispiel „Gesucht. Carmen“, „Der Garten meiner Träume“ oder „Querido Pepe…“). Leidenschaftliche Bühnen-Stücke, erzählt mit der Sprache des Flamenco. Wunderbare Kollegen und Mitstreiter haben mich dabei unterstützt, diese Werke aus Tanz, Musik, Sprache und Schauspiel auf die Bühne zu bringen. Diese Zeit in meinem Leben war so intensiv. Es schien, als hätte ich unendlich viel Power. Pausen habe ich nie gemacht. Ich habe gelebt wie eine Kerze, die an beiden Seiten brennt.

Für mein geregeltes Einkommen hat meine Arbeit als Journalistin gesorgt, ich war Kulturredakteurin einer Tageszeitung, zehn Jahre davon als Führungskraft. Auch das war meine Leidenschaft, denn ich liebe Kunst und Kultur in jeder Form. Mein Job hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe wirklich gebrannt für das, was ich tue. Ich habe immer geglaubt, wenn ich etwas mit Leidenschaft tue, dann bin ich geschützt davor, mich krank zu arbeiten, so wie viele Kollegen damals in meinem Umfeld. Ich sah viele meiner Journalisten-Kollegen, die sich regelrecht kaputt gearbeitet haben. Tatsächlich sind drei Redakteure aus meinem beruflichen Umfeld gestorben, weil sie einfach zu viel gearbeitet haben. Ich jedoch habe mich sicher gefühlt an diesem Punkt, weil ich immer geliebt habe, was ich tat.

Als 1999 meine wunderbare Tochter zur Welt kam, wollte ich meine Welt und vor allem meine Berufswelt neu sortieren. Ich arbeitete von da an als freie Journalistin und hauptsächlich als Flamenco-Lehrerin, Choreographin und Regisseurin.

Flamenco, dafür habe ich gelebt und gebrannt, ich habe auf der Bühne gestanden und ich habe es geliebt!! Die Musik, der Rhythmus, die Kraft und die Eleganz, all das hat mich in den Bann gezogen.

1.2. Vom Fallen

Und dann kam die Sekunde, die mein Leben verändert hat.

Ich sitze auf einem Pferd.

Das Pferd scheut.

Ich stürze.

Ich finde mich im Staub der Reithalle wieder. Etwas Warmes läuft meine Schläfe herunter. Meine Tochter schreit und rennt auf mich zu. Ich will aufstehen, mir den Dreck von den Klamotten klopfen und das Pferd für heute absatteln.

Aber ich kann nicht aufstehen, mich kaum bewegen. Ich habe stechende Schmerzen im Rücken. Ich realisiere, dass es vielleicht besser ist, nicht aufzustehen. Als wenige Minuten später die Rettungssanitäter kommen, die mich beherzt wieder auf die Beine stellen wollen, werde ich ziemlich bestimmt und bestehe auf den Notarzt. Was für ein Glück!!

Der Notarzt lässt mir Zeit, mich behutsam und Stück für Stück selbst auf die Trage zu rollen, dann geht es ins Krankenhaus. Jede Unebenheit auf dem Weg dorthin fährt mir in den Rücken wie ein Messer. Die Luftmatratze, auf der ich gebettet bin, hat ein Loch, durch das pfeifend die Luft entweicht. Ich sehe das ängstliche Gesicht meiner Tochter und versuche, sie zu beruhigen.

Endlich kommen wir im Krankenhaus an und ich werde sofort geröntgt.

Diagnose: Doppelter Wirbelbruch.

„Ich werde die Premiere meines nächsten Tanztheater-Stückes nicht tanzen können“, denke ich. Das ist in diesem Moment tatsächlich meine einzige Sorge.

Ich muss sofort operiert werden. Zwei Wirbel sind zertrümmert und ein Knochensplitter ist Bruchteile von Millimetern von meinem Spinalkanal entfernt. Es droht eine Querschnittslähmung. Ich unterschreibe die Papiere mechanisch, sehe in das Gesicht meiner Tochter und meines Mannes und realisiere, dass die nächsten Stunden über mein Leben bestimmen werden. Und es gibt nichts, was ich tun kann. Außer beten.

Als ich erwache, steht eine Armada von weißbekleideten Menschen um mein Bett. Ich bin benommen und sehe nicht richtig, weil meine Kontaktlinsen weg sind. Da stehen diese fremden Männer um mein Bett herum und reden über mich, als sei ich nicht anwesend, verrückt geworden oder schon tot.

„Das ist der Reitunfall“, sagen sie.

Ich fühle mich entwürdigt, ausgeliefert, hilflos. Ein dicker Kloß ist in meinem Hals und die Tränen laufen über mein Gesicht. Sagen kann ich nichts, ich bin fassungslos, wie vom Donner gerührt. Dann gehen die Männer wieder.

Dieser Moment war der schlimmste in meinem Leben. Noch heute schnürt es mir die Kehle zusammen, wenn ich daran denke. Ausgeliefert. Machtlos. Gefangen in einem kaputten Körper. Die Ärzte haben in diesem Moment zwar einfach nur ihren Job gemacht. Aber ich fühlte mich so hilflos, meiner eigenen Identität beraubt. Ich konnte nichts tun außer atmen.

Der nächste Eckpfeiler in meiner Erinnerung ist neun Tage nach dem Unfall. Mein Geburtstag im Krankenhaus. Ich habe–gefühlt–eine lange Eisenstange im Rücken (es ist ein Fixateur intern, 25 cm lang). Statt der Premiere im Theater kommen mein guter Freund und Gitarrist Gerald ins Krankenhaus und Lisa, die Sängerin. Meine Familie ist da und es gibt ein Konzert im Krankenhaus. Die Türen stehen überall offen und Personal und Patienten freuen sich. Ich klatsche den Rhythmus mit und bin sicher, bald wieder auf der Bühne stehen zu können.

In dieser Krankenhaus-Zeit fällt es mir so unendlich schwer, zu akzeptieren, nichts tun zu können. Ich hatte mich immer über meine Arbeit definiert. Meine unermüdliche Schöpferkraft. Jetzt bin ich auf mein Sein zurückgeworfen, etwas, dass ich nie gelernt habe. Nichts tun. Nur sein. Atmen. Fühlen. Sein. Ich habe zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung von Spiritualität und bin absolut überfordert mit der Situation. Psychologische Unterstützung lehne ich ab. „Ich doch nicht. Das kann ich selber.“ Ja, genau das denke ich.

Ich darf ein halbes Jahr nicht sitzen. Nur liegen, stehen und an Krücken laufen. Ich gehe meinen Weg durch Reha, Physiotherapie und Schmerzmittel. Ich will mein altes Leben zurück. Dafür bin ich bereit, alles zu geben. Ich arbeite an mir, ich kämpfe, ich bin unermüdlich, diszipliniert und optimistisch. Ich beginne auch wieder zu tanzen, ich bringe sogar mein letztes Tanztheater-Stück noch auf die Bühne. Nach außen mache ich gute Fortschritte, mein Körper heilt. Innen sieht es schwarz aus. Ganz finsterdunkelkohlrabenschwarz. Meine Seele ist verwundet. Ich überstehe den Tag nur noch mit Schmerzmitteln. Alles tut mir weh. Ich kann nichts heben, nicht länger als 30 Minuten stehen, nicht länger sitzen, nicht weit laufen. Nicht Auto fahren.

Es sind so viele liebe Menschen um mich, die mich unterstützen, mir Kraft geben möchten, mir Mut machen wollen. Einmal holen sie mich im Auto mit Liegesitzen zu einer Flamenco-Feier ab.

Niemand erfährt, wie es in mir aussieht. Ich weine nur, wenn ich ganz alleine bin. Manchmal stundenlang. Ich kann nicht mehr für meine Tochter da sein, meine Kraft reicht nur für den nächsten Atemzug, den nächsten Schritt. Ich funktioniere.

Als ich wieder Auto fahren darf, muss ich häufig weinend rechts ranfahren. Ich kann nicht mehr. Als mein Hausarzt mich bei einer Routine-Untersuchung fragt, wie es mir geht, breche ich zusammen. Er empfiehlt mir eine Traumatherapie.

Zu dieser Zeit wandern zwei meiner besten Freunde ins Ausland aus und mein Job bei der Zeitung wird eingespart.

Mein Bewegungsradius beschränkt sich fast nur noch auf Haus und Garten. Der empfohlene Traumatherapeut hat jedoch erst einen Termin in sechs Monaten für mich.

Ich weiß, dass ich so lange nicht warten kann. Immer öfter denke ich tatsächlich über Selbstmord nach. Zu schwer erscheint mir die neue Bürde. Ich empfinde mich als Last für meine Familie. Mein Umfeld glauben zu lassen, ich sei okay und mir geht es gut, kostet mich unendlich viel Kraft.

Und dann …

Ich erinnere mich sehr gut an diesen Tag. Ich stehe an Krücken im Garten. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern. Mein Hund spielt mit seinem Ball. Da weiß ich es plötzlich.

Drei Jahre nach meinem Unfall, nach Reha, Physiotherapie, Schmerzmitteln – ist mir an dem Nachmittag plötzlich glasklar: Ich bekomme mein altes Leben nicht zurück. Ich werde nie wieder tanzen können. Punkt. Ich brauche nicht mehr zu kämpfen. Vielmehr muss ich genau dies annehmen: Ich bekomme mein altes Leben nicht zurück. Nie mehr tanzen. Und jetzt? Was bedeutet diese Erkenntnis nun für mich?

Wie ferngesteuert gehe ich ins Haus und nehme den ersten großen blauen Müllsack. Ich stopfe alles hinein: die rauschenden Flamenco-Kleider, die Schuhe, Fächer, CDs, alte Programmhefte–einfach alles.

1.3. Vom Aufstehen

„Ich habe keine Ahnung wie, aber ich werde wieder aufstehen.“

Dieser Gedanke gibt mir Kraft.

Die Erkenntnis, dass ich mein altes Leben nicht zurückbekommen werde, ist so bitter. Aber sie ist die Grundlage für meine seelische und körperliche Genesung.

Noch immer habe ich Rückenschmerzen. Ich bin zu 40 Prozent invalide. Aber ich entscheide mich dafür, die Situation anzunehmen, mit ihr und meinem Rücken Frieden zu schließen.

Ich denke: „Wenn die Ratschläge der Ärzte nicht funktionieren, dann muss ich vielleicht etwas anders machen.“

Alles anders. Zuerst beginne ich aber mit kleinen Veränderungen. Jede kleinste Gewohnheit von mir kommt auf den Prüfstand und wird von mir neu ausgerichtet.

Mein Leben–ein 1.000-Teile-Puzzle

Manchmal, erzählt mir ein Freund in dieser Zeit, fühlt sich das Leben an wie ein 1.000-Teile-Puzzle. Du sitzt davor und suchst wie verrückt das nächste passende Teil und findest es einfach nicht. Dafür hast du einen Haufen bunter Papp-Stückchen vor dir, die sich scheinbar nicht ins Bild fügen wollen.

Anstatt die Flinte ins Korn zu werfen, fängst du einfach an irgendeiner Stelle an und setzt einzelne Teilchen zusammen. Vielleicht sind sie blau und du weißt nicht mal, ob es nun Himmel oder Meer wird. Doch sie passen und so puzzelst du hier und da. Die Teilchen werden zu größeren Flecken. Doch wie wird das fertige Puzzle aussehen? Damals hatte ich keine Ahnung, wohin mich meine Reise führen würde. Heute weiß ich:

Du brauchst eine Vision vom „Großen Ganzen“.

Denn so unübersichtlich die vielen Einzelteile auch sein mögen, so vage die Idee vom „Endprodukt” – irgendwann wirst du verstehen, wie sich einzelne kleine Stückchen zu einem großen Ganzen zusammensetzen.

Vielleicht hast du schon eine vage Idee, wie das „Bild” am Ende aussehen soll. Doch nicht immer findest du sofort das fehlende und passende Teil. Stattdessen nimmst du viele klitzekleine Puzzleteilchen in die Hand und drehst und wendest sie. Einige Teile legt der Zufall, andere musst du selbst finden. Mal puzzelst du am Rand, dann in der Mitte.

Hab Vertrauen und auch Mut und Zuversicht, dass dir das Leben schon die richtigen Teile zuspielt. Dass das Bild am Ende fertig sein wird. Perfekt, einzigartig und wunderschön. So wie du.

So ging es mir. Alle Puzzle-Teilchen meines Lebens nehme ich einzeln in die Hand und lege sie an anderer Stelle wieder ab. Das Bild verändert sich. Jedoch: Noch habe ich keine Vision vom großen Ganzen. Es gibt wenige schmerzfreie Stunden am Tag. Aber auf die konzentriere ich mich.

Ich erinnere mich an ein Zitat meiner besten Freundin. Sie gab mir einen Tipp für die Geburt meiner Tochter: „Denk dran, nach jeder Wehe kommt eine Pause.“ Das hat mich super durch die Geburt geleitet.

Und so gehe ich auch jetzt vor: Mein Ziel ist es, die Zeiten der Schmerzfreiheit von Minuten auf Stunden auszudehnen.

Zunächst weiß ich, was für meinen Rücken nicht funktioniert: Heben über fünf Kilo (übrigens bis heute nicht), länger als 30 Minuten stehen oder sitzen (ich darf erst nach Monaten wieder sitzen) und Flamenco tanzen. Vermutlich sind es die Erschütterungen, das Stampfen der Füße, das für meinen Rücken nicht funktioniert. Ich beginne, meinem Rücken zu vertrauen und mich von ihm leiten zu lassen.

Der schwerste Tag war, als ich den Flamenco aus meinem Leben verabschiedet habe.

Ich packe alle meine Kostüme, meine CDs, die Flamenco-Schuhe und Fächer, die Tücher und Kastagnetten in drei große blaue Müllsäcke. Es fühlt sich echt schlimm an. Kannst du dir das vorstellen? Dein Lebenstraum weggeworfen in drei blauen Müllsäcken? Okay, ich werfe die Sachen nicht weg, sondern verschenke sie. Ich glaube, einige meiner Kleider stehen noch heute auf der Bühne …

Massagen und Bewegung

Ich verordne mir selbst Massagen. In der tiefen Entspannung geht es mir gut. Warmes Öl auf meiner Haut, leise Musik und kraftvoll knetende Hände–ich glaube, es gibt keine Krankheit, kein Unwohlsein in mir, das sich nicht wegmassieren ließe. In einer Massage gerate ich in einen Zustand tiefster Trance. Gleichzeitig komme ich ganz präsent in meinem Körper an und spüre mich. Solche Momente versöhnen mich mit meinem schmerzenden Rücken.

Ich möchte wieder Bewegung in mein Leben bringen, denn diese Stagnation ist für mich das Schlimmste. Ich versuche es mit joggen. Ganz behutsam. Nicht länger als zwei Minuten am Stück. Der Rücken bleibt neutral, aber es tut mir seelisch wahnsinnig gut. Und ich liebe es, meinen Hund so glücklich vor mir her rennen zu sehen. Canela, unsere Vizsla-Hündin, ist meine treueste Begleiterin in dieser Zeit.

Ich beginne, bewusst auf Kaffee, Alkohol und Zucker zu verzichten und nehme acht Kilo ab. Ich fühle mich immer besser in meinem Körper.

Yoga für die Seele

Und ich traue mich in einen Yogakurs. Ich erinnere mich gut an meine erste Stunde. Die Frage des Yogalehrers nach körperlichen Einschränkungen beantworte ich nicht. Niemand soll wissen, wie es mir geht. Ich möchte wie ein ganz normaler Mensch in der Yogastunde sein und meine Übungen machen, ohne für die anderen Teilnehmer als „der Reitunfall“ abgestempelt zu werden. Als ich die Stunde beginne, kann ich nicht mal schmerzfrei auf dem Bauch oder auf dem Rücken liegen. Aber auf einer tiefen Ebene meines Seins tut mir diese erste Yogastunde so unglaublich gut und in der Endentspannung, mit verschiedenen Kissen unter meinem Körper, schmerzt der Rücken nicht mehr.

Der Weg entfaltet sich vor mir

Der entscheidende Unterschied im Gegensatz zu all meinen Bemühungen vorher, meinem Ringen um Genesung, ist, dass ich plötzlich Vertrauen habe. Vertrauen, Mut und Zuversicht, dass mir das Leben schon die richtigen Teile zuspielt. Dass das Puzzle am Ende ein fertiges Bild sein wird.

Vorher hatte ich geglaubt, ich müsste mich nur stark genug anstrengen, dann wird alles wieder gut. Aber je mehr ich mich anstrengte, umso schlechter ging es mir. Jetzt spüre ich, dass in mir eine Zuversicht wächst. Und diese Zuversicht entspannt mich.

Und so fügt sich ein Puzzleteilchen zum nächsten.

Eine Freundin, inzwischen nach Spanien zurückgegangen, begibt sich auf den Jakobsweg. Ich bin Feuer und Flamme und würde am liebsten mit ihr gehen. Doch mein Gesundheitszustand gibt diese Anstrengung einfach nicht her. Einen Rucksack zu tragen–undenkbar für mich.

Ich „erfinde“ meinen eigenen Pilgerweg: Ich nehme mir einen Tag frei für eine Wanderung. Ich schnappe mir den Hund, gehe morgens aus dem Haus ohne Ziel und ohne Plan. Ich habe nur mein Handy dabei, einen klein gefalteten Zehneuroschein und eine Wasserflasche. An jeder Ecke entscheide ich neu, welche Abzweigung ich gehe. Es gibt nichts zu „schaffen“ für mich, keinen Plan, kein Etappenziel. Ich genieße den Weg, entdecke tausend kleine Wunder am Wegesrand: Blumen, die ich noch nie vorher sah, Lichtungen, Rehe. Wenn ich pausieren möchte, halte ich an. Wenn ich nicht weiterweiß, warte ich, bis ich mir sicher bin, welche Richtung ich einschlagen werde. Mittags komme ich an einen See und da ich dort ganz allein bin, springe ich einfach ins Wasser und schwimme. Nackt. Nicht mal ein Handtuch habe ich dabei. In ruhigen Bahnen ziehe ich durch das dunkle Wasser, mein Hund schwimmt neben mir her. Perfekte Harmonie. Ich genieße diese Stille, das „allein mit mir sein“, das „nichts müssen“ so sehr und erkenne, dass genau diese Art des Voranschreitens der richtige Weg für mein künftiges Leben ist.

Mit Vertrauen und Ruhe, aus mir selbst heraus, geführt von meiner inneren Weisheit, möchte ich künftig meinen Weg bestreiten.

Als ich am Abend staubig und verschwitzt, aber glücklich und zufrieden nach Hause komme, habe ich so viel erkannt und gelernt, dass mir vor Glück und Dankbarkeit ganz schwindelig ist.

So breitet sich in den darauffolgenden Jahren der Weg sehr natürlich vor mir aus. Wie auf meiner Wanderung nehme ich mir vor jeder Abzweigung meines Lebens Zeit, darüber zu entscheiden, welcher Weg jetzt für mich richtig ist. Wenn ich nicht ganz klar meine innere Stimme „höre“, warte ich noch. Geduldig und zuversichtlich, dass mich meine innere Weisheit führen wird.

Yogalehrerin

Und so beginne ich meine Ausbildung zur Yogalehrerin. Zu unterrichten hat mich schon immer erfüllt und in der Yoga-Philosophie finde ich so viele Antworten auf meine Fragen. Diese Ausbildung ist ein wichtiger Schritt auf meinem neuen Weg zu mir. Zu meiner Unabhängigkeit. Zu meinem neuen Selbstvertrauen. Zu einem neuen Leben.

Sehr schnell gebe ich rund zwölf Yogastunden pro Woche und ich spüre, je mehr Yoga ich praktiziere, umso besser geht es meinem Körper.

Aber ich möchte weiter gehen. Ich möchte mein Wissen genau dorthin tragen, wo es aus meiner Sicht am nötigsten ist: mitten hinein in die Arbeitswelt. Damit nie wieder Menschen wortwörtlich vom Stuhl fallen, weil sie sich kaputt gearbeitet haben.

All you need is OM.

Es folgen weitere Ausbildungen: Business Yoga, Yogatherapie, Meditation und schließlich die Ausbildung zum LifeBalance-Coach in München. Ich erinnere mich noch gut an die Fahrten dorthin mit meinem kleinen Fiat 500. Ich fühle mich so frei und so „auf dem richtigen Weg“ wie noch nie zuvor in meinem Leben.

Meine Vision zu dieser Zeit: Ich möchte im 30. Stock eines Wolkenkratzers stehen und einen Workshop für „Busy Professionals“ geben. Ich sehe bodentiefe Fenster, Männer in dunklen, eleganten Anzügen, perfekt geschminkte Frauen auf schwindelerregenden High Heels. Ihre Stimmen werden durch weiche Teppiche gedämpft, die Gesichter sind entspannt und glücklich. Ich sehe das Kleid, das ich tragen werde, genau vor mir und rieche mein eigenes Parfum.

Wenige Monate nach dieser Vision stehe ich tatsächlich genau an diesen Ort meiner Träume. Mit der Yogamatte unterm Arm fliege ich nach Frankfurt am Main. Ich wurde von einer internationalen Anwaltskanzlei im Taunusturm gebucht. Vor mir zwölf gestandene Juristen, mit denen ich eine individuelle Toolbox aus yogischen Atemübungen und Modellen aus der Transaktionsanalyse erarbeite.

Zu diesem Zeitpunkt gründe ich meine Firma: All you need is OM.

Heute ist mein Business hoch erfolgreich, ich arbeite mit einem wundervollen Team und erziele sechsstellige Umsätze im Jahr.

Und ich möchte, dass auch du, egal, was dir widerfahren ist, aufstehen und erkennen wirst, wieviel Potential in dir steckt. Wieviel Kraft. Wie viele Möglichkeiten!

Kapitel 2
Aus der Krise in die innere Stärke
2.1. Krise, Trauma oder Depression? Die Unterschiede

Und plötzlich zieht es dir den Boden unter den Füßen weg …

Woran erkennst du eine Krise? Was ist der Unterschied zu einem Trauma oder einer Depression? Was passiert im Körper? Lass uns zunächst hier gemeinsam hinschauen, damit du besser verstehen kannst, in welcher Situation du dich befindest.

Depression–Eine Begriffserklärung

Fast jeder Mensch kennt solche Phasen in seinem Leben: Alles erscheint grau in grau, du bist deprimiert und kannst dich auf nichts so richtig freuen. Schlechtes Wetter, Reibereien im Job und Ärger mit deinen Liebsten – das alles wird dann als deprimierend und niederdrückend erlebt. Oft wird der Begriff Depression benutzt, um solche alltäglichen Schwankungen dieses Gemütszustandes zu beschreiben. Im medizinischen Sinne jedoch ist eine „echte Depression“ etwas anderes als eine vorübergehende Phase der Traurigkeit, der mangelnden Motivation oder Perspektivenlosigkeit.

Die „echte Depression“ ist aus medizinisch-therapeutischer Sicht eine tiefgreifende Erkrankung. Die Patienten sind in ihrem Denken, Fühlen und Handeln erheblich beeinflusst. Das kann sogar mit Störungen von Körperfunktionen einhergehen.

Wenn du an einer Depression erkrankt bist, kannst du dich kaum selbst aus diesem schwarzen Loch herausbuddeln. Meist braucht es Hilfe von außen, in Form eines Coachings, einer Therapie oder sogar einer medikamentösen Behandlung.

Hier findest du in der Übersicht einige der wichtigsten Symptome, die auf eine Depression hinweisen. Treten folgende Symptome über mehr als zwei Wochen auf, handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Depression.

Bedrückte Stimmung

Betroffene fühlen sich niedergeschlagen und bedrückt. Eine „innere Leere“ breitet sich aus, einige berichten auch, sie fühlten sich „wie versteinert“. Genauso fühlte ich mich damals.

Wenig Interesse

Depressive Patienten verlieren das Interesse an allem, was ihnen einst Freude bereitet hat. Hobbies, Freunde, Job, Familie, Ausflüge und Unternehmungen – all das erscheint ihnen eher schwer bis unmöglich und löst Druck statt Freude aus.

Schnelle Ermüdung

Alles fällt schwer: Aufstehen, Einkaufen, Aufräumen, Essen zubereiten, Körperpflege erscheinen wie unüberwindbare Hindernisse. Entscheidungen fallen schwer, Körperhaltung und Gesichtsausdruck erscheinen kraftlos, freudlos, mutlos.

Mangelnde Konzentration

Die Betroffenen können schlecht bei einer Sache bleiben, ihr Erinnerungsvermögen und die Konzentration sind eingeschränkt.

Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen

Der „innere Dialog“ verändert sich: Betroffene nörgeln an sich selbst herum, beschimpfen sich sogar selbst. Ihr Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen werden immer schlechter.

Schuld und Wertlosigkeit

Erkrankte fühlen sich komplett wertlos und suchen auch die Schuld für diesen Zustand ausschließlich bei sich. Sie empfinden sich selbst als Last für ihre Mitmenschen.

Pessimistische Zukunftsperspektiven

Das überwiegende Gefühl in einer Depression ist: Es gibt keinen Ausweg. Das wird sich nie mehr ändern.

Suizidgedanken

Diese aussichtslose Lage löst den Wunsch aus, diesem Zustand durch Selbstmord zu entkommen.

Schlafstörungen

Obwohl die Betroffenen eigentlich immer müde und antriebslos sind, finden sie keine Erholung im Schlaf. Einschlafstörungen und ein frühes Erwachen sind ein typisches Symptom einer Depression.

Verminderter Appetit

Depressive Menschen finden auch am Essen keinen Gefallen mehr: Das Essen schmeckt ihnen nicht mehr so richtig, was dazu führen kann, dass sie stark abnehmen.

Die Deutsche Depressionshilfe bietet online einen Selbsttest an: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/selbsttest-offline

2.2 Innere Stärke: Die Fähigkeit, wieder aufzustehen

„Ich habe in meiner Karriere mehr als 9.000 Würfe verfehlt. Ich habe beinahe 300 Spiele verloren. 26 Mal wurde mir der Buzzerbeater anvertraut und ich habe nicht getroffen. Ich bin immer und immer wieder in meinem Leben gescheitert. Und das ist der Grund, warum ich gewinne.“ —Michael Jordan

Resilienz oder innere Stärke meint die psychische und emotionale Stabilität eines Menschen. Ist sie ausgeprägt, fällt das Aufstehen nach einem Scheitern, einem Unfall oder einer Krise leichter.

Allerdings verhindert innere Stärke nicht, dass wir Krisen erleben oder Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Jedoch können resiliente Menschen besser mit diesen umgehen, schneller wieder herausfinden und wachsen sogar an ihnen. Sie verzweifeln nicht an den Herausforderungen, sondern vertrauen darauf, dass sie diese bewältigen werden.

In den USA wurde der Begriff schon um 1950 verwendet und wird seitdem zunehmend erforscht. Im Zusammenhang mit den Themen Burn-out-Prävention und Work-Life-Balance sind inzwischen auch deutsche Unternehmen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements sensibler für das Thema Resilienz geworden.

Resilienz ist dabei nicht eine einzelne Fähigkeit, sondern besteht aus vielen verschiedene Faktoren, die helfen, dich emotional und psychisch stabiler zu machen.

In der Psychologie werden in unterschiedlichen Studien verschiedene Faktoren benannt und als die „Säulen der Resilienz“ bezeichnet. Diese sieben Eigenschaften decken sich auch mit meinen persönlichen Erfahrungen und denen meiner Klienten.

Die sieben Säulen der Resilienz

1 Annehmen, was ist (Akzeptanz)Resiliente Menschen akzeptieren, was sie nicht, oder noch nicht ändern können. Das Annehmen der Situation löst sofort akuten Stress und trägt zu höherer Lebenszufriedenheit durch veränderte Sicht auf die Krise bei.Es geht dabei jedoch auch um die Selbstakzeptanz (kognitiv) und die Selbstannahme (emotional). Sich selbst auch mit Fehlern und Macken zu akzeptieren und anzunehmen, fördert einen guten Zugang zu sich und den eigenen Ressourcen. Akzeptanz bedeutet jedoch nicht, sich passiv in die Krise zu fügen.

2 Fokus (Impulskontrolle)Resiliente Menschen sind fokussierter und lassen sich weniger ablenken. Diese sogenannte „Impulskontrolle“ hilft ihnen bei der Erledigung von Aufgaben, die wenig Spaß machen. Mit Fokus können Ziele leichter verfolgt werden.Ebenfalls hilft diese Fähigkeit dabei, auf Situationen angemessen zu reagieren. Die Impulskontrolle erlaubt es, erst die Situation zu analysieren und dann eine gute Reaktion zu zeigen. Dies erleichtert den Umgang mit schwierigen Situationen und Mitmenschen enorm.

3 Gesunder OptimismusResiliente Personen haben eine positive Haltung sich selbst und der Welt gegenüber. Sie glauben an sich und daran, dass sie ihre Ziele erreichen können. Dieses Selbstbewusstsein hilft dabei, Dinge anzugehen, ohne sich von der Umgebung zu sehr beeinflussen oder sich von Rückschlägen entmutigen zu lassen. Widrige Situationen und Fehler werden als Möglichkeit wahrgenommen zu wachsen. Optimismus lässt sich lernen. Eine einfache Übung: Schreibe dir jeden Tag drei Dinge auf, die gut gelaufen sind. Das dürfen scheinbar banale Dinge sein. Das übt dich darin, deinen Fokus auf das Gute zu richten.

4 LösungsorientierungResiliente Menschen betrachten ein Problem oder eine Situation aus vielen verschiedenen Perspektiven. Dadurch ergibt sich leichter ein Plan B zum Ziel. Wer schon eine Alternative bereit hat, lässt sich viel weniger aus der Ruhe bringen. Dazu gehört auch eine gewisse Flexibilität. Sie erlaubt es, besser auf diese Veränderungen eingehen zu können.

5 Verantwortung übernehmenResiliente Menschen wissen, dass sie für ihre Entscheidungen und Aktionen verantwortlich sind und haben Vertrauen in ihre Entscheidungen. So verfallen sie nicht in die Opferrolle, sondern reagieren auf Schicksalsschläge und schwierige Situationen mit Lösungen. Sie nehmen die Dinge selbst in die Hand.

6 Empathie und NetzwerkeEmpathie bedeutet, sich gut in andere Menschen einfühlen zu können und so die Perspektive zu ändern. Durch diese Eigenschaft hat der resiliente Mensch intensive Beziehungen und kommt auch besser mit Personen klar, die anderer Meinung sind. Soziale Unterstützung zu haben und sich dessen bewusst zu sein, stärkt die eigene Resilienz.

7 Hilfe annehmenResiliente Menschen sind bereit, Hilfe von außen anzunehmen. Hier geht es um die Fähigkeit, sich anderen anzuvertrauen und andere um Hilfe zu bitten, wenn nötig.

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Ograniczenie wiekowe:
0+
Data wydania na Litres:
08 listopada 2024
Objętość:
92 str. 4 ilustracji
ISBN:
9781955655217
Wydawca:
Właściciel praw:
Bookwire
Format pobierania:

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