Czytaj książkę: «Haushaltsseifen selber machen»

Czcionka:


Barbara Freyberger

NATURSEIFEN
für den Haushalt

Vergessene Rezepturen neu entdeckt

Fotografie: Sabine Reichlmayer



INHALT

VORWORT

DIE GRUNDLAGEN

ZUTATEN

ARBEITSSCHRITTE UND TECHNIKEN

SCHMIERSEIFE

KERNSEIFE

GALLSEIFE

VERGESSENE REZEPTUREN

SEIFEN RECYCELN

ZUTATENÜBERSICHT MIT BEZUGSQUELLEN

REGISTER

MEHR ERFAHREN

ÜBER DIE AUTORIN / ÜBER DIE FOTOGRAFIN


VORWORT

Wer hätte das gedacht? Nun sitze ich abermals hier und schreibe mein zweites Buch. Eine Fortsetzung von »Naturseife selber machen«. Mein erstes Buch ist in der dritten Auflage und auch in französischer Sprache verfügbar. Auch das habe ich nicht erwartet, umso größer ist meine Freude, dass »Naturseife selber machen« so viele Menschen interessiert.

Vor drei Jahren habe ich mich dazu entschlossen, meine Werkstatt aufzugeben. Keine leichte Entscheidung nach 18 Jahren Seifensieden. Meinen Händen wurde sehr viel abverlangt und sie wollten nicht mehr. Meine Manufaktur wurde einem Geschäftspartner übergeben, der Rogner Therme Bad Blumau. Dort werden nach wie vor nach meinen Rezepturen mit viel Liebe Seifen gesiedet.

Ich habe die Produktion abgegeben. Aber nicht meine Liebe zu Seife! Denn Naturkosmetik zu fertigen, war für mich nie nur Beruf, sondern Berufung. Die Unabhängigkeit vom Handel kein Hobby, sondern notwendig.

Die Zeit war reif für Veränderung, und die Nachfrage, wie man Seifen selber herstellt, wurde immer größer. So begann ich zu unterrichten. Meine Workshops und Seminare finden in real und online statt.

Meine Ausbildungen zur Diplom-Kräuterpädagogin, zum Heilkräutercoach und zur Grünen-Kosmetik-Pädagogin runden mein Wissen ab, und ich bin als Referentin und Seminarleiterin zum Thema »Die Kunst des Seifensiedens«, »Seife und ökologische Waschalternativen«, »Schmierseife & Kernseife & Gallseife«, »Naturkosmetik« und zu diversen Themen im Bereich »Wild- und Heilkräuter« tätig. Es bereitet mir sehr viel Freude, mit Menschen zu arbeiten. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als meine Begeisterung zum Thema »handgemachte Naturseife« und »ökologisches Waschen« zu teilen.

Mein Wissen weiterzugeben erfüllt mich, ich kann damit sehr viel bewegen.

Beim Seifensieden kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen und wird mit einzigartigen Seifenstücken belohnt. Abgesehen davon verwöhnt man nicht nur seine Haut mit einer natürlichen Reinigung und Pflege, sondern nimmt Rücksicht auf die Umwelt. Das ist ein wichtiger ökologischer Aspekt.

Was liegt daher näher, als auch im Haushalt auf natürliche Mittel zurückzugreifen?

Es erfordert etwas Zeit und Übung, Schmierseife und Kernseife selber herzustellen, letztendlich ist es aber keine Hexerei.

Dieses Buch widmet sich alten, vergessenen Seifenrezepturen im Haushalt. Schmierseife, Kernseife und Gallseife sollten in keinem Haushalt fehlen. Sie ersetzen chemische Reinigungsmittel und reduzieren Plastikmüll. Nebenbei sind sie kostengünstig, extrem ergiebig und rasch und zu 100 % biologisch abbaubar. Unser ökologischer Fußabdruck wird reduziert.

Leider ist das Wissen rund um diese speziellen Haushaltsseifen in Vergessenheit geraten. Mit diesem Buch möchte ich es wiederbeleben. Es richtet sich an schon erfahrene Seifensieder, die neben einer natürlichen Körperpflege auch eine naturbelassene Reinigung zu Hause anstreben.

Dieses Buch soll Ihnen Anregungen und Möglichkeiten einer sanften Reinigung, die ohne Umweltbelastung auskommt, geben. Zusätzlich gibt es auch ein umfassendes Kapitel zum Thema »Seifen-Recyceln«. Hier können Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen und Ausprobieren!

Herzlichst

Barbara Freyberger

Die Grundlagen


BEVOR ES LOSGEHT

Dieses Kapitel bietet Ihnen einen Überblick über die Verseifungsmethoden, über die Geschichte des Seifensiedens und die chemischen Prozesse, die hierbei wirken.


Selbst gesiedete Reinigungsseifen schonen die Umwelt

Die Rohstoffe bei der Herstellung von Seife können pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sein. Sie bilden die Basis, den sogenannten »Fettansatz« eines Rezeptes. Die Eigenschaften der Rohstoffe sind völlig unterschiedlich und beeinflussen die Seife in ihrer Härte, Stabilität und Schaumbildung. Das Geheimnis einer guten Seife ist es, das richtige Verhältnis der Rohstoffkomposition zu finden.

Wegen dieser individuellen Eigenschaften der Öle und Fette benötigen sie eine unterschiedliche Menge an Ätznatron, das in Wasser gelöst die notwendige Lauge ergibt, um sie in Seife umzuwandeln.

Es ist nicht so kompliziert, wie es sich anhört, denn es gibt sogenannte »Verseifungszahlen«, um die nötigen Mengen zu bestimmen (siehe Seite 45). Im Internet gibt es »Seifenrechner«, wo die genaue Menge der gewünschten Basisöle und -fette eingegeben werden kann, um die notwendige Menge Ätznatron für die Lauge zu ermitteln.

Die exakte Menge von Ätznatron ist sehr wichtig und sollte auf 1 g genau stimmen. Verrechnet man sich und nimmt zu wenig, erhält man eine zu schwache Lauge. Die Folge ist, dass nicht alle Öle korrekt verseifen und zu viele nicht umgewandelte Öle und Fette in der Seife verbleiben. Sie wird daher »schmierig«. Verwendet man zu viel Ätznatron, wird die Seife stark alkalisch oder basisch sein, die Haut kann im schlimmsten Falle »verätzt« werden. Daher ist das genaue Ausrechnen wichtig, am besten zweimal nachrechnen!


Mithilfe eines Stabmixers werden Lauge und Fettansatz verbunden

DIE GRUNDLAGEN DER KALTVERSEIFUNG

Heutzutage ist die gängigste Art, Naturseifen herzustellen, das Kaltverfahren. Es wird so genannt, weil der Prozess der Verseifung bei relativ niedriger Temperatur stattfindet. Es wird bei etwa 36–54 °C verseift. Daher ist der Begriff »Seifensieden« beim angewandten Kaltverfahren eigentlich nicht korrekt.

Die Seifenmasse wird nicht so wie früher stundenlang gekocht. Als Hilfswerkzeug wird ein Stabmixer eingesetzt, um den chemischen Prozess zu beschleunigen.

Öle und Fette bestehen aus organischen Fettsäuren und Glycerin: Drei Fettsäuremoleküle sind mit einem Glycerinmolekül verbunden. Beim chemischen Prozess der Verseifung verbinden sich die drei Fettsäuremoleküle mit je einem Laugenmolekül und bilden aus Säure und Base ein Seifenmolekül. Das Glycerin bleibt bei diesem Vorgang über, und somit hat eine handgesiedete Seife besonders pflegende Eigenschaften.

Das Grundprinzip der Kaltverseifung ist, dass pflanzliche oder tierische Fette und Öle unserer Wahl bei einer Temperatur von 36–54 °C mit der Natronlauge (Ätznatron gelöst in Wasser) vermischt und zu einer chemischen Reaktion gebracht werden. Abgesehen vom kurzen Erwärmen der Öle und Fette (um diese zu schmelzen) wird keinerlei Wärme zugeführt. Die zuerst noch heißen, transparent scheinenden Öle und Fette werden durch die Beigabe der Natronlauge unter ständigem Rühren trübe und verändern ihre Konsistenz. Diese ähnelt einer sämigen Suppe oder einem Pudding und wir können beim Hochziehen des Rührwerks verbleibende »Spuren« (Spurbildung) auf der Oberfläche des Seifenleims erkennen. Ein Zeichen, dass unser Seifenleim fertig ist.

Rasch werden die vorab bereitgestellten Farb- und Duftstoffe eingerührt. Die Seifenmasse wird in Formen eingegossen, gut mit einer Plastikfolie abgedeckt und mit Handtüchern wärmeisoliert. Durch die chemische Reaktion der Öle und Fette mit der Natronlauge entsteht Wärme, und in diesem Prozess können Temperaturen von 50–70 °C erreicht werden. Man spricht von einer sogenannten »Gelphase«, die die Seife durchläuft. Je nach Auswahl der Ausgangstemperatur und der Zusätze können die Temperaturen höher oder niedriger ausfallen. Die frische Seife ruht je nach Rezeptur 2–5 Tage, bis sie fest ist und entformt werden kann. Das Aushärten der Seife hängt von der Wahl Ihrer Öle und Fette ab.

Diese »frische« Seife hat noch einen sehr hohen pH-Wert und ist stark basisch bzw. alkalisch. Der pH-Wert ist mit 11–12 noch viel zu hoch und wäre für die Haut schädlich. Für Seifen ist ein pH-Wert von 8–10 zulässig. Die menschliche Haut hat einen pH-Wert von ungefähr 5,5. Handgesiedete Seifen haben nach der Reife im Durchschnitt einen pH-Wert von 8–8,5. Der pH-Wert kann mit einem Indikatorpapier, das in der Apotheke erhältlich ist, gemessen werden. Ich persönlich bevorzuge einen milden pH-Wert von 8–8,5 in der Skala.


Handgesiedete Seifen haben im Durchschnitt einen pH-Wert von 8–8,5


Selbst gesiedete Harzseife, Gallseife und Schmierseife (von links)

Der endgültige »Reifungsprozess« der Seife dauert 4–6 Wochen und findet bei Zimmertemperatur statt. Die schwierigste Aufgabe nach dem Sieden ist, die Reifezeit abzuwarten, die notwendig ist, bevor wir endlich das neue Seifenstück ausprobieren können. Unsere Geduld wird auf die Probe gestellt!

Der Vorteil des Kaltverfahrens besteht darin, dass durch niedrige Temperatur die pflegenden Eigenschaften unserer Öle und Fette erhalten bleiben. Seifen, die im Kaltverfahren hergestellt werden, ergeben äußerst hochwertige und hautpflegende Seifen, daher ist diese Methode sehr beliebt. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Seifenleim beim Eingießen relativ dünnflüssig bleibt und sämtliche Ornamente in Silikonformen ohne Lufteinschlüsse hübsch zur Geltung kommen.

Zum Festwerden wird die Seifenmasse in Formen gegossen

DIE GRUNDLAGEN DER HEISSVERSEIFUNG

Eine weitere Möglichkeit, Seifen zu sieden, ist das Heißverfahren. In diesem Verfahren wird durch das zusätzliche Zuführen von Wärme die Verseifung beschleunigt. Es werden zuerst wie im Kaltverfahren die geschmolzenen Fette und Öle mit der Ätznatron- oder Kaliumlauge zur chemischen Reaktion gebracht.

Für die weitere Herstellung der Seife ist das »Topf-im-Topf-Verfahren« eine Möglichkeit. Bei dieser Methode wird der Seifenleim nach der »Spurbildung« in einen Topf mit heißem Wasser gestellt. Der Seifenleim wird ungefähr 20–30 Minuten gerührt, bis er stark eingedickt ist. In diesem Prozess entstehen Blasen und Schaum und es werden Temperaturen an die 100 °C erreicht. Vorsicht ist geboten, dass kein Wasser vom unteren Topf in den Seifenleim kommt und man sich beim Halten des Topfes nicht durch den Wasserdampf verbrennt.

Der Seifenleim ist sehr dick und beim Eingießen können Lufteinschlüsse entstehen. Daher ist es vorteilhaft, eine größere Blockform anstatt kleiner Einzelformen zu wählen. Kreatives Gestalten wie Schichten oder Marmorieren ist bei dieser Technik nicht möglich.

Eine alternative Methode ist es, den Topf mit Seifenleim direkt auf die Herdplatte zu stellen. Bei niedriger bis mittlerer Temperatur wird ständig gerührt. Man kann den Topf immer wieder von der Herdplatte nehmen, falls der Seifenleim aufschäumt oder zu heiß wird. Es ist darauf zu achten, dass der Seifenleim nicht zu stark überhitzt wird und anbrennt. Diese Variante wird bei der Herstellung von Schmierseife in diesem Buch angewendet.

Der Vorteil des Heißverfahrens ist, dass die Seife im Anschluss gleich (24–48 Stunden nach dem Eingießen) verwendet werden kann. Trotzdem lasse ich die Seife meistens 2–3 Wochen nachreifen.

VORTEILE VON SELBST GEMACHTEN SEIFEN UND REINIGUNGSMITTELN

Das Reinigen von Körper, Wäsche und Haushalt ist mittlerweile eine kostenaufwendige Angelegenheit geworden.

Bis in die 60er-Jahre war das klassische Seifenstück das Reinigungsmittel schlechthin. Körper und Haushalt wurden damit gereinigt. In Kombination mit Schmierseife waren dazu nur zwei Reinigungsmittel notwendig. Zwei Reinigungsmittel für ALLES! In den letzten 20 Jahren ist der Verkauf von festen Seifenstücken erheblich gesunken. Das feste Seifenstück wurde durch Flüssigseife ersetzt.

Heute wird dem Konsumenten suggeriert, dass er viele unterschiedliche Mittel benötigt – um sein Konsumverhalten zu steigern. Teure Wasserenthärter für Geräte, Weichspüler, Flüssigseifen, Schaumbäder, Bleichmittel, Waschmittel für schwarze Wäsche, für bunte Wäsche und eine Vielzahl von Putzmitteln füllt die Regale. Viel zu teuer und umweltbelastend, da nicht in den Kläranlagen filterbar, kommen sie meistens verpackt in Hartplastik in den Handel. Überteuerte Flüssigseifen werden in in nicht nachfüllbaren Gebinden angeboten, die umgehend nach Gebrauch in den Plastikmüll wandern, um durch neue ersetzt zu werden. Der Großteil der Reinigungsmittel enthält gesundheitlich bedenkliche Inhaltsstoffe. Diese können Allergien auslösen, sind umweltschädlich und für ein weitreichendes Artensterben in Gewässern verantwortlich.

In meinen Seminaren treffe ich immer häufiger auf Menschen, die nach Alternativen suchen und sich Gedanken über eine natürliche und ökologische Reinigung im Haushalt machen. Zum Glück gibt es immer mehr, die verantwortungsbewusst auf dem Planeten Erde leben möchten.

CHECKLISTE


Hier möchte ich gerne auf die Vorteile von selbst gemachter Seife und selbst gemachten Wasch- und Reinigungsmitteln aufmerksam machen:

»Kostengünstig und ergiebig

»Frei von chemischen Zusätzen

»Hautschonend

»Rasch und 100 % biologisch abbaubar

»Unabhängigkeit vom Handel

»Transparenz der Inhaltsstoffe

»An individuelle Bedürfnisse anpassbar

»Umweltschonend

»Reduktion von Plastikmüll


Natürliche Materialen für natürliche Sauberkeit

GESCHICHTLICHES

Die ersten Seifenrezepte wurden im Irak in sumerischer Schrift, eingeritzt in Tontafeln, und in Ägypten, auf Papyrus, gefunden. Vor rund 4000 Jahren wurde die Vorform unserer Seife aus einer Mischung alkalischer Pflanzenasche und Ölen hergestellt. Sie wurde zur Vorbehandlung von Wolle vor dem Färben und als Heilsalbe verwendet.

Kernseife ist jahrtausendealt und hat ihren Ursprung in Aleppo, einer Stadt, die einst für Hochkultur stand. Geschickte Handwerker fertigten die ersten Aleppo-Seifen aus Oliven- und Lorbeeröl. Durch die Kreuzritter fanden sie den Weg nach Europa.

Der Gebrauch von Seifefindet sich in den unterschiedlichsten Kulturen wieder, doch erst die Römer entdeckten die Waschkraft der Seife und setzten sie zur Körperreinigung ein. Im 12. Jahrhundert landete die Kernseife auch in Frankreich. Marseille wurde zu einem Zentrum für Seife, von dort aus wurde halb Europa beliefert. Unter Ludwig XIV. wurde »Savon du Marseille« eine Marke, und 20 000 Tonnen Seife verließen jährlich den Hafen.

Ludwig XIV. unterstützte die Kunst der Seifenherstellung und verhalf ihr zu einer neuen Blüte. Ende des 17. Jahrhunderts erließ er ein Reinheitsgebot, ein Gesetz, nach dem eine hochwertige Seife mindestens 72 % reines Öl enthalten musste. Diese Seifen wurden durch das »Marseiller Wappen« gekennzeichnet, eine Vereinheitlichung bei den Rezepturen von Kernseifen. Somit konnte »Savon du Marseille« auch in Toulon oder Arles hergestellt werden. Aufgrund dieser Vereinheitlichung gab es knapp 100 Jahre später 48 Marseiller Kernseifen-Fabriken mit einer Jahresproduktion von 76 000 Tonnen. Der Höhepunkt wurde 1938 erreicht: Es wurden nicht weniger als 120 000 Tonnen Kernseife hergestellt.

Auch die ersten »Toilettenseifen«, später dann umbenannt in »Feinseifen«, entstanden unter Ludwig XIV. Er veranlasste, die Seifen mit Duftstoffen zu verfeinern. An Europas Höfen als Luxusartikel gehandelt, waren diese Seifen für die Masse der Bevölkerung unerreichbar.

Ein weiterer Franzose, der Chemiker Nicolas Leblanc, entwickelte 1791 ein Verfahren zur Herstellung von Natriumsalz, einem Grundrohstoff für die Laugenherstellung. Seine Erfindung war maßgeblich für den Beginn der Massenproduktion. Durch dieses neuen Verfahren wurde Seife ab dem 19. Jahrhundert günstig und für die Allgemeinheit verfügbar. Die ursprüngliche Kernseife war grün und wurde »Grüne Seife« genannt. Heute geht man davon aus, dass es mit den Rohstoffen zu tun hatte. Die Farbe des Olivenöls oder das Grün des Hanföls könnten für die Benennung »Grüne Seife« gesorgt haben. Die Herstellung erfolgte in langer Tradition. Anders als bei unseren heutigen Naturseifen wurde dem Seifenleim Salz beigemengt. Diesen Vorgang nannte man »Aussalzen«, die Seife trennt sich dabei vom Wasser. Glycerin und andere unerwünschte Begleitstoffe werden abgespalten, zurück bleibt reine, fettfreie Kernseife ohne Farb- oder Duftstoffe, nur Seife pur. Sie ist ein wenig härter, länger haltbar und hat eine starke Reinigungswirkung.


Bis in die 1960er-Jahre wurde feste Seife zur Reinigung von Körper und Haushalt verwendet

Seit dem Zweiten Weltkrieg ist die Produktion von Kernseife stetig zurückgegangen. Viele der historischen Hersteller mussten schließen. Kernseife und Schmierseife blieben bis ins 20. Jahrhundert das wichtigste Körper- und Haushaltsreinigungsmittel.

GEFAHRENSTOFF NaOH


»Die chemische Formel für Natriumhydroxid ist NaOH, es ist ein wichtiger Grundrohstoff bei der Seifenherstellung.

»Als Pulver, in Kügelchen- oder Plättchenform ist es in Reformhäusern und Apotheken erhältlich.

»Verschlossen und sicher aufbewahrt ist Natriumhydroxid fast unbegrenzt haltbar. Stets gut als Gefahrenstoff kennzeichnen!

»Beim Lösen in Wasser kommt es zu einer großen Wärmeentwicklung mit Temperaturen von knapp unter 100 °C.

»Natriumhydroxid wird für die Herstellung von festen Seifenstücken verwendet.

»Beim Verarbeiten sind unbedingt Schutzvorkehrungen zu ergreifen.

DIE CHEMISCHEN PROZESSE

Pflanzliche oder tierische Öle und Fette werden, wie vorerwähnt, je nach Herstellungsverfahren geschmolzen und dann entweder mit Natronlauge (Natriumhydroxid gelöst in Wasser) oder Kaliumlauge (Kaliumhydroxid gelöst in Wasser) zu einer chemischen Reaktion gebracht. Durch das Erhitzen spalten sich die Öle und Fette in ihre Grundbestandteile auf, in organische Fettsäuren und Glycerin (8–10 %). Bei dieser chemischen Reaktion entsteht eine starke Anziehungskraft, die organischen Fettsäuren verbinden sich mit der Lauge und neutralisieren sich. Eine Umwandlung findet statt.

Chemisch gesehen ist Seife ein »Salz«. Bei einer hundertprozentigen Verseifung bzw. Umwandlung sind im Endprodukt weder Lauge noch Öle oder Fette nachweisbar.

Eine Eigenschaft von Salz ist es, sich in Wasser aufzulösen. Seife fungiert wie ein Emulgator und ist in der Lage, Fett und Wasser miteinander zu verbinden. Sie hat schmutzlösende und schäumende Qualitäten. Der Schmutz wird im Seifenschaum aufgenommen und im Anschluss weggespült.

Die zum Seifensieden verwendete Stoffe Natriumhydroxid und Kaliumhydroxid werden als Gefahrenstoffe gehandelt, und dessen sollten wir uns während der Arbeit vollkommen bewusst sein. Bitte halten Sie folgende Sicherheitsregeln ein:

SICHERHEITSREGELN

»Beide Gefahrenstoffe sind hygroskopisch (wasseranziehend) und müssen daher in luftdichten Behältern aufbewahrt werden.

»Schon der Name deutet darauf hin: Natriumhydroxid (Ätznatron) und Kaliumhydroxid sind hochgradig ätzend und schädlich für unsere Schleimhäute. Sie können bei unsachgemäßer Verarbeitung schwere Verätzungen hervorrufen. Kontakt mit Haut, Augen und Schleimhäuten ist unbedingt zu vermeiden.

»Um Verwechslungen zu vermeiden, müssen diese Stoffe außer Reichweite von Kindern und gut als Gefahrenstoff beschriftet gelagert werden.

»Beim Lösen von NaOH und KOH entstehen kurzfristig giftige Dämpfe, daher ist es notwendig und wichtig, bei diesem Arbeitsschritt Schutzbrille, Mundschutz und Haushaltshandschuhe zu tragen. Langärmelige Oberteile und eine Schürze sind vorteilhaft und verhindern, dass die Haut Dämpfen oder Laugenspritzern ausgesetzt wird.

»Auf ein gutes Durchlüften der Räumlichkeiten ist zu achten, das Einatmen der Dämpfe soll vermieden werden. Alternativ kann das Lösen von Natriumhydroxid und Kaliumhydroxid auch bei offenem Fenster oder im Freien durchgeführt werden.

GEFAHRENSTOFF KOH


»KOH ist die chemische Formel von Kaliumhydroxid.

»Beim Lösen in Wasser kommt es genauso wie bei Natriumhydroxid zu einer großen Wärmeentwicklung und giftige Dämpfe werden freigesetzt.

»Erhältlich in Plättchenform wird Kaliumhydroxid für die Herstellung von pastösen Seifen (Schmierseife), aber auch zur Mischverseifung (NaOH + KOH) verwendet.

»Es muss gut als Gefahrenstoff gekennzeichnet und fest verschlossen gelagert werden.

»Auch hier ist es unerlässlich, beim Verarbeiten die Sicherheitsregeln einzuhalten.


Achtung: Ätznatron ist ein Gefahrenstoff

»Wichtige Grundregel: Natriumhydroxid und Kaliumhydroxid werden immer im Wasser gelöst, niemals umgekehrt, denn das könnte zu starken chemischen Reaktionen führen.

»Beim Seifensieden sollten Sie sich eine Kreativpause gönnen, um ungestört arbeiten zu können. Kinder und Tiere haben hierbei keinen Platz, ihre Anwesenheit sollte ausgeschlossen werden.

»Als Laugengefäße eignen sich hitzebeständiger Kunststoff, Glas oder rostfreier Stahl. Die Lauge erreicht nach dem Lösen Temperaturen bis zu 100 °C! Keine Behältnisse aus Aluminium verwenden, da sie mit der Lauge reagieren können.

»Schützen Sie Ihren Arbeitsplatz mit einer Kunststofffolie. Falls Laugenspritzer auf Ihre schöne Küchenzeile kommen, kann diese beschädigt werden.

»Falls Sie doch mit einem Spritzer Lauge oder flüssigem Seifenleim in Berührung kommen, spülen Sie die betroffene Stelle lange und mit viel Wasser ab. Falls Ihr Auge mit Lauge in Berührung kommt, mit Wasser ausspülen und umgehend einen Arzt aufsuchen. Sollten Sie versehentlich Natriumhydroxid oder Kaliumhydroxid verschluckt haben, viel Wasser trinken und umgehend den Notarzt rufen.

»Falls Sie Lauge oder Seifenleim auf Ihrer Arbeitsfläche verschüttet haben, mit Küchenpapier aufwischen. Sie können Essig mit Wasser verdünnen und damit nachwischen, um den pH-Wert zu senken.

All das hört sich sehr beängstigend an. In meinen Kursen werden die Gefahrenstoffe Natriumhydroxid und Kaliumhydroxid ausführlich besprochen. In fast 20 Jahren Seifensiederei und Tausenden von gesiedeten Seifen ist mir nie ein Unfall passiert. Wenn die Sicherheitsregeln eingehalten werden, stellt Seifensieden kaum eine Gefahr dar.


Schutzbrille, Mundschutz und Haushaltshandschuhe sind beim Arbeiten mit Gefahrenstoffen Pflicht

ARBEITSPLATZ UND GERÄTE

In diesem Kapitel erfahren Sie, welche Arbeitsgeräte Sie benötigen und wie Sie Ihren Arbeitsplatz optimal vorbereiten.


Die Arbeitsgeräte sind in Haushaltsgeschäften erhältlich


Zum Schutz Handschuhe tragen

ARBEITSGERÄTE UND ZUBEHÖR

Die Ausrüstung, die zum Seifensieden benötigt wird, ist zum Großteil in einer Küche vorhanden. Die restlichen Utensilien sind leicht zu besorgen. Im Bauhaus oder Supermarkt werden Sie rasch fündig. Wichtig ist, die Arbeitsgeräte wie Töpfe, Stabmixer und Silikonformen ausschließlich für das Seifensieden zu verwenden und nicht mit den restlichen Küchenutensilien zu vermischen. Gebrauchte Töpfe und Zubehör können Sie günstig auf dem Flohmarkt erstehen.

CHECKLISTE


Ein sicherer Arbeitsplatz

Nachdem die Arbeitsgeräte und die Rohstoffe besorgt sind, richten Sie Ihren Arbeitsplatz sicher und bequem ein:

»Die Arbeitsfläche mit einer Folie (kann auch ein aufgeschnittener Müllsack sein) gut abdecken. Viele Arbeitsplatten reagieren empfindlich auf Laugenspritzer und Seifenleim, sie hinterlassen Flecken, die nicht mehr zu entfernen sind.

»Für eine gute Lüftung sorgen! Beim Lösen von Natriumhydroxid und Kaliumhydroxid entstehen giftige Dämpfe. Daher Fenster öffnen oder den Dunstabzug einschalten.

»Nehmen Sie sich 2–3 Stunden Zeit. Kinder und Haustiere haben in der Seifenküche nichts verloren.

»Als Erste-Hilfe-Mittel immer eine Flasche Essig bereitstellen. Dieser neutralisiert ungewollte Laugenspritzer.

CHECKLISTE

Checkliste für die richtige Ausrüstung

Haushaltshandschuhe: Diese sollten bis zum Ellbogen reichen, um Ihre Haut vor der Lauge und dem frischen Seifenleim zu schützen.

Grammgenaue digitale Waage: Diese ermöglicht ein exaktes Abwiegen. Ungenauigkeiten können sich negativ auf die Seife auswirken.

Großer Edelstahl- oder Emailletopf: Der Topf sollte ein Fassungsvermögen von 2–3 I haben. Nicht geeignet sind Aluminium- und Kupfertöpfe, da diese mit der Lauge reagieren. Die Füllmenge richtet sich nach der gewünschten Seifenmenge. Es ist von Vorteil, eine Höhe von 15–20 cm anzustreben, um Spritzer, die beim Rühren entstehen, aufzufangen.

Thermometer bis 100 °C: Wird benötigt, um die Temperaturen der Öle und Lauge zu messen. Es eignen sich Thermometer aus dem Labor oder gewöhnliche Zuckerthermometer.

Kunststoffspatel: Verwendet als Rührwerk für die Lauge und die Basisöle. Ein Rührwerk aus Holz ist nicht geeignet, da es von der Lauge angegriffen wird. Auch Schneebesen aus rostfreiem Stahl sind geeignet.

Hitzebeständiges Glas- oder Plastikgefäß mit einem Fassungsvermögen von 1 I: Erforderlich für die Lauge, denn diese reagiert beim Lösen in Wasser mit hoher Temperatur. Am besten vorab einen Test mit kochendem Wasser machen. Hilfreich ist ein Gefäß mit Gießtülle, das beim Eingießen in die Öle einen dünnen Strahl fabriziert und ein Abrinnen und Spritzen vermeidet.

Apfelessig für den Notfall: Falls Sie doch einmal Lauge verschütten, wird diese mit Essig neutralisiert und trocken gewischt. Im Anschluss mit heißem Seifenwasser gründlich reinigen.

Stabmixer: Er ist ein hilfreiches Werkzeug, auf das man in der modernen Seifensiederei nicht verzichten kann. Auch dieses Gerät soll, wie alle anderen auch, nur zum Seifensieden verwendet werden. Er beschleunigt das Andicken der Seifenmasse erheblich. Gerne können Sie versuchen, eine Seife nur mit einem Schneebesen und eine mit einem Stabmixer zur Spurbildung zu bringen. Sie werden den Unterschied bemerken.

Schutzbrillen: Diese sind Pflicht, da beim Lösen des Ätznatrons im Wasser und beim Eingießen der Lauge in die Öle Spritzer entstehen können. Wenn diese ins Auge gelangen, besteht akute Erblindungsgefahr. Die Schutzbrillen werden erst wieder abgenommen, wenn die Seife in die Form gegossen wurde.

Atemschutzmaske: Eine solche ist notwendig, falls Sie die Räumlichkeiten nicht gut lüften können.

Frischhaltefolie aus Kunststoff: Erforderlich, um die eingegossene Seife abzudecken. Alternativ eignet sich auch Butterbrotpapier.

Handtücher: Mit ihnen werden die Formen zugedeckt und warm gehalten.

Scharfes Messer: Benötigt, um die Seifen zu schneiden.

Außerdem

»Gummispatel

»Kochschürze

»Butterbrotpapier, um Formen auszulegen, soweit diese nicht aus Silikon sind

»Seifenformen aus Silikon oder recycelte Behältnisse wie leere Puddingbecher aus Kunststoff

»Plastikschüsseln in diversen Größen

»Eine Küchenrolle

»Ein Plastiksieb (feinmaschig)

»Müllsäcke oder Folien, zum Schutz der Arbeitsflächen


Das Wichtigste: Spatel, Stabmixer, Schüssel mit Lauge, Topf mit Fettansatz und Seifenform

Silikonformen erleichtern das Entformen

SEIFENFORMEN

Noch nie gab es so eine Vielfalt an Möglichkeiten, um Seifen eine besondere Form zu geben. Im Handel gibt es Hersteller, die sich auf Seifenformen aus Silikon spezialisiert haben. Diese sind wunderbar in der Handhabung und isolieren gleichzeitig die noch warme Seife. Sie sind kostengünstig und leicht zu reinigen. Angeboten werden Einzelformen und Blockformen. Die Wärme des Seifenleims hält länger, wenn er in Formen mit größerem Volumen gegossen wird. Einzelformen kühlen durch das geringere Volumen schneller aus und müssen deshalb besser isoliert werden.

Auch im Baumarkt gibt es viele Formen, die zweckentfremdet werden können, wie zum Beispiel PVC-Rohre, Kunststoffbehälter (in der Haushaltsabteilung), Kunststoffdosen, Holzkisten oder Kartonagen.

Wenn Sie das Seifensieden gepackt hat, werden Sie mit geschärftem Blick durch die Läden ziehen und einiges nur der Verpackung wegen kaufen. Oder Verpackungen nicht mehr wegwerfen, sondern wegen ihrer kreativen Form umfunktionieren. Hier eine Übersicht:

»Silikonformen sind in unterschiedlichem Dekor erhältlich und müssen nicht eingefettet oder mit Folie ausgelegt werden.

»Holzformen sollten mit Butterbrotpapier oder Frischhaltefolie aus Kunststoff ausgelegt werden. Achten Sie darauf, faltenfrei zu arbeiten, denn die Falten sind später in der Seife zu sehen. Holzformen halten die Wärme des frischen Seifenleims sehr gut.

»Stabile Kartons oder Papierschachteln mit stärkerer Folie (Müllbeutel) auslegen.

»PVC-Rohre sollten nicht länger als 20 cm sein, Sie dürfen nicht vergessen, dass Sie das Seifenstück »rausdrücken« müssen. Vorab wird das Rohr ausgefettet und ein Ende mit einem Stück Plastik und Klebeband gut verschlossen (oder Sie kaufen das Endstück gleich mit). Es kann eine echte Herausforderung sein, die Seife zu entformen. Falls es gar nicht klappt, können Sie die Seife für ein paar Stunden einfrieren und dann mit festem Druck entformen.

»Weiche Plastikformen sind gut geeignet, aber sie müssen vorab eingefettet werden. Auch Hartplastikformen (z. B. Tupperware) eignet sich als Seifenform.

Arbeitsgeräte und Zubehör ausschließlich zum Seifensieden verwenden

»Metallbackformen sind nur geeignet, wenn sie mit Frischhaltefolie aus Kunststoff ausgelegt werden, sonst könnten sie mit dem Seifenleim reagieren. Ohne Frischhaltefolie wäre die frische Seife auch kaum zu entformen.

»Recycelte Kunststoffbehälter aus dem Lebensmittelbereich (Joghurtbecher, Frischkäsebecher oder Tetra Paks) können eingefettet und zweckentfremdet werden. Hier gibt es wirklich sehr viele Möglichkeiten. Die wiederverwerteten Verpackungen sollten allerdings nicht zu dünn und hitzebeständig sein. Sie können je nach Festigkeit mehrere Male verwendet werden.

Sämtliche Formen, in denen Seife gegossen wurde, fallen für den Gebrauch im Haushalt weg, sie sollten nur noch für die Seifenherstellung verwendet werden! Dosen aus Metallen und aus Aluminium sind nicht als Formen geeignet, da die Lauge mit dem Metall reagiert.

SEIFENLEXIKON

»Was ist eine Feinseife?«, »Was unterscheidet Kernseife und eine normale Seife?« … In diesem Kapitel möchte ich diese und ähnliche Fragen beantworten.


Seife ist nicht gleich Seife

In diesem Kapitel möchte ich gerne auf unterschiedliche Seifen und deren Namen eingehen. In meinen Kursen kommt es sehr oft vor, dass mich Teilnehmer fragen: »Wo ist der Unterschied zwischen Kernseife und einer normalen Seife?« oder »Was ist eine Feinseife?« und »Worin liegt der Unterschied zwischen einer Feinseife und einer Kernseife?«.

Hier finden Sie einfache Erklärungen:

FEINSEIFE

Feinseifen oder auch Toilettenseifen sind industriell gefertigte Pflegeseifen, die zum Händewaschen und zur Körperpflege verwendet werden. Sie sind zunächst von der Herstellungsart her Kernseifen. Erst im Anschluss werden der Seife pflegende Öle, Parfüm- und Farbstoffe zugesetzt.

FLÜSSIGSEIFE

Die heutigen Flüssigseifen bestehen aus Tensiden; waschaktiven Substanzen, die die Oberflächenspannung herabsetzen. Sie bewirken, dass sich zwei nicht mischbare Substanzen, wie zum Beispiel Öl und Wasser, vermengen. Ihren Einsatz finden sie in Körperpflege- und Reinigungsmitteln. Flüssigseifen sind synthetische, waschaktive Substanzen.

GALLSEIFE

Wenn Kernseife mit Rindergalle vermischt wird, entsteht Gallseife, welche in flüssiger oder fester Form erhältlich ist. Sie findet ihren Einsatz bei hartnäckigen Flecken wie etwa Fett, Obst, Blut etc. Die beste Reinigungswirkung hat sie, wenn der Fleck etwas angefeuchtet und dann mit Gallseife kräftig eingerieben wird. Im Anschluss daran einwirken lassen und in die Waschmaschine geben.


Gallseife

GLYCERINSEIFE

Glycerinseifen (Transparentseifen) sind durchsichtig bis transparent und waren schon vor 1859 bekannt. Sie haben einen hohen Glycerinanteil und sind leicht zu schmelzen und zu formen. Hier wird als Basis vor allem auf die Transparenz der zu verwendenden Öle und Fette geachtet. Das Gewicht von Glycerinseifen ist geringer als Wasser.

KALKSEIFE

Kalkseife ist keine Seife, sondern wird bei der Verwendung von Seifen mit sehr hartem Wasser gebildet. Dadurch wird die Waschwirkung verringert, und es setzt sich ein grauer Schleier auf den Oberflächen ab. Die Folge ist, dass beim Waschen mehr Seife benötigt wird und eine Vergrauung erkennbar ist. Der Entstehung von Kalkseifen kann mit Enthärtern oder Essig entgegengewirkt werden.

KERNSEIFE

Die Bezeichnung »Kernseife« oder »Natriumseife« basiert auf dem besonderen Herstellungsverfahren, bei dem aus der kochenden Seifenmasse durch Zusatz von Kochsalz der Seifenkern abgetrennt wird. Glycerin und andere unerwünschte Stoffe bleiben zurück. Auf Duft-und Pflegestoffe wird verzichtet. Kernseife dient als Ausgangsbasis für Feinseifen.

PAPIERSEIFE

Feinste Seifenstückchen, so dünn wie möglich gehobelt, werden als Papierseife bezeichnet. Sinn und Zweck ist es, dass sie sich rasch auflösen. Ein Stückchen Papierseife reicht für eine Handwäsche.


Papierseife

RASIERSEIFE

Um den Schaum stabil und cremig zu halten, wird Rasierseife mit einem hohen Anteil an Stearinsäure gefertigt. Stearinsäure wird durch Verseifung von pflanzlichen und tierischen Fetten gewonnen.

Bei der Laugenherstellung einer Rasierseife wird nicht nur Natriumhydroxid, sondern eine Mischung aus Natriumhydroxid und Kaliumhydroxid verwendet. Man spricht hier von einer Mischverseifung. Dadurch lässt sich die Seife besser aufschäumen, der Schaum bleibt stabiler und sehr geschmeidig.


Rasierseife

Handschmierseife mit Bimsstein

Darmowy fragment się skończył.

Gatunki i tagi

Ograniczenie wiekowe:
0+
Data wydania na Litres:
12 listopada 2024
Objętość:
170 str. 134 ilustracji
ISBN:
9783959616171
Właściciel praw:
Bookwire
Format pobierania:

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