Czytaj książkę: «Wunderschönes Franken»

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Meine Lieblingsausflüge

Franken

20 abwechslungsreiche Ausflüge zu malerischen Städten und Landschaften


Inhalt

Einführung

Meine Lieblingsausflüge Franken

1 In der Mainmetropole Würzburg

Historische Eckpunkte – Stadtrundgang – Auf der Festung Marienberg – Radtour nach Veitshöchheim – Schloss Veitshöchheim

2 Quer durch den Bayerischen Spessart

Von Würzburg bis Miltenberg – Durch den Spessart nach Mespelbrunn – Schlussspurt nach Aschaffenburg

3 Besuch eines fränkischen Weinfestes

Weinland Franken – Fränkische Weinfeste – Kleine Weinkunde

4 Zum »Heiligen Berg der Franken« in die Rhön

Start in Hammelburg – Fahrt zum Kreuzberg – Abstecher zum »Roten Moor« – Über Bad Neustadt nach Münnerstadt – Im Staatsbad Kissingen

5 Auf der »Straße der Fachwerkromantik«

Haßfurt und Haßberge – Idylle Königsberg in Bayern – Über Hofheim nach Stadtlauringen – Zur Kirchenburg in Serrfeld – Finale in Ebern und Zeil am Main

6 Frankenidylle zwischen Main und Steigerwald

Ausgangsort Volkach – Über Gerolzhofen nach Prichsenstadt – Nach Iphofen über Castell – Nächstes Ziel: Münsterschwarzach – Im Endspurt über Dettelbach nach Volkach zurück

7 Der Maintal-Radweg von Kitzingen bis Würzburg

Ein Blick auf Kitzingen – Radeln bis Ochsenfurt – Von Ochsenfurt bis Würzburg

8 Zu den Spiegelkarpfen im Aischgrund

Bad Windsheimer Attraktionen – Von Neustadt nach Münchsteinach – Tagesziel Höchstadt

9 Kleinode an der Romantischen Straße

Rendezvous mit Rothenburg – Schillingsfürst und Feuchtwangen – Dinkelsbühler Stadtansichten – Rundgang

10 Ausflug ins markgräfliche Ansbach

Bummel durch die Altstadt – Residenz und Hofgarten

11 Glanzpunkte im Ansbacher Umland

Auftakt in Lichtenau – Per Fahrrad nach Wolframs-Eschenbach – Galanummer Heilsbronn – Abstecher nach Colmberg – Ein Märchenschloss in Sommersdorf

12 Radeln im Fränkischen Seenland

Erstes Ziel: der Kleine und Große Brombachsee – Rückfahrt über den Altmühlsee

13 Von Weißenburg ins fränkische Altmühltal

Besuch in Weißenburg – Abstecher nach Ellingen und zur Wülzburg – Auf den Spuren Karls des Großen – Solnhofener Höhepunkte

14 Ein Bummel durch Nürnbergs Altstadt

Stadtgeschichte in Kürze – Durch die Altstadt – Aufgang zur Burg – Zurück zum Hauptmarkt

15 Malerische Ortsbilder rund um Nürnberg

Start in Roth – Nur ein Katzensprung bis Schwabach – Zur Hohenzollernburg nach Cadolzburg – Endstation Lauf an der Pegnitz

16 Im Naturpark Fränkische Schweiz

Rundgang in Gößweinstein – Eine Ruine und eine Höhle in Streitberg – Im Herzen des Naturparks – Burg Rabenstein – Radtour über die Albhöhen – Finale in der Teufelshöhle

17 Besuch auf Schloss Pommersfelden

Hinfahrt an der Reichen Ebrach – Schloss Weißenstein in Pommersfelden – Zurück durch den Aischgrund

18 Bamberg – Juwel der Weltkultur

Abriss der Geschichte – Rundgang durch die Altstadt – Hinauf zur geistlichen Stadt – Zurück über »Klein-Venedig«

19 Attraktionen im Coburger Land

Auftakt in Schesslitz – Im »Gottesgarten am Obermain« – Über Sesslach in die Residenzstadt Coburg

20 Burgen und Bier – von Bayreuth bis Kronach

Rundgang in Bayreuth – In der Bierstadt Kulmbach – Kronacher Attraktionen

Sach- und Ortsregister

Impressum


4 Im Biergarten des Klosters Kreuzberg


14 Das Bratwursthäusle am Rathaus in Nürnberg

Ausflugsziele in Unterfranken

1In der Mainmetropole Würzburg

2Quer durch den Bayerischen Spessart

3Besuch eines fränkischen Weinfestes

4Zum »Heiligen Berg der Franken« in die Rhön

5Auf der »Straße der Fachwerkromantik«

6Frankenidylle zwischen Main und Steigerwald

7Der Maintal-Radweg von Kitzingen bis Würzburg

Mit Auto und Fahrrad durch Mittelfranken

8Zu den Spiegelkarpfen im Aischgrund

9Kleinode an der Romantischen Straße

10Ausflug ins markgräfliche Ansbach

11Glanzpunkte im Ansbacher Umland

12Radeln im Fränkischen Seenland

13Von Weißenburg ins fränkische Altmühltal

14Ein Bummel durch Nürnbergs Altstadt

15Malerische Ortsbilder rund um Nürnberg

Oberfränkische Attraktionen

16Im Naturpark Fränkische Schweiz

17Besuch auf Schloss Pommersfelden

18Bamberg – Juwel der Weltkultur

19Attraktionen im Coburger Land

20Burgen und Bier – von Bayreuth bis Kronach

Ausflugsziele auf einen Blick

1Würzburg mit Radtour

2Mainviereck und Spessart

3Fränkisches Weinfest

4Rhön und Kreuzberg

5Straße der Fachwerkromantik

6Zwischen Main und Steigerwald

7Radtour Kitzingen-Würzburg

8Spiegelkarpfen im Aischgrund

9Romantische Straße

10Besuch in Ansbach

11Glanzlichter Ansbacher Umland

12Radtour Fränkisches Seenland

13Weißenburg und Altmühltal

14Altstadtbummel in Nürnberg

15Ortsbilder rund um Nürnberg

16Fränk. Schweiz mit Radtour

17Radtour Pommersfelden

18Weltkulturerbe Bamberg

19Attraktionen im Coburger Land

20Auf Bier- und Burgenstraße

Ausflüge mit dem Auto

2Quer durch den Bayerischen Spessart

3Besuch eines fränkischen Weinfestes

4Zum »Heiligen Berg der Franken« in die Rhön

5Auf der »Straße der Fachwerkromantik«

6Frankenidylle zwischen Main und Steigerwald

8Zu den Spiegelkarpfen im Aischgrund

9Kleinode an der Romantischen Straße

10Ausflug ins markgräfliche Ansbach

11Glanzpunkte im Ansbacher Umland

13Von Weißenburg ins fränkische Altmühltal

14Ein Bummel durch Nürnbergs Altstadt

15Malerische Ortsbilder rund um Nürnberg

18Bamberg – Juwel der Weltkultur

19Attraktionen im Coburger Land

20Burgen und Bier – von Bayreuth bis Kronach

Radtouren

1In der Mainmetropole Würzburg

7Der Maintal-Radweg von Kitzingen bis Würzburg

12Radeln im Fränkischen Seenland

16Im Naturpark Fränkische Schweiz

17Besuch auf Schloss Pommersfelden

Legende


Autobahnen


Hauptstraßen


Nebenstraßen


Verbindungsstraßen


Schotter-/Asphaltwege


Eisenbahn


Empfohlene Route/Richtung


Parkplatz, Bahnhof


Schloss/Burg, Burgruine


Kirche, Kloster, Museum


Besonderer Anziehungspunkt


Aussichtspunkt, Berg/Anhöhe, Moor


Naturschutzgebiet


Geotop


Gasthof, Gebäude, Alm


Anfangs-/Endpunkt von Routen

Einführung

Eines gleich vorweg: dieses Buch ist kein allumfassender Frankenführer, sondern will eher »Appetithäppchen« bieten, die ermuntern sollen, die Feinheiten dieses Landes aufzuspüren. Das touristische Spektrum Frankens ist vielfältig und braucht den Vergleich mit dem hochgelobten Oberbayern nicht zu scheuen.

Landschaften FrankensAbwechslung heißt das Motto: sanfte Mittelgebirgszüge, durchzogen von reizvollen Flusstälern wechseln sich mit aussichtsreichen landwirtschaftlichen Hochflächen ab. Stolze neun Naturparks sind eingerichtet, jeder mit eigenem Landschaftsprofil und faszinierenden Naturdenkmälern.

»Franken« im historischen Vokabular

Fränkisches Reich: Umfasste unter der Regentschaft Karls des Großen um 800 ganz Mittel- und Westeuropa sowie Teile Italiens. Das heutige bayerische Franken war darin nur ein kleiner Fleck nahe der Ostgrenze.

Aufteilung des Frankenreichs: 843 wurde das Reich im Vertrag von Verdun aufgespalten: in einen westlichen (später Frankreich) und einen mittleren Teil (u.a. Lothringen, Burgund und Königreich Italien) sowie in das Ostfrankenreich. In ihm entstanden zu Beginn des 10. Jh. die Stammesherzogtümer Sachsen, Franken, Bayern, Schwaben und Lothringen und im Laufe des 10. Jh. unter der Herrschaft der Ottonen (Kaiserkrönung Otto I. 962) das Heilige Römische Reich als Herrschaftsbereich deutscher Kaiser und Vorläufer des heutigen Deutschlands, ab dem 15. Jh. mit dem Zusatz »Deutscher Nation«.

Herzogtum Franken: Dazu gehörten neben fränkischen Regionen Bayerns auch Teile Hessens, Baden-Württembergs, Thüringens und von Rheinland-Pfalz. Es bildete in der Mitte des Ostfrankenreiches ein Kernland.

Fränkischer Reichskreis: Kaiser Maximilian I. reformierte Anfang des 16. Jh. das Reich und schuf zehn Reichskreise, um Sicherheits- und Wirtschaftsmaßnahmen zu bündeln und das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Einer davon war der Fränkische Reichskreis. Schon zu Beginn bestand er aus unzähligen Herrschaftsbereichen: Wichtigen und größeren Territorien der Bischöfe, Markgrafen und Reichsstädte standen zahlreiche Klein- und Kleinstgebiete der Grafen, Fürsten und Ritter gegenüber. Sie alle waren selbstständig und prägten ihre Bereiche nachhaltig, was bis in die heutige Zeit noch an der Vielfalt von Kultur, Lebensweise, Religion oder Sprache zu spüren ist.

Bayerisches Franken: Die Französische Revolution und europäische Kriege veränderten binnen weniger Jahre das Bild in Europa und in Franken grundlegend. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation wurde 1806 aufgelöst, Frankens Territorien büßten allesamt ihre Selbstständigkeit ein und wurden vom Königreich Bayern annektiert.

In Unterfranken dominiert der Main das Bild. Er ist Hauptfluss, gilt als namhafte Weinregion und ist gesäumt von waldreichen Höhenzügen: im Westen vom Spessart, nach Nordwesten hin von der Rhön, östlich des Maindreiecks vom Steigerwald und nördlich davon von den Haßbergen.

In Mittelfranken ragen die Frankenhöhe und die Westabhänge der Fränkischen Alb heraus, die das Fränkische Seenland umschließen. Der Großraum Nürnberg bleibt dagegen weitgehend eben. Vorzeigetäler sind der Taubergrund sowie die Täler der Altmühl, Regnitz und Pegnitz.

In Oberfranken wird die Landschaft im Süden geprägt von der Fränkischen Schweiz mit ihren Höhlen und Felsformationen, während im Norden der Frankenwald und das Fichtelgebirge mit dunklen Nadelwäldern einen eher herben Reiz ausstrahlen.


Das Wiesenttal ist eines der reizvollsten Flusstäler der Fränkischen Schweiz: Hier schmiegt sich der Ort Nankendorf zwischen bewaldeten Hängen an das Ufer der Wiesent.

FreizeitgestaltungWanderungen, Radtouren, Badevergnügen – die fränkischen Tourismusverantwortlichen haben 15 Urlaubsregionen eingerichtet (siehe Karte Umschlag-Innenseite), jede mit speziellem touristischem Angebot.

Kunst und KulturFranken ist vor allem auch altes Kulturland. Es besitzt reiche Kunstschätze, die zum Teil in das Kulturerbe der UNESCO aufgenommen wurden. Namhafte Beispiele sind die Würzburger Residenz, die Altstadt Bambergs und das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth. Kunsthistorischen Rang besitzen auch Dome, Kirchen und Klöster sowie Schlösser und Burgen aus den Kunstepochen der Spätromanik, Gotik und des Barocks. Nicht zuletzt lockt auch eine Vielzahl von Museen, von weltberühmten wie dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg bis hin zu kleinen Dorfmuseen, die oft erstaunlich reich ausgestattet sind.

Diese Bauten und Kunstbestände stammen oft von berühmten Architekten und Künstlern ihrer Zeit, so u.a. von Lucas Cranach, Albrecht Dürer und Tilman Riemenschneider aus der Renaissance oder von Balthasar Neumann und den Baumeistern Dientzenhofer aus der Barockzeit.

Verwaltungskonzept Franken: Seit 1837 Unterteilung in drei Regierungsbezirke (siehe auch die Karte auf der Umschlaginnenseite):

Unterfranken Fläche ca. 8.500 qkm; 1,3 Millionen Einwohner; 9 Landkreise, 3 kreisfreie Städte; Sitz Bezirksregierung: Würzburg

Mittelfranken Fläche ca. 7.200 qkm; 1,7 Millionen Einwohner; 7 Landkreise, 5 kreisfreie Städte; Sitz Bezirksregierung: Ansbach

Oberfranken Fläche ca. 7.200 qkm; 1,1 Millionen Einwohner; 9 Landkreise, 4 kreisfreie Städte; Sitz Bezirksregierung: Bayreuth

Historische Bauten und reiche Kunstschätze begegnen uns in Franken auf Schritt und Tritt. Im Bild eine in Gestik, Gesichts-ausdruck und Faltenwurf des Gewandes kunstvolle Skulptur des Landshuters Hans Leinberger, dem bedeutendsten Bildhauer der Spätgotik in Altbayern (Germanisches Nationalmuseum in Nürnberg).

Neben der »klassischen« Kultur in Franken darf auch die volkstümliche nicht zu kurz kommen. Hier geht es vor allem um die romantischen Ortsbilder, die einen Gutteil der fränkischen Anziehungskraft ausmachen und das gerühmte »heimelige« fränkische Gefühl vermitteln. Namhafte Beispiele sind Rothenburg und Dinkelbühl, aber auch unbekanntere gehören dazu, wie Königsberg in den Haßbergen oder das oberfränkische Sesslach.

Die Küche FrankensSie gilt als »deftig und ehrlich«! Gemeint ist wohl, dass statt allzu raffinierter Kreationen eher herzhafte, und kalorienreiche Gerichte bevorzugt werden. Dazu gehören u.a. Schweine- oder Sauerbraten, Schäufele, Knöchle oder Schlachtschüssel. Für den kleinen Hunger tun es auch mal die allgegenwärtigen Bratwürste, die in Nürnberg kurz, in Coburg aber mindestens doppelt so lang sind. Einen hohen Stellenwert haben nicht zuletzt kalte Wurstplatten einschließlich Geräuchertem und diversen Presssackarten, die wohl nirgends appetitlicher angerichtet werden und besser munden als in Franken. Ständige Begleiter der fränkischen Küche sind Bier und Wein. Bier passt zu jedem Gericht, Weißwein harmoniert besonders mit Fisch und fränkischer Rotwein ergänzt am besten Wildgerichte, wie Rehrücken und Wildschweinbraten.

Fazit: »Bist Du auf’s Ergründen der fränkischen Seele versessen, musst Du mit Franken fränkisch trinken und Essen« (Hans Karl Adam).

QuellenhinweiseFür Zahlen, Daten Fakten und Wertungen wurden neben den Webseiten der Gemeinden und Städte sowie der Tourismusverbände Frankens und seiner Naturparks, Feriengebiete und Weinadressen auch das Online-Lexikon Wikipedia zu Rate gezogen. Bei wörtlichen Wiedergaben ist die Quelle angegeben.

Des Weiteren wurden folgende Publikationen genutzt: ADAM, HANS KARL: Das Kochbuch aus Franken, Verlag W. Hölker, Münster 1975; BABOVIC, TOMA und GLASER, HERMANN: Ins Land der Franken fahren, Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2004; DEHIO, GEORG: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern I: Franken, Deutscher Kunstverlag, München 1999; NESTMEYER, RALF: Franken. Michael Müller Verlag, Erlangen 2007; Tourismusverbandes Franken e.V.: 200 Jahre Franken in Bayern. Nürnberg 2005; Tourismusverband Franken e.V.: Franken – Wein.Schöner Land! Nürnberg, 2014.

Einkehr und Besichtigungen:

Sofern bisher bei Einrichtungen Öffnungszeiten und bei Gasthöfen Ruhetage angegeben waren, sind diese in der Neuauflage durch eine Telefonnummer ersetzt, unter der man die entsprechenden Zeiten erfragen kann. Grund dafür ist, dass sich diese Zeiten relativ schnell ändern können.


Heiligenfiguren an den Häusern, wie hier Maria mit dem Kind in Lohr am Main, sind in Franken keine Seltenheit.


Das Frankenland ist auch Radl-Land, wie hier in den parkartigen Mainauen nördlich von Würzburg.

Meine Lieblingsausflüge Franken


1 In der Mainmetropole Würzburg

Stadtrundgang in Würzburg und Radausflug nach Veitshöchheim (ca. 24 km)

Auftakt ist ein Rundgang in Würzburg mit der Residenz und der Festung Marienberg als absolute Höhepunkte. Dann schwingen wir uns in den Sattel. Durch die Stein‘schen Weinberge und das Dürrbachtal geht es nach Veitshöchheim, wo man Schloss und Schlossgarten besuchen kann. Zurück nach Würzburg ist es dann nur noch ein Katzensprung (Zeitplan Seite 13).

Anfahrt: Mit dem Auto ab München/Nürnberg A 9/A 3 und B 8/B 13, ab Augsburg A 7 sowie B 2/B 25 und B 19. Mit der Bahn zahlreiche im Fern- und Nahverkehr; Radtransport nur im »Bayerntakt«, dann u. U. längere Fahrzeiten

Karten: Reisekarte Franken: ADAC-Autokarte Bayern Nord, 1:200 000; Radtour Würzburg: Topografische Karte UK 50-7 Fränkisches Weinland, 1:50 000; oder ADFC-Regionalkarte Würzburg Mainfranken, 1:75 000

Information: Touristinfo Würzburg im Falkenhaus: Tel. 0931/37 23 35; www.wuerzburg.de



Historische EckpunkteWürzburgs Geschichte beginnt 704 mit der ersten urkundlichen Erwähnung. Einige Jahrzehnte später wird das Bistum Würzburg gegründet. Im 11. und 12. Jh. folgt eine Blütezeit unter den Staufenkaisern. In diese Zeit fallen die Weihe des Doms (1187) und die Gründung der Festung Marienberg (1201). Ab 1483 prägt Tilman Riemenschneider das Kunstgeschehen in Würzburg mit und steigt auf zu einem bedeutenden Bildhauer. Seine Werke können heute im Mainfränkischen Museum auf der Festung Marienberg bewundert werden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erlebt die Stadt unter der Regentschaft der Fürstbischöfe von Schönborn eine zweite Glanzperiode. Höhepunkt dieser Ära war der Bau der Residenz (1723–1744) unter Leitung von Balthasar Neumann, einem führenden Architekten des Barockzeitalters. Ab 1814 gehört die Mainmetropole endgültig zu Bayern. Ihre dunkelste Stunde erlebt sie am 16. März 1945: In nur 17 Minuten legen alliierte Bomberverbände die Stadt in Schutt und Asche, der Wiederaufbau dauert über 25 Jahre.


Würzburgs Altstadt in der Abendsonne. Blick von der Festung Marienberg u. a. auf die Alte Mainbrücke, das Rathaus und den Dom. Hinten rechts die Residenz

Traditionsreiches Symbol für Weinliebhaber: das Schild über den Weinstuben des Juliusspitals in Würzburg

Stadtrundgang(siehe Karte). Beginnen wir mit der Residenz (ganzjährige Führungen, Dauer je 45 Minuten, Einzelheiten unter Tel. 0931/35517-0). Sie gilt als eines der bedeutendsten Barockschlösser Europas und zählt zum Weltkulturerbe der UNESCO. Außerhalb besticht der terrassenartige Hofgarten mit reichem Puttenschmuck, im Schloss gehören vor allem das Treppenhaus von Balthasar Neumann und darüber das größte Deckenfresko in der Welt von Giovanni Battista Tiepolo zu den Höhepunkten. Sehenswert sind neben der Hofkirche aber auch die Prunkräume, aus denen der prächtige Kaisersaal und das auf der Welt einmalige Spiegelkabinett herausragen. Auf dem Gang durch Theaterstraße und Juliuspromenade zum Mainkai passiert man das Bürgerspital (gestiftet 1319) mit reizvollem Innenhof und die schlossartige Anlage des Juliusspitals (gestiftet von Julius Echter 1576), beide waren Spitäler für Arme und Kranke. Letzteres ist heute noch Krankenhaus und Altenheim. Die beiden Anlagen sind übrigens auch Domizil zwei der bekanntesten fränkischen Weinstuben.


Blick aus einer Laube des Hofgartens auf die von der Morgensonne angestrahlte Ostfront der Würzburger Residenz


Eines der bekanntesten Würzburger Fotomotive: die Alte Mainbrücke mit ihren steinernen Heiligenfiguren, darüber die Festung Marienberg und im Hintergrund links das von Balthasar Neumann erbaute Käppele – drei Wahrzeichen Würzburgs, vereint auf einem Bild

Am Mainufer stehen der wuchtige Alte Kranen, errichtet 1773 und nebenan das Alte Zollhaus, heute Haus des Frankenweins, wo man einen Bocksbeutel erstehen kann. Mit prächtigen Blicken auf Festung Marienberg und Käppele erreicht man am Mainkai entlang die Alte Mainbrücke. Sie stammt von 1543 und wurde knapp 200 Jahre später mit dekorativen Heiligenfiguren bestückt.

Hier machen wir nun einen Abstecher (ca. 1 km) zur Festung Marienberg. Wir überqueren die Brücke und steigen über Zeller Straße und Tellsteige (Schilder Fußweg) hinauf zur Burg.

Auf der Festung MarienbergMan schrieb das Jahr 1201, als mit dem Bau der Festung Marienberg begonnen wurde. In späteren Jahrhunderten folgten Änderungen und Erweiterungen, zuletzt im 17. Jh. durch den Umbau zum Renaissanceschloss und die Errichtung eines Rings wehrhafter Bastionen. Von 1253 bis 1719 war die Burg Residenz der Fürstbischöfe von Würzburg. Empfohlen wird ein Spaziergang durch die Anlage, beginnend im Zeughaushof mit dem Museum für Franken in Zeughaus und Echterbastei (Apr. bis Okt. Di–So 10–17, Nov.–März 10–16 Uhr, Mo geschlossen), einem der angesehensten Museen Bayerns. Zu bestaunen sind reiche Bestände fränkischer Kunst, so u.a. zahlreiche berühmte Plastiken von Tilman Riemenschneider, aber auch Porzellan, Möbel, Gemälde sowie Objekte aus Kunstgewerbe, Volkskunst und Weinkunde.

Eines der Meisterwerke Tilman Riemenschneiders im Museum für Franken, Würzburg: die trauernde Maria von Acholshausen (um 1505)

Durch das Echtertor geht es in den Mittleren Burghof mit Pferdeschwemme. Von dort führt durch das malerische, von zwei Rundtürmen eingefasste und mit Steinfiguren geschmückte Scherenbergtor von 1482 der einzige Zugang zum Inneren Burghof, der Kernburg. Hier sind u.a. der romanische Bergfried um 1200 mit Treppenturm von Interesse, auch die Marienkirche, die mit ihren frühromanischen Bauteilen als ältestes Baudenkmal des Marienbergs gilt, sowie der achteckige Renaissancebrunnen um 1600 und die verschiedenen Flügel der Kernburg. Im Fürstenbau auf der Ostseite der Kernburg ist das Fürstenbaumuseum untergebracht, das fürstbischöfliche Wohnräume sowie die Schatz- und Paramentenkammer mit reichen Schätzen zeigt. Öffnungszeiten und Burgführungen erfährt man unter Tel. 0931/ 35517-50.

Grober Zeitplan für den Ausflug

9–10Besuch Residenz

10–11Stadtrundgang bis Alte Mainbrücke

11–15Abstecher Festung und zweiter Teil Stadtrundgang

15–18Radtour bis Veitshöchheim ggf. einschl. Schlossbesuch

18–19Rückfahrt Würzburg

Zurück an der Alten Mainbrücke setzen wir den Altstadtrundgang fort und wenden uns zunächst dem nahe gelegenen Rathaus (seit 1316) zu. Der Komplex besteht aus mehreren Bauten, entstanden im Laufe der Jahrhunderte. Attraktivster Teil ist der Grafeneckart an der Domstraße, ein Geschlechterturm (um 1200) mit angefügtem Trakt. Er ist der älteste romanische Profanbau der Stadt. Im ersten Stock der Anlage befindet sich der sehenswerte Wenzelsaal aus dem 13. Jh., gegenüber steht der barocke Vierröhrenbrunnen von 1765. Neben dem Grafeneckart nach hinten gesetzt der sogenannte »Rote Bau« von 1660.


Romantisches Bauensemble auf der Festung Marienberg: das Scherenbergtor als Zugang zur Kernburg, links dahinter der Kiliansturm

Am Ende der Domstraße erhebt sich der mächtige Dom St. Kilian. Er gilt als ein Hauptwerk der deutschen Romanik und wurde 1187 geweiht. In den Jahrhunderten danach erfuhr er zahlreiche bauliche Veränderungen, bis er beim Luftangriff im März 1945 vollkommen ausbrannte. Der Wiederaufbau außen erfolgte in alter Form, im Innern wurden Altar, Sakramentshaus und Chor neu gestaltet. Vom alten Bestand sehenswert sind viele Grabdenkmäler, darunter das des Fürstbischofs von Scherenberg, ein Werk Tilman Riemenschneiders, die Schönbornkapelle, eine von Balthasar Neumann geschaffene Grablege der gleichnamigen Fürstbischöfe sowie barocker Stuck in Querhaus und Chor und der Kreuzgang an der Südseite. Neben dem Dom steht das Neumünster aus dem 11. Jh., errichtet über der Grabstätte des Hl. Kilian. Die Kuppel und die barocke Fassade wurden erst 1716 hinzugefügt. Sehenswert ist u.a. eine Steinmadonna von Riemenschneider und ein Cruzifixus, aber auch das stimmungsvolle Lusamgärtchen an der Nordseite der Kirche mit dem Grabdenkmal für Walther von der Vogelweide.

Blick von der Alten Mainbrücke in die Würzburger Domstraße: links das Rathaus mit dem Grafeneckart, hinten die beherrschenden Türme des Doms St. Kilian

Endpunkt des Rundgangs ist der Marktplatz, wo zwei Bauten das Bild bestimmen: das Haus zum Falken, einst Gasthaus, dann 1751 mit elegantem Rokokostuck verziert. Gleich dahinter erhebt sich beherrschend die Marienkapelle aus dem 14. Jh. Sie gilt als eine der bedeutendsten Hallenkirchen Frankens. Interessant sind vor allem die Torbogenfelder der drei Portale, im Innern aber auch Grabmäler fränkischer Ritter, Bürger und Künstler, so u.a. von Balthasar Neumann, sowie eine »Schöne Madonna« um 1420. Vom Marktplatz aus geht es schließlich über Eichhorn-, Martin- und Hofstraße hinter dem Dom wieder zurück zum Residenzplatz.


Markantes Bauensemble am Marktplatz von Würzburg: links die Marienkapelle, ein Glanzpunkt spätgotischer Baukunst, und rechts das stuckverzierte Falkenhaus

Natürlich besitzt Würzburg noch weitere hochrangige Sehenswürdigkeiten, so Kirchen und Klöster wie St. Burkard, Stift Haug oder das Käppele, aber auch die Anlage der Alten Universität, Letztere im Jahr 1582 begründet von Fürstbischof Julius Echter. Sie alle kann man besuchen, wenn man noch einen Tag in Würzburg bleibt oder ein zweites Mal in die Stadt kommt.

Radtour nach VeitshöchheimJetzt besteigen wir unsere Fahrräder und starten zur Radtour, die ca. 24 km lang und bis auf den Anstieg in den Stein’schen Weinbergen steigungsarm ist. Über Kapuzinerstraße, Rennweger Ring und Berliner Platz erreicht man die Grombühlbrücke. Drüben geht es im Zickzackkurs links in die Grombühl-, dann rechts in die Ernst-Reuter- und am Ende wieder links in die Lindleinstraße. Von dieser rechts auf den Rimparer Steig. Nach 200 m biegen wir links in den Schalksbergweg ein und nehmen Kurs auf das Schlosshotel Steinburg, das spektakulär an der oberen Hangkante liegt. Highlights des 1 km langen Aufstiegs durch die berühmten Stein‘schen Weinberge (siehe Kasten) sind prächtige Tiefblicke auf Würzburg, die Festung Marienberg und das Maintal. Am Ende mündet der Schalksbergweg in den Reußenweg, auf dem wir links zum Schlosshotel mit seiner Aussichtsterrasse kommen. Ein idealer Platz für eine kurze Rast.

Würzburger Stein

Etwa 85 ha ist er groß, der Steilhang mit der weltbekannten Weinlage am Nordrand Würzburgs. Im Zentrum des lang gestreckten Hangs mit Muschelkalkböden die Anbaufläche »Steinharfe«, Toplage dieses Weinbergs. Erste Anpflanzung von Weinreben 1665.

Besitzer der Weinberge sind zu je rund einem Drittel die Würzburger Weingüter Juliusspital, Staatlicher Hofkeller und Bürgerspital, Letzteres ist Alleininhaber der Lage Steinharfe. Von den zwölf angebauten Sorten dominieren Silvaner und Riesling.

Aussichtsterrasse des Schlosshotels Steinburg: Wo könnte man sich besser von den Strapazen des Aufstiegs erholen!

Ob Pause oder nicht, fortgesetzt wird die Tour auf der Steinburgstraße, wo man wenig später in den Genuss einer langen Abfahrt nach Unterdürrbach kommt, um unten rechts in das Dürrbachtal einzuschwenken. Seine Markenzeichen: alter Baumbestand und gepflegte Wohnanlagen an den Hängen. Die Straße selbst verfügt in den Orten über Radwege, im Übrigen halten sich Verkehr und Steigungen in Grenzen. Wir radeln also nach Norden weiter, passieren erst Unter- und Oberdürrbach, dann ein Waldstück und stoßen nach 4 km auf eine Querstraße, wo es rechts nach Gadheim geht. Direkt am Ortsrand folgen wir dem links abgehenden Sträßchen Richtung Veitshöchheim. Nach lang gezogener Abfahrt passiert man schließlich die Unterführung B 27/Bahnlinie und gelangt zur Thüngersheimer Straße im Zentrum. Zum Besuch des Schlosses geht es auf Thüngersheimer- und Kirchstraße nach Süden zum Schlosseingang. Wer gleich nach Würzburg zurück möchte, erreicht über Eremitenmühlstraße und Mainlände den Steg über den Main.

Schloss Veitshöchheim(April–Okt. Di–So 9–18 Uhr, Führungen zur vollen Stunde) wurde 1682 fertiggestellt, diente zuerst als Jagdhaus und später als Sommerresidenz der Würzburger Fürstbischöfe. Umbauten zum Wohnschloss erfolgten um 1750 unter der Regie von Balthasar Neumann. Größere Berühmtheit besitzt freilich der ebenfalls von Würzburger Fürstbischöfen angelegte Schlossgarten (tgl. 8–20 Uhr) im Stil des Rokoko, einer der schönsten seiner Art in Deutschland. Er ist unterteilt in Schloss-, Wald-, Lauben- und Seenregion. Ein großer See mit Figurengruppe wird umrahmt von Heckensälen, Rondells, Pavillons und Lauben, verbunden mit einem Netz von Wegen und angefüllt mit nicht weniger als 300 Skulpturen Würzburger Hofbildhauer. Rückfahrt: Vom Schloss aus steuern wir über Obere Maingasse und Mainlände den Steg über den Main an und wechseln das Ufer. Ein Uferradweg Richtung Würzburg verläuft zuerst neben einer Straße und bietet nur wenig reizvolle Ausblicke auf das Gegenufer. Dann aber wird das Gelände zusehends parkartiger und die Aussicht attraktiver. Ca. 9 km nach dem Uferwechsel erreicht man wieder die Alte Mainbrücke in Würzburg. Damit geht ein erlebnisreicher Ausflug zu Ende. Letzter Anlaufpunkt ist nun noch der Autoparkplatz oder der Hauptbahnhof.


Glanzstück im Rokokogarten von Veitshöchheim: Ein See mit dem Figurenensemble Parnass, neun Musen umringen Apoll und darüber schwebt ein geflügeltes Dichterross.


Blick vom Main-Radweg auf die weltbekannten Weinlagen des Stein und auf das Schlosshotel Steinburg

Einkehr

Würzburg: Alte Mainmühle, Mainkai 1, mit Aussichtsterrasse; Juliusspital, Juliuspromenade 19, Freisitz; »Zum Stachel«, Gressengasse 1, Innenhof, (Mo Ruhetag); Backöfele, Ursulinengasse 2, überdachter Innenhof

Restaurant Steinburg, Auf dem Steinberg, Aussichtsterrasse

Veitshöchheim: Restaurant Weißes Lamm, Kirchstraße 24; Spundloch, Kirchstraße 19, kleine Terrasse

2 Quer durch den Bayerischen Spessart

Autofahrt ab Würzburg über Miltenberg und Mespelbrunn bis Aschaffenburg (160 km)

Wir folgen zunächst dem Lauf des Mains, besuchen am Fluss gelegene malerische Städtchen und fahren dann von Miltenberg hinein in den Spessart zum Romantikschloss Mespelbrunn. Von dort geht es nach Aschaffenburg, wo mit Schloss Johannisburg ein letzter Höhepunkt unserer Reise wartet.

Anfahrt: Mit dem Auto ab München/Nürnberg A 9/A 3 und B 8/B 13, ab Augsburg A 7 sowie B 2/B 25 und B 19. Mit der Bahn nicht empfehlenswert

Karten: Reisekarte Franken: ADAC-Autokarte Bayern Nord, 1:200 000;

Region Spessart: Topografische Karte UK L 22 Naturpark Spessart (Blatt Süd), 1:50 000

Information: Würzburg: Touristinfo im Falkenhaus: Tel. 0931/ 37 23 98; www.wuerzburg.de Spessart–Main–Odenwald in Aschaffenburg: Tel. 06021/39 42 71; www.spessart-touristinfo.de


Von Würzburg bis MiltenbergFalls Interesse an einem Rundgang in Würzburg besteht, siehe Ausflug Nr. 1. Ansonsten starten wir auf der B 27 und kommen nach Karlstadt. Die um 1200 gegründete Stadt wird umfasst von einer gut erhaltenen Stadtmauer mit Wehrtürmen und zwei Toren. Beachtung verdienen die Pfarrkirche St. Andreas mit spätgotischen Wandgemälden, Grabdenkmälern und Plastiken von Tilman Riemenschneider, des Weiteren das Rathaus mit Freitreppe und Staffelgiebel, schließlich die ehemalige fürstbischöfliche Amtskellerei als eines der ältesten Wohngebäude der Stadt und nicht zuletzt eine Reihe ansehnlicher Fachwerkhäuser.


Erste Station des heutigen Ausflugs: Karlstadt am Main, das nach Georg Dehio »eines der ansprechendsten Städtebilder Frankens« besitzt, hier mit seiner Hauptstraße

Information: Tel.: 09353/90 6688; www.karlstadt.de

Einkehr: Alte Brauerei, Hauptstr. 58, Terrasse (Tel. 09353/97710); Hotel Mainpromenade, Mainkaistr. 6, Uferterrasse

Wir verlassen jetzt ein kurzes Stück das Maintal und folgen der Staatsstraße 2435 bis Lohr, einem schmucken Städtchen am Main, dessen historische Wurzeln bis ins 12./13. Jh. zurückreichen. Die Altstadt zeigt ein malerisches Ortsbild mit heimeligen Gassen und Winkeln. Sehenswert sind u. a. das Renaissance-Rathaus (um 1600) mit Treppenturm, die bedeutenden Grabdenkmäler in der Pfarrkirche St. Michael, außerdem das ehemalige Kurmainzer Schloss (15.–17. Jh.) mit dem Spessartmuseum (Di–Sa 10–16, So/Fei 10–17 Uhr) sowie alte Fachwerkhäuser aus dem 16. Jh.


Heimeliger Platz in Lohr: links das ansehnliche Renaissance- Rathaus, rechts der stattliche Gasthof Schönbrunnen mit Straßenterrasse

Information: Tel.: 09352/848465; www.lohr.de

Einkehr: Schönbrunnen, Hauptstr. 28, Straßenterrasse (Do Ruhetag); Hotel Krone, Lohrtorstr. 2, Terrasse und Innenhof

Weiter geht es am Main entlang, mal am rechten, mal am linken Ufer (siehe Karte), vorbei an Burg und Ort Rothenfels (Ortsbild!) sowie an Wertheim und an der Burgruine Henneburg (12. Jh.). Dann erreicht man Miltenberg. Seine Stadtgeschichte beginnt mit dem Bau der Mildenburg um 1225. Unterhalb entsteht eine Siedlung, die sich bis zum Ende des 14. Jh. weiter ausbreitet. Bis 1803 gehört die Stadt zum Kurfürstentum Mainz und wird 1816 endgültig bayerisch.


Das traditionsreiche Gasthaus Zum Riesen in Miltenberg mit Straßenterrasse

Naturpark Spessart

Flaches Waldgebirge mit Höhen von 400 bis 600 m. Knapp 2500 qkm groß, gehören 70 % davon zu Bayern, der Rest zu Hessen. Eingegrenzt wird der Naturpark vom Mainviereck sowie den Flüssen Kinzig und Sinn. Der Hauptzug läuft von Miltenberg nach Schlüchtern und ist gut 70 km lang. Die abgerundeten Höhenrücken sind von Eichen und Buchen bestanden. Höchste Erhebung ist der Geiersberg auf bayerischer Seite mit 568 m. Der Spessart war zunächst reines Jagdgebiet, Ansiedelungen wurden erst ab dem 12. Jh. erlaubt, er ist jedoch heute noch dünn besiedelt. Von sich reden machte er besonders im 19. Jh. durch Räuberunwesen (Wirtshaus im Spessart!).

Liebhaber der Fachwerkarchitektur kommen in Miltenberg voll auf ihre Kosten. Wunderschöne und qualitätsvolle Beispiele, besonders an der Hauptstraße und rund um Marktplatz und Schnatterloch, zeugen noch von einer Blütezeit im 15./16. Jh. Man läuft am besten vom Engelplatz durch die Fußgängerzone. Gleich darauf passiert man das Gasthaus zum Riesen, das 1590 erbaut wurde und als ältestes Gasthaus Deutschlands gilt. An Nr. 137 folgt das ehemalige Mainzer Kaufhaus, errichtet um 1375, aber 1820 verändert. Dann erreicht man den Marktplatz und das links abgehende Schnatterloch. Dort sind mehrere Bauten von Interesse: Neben der Stadtpfarrkirche St. Jakobus u. a. die ehemalige Mainzer Amtskellerei von 1541, heute Museum der Stadt Miltenberg (April–Okt. Di–So 10–17:30, im Winter 11–16 Uhr), das sogenannte »Hohe Haus« (1530) gegenüber mit vorkragenden Obergeschossen und Erkern sowie die oben thronende Mildenburg (13. Jh.) mit mächtigem Bergfried. Die Anlage kann man täglich nachmittags besuchen. Lohnenswert ist auch ein Abstecher zum Aschaffenburger Tor (ca. 1 km einfach) und dort zur Friedhofskapelle St. Laurentius. Sie besitzt eine kostbare Ausstattung.


Romantik pur! Von Wasser und Laubwäldern umgeben, wirkt das Stammschloss der Familie Echter in Mespelbrunn wie ein verwunschener Palast und ist doch nur alltägliches Domizil dieser Familie.

Eines der schönsten Straßenbilder in Miltenberg am Schnatterloch: ein Ensemble pittoresker Fachwerkfassaden, aus denen das »Hohe Haus« von 1530 herausragt; darüber thront die Mildenburg.

Information: Tel.: 09371/40 41 19; www.stadt-miltenberg.de

Einkehr: Zum Riesen, Hauptstr. 97, Straßenterrasse, Tel. 09371/989948

Durch den Spessart nach MespelbrunnAb Miltenberg hat man das Maintal verlassen und sich nach Norden durch den Spessart auf den Weg zum Schloss Mespelbrunn gemacht, jenes malerisch in einem stillen Seitental gelegene und von Wasser umgebene Bauensemble. Es besteht aus drei Flügeln um einen Rechteckhof und einen wuchtigen Bergfried. Errichtet wurde es 1419 als Stammschloss der Familie Echter, zunächst als trutzige Wasserburg – der menschenleere Spessart war damals ein höchst unsicheres Terrain –, dann wurde es bis 1568 zum romantischen Renaissanceschloss umgebaut. Das heutige Aussehen geht im Wesentlichen auf diese Zeit zurück. Aus der Familie Echter stammt übrigens auch Julius Echter. Dieser war nicht nur Fürstbischof in Würzburg und Herzog in Franken, sondern auch Stifter das Juliusspitals (1576), Bauherr der Festung Marienberg und Gründer der Universität Würzburg (1583). Durch Heirat entstand 1648 eine neue Linie mit dem Namen »Grafen von Ingelheim genannt Echter von und zu Mespelbrunn«. Sie bewohnen noch heute das Schloss, das in Teilen auch der Öffentlichkeit zugänglich ist (Tel. 06092/269). Zu sehen sind u. a. Möbel, Gemälde, Porzellan und Waffen.


Das Wahrzeichen der Stadt Aschaffenburg schlechthin: Schloss Johannisburg, in seiner imposanten Gestalt Ausdruck von Macht und Reichtum des ehemaligen Mainzer Kurstiftes


Schlussspurt nach AschaffenburgEine kurze Autofahrt von gut 20 km und wir haben unser Tagesziel Aschaffenburg, auch »bayerisches Nizza« genannt, am Westhang des Spessarts nahe der Grenze zu Hessen erreicht. Schon 957 erstmals erwähnt, gehört die Stadt rund 850 Jahre ununterbrochen zum Kurfürstentum und Erzbistum Mainz, und zwar durchaus als eigenständiger und selbstbewusster Teil, wie ihre Funktion als Zweitsitz der Mainzer Erzbischöfe und später kurz als Hauptresidenz der Mainzer Kurfürsten beweist. 1814 schließlich fällt die Stadt an Bayern. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wird sie durch Luftangriffe und Artilleriebeschuss schwer zerstört, danach wieder vollständig aufgebaut. Wir wenden uns jetzt den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zu, nämlich Schloss Johannisburg, Pompejanum und Stiftskirche.

Schloss Johannisburg, 1122 erstmals erwähnt, wird die mittelalterliche Anlage um 1550 zerstört und bis 1614, diesmal als Renaissanceschloss, neu erbaut. Es ist nicht nur Wahrzeichen Aschaffenburgs, sondern gehört »zu den bedeutendsten Anlagen der deutschen Renaissance« (Georg Dehio). Vier dreigeschossige prächtige Flügel in kräftigem Sandstein-Rot umfassen einen Innenhof mit wuchtigen Ecktürmen und einem Bergfried, der noch aus dem 14. Jh. stammt. Im Innern können vor allem Mobiliar und Gemälde besichtigt werden (April–Sept. Di–So 9–18, im Winter 10–16 Uhr).

Pompejanum Ebenfalls im Schlosspark steht in Schlossnähe am Mainhochufer das Pompejanum. Errichtet bis 1848, sollte damit eine Villa aus dem antiken Pompeji nachgebildet und Kunstliebhabern zugänglich gemacht werden. Auftraggeber war König Ludwig I., Architekt Friedrich von Gärtner. Die prächtig ausgemalten Räume mit Mosaikfußböden und römischen Kunstobjekten können besichtigt werden (Öffnungszeiten wie Schloss).

Stadtpfarrkirche St. Peter und Alexander Für den Fall, dass Sie noch etwas Zeit haben oder einen zweiten Tag in Aschaffenburg verbringen, bietet die Stadt weitere hochrangige Sehenswürdigkeiten, vor allem die ehemalige Stiftskirche St. Peter und Alexander mit kunsthistorisch bedeutender Ausstattung (u.a. »Die Beweinung Christi« von Matthias Grünewald). Beachtenswert sind aber auch das Rathaus, das Theater, Schloss und Park Schönbusch, die Sandkirche und nicht weniger als neun Museen.

Information: Tel.: 06021/39 58 00 oder 01; www.aschaffenburg.de

Einkehr: Schlossweinstuben, Terrasse (Tel. 06021/12440); Zum Fegerer, Schlossgasse 14, Innenhof; Zum Goldenen Ochsen, Karlstr. 16

Postskriptum Wertheim

Dass wir im Mainviereck wortlos an Wertheim vorbeigefahren sind, hat seinen Grund: Das Städtchen gehört nämlich zu Baden-Württemberg und nicht zu Franken. Dennoch: Wer es zeitlich einrichten kann, sollte einen kurzen Rundgang machen. Sehenswert sind u. a. die Stiftskirche, schöne Fachwerkfassaden und die fotogene Burgruine darüber.


Das Pompejanum von 1848 in Aschaffenburg am Hochufer des Mains

3 Besuch eines fränkischen Weinfestes

Wer die Franken in wenigen Stunden kennenlernen will, sollte ein Glas Wein mit ihnen trinken

Weinfeste in Mainfranken gehören zu den Höhepunkten im Weinjahr, für Gäste wie für Einheimische. Zur Wahl stellen wir Feste mit besonderem Flair vor und bieten zudem Wissenswertes rund um den Wein. So kann man – quasi als »Experte« – Wein und Schmankerln in geselliger Runde genießen.

Anfahrt: Siehe die einzelnen Orte und die Karte

Karten: Reisekarte Franken: ADAC-Autokarte Bayern Nord, 1:200 000

Information: Tourismusverband Fränkisches Weinland in Würzburg, Tel.: 0931/37 23 35; www.fraenkisches-weinland.de Tourismusverband Franken e.V. in Nürnberg, Tel.: 0911/94 15 10; www.frankentourismus.de (Herausgeber der Broschüre Franken – Wein. Schöner. Land!)


Weinland FrankenWer heute Weindörfer in Mainfranken besucht, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus: ein Dorf schöner als das andere! Überall mittelalterliche Ortskerne mit repräsentativen Rathäusern, schmucken Fachwerkfassaden und restaurierten Malerwinkeln, dazu stattliche Gasthöfe mit Straßenterrassen, und das Ganze umringt von Stadtmauern mit Türmen und Toren, manchmal auch gekrönt von einem Schloss oder einer Burgruine. Wissen muss man dabei: Vor fünf, sechs Jahrzehnten waren das noch – überspitzt ausgedrückt – »mausgraue« Bauernoder Winzerdörfer, deren Bewohner andere Sorgen hatten als die Verschönerung ihres Ortsbildes. Ähnlich verhält es sich mit dem Frankenwein. Was früher Landwirte und Winzer nach schwerer Tagesarbeit zur Brotzeit tranken, waren einfache, bodenständige, oft selbst angebaute und gekelterte Weine, ohne Qualitätsmerkmale, ohne Etikett. Heutzutage dagegen läuft in Franken eine regelrechte Qualitätsoffensive. Es gibt auch jetzt noch einfache Sommerweine, aber es gibt auch wunderbare Qualitätsweine, die auf diversen Verkostungen Goldmedaillen einheimsen, und es gibt absolute Spitzenweine, die den fränkischen Wein auch international salonfähig gemacht haben. Die Weinwelt in Mainfranken hat sich gewandelt, grundlegend!


Ein strahlendes Dreigestirn zum Auftakt soll für fränkische Weinfeste begeistern: drei »Große Gewächse«, also absolute Spitzenweine, von drei der namhaftesten Erzeuger in Franken: Horst Sauer in Escherndorf, Josef Störrlein in Randersacker und Juliusspital in Würzburg.

Licht- und Schattenspiele über Escherndorf und seiner berühmten Weinlage, »Escherndorfer Lump«

Fränkische WeinfesteRomantische Dorfkulissen und Weinvielfalt – was liegt da näher, als diesen Rahmen für stimmungsvolle Weinfeste zu nutzen. So wurden beispielsweise 2011 und 2012 jeweils über 100 Weinfeste in Szene gesetzt, kleinere Dorffeste und Heckenwirtschaften nicht mitgerechnet. In Letztere lädt der Winzer im Frühjahr und vor allem im Herbst ein und kredenzt deftige kleine Speisen zu jungem, gärendem Wein aus eigenem Anbau, »Bremser« genannt.

Doch Weinfest ist nicht gleich Weinfest! Es gibt einfachere Dorffeste mit ein paar Buden, wo man Wein und Bratwürste selber holen muss.

Viele Weinfeste aber bieten neben der schönen Ortskulisse eine größere Auswahl fränkischer Spezialitäten und Weine, die von freundlichen Bedienungen serviert werden. Musik hält sich im Hintergrund. Als ältestes fränkisches Weinfest gilt übrigens das in Escherndorf.

Natürlich gehört zu einem richtigen Weinfest immer auch eine zünftige Blasmusik, wie hier beim renommierten Weinfest in Sommerach am Main.

Romantik pur beim Weinfest in Homburg am Fuße des fachwerkverzierten Schlosses

Ja, und dann gibt es noch Weinfeste, die Zertifizierungskriterien der Kampagne »Franken – Wein.Schöner.Land!« erfüllen, als da sind: stilvolles Ambiente, kontrollierte Weinqualität, regionale fränkische Spezialitäten sowie ein ausgewogenes Musikprogramm. Dazu kompetentes und freundliches Fachpersonal. Diese Weinfeste gelten als besonders empfehlenswerte Veranstaltungen. Naturgemäß kann sich die Liste dieser schönen Weinfeste von Jahr zu Jahr ändern. Greifen wir eine Handvoll Weinfeste heraus, die in den vergangenen Jahren die Zertifizierungskriterien erfüllt haben. Weinfest Sommerach Diese Veranstaltung gilt nach Einschätzung des fränkischen Tourismusverbandes als ein »Highlight unter den fränkischen Winzerfesten«, das »Stil, Atmosphäre und gepflegte Weinkultur« ausstrahlt. Es findet im Juli im historischen Ortskern statt, wo die Winzer persönlich ihre Weine ausschenken.

Anfahrt: Mit dem Auto: Lage und zuführende Straßen siehe Karte. Mit der Bahn bis Kitzingen (ca. 14 km südlich), von dort weiter mit dem Bus bis Sommerach

Übernachtung: Gasthof Zum Schwan, Hauptstr. 10; Ferienwohnung: Zum Rosenberg, Zum Rosenberg 3; Weingut Otmar Zang, Zum Katzenkopf 2

Information: Tel.: 09381/12 29; www.sommerach.de

Kulinarisches Weinfest Nordheim Fränkische Spezialitäten und kleine internationale Speisen sowie eine große Auswahl Nordheimer Weine geben diesem Fest seinen Namen. Es findet alljährlich im September in einem dafür errichteten Weinzelt statt.

Anfahrt: Mit dem Auto: Lage und zuführende Straßen siehe Karte. Mit der Bahn über Würzburg bis Seligenstadt, von dort weiter mit dem Bus

Übernachtung: Hör Gästezimmer, Zehnthofstr. 1; Ferienwohnung Weinbau Neubert, Raiffeisenstr. 25; Ferienwohnung Weingut Rudloff, Mainstr. 19. Empfehlenswerte Übernachtungsmöglichkeiten auch im benachbarten Volkach

Info Tel.: 09381/28 66 (Gemeindeverwaltung)

Homburger Weinfest Ende Juli/Anfang August geben sich Weinfreunde im romantischen Schlosshof in Homburg alljährlich vor der Fachwerkkulisse des Schlosses ein Stelldichein. Im Angebot dieses Festes sind auch hier regionale Weine und diverse fränkische Speisen.

Anfahrt: Mit dem Auto: Lage und zuführende Straßen siehe Karte. Mit der Bahn bis Würzburg, von dort weiter mit Bus über Marktheidenfeld nach Triefenstein

Übernachtung: Weinkrug, Maintalstr. 19; Zum Güldenen Rösslein, Burkardusplatz 1

Information: Markt Triefenstein: Tel.: 09395/97 01 12

Jubel, Trubel, Heiterkeit herrschen beim Weinfest in Sommerach alljährlich im Juli. Es gilt als besonders empfehlenswert.

Würzburger Weinfeste Drei Feste sollen hervorgehoben werden. Sie bieten einen besonders schönen Rahmen sowie eine einmalige Wein- und Speisenvielfalt.

Das Würzburger Weindorf steigt als erstes Weinfest zum letzten Maiwochenende auf dem Marktplatz vor der historischen Kulisse des Falkenhauses und der Marienkapelle. Wein- und Sektlauben reihen sich aneinander und bieten alles, was das Herz begehrt: über 100 verschiedene Weine und fränkische Spezialitäten vom Feinsten.

Das Hofgartenfest des Staatlichen Hofkellers im Hofgarten der Residenz folgt Ende Juni/Anfang Juli. Zu den diversen Weinen des Hofkellers liefert die Residenzgaststätte die passenden Speisen.


Die »Weinparade« in Würzburg auf dem Marktplatz am Fuß der altehrwürdigen Marienkapelle. Das Weinfest richtet sich an gehobene Ansprüche. Unter weißen und blauen Zelten werden Weine aller Qualitätsstufen auch in kleinen Mengen ausgeschenkt, dazu gibt es fränkische und internationale Leckerbissen.

Die Weinparade fand 2008 erstmalig auf dem Würzburger Marktplatz in weißen und blauen Pagodenzelten statt, und zwar Ende August/Anfang September. Das Fest erfüllt – wie das Weindorf – auch höhere Ansprüche: Angeboten werden über 100 Weiß- und Rotweine bis hin zum Eiswein und dazu passend fränkische Leckerbissen.

Wegen derzeit unsicherer Veranstaltungstermine hier die Ansprechtelefone der Würzburger Weinfeste:

Würzburger Weindorf und Weinparade:

Tel. 0931/35170;

Hofgartenfest:

Tel. 0931/3050931

Anfahrt: Mit Auto oder Bahn

Übernachtung: Auskunft über Würzburger Hotels in diversen Preisklassen bei Congress- und Tourismuszentrale, Tel.: 0931/37 23 35

Kleine WeinkundeNicht nur auf dem Weinfest, auch im häuslichen Gebrauch können ein paar Grundkenntnisse über Wein nützlich sein. Beginnen wir mit den Rebsorten. Rund 20 davon gibt es in Franken, die wichtigsten weißen sind Müller Thurgau (über 40 % der Anbaufläche), Silvaner (gut 20 %) und Bacchus (gut 10 %). Bei den roten Rebsorten dominieren der Spätburgunder und der Domina (beide ca. 2,5 %).

Qualitätsstufen: Jeder fränkische Wein muss sich einer amtlichen Qualitätsprüfung unterziehen und erhält danach eine Amtliche Prüf-Nr. (A.P.Nr.). Sie steht auf dem Etikett.

In Deutschland gelten zwei Klassifizierungssysteme: einmal im Deutschen Weingesetz die Unterscheidung nach Tafelwein, Landwein, Qualitätswein und Prädikatswein, bei Letzterem z.B. nach Kabinett, Spätlese und Auslese. Zum anderen die VDP.-Klassifikation mit ihren vier Stufen: VDP.Gutswein (klassische Gutslagen), VDP.Ortswein (hochwertige Weinberge eines Ortes), VDP.Erste Lage (erstklassige Weinberge) und VDP. Große Lage (hochwertigste parzellengenaue Lagen). Welche Qualitätsbezeichnung verwendet wird, hängt davon ab, für welches System sich das betreffende Weingut entschieden hat.

Wer glaubt, fränkische Weinfeste gäbe es nur in Franken, irrt! Alljährlich findet im Alten Hof, der ersten Residenz der Wittelsbacher in München (1253 bis1474), ein Fränkisches Weinfest statt, das sich durch stimmungsvolles Flair auszeichnet.

Hier noch einige Hinweise, die den Umgang mit Wein erleichtern. Der Oechslegrad eines Weins gibt an, um wie viel Gramm ein Liter Most wegen des enthaltenen Zuckers schwerer ist als ein Liter Wasser. Je höher der Oechslegrad, desto mehr Zucker und desto höher der Alkoholgehalt. Der Alkoholgehalt eines Frankenweins schwankt etwa zwischen 10 (leichte Sommerweine) und 14 Vol.-% (schwere Rotweine). Das Volumenprozent hat 8 Gramm reinen Alkohol. Ein Wein mit beispielsweise 12 Vol.-% hat also im Liter 96 Gramm reinen Alkohol, in einem 0,2-Glas demnach knapp 20 Gramm.


Das Etikett aus Klingenberg informiert über alles, was man von dem Wein wissen muss: Erzeuger, Weinjahr, Weinlage, Rebsorte, Qualitätsstufe, Alkoholgehalt, Amtliche Prüfnummer und die Auszeichnungen.

Weinflasche und Etikett: Qualitätsweine ohne Prädikat sind meist in weißen Bocksbeuteln oder in Bordeauxflaschen enthalten. Klassische Prädikatsweine und Spitzenweine dagegen werden in grüne Bocksbeutel oder in Burgunderflaschen abgefüllt. Das Etikett einer Weinflasche gibt Auskunft über die wichtigen Merkmale eines Weins (siehe Bild rechts mit Erklärungen). Ausbauart: Man unterscheidet liebliche, halbtrockene und trockene Weine. Letztere dürfen in Franken nicht mehr als vier Gramm Restzucker im Liter haben. Qualitätsweine mit Prädikat dürfen auf keinen Fall mit Zucker angereichert werden.

Weinprämierungen: Vom Fränkischen Weinbauverband werden alljährlich Bronze-, Silber- und Goldmedaillen verliehen, die zehn besten Frankenweine erhalten die Auszeichnung »Best of Gold«. Ebenfalls jährlich vergibt der Bayerische Staatsminister für Landwirtschaft und Forsten den Bayerischen Staatsehrenpreis an drei herausragende Weinbetriebe.

Doch der Frankenwein sammelt inzwischen auch internationale Preise ein. Die »International Wine and Spirit Competition« in London, die »Canberra International Riesling Challence« und die »AWC-Vienna – International Wine Challenge« in Wien sind drei der wichtigsten Veranstaltungen, auf denen fränkische Winzer bedeutende Preise errungen haben (siehe Kasten rechts).

Fränkische Preisträger

Mehrere Male schon wurde der Escherndorfer Winzer Horst Sauer in London zum »German Wine Producer oft the Year« gekürt. Auch der Winzerkeller Sommerach war auf diversen Veranstaltungen mehrfach Preisträger. Und in Canberra wurde eine Riesling Beerenauslese des Würzburger Juliusspitals zum »Best Riesling in the world« gewählt.

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Ograniczenie wiekowe:
0+
Data wydania na Litres:
12 listopada 2024
Objętość:
267 str. 230 ilustracji
ISBN:
9783862468041
Wydawca:
Właściciel praw:
Bookwire
Format pobierania:

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