Czytaj książkę: «Die Pilates Elements Methode»
Anmerkungen
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit haben wir uns entschlossen, durchgängig die männliche (neutrale) Anredeform zu nutzen, die selbstverständlich die weibliche mit einschließt.
Das vorliegende Buch wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder die Autorin noch der Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch vorgestellten Informationen resultieren, Haftung übernehmen.
Andrea Frey
Die PILATES
Elements-Methode
Ganzjahrestraining für jeden Typ

Widmung
Widmen möchte ich das Buch meinem verstorbenen Vater, der seiner schweren Erkrankung lange getrotzt hat, um für ihn wichtige Ziele zu erreichen und erreicht hat. Und allen Ärzten und Pflegekräften, die uns in der palliativen Phase einfühlsam unterstützt und begleitet haben, sowie allen Menschen, die einen geliebten Menschen auf seiner letzten Reise begleiten, den Abschiedsschmerz mit ihm teilen und ihm ein „Leben bis zum letzten Atemzug“ ermöglichen.
Die Pilates-Elements-Methode
Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek
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© 2020 by Meyer & Meyer Verlag, Aachen
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Member of the World Sport Publishers’ Association (WSPA)
ISBN 978-3-8403-7678-8
eISBN 978-3-8403-3729-1
E-Mail: verlag@m-m-sports.com
www.dersportverlag.de
Inhalt
Vorworte
Vorwort der Autorin – mein Weg
Vorwort von Britta Brechtefeld
1Das HOLZ-Element
1.1Die Welt der Faszien
1.2Ein Rückblick – Osteopathie und Rolfing
1.3Im Hier und Jetzt
1.4Ein kleiner Ausflug in die Histologie, Physiologie und Anatomie
1.4.1Psychosomatik und Faszien
1.4.2Das vegetative Nervensystem
1.5Die Faszienelemente
1.5.1Das straffe Bindegewebe
1.5.2Das lockere Bindegewebe
1.5.3Das elastische Bindegewebe
1.6Die Rezeptoren – der sechste Sinn
1.6.1Die Golgi-Rezeptoren
1.6.2Pacini-Körperchen oder Vater-Pacini-Lamellenkörperchen
1.6.3Ruffini-Rezeptoren
1.6.4Freie Nervenendungen, die interstitiellen Rezeptoren
1.6.5Die Muskelspindeln
1.7Das Tensegrity-Modell in Bezug auf unseren Körper
1.7.1Erklärung am Rande – Tensegrity
1.8Die Säulen des Faszientrainings
1.8.1Myofascial Release = lösende Techniken
1.8.2Rebound Elasticity = elastisches Federn, Katapulteffekt
1.8.3Fascial Stretch oder was passiert beim Dehnen?
a)Dehnen der myofaszialen Meridiane und Leitbahnen
b)Dynamischer Stretch
c)Aktiv geladener Stretch
d)Melting Stretches
1.8.4Sensory Fluid Refinement = sensorisches Verfeinern und Mikrobewegungen
1.9Die Meridiane in Theorie und Praxis
1.9.1Der Lebermeridian
1.9.2Der Gallenblasenmeridian
1.9.3Die Laterallinie
1.9.4Die tiefe Frontallinie
1.9.5Die Übungen und Flows
a)Neutraler Stand – sich zentrieren und sich mit oben und unten verbinden (L0)
b)„Die drei Gewölbe aufspannen“ (L0)
c)Basic Flow „Den Tag begrüßen/verabschieden“ oder „Einfach mal zwischendurch“ (L1)
1.10HOLZ-Flows – sich ausdehnen, federn, schwingen, wachsen, verwurzeln, aktivieren
1.10.1„Der Baum bewegt seine Krone im Wind 1“ (L1) – Lateralflexion
1.10.2„Der Baum bewegt seine Krone im Wind 2“ (L2) – Plié/Cross Back
1.10.3„Der Baum bewegt seine Krone im Wind 3“ (L3) – Ausfallschritt zur Seite mit Passé
1.10.4Grundposition Vierfüßlerstand (L0)
1.10.5„Die Welle“ (L1)
1.10.6Vierfüßlerstand mit Leg-Lift-Variation (L1)
1.10.7Der Kniestand (L2)
1.10.8Side-Bend-Variation (L2-3)
1.10.9Relaxposition – „Die Nieren stärken“ (L1)
1.10.10 Relaxposition – „Leber und Milz stärken“ (L0)
1.11Die Rezepte
1.11.1Morgens – Polenta mit Apfel
1.11.2Mittags – Kartoffelpfanne mit Hühnchenbrustfilet und Spinat
1.11.3Abends – Porreesuppe
1.11.4Die meisten Ernährungsfehler aus Sicht der TCM
2Das FEUER-Element
2.1Das Functional Training
2.1.1Die Entstehung des Functional Trainings
2.1.2Was heißt eigentlich funktionelles bzw. Functional Training?
2.1.3Wie sieht das Training aus?
2.1.4Der kraftvolle Zylinder oder der Einsatz des intraabdominalen Drucks (IAD) in der PILATES-ELEMENTS-METHODE
2.1.5Die Ontogenese oder vom Liegen in den Stand
2.2Die Meridiane in Theorie und Praxis
2.2.1Der Herzmeridian
2.2.2Der Dünndarmmeridian
2.2.3Die tiefe, rückwärtige Armlinie
2.2.4Der Dreifacherwärmer-Meridian = Sanjiao
2.2.5Die oberflächliche, rückwärtige Armlinie
2.3FEUER-Flows – ausbreiten, schwingen, kräftigen, Balance zwischen oben und unten
2.3.1Arm Swings (L1-2)
2.3.2„Der Adler breitet seine Schwingen aus 1“ – Hip Hinge/Cross Back (L1-2)
2.3.3„Der Adler breitet seine Schwingen aus 2“ – Low Abs (L1-2)
2.3.4„Der Adler breitet seine Schwingen aus 3“ – Low Abs/Leg Lift Back (L1-2)
2.3.5„Der Frosch springt 1“ – Vorbereitung der Plank (L1)
2.3.6„Der Frosch springt 2“ – Plankposition (L2)
2.3.7„Der Frosch springt mit einem Bein“ – Plank mit Leg Pull (L3-4)
2.3.8Relax – Umkehrbewegung mit der Rolle unter dem Kreuzbein (L0)
2.4Die Rezepte
2.4.1Morgens – Rundkornreis mit Obst der Saison
2.4.2Mittags – Hühnchenbrustfilets mit frischem Spinat und Pinienkernen als Hauptgericht
2.4.3Rote-Beete-Salat mit Gurkenstückchen als Vorspeise
2.4.4Abends – Tomaten mit Schafskäse überbacken
3Das ERDE-Element
3.1Die PILATES-ELEMENTS-METHODE
3.2Die Prinzipien – eine besondere Komposition
3.2.1Die sechs Grundprinzipien des klassischen Pilates
3.2.2Das 7. Prinzip – die Mobilität und die Stabilität der großen und kleinen Gelenke
3.2.3Das 8. Prinzip – Aufspannen und Dehnen der Meridiane
3.2.4Das 9. Prinzip – Druck- und Zugmuster
3.2.5Das 10. Prinzip – die neuromuskuläre Ansteuerung
3.2.6Das 11. Prinzip – Alignment und Balance
3.2.7Das 12. Prinzip – Entspannung und Körperwahrnehmung
3.3Die Meridiane in Theorie und Praxis
3.3.1Der Magenmeridian
3.3.2Der Milz-/Pankreasmeridian
3.3.3Die oberflächliche Frontallinie
3.4ERDE-Flows – zentrieren, sammeln, stärken, stabilisieren, verteilen von innen nach außen, verbinden von oben und unten
3.4.1„Die Mitte finden und stärken“ (L1)
3.4.2Die „Hundreds 1“ (L1)
3.4.3Die „Hundreds 2“ (L1-2)
3.4.4Die „Hundreds 3“ (L2-3)
3.4.5Die „Hundreds 4“ (L4)
3.4.6„Double Leg Stretch mit Arm Circle“ (L1-2)
3.4.7„Single Leg Stretch“ (L1-2)
3.4.8„Up-Stretch 1“ (L1)
3.4.9„Up-Stretch 2“ (L2)
3.4.10„Knee Pull und Leg Lift Back“ (L1)
3.4.11„Knee Pull und Arabesque“ (L2-3)
3.4.12„Verteilen von innen nach außen“ – Psoas-Stretch/Hip Shift (L1-2)
3.4.13„Verbinden von oben und unten“ – Psoas- und Piriformis-Stretch (L1-2)
3.5Die Rezepte
3.5.1Morgens – Dinkel- oder Haferflockenbrei
3.5.2Mittags – buntes Gemüse aus dem Wok
3.5.3Abends – Kürbissuppe mit Kartoffeln und Ingwer
4Das METALL-Element
4.1Das klassische Pilates-Mattentraining und die Großgeräte
4.1.1Die Geschichte des Joseph Pilates – kurz und knapp
4.1.2Das traditionelle Pilates-Training
4.1.3Die Großgeräte
4.1.4Das Mattentraining
4.2Die Meridiane in Theorie und Praxis
4.2.1Der Lungenmeridian
4.2.2Der Dickdarmmeridian
4.2.3Die tiefe, frontale Armlinie
4.2.4Der Perikardmeridian
4.2.5Die oberflächliche, frontale Armlinie
4.3METALL-Flows – verfeinern, nachspüren, nach innen lenken und verdichten
4.3.1„Spine Stretch mit Arm Circle“ (L1-2)
4.3.2„Spine Twist“ (L1-2)
4.3.3Vierfüßlerstandvariation mit Rotation (L1-2)
4.3.4Mobilisation der Brustwirbelsäule aus der Relaxposition (L1-2)
4.3.5„Dem Atem Raum geben“ mit dem Senso®-Ball in Bauchlage (L1)
4.3.6„Den Psoas weiten und öffnen“ mit dem Senso®-Ball (L1)
4.4Die Rezepte
4.4.1Morgens – Reisfrühstuck mit Mandelmus
4.4.2Mittags – Hühnchenbrustfilets mit Spinat und Pinienkernen (Beilage: Reis)
4.4.3Abends – lauwarmer Zucchinisalat mit Champignons
4.4.4Morgens – Pfirsichkompott mit Rundkornreis
4.4.5Mittags – Rinderhüftstreifen mit grünen Bohnen und Pilzen aus dem Wok
4.4.6Abends – Haferflockenbrei mit Äpfeln
4.4.7Kräftige Hühnersuppe
4.4.8Ingwertee
5Das WASSER-Element
5.1Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) – oder der Garten des Lebens
5.1.1Die Säulen der TCM – kurz und knapp
5.2Die Lehre von Yin und Yang
5.2.1Die Organuhr
5.3Die Meridiane in Theorie und Praxis
5.3.1Der Blasenmeridian
5.3.2Der Nierenmeridian
5.3.3Die oberflächliche Rückenlinie
5.4WASSER-Flows – regenerieren, zusammenziehen, konzentrieren, das Qi fließen lassen, speichern und bewahren
5.4.1Arch und Curl im Stand (L1)
5.4.2Curl Down (L1)
5.4.3Half Roll Down (L2)
5.4.4Full Roll Down/Up (L2-3)
5.4.5Akupressur von Niere 1 mit dem Finger oder der Bodybone® bei Nieren-Yin-Mangel (L0)
5.4.6Akupressur von Blase 23 mit den Senso®-Bällen bei Nieren-Yang-Mangel (L0)
5.5Die Rezepte
5.5.1Morgens – Reis mit Obst der Saison und Mandeln
5.5.2Mittags – Chinakohl mit Walnüssen
5.5.3Zanderfilets in Orangen-Ingwer-Sauce
5.5.4Abends – kräftige Hühnersuppe (Rezept s. Kap. 4.4.7)
5.5.5Abends – kräftige Rindfleischsuppe
Dank
Anhang
1 Literaturnachweise
2 Bildnachweis

Vorworte

Vorwort der Autorin
Vieles im Leben hat seine Zeit. Dinge finden Sie, ohne dass Sie sie suchen. Menschen kreuzen Ihre Wege, geben Ihnen neue Impulse und Inspiration und lenken Sie auf Wege, die Sie ohne sie nie gegangen wären. Und plötzlich stehen Sie an einer Stelle und wissen, Sie sind angekommen. Der Kreis hat sich geschlossen und Sie haben Ihr oder eines Ihrer Ziele erreicht.
So ist es mir nach vielen Jahren Aus- und Fortbildung ergangen. Der Kreis hat sich für mich geschlossen. Ich bin in meiner Mitte angekommen, blicke mich um und sehe, wie sich viele kleine Stücke zu einem großen Ganzen zusammengefügt haben. Dass ich einmal an dieser Stelle stehen würde, hätte ich nie gedacht, war der Weg dorthin doch eher holprig – geprägt von Situationen und Ereignissen, die das Leben so mit sich bringt und uns manchmal zweifeln lässt. Doch letztendlich hat mich dieser Weg auf vielen Umwegen ans Ziel gebracht – zu meinem Buchprojekt.
Inspiriert und motiviert wurde ich von meinen langjährigen Teilnehmern, Patienten und Klienten, die mich immer wieder bestärkt haben, mein Wissen, meine Erfahrungen und Tipps für Alltag und Sport doch mal niederzuschreiben, sodass einige Menschen mehr davon profitieren können. So begann ich vor einigen Jahren, mich mit dem Thema „Buchprojekt“ intensiver auseinanderzusetzen. Für jemanden, der noch nie in seinem Leben ein Buch geschrieben hat, stellte sich diese Aufgabe als schwieriger heraus, als gedacht.
Das Thema war schnell gefunden, da ich mich mit diesem schon seit Jahren in Theorie und Praxis beschäftige. Doch die passenden Worte, Beschreibungen und den berühmten roten Faden zu finden, sodass es für Sie, liebe Leser, gut, interessant und verständlich zu lesen ist, war und ist schon eine Herausforderung gewesen. Schließlich war es mit dem „Aufschreiben“ der oben genannten Erfahrungen und Tipps nicht getan, das Konzept musste rund werden, sodass Sie, liebe Leser, auch einen gesundheitlichen und alltagstauglichen Nutzen daraus ziehen können.
Und so machte ich mich auf den Weg und blickte zurück auf meinen Weg, um für Sie Wissenswertes, Praktikables und Nützliches aus den Bereichen Pilates, Faszien, Functional Training und der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zusammenzutragen und zu einem neuen, ganzheitlichen Bewegungskonzept zu verbinden: zur PILATES-ELEMENTS-METHODE.
Mein Weg
Schon als Kind habe ich mit Begeisterung asiatische Kampfsportarten ausgeübt und leidenschaftlich gern getanzt. Dass diese Begeisterung mich auf Umwegen mal zu Pilates, Faszienfitness und zur Entwicklung eines eigenen Bewegungskonzepts führen würde, hätte ich nie gedacht. Mein Berufswunsch stand also sehr früh fest, es sollte auf jeden Fall etwas mit „Bewegung“ zu tun haben. Doch wie so häufig im Leben kam es anders.
Durch eine Verletzung im Jugendalter erlitt ich sehr früh Bandscheibenvorfälle, welche mich nicht nur zu einer langen sportlichen Pause, sondern auch beruflich dazu zwangen, einen anderen Weg einzuschlagen, als den ursprünglich von mir gewünschten. Trotz Korsett und viel Physiotherapie blieb meine Leidenschaft für Bewegung und für den Sport ungebrochen und ich suchte nach Mitteln und Wegen, um meine beruflichen Wünsche zu verwirklichen.
Aus diesen gesundheitlichen Gründen führte mich vor über 30 Jahren mein Weg das erste Mal in ein Fitnessstudio und hier in meine erste Groupfitnessstunde – Aerobic –, der Trend der 1980er- und 1990er-Jahre. Ich liebte die Bewegung zur Musik, genoss es, mich wieder ganzheitlich zu bewegen, war mit Begeisterung bei der Sache und konnte meine Gesundheit fast gänzlich wiederherstellen. Sollte ich nun doch noch meinen Traumberuf verwirklichen können? Es sah fast so aus.
Mein weiterer Weg führte mich über den Erwerb verschiedener Lizenzen im Fitnessbereich in Institutionen wie Fitnessstudios, Sportvereinen und Krankenkassen – von der Kursleitung zur Bereichsleitung bis hin zur Dozententätigkeit. Im Laufe der Jahre hielten neue Berufsbilder Einzug auf dem Arbeitsmarkt und so absolvierte ich auf dem zweiten Bildungsweg mein Studium zur Sport- und Gesundheitslehrerin und hatte endlich meine Berufung zum Beruf gemacht. Doch damit nicht genug.
Ende der 1990er-Jahre lernte ich die Pilates-Methode kennen und lieben und absolvierte eine der ersten klassischen Mattenausbildungen, die in Deutschland angeboten wurden. Anfang 2004 lernte ich Britta Brechtefeld von Pilates Bodymotion kennen und entdeckte bei ihr die vielfältigen Facetten des zeitgenössischen Pilates. So absolvierte ich bei Pilates Bodymotion in Köln meine zweite zeitgenössische Pilates-Matten- und -Studioausbildung an den Großgeräten.
Während meiner langjährigen Aus- und Fortbildungszeit hatte ich immer wieder das Glück, auf Menschen und Lehrer zu stoßen, die mir neue Impulse gaben, mich in meiner sportlichen Entwicklung positiv beeinflussten und bestärkten. Auch wenn ich zwischenzeitlich durch verschiedene langwierige Erkrankungen meinerseits und im familiären Umfeld zurückgeworfen wurde, verlor ich meine Ziele niemals aus den Augen – betrachtete diese Einschnitte als ein weiteres Teilstück auf meinem Weg zum Ziel.
So folgte 2004 parallel zu meiner Pilates-Ausbildung meine Ausbildung zur Heilpraktikerin, die ich 2007 zeitgleich mit meiner Pilates-Ausbildung abschloss. In den darauf folgenden Jahren spezialisierte ich mich auf TCM, die Traditionelle Chinesische Medizin, mit den Schwerpunkten Akupunktur, Schröpfen und Gua Sha, und erlernte bei verschiedenen Fachverbänden Techniken der Osteopathie, wie PRT, Ortho-Bionomy® und Fascial Release.
Mit den bis dahin erworbenen Kenntnissen der Konstitutionslehre der TCM begann ich zu diesem Zeitpunkt, meinen Unterricht und meine Teilnehmer aus einer anderen Perspektive zu sehen und stellte fest, dass in meinen Pilates-Stunden verstärkt der WASSER- und METALL-Typ zu finden war. Warum ist das so?
Ich fand die Antwort in den Inhalten und den bis dato erlernten und angewandten Prinzipien. Ich löste mich von diesen festen Strukturen, öffnete den Blick nach außen und machte es mir zur Aufgabe, auch das Interesse des FEUER-, ERDE- und HOLZ-Typus zu wecken. So strukturierte ich meine Stunden um, experimentierte und entwickelte die Inhalte weiter und siehe da! Plötzlich fanden sich auch Teilnehmer mit diesen Eigenschaften im Kurs und blieben – der Großteil bis heute – vor allem dabei.
Auf meinem weiteren Weg lernte ich auf einer Fortbildung von Pilates Bodymotion im Jahr 2011 Dr. Robert Schleip, Faszienforscher und Leiter des Fascia Research Projects am Institut für Neurophysiologie der Universität Ulm, und „Faszienfitness“ kennen. Fasziniert von der Welt der Faszien, absolvierte ich, als eine der Ersten, bei Dr. Robert Schleip und seiner Frau Divo Müller die Ausbildung zum Fascial-Fitness-Trainer.
Begleitet wurde diese Fortbildung von den bewegenden Aufnahmen Skrolling under the Skin von Dr. Jean-Claude Guimberteau, einem plastischen Chirurgen für Transplantation und Reimplantation, die einen tiefen Einblick in das menschliche Fasziensystem gaben und im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut gingen. Diese Aufnahmen veränderten den Blickwinkel auf und in unseren Körper. Zeigten sie doch, wie alles in unserem Körper miteinander vernetzt ist und dieses Netzwerk ihm seine Struktur, Form und Halt gibt.
Dieses fasziale Netzwerk wird zu Recht als das größte Kommunikationssystem unseres Körpers bezeichnet, als der sogenannte sechste Sinn, und zeigt uns bis ins mikroskopisch kleinste Detail die lebendigen Zusammenhänge unseres Körpers.
Von diesem Zeitpunkt an beschäftigte ich mich intensiv mit dem Thema Faszien, den Meridianen und myofaszialen Leitbahnen des Körpers und entdeckte die zahlreichen Parallelen zur TCM und Osteopathie. In den nachfolgenden Jahren besuchte ich jede Fortbildung, von der ich annahm, dass sie mir neue wissenschaftliche Erkenntnisse bringen könnte. Ich experimentierte und spielte mit Bewegungen und Bewegungsabfolgen, sogenannten Flows, um das Konzept rund werden zu lassen.
Die Ausbildung zum Functional Trainer sollte erst einmal das Ende einer langen Aus- und Fortbildungsreihe sein. Damit schloss sich der Kreis für mich und ich entwickelte mein ganzheitliches Bewegungskonzept: die PILATES-ELEMENTS-METHODE. Sie fragen sich vielleicht, was an der PILATES-ELEMENTS-METHODE anders ist als an bereits bekannten Bewegungskonzepten. Vielleicht können Sie sich die Frage nach dem Lesen des Buchs und dem Üben des einen oder anderen PILATES-ELEMENTS-Flows selbst beantworten.
Von meiner Seite erst einmal nur so viel dazu: Jeder Mensch hat von Geburt an eine bestimmte Anzahl an Knochen und Muskeln, die sich auch nur auf bestimmte Art und Weise sinnvoll und funktionell trainieren lassen. Doch seit dem Einzug der Faszienforschung in unsere Trainingspraxis lässt sich unser Training effektiv und sinnvoll erweitern. In den Abbildungen und Videos werden Sie bekannte Übungen, Bewegungsabläufe und Positionen sehen, die durch entsprechende Anleitung und Fokussierung eine andere Bedeutung erfahren, sich anders anfühlen und Ihren Körper auf eine andere Art und Weise trainieren werden. Vielleicht haben Sie Ihre Bewegungsform, Ihren Sport auch schon gefunden und können diesen durch kleine PILATES-ELEMENTS-Flows – die Ihrem Konstitutionstyp entsprechen – ergänzen, beleben und bereichern.
Bei der PILATES-ELEMENTS-METHODE werden Sie erst beim „Tun“, beim regelmäßigen Üben, während und nach dem Training den Unterschied spüren. Spüren und wahrnehmen, wie sich Blockaden, welche Ihren Bewegungs- und Energiefluss behindern, allmählich zu lösen beginnen. Hier lernen Sie die Verbindungen zwischen Pilates, Faszien, funktionellen Übungen, den Meridianen der TCM sowie den myofaszialen Leitbahnen kennen, welche Ihnen zu mehr Energie, Kraft, Flexibilität, Entspannung und Wohlbefinden verhelfen können. Nach einigen Stunden werden Sie es vielleicht schon spüren und mit positiver Stimmung aus einer Stunde herausgehen und sich auf die nächste Einheit freuen. Grundsätzlich gilt: „Fühlen Sie sich in Ihrem Körper wohl, spüren Sie in sich hinein“, ob nun beim Sport oder im Alltag.
Der Einstieg in jedes Kapitel beschreibt die fünf Elemente – HOLZ, FEUER, ERDE, METALL und WASSER – mit Zuordnung des entsprechenden Meridiansystems und mit Charakterisierung der fünf menschlichen Konstitutionstypen in Bezug auf Alltag und auf eine sportliche Aktivität aus Sicht der TCM. Im Anschluss daran ordne ich jedem Element und Meridiansystem entsprechende Trainingsmethoden zu – Faszientraining (HOLZ), Functional Training (FEUER), die PILATES-ELEMENTS-METHODE (ERDE), klassisches Pilates (METALL) und Wissenswertes aus der TCM (WASSER).
Weiter finden Sie in jedem Kapitel nach den theoretisch beschriebenen und bebilderten Flows einen QR-Code zu dem entsprechenden Onlinevideo und können mit mir zusammen die Theorie in die Praxis umsetzen.
Ein Rezeptteil am Ende eines jeden Kapitels stärkt Ihre „Mitte“ auf eine andere, nicht weniger wichtige Art und Weise.
Und nun wünsche ich Ihnen viel Spass und Freude beim Lesen und mitturnen, sowie beim Ausprobieren der Rezepte.
Andrea Frey
Vorwort von Britta Brechtefeld
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Pilates ist mittlerweile aus dem Fitness-, Sport- und Gesundheitsmarkt nicht mehr wegzudenken, denn es ist eine überaus effektive und effiziente Trainingsform. Pilates-Training stärkt die tiefliegende Muskulatur, richtet den Körper auf und hält ihn gleichzeitig beweglich und geschmeidig. Da es beim Pilates-Training nicht um ein Auswendiglernen von Übungsabläufen geht, sondern es eine Philosophie ist, die sich an physiologischen Prinzipien orientiert, kann Pilates auch mit den unterschiedlichsten Bewegungsformen, Trainingstechniken, Körperarbeiten und Heilkünsten kombiniert werden.
Andrea Frey ist es gelungen, mit ihrem Konzept der PILATES-ELEMENTS-METHODE eine wunderbare Brücke zu schlagen und die besonderen Eigenschaften des Faszien- und des Functional Trainings, der klassischen Pilates-Methode sowie der fünf Elemente aus der Traditionellen Chinesischen Medizin zu vereinen. Hier spricht sie auf besonders einfühlsame Art und Weise die fünf menschlichen Konstitutionstypen an. Beim Lesen dieses Buches werden Sie sich vielleicht noch besser kennenlernen oder zumindest die eine oder andere Eigenschaft, die Ihrem Körper und Geist mitgegeben wurde, neu entdecken. Durch die hier vorgestellten, unterschiedlichen PILATES-ELEMENTS-Flows, erfahren bekannte Bewegungsabläufe eine neue Bedeutung. Was dem einen an Bewegungsabläufen guttut, nützt dem anderen manchmal weniger viel. Vielleicht ist es der individuelle Fokus, den die 5 Elemente von Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser bringen, sodass Sie mit diesem überaus spannenden Buch womöglich das letzte Puzzlestück zu ihrem allumfassenden und ganzheitlichen Wohlbefinden entdecken.
Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, viel Spaß und Freude, wenn Sie auf Entdeckungsreise gehen und mit der PILATES-ELEMENTS-METHODE diese neue und ergänzende Trainingsform lieben lernen.
Britta Brechtefeld
Inhaberin von Pilates Bodymotion, Pilates-Ausbilderin und Certified Rolfer™

1Das HOLZ-Element

Einleitung
Die fünf Elemente bzw. Wandlungsphasen der Traditionellen Chinesischen Medizin, HOLZ, FEUER, ERDE, METALL und WASSER, beschreiben die in der Natur vorkommenden Prozesse und Phänomene, die sich auch auf unseren menschlichen Körper beziehen lassen. Alles um uns herum unterliegt einem ständigen Wandel und daraus resultierenden Veränderungen für alles Leben im Kosmos. Die Wandlungsphase HOLZ zeigt die wohl größten Veränderungen in der Natur und bei uns Menschen auf.
Mit der Befruchtung der weiblichen Eizelle beginnt die Zellteilung und mit dieser das Leben. Dieser Zeitraum bis zur Geburt, gefolgt von der Kindheit, stellt die wohl größte Wandlungsphase in unserem Leben dar. Mit jedem Tag bekommen wir neue Impulse aus unserer Umwelt und unserem Umfeld, welche entscheidenden Einfluss auf unsere physische und psychische Entwicklung haben.
Tief in unserem Inneren, in unserer Genetik, wie auch in unserem Bindegewebe, den Faszien, werden wichtige Informationen gespeichert. In diesem Kapitel möchte ich Sie mit auf die Reise in die faszinierende Welt der Faszien nehmen. Ihnen dieses wunderbare Gewebe näherbringen, zeigen, wie Sie Ihre Faszien mit PILATES-ELEMENTS-Flows trainieren können und warum ich das HOLZ-Element den Faszien zugeordnet habe. Doch bevor es so weit ist, lernen Sie das HOLZ-Element und vielleicht sich selbst etwas näher kennen.
Die Jahreszeit
Der Frühling – das HOLZ-Element – zeichnet sich durch seinen Neubeginn und seine Lebendigkeit aus. Die Zeit des Sammelns und Zurückziehens, wie wir es von den Wintermonaten kennen, ist vorbei. Die Tage werden länger und die Luft wärmer. Erste Frühlingsboten strecken sich der Sonne entgegen. Vögel zwitschern, alle Lebewesen genießen die Wärme und Helligkeit nach den tristen und grauen Wintertagen. Dem chinesischen Kalender nach beginnt der Frühling bereits Mitte Februar und endet Ende April, also schon deutlich früher als in unserem europäischen Kalender.
Die Lebensphase
Im HOLZ-Element liegt der Anfang und Beginn des Lebens, die Geburt, gefolgt von der Kindheit.
Die Meridiane
Jedem Element wird einer der 12 Hauptmeridiane zugeordnet. Meridiane sind die Energieleitbahnen unseres Körpers, die wie eine Flüsse- und Seenlandschaft diesen durchziehen und mit Blut, Flüssigkeit und Energie versorgen.
Dem HOLZ-Element wird der Leber-/Gallenblasenmeridian zugeordnet. Zu bestimmten Uhrzeiten fließt besonders viel Energie durch diese Meridiane. Diese Zeit wird Maximalzeit genannt und kann an der sogenannten Organuhr abgelesen werden. Die Maximalzeit der Leber liegt zwischen 01.00 und 03.00 Uhr, die der Gallenblase zwischen 23.00 und 01.00 Uhr. Mehr zu diesem Thema lesen Sie in Kap. 5, welches Ihnen einen Einblick in die TCM gibt.
Die Energie
Die Energie des HOLZ-Elements ist aufsteigend, ausdehnend und sich entfaltend. Beobachten wir die Natur, können wir sehen, wie die Pflanzen sich der Sonne entgegenstrecken, ihre Blätter ausdehnen, alles wächst und gedeiht. Auch wir recken, räkeln und strecken uns morgens nach dem Aufwachen – oder sollten es zumindest tun, um frisch in den Tag zu starten.
Der Konstitutionstyp
Entspricht mein Konstitutionstyp dem HOLZ-Element, besitze ich einen muskulösen und eher kantigen Körper, eine dunkle Gesichtsfarbe, dichte Augenbrauen und schlanke, sehnige Hände und Füße.
Die Tageszeit
Meine Tageszeit ist der frühe Morgen. Zu dieser Zeit fühle ich mich frisch, munter und bin voller Tatendrang. Die Himmelsrichtung ist der Osten, die Richtung des Sonnenaufgangs und der Beginn des neuen Tages.
Die Emotionen
Ich bin selbstbewusst, freundlich, kreativ, fantasievoll, engagiert, verständnisvoll und ehrgeizig. Bin ich mit mir nicht im Gleichgewicht, kann ich (bei Leber-Fülle/-Stagnation) auch schnell ungeduldig, aggressiv und eifersüchtig werden. Fühle ich mich leer (Gallenblase-Leere), fühle ich mich frustriert und bin auch vor Depressionen nicht geschützt.
Die mentalen Fähigkeiten
Für mein Urteilsvermögen und meine Entscheidungsfähigkeit ist meine Gallenblase zuständig und verhilft mir mit Voraussicht und Klarheit dazu, meine Entscheidungen zu treffen.
Das Funktionssystem und die Essenz
Mein Funktionssystem ist das Nervensystem, meine Essenz die Tränen und meine Substanz das venöse Blut.
Das Gewebe
Die Leber beherrscht meine Muskeln, Sehnen und Bänder, dadurch verspüre ich einen starken Bewegungsdrang. Im Sport liebe ich die Abwechslung und fühle mich beim Faszien-Pilates und beim Faszientraining sehr wohl. Hier kann ich federn, hüpfen, springen, mich ausdehnen, die Räume erobern und mich auslassen.
Auch laufe und jogge ich gerne durch die Natur, genieße die frische Luft und das Grün um mich herum. Ich neige zu Sehnen- und Muskelverletzungen und kann durch entsprechendes Faszientraining und regelmäßiges Üben von PILATES-ELEMENTS-Flows meine Verletzungsanfälligkeit und Steifheit reduzieren.
Das Sinnesorgan und die Hautanhangsgebilde
Die Leber öffnet sich in den Augen – lässt mich klar sehen, und manifestiert sich in den Nägeln – lässt sie glänzen. Bin ich im Ungleichgewicht, sind meine Augen gerötet, brennen und tränen sie und meine Nägel sind stumpf und brüchig.
Der Geschmack
Mein Geschmack ist sauer. Ich bevorzuge grüne Lebensmittel mit leicht säuerlichem bis saurem Geschmack, je nachdem, in welchem energetischen Zustand ich mich gerade befinde.
Die Farbe
Meine Farben sind Grün bis Blaugrün. Dies wird sich in meiner Kleidung und Einrichtung widerspiegeln. Bin ich im Ungleichgewicht, spiegelt es sich in meinem Gesicht in einem leicht grünlichen Hautton wider.
Die Vorlieben und Abneigungen in Alltag und Sport
Ich liebe den Frühling und mag den Sommer. Im Herbst und Winter kann ich mich schlecht den Witterungsverhältnissen anpassen und neige zu Erkältungen. Auch Wind, Föhn und Zugluft mag ich nicht, da diese bei mir zu muskulären Verspannungen und Kopfschmerzen führen können.
Haben Sie sich in diesen Beschreibungen das eine oder andere Mal wiedergefunden? In der Regel finden sich in jedem von uns zwei oder drei Elemente wieder. Lesen Sie also neugierig und aufgeschlossen weiter. Vielleicht entdecken und erfahren Sie noch weitere interessante Dinge über sich.
Ich habe dem HOLZ-Element die Faszien zugeordnet, da hier der Großteil der oben genannten Beschreibungen zutrifft. Mit zunehmendem Alter verkürzt sich beim HOLZ-Typ die Beugemuskulatur der Arme, Beinrückseiten, Hüftbeugemuskulatur sowie der Körpervorderseite. Bewegungsmangel und sitzende Tätigkeiten verstärken die Symptomatik – es tritt eine vermehrte Steifheit auf. Personen, bei denen dieses Element überwiegt, können mit kleinen PILATES-ELEMENTS-Flows ihre Muskeln, Sehnen und Bänder geschmeidig und flexibel halten.
Im nachfolgenden Kapitel erfahren Sie mehr über das Thema Faszien und wie Sie mit Bewegung und Ernährung Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden bewahren und stärken können.
1.1Die Welt der Faszien

„Die Seele des Menschen mit all ihren Strömen puren Lebenssaftes scheint in den Faszien des Körpers zu fließen. (…) Ich kenne keinen Teil des menschlichen Körpers, der es den Faszien als Forschungsfelder gleichtun kann. Ich glaube, daß sich beim Studium der Faszien mehr reichhaltige und goldene Einsichten auftun werden, als bei irgendeinem anderen Aspekt des Körpers“ (A. T. Still, 1899 in Schleip, R. (2004)).
Auf den folgenden Seiten möchte ich Sie in die Welt der Faszien entführen und Ihnen die Zusammenhänge im menschlichen Körper erklären. Tauchen Sie mit mir ein in die faszinierende Welt der Faszien, welche mich schon vor Jahren in ihren Bann gezogen haben und mich bis heute faszinieren und bereichern und mir immer wieder neue Impulse für meinen Unterricht und mein Personal Training geben.
Das Thema Faszien ist nicht neu, doch zurzeit in aller Munde. Als ich nach meiner Fortbildung bei Dr. Robert Schleip im Jahr 2011 meinen Teilnehmern vorsichtig die ersten praktischen Eindrücke der „Fascial Fitness“ vermittelte und sie sich auf die neuen Stundeninhalte neugierig eingelassen haben, sagte ich ihnen bereits, dass sie im darauf folgenden Jahr (2012) mit Sicherheit in den Medien mehr von dieser „neuen Trainingsform“ hören, sehen und lesen würden.
Ich sollte nicht ganz recht behalten – es dauerte einige Zeit länger. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2019 und vielleicht kann man sogar von einem regelrechten Faszienhype der letzten Jahre sprechen. Niemand hat wohl damit gerechnet, dass dieses „neue Thema“ so viel Aufmerksamkeit erregt. Viele Zeitschriften berichten über das „Training für die Faszien“, es wird in den Fitnessstudios und Sportvereinen gerollt und gefedert. Bücher und Videos überschwemmen den Markt, während ich an diesem schreibe.
Doch wie heißt es so schön: „Gut Ding will Weile haben“, und je länger es mit der Fertigstellung dieser Lektüre dauert, desto mehr neue Forschungserkenntnisse und vor allem praktische Erfahrungen – auf die es in erster Linie bei einem Bewegungsprogramm ankommt – kann ich einfließen lassen.
An dieser Stelle ein großes DANKESCHÖN an meine dankbaren Teilnehmer, die sich gerne auf neue Bewegungen einlassen und diese gemeinsam mit mir reflektieren.
1.2Ein Rückblick – Osteopathie und Rolfing
Wir gehen zurück in das letzte Jahrhundert, in dem sich Manualtherapeuten wie Andrew Taylor Still (1828-1917), der Begründer der Osteopathie, und Ida P. Rolf (1896-1979), die Begründerin des Rolfings, schon mit dem Thema Bindegewebe und dessen Einfluss auf unseren Organismus beschäftigten.
Die Osteopathie
In der Osteopathie versucht der Therapeut, über verschiedene manuelle Techniken, sanfte Manipulationen und Impulse, unserem Organismus die Möglichkeit zur Selbstheilung und Selbstregulation zu geben.
Hier unterscheiden wir: die myofasziale (myo = Muskel) Osteopathie mit ihren Position-Release- und Faszientechniken, bei der der Körper in schmerzfreie Positionen gebracht wird, um darüber die Verspannungen und Blockaden zu beseitigen und über langsame, in die Tiefe gehende Druck- und Schiebetechniken das verklebte Bindegewebe zu lösen. Bei der viszeralen Osteopathie werden die bindegewebigen Schichten der inneren Organe behandelt und bei der craniosakralen Osteopathie werden über den Liquor, die zerebrale (= Gehirn) Flüssigkeit, Blockaden gelöst.
Das Rolfing
Ursprünglich wurde das Rolfing strukturelle Integration genannt. Während ihres Yogaunterrichts unterstützte Ida P. Rolf ihre Teilnehmer gerne taktil und bemerkte bei einigen Teilnehmern verhärtete und verklebte Muskulatur. Sie legte daraufhin ihre Hände auf diese verspannten, verbackenen und verklebten Körperstellen und nahm durch gezielten Druck Einfluss auf die bindegewebigen Schichten. Dabei stellte sie fest, dass die Behandlung des Bindegewebes Einfluss auf die muskuläre Spannung hat – der Muskel sich im Anschluss deutlich entspannter anfühlte – und Muskulatur und Bindegewebe wohl eine Einheit bilden muss.

Bemerkung
Fast jeder Patient hat aufgrund von Rückenschmerzen schon mal eine Bindegewebsmassage von seinem Physiotherapeuten erhalten oder von diesem gehört, dass sein Gewebe „verbacken“ ist und gelöst werden muss, was in der Regel dann etwas schmerzhaft war.
1.3Im Hier und Jetzt
Als 2007 die Fachwelt, bestehend aus Faszienforschern, Biologen, Neurologen, Physiotherapeuten, Bewegungstherapeuten und Sportwissenschaftlern, zum ersten Faszienkongress in Boston zusammenkam, ahnte wohl keiner, welcher Hype um ein nicht gerade neues Thema entstehen würde.
Jeder Chirurg durchtrennt bei Operationen die faszialen Schichten des Körpers, um an das Operationsgebiet zu kommen. Im Anschluss vernäht er das Gewebe wieder vorsichtig, wohl wissend um die Auswirkungen von narbigen Strukturen auf unseren Körper. Wurde früher das Bindegewebe als Verpackungsmaterial in der Pathologie einfach wegseziert, findet es heute die Beachtung, die Manualtherapeuten und Heilpraktiker diesem Gewebe schon seit Jahrzehnten schenken.
Auch bei den Schulmedizinern erfährt es mittlerweile die Beachtung, die es verdient, denn mit unseren heutigen Technologien, wie der Ultraschallelastografie, können Verklebungen und Verhärtungen der Faszien bildlich und lebendig dargestellt werden. Es kann festgestellt werden, ob der Schmerz faszial oder muskulär bedingt ist und so können die entsprechenden Therapien eingeleitet werden.
Dr. Robert Schleip, Faszienforscher und Leiter des Fascia Research Projects am Institut für Neurophysiologie der Universität Ulm, erforscht seit einigen Jahren bei uns in Deutschland unser Fasziensystem und wir können dankbar sein, dass es ihn gibt, denn er bereichert mit seinen neuen Erkenntnissen nicht nur die Fachwelt. Durch seine klare, ruhige und begeisternde Art vermittelt er auch dem Laien leicht und verständlich das Thema Faszien. Die Faszienforschung breitet sich immer weiter aus, sodass mittlerweile auch an den Universitäten Chemnitz und Frankfurt am Main in diesem Bereich geforscht wird.
Im Herbst 2015 fand in Washington D.C. der vierte Faszienkongress statt, bei dem auch Dr. Robert Schleip anwesend war. In einem Webinar im Februar 2016 teilte er uns Faszientrainern die neuesten Forschungsergebnisse mit, die ich mit Begeisterung aufnahm und hier mit einfließen lasse. Denn dieses faszinierende Gewebe bringt immer neue wissenschaftliche Erkenntnisse hervor und zeigt uns, dass unser bisheriges Wissen, in Theorie und Praxis, noch einige Lücken aufweist. Ich bin gespannt darauf, was die Wissenschaft uns in nächster Zeit noch so zu bieten hat, denn hier gibt es mit Sicherheit noch viel zu erforschen.
Ein weiterer Kongress im November 2015 in Boston an der Harvard Medical School, an dem Dr. Robert Schleip ebenfalls teilgenommen hat, befasste sich mit Onkologie, Akupunktur und Faszien und war aufgrund dieser Zusammensetzung für mich besonders interessant.
Doch nun habe ich meine Leser lange genug auf die Folter gespannt, ich sehe es schon fast vor mir, wie in den Köpfen die Frage aufkommt: „Was sind denn eigentlich Faszien?“
Hier folgen hoffentlich verständlich die Antworten.
In meinem ersten Faszienseminar bei Dr. Robert Schleip und seiner Frau Divo Müller bekamen wir Teilnehmer eine Orange und ein Messer in die Hand gedrückt und schauten uns etwas irritiert an. Doch mit der Anweisung, diese Orange nun sorgfältig von ihrer äußeren Haut zu befreien und die großen und kleinen Fruchtschnitzel genauer und aus einer anderen Perspektive zu betrachten, wurde gleich zu Beginn des Seminars der Zusammenhang und Zusammenhalt unseres Fasziennetzwerks deutlich.

Bemerkung
Nehmen Sie sich ruhig einmal eine Orange, betrachten Sie sie und stellen Sie sich ihre äußere Schale als unsere Hautoberfläche vor. Entfernen Sie nun vorsichtig die Schale, treffen Sie auf eine etwas dickere weiße Schicht, die unserem Unterhautfettgewebe entspricht. Entfernen Sie auch diese, kommen die großen Fruchtschnitzel hervor, die von einer festeren, leicht durchsichtigen Haut umgeben sind.
Diese Haut entspricht der Fascia superficialis – die große, bindegewebige Hülle, die unseren Körper – ähnlich wie ein Taucheranzug – umhüllt und ihm seine Form und seinen Halt gibt. Die einzelnen, größeren Septen entsprechen den Faszien, die jeden Muskel und jedes Organ umgeben und diese von der Umgebung abgrenzen.
Entfernen Sie vorsichtig die festere Haut eines größeren Fruchtschnitzels, treffen Sie auf die vielen kleinen, mit süßer Flüssigkeit gefüllten Schnitzelchen, die wiederum durch noch dünnere Häutchen voneinander getrennt sind, wie die immer kleiner werdenden Muskelfasern unseres Körpers.
Halbieren Sie eine Orange, erkennen Sie in der Mitte den weißen, festeren Strunk, der unseren Knochen entspricht.
Sie können also viele Parallelen zu unserem menschlichen Organismus erkennen und sich nun besser vorstellen, wie alles miteinander vernetzt und verwoben ist.
Lassen Sie uns etwas tiefer in das Thema eintauchen und einen kleinen Ausflug in die Histologie, Physiologie und Anatomie unternehmen, um mehr über die Entstehung dieses Netzwerks zu erfahren.
1.4Ein kleiner Ausflug in die Histologie, Physiologie und Anatomie

Das Fasziennetzwerk ist das Bindegewebe unseres Körpers. Eine einzige große Faszie, die Fascia superficialis, umhüllt unseren Körper ähnlich wie ein Taucheranzug. Sie liegt direkt unter der Haut, ist mit unserem Unterhautfettgewebe verwoben und gibt unserem Körper seine Form und seinen Halt.
Entstanden in der zweiten Woche nach der Befruchtung, entfaltet sich dieses wunderbare Gewebe nach und nach, dehnt sich aus, schafft Platz für unsere inneren Organe, verwebt jedes noch so kleine Teil unseres entstehenden Körpers in einem immer kleiner werdenden Taschen-Beutel- System miteinander zu einem großen Ganzen.
Jedes dieser Netzwerke ist so einzigartig wie der Mensch, zu dem es gehört. Selbst wenn wir die Organe entnehmen würden, wäre immer noch zu sehen, wo jedes Einzelne seinen Platz hatte. Doch wie alles in unserem Körper ist auch dieses Netzwerk nicht vor Schädigungen geschützt.
Physische Traumata, wie Verletzungen, Operationen u. a., können Risse bzw. Schnitte im Gewebe entstehen lassen, die in der Regel von spezifischen Zellen unseres Organismus selbst repariert werden.
Häufig kommt es jedoch im Anschluss an die Reparaturmechanismen zu Verwachsungen und narbigen Strukturen, die einer therapeutischen Behandlung bedürfen. In diesem Fall versucht der Therapeut, durch manuelle Manipulation die verklebten Gewebeschichten zu lösen, damit die einzelnen Schichten wieder frei gleiten können. Das Gewebe wird wieder besser durchblutet, Stoffwechselschlacken werden abtransportiert und eine gesunde Stoffwechselaktivität wird wiederhergestellt.
Nicht nur physische Traumata schädigen unser fasziales Netzwerk, auch psychische Erkrankungen haben große Bedeutung für die Flexibilität unserer Faszien. Aus meiner Sicht und praktischen Erfahrung übt die Psyche in unserer heutigen Zeit mehr Einfluss aus als die Physis. In Stresssituationen werden im Körper Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol freigesetzt, die ein Zusammenziehen unserer Faszien bewirken. Auch verschiedene Arzneimittel zeigen ihre Wirkung auf dieses sensible System, welches zu Recht als unser sechster Sinn bezeichnet wird. Ich hoffe, dass in den nächsten Jahren noch mehr Erkenntnisse zum Thema Faszien und Psyche bzw. Neurologie bekannt werden, um Patienten gezielter helfen zu können.
1.4.1Psychosomatik und Faszien
Die Faszienforscher um Dr. Robert Schleip konnten mit unseren heutigen Technologien sichtbar machen, dass dieses Gewebe von zahlreichen Blutgefäßen und Nerven durchzogen wird, welche unter anderem für die Schmerzwahrnehmung (Nozizeption) und Körperwahrnehmung (Propriozeption) zuständig sind. Im Labor wurde messbar festgestellt, dass die oben genannten Stresshormone ein Zusammenziehen unserer Faszien bewirken, welche dadurch auf Dauer an Elastizität und Flexibilität verlieren. Steifheit tritt auf, das Gewebe verfilzt und wird anfälliger für Verletzungen und Schmerzen – was unter anderem den stressbedingten Rückenschmerz erklären kann.
Auch viele Therapeuten beschreiben bei Patienten, die unter starkem bzw. chronischem Stress leiden, palpatorisch eine gewisse fasziale Steifheit und einen erhöhten Muskeltonus. Hier liegt die Vermutung nahe, dass das Fasziengewebe in Verbindung mit unserem vegetativen Nervensystem und hier besonders dem Sympathikus steht. Die Folge daraus wäre, dass sich aufgrund der faszialen Steifheit die Skelettmuskulatur nicht entspannen kann und ein erhöhter Ruhemuskeltonus bestehen bleibt.
Weiter fanden Psychoneuroimmunologen heraus, dass ein bestimmtes Zytokin, das TGF-ß1, durch Aktivierung des Sympathikus vermehrt vorzufinden ist.
Zytokine (= Proteine, die das Wachstum und die Differenzierung von Zellen regulieren.) TGF-ß1 (= Transforming Growth Factor-beta1, ein lokales Zytokin, das im Zusammenhang mit Heilungsprozessen und Fibrosierung von Gewebe steht.)
Dieses Zytokin bewirkt unter anderem eine verstärkte Kontraktilität der Myofibroblasten (Zellen des Muskels), was die Faszien versteifen lässt. Da sich in den Geweben zahlreiche Mechanorezeptoren finden, kann durch gezielte fachtherapeutische Manipulation und Übungen das Gewebe entspannt und der Teufelskreis durchbrochen werden.
Schauen wir uns den Sympathikus und Parasympathikus etwas genauer an und machen einen Abstecher zum vegetativen Nervensystem.
1.4.2Das vegetative Nervensystem
Unser vegetatives Nervensystem arbeitet, im Gegensatz zu unserem willkürlichen Nervensystem, weitgehend ohne Beeinflussung (autonom) durch unseren Willen oder unser Bewusstsein. Die lebenswichtigen Organfunktionen, wie Kreislauf, Atmung, Verdauung, Stoffwechsel, Wasserhaushalt und auch teilweise die Sexualfunktionen, werden automatisch gesteuert. In einem gesunden Organismus besteht eine Balance, ein ausbalanciertes Wechselspiel zwischen Sympathikus und Parasympathikus.
Der Sympathikus – Kampf und Fluchtverhalten
Der aktive Sympathikus reagiert auf nach außen gerichtete Reize, wie z. B. körperliche Arbeit oder Stresssituationen, und bereitet den Organismus auf eine hohe Leistungsbereitschaft vor. Hier wird immer gerne das Bild des Säbelzahntigers benutzt, vor dem wir die Flucht ergreifen und um unser Leben rennen. In extremen Situationen schüttet der Körper zur schnellen Energiegewinnung Adrenalin aus und setzt Glukose frei.
Dadurch kommt es zu:
•einer Zunahme von Pulsrate und Kontraktionskraft des Herzens;
•einer Erweiterung der Pupille;
•einer Erweiterung (teilweise auch Verengung) der Muskelgefäße;
•einer Erweiterung der Bronchien;
•einer leichten Verengung der Hirngefäße;
•einer Verengung der Haut-, Schleimhaut- und Eingeweidegefäße;
•einer Verminderung von Tonus und Bewegungen des Magen-Darm-Trakts, die Sphinkter (= Schließmuskel) kontrahieren;
•einer verminderten Sekretion der Verdauungsdrüsen;
•einer verminderten Sekretion der Speicheldrüse.

Der Parasympathikus – Regeneration und Energieaufbau
Der Parasympathikus regelt die nach innen gerichteten Körperfunktionen, wie z. B. Essen, Verdauung und Ausscheidung.
Er bewirkt:
•eine mäßige Abnahme von Pulsrate und Kontraktilität des Herzens;
•eine Verengung der Pupille;
•eine Verengung der Bronchien;
•eine Steigerung der Sekretion der Tränendrüsen;
•einen Steigerung der Sekretion der Speicheldrüsen;
•eine Steigerung der Sekretion der Verdauungsdrüsen;
•eine Steigerung von Tonus und Bewegungen des Magen-Darm-Trakts, die Sphinkter entspannen.
•Das Immunsystem wird in Gang gesetzt.
•Die Selbstheilungskräfte werden aktiviert.
•Die körperlichen Ressourcen werden wieder aufgebaut.
Befinden sich Sympathikus und Parasympathikus im Gleichgewicht, erfolgt eine ständige und optimale Anpassung unseres Körpers auf die jeweiligen Bedürfnisse und Reize. Gerät dieses sensible System aus dem Gleichgewicht, dominiert der Sympathikus, dann ist unser Körper ständig auf Flucht und Kampf programmiert, sodass es langfristig zu Bluthochdruck, Magen- und Darmbeschwerden, Verdauungsstörungen, Depressionen, chronischen Schmerzen usw. kommt.
Weiter werden unter Stress die Katecholamine Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol freigesetzt, welche die oben genannten Symptome verstärken und gegebenenfalls zu einer diabetogenen Stoffwechsellage (Diabetes) führen können.
Untersuchungen des vegetativen Nervensystems machen diese Dysbalancen sehr deutlich. Unser Körper kann sich auch in Ruhe nicht mehr entspannen und folglich nicht ausreichend regenerieren.
Die Daueranspannung der Skelettmuskulatur führt zu Mikrozirkulationsstörungen im Gewebe und damit zu einer unzureichenden Sauerstoffversorgung. Es kommt zu den sogenannten Myogelosen und Triggerpunkten – das System ist übersäuert, die Schmerzkaskade wird aktiviert. Ein Teufelskreis beginnt und es gilt nun, diesen zu durchbrechen. Wie kann das aussehen?
Neben entsprechender körperlicher Bewegung und Entspannung kann eine Substitution von Magnesium erfolgen.

Ein kleiner Exkurs – Magnesium und psychischer und physischer Stress
In Stresssituationen wird über die Nebennierenrinde vermehrt Cortisol und Aldosteron freigesetzt. Durch das erhöhte Aufkommen von Stresshormonen im Blut wird der Magnesiumtransfer aus den roten Blutkörperchen ins Blut in Gang gesetzt. Durch den jetzt erhöhten Magnesiumspiegel im Blut wird kurzfristig die Ausschüttung der Stresshormone gehemmt und dadurch die Stressreaktion eingedämmt.
Hält der Stress jedoch an, wird er chronisch, kommt es zu einer fatalen Fehlregulation des Körpers. Da der Magnesiumhaushalt keiner hormonellen Regulation unterliegt, wird nun die stark erhöhte Magnesiumkonzentration im Blut über die Nieren ausgeschieden. Auf Dauer erschöpft sich nun die Magnesiumkonzentration innerhalb der Erythrozyten, der Rückkopplungsmechanismus auf die Stresshormone bleibt aus, es kommt zu einem Magnesiummangel in der Zelle und folglich zu einem erhöhten Magnesiumbedarf. Bleibt eine Substitution nun aus, kommt es zu einer Überstimulierung auf das vegetative Nervensystem (Sympathikus) mit der Folge, dass Herzfrequenz und Blutdruck ansteigen und die Gehirnaktivität gedrosselt wird. Eine bedarfsgerechte Magnesiumgabe kann die körperliche und geistige Aktivität aufrechterhalten und steigern.
Die Wirkungen von Magnesium kurz zusammengefasst:
Magnesium kontrolliert das Level der Stresshormone. Durch einen langfristig erhöhten Cortisolspiegel kann es zu Beeinträchtigungen bestimmter Hirnregionen, die für das Lernvermögen und die Gedächtnisbildung bedeutsam sind, kommen.
Magnesium sorgt für eine ausreichende Enzymaktivität innerhalb der Gehirnzellen, welche die zellulären Funktionen und Gedächtnisfunktionen kontrollieren.
Ein ausreichender Magnesiumspiegel in der Gehirnflüssigkeit (Liquor) ist Voraussetzung für eine gesunde Plastizität und Aktivität der Synapsen.
Magnesium wirkt sich positiv auf den Schlaf aus.
Eine Substitution von Magnesium findet nicht nur im Sport Anwendung, um die Regeneration und Leistungsbereitschaft zu stärken.
Auch bei Erkrankungen, wie leichten Depressionen, Schlafstörungen, ADHS, beginnender Demenz, Burn-out und Lernstörungen, wird eine Substitution diskutiert und nach entsprechender Diagnostik von Medizinern empfohlen.
Eine Überdosierung von Magnesium stellt für unseren gesunden Körper keine Gefahr dar, denn er verfügt über ausreichende Mechanismen, um ein „Zuviel“ über die Nieren auszuscheiden. Menschen mit einer eingeschränkten Nierentätigkeit sollten jedoch vor einer eigenständigen Substitution ihren Arzt konsultieren und von diesem entsprechend engmaschig kontrolliert werden. Als eine Nebenwirkung wären sehr weiche Stühle und/oder leichte Diarrhöen zu nennen, welche sich nach dem Absetzen der Medikation sehr schnell wieder normalisieren.
Der Serum-Magnesiumspiegel liegt bei 0,75-1,1 mmol/l. Aus gesundheitlicher Sicht sollten Werte über 0,8 mmol/l angestrebt werden. Auch sollten organische Magnesiumsalze, wie Magnesiumasparathydrochlorid oder Magnesiumzitrat, bevorzugt werden, da sie eine bessere Bioverfügbarkeit aufweisen als anorganische, wie z. B. Magnesiumoxid.
So, wie das Moos auf diesen Steinen nur durch genügend Wasser seine saftig grüne Farbe, Geschmeidigkeit und Weichheit erhält, erhalten auch wir durch das Wasser geschmeidige Faszien. Kommt es zu einer Dehydrierung, trocknen die Faszien wie das Moos aus, werden stumpf, hart und brüchig.
1.5Die Faszienelemente
Unser Körper ist ein ökonomisch arbeitender Organismus, der mit dem geringstmöglichen Einsatz ein Maximum erreichen kann. Kleine Bindegewebszellen, die Fibroblasten, stellen die Struktureiweiße Kollagen und Elastin her. Mit einer weiteren Zutat, dem Retikulin, stellt unser Körper durch verschiedene Kompositionen ein breit gefächertes Sortiment an Baustoffen her – ganz auf den Bedarf unseres Körpers ausgerichtet. Gleichgültig, ob Knochen, Knorpel, Sehnen, Bänder, Herzklappen, Retina (Netzhaut des Auges), das feine Bindegewebe, welches unsere Muskeln umgibt, und vieles mehr – für jeden Bereich hat unser Körper das passende Rezept parat. Mal ist das Gewebe locker, ein anderes Mal elastisch und straff, je nachdem, welche Aufgabe es zu erfüllen hat.
Möchten Sie tiefer in das Thema eintauchen, lesen Sie den folgenden Abschnitt.
Das Bindegewebe unseres Körpers lässt sich grob in die drei folgenden Teile gliedern:
In die Zellen mit den Fibroblasten, Adipozyten, Chondrozyten, -blasten, Osteoblasten, -zyten, Makrophagen, Mastzellen, mit den undifferenzierten Mesenchymzellen, welche für die Stoffwechselfunktionen des Gewebes sorgen.
In die Fasern, die durch Kollagen und Elastin für die Mechanik zuständig sind und in die Grundsubstanz, welche aufgrund ihrer Komponenten Wasser, Glykosaminglykane, Proteoglykane (Zucker-Eiweiß-Verbindungen), Hyaluronsäure für Geschmeidigkeit und Verformbarkeit sorgt.
In die Fibroblasten (Bindegewebszellen), die durch ihre Produktion der Fasertypen Kollagen, Elastin und retikuläre Fasern den wichtigsten Bestandteil bilden.
Die Eigenschaften der Fibroblasten

•Sie bilden die Grundsubstanz und die Fasern.
•Sie sind hochaktiv.
•Sie breiten sich flächenhaft aus mit zahlreichen Fortsätzen.
•Sie haben eine geringe Phagozytosebereitschaft.
•Sie besitzen zahlreiche Mitochondrien.
•Golgi-Apparat und Zentrosomen sind ebenfalls vorhanden.
Bei Belastung reagieren die Fibroblasten mit einer Längsausrichtung ihrer kollagenen Fasern und bilden ein elastisches Fasernetzwerk.
Eine Zwischenstellung nehmen die Myofibroblasten ein. Sie besitzen mehr Aktin- und Myosinfilamente und werden größtenteils aus den Fibroblasten gebildet. Durch ihre kontraktilen Eigenschaften spielen sie eine große Rolle bei der Wundheilung. Die Wunde wird durch die Kontraktion verschlossen und über die Kollagenbildung stabilisiert. Bei verminderter Produktion kommt es zu Wundheilungsstörungen, die Wunde verheilt sehr langsam oder bricht immer wieder auf. Eine erhöhte Produktion bzw. eine längere Wirkungsdauer der Myofibroblasten führt zu starkem Narbengewebe und narbigen Strukturen.
Bei Krankheitsbildern, wie z. B. der Leberzirrhose und Palmaraponeurose, finden wir ebenfalls eine erhöhte Kontraktilität und Kollagenbildung, mit der Folge, dass das Gewebe an Elastizität verliert und seine Funktionen nicht mehr aufrechterhalten kann.

Bemerkung
In Bezug auf die Wundheilung wurde festgestellt, dass lang anhaltende Dehnungen mit einer minimalen Intensität und einer Dauer von ca. 10 Minuten die Wundheilung beschleunigen können.
Nach höherer sportlicher Belastung, welche eventuell zu einem sogenannten Faszienkater geführt hat, bei dem es zu kleinen Mikroverletzungen der Muskelfasern kommt, werden Reparaturmechanismen in Gang gesetzt, wandeln sich Fibroblasten in Myofibroblasten um, sodass die Zellen des Muskels geweckt und gestärkt werden. Somit haben die „Schmerzen“ nach einem intensiveren Training doch was Gutes.
Kollagene Fasern zeichnen sich durch eine hohe Zugfestigkeit aus. Sie sind um ca. 5 % dehnbar und können sich aufgrund ihrer wellenförmigen Anordnung um ca. 3 % verlängern.
Wir finden diese Fasern in den parallel verlaufenden Geweben wie:
•in Sehnen und Bändern;
•in scherengitterartigen Geweben, wie Organkapseln;
•in der Dura mater (in der harten Hirnhaut);
•in den oberflächlichen Faszien, wie der Fascia superficialis;
•in spiralförmig angeordneten Geweben, wie Bandscheiben.
Auf die verschiedenen kollagenen Fasertypen möchte ich hier nicht näher eingehen, das würde den Rahmen sprengen.
Die elastischen Fasern kommen im lockeren Bindegewebe, in Bändern und inneren Organen, wie z. B. Lunge, Aorta und Blase, vor. Also dort, wo eine große Belastbarkeit und Flexibilität erforderlich ist, was sich am Beispiel der Füllkapazität und Elastizität unserer Blase gut veranschaulichen lässt.
Retikuläre Fasern sind, wie der Name schon sagt, netzartig ausgerichtet. Zu diesem Fasertyp gehört z. B. unser Lymphsystem mit seinen lymphatischen Organen (z. B. Milz) sowie Leber und Nieren.
Die extrazelluläre Matrix (der Zwischenzellraum) besteht aus Bindegewebsfasern und Grundsubstanz, gleicht mechanische Belastungen aus und sorgt für die strukturelle Umgebung der Grundsubstanz und Fasern.
Die Bindegewebsfasern werden aus den Struktureiweißen Kollagen und Elastin aufgebaut.
Die oben genannten Fasern sind eingebettet in einer nährenden Grundsubstanz.
Die Grundsubstanz besteht aus Wasser, Zucker-Eiweiß-Verbindungen (Proteoglykane, Glykosaminoglykane) und Hyaluronsäure.
Die Beschaffenheit der Grundsubstanz variiert von flüssig bis hin zu gel- oder solartig.
Des Weiteren ist Wasser in größerer Menge in der Matrix enthalten. Es transportiert Nährstoffe über das arterielle System des Bindegewebes zu den Stellen, wo es benötigt wird, und sorgt für den Abtransport von Stoffwechselendprodukten über das Lymphsystem oder über das venöse System. Auch hier passt sich die Zusammensetzung dem Bedarf des Körpers an.

Aus der Praxis
Dynamische körperliche Bewegungen, variationsreiche Dehnungen, manuelle Anwendungen, wie z. B. Rolfing, können das Gewebe von einem gel- in einen solförmigen Zustand versetzen, es somit geschmeidig halten und dafür sorgen, dass die faszialen Schichten wieder problemlos übereinandergleiten. Im Gegenzug bewirken Bewegungsmangel, einseitige Belastungen, Überbelastung, Entzündungen, Traumata und Altern eine Dehydrierung (Entwässerung) des Bindegewebes, ähnlich einem ausgedrückten Schwamm. Dieser Elastizitätsverlust führt dazu, dass die Belastungsfähigkeit sinkt und die Verletzungsgefahr steigt.
Fazit
Wasser spielt eine zentrale Rolle bei der Gesunderhaltung unseres Fasziensystems.
Die Hyaloronsäure oder Hyaloronan ist ein weiterer wichtiger Stoff. Im normalen Milieu sind die Moleküle kurzkettig angeordnet. Steigt jedoch der pH-Wert an, werden langkettige Moleküle gebildet, die die Eigenschaften von Klebstoff besitzen. Das Gewebe verklebt regelrecht. Hier kommt der Myofascial Release mit der Rolle zum Einsatz, um die Verklebungen wieder sanft zu lösen.
Bei dem am Anfang des Buchs erwähnten Kongress der Harvard Medical School stellten die Forscher Tom Findley und Helene Langevine den Zusammenhang von Krebszellen und Bindegewebe dar. Es konnte festgestellt werden, dass sich das Bindegewebe um die Krebszelle herum verdickt, eine Kapsel bildet und dadurch das Immunsystem und Medikamente nicht mehr richtig ansetzen können. Die Krebszellen selbst fördern die Fibroblastenbildung, um allem Anschein nach innerhalb der Zelle ungestört wachsen zu können. Im Labor wurden hochaggressive Krebszellen in eine gesunde Matrix eingebaut, mit der Folge, dass die Zellen in weniger aggressive umgewandelt wurden. Im Gegenzug zeigten weniger aggressive Krebszellen in einem schlechten Milieu eine höhere Teilungsbereitschaft. In den nächsten Jahren wird die Forschung hier hoffentlich noch mehr leisten, um so vielen verzweifelten Menschen und deren Angehörigen helfen zu können.
Fazit
Ein gesundes Bindegewebe sorgt dafür, dass wir gesund bleiben und gesund altern.
1.5.1Das straffe Bindegewebe
Straffes Bindegewebe zeichnet sich durch einen hohen Anteil an kollagenen und einen geringen Anteil elastischer Fasern aus und sorgt dadurch für eine große Zug- und Druckbelastbarkeit mit entsprechender Elastizität. Dieses Gewebe unterteilen wir nochmals in ein straffes, geflechtartiges und in ein straffes, parallelfaseriges Gewebe.
Straffe, geflechtartige Gewebe verlaufen in dicken Bündeln zusammengefasst, geflechtartig in vielfältige Richtungen.
Wir finden dieses z. B. in der Dura mater (harte Hirnhaut), in den Organkapseln und in der Sklera des Auges.
Beim straffen, parallelfaserigen Bindegewebe verlaufen die Fasern, wie der Name schon sagt, parallel ausgerichtet und dicht.
Wir finden es u. a. in Sehnen und Bändern, welche die Kraft vom Muskel auf den Knochen übertragen, sowie in der Plantarfaszie, der Faszie der Fußsohle.
1.5.2Das lockere Bindegewebe
Lockeres Bindegewebe finden wir überall dort, wo Organe im Körper eingebettet sind, wie z. B. Pleura und Perikard (Herzbeutel).
Es sorgt zum einen dafür, dass unsere Organe ihren Platz behalten, zum anderen für eine optimale Verbindung zu Nachbarorganen und anderen Geweben.
In kleinen Hohlräumen finden Blut- und Lymphgefäße sowie Nervenfasern und Körperzellen, welche für die Immunabwehr und Regenerationsprozesse zuständig sind, ihren Platz.
Das lockere Bindegewebe zeichnet sich durch eine hohe Wasserspeicherkapazität aus, bildet einen fließenden Übergang zum Fettgewebe, das hier seine Funktion als Gleit- oder Verschiebeschicht erfüllt. Weiter hüllt es unsere Muskulatur von außen nach innen in einem immer kleiner werdenden Taschen-Beutel-System ein.
Lagern sich nun Stoffwechselendprodukte in diesem Gewebe ein, können die biomechanischen Eigenschaften, sprich die Gleitfähigkeit der Kollagenschichten übereinander, nicht mehr reibungslos ablaufen und es kommt folglich zu Funktionseinschränkungen.
1.5.3Das elastische Bindegewebe
Elastische Bindegewebe besitzen einen hohen Anteil an elastischen Fasern, welche dem Gewebe ein großes Maß an Mobilität ermöglichen.
Ein Beispiel hierfür sind die Stimmbänder unseres Kehlkopfs.

Aus der Praxis
Bei intensiven körperlichen Belastungen, wie z. B. einem Marathon, kann der pH-Wert der Muskeln und Zellen auf Werte von 6,6 (der pH-Wert des Bluts im Normalzustand beträgt 7,37-7,44) sinken. Bei diesen Werten nimmt die Viskosität von Hyaluron im Fasziengewebe zu und führt zu der bekannten Steifheit, welche nach körperlicher Ruhe wieder zum schmerzfreien Bewegungsumfang führt. Auch nach Überlastungssyndromen, Traumata und Operationen kann sich die Viskosität im Gewebe verändern. Hält dieser Zustand an, verdichtet sich das Gewebe immer mehr und es kommt zu den sogenannten Triggerpunkten, welche der Therapeut als Indikator für die weitere Therapie nutzt.
Verschiedene Erkrankungen, wie z. B. die Sklerodermie, führen zu Versteifung und Verhärtung des Bindegewebes der Haut und der inneren Organe.
Wichtig: Hier ist der auf diesem Gebiet erfahrene Arzt und Manualtherapeut gefragt, denn Lymphdrainage und andere sanfte Massagetechniken helfen, das Gewebe weich zu halten.
Meine Stunden besuchen auch Teilnehmer mit Sklerodermie und sie berichten, dass die Beschwerden und Verhärtungen durch das Training deutlich weniger geworden sind, sich ihre Flexibilität verbessert hat. Und hier besonders durch die Kombination von Übungen mit Katapulteffekt und dynamischem Fascial Stretch, ergänzt durch Fascial Release mit der Rolle.
Ich möchte hier anmerken, dass dies vom Krankheitsgrad und -typ abhängig ist und im akuten Stadium nicht trainiert werden sollte. Auch sind dies Erfahrungsberichte und es ist nicht wissenschaftlich bewiesen. Ein gutes Körpergefühl sowie ein erfahrener Arzt und Therapeut ist hier die Voraussetzung.
Wie sehen gesunde Faszien aus?
Gesunde Faszien (B) zeichnen sich durch eine scherengitterförmige Anordnung und Wellung aus.
Kranke Faszien (A) bilden sogenannte Cross-Links, d. h., das Gewebe verfilzt, wie ein zu heiß gewaschener Wollpullover, und verliert dadurch an Elastizität. Das Gewebe wird schlechter durchblutet, die Stoffwechselaktivität herabgesetzt, es kommt zu Verspannungen, Funktionseinschränkungen und gegebenenfalls zu Schmerzen.
Möchte ich das Gewebe wieder funktionstüchtig machen, versuche ich, mithilfe von Faszien Tools, wie z. B. der Faszienrolle, das Gewebe achtsam und vorsichtig von den Verfilzungen zu befreien, indem ich das Rollen variationsreich, langsam schmelzend und achtsam gestalte. Auch bei einem verfilzten Pullover würde ich das Gewebe vorsichtig in verschiedene Richtungen ziehen, da es bei Zug in eine Richtung reißen könnte.
Fazit
Nur ein gesundes und gut genährtes Fasernetzwerk ist geschmeidig, gleitfähig, hochelastisch, dehnbar, belastbar, kräftig und reißfest.
1.6Die Rezeptoren – der sechste Sinn
Unsere Faszienschichten sind mit zahlreichen Mechanorezeptoren bestückt, den sensorischen Nervenendungen, welche auf mechanische Druck- und Zugbelastungen reagieren und eng mit dem Nervensystem verknüpft sind. Sie leiten jede Information über Zug, Druck, Bewegung, Lage oder Dehnung eines Muskels, Organs oder Körperteils an unser Gehirn weiter. Durch diese Erkenntnis bilden sie das größte Sinnesorgan unseres Körpers.
Hier sind für mich 2011 bei der Fortbildung von Dr. Robert Schleip die Parallelen zur TCM bzw. Akupunktur noch klarer geworden. Akupunkturpunkte sind eigentlich Löcher in unserer oberflächlichen Körperfaszie, der Fascia superficialis. Aus diesen, im Durchmesser ca. 2-8 mm großen Perforationen treten Gefäßnervenbündel aus, welche von lockerem und wasserreichem Fasziengewebe umhüllt werden. Dadurch ergibt sich in diesem Bereich ein niedriger elektrischer Widerstand im Gewebe, den der Therapeut zur Lokalisation der Punkte heranzieht.
Es konnte nachgewiesen werden, dass sich nach Einstich und Drehen der Nadel das Kollagen um die Nadel windet. Der dadurch entstehende, zarte Zug lässt das Fasziengewebe auch weiter weg vom Einstichpunkt reagieren. Ein gut ausgebildeter Akupunkteur trifft bei der Akupunktur exakt diese Stelle. Somit ist die Akupunktur schmerzfrei, entspannend, Blockaden werden gelöst, Schmerzen gelindert und das Qi, die Energie, kann wieder frei fließen.

In diesem Zusammenhang auch hier noch einmal ein Zitat von A. T. Still (1899)
„Wenn man mit den Faszien arbeitet, behandelt man die Zweigstellen des Gehirns; und nach den allgemeinen Geschäftsregeln haben die Zweigstellen gewöhnlich die gleichen Eigenschaften wie die Zentrale. Also warum sollte man die Faszien nicht mit dem gleichen Maß an Respekt behandeln wie das Gehirn selbst?“
Toll, was Therapeuten schon vor über 100 Jahren wussten und es heute endlich wissenschaftlich belegt werden kann. Weiter zu den Rezeptoren. Wir unterscheiden vier verschiedene, in der Faszie liegende Mechanorezeptoren.
Aktive Nervenzelle
1.6.1Die Golgi-Rezeptoren
Die Golgi-Rezeptoren sind am bekanntesten und kommen an Muskel-Sehnen-Platten (Aponeurosen), Gelenkkapseln und den Bändern peripherer (von der Körpermitte entfernt, wie z. B. das Handgelenk) Gelenke vor. Diese Rezeptoren reagieren, wenn eine Muskelkontraktion eine starke Zugbelastung auf die Sehne ausübt, mit einer Muskelentspannung, da sie reflektorisch über das Rückenmark miteinander verknüpft sind. Bei plötzlichen, unbewussten Bewegungen z. B. durch Fremdeinwirkung schützen sie den Muskel vor Überlastung bzw. vor Verletzungen. Die Reizschwelle der Golgi-Rezeptoren liegt allerdings sehr hoch, das heißt, der Reiz muss dementsprechend stark ausfallen, damit sie zum Einsatz kommen. Trainieren kann man sie über aktiv geladene Dehnungen, d. h., die Muskulatur wird in ihrer Endposition angespannt und über sogenannte Minibounces geladen. Hier können kleine Gewichte zum Einsatz kommen, um die Intensität zu verstärken.
1.6.2Pacini-Körperchen oder Vater-Pacini-Lamellenkörperchen
Pacini-Körperchen haben eine geringe Reizschwelle und reagieren besonders gut auf Vibrationen, ruckartige und schaukelnde Bewegungen. Sie befinden sich in den einhüllenden Muskelfaszien von Fuß (plantar), Unterschenkel (krural), Oberschenkelaußenseite (Fascia lata), der Handfläche (palmar), Unterarm (antebrachial), des Bauchs (abdominal) und des Kiefers (Masseter-Faszie). Des Weiteren finden sie sich in den Bändern der Wirbelsäule, in den tieferen Schichten der Gelenkkapseln und in den Muskel-Sehnen-Übergängen.
Sie lieben die Abwechslung in Form von Schaukeln, Schütteln, Zittern, rhythmischen Gelenkkompressionen und schnellen Stimulationen wie beim Katapult-Effekt. Alles Gleichförmige langweilt sie und lässt sie einschlafen. Mittlerweile gibt es Rollen mit eingebauten Vibrationsmotoren, die beim Fascial Release die Pacini-Rezeptoren stimulieren.
1.6.3Ruffini-Rezeptoren
Auch die Ruffini-Körperchen haben eine geringe Reizschwelle, doch mögen sie lieber ruhige und beständige Reize. Sie sind besonders empfänglich für großflächige Dehnungen über lange myofasziale Ketten mit diagonalen Scherkräften. Sie inhibieren die sympathikotone Aktivität des vegetativen Nervensystems. Damit die tonussenkende Wirkung einsetzen kann, ist es wichtig, langsamen Druck und Zug auszuüben. Sonst kann es passieren, dass der Muskelspindelreflex ausgelöst wird, welcher die Rufini-Wirkung außer Kraft setzt.
In der Praxis aktivieren wir sie über manuelle Techniken und langsam schmelzende, lang haltende Dehnungen, bei denen wir verschiedene Winkelpositionen aufsuchen.
Ruffini-Rezeptoren befinden sich vor allem in der harten Hirnhaut (in der Dura mater), in den thorakolumbalen Übergängen von Brust- und Lendenwirbelsäule, in den äußeren Schichten der Gelenkkapseln, in der tiefen Dorsalfaszie der Hand sowie in den Bändern der körperfernen Gelenke, wie z. B. im Kniegelenk.
1.6.4Freie Nervenendungen, die interstitiellen Rezeptoren
Die vermutlich am meisten unterschätzten und am häufigsten vorkommenden Rezeptoren in unserem Körper sind die freien Nervenendungen. Dieses Netzwerk winzigster Rezeptoren findet sich in fast allen Körpergeweben, besonders zahlreich im Knochenhautgewebe (Periosteum). Ca. 20 % der oben genannten sensorischen Rezeptoren, einschließlich der Muskelspindeln, senden ihre Impulse an unser Zentralnervensystem, die restlichen 80 % werden von den freien Nervenendungen gesendet. Hier wird die Thematik unseres sechsten Sinns wieder deutlich.
Früher wurden die freien oder interstitiellen Nervenendungen den Schmerzrezeptoren zugeordnet. Heute weiß man, dass einige von ihnen auch Chemo- und Thermorezeptoren sind. Weitere Studien haben unter anderem ergeben, dass die freien Nervenendungen ganz oder teilweise als Mechanorezeptoren funktionieren, das heißt, sie reagieren auf Druck. Ca. 50 % der Rezeptoren reagieren auf stärkeren Druck, haben also eine hohe Reizschwelle, die restlichen Rezeptoren reagieren auf sehr geringen Druck, sprich, auf eine niedrige Reizschwelle. Sie sind eng mit unserem vegetativen Nervensystem verknüpft und beeinflussen darüber Atmung, Blutdruck, Stoffwechsel- und Verdauungsprozesse sowie die Regulation unseres Kreislaufs.
Des Weiteren wird ihre Funktion und Reizschwelle durch Botenstoffe unseres Gehirns, die Neurotransmitter, beeinflusst, sodass aus propriozeptiv reagierenden Mechanorezeptoren hochempfindliche Schmerzrezeptoren werden können.

Aus der Praxis
Bei Gewebeuntersuchungen von Fibromyalgiepatienten wurde in der Fascia superficialis eine geringere Anzahl von freien Nervenendungen festgestellt. Auch die Zusammensetzung der sensorischen Nervenendungen wies Unterschiede zum normalen Patienten auf. Diese Erkenntnis gibt neue Denkansätze bezüglich des körperlichen Trainings und manueller Therapien mit Schmerzpatienten.
In der Körperarbeit können wir diese Rezeptoren über kleine, aufmerksame Mikrobewegungen aktivieren.
1.6.5Die Muskelspindeln
Die Muskelspindeln sind erst seit Kurzem mit aufgenommen worden. Doch da auch sie zu den Propriozeptoren gehören, sollte auch ihnen die nötige Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Muskelspindeln befinden sich innerhalb der Skelettmuskulatur und erfassen Länge und Dehnung der Muskulatur. Sie sind außerdem für den oben genannten Muskelspindelreflex, der z. B. beim Schlag auf die Patellasehne zur Reflexprüfung ausgeführt wird, verantwortlich.
Beim Training liegt der Fokus hier auf dem „Fine-Tuning“, also auf der präzisen Koordination.
Propriozeption versus Interozeption
Die Interozeption ist verantwortlich für die viszerale Antwort unseres Körpers. Einige von uns haben sicherlich schon mal was vom sogenannten Bauchhirn gehört – einer neuronalen Verschaltung der inneren Organe zu unserer Schaltzentrale, dem Gehirn (Insula). Hier gibt der Körper Rückmeldung über unsere Emotionen: „Wie fühlt es sich an?“, „Was bewirkt es in meinem Körper/Geist?“ und: „Wie geht es mir dabei?“
Viele psychosomatische Erkrankungen werden der Interozeption zugeordnet, wie z. B.
•Reizdarm,
•Anorexie/Bulimie,
•Depressionen,
•PTBS (= posttraumatische Belastungsstörung),
•auch das Krankheitsbild der Fibromyalgie wird hier diskutiert.
Auch verschiedene Körperarbeiten und Entspannungsverfahren, wie z. B.
•BMC (= Body Mind Centering),
•Somatic Experiencing,
•Continuum Movement,
•viszerale Osteopathie,
•einige Yogaformen,
•Meditation, Energiearbeit,
•autogenes Training,
werden der Interozeption zugeordnet.
Die Propriozeption beschäftigt sich dagegen mit den Fragen: „Wo befinde ich mich im Raum?“, „Wo befindet sich mein Arm/Bein im Raum?“, „Wer oder was berührt mich und wo (Körperstelle)?“. Die propriozeptiven Empfindungen werden im Motorkortex des Gehirns gespeichert. Auch hier lassen sich Krankheitsbilder zuordnen, wie:
•Epilepsie,
•Rückenschmerzen,
•AML (amoytrophe Lateralsklerose) sowie
•ADHS.
Auch verschiedene Körperarbeiten, wie z. B.
•Pilates,
•Alexander-Technik
•Feldenkrais,
•Hatha-Yoga,
•klassisches Ballett/Tanztraining,
•Spiraldynamik,
•Funktionsgymnastik,
gehören zur Propriozeption.
Was passiert nun, wenn dieses hochsensible sensorische Kommunikations- und Netzwerk einmal ausfällt?
Im Jahr 1998 erkrankte Ian Waterman an einer seltenen Viruserkrankung, welche die sensorischen Nervenendungen zerstörte. Nun kann man sagen: „Alles halb so schlimm, die motorischen Endungen, die für unsere Muskelaktivität verantwortlich sind, funktionieren ja noch.“ Doch falsch gedacht.
Ian Waterman war bewegungsunfähig, nur weil er seine Bewegung nicht mehr spüren konnte. Mit eisernem Willen und der Erinnerung daran, wie sich Bewegungen anfühlen, gelang es ihm schließlich, sich unter Einfluss des visuellen Systems und bei Tag wieder einigermaßen adäquat zu bewegen. Bei Dunkelheit ist er jedoch weiterhin bewegungsunfähig (verfolgen Sie seinen Weg auf YouTube®: The man who lost his body).
Neben der bereits oben besprochenen Fascia superficialis und ihren Rezeptoren gibt es auch tiefere Faszienschichten, die Fascia profunda.
Sie sind von derberer Struktur und die Organisatoren der Gewebe, indem sie Bindegewebe und Muskeln zu funktionellen Einheiten verbinden sowie Muskeln und Organe voneinander unterteilen. Auf diese möchte ich hier nicht näher eingehen, sondern bei den für uns für das Training wichtigen myofaszialen, also den Muskel betreffenden Faszien bleiben.
Um die myofaszialen Verbindungen und Bewegungen besser verstehen zu können, schauen wir uns das Tensegrity-Modell an.
1.7Das Tensegrity-Modell in Bezug auf unseren Körper
Ein Themenschwerpunkt einer meiner vielen Stunden sollte das Tensegrity-Prinzip sein, um meinen Teilnehmern das Zusammenspiel von Faszien, Muskeln, Atmung etc. auf der sensorischen Ebene näherzubringen. Ich machte mir meine Gedanken zu den Inhalten und zu deren Umsetzung.
So gab ich meinen Teilnehmern die Anleitung, sich aufzuspannen wie der Drachen im Wind, in einen imaginären Ganzkörperanzug von innen heraus hineinzuwachsen, die diesen mit Luft aufgeblähten Werbefiguren ähneln, die man häufig vor Geschäften sieht. Die Visualisierung, nach außen den Raum zu erobern, als würden viele imaginäre Fäden an verschiedenen Stellen des Körpers anhaften, gelang ihnen sehr gut – das Hineinwachsen jedoch bereitete eher ein großes Fragezeichen auf ihren Gesichtern. Was meint sie wohl damit? Um die Thematik zu verdeutlichen, musste ein Tensegrity-Modell her. Gesagt, getan, bastelte ich ein kleines Modell aus Holzstäbchen und Gummibändern, um meinen Teilnehmern an diesem Beispiel das Prinzip der tensegralen Aufspannung zu demonstrieren.
Kurz darauf bekam ich die Möglichkeit, im Rahmen eines „Special Days“, meine neuen Kursinhalte zu präsentieren. Mit Modell und Luftballon im Gepäck machte ich mich bereit für die nächste Stunde und war gespannt auf die Resultate. Zu Beginn erklärte ich am Tensegrity-Modell das Prinzip der tensegralen Aufspannung.
Ganz unbekannt war meinen Teilnehmern – alles fortgeschrittene Pilates-Schüler – das Ganze natürlich nicht, da in meinen PILATES-ELEMENTS-Stunden unter anderem auch das Prinzip des „Aufspannens und Dehnens der Meridiane“ vermittelt wird. Doch mithilfe des Modells und Ballons ließ sich das innere Aufspannen besser verdeutlichen. Nun waren alle gespannt auf die angekündigte Stunde und wie es sich wohl „anfühlt“.
Als Hilfs- und Trainingsmittel wählte ich den Schlingentrainer, um an diesem das Prinzip der tensegralen Aufspannung zu verdeutlichen und zu trainieren. Nach kurzer Einweisung und Anweisung ging es endlich los und schon nach kurzer Zeit waren, trotz der langsamen, kontrollierten und achtsamen Bewegungen und Ausführungen, die ersten Schweißtropfen sichtbar. Jeder berichtete am Ende der Stunde von einem entspannten Nacken- und Schulterbereich trotz der intensiven Arm-, Oberkörper- und Stützarbeit. Auch die Feedbacks in den nachfolgenden Tagen bestätigten die Nachhaltigkeit der ausgewählten Übungen und des Trainingsgeräts Schlingentrainer.
1.7.1Erklärung am Rande – Tensegrity
Tensegrity beschreibt ein Konstruktionsprinzip aus der Architektur, welches auf Richard Buckminster Fuller (1895-1983), Architekt, und Kenneth Snelson, einen Künstler und Bildhauer, zurückgeht. Dieses englische Kofferwort setzt sich aus den beiden Wörtern Tension (Spannung) und Integrity (Einheit, Zusammenhalt) zusammen.
Bezeichnet wird damit ein Modell, bei dem feste Elemente, z. B. Holzstäbe, mit elastischen Elementen, z. B. Gummibändern oder Seilen, in Verbindung stehen und darüber ihre Stabilität erlangen, ohne dass sich die festen Elemente berühren. So schweben sie quasi im Raum. Verändert man nun an einer Stelle dieses dreidimensionalen Netzwerks den Zug oder Druck, reagiert das gesamte System mit einer adaptiven Systemverteilung. Die Kräfte werden umgelagert und auf andere Bereiche verteilt.
Wir nehmen Bezug auf den menschlichen Körper und bewegen uns auf makroskopischer Ebene des Skelett- und Muskelsystems, bei dem unser Skelettsystem die festen Bestandteile (die Holzstäbe) und unser Muskel- und Fasziensystem die elastischen Verbindungen (Gummibänder/ Seile) bildet.
Nun machen wir uns noch frei von der starren Vorstellung des passiven (Skelettsystem) und aktiven (Muskel-, Sehnen- und nun auch Fasziensystem) Bewegungsapparats und stellen uns stattdessen unseren Körper als ein dreidimensionales Netzwerk vor, in dem unsere 206 Knochen praktisch schweben und lediglich über fasziale Verbindungen unterschiedlicher Beschaffenheit mit den Muskeln in Kontakt stehen.
Was kann das für die Praxis bedeuten?
Bleiben wir bei dieser einfachen Beschreibung des oben genannten Modells. Vielleicht können wir uns jetzt besser vorstellen, dass eine Fehlstellung des Fußes Auswirkungen auf z. B. die Schulter, in Form von Schmerzen, haben kann. Verletzungen, die mit narbigen Strukturen einhergehen, die verstärkten Zug auf dieses Netzwerk ausüben und infolgedessen Kompensationsmechanismen auslösen. Selbst die verfilzten Faszien können die Ursache für Dysbalancen sein.
In der Praxis wird häufig erst der Schmerzort, das Symptom, behandelt – was nicht falsch ist, denn der Patient möchte ja schmerzfrei werden. Doch solange die Ursache nicht behoben ist, wird es immer wieder zur Symptomatik kommen. Jedes akute lokale Trauma wird sich irgendwann auf den ganzen Körper verteilen und – falls nicht ganzheitlich behandelt – sich an anderer Stelle manifestieren und chronisch werden.
Dringen wir noch ein wenig tiefer ins Geschehen ein und begeben uns auf die mikroskopische, also zelluläre Ebene. Auch hier finden wir tensegrale Strukturen, wie die der Mikrofilamente, Mikrotubuli und der intermediären Elemente des Zytoskeletts. Die Aufgabe des Zytoskeletts besteht in erster Linie in der Stabilisierung der Zellarchitektur. Es verbindet Zellkern und Zellwand miteinander, stabilisiert darüber die Zelle, verleiht ihr mechanische und adaptive Eigenschaften. Mechanische, von außen wirkende Druck- und Zugkräfte werden von der Zellwand über das Zytoskelett bis in den Zellkern weitergeleitet, der eine entsprechende biochemische Antwort darauf gibt.
Bindegewebe
Gleichgültig, aus welcher Sicht wir unseren Organismus oder unseren Körper betrachten, können wir festhalten, dass alles und jedes von innen nach außen, von außen nach innen, von rechts nach links, kreuz und quer bis in die kleinste Zellorganelle über ein fasziales Netzwerk miteinander verbunden ist und miteinander kommuniziert.
Umdenken im Sport? Gelenkbewegung = Scharnierbewegung?
Was kann das oben Genannte für die Biomechanik im Sport bedeuten?
Auch ich habe die unterschiedlichen Gelenkarten und deren Biomechanik in meiner Ausbildung lernen müssen. Bezogen auf das Skelettsystem, gibt es auch keine Einwände.
Bei ganzheitlicher Betrachtung lässt sich jedoch feststellen und auch kontrovers diskutieren, dass eine Bewegung innerhalb eines (Scharnier-)Gelenks eher auf ein Ausdehnen, Umverteilen, Umlagern und Kontrahieren der Tensegritätselemente schließen lässt und daraus eine freiere Gelenkbeweglichkeit entsteht.
In der Praxis kommen genügend Beschwerden, wie z. B. Frozen Shoulder, Schulter-Arm-Syndrome etc., vor, die keine Auffälligkeiten am Gelenk selbst zeigen und dennoch zu Funktionseinschränkungen und starken Schmerzen führen.
Ich bin gespannt, was die Sportwissenschaft diesbezüglich in den nächsten Jahren herausfinden wird. Für mich beweist es, dass Ida Rolf, Andrew Taylor Still und weitere (Manual-)Therapeuten schon vor Jahrzehnten auf dem richtigen Weg waren und es heute nur noch wissenschaftlich bewiesen werden muss.
Kommen wir nun zu den vier Säulen des Faszientrainings.
1.8Die Säulen des Faszien-Trainings
1.Myofascial Release = lösende Techniken
2.Rebound Elasticity = elastisches Federn, Katapulteffekt
3.Fascial Stretches = dynamische Dehnungen
4.Sensory/Fluid Refinement = sensorisches Verfeinern, Mikrobewegungen
Darmowy fragment się skończył.